Zahnärztekammer Berlin
unterstützt Ratenzahlungsangebote in den Praxen
Bei Kredit-Diskussion "zurück auf den Teppich"
Die in den letzten Tagen durch die Medienwelt
laufende Diskussion um "Kredite beim Zahnarzt" hat nach Auffassung
der Zahnärztekammer Berlin einen problematischen Nebeneffekt: "So
absolut unterstützenswert wir es finden, dass Kreditmaklereien bei
Zahnärzten von unseren bundesweiten Fachorganisationen heftig
kritisiert wurden - es ist doch problematisch, wenn dabei für
oberflächliche Leser der Eindruck erscheint, jegliche
Finanzierungsunterstützung, die Zahnärzte ihren Patienten anbieten,
seien unseriös", erklärt Dr. Wolfgang Schmiedel, Präsident der
Zahnärztekammer Berlin. Hier werde mal wieder wie so oft das Kind
mit dem Bade ausgeschüttet. "Wir müssen bei dem Thema zurück auf den
Teppich. Mit der aktuellen Kritik an Kreditangeboten ist keineswegs
das gottseidank in vielen Praxen übliche Angebot gemeint,
aufwendigere zahnärztliche Behandlungsverfahren nach modernen
Therapieverfahren beispielsweise durch Ratenzahlung auch solchen
Patienten zu ermöglichen, die die Behandlungskosten nicht auf einen
Schlag bezahlen können", so Dr. Schmiedel, "Es wäre absolut nicht in
Ordnung und würde zu einer Zwei-Klassen-Medizin führen, wenn
Zahnarzt und Patient nicht selbst einen Weg finden und gehen können,
der auch nicht ganz so betuchten Patienten die von ihnen gewünschten
schönen Zähne oder aufwändige vorbeugende Zahnbehandlungen
ermöglichen." Die Gesetzliche Krankenversicherung gebe einen engen
Rahmen vor für das, was sie zur Erhaltung der Kaufähigkeit für nötig
erachte - die Möglichkeiten der modernen Zahnmedizin seien aber über
diesen Rahmen hinaus für alle individuellen Ansprüche ausgerichtet
und bieten Patienten an, was sie für sich selbst wünschen. "Schöne
Zähne ist heute für viele Menschen ein absolutes Muss", so Dr.
Schmiedel, "in den Praxen werden wir danach gefragt, selbst wenn wir
es nicht von uns aus sofort anbieten. Es wäre unehrlich, wenn wir so
tun würden, als sei der durchschnittliche Bundesbürger mit der
Normalversorgung glücklich und zufrieden und alles, was darüber
hinaus geht, sei Luxus." Es sei im Gegenteil eher so, dass die
Zahnärzte oft genug erlebten, dass Patienten eine aufwändigere
Versorgung haben möchten - aber Sorge hätten, die Kosten nicht
begleichen zu können. "Rein rechtlich müsste es uns nicht
interessieren, wie der Patient unsere Leistung bezahlt", sagt Dr.
Schmiedel, "letztlich hat der Zahnarzt nur mit dem Patienten einen
Behandlungsvertrag - nicht mit dessen Krankenkasse oder sonst einer
Einrichtung. Trotzdem beraten wir nicht nur fachlich, sondern geben
auch allgemeine Hinweise zu den zu erwartenden Kosten einer
Behandlung. Wenn sich Patienten dann für eine aufwändigere Lösung
entscheiden, weil sie diese für sich und ihr Selbstwertgefühl so
haben möchten, sind viele Praxen bereit, die Kosten in Form von
Ratenzahlungen zu ermöglichen. Dies ist ein Weg, den wir unbedingt
unterstützen - nur so können wir manchen Patienten dabei helfen,
ihren Traum von schönen Zähnen zu realisieren."
Kreditmaklereien seien etwas anderes und werden seitens der
Zahnärztekammer Berlin als berufsfern abgelehnt - Ratenzahlungen und
vergleichbare Lösungen aber unbedingt unterstützt.
Patienten, die sich zu zahnärztlichen Behandlungsmaßnahmen, zu
Kosten und Therapiemaßnahmen informieren wollen, können dies
kostenlos bei der Patientenberatungsstelle der Zahnärztekammer
Berlin ( für berliner Patienten, Tel: 030 / 89004-0) bzw. außerhalb
Berlins in den Patientenberatungsstellen der Landeszahnärztekammern
(Infos über Hotline 0800 - 8233 283.
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Neu in 2005: Fehlende
Zähne naturgetreu ersetzen
Jetzt auch Zuschüsse von der Krankenkasse
Informationen zu Behandlungsalternativen,
Qualitätssicherung und Abrechnungswegen bei Zahnimplantaten.
Befundorientierte Festzuschüsse ermöglichen moderne Zahnheilkunde
auch für Patienten der Gesetzlichen Krankenversicherung.
Die Einführung der befundorientierten Festzuschüsse zum
Jahreswechsel 2005 bringt eine vermehrte Nachfrage der Patienten
nach modernen Behandlungsverfahren. Erstmals erhalten gesetzlich
versicherte Patienten jetzt finanzielle Zuschüsse zu Zahnersatz auf
Implantaten. Auch Zahnärzte, die mit Implantaten bisher keine
Erfahrungen haben, werden sich deshalb mit der Implantologie näher
beschäftigen. "Zwar bleibt die Implantologie Privatleistung", so Dr.
Helmut B. Engels, Präsident des Bundesverbands der implantologisch
tätigen Zahnärzte in Europa (BDIZ EDI), "aber sie wird durch die
erstmals gegebene finanzielle Beteiligung der Gesetzlichen
Krankenkassen an der Versorgung mit implantatgestütztem Zahnersatz
für viele Patienten attraktiv. Damit erhöhen sich auch die
Beratungsanforderungen an diejenigen ZahnÄrzte, die bisher um dieses
anspruchsvolle Fachgebiet einen Bogen gemacht haben." Deshalb boomen
zurzeit Fortbildungsangebote wie das Curriculum Implantologie des
BDIZ EDI in Zusammenarbeit mit der Universität zu Köln. "Wir haben
aber Sorge, dass bei all der fachlich-medizinischen Fortbildung
andere Punkte zu kurz kommen, die zur Führung einer
implantologischen Praxis ebenso notwendig sind wie medizinische
Kenntnisse. Wir haben daher 3 wichtige Aspekte zusammengefasst, um
die Patienten und unseren fachlichen 'Nachwuchs' zu informieren."
Für die Zukunft erwartet der BDIZ EDI ein weiteres Ansteigen der
ohnehin steil nach oben weisenden Anzahl der Implantationen.
"Verkürzte Einheilzeiten und frühere Belastbarkeit sowie möglichst
einfache und schonende Verfahren sind Herausforderungen, deren sich
die Implantatindustrie und die Wissenschaft mit großem Erfolg
angenommen haben. Implantate", so Dr. Engels, "sind für immer mehr
Menschen eine selbstverständliche Lösung."
Implantate & Patienten - 3 wichtige Aspekte
Tätigkeitsschwerpunkt als Qualifikations-Nachweis
Der Tätigkeitsschwerpunkt Implantologie des BDIZ EDI ist ein
Qualifikations-Nachweis, der auf dem Praxisschild geführt werden
darf. Dies dient, so das Bundesverfassungsgericht in einem Urteil
aus dem Jahre 2001, dem Informationsinteresse der Patienten bei der
Suche einer in bestimmten Disziplinen erfahrenen Praxis. Der BDIZ
EDI rät allen "Einsteigern", sich durch einen anerkannten
Tätigkeitsschwerpunkt zu qualifizieren: Nur so werde den Patienten
Fachkompetenz auch nachweislich belegt. "Wir haben bereits bei
anderen Fachgebieten erlebt, dass ein anerkannter
Tätigkeitsschwerpunkt Gewicht hat", so Dr. Engels, "mit einem
solchen Beleg für Kompetenz sind daher nicht nur die Patienten,
sondern auch die Behandler auf der sichereren Seite."
Mengenrabatte ("Naturalrabatt") an Patienten weitergeben
Die gestiegene Nachfrage nach Implantaten hat bei den Herstellern zu
Rabatten in unterschiedlichen Formen geführt. Solche Mengenrabatte
bei Großeinkäufen müssen - anders als dies im sonstigen Alltagsleben
der Fall ist - an die Patienten weitergeben werden. Der BDIZ EDI hat
dies in seinem 2004 erschienenen "Abrechnungshandbuch Implantologie"
noch einmal ausdrücklich betont. "Es ist, weil im normalen
Wirtschaftsverkehr anders geregelt, sicher nicht jedem ZahnArzt
bewusst, dass er diese Rabatte an seine Patienten weitergeben muss",
so Dr. Engels, "wir machen dies deshalb immer wieder deutlich." Die
exakte Dokumentation jedes Implantats, seiner Verwendung beim
Patienten bzw. seiner Entsorgung bei mangelnder Sterilität sollte
ein wichtiger Bestandteil der Qualitätssicherung in der
zahnärztlichen Praxis sein.
Aufklärung über Alternativen bei der Behandlung
Schon heute müssen die ZahnÄrzte über Alternativen bei jeder
Behandlung aufklären. Die Festzuschüsse zu Zahnersatz auf
Implantaten machen die Implantologie zu einer attraktiven
Behandlungsalternative. "Leider gibt es immer noch ZahnÄrzte", sagt
Dr. Engels, die das Verfahren nicht selbst beherrschen und ihre
Patienten deshalb nicht darüber beraten. Das kann in kritischen
Fällen als mangelnde Aufklärung ausgelegt werden." Aufklärung sei
aber auch hinsichtlich der vielen Behandlungsschritte notwendig, die
eine Implantation erfordert. "Patienten sollen sich sicher fühlen
und nachfragen. Es erhöht die Sicherheit und den Erfolg der
Behandlung, wenn alle Fragen beantwortet werden und der Patient
wirklich verstanden hat, was geplant und umgesetzt wird."
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Soziale
Benachteiligung korreliert mit Zahnfäulnis
Kinder müssen immer früher zum Zahnarzt
In Großbritannien ist die Wahrscheinlichkeit für
sozial benachteiligte Kinder größer Zahlfäulnis zu bekommen. Das
geht aus Daten der staatlichen Statistik-Behörde hervor. Schulen
wurden als sozial benachteiligt oder nicht sozial benachteiligt
klassifiziert, abhängig davon, ob mindestens 30 Prozent der Kinder
für kostenlose Mahlzeiten registriert waren. Das berichtet die BBC
http://news.bbc.co.uk .
In sozial benachteiligten Schulen zeigten 60 Prozent der
Fünfjährigen und 70 Prozent der Achtjährigen offensichtliche
Fäulniserscheinungen in ihren Milchzähnen. In nicht sozial gut
gestellten Schulen waren es 40 Prozent der Fünfjährigen und 55
Prozent der Achtjährigen. Bei den zweiten Zähnen hatten 55 Prozent
der Zwölfjährigen und 72 Prozent der 15-Jährigen an sozial
benachteiligten Schulen Anzeichen von Fäulnis, im Vergleich mit 42
Prozent der Zwölfjährigen und 55 Prozent der 15-Jährigen in nicht
benachteiligten Schulen.
Verhältnismäßig weniger fünfjährige Kinder (34 Prozent) von
leitenden Angestellten zeigten Zahnfäulnis als die gleichaltrigen
Kinder von Facharbeitern oder Handwerkern (53 Prozent). Bei den
15-Jährigen waren es 47 Prozent der Kinder von Managern und 65
Prozent der Kinder von Arbeitern. Zwar wurden weniger Kindern Zähne
aufgrund von Fäulnis gezogen, aber mehr 15-Jährigen von niedrigeren
Berufsgruppen (sieben Prozent) als von den 15-jährigen Kindern von
höher gestellten Berufsgruppen (zwei Prozent).
Grundsätzlich suchen Kinder immer früher den Zahnarzt auf. Das
Verhältnis der Fünf- und Achtjährigen, die zum Zahnarzt müssen bevor
sie zwei sind, hat sich seit 1993 mehr als verdoppelt. 1983 waren
sieben Prozent der Fünfjährigen schon im zarten Alter von zwei beim
Zahnarzt gewesen. Diese Zahl stieg bis 1993 auf 15 Prozent und bis
2003 auf 31 Prozent. Das Verhältnis der Fünfjährigen, die noch nie
beim Dentisten waren, fiel von 14 Prozent im Jahr 1983 auf zehn
Prozent im Jahr 1993 und auf sechs Prozent im Jahr 2003.
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Zahnimplantate machen
selbstbewusst
Biologisch länger jung und alterslos /
Nachfrageschub in 2005 erwartet
Im Vorfeld des 8. BDIZ EDI-Symposiums am 10. und
11. Dezember in Köln erklärt der Bundesverband der implantologisch
tätigen Zahnärzte in Europa (BDIZ EDI) den enormen Erfolg der
dentalen Implantologie mit dem Bedürfnis der älter werdenden
Menschen, sich nicht unnötig alt fühlen zu wollen. "Auch wenn einer
unserer Fach-Beiträge beim Symposium das Thema Anti-Aging in der
Zahnheilkunde aufgreift: Wir sehe die große Dynamik der
Implantologie keineswegs als Modetrend und Flucht vor dem
Älterwerden", sagt Dr. Helmut B. Engels, Vorsitzender des
Bundesverbandes der Implantologen. "Die Entscheidung unserer
Patienten für Implantate ist auch eine, die ganz nüchternen
medizinischen Überlegungen folgt: Mit längst etablierten und hoch
erfolgreichen Methoden können heute Verluste an Knochen und Gewebe
repariert oder ausgeglichen werden, die früher in vergleichsweise
jungen Jahren alt machten mit all den seelischen, aber vor allem
auch den körperlichen Konsequenzen für Gesundheit und Wohlbefinden."
Zahnersatz auf Implantaten sorge dafür, dass man sich mit seinen
Dritten fühlen könne "wie mit eigenen Zähnen, so wie man sich
kennt", so Dr. Engels. Vielen Untersuchungen zufolge führe die erste
Prothese oft geradezu zu einem Schock: "Der erste Zahnersatz, den
man herausnehmen muss, ist für viele aktiv im Leben stehende
Menschen ein Schlag in ihre Seele. Was sie sehen, lässt sie sich alt
fühlen. Das große Verdienst der Implantate ist deshalb neben den
biologischen Effekten die Vorbeugung von seelischen Belastungen."
Für Menschen, die sich im Vergleich zu ihren Eltern und Großeltern
deutlich später alt fühlen und auch aktiver leben, spielt es laut
BDIZ EDI eine große Rolle, möglichst so "alterslos" auszusehen sie
sich selbst erleben. "Es geht gar nicht darum, dauernd jung zu
bleiben, das ist Unsinn", so Dr. Engels, "wir erleben, dass unsere
Patienten nur einfach nicht alt und gebrechlich aussehen wollen -
das hat nichts mit Jugendlichkeitswahn zu tun, sondern vor allem mit
Selbstbewusstsein."
Ob ein Mensch älter oder jünger wirke, sei nicht unbedingt eine
Frage der Gesichts-Falten, sondern eher der Gesichts-Formen. Auch
junge Menschen könnten bereits viele Falten haben und dennoch
jugendlich wirken. "Ganz wichtig dagegen ist die Frage des Mundes:
Ist er eingefallen wie beim zahnlosen alten Fritz - oder sind Kinn-
und Nasenbereich noch voll vorhanden?" Wenn Zähne und Kieferknochen
fehlen, schrumpfen diese Bereiche, sie fallen ein - mit dem Effekt,
dass die Form und auch die Dynamik des Gesichts verloren gehen.
Implantate können den Erhalt oder Wiederaufbau der von der Natur
gegebenen Physiognomie und das auch medizinisch begründete Gefühl
vermitteln, wie bisher gesund, stark und fit zu sein. "Ganz
besonders für sensible und empfindsame Menschen sind Implantate die
beste, weil zuverlässigste Lösung", sagt Dr. Engels, " sie beweisen
sich als unsichtbare und naturnahe Lösung überall da, wo nicht nur
Zähne ersetzt, sondern auch Kiefergewebe erhalten und das
Lebensgefühl nicht durch problematischen Zahnersatz eingeschränkt
werden soll."
Der beeindruckende Siegeszug dieser inzwischen etablierten
implantologischen Methoden gerade auch bei Patienten, die sich jede
finanzielle Ausgabe gut überlegen müssen, zeigt eindeutig, dass
diese Verfahren auch in der Bevölkerung angekommen sind und ihren
Platz ständig erweitern. Dr. Engels: "Wir erwarten im Jahr 2005,
wenn es zur implantologischen Versorgung fehlender Zähne nunmehr
einen Festzuschuß seitens der Gesetzlichen Krankenversicherung gibt,
einen weiteren Nachfrageschub in den implantologischen Praxen." Der
BDIZ EDI habe seine wissenschaftlichen Curricula in Bundesgebiet
bereits ausgebaut und damit eine aktive Konsequenz aus der
wachsenden Nachfrage nach fundiert geschulten Implantologen und
qualitativ hochwertiger Behandlung gezogen. Mit seinen
"Qualitätsleitlinien Implantologie" hat sich der Verband im Bereich
der Implantologie und darüber hinaus nachhaltig als Instanz für
hochwertige Behandlung installiert.
Service:
Patienten, die sich für diese Verfahren interessieren, können bei
Einsendung eines mit 1.- € frankierten Rückumschlages/Langform einen
kostenlosen "Implantat-Ratgeber" erhalten, der sie auf das Gespräch
mit ihrem Zahnarzt vorbereitet. Geprüfte Implantologen in ganz
Deutschland finden sich auf der Website www.bdiz.de unter dem
Stichwort "Patienten".
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3D-Animationen für die
Zahnmedizin
Computerrekonstruktionen machen Krankheiten
begreifbar
An der Fakultät für Zahn-, Mund und
Kieferheilkunde der Universität Witten/Herdecke wird für
Untersuchungen Computer gestützte 3D-Rekonstruktion eingesetzt. Die
dabei verwendete Methode ähnelt der, mit der Steven Spielberg seine
Dinosaurier im Film Jurrassic-Park zum Leben erweckte. Die dafür
notwendige Technik wurde von Wolfgang H. Arnold, Lehrstuhlinhaber
für Anatomie, von einem Forschungsaufenthalt in Kanada mitgebracht.
Um für eine feingewebliche Untersuchung realitätsnahe
Gewebestrukturen oder Zellverbände zu erhalten, müssen diese
dreidimensional rekonstruiert werden. Dazu werden einzelne Schnitte
fotografiert, in den Computer importiert und dort der Reihe nach
übereinander gestapelt. Dieser Stapel kann aus bis zu 1.200
einzelnen Schnitten bestehen. Die zu erfassenden unterschiedlichen
Gewebe werden anschließend digitalisiert und zu einem
dreidimensionalen Netz verbunden. Diese Netze werden anschließend in
einem Animationsprogramm bearbeitet. "Auf diese Weise entstehen
extrem realistische Bilder der dreidimensionalen Anordnung einzelner
Strukturen in den zu untersuchenden Proben. Durch die Animation kann
die Rekonstruktion beliebig im Raum gedreht und betrachtet werden",
so Arnold.
Durch die intensive Auseinandersetzung mit dreidimensionalen
Strukturen unterschiedlicher Kariesformen und deren Ausbreitung im
Zahn hat sich gezeigt, dass sich Karies an verschiedenen Stellen im
Zahn unterschiedlich ausbreitet. Diese Erkenntnis hat laut Arnold
entscheidende Konsequenzen für die Therapie. Des Weiteren wurden
bereits mehrere menschliche Embryos mit schweren Fehlbildungen des
Kopfes in 3D untersucht (rechts im Bild), um Genaueres über die
Struktur der Fehlbildungen und der beteiligten Gewebe zu erfahren.
Durch die neue Untersuchungsmethode konnten neue Erkenntnisse über
die Bildung der Schädelknochen und der angrenzenden Weichteile
gewonnen werden. |

Studie will
Mechanismus tödlicher Karieserreger ermitteln
Übertragung der Gene für Resistenzen
Bakterien vom Typ der so genannten
Oralstreptokokken, die in der menschlichen Mundhöhle beheimatet
sind, führen nicht nur zu Karies, sondern manchmal zu weit
schlimmeren Erkrankungen wie Herzklappenentzündung. Ein neues
Forschungsprojekt der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren
http://www.helmholtz.de hat sich zum Ziel gesetzt, die Erreger
genauestens zu untersuchen und mögliche Behandlungsansätze zu
eruieren.
Die Oralstreptokokken tragen zur Bildung von Plaque und Karies bei.
Über Verletzungen können sie in den Blutkreislauf eindringen und
eine Blutvergiftung auslösen. Wenn sie sich über die Blutbahn zu
anderen Stellen des Körpers fortbewegen, bilden die Keime in manchen
Fällen Abszesse in Hals, Lunge und Leber und in seltenen Fällen
kommt es sogar zu lebensbedrohlichen Herzklappenentzündungen.
Experten befürchten eine Zunahme der klinischen Bedeutung der
Mikroorganismen. Als Ursache nennt Singh Chhatwal von der
Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF)
http://www.gbf.de
zuckerreiche Ernährung, die das Wachstum von Karies-Bakterien
fördert, und paradoxerweise auch die gute zahnmedizinische
Versorgung. "Eine große Zahl von zahnmedizinischen Eingriffen erhöht
die Wahrscheinlichkeit, dass kleine Wunden in der Mundhöhle
entstehen, durch die Oralstreptokokken ins Blut gelangen können",
führte Chhatwal aus.
Die größte Besorgnis der Experten liegt in der ausgeprägten
Fähigkeit der Streptokokken, Resistenzen zu entwickeln. Teilweise
transferieren die Streptokokken ihre Gene für solche Resistenzen an
andere Bakterien und damit an noch gefährlichere Krankheitserreger.
Für die Wissenschaftler ist daher eine genauere Erforschung der
Oralstreptokokken unbedingt notwendig. Bis jedoch nähere Details zu
den Mechanismen der Krankheitserreger bekannt sind, empfiehlt
Chhatwal, vorsorglich die Zähne zu putzen und gesund zu leben, da
vor allem Personen mit schlechter Mundhygiene und schwachem
Immunsystem gefährdet seien. |

Mit Zement gegen Karies
Wiederherstellung eines kaputten Zahnes möglich
In Argentinien wurde ein Material zur vollen
Regeneration eines kaputten Zahnes entwickelt. Basis ist ein spezieller
Portland Zement ohne Schadstoffe und Schwermetalle. Dies berichtet die
Tageszeitung La Nación
http://www.lanacion.cl . Das neue Zahnmaterial wurde auf dem
Kongress der argentinischen Zahnorthopädie-Gesellschaft präsentiert.
"Vorteil ist die entzündungshemmende, nicht genverändernde Wirkung, die
zusätzlich die natürliche Erneuerung des Zahnmaterials favorisiere",
erklärt der Erfinder, der Zahnmediziner Gabriel Castro. Mit einer
Wiederherstellungskapazität, die größer ist als die bestehender
Materialien, reichen die Behandlungsmöglichkeiten von Kariesbekämpfung
bis zur Rekonstruktion der inneren Zahnstruktur. Eine weitere Neuheit
liege darin, dass die Komponenten auch nach langer Zeit nicht ihren
Nutzen einbüssen, sondern vielmehr eine Art "Winterschlaf" halten und
sich erst dann aktivieren, wenn der Organismus eine der "Zutaten"
benötigt.
Der Regenerationsprozess verläuft in zwei Etappen, wobei das Material
eine Widerstandsfähigkeit von bis zu 70 Megapascal erreicht. In der
ersten Phase verhärtet sich das Material in nur 15 Minuten, " bedingt
durch die Größe seiner Partikel, die nur ein Drittel der bisherigen
Mineralien beträgt", betont Castro. In der zweiten Phase, die 28 Tage
dauert, laufen dann alle chemischen und organischen Prozesse ab.
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Parodontitis durch Antioxidantium-Mangel
Niedriger Glutathion-Spiegel bei Patienten mit schweren
Zahnfleischerkrankungen
Personen, die an einer schweren Zahnfleischerkrankung leiden, haben einen
niedrigeren Spiegel eines bestimmten Antioxidantiums. Dieses Antioxidantium
soll einen natürlichen Schutz darstellen. Forscher der School of Dentistry der
University of Birmingham
http://www.dentistry.bham.ac.uk haben entdeckt, dass es Patienten mit
schweren Zahnfleischerkrankungen am körpereigenen Tripeptid Glutathion,
bestehend aus den Aminosäuren Glycin, Cystein und Glutaminsäure, mangelt.
Andere Studien haben bereits gezeigt, dass eine Parodontitis, ein
entzündlicher Schwund des Parodontiums (Zahnhalteapparat), der Gesundheit
schadet. Die Zahnfleischerkrankung ist nicht nur der Hauptgrund des
Zahnverlusts, sondern steht auch mit Diabetes und Lungenerkrankungen in
Verbindung. Die britischen Forscher haben nun untersucht, warum manche
Menschen eine Parodontitis entwickeln und andere nicht. Sie analysierten die
so genannte Gingivalflüssigkeit, die sich zwischen Zahn und Zahnfleisch
befindet. Bei Patienten mit einer schweren Zahnfleischerkrankung war der
Glutathion-Spiegel in der Gingivalflüssigkeit sehr niedrig, so die Forscher.
Die Messung des Antioxidantiums könnte sich als verlässliches
Vorhersage-Tool für die Schwere der Erkrankung erweisen. Noch steht aber nicht
fest, ob der niedrige Glutathion-Spiegel auf die Ausbreitung der
Zahnfleischentzündung zurückzuführen oder ob er ein Signal dafür ist, dass der
Körper gegen die Erkrankung ankämpft. Die Studienergebnisse wurden in
Molecular Pathology
http://mp.bmjjournals.com publiziert

Plomben machen Zahnärzte krank
Quecksilber-Belastung führt zu Nierenschäden und
Gedächtnisstörungen
Zahnärzte leiden vermehrt unter Nierenschäden und Gedächtnisstörungen,
berichtet BBC-online, heute, Dienstag. Die Gründe dafür liegen in der
ungewöhnlich hohen Belastung mit Quecksilber, das im Amalgam für Zahnfüllungen
verwendet wird. Der Bericht stützt sich auf eine Studie, die von der
Universität Glasgow bei Dentisten durchgeführt wurde.
"Die Belastung mit größeren Dosen von Quecksilber führt zu gesundheitlichen
Störungen. Das kann niemand leugnen", so Studienleiter Ewan Macdonald von der
Universität Glasgow. Der Wissenschaftler fand bei Untersuchungen bei
Zahnärzten heraus, dass es bei dieser Berufsgruppe zu besonders vielen
Nierenerkrankungen und Gedächtnisproblemen kam. Bei der Studie wurden bei 180
Zahnärzten und 180 anderen Akademikern Harn-, Haar- und Nagelproben gezogen.
Dabei fiel auf, dass die Zahnärzte bis zu viermal höhere Mengen an Quecksilber
in ihrem Körper trugen als andere Akademiker. Einer der Zahnärzte hatte sogar
Quecksilbermengen, die weit über den empfohlenen Richtwerten lagen.
Die Menge an Quecksilber entsprach bei den meisten Zahnärzten der
Arbeitszeit in den Praxen sowie der Anzahl von Zahnfüllungen, die sie selbst
hatten. Die Studie, die in der Fachzeitschrift "Occupational and Environmental
Medicine"
http://oem.bmjjournals.com publiziert wurde, gab an, dass Zahnärzte
zehnmal häufiger zu Medikamenten gegen Nierenproblemen greifen mussten.
Außerdem war die Zahl der Fertilitätsstörungen bei Zahnärzten dreimal so hoch
wie bei anderen Akademikern. Das Studienteam rät zu dringenden weiteren
Untersuchungen, die auch andere Beschäftigte in Zahnarztpraxen berücksichtigen
sollen.
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk/hi/english/health/newsid_1957000/1957380.stm

Tester erkennt hypersensible Zähne
Gerät misst elektrischen Widerstand des Zahnbeins
Forscher des Spin-off-Unternehmens D-Sense Ldt der University of Leeds
http://www.leeds.ac.uk haben
ein Gerät entwickelt, mit dem sie hypersensible Zähne schmerzfrei erkennen und
das Ausmaß messen können. Das Gerät basiert auf einer bereits vom
Unternehmensgründer Neil Meredith (Bild links) entwickelten Diagnosetechnik
und misst die Permeabilität von Dentin (Zahnbein) mit einem sterilen Tester,
der gegen die Oberfläche des Zahns gehalten wird.
Der Tester misst den elektrischen Widerstand und erkennt dadurch
hypersensible Regionen und das Ausmaß der Überempfindlichkeit, um eine
geeignete Behandlung wählen zu können. "Um empfindliche Zahnregionen exakt
erkennen zu können, benötigt der Tester nur ein paar Sekunden", so Meredith.
Laut Entwicklern zeigen Zahnärzte in Großbritannien und dem übrigen Europa
sowie Lieferanten für zahntechnische Hilfsmittel bereits Interesse an dem
Gerät. "Die dahinterstehende Technologie ist absolut sicher und erste Versuche
verliefen erfolgreich,", erklärte D-Sense-Geschäftsführer David Belford (Bild
rechts). Er ist zuversichtlich, dass das Gerät kommerziell gewinnbringend sein
wird.
Hypersensible Zähne haben ihren Ursprung darin, dass Dentin freiliegt und die
Dentintubuli eine direkte Verbindung zwischen der Mundhöhle und der Pulpa
(Zahnhohlraum) vermitteln. Externe Reize wie mechanischer Druck,
Temperaturschwankungen sowie chemische Reize werden über diese Tubuli an die
schmerzempfindliche Pulpa weitergeleitet. Unbehandelt kann das Problem den
Zahnnerv schaden. Zahnärzte empfehlen meistens Spezial-Zahnpasten zur
Behandlung von überempfindlichen Zähnen.

Zwei Impfstoffe gegen Karies entwickelt
Amerikanische und britische Tests erfolgreich
Zahnfüllungen könnten bald der Vergangenheit angehören. Amerikanische und
britische Wissenschaftler haben zwei Impfstoffe entwickelt, die laut New
Scientist
http://www.newscientist.com in fünf bis sieben Jahren auf den Markt kommen
sollen. Die Impfstoffe greifen die Bakterie Streptococcus mutans an, die Zähne
durch das Absondern großer Mengen von Milchsäure schädigt, die dann den
Zahnschmelz zerstören. Zusätzlich spielt S. mutans eine entscheidende Rolle
bei der Bildung von Zahnbelag.
Das US-Team um Martin Taubman und Daniel Smith vom Forsyth Institute
http://www.forsyth.org
arbeitet an einem Impfstoff für Kinder zwischen 18 Monaten und drei Jahren.
Dieses Alter ist laut Taubman für eine Immunisierung am besten geeignet.
Werden die Kleinkinder von der Bakterie befreit, bevor sie sich gänzlich im
Mund ausgebreitet hat, könnte die Impfung einen lebenslangen Schutz bieten.
Dieser Impfstoff greift S. mutans nicht direkt an, sondern zielt auf ein Enzym
ab, das für die Entstehung von Zahnbelag verantwortlich ist. Ohne diese
Verankerung können die Bakterien beim Zähneputzen leicht entfernt werden.
Erwachsene, die eine orale Version des Impfstoffes einnahmen, entwickelten
Antikörper gegen die Bakterie. Ratten, denen die Vakzine mittels Nasenspray
verabreicht wurde, sonderten in ihrem Speichel Antikörper ab.
Das britische Team um Julian Ma vom Guys Hospital
http://www.hospital.org.uk
entwickelt einen Impfstoff, der aus gereinigten Antikörpern besteht, die die
Bakterie direkt angreifen. Da diese Vakzine keine Immunreaktion auslöst,
könnte ein Langzeitschutz vorerst nicht gegeben sein und daher eine
wiederholte Verabreichung notwendig werden. Der Vorteil dieses passiven
Ansatzes liegt in der Verhinderung unerwünschter Immunreaktionen. Dieser
Impfstoff wird derzeit in klinischen Studien getestet.

Brasilianischer Propolis schützt vor Löchern in den
Zähnen
Von den Bienen besuchte Pflanzen für Wirkung entscheidend
Forscher des University of Rochester Medical Center
http://www.urmc.rochester.edu und der State University of Campinas
http://www.unicamp.br haben
nachgewiesen, dass eine bestimmte Propolisart über ein großes Potenzial zur
Bekämpfung von Karies verfügt. In Rattenversuchen konnte Propolis aus dem
Süden Brasiliens die Karies-Rate um rund 60 Prozent verringern und die
Aktivität eines für Zahnbelag mitverantwortlichen Schlüsselenzyms fast
gänzlich stoppen. Laut den Zahnmedizinern können diese Ergebnisse problemlos
auf den Menschen umgelegt werden, da die Löcher in den Zähnen der Nager durch
die gleichen Prozesse verursacht werden.
Während der letzten zwei Jahre analysierte der leitende Wissenschaftler
Michel Hyun Koo gemeinsam mit dem Zahnmediziner William Bowen die mehr als 100
Propolis-Bestandteile, um herauszufinden, welche Substanzen für den
Karies-Schutz verantwortlich sind. Zwei Substanzen scheinen über besonders
starke Schutzeigenschaften zu verfügen. Besonders interessiert sind die
Wissenschaftler an der Wirksamkeit einer Substanz gegen die so genannte
Glucosyltransferase (GTF), ein Enzym, das eine entscheidende Rolle bei der
Bildung von Zahnbelag spielt. Die beteiligten Universitäten haben für beide
Substanzen bereits um ein Patent angesucht.
Nicht alle Propolisarten sind gleich. Aufbau und Qualität hängen
entscheidend von der Pflanzenökologie einer Region ab. Koo untersuchte mehr
als 2.500 brasilianische Propolisproben und ermittelte dabei zwölf
verschiedene chemische Zusammensetzungen. "Nur weil in einer Zahnpasta
Propolis enthalten ist, bedeutet das noch lange nicht, dass sie auch wirksam
ist. Ein Großteil des Propolis ist gegen Karies völlig wirkungslos." Details:
Eurekalert
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2001-08/uorm-dao082801.php

Material regeneriert Zähne
Polymer soll bei sekundärer Karies durch kieferorthopädische
Anwendungen einsetzt werden
US-Forscher arbeiten an einem Zahnmaterial, das Füllungen ersetzen soll.
Der Werkstoff enthält amorphes Kalziumphosphat (ACP), das als Hydroxyapatit
natürlich in Knochen und Zähnen vorkommt und sich selbst regeneriert. Das
Polymer wurde am National Instiute of Standards and Technology
http://www.ncnr.nist.gov
in Kooperation mit dem Paffenbarger Research Center der American Dental
Association Health Foundation
http://www.ada.org/ada/charitable/adahf/paffen.html entwickelt. Die
Präsentation erfolgte auf der Jahrestagung der American Chemical Society
http://chas.cehs.siu.edu .
Ein wesentliches Anwendungsgebiet sieht der Polymer-Chemiker Joe Antonucci
bei kieferorthopädischen Anwendungen wie Zahnspangen. "Diese können zur
Demineralisierung jener Stelle am Zahn beitragen, an der die Spange montiert
ist", erklärte Antonucci. Zudem führten Zahnregulierungen dazu, dass
Speisereste nicht zur Gänze entfernt werden könnten. Die Folge seien Plaques
und im weiteren Karies. Das adhäsive Material könne auch bei
Wurzelbehandlungen eingesetzt werden.
Einschränkungen für ACP gibt es laut Antonucci bei der Größe des Hohlraums.
Das Material eignet sich ausschließlich für kleine Löcher. "Kalziumphosphat
besitzt nicht die Stärke und Härte von herkömmlichen Füllungsmaterialien wie
Keramik und Glas", erklärte der Forscher. Es sei auch nicht als permanente
Füllung gedacht. Er hofft, dass ACP in Zukunft auch für empfindliche
Knochenreparaturen im Gesicht und bei Brüchen angewendet wird. Derzeit wird
das Polymer bereits in Zahnpasten und Kaugummis eingesetzt. Klinische Versuche
zur Untersuchung des Materials als zeitweilige Füllung werden bereits im
kommenden Jahr erwartet, wie BBC
http://news.bbc.co berichtet.

Laser ersetzt Bohrer bei Wurzelbehandlung
Gesunder Nerv bleibt erhalten
Richard Hansen vom Center for Advanced Dentistry in Fullerton, Kalifornien,
http://www.advancedental.com hat eine Laserbehandlungs-Methode entwickelt,
die zukünftig schmerzhaftes Bohren bei Wurzelbehandlungen ersetzen könnte.
Dabei werde das erkrankte Nervengewebe zerstört, der gesunde Nerv bleibe aber
erhalten, so der Zahnarzt. Selbst eine Lokalanästhesie könnte dem Patienten,
wenn dieser nicht ohnehin schon an Zahnschmerzen leidet, erspart bleiben. In
den USA werden jährlich rund 20 Mio. Wurzelbehandlungen durchgeführt, so ein
Bericht im New Scientist
http://www.newscientist.com .
Der Erbium-Laser emittiert Licht mit einer Wellenlänge von 2.940
Nanometern, das primär von Wasser absorbiert wird. "Und verfallenes Material
hat einen extrem hohen Wassergehalt", erklärte Hansen. Dies bedeutet, dass die
meiste Energie des Lasers von infiziertem Gewebe absorbiert wird, welches
daraufhin verdampft. Wenn nötig, könne in der Folge eine antibiotische Paste
über ein durch einen stärkeren Laser gefertigtes Loch, in den Zahn gelegt
werden. Der Zahn wird anschließend versiegelt.
Hansen hat bereits 600 Patienten mit der Lasermethode behandelt, die
ansonsten eine Wurzelbehandlung benötigt hätten. Er spricht von einer
100-prozentigen Erfolgsrate und will die Ergebnisse auch zu einem späteren
Zeitpunkt publizieren. Kritiker behaupten allerdings, dass die erforderliche
Ausrüstung äußerst kostenintensiv sei. "Das bekommen natürlich auch Patienten
zu spüren. Außerdem dauert die ohnehin erst zu kurz getestete Methode zu
lange", kritisierte Eddy Levin von der Harley Street Clinic
http://www.dentofacial.co.uk/harley_street_clinic.htm . Ein Sprecher der
British Dental Association weiter: "Die Wissenschaft, die hinter der
Verwendung von Erbium-Lasern für Wurzelbehandlungen steckt, ist sicher
glaubwürdig. Aber aufgrund der hohen Kosten wird der Einsatz in der absehbaren
Zukunft wahrscheinlich nur in Verbindung mit der konventionellen
Behandlungsmethode erfolgen."
Hansen verwendet bereits seit der Zulassung von Lasern zur Zahnbehandlung
von der FDA 1997 die sterile Methode. Er behauptet, dass Vibrationen, die
durch Bohrungen für herkömmliche Füllungen ausgelöst werden, den Nerv
schädigen und im späteren Leben eine Wurzelbehandlung nötig machen.

Metasys Medizintechnik wittert Geschäft bei Zahnärzten
Gesetz verhilft Amalgamabscheider-Produzent zu mehr Umsatz
In immer mehr Ländern verpflichtet der Gesetzgeber Zahnärzte zur
Verwendung von Amalgamabscheidern. Dies verspreche für die Tiroler Metasys
Medizintechnik http://www.metasys.co.at
rosige Zeiten, wie der Tiroler Wirtschaftspressedienst http://www.twp.at
berichtet. Als weltweit führender Produzent dieser Geräte - in Österreich,
Deutschland und der Schweiz beläuft sich der Marktanteil auf 65 Prozent -
profitiert das Rumer Unternehmen von diesem Trend. 250 Mio. Schilling will
Metasys bis Ende des Jahres umsetzen.
Damit würde dem Unternehmen eine Steigerung von 25 Prozent gegenüber dem
Vorjahr gelingen. Der Grund liege aber nicht nur in den verschärften
gesetzlichen Vorschriften in Ländern wie Neuseeland, Kanada oder Portugal.
Der Umsatzanstieg sei auch auf die nun greifenden strategischen Maßnahmen für
den Export nach Nordamerika und in den Pazifikraum der vergangenen Jahre zurückzuführen.
Weiters tragen neue Produkte wie verbesserte Amalgamabscheider und
Wasserentkeimungssysteme zur überdurchschnittlichen Steigerung des Geschäftsvolumens
bei.
Neben Amalgamabscheidern zählen Desinfektionsmittel, Hygienesysteme zum
Reinigen und Desinfizieren der Absaugschläuche sowie Kompressoren für Zahnärzte
zum Produktsortiment. Als Hauptabsatzgebiet nennt Klaus Bindhammer, Assistent
der Geschäftsführung, die EU, wobei Frankreich besonders positiv
hervorsteche. Der Exportanteil betrage 96 Prozent. Niederlassungen der Metasys
Medizintechnik seien weltweit zu finden.
Anfang der 90er-Jahre gründete die Metasys Medizintechnik die Tochter
Dental Ecoservice. Deren Hauptaufgabengebiet liegt im Recycling der weltweit
eingesammelten Amalgamabfälle. Diese werden in ihre einzelnen Bestandteile
zerlegt und wieder verkauft. Insgesamt beschäftigen Metasys Medizintechnik
und die Tochter Dental Ecoservice 110 Mitarbeiter. An eine
Produktionsauslagerung in den Osten zwecks Kosteneinsparungen denke man bei
Metasys nicht. Sehr wohl sei aber Interesse an einer weiteren Produktionsstätte
in Nordamerika gegeben, sofern sich der Markt in diesem Raum weiterhin so gut
entwickle, so Bindhammer. Für dieses Jahr sei die Eroberung des neuseeländischen
Marktes geplant.

Schwarzer Tee hilft gegen Karies und vermindert
Zahnbeläge
US-Studie: Inhaltsstoffe stoppen Wachstum von Bakterien
Mediziner am College of Dentistry
http://dentistry.uic.edu
der University of Illinois haben im Rahmen einer Studie herausgefunden, dass
regelmäßiger Schwarztee-Konsum das Risiko für Zahnkaries senkt. Die
Inhaltsstoffe des schwarzen Tees stoppen das Wachstum säurebildender Bakterien
im Zahnbelag, die für die Entstehung von Karies verantwortlich sind. Wie die
Forscher feststellten, hemmt Schwarztee auch das bakterielle Enzym
Glycosyltransferase, das verzehrten Zucker in eine klebrige Haftsubstanz
umwandelt, mit der Zahnbelag an den Zähnen festklebt. Bei Testpersonen, die
mit Schwarztee fünfmal in dreiminütigem Abstand für 30 Sekunden spülten,
stellten die Karies verursachenden Bakterien ihr Wachstum sowie die
Säureproduktion ein.
Die Hauptautorin der Studie, Christina Wu vom College of Dentistry geht
davon aus, dass der Genuss von Schwarztee bedeutsam für die Verbesserung der
Zahngesundheit der Bevölkerung sein könnte. Sie präsentierte ihre Erkenntnisse
jetzt auf dem 101. Kongress der American Society for Microbiology
http://www.asmusa.org in
Orlando/Florida. Ihre Untersuchungsergebnisse bestätigen eine frühere Studie
schwedischer Wissenschaftler, nach der Mundspülungen mit schwarzem Tee die
Entstehung von Zahnbelägen deutlich vermindert.
"In den vergangenen Jahren konzentrierten sich Publikationen und Tagungen
auf die gesunde Wirkung von Grünem Tee und weniger auf Schwarztee, der im
Westen jedoch viel beliebter ist. Schwarztee hat am weltweiten Teekonsum
jedoch einen Anteil von 80 Prozent", so Christina Wu. Japanische Forscher
hatten Grünem Tee ebenfalls eine positive Wirkung auf die Zahngesundheit
bescheinigt.

Alkoholkonsum schädigt Zähne von Jugendlichen
Auch kohlesäurehältige Getränke führen zu
Zahnsubstanzverlust
Forscher der Universität von Birmingham
http://www.bham.ac.uk haben
einen engen Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum und Zahnsubstanzverlust bei
Jugendlichen festgestellt. Das berichtet BBC-Online
http://www.bbc.co.uk . Bei
Zahnsubstanzverlust handelt es sich um eine chemische Auflösung der Zähne,
wobei zuerst der Zahnschmelz und dann das Zahnbein betroffen sind. Die Effekte
können nicht rückgängig gemacht werden. Der Gefahr könne vorbeugend mit einer
guten Zahnhygiene begegnet werden. Die Untersuchung wurde unter 400
Jugendlichen im Alter von 14 Jahren durchgeführt.
Generell wirke sich ein übermäßiger Konsum von säurehältigen
Nahrungsmitteln und Getränken negativ auf die Zahnsubstanz aus. In diesem
Zusammenhang werden Cola und andere kohlensäurehältige Getränke ebenso erwähnt
wie Apfelsaft und Sportgetränke. Männliche Jugendliche trinken der Studie
zufolge häufiger Cola als ihre weiblichen Alterskollegen.
Säurehältiges Obst stehe dann in Verbindung mit Zahnsubstanzverlust, wenn
es in ungewöhnlich hohen Mengen konsumiert werde. Auch rein vegetarische
Ernährung könnte schädlich sein, da sie tendenziell mehr Säure enthalte.
"Allerdings konsumieren Vegetarier weniger Getränke wie Cola oder Alkohol", so
die Leiterin der Untersuchung, Linda Shaw.
http://news.bbc.co.uk/hi/english/health/newsid_1224000/1224498.stm
