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Organische Leuchtdioden als Lichtquelle der Zukunft
EU-Projekt OLLA für effizientere Beleuchtung

Wissenschaftler von mehr als 20 europäischen Unternehmen und Forschungsinstituten haben sich zum Projekt OLLA http://www.olla-project.org zusammengeschlossen, um die Technologie von organischen Leuchtdioden (Organic Light-Emmitting-Diode OLEDs) weiterzuentwickeln. Die OLEDs sollen die Technik der Beleuchtung revolutionieren und vor allem die Lebensdauer von Beleuchtungskörpern verlängern sowie deren Energieeffizienz erhöhen. Das bis 2008 laufende Projekt umfasst ein Budget von knapp 20 Mio. Euro. Mehr als die Hälfte kommt vom sechsten Rahmenprogramm der Europäischen Kommission.

"Unser Ziel ist eine Lebensdauer von 10.000 Stunden - das ist zehn mal länger als die einer normalen Glühbirne - und eine Lichtausbeute von 50 Lumen pro Watt", so Peter Visser von Philips und Projektleiter von OLLA. Neben Universitäten und Forschungseinrichtungen arbeiten auch Industrieunternehmen wie Osram, Philips und Siemens am Projekt mit.

Die Lichtquelle der kommenden Generation ist flach, leicht und nur etwa einen Millimeter dick. Sie hat eine extrem lange Lebensdauer, verbraucht wenig Energie bei hoher Leuchtkraft, ermöglicht eine diffuse Beleuchtung und kann noch dazu farblich abstimmbares Licht aussenden. Zum Einsatz kommen solche Technologien schon heute in Displays von Handys, Laptops oder Fernsehern. Wissenschaftler des Institutes für Angewandte Photophysik der Technischen Universität Dresden http://www.iapp.de sind der Meinung, dass schon in zehn bis 15 Jahren OLEDs eine Konkurrenz zu Glühbirnen oder Neonröhren sein werden.

Den Anwendungsgebieten der neuartigen Beleuchtungstechnik sind fast keine Grenzen gesetzt. Denkbar sind beispielsweise auch durchsichtige Leuchtdioden, mit deren Hilfe Fenster zu Lichtquellen umfunktioniert werden könnten. Das Wirkprinzip für die leuchtenden organischen Dioden haben sich die Wissenschaftler aus der Natur abgeschaut. Bei Tieren mit Leuchtorganen konnten die Forscher feststellen, dass einige organische Materialien Halbleitereigenschaften haben und sich somit für den Transport elektrischer Ladungen eignen.

Organische Leuchtdioden bestehen aus halbleitenden organischen Schichten, die nur ungefähr 100 Nanometer dick sind und zwischen zwei Elektroden, je einer Anode und Kathode, liegen. Wenn elektrische Spannung an die Elektroden gelegt wird, fließt Strom durch die organischen Schichten und sie senden Licht aus. Durch chemisch unterschiedliche Schichten lassen sich gewünschte Farben erzeugen. Die Dresdner Forscher arbeiten an einer Methode, bei der OLEDs unter Luftabschluss hergestellt werden. Unter Vakuum wird auf ein Glassubstrat eine hauchdünne organische Schicht eingedampft.


 

Tiere entwickeln sich gezielt weiter
Veränderung in den genetischen Schaltern

Wissenschaftler aus Wisconsin haben herausgefunden, dass die enorme Leistung der Evolution durch Veränderungen in den genetischen Schaltern ausgebildet wird, berichtet Science Daily http://www.sciencedaily.com . "Dies ist ein klarer Beweis dafür, wie sich Tiere entwickeln", so Sean B. Carroll, Professor in Madison.

Um dem Geheimnis der Evolution nahe zu kommen, hat das Team des Howard Hughes Medical Research Institute (HHMI) http://www.hhmi.org Junggesellenfruchtfliegen studiert. Männliche Junggesellenfruchtfliegen befinden sich in einem ständigen Wettkampf um die Gunst der Weibchen und die daraus resultierende Fortpflanzung. Sie prahlen mit Farbtupfern auf ihren Flügeln, wie der Pfau es mit seinem bunten Gefieder tut oder der Hirschbock mit seinem imposanten Geweih. Weibliche Junggesellenfruchtfliegen verbinden die getupften Flügel mit Sexappeal. Die Wissenschaftler aus Wisconsin sind dem Ursprung dieser dekorativen Tupfer auf den Grund gegangen.

Wissenschaftler versuchen schon lange herauszufinden, was genau die Ausbildung und Evolution von Formen beeinflusst. Es war bisher nie klar, ob es die Gene selbst sind oder ob es eine Anordnung innerhalb der DNA ist, die kontrolliert, wo Gene für die Bildung des Tierkörpers eingesetzt werden. Die Wissenschaftler aus Wisconsin haben nun herausgefunden, dass die enorme Leistung der Evolution durch Veränderungen in den genetischen Schaltern ausgebildet wird. Diese lenken, wie Gene arbeiten. Tiere entwickeln sich also gezielt weiter.

Da es sich so bei Fliegen verhält, ist es fast sicher, dass es diesen Mechanismus auch bei allen anderen Tieren und bei den Menschen gibt. Damit ließe sich von der Schnauze des Erdferkels bis hin zu den Streifen des Zebras alles ermitteln. Laut Carroll ist diese Entdeckung sehr wichtig. Sie liefert überzeugende Beweise, dass die Evolution durch zufällige Mutationen vor sich geht, die besondere Merkmale hervorbringt - ein Tupfer hier, ein Streifen da. Diese Merkmale verleihen den Männchen Attraktivität. Die Flügeldekoration der Junggesellenfruchtfliegen war anfangs ein Unfall, heute ist das Flügelmuster weit von der Zufälligkeit entfernt. Carroll: " Das Muster auf einem Flügel ist kein chaotisches Graffiti. Die Tupfer treten an gezielten Stellen auf."

 


 

Wissenschaft lernt aus alpinen Katastrophen
Uni Innsbruck: Führend bei Erforschung von Naturgefahren

Als Reaktion auf das Lawinenunglück von Galtür wurde 2002 das Zentrum für Naturgefahren Management alpS in Innsbruck gegründet. Die Leopold-Franzens-Universität Innsbruck http://www2.uibk.ac.at stellt als wichtigster Forschungspartner ihr Know-how zur Verfügung und ist derzeit weltweit führend in der Erforschung von alpinen Naturgefahren. Damit sollen in Zukunft Katastrophen in den Bergen verhindert und abgewendet werden.

Über 120 Wissenschaftler von verschiedenen Fakultäten der Innsbrucker Universität sind in über 20 Projekten von alpS damit beschäftigt, mögliche Gefahrenquellen in den Alpen zu erkennen. Neue Strategien und Technologien wie etwa ein Lawinenradar sollen helfen, die Schneedecke zu analysieren und eine mögliche Lawinengefahr besser einschätzen zu können. Auch die Suche nach Lawinenopfern soll mit dieser Technologie schneller und damit erfolgreicher werden. Zentrale Forschungsbereiche sind die Schaffung von Datenbanken und Modellierung, technische Schutzmaßnahmen und sozio-ökonomischen Risikoanalysen.

Für die Universität Innsbruck und die alpine Forschung sind die Alpen ein Großlabor für die Untersuchung globaler Veränderungen und deren Auswirkungen auf die Umwelt, berichtet die Universität Innsbruck. Die Wissenschaftler wollen die Ursachen für Naturkatastrophen erkennen, und dann Schutzmaßnahmen entwickeln, damit in Zukunft Naturkatastrophen im Alpenraum schon im Vorfeld verhindert werden können.


 

Forscher dekodieren Bakterien-Genom
Gluconobacter oxydans spielt bei Zuckerumwandlung wichtige Rolle

Wissenschaftler der Georg-August-Universität Göttingen ist ein wichtiger Schritt für die Biotechnologie gelungen: Sie haben das Genom des Bakteriums Gluconobacter oxydans dekodiert. Dieses Bakterium ist auf die Oxidation von Glucose spezialisiert und setzt Zucker massenhaft in nützliche Produkte wie Zuckersäuren oder Vorstufen von Vitaminen um, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature Biotechnology http://www.nature.com .

Von den 2,9 Mio. Bausteinen des Bakteriums konnte das Forscherteam unter der Leitung von Uwe Deppenmeier und Gerhard Gottschalk rund 2.700 Gene identifizieren. Aus dem Gensortiment von Gluconobacter oxydans können die Wissenschaftler nun die Gene herauskopieren, die für die Produktion von Enzymen verantwortlich sind und diese nach Belieben für Stoffumwandlungen einsetzen, berichtet die Universität Göttingen http://www.g2l.bio.uni-goettingen.de . Das Bakterium hält allein 80 Gene für die so genannten Dehydrogenasen bereit.

"Gerade diese Enzyme sind es, die Zucker äußerst variantenreich zu interessanten Produkten umsetzen. Daran forschen bereits Arbeitsgruppen am Forschungszentrum Jülich, an der Technischen Universität Berlin und der Universität Göttingen", meint Gottschalk. Gottschalk ist auch Leiter des vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Netzwerk Genomforschung an Bakterien (GenoMik) http://www.genomik.uni-goettingen.de . Darüber hinaus leitet der Wissenschaftler auch das Göttinger Labor. Die Forscher sind sich auch einig darüber, dass das Genom von Gluconobacter oxydans auch für die Grundlagenforschung von großer Bedeutung ist. Das Genom erlaubt nämlich Einblicke in die Besonderheiten des Energiestoffwechsels und die Ökologie dieser Bakterien, die ihren bevorzugten Lebensraum auf Früchten und Blüten haben.


 

Unbekannte Mikroben im Mittelmeer entdeckt
Hoffnung auf neue Wirkstoffe in der Humanmedizin

Ein Forscherteam der University of Essex hat neue Mikroben im Mittelmeer gefunden, die unter extremen Bedingungen leben. Im Zuge des dreijährigen Biodeep-Projekts sind die Wissenschaftler in der Tiefsee auf bisher unbekannte Lebensformen gestoßen, die zeigen, dass es möglicherweise auch auf "lebensfeindlichen Planeten" Leben geben könnte. Die Mikroben sind aber auch für die Forschung von größtem Interesse: Sie bieten Ansatzpunkte für Untersuchungen in der Medizin, in der Landwirtschaft und der Biotechnologie, berichtet die Universität Essex http://www.essex.ac.uk .

Die Bedingungen, unter denen die Mikroben der Gattung Archaea in den Salzwasser-Seen in 4.000 Metern Tiefe leben, haben die Forscher jedenfalls in Staunen gebracht: die Salzkonzentration ist zehn Mal höher als im Meer, Sauerstoff war gar nicht vorhanden und die Drücke sind 400 Mal höher als auf der Erde. Die Salzwasser-Bassins, die sich vor der Ostküste Siziliens befinden, standen schon länger im Interesse der Forscher, da sie vom normalen Meerwasser isoliert sind und daher eigenes Leben entwickeln konnten. Das "Discovery Bassin", einer dieser Salzseen, enthält große Mengen von Magnesiumchlorid.

Am Biodeep-Projekt nehmen Forscher von zahlreichen Universitäten Europas teil. Darunter sind Wissenschaftler aus den Niederlanden, Italien, Frankreich, Griechenland, Deutschland und Großbritannien. Ken Timmis von der University of Essex sieht in den Mikroben jedenfalls höchst komplexe Lebensformen, die für die Entwicklung von zahlreichen neuen Produkten höchste Priorität besitzen. "Mögliche Anwendungen reichen von der Entwicklung neuer Antibiotika oder anderer Medikamente bis hin zu Enzymen in der chemischen Industrie", so Timmis.
 


 

Sumatra-Beben beschleunigt Erdrotation
Energie des Bebens entspricht 23.000 Hiroshima-Atombomben

Das Erdbeben von Sumatra, das zu dem verheerenden Tsunami - Flutwellen geführt hat, war nach Angaben von US-Forschern so stark, dass es die Erdrotation beschleunigt hat. Geophysiker des NASA-Jet Propulsion Center in Pasadena haben berechnet, dass die Erde sich danach um etwa drei Mikrosekunden schneller drehte, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com .

Der schnelle Wechsel ist daher zustande gekommen, weil sich die Massen der tektonischen Platten verschoben haben. Auswirkungen auf den Planeten habe dies allerdings nicht, meinen die Forscher. Da die kürzere Umlaufzeit nur ein paar Millionstel einer Sekunde betrage, wären Korrekturen nicht notwendig, berichtet Tom O'Brian vom US-National Institute of Standards and Technology. Wie gewaltig das Erdbeben tatsächlich war, berichtet die US-Geological Society USGS http://www.usgs.gov : Die Energie des Bebens kommt 475.000 Kilotonnen TNT gleich. Das entspricht einer Gewalt von 23.000 Atombomben wie sie in Hiroshima Ende des 2. Weltkrieges gezündet wurden. Das stärkste Beben, das je auf der Erde gemessen wurde, war es nicht, denn 1960 gab es in Chile nahe der Stadt Conception ein noch gewaltigeres, das zwischen 15 und 30 Minuten nach dem Beben zu Wellen von mehr als 50 Metern Höhe führte. Etwa 15 Stunden nach den Erschütterungen wurde die hawaiianische Stadt Hilo, rund 6.800 Kilometer vom Epizentrum entfernt, von gewaltigen zehn-Meter-Brechern getroffen und verwüstet.

Das zweitschwerste je gemessene Erdbeben wurde 1964 in Alaska registriert. Damals wurde ein Gebiet von 80.000 Quadratkilometern zerstört. Eine Tsunami-Welle erreichte an der Shoup-Bay am Valdez Inlet eine Maximalhöhe von 67 Metern. Dem Umstand, dass damals relativ wenig Menschen starben, ist lediglich der Tatsache zu verdanken, dass die betroffenen Gebiete, die Küste Alaskas, West-Kanadas, Oregons und Washingtons relativ schwach besiedelt waren. Die USGS berichtet jedenfalls davon, dass Tsunami-Flutwellen in jedem Ozean auftreten können. Besonders gefährdet ist der Pazifik mit dem so genannten "Ring Of Fire", einem Ring aus aktiven Vulkanen rund um die Außengrenzen des großen Ozeans. Dass eine Warnung vor den großen Wellen nur selten früh genug kommt, zeigen auch zahlreiche Beispiele wie etwa jener Tsunami, der am 17. Juli 1998 mehr als 2.000 Menschen in Papua Neuguinea in den Tod riss. Innerhalb weniger Minuten nach dem Beben zerstörten drei aufeinander folgende Wellen drei Dörfer komplett. Besonders tragisch war der Umstand, dass das Seebeben, das zu den tödlichen Wellen führte, die sich mehr als 15 Meter aufbäumten, relativ leicht war. Bewohner in anderen Dörfern, die nur 15 Kilometer von den betroffenen Ortschaften entfernt lebten, spürten kaum ein Beben.

Wissenschaftler wie der Autor des Buches "Tsunami!", Walter Dudley, räumt auch mit der Vorstellung auf, dass Tsunamis einfache gigantische Wellen sein. Vielmehr handle es sich um zehn oder mehr aufeinander folgende Wellen, die das Wasser nach vor und zurück transportieren, schreibt Anne Rosenthal von der California Academy of Sciences. Daher wiesen die Toten in Papua Neuguinea Brandverletzungen auf. Ihre Körper wurden über den rauen Korallensand geschliffen.

Die zerstörerischen Wellen werden aber nicht nur durch unterseeische Beben ausgelöst. So sorgte der Ausbruch des Vulkans Krakatau in Indonesien am 27. August 1883 für Wogen, die 165 Dörfer einfach unter sich begruben und keine Spuren mehr hinterließen. Gerade diese Tatsache macht es so schwierig ein zuverlässiges Warnsystem zu etablieren.


 

Wissenschaftler entwickeln Quantenspeicher
Forscherteam realisiert Rekorder für Lichtquanten

Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Quantenoptik in Garching http://www.mpq.mpg.de und des Niels-Bohr-Instituts http://www.nbi.ku.dk in Kopenhagen ist es gelungen, Quantenzustände von Lichtpulsen auf Cäsium-Atome zu übertragen und wieder auszulesen (Foto: Experimenteller Aufbau eines Quantenspeichers). Quanteninformationen flexibel handhaben zu können gilt als eine Voraussetzung für Quantenkommunikation und Quantenrechner-Technologie. Laut Forscherteam könnte das Gelingen des Experiments die Welt der Information revolutionieren.

Für das Experiment wurde ein Laserimpuls durch Cäsium-Atome geschickt, die in einer transparenten Zelle bei Raumtemperatur eingeschlossen waren. Die Wechselwirkung zwischen den Atomen und dem Licht führte zu einem "verschränkten Zustand", der die beiden Systeme miteinander verband. Nach dem Verlassen der Atome wurde der Lichtimpuls gemessen. Hierbei beeinflussten die Verschränkungen des Lichts und der Atome sowie der Messvorgang am Licht den Quantenzustand der Atome derart, dass sie die Eigenschaften des eingestrahlten Lichtes übernahmen. Der Polarisationszustand des Photons wurde dadurch auf das Atom übertragen. Laut Forscherteam ist diese Fernwirkung zwischen zwei Systemen, bei dem der Messvorgang an einem System den Zustand des anderen Systems beeinflusst, eine der erstaunlichsten Erscheinungsformen der Quantenmechanik und Grundlage für zukünftige Anwendungen, wie die Quantenkryptographie oder die Teleportation.

Das Gelingen des Experiments soll nun den Weg für neue Versuche ebnen, bei denen die im Licht vorhandene Informationen zuerst auf Atome und dann wieder auf das Licht zurück übertragen werden. Auf diese Weise könnten Lichtzustände nicht nur in einem Atomverband gespeichert, sondern auch wieder abgefragt werden. Laut Forscherteam gelten diese Umstände als Voraussetzung für den Bau eines "Quanten-Repeaters". Diese Übertragungseinrichtung wird künftig die Quantenkommunikation auch über mehr als 100 Kilometer ermöglichen, Entfernungen, die bisher noch nicht im Bereich des Möglichen lagen.

 


 

Vorteile eines Magnetfelds für Bakterie erstmals nachgewiesen
Magnetfeld beeinflusst chemische Reaktionen in Zellen

Wissenschafter der University of Oxford http://www.ox.ac.uk haben erstmals nachgewiesen, dass ein schwaches magnetisches Feld die Produktion eines Moleküls beeinflussen kann, das in einer photosynthetischen Bakterie vorkommt. Damit wurde erstmals ein derartiger magnetischer Effekt sichtbar gemacht, erklärte der leitende Wissenschafter Peter Hore. Bisher war bekannt, dass magnetische Felder bestimmte chemische Reaktionen beeinflussen können. Ungeklärt war, ob derartige Effekte auch in lebenden biologischen Systemen zum Tragen kommen. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Chemical Communications http://www.rsc.org/is/journals/current/chemcomm/cccpub.htm online veröffentlicht.

Die Wissenschafter arbeiteten mit R-26, einem mutierten Stamm der Bakterie Rhodobacter sphaeroides. Diesem Stamm fehlte eine schützende Chemikalie, ein Carotinoid, das normalerweise schädliche Radikale aufsaugt. Um eine Maximierung der Wirkung des magnetischen Feldes zu erreichen, wurde die Bakterie entsprechend verändert. Die Bakterie enthält ein Paar Chlorophyll-Moleküle, die ermöglichen, aus Licht Energie zu gewinnen. Dieser Prozess beruht auf einer Reihe von chemischen Reaktionen, die auch Sauerstoff aus der Luft in eine höchst reaktive Form, den so genannten Singulett-Sauerstoff, verwandeln können. Diese Form von Sauerstoff ihrerseits kann die DNA oder Proteine einer Zelle schädigen. Ein magnetisches Feld veränderte die Abfolge dieser Reaktionen durch die Stabilisierung eines radikalen Moleküls leicht. Dieses radikale Molekül entsteht aus Chlorophyll, das sonst Singulett-Sauerstoff bilden würde.

Das Team entfernte die photosynthetischen Moleküle von R-26 um sie zu untersuchen. Es fand in der Folge heraus, dass ein magnetisches Feld in der Größenordnung von 20 Millitesla ausreicht, um die Produktion von Singulett-Sauerstoff um bis zu 50 Prozent zu verringern. Zusätzlich zeigte sich, dass durch dieses magnetische Feld die photosynthetischen Moleküle gegen eine Schädigung durch den Singulett-Sauerstoff geschützt waren. Dieses magnetische Feld war rund 50 Mal schwächer als jenes, das von Elektromagneten auf Schrottplätzen erzeugt wird. Diese Ergebnisse legen laut Nature http://www.nature.com nahe, dass die Bakterie R-26 in einem magnetischen Feld besser wachsen sollte. Derzeit erforschen die Wissenschafter diesen Effekt bei Laborkulturen.
 


 

Lage der Säugetiere so düster wie im Pleistozän
Mensch und Klimawandel bedrohen das Ökosystem

Ein Paläobiologe von der Universität von Kalifornien http://www.berkeley.edu/ warnt davor, dass die Zukunft der Säugetiere ähnlich düster aussieht wie vor 50.000 Jahren. Damals resultierte eine Kombination aus Klimawandel und menschlichem Verhalten in der Ausrottung von zwei Dritteln aller großen Säugetiere auf dem Planeten. Anthony D.. Barnosky und seine Kollegen kamen zu diesem Schluss, als sie das Aussterben der großen Säugetiere, der so genannten Megafauna, das sich im späten Pleistozän ereignete, eingehend untersuchten. Damals starben Mammuts, Säbelzahntiger, Faultiere und die in Amerika eingeborenen Pferde und Kamele aus.

Den Erkenntnissen der Forscher zufolge trägt der Mensch nicht allein die Schuld, sondern auch der Klimawandel spielt eine große Rolle. Laut Barnosky spielt sich dasselbe heute wieder ab. Weil der Klimawandel aber heute schneller vor sich geht als im späten Pleistozän, könnten die Auswirkungen auf Säugetiere dramatisch sein. Viele Populationen größerer Tiere sind ohnehin schon stark dezimiert und die wachsende Zahl an Menschen nimmt zunehmend die Lebensräume der großen Tiere ein. "Menschliche Aktivitäten in Kombination mit dem Klimawandel werden in einer unvermeidbaren Ausrottung vieler Spezies und unvorhersehbaren Veränderungen im Ökosystem resultieren", so Barnosky.

Seine Studie basiert auf einer Analyse archäologischer, klimatischer, ökologischer und Simulations-Studien. Demzufolge bedrohten nicht nur das übermäßige Jagen die Tiere, sondern auch die vom Menschen gelegten Feuer. Ein Teil der Megafauna starb unabhängig von den Eingriffen des Menschen aus, weil er sich nicht an die Eiszeit anpassen konnte. "Der Mensch nimmt Einfluss auf größere Tiere, die kleineren sind dabei nur ein Kollateralschaden", erklärt Barnosky. Beim Klimawandel verhalte es sich genau umgekehrt: dieser betreffe die kleineren Spezies zuerst und dann, durch sie, die größeren. Weil der Mensch heute die größeren Tiere ausrottet und sich der Klimawandel auf die kleineren auswirkt, stehen laut dem Forscher dramatische Veränderungen im Ökosystem bevor. Wegen des Vordringens des Menschen gibt es keine Zufluchtsorte mehr für Tiere, die sich wegen des Klimawandels einen neuen Lebensraum suchen wollen.


 
Wissenschaftler bauen ein Universum
Durch kausale Quantengravitation entsteht eine vierdimensionale Welt

Renate Loll von der Universität Utrecht in den Niederlanden und ihre Mitarbeiter haben einen Weg gefunden ein vierdimensionales Universum herzustellen http://link.aps.org/abstract/PRL/v93/e131301 . Geschafft haben sie dies, indem sie die Quantentheorie und die Relativitätstheorie vereinten, wie das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com berichtet. Wissenschaftler sind sich einig, dass unser Universum vierdimensional ist, bestehend aus drei räumlichen und einer zeitlichen Dimension. Schon seit langem versuchen Forscher ein solches Universum zu rekonstruieren.

Seit fast 80 Jahren bemühen sich Wissenschaftler darum, die herrschende Gravitationstheorie mit der Quantentheorie in Einklang zu bringen. Man hat lange versucht herauszufinden, wie die unscharfe Natur der Raumzeit in den winzigen Einheiten, mit der die Quantentheorie arbeitet, zu einem solch großen, vierdimensionalen Universum wie dem unseren führen kann, wie Einstein es in seiner Theorie der Relativität beschreibt. Forscher, die sich mit diesem Problem auseinander gesetzt haben, nehmen an, dass jede Einheit eine Art vierdimensionales Dreieck mit drei Raumdimensionen und einer Zeitdimension ist. Die feine Struktur der Raumzeit könne gebaut werden, indem man diese Dreiecke aneinander klebt.

Die Wissenschaftler um Loll haben es geschafft, die Teile so zusammen zu fügen, dass sie unweigerlich ein vierdimensionales Universum ergeben. Dabei musste jeder einzelne Teil zwei Kriterien erfüllen. Zum Einen musste die Theorie der Relativität für jeden Teil gelten, so dass nichts schneller als das Licht durch sie hindurch gelangen konnte. Zum Zweiten musste der Aufbau das Prinzip der Kausalität wahren. Das bedeutet, dass ein Stück der Raumzeit nicht so konstruiert sein kann, dass ein Ereignis, irgendeine Änderung im Universum, vor seiner Ursache entstehen kann. Universen, die auf diese Weise erzeugt wurden, breiteten sich mit der Zeit aus, ganz wie es das richtige Universum seit dem Urknall macht. "Das war ganz unerwartet. Wir waren sehr überrascht", sagte Loll.
 


Bauer Verlag bringt Wissensmagazin heraus
Erste Ausgabe von "Horizonte" am 26. Februar

Die Bauer Verlagsgruppe http://www.hbv.de hat den Launch des Wissensmagazins "Horizonte" für den 26. Februar 2004 angekündigt. Wie das Unternehmen heute, Montag, mitteilte, soll das 172-Seiten-Heft dann für 3,90 Euro im Handel erhältlich sein. Der Inhalt des Magazins ist geprägt von Reportagen aus den Bereichen Wissenschaft, Reise, Kultur und Geschichte sowie großformatigen Fotos.

Die Titelstory der ersten Ausgabe behandelt Laos. Bekannte Autoren wie Henning Mankell, Reinhold Messner, Guido Knopp und Giesela Graichen tragen Reportagen bei. Jede Reportage wird durch ein kompaktes Wissensdossier mit Informationen zum Thema abgeschlossen. Als besondere Zugabe zur ersten Ausgabe gibt es ein Hörbuch mit drei großen Reportagen aus dem Heft.

"Horizonte" erscheint nach Verlagsangaben in hochwertiger Heftausstattung auf Hochglanzpapier im Panorama-Format (23 mal 29 cm). "Horizonte richtet sich an alle entdeckungsfreudigen Menschen, die Spaß daran haben, ihren Horizont zu erweitern und gerne aufwändige Fotostrecken zu genießen", sagte Chefredakteur Uwe Bokelmann. Jede Geschichte werde von einem Wissenschaftler des jeweiligen Fachgebiets geprüft, so Bokelmann weiter.


 

Salzwasser-See unter südpolarem Eis entdeckt
Aufschlüsse über Entstehung des Lebens auf der Erde

Amerikanische Forscher haben einen fünf Kilometer langen Salzsee unter der 19 Meter dicken Eisschicht des Südpols entdeckt. In dem abgeschlossenen See namens Vida haben die Wissenschaftler Spuren von fast 3.000 Jahre alten Mikroben gefunden. Von der Erforschung des Lebens hoffen sich die Forscher eventuelle Hinweise auf ein Leben auf dem Mars, berichtet das Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) http://www.pnas.org .

Das Wasser des Vida-Sees, in der Eiswüstenregion des McMurdo Dry Valleys gelegen, ist etwa sieben Mal salziger als Meerwasser und war für tausende Jahre vom Rest der Welt isoliert. Daher sind die Wissenschaftler an der Erforschung dieses, ihrer Meinung nach, einzigartigen Ökosystems interessiert. Die Forscher waren davon ausgegangen, dass die zahlreichen antarktischen Seen das ganze Jahr über eingefroren sind. Der Vida-See habe diese Annahme widerlegt. Bei ersten Biokarbon-Messungen der Sediment-Proben konnten Mikroben gefunden werden, die 2.800 Jahre alt sind. Durch den hohen Salzgehalt friert das Wasser auch bei den dort üblichen Temperaturen von minus 10 Grad Celsius nicht. Die Wissenschaftler haben erklärt, dass sie aus Angst vor einer Kontaminierung des Wassers nicht direkt in den Vida-See gebohrt hätten.

Unter den widrigen Lebenumständen ohne Licht, mit extremen Salzgehalten und eisigen Temperaturen konnten dennoch Lebewesen überleben. Diese Tatsache ist für die Forscher von besonderer Bedeutung, denn daraus lassen sich Schlüsse auf eventuelle Lebensformen auf anderen Planeten wie etwa dem Mars ziehen. "Die Eisschicht über diesen Salzseen zeigte sich sogar als Oase für Lebewesen", so John Priscu von der Montana State University, einer der Forscher, der an dem Projekt mitarbeitete. "Die eisigen Temperaturen haben auch dafür gesorgt, dass sich die DNA der verschiedenen Lebewesen extrem gut erhält", erklärt der Forscher. Damit werde der See zu einem perfekten "Eismuseum" für das Studium der bisher unbekannten Mikroben.

"Der Planet Mars blickt wahrscheinlich auf eine wasserreiche Vergangenheit zurück und wenn sich dort je Leben gebildet hat, dann würde es ein ähnliches Ökosystem sein wie am Vida-See, bevor das gesamte Wasser fest gefroren ist", so Peter Doran von der Universität von Illinois in Chicago, der auch an dem Projekt mitarbeitete. Die Wissenschaftler wollen jetzt auch den größten der 70 antarktischen Seen, den Lake Vostok, der mehr als 4.000 Meter unter dem ewigen Eis liegt, genauer erforschen.

Bei dem Forschungsprojekt am Vida-See waren neben der Universität von Illinois in Chicago auch noch Desert Research Institute in Reno/Nevada, das Ames Research Center der Nasa in Moffett Field/Kalifornien und die Montana State University beteiligt.


 

Innovatives Informationsportal für Wissensmanagement online

Die PWM – Plattform Wissensmanagement ( http://www.pwm.at ) – präsentiert sich ab sofort als ultimative Anlaufstelle für alle am Thema Wissensmanagement Interessierten. Neben dem etablierten Community-Leben bietet die PWM ein einzigartiges Informationsportal für alle Fragestellungen rund um Wissensmanagement. Das Portal erleichtert den raschen und übersichtlichen Zugang zum komplexen Thema.
 

Mehr als 320 Interessierte haben sich in Österreichs größter Wissensmanagement-Community seit Oktober 2001 registriert. Die demokratischen Strukturen der PWM erlauben ein direktes Feedback der Mitglieder an den Plattform-Betreiber, das WissenschaftsZentrum Wien ( http://www.wzw.at ). Dessen Kenntnis der Community-Bedürfnisse gewährleistet die praxisorientierte Weiterentwicklung von Inhalten, Tools und Serviceangeboten.
 

Auf diese Weise ist das neue Informationsportal der PWM entstanden. Es bietet nun auch der Öffentlichkeit einen raschen Informationszugang zum Thema Wissensmanagement. Das Angebot reicht von:
 

  • einer Suchmaschine, die ausgewählte und themenrelevante Links absucht und
     
  • einer aktuellen Terminübersicht zu Seminaren, Workshops, Lehrgängen, Konferenzen und Messen mit Schwerpunkt Österreich, über
     
  • eine kommentierte internationale Linksammlung, bis hin zu
     
  • einer umfassenden Fachbuchübersicht sowie Rezensionen zu den führenden Denkern im Bereich Wissensmanagement.
     

    Praktisch angewandtes Wissensmanagement ist auch die Gemeinsamkeit des WissenschaftsZentrum Wien und ihrem Softwarepartner, der Wiener Firma punkt. netServices ( http://www.punkt.at ). Hinter dem Portal verbirgt sich das Content Management System auf XML-Basis, conX ( http://www.conx.at ). Wissensorientierte Unternehmen können mit conX kostengünstig einen professionellen Einstieg in den Content-Markt realisieren.
     

     


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    Fernsteuerung für Bakterien
    Radiowellen schalten Enzyme ein und aus
     

    Forscher des Massachusetts Institutes of Technology in Cambridge (MIT) http://www.mit.edu haben einen Weg gefunden, Zellvorgänge in Bakterien mit Radiowellen ein- und abzuschalten. Ziel ist die Entwicklung von so genannten "mikrobiellen Maschinen", erklärte Joseph Jacobson, der die Methode der "Fernsteuerung" für Bakterien auf dem Treffen der Materials Research Society http://www.mrs.org/meetings/fall2002/program in Boston.
     

    Laut Jacobsen können Zellen mit verschiedenen Fähigkeiten ausgestattet werden, wie z.B. mit der Fähigkeit, periodisch zu leuchten. Enzyme, die auf Knopfdruck reagieren, könnten dann wie beim Herunterladen eines bestimmten Programms in die Zellen diese speziellen Eigenschaften "einschalten". Obwohl einzelne Aspekte bereits Form annehmen, ist dieses Ziel noch in weiter Ferne, berichtet das Fachblatt Nature http://www.nature.com .
     

    Das Team um Jacobsen nutzt ein elektromagnetisches Feld um bestimmte Enzyme ein- und abzuschalten. Diese Enzyme schneiden die so genannte Messenger-RNA, die bei der Transkribition also beim Ablesen der genetischen Information (DNA) entsteht. Im ersten Schritt hängen die Wissenschaftler einen winzigen Goldpartikel an das Enzym. Diese Nano-Goldpartikel wirken als Antenne und nutzen die Energie des eingeschalteten Magnetfeldes, um das Enzym funktionslos zu machen. Ist das Feld abgeschaltet, nimmt das Enzym seine Funktion wieder auf.
     

    Erste Erfolge verbuchten die MIT-Forscher bereits Anfang dieses Jahres. Sie manipulierten auf ähnlichem Weg Moleküle der Erbsubstanz. Die Wissenschaftler steckten eine Goldantenne an DNA-Stränge (Bild), die spontan eine Haarnadel-Struktur, wo zwei Enden miteinander verbunden sind, bildeten. Durch Radiowellen gelang es, die "Haarnadel" zu öffnen. Die Tatsache, dass dies nun auch bei Proteinen möglich ist, erhöht das Anwendungspotenzial, da Enzyme in beinahe allen chemischen Prozessen der Zelle beteiligt sind.
     


     

    Ältestes Lebewesen der Welt entdeckt
    Australische Würmer sollen älter als 1,2 Mrd. Jahre sein
     

    Fossilien, die in Australien gefunden wurden, sollen die ältesten mehrzelligen Lebewesen der Welt sein, behaupten Forscher der University of Western Australia im renommierten Wissenschaftsmagazin Science http://www.sciencemag.org . Die im Sandstein eingeschlossenen Würmer sollen vor 1,2 Mrd. Jahren dort gelebt haben. Bisher haben Wissenschaftler angenommen, dass die ersten Mehrzeller erst vor rund 600 Mio. Jahren den Planeten bevölkert haben.
     

    Die Felsen der Stirling Range Formation in Südwest-Australien waren nach Ansicht der Forscher um Birger Rasmussen Heimat der Würmer, die nun gefunden wurden. "Die kleinen Einbuchtungen im Sandstein sind der Abdruck von schleimimprignierte Sedimente, die von kriechenden Organismen hinterlassen wurde", so Rasmussen. Die Abdrücke der Würmer bieten einen Einblick in die uranfängliche Welt. Die Forscher waren bisher davon ausgegangen, dass die Welt damals nur von Algen und Mikroben bevölkert wurde. Vor rund 600 Mio. Jahren soll nach gängigen Theorien plötzlich reiches Leben entstanden sein. Diese "Cambrische Explosion" ist durch zahlreiche fossile Funde belegt worden.
     

    Die Zeit davor ist bisher unerforscht geblieben. Der australische Fund könnte Licht in diesen Abschnitt der Erdgeschichte bringen. Wenn das Alter der fossilen Würmer geklärt ist, müssen die Forscher aber herausfinden, warum sich über einen Zeitraum von mehreren Mio. Jahren so wenig im Hinblick auf die Entwicklung von höheren Lebewesen getan hat.
     


     

    Dinosaurier Erbrochenes gibt Auschluss über Nahrung
    Sensationelle Funde in englischem Steinbruch gefunden
     

    Britische Forscher haben in einer Fossiliengrube das Erbrochene eines Dinosauriers entdeckt. Die Wissenschaftler der Universität von Greenwich http://www.gre.ac.uk vermuten, dass die Überreste der Nahrung rund 160 Mio. Jahre alt sind.
     

    "Es ist das erste Mal, dass die Nahrung des Fischreptils Ichtyosaurus genau untersucht werden kann", so Peter Doyle, Geologe der Universität von Greenwich. Im Erbrochenen des Sauriers konnten Teile von prähistorischen Tintenfischen, so genannte Belemniten, gefunden werden. "Die Funde lassen vermuten, dass der Saurier die unverdaubaren Teile seiner Nahrung herausgewürgt hat. Es ist eher unwahrscheinlich, dass die Nahrung bereits den Darm passiert hatten, da diese die empfindlichen inneren Organe des Reptils verletzt hätte", so der Forscher. Das Phänomen des Auswürgens sei ähnlich wie bei den heute noch lebenden Pottwalen, die unverdaubare Teile von gefressenen Tintenfischen ausspucken.
     

    "Die Belemniten von Peterborough wiesen eindeutige Spuren von Säureverätzungen auf. Das legt nahe, dass die Tiere von Fressfeinden verschlungen wurden", so Doyle. "Die Tatsache, dass die meisten der Belemniten juvenile Tiere waren, deutet darauf hin, dass sie nicht sehr alt gefressen wurden", meint der Wissenschaftler.
     

    Weitere Informationen: http://news.bbc.co.uk/hi/english/uk/england/newsid_1814000/1814559.stm
     


     

    Plastikmagnet ist durch Licht beeinflussbar
    Kostengünstige Anwendungsmöglichkeit in Computerspeichern
     

    Wissenschaftler der Ohio State University http://www.osu.edu und der University of Utah http://www.utah.edu haben nach eigenen Angaben den ersten durch Licht beeinflussbaren Plastikmagneten entwickelt. Bei der Bestrahlung mit blauem Licht steigern sich seine magnetischen Eigenschaften um das Eineinhalbfache. Das Material könnte für den Bau kostengünstiger, flexibler Computerspeicher eingesetzt werden. Die Ergebnisse wurden in den "Physical Review Letters" (Volume 88, Issue 5, 4. Feb. 2002) http://prl.aps.org veröffentlicht.
     

    Der Plastikmagnet besteht aus Tetracyanoethylen (TCNE) kombiniert mit Mangan-Ionen. Das Material wurde sechs Stunden lang mit blauem Licht "aufgeladen". Der Magnetismus, der sich um das Eineinhalbfache erhöhte, blieb auch im Dunkeln erhalten. Bei Bestrahlung mit grünem Licht kehrte sich der Effekt zum Teil um und der Magnetismus des Polymers reduzierte sich auf rund 60 Prozent des normalen Niveaus. Der Grund dafür ist laut dem Team um Arthur J. Epstein von der Ohio State University vermutlich die verschiedene Wellenlänge des blauen und grünen Lichts, die die TCNE-Moleküle veranlasst, ihre Gestalt und somit ihre magnetische Wirkung zu ändern. "Verändert ein Molekül im Magneten die Gestalt, verändert sich der Magnetismus und zwingt auch seine Nachbar-Moleküle zu einer Gestaltänderung", erklärte Epstein.
     

    Neu sind Plastikmagnete und Magnete, die auf Licht reagieren, nicht. "Es ist aber das erste Material, das bei extrem niedrigen Temperaturen beide Eigenschaften kombiniert werden", so Epstein. Der Magnet funktioniert zurzeit bis zu einer Temperatur von minus 200 Grad Celsius. Die Forscher sehen daher eine Einsatzmöglichkeit für Anwendungen, die mit einer Kühlung ausgestattet sind. Derartige Anwendungen sind laut Epstein jedoch noch Jahre entfernt. Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler den Magneten soweit verbessern, dass er eines Tages auch bei Raumtemperatur arbeitet. "Und da es nun möglich ist, einen lichtempfindlichen Magnet aus organischem Material oder Kunststoff zu entwickeln, werden wir nun die Eigenschaften mit Hilfe der organischen Chemie weiter verbessern", so Epstein.
     


     

    Kleinstes Thermometer der Welt entwickelt
    Flüssigkeitsgefüllter Nanowinzling benötigt zum Ablesen ein Elektronenmikroskop
     

    Japanische Forscher des Tsukuba-Institut haben nach eigenen Angaben das kleinste mit Flüssigkeit gefüllte Thermometer der Welt gebaut. Es besitzt lediglich die Länge eines hundertstel Millimeters und ist damit zehn Mal dünner als ein menschliches Haar. Das berichten die Wissenschaftler Yihua Gao und Yoshio Bando vom Tsukuba-Institut für Materialforschung im Fachmagazin Nature (Bd. 415, S. 599) http://www.nature.com .
     

    Das Nanothermometer besteht aus einem mit Gallium gefüllten Kohlenstoffröhrchen und funktioniert wie ein herkömmliches Quecksilberthermometer. Bei Temperaturerhöhung steigt der Pegel des flüssigen Metalls im Röhrchen an. Das Thermometer ist für einen Temperaturbereich von 50 bis 500 Grad Celsius geeignet. Einsatz könnte es bei gezielten Messungen in winzigen mechanischen und elektronischen Bauteilen finden. Zum Ablesen benötigt man allerdings ein Elektronenmikroskop.
     


     

    Laserpinzette hat DNA-Moleküle fest im Griff
    Hochpräzise Technik greift, manipuliert und lässt einzelne Abschnitte wieder los
     

    Wissenschafter der japanischen Tokushima-Universität http://www.tokushima-u.ac.jp haben eine hochpräzise Laserpinzette entwickelt, mit der einzelne DNA-Stränge mit größter Genauigkeit an einer beliebigen Stelle gegriffen, manipuliert und wieder losgelassen werden können. Darüber hinaus lassen sich einzelne DNA-Moleküle in Zellen einschleusen, ein Prozess der in der Gentherapie von zentraler Bedeutung ist, so ein Bericht des PhysicsWeb http://physicsweb.org/article/news/6/1/17 .
     

    Bestehende Methoden nutzen einen Laser, um damit eine winzige Kugel chemisch mit dem Ende eines DNA-Strangs zu verbinden. Die Kugel ändert jedoch die chemische Struktur des Moleküls und lässt sich nicht mehr vom Strang lösen. Ken Hirano entwickelte eine DNA-Lösung mit kleine freischwimmenden Latex-Kügelchen. Jedes DNA-Molekül besitzt die Größe von rund 40 Mikrometer. Durch die Bestrahlung mit einem 600-Milliwatt-Laser auf einen bestimmten Punkt des gewählten Moleküls entsteht ein elektrisches Dipolmoment in den 200 Nanometer kleinen Kügelchen.
     

    Das Dipolmoment zieht sie in das Zentrum des Laserstrahls, da dies die größte Feldstärke besitzt. Dadurch wird es bis zum Ausschalten des Laserstrahls möglich, das Molekül zu bewegen, zu dehnen oder zu biegen. So kann das DNA-Molekül wieder von den Kügelchen gelöst werden. Mit der neuen Technik könnten Biologen - abseits vom Einsatz in der Gentherapie - die physikalischen Eigenschaften verschiedener Molekülbereiche untersuchen. Hirano ist zuversichtlich, dass die Laserpinzette in einer Reihe von chemischen und physikalischen Anwendungen Einsatz finden wird. Die Technik soll auch in einer Vakuum- und Gasumgebung funktionieren.
     


     

    Das Gehirn arbeitet bei Wahrheit und Lüge unterschiedlich
    Scans identifizieren entscheidende Gehirnregionen
     

    Forscher der University of Pennsylvania School of Medicine http://health.upenn.edu/upmc haben herausgefunden, dass das Lügen und das Sagen der Wahrheit verschiedene Aktivitäten im Gehirn erfordert. Durch die Identifizierung jener Gehirnaktivität, die mit Täuschung und Verleugnung in Zusammenhang steht, sollen diese Ergebnisse Fortschritte in der Entwicklung von Lügentests ermöglichen. Zusätzlich erwartet sich das Team um Daniel Langleben durch das Wissen um die genauen Vorgänge im Hirn Erkenntnisse für die Psychotherapie. Die Ergebnisse der Studie werden am Dienstag, den 13. November, auf dem Annual Meeting der Society for Neuroscience http://www.sfn.org in San Diego präsentiert.
     

    Für die Studie beobachtete das Team mittels funktioneller Kernspinresonanztomografie (fMRI) die Gehirnaktivität von 18 Freiwilligen, die einen Guilty Knowledge Test absolvierten. Bei diesem Test werden Fragen zu Sachverhalten gestellt, die nur der Schuldige richtig beantworten kann. Den Teilnehmern wurde ein Umschlag mit einer bestimmten Spielkarte gegeben, den sie ohne die Karte zu verraten in die Tasche stecken mussten. Anschließend wurden sie innerhalb eines MRI-Scanners von einem Computer befragt, der ihnen eine Reihe von Karten zeigte und sich nach dem Vorhandensein der jeweiligen Karte erkundigte. Kam die richtige Karte, war ihr Besitz zu leugnen.
     

    "Regionen im Gehirn, die eine entscheidende Rolle bei der Aufmerksamkeit spielen und wie Fehler beobachtet und kontrolliert werden, waren im Durchschnitt bei Lügen aktiver als bei der Wahrheit. Geht man davon aus, dass die Wahrheit die normale Reaktion auf eine Frage ist, dann erfordert die Lüge eine verstärkte Gehirnaktivität in den Bereichen, die für Sperrung und Kontrolle verantwortlich sind." Laut Langleben weisen diese Ergebnisse darauf hin, dass fMRI-Tests Vorteile gegenüber den derzeit gängigen Verfahren wie dem Polygraphen bringen könnten. Details: Eurekalert http://www.eurekalert.org/pub_releases/2001-11/uopm-tbo110901.php
     


     

    Deutsche Forscher konzipieren intelligente Wissenschafts-Suchmaschine
    Intelligente Suchtechnologie ab 2003 im Netz
     

    Der Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes (DFN) http://www.dfn.de fördert mit Mitteln des Bundesministeriums die Entwicklung einer intelligenten und skalierbaren Wissenschafts-Suchmaschine als Open-Source-Software. "Spätestens im Frühjahr 2003 soll die innovative Such-Software für die Mitglieder des DFN-Vereins sowie für andere akademische Einrichtungen frei verfügbar sein", so Eike Jessen, Vorstandsvorsitzender des DFN. Die Kosten des Forschungsprojekts werden mit rund 613.000 Euro beziffert.
     

    "Damit erhalten gerade jene Wissenschaftler, die in hochspezialisierten und wenig breitenwirksamen Disziplinen zu Hause sind, eine innovative Suchsoftware zur Verwendung in eigenen Informationsportalen", so Jessen. Die derzeit verfügbare, nichtkommerzielle Software für die Suche in Webportalen ist für komplexe fachspezifische Informationsportale aufgrund von Leistungsschwächen in der Implementierung und eines unzureichenden Rankings der Suchergebnisse nicht einsetzbar, meint die Wissenschaftlerin. Das neue Projekt werde bereits in der Entwicklungsphase von existierenden wissenschaftlichen Informationsportalen unterstützt. Getestet wird die Dortmunder Software zunächst von den Informationsportalen http://www.chemie.de und http://www.bildungsserver.de .
     

    Das auf zwei Jahre angesetzte Forschungsvorhaben wird vom Leiter des Fachbereiches Rechnersysteme und Leistungsbewertung an der Universität Dortmund, Christoph Lindemann, geleitet. Während der Projektlaufzeit werden zwei Workshops veranstaltet, in denen der Öffentlichkeit Zwischenergebnisse vorgestellt und weitere akademische Einrichtungen als Pilotnutzer gewonnen werden sollen. Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit orientiert sich die im Projekt entwickelte Suchtechnologie an den Übertragungsleistungen des vom DFN betriebenen Gigabit-Wissenschaftsnetzes, dem Internet 2 in Deutschland. Damit wird die mittlerweile in Europa, Nordamerika und Asia-Pacific den Wissenschaften zur Verfügung stehende Gigabit-Infrastruktur des internationalen Forschungsnetzverbundes für die wissenschaftliche Suche im Internet voll ausnutzt werden. Nach einer Studie von AT&T wird sich die im Internet verfügbare Datenmenge jährlich mindestens um den Faktor zwei vergrößern. Um die besonders im Wissenschaftsbereich stark wachsenden Datenmengen auch in Zukunft bewältigen zu können, ist die Suchtechnologie hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit frei skalierbar.
     

    Weitere Informationen http://www.dfn.de/projekte/infodienste/projekte-neu/home.html und http://www4.cs.uni-dortmund.de/~Lindemann/projects/SearchEngine.html
     


     

    Nobelpreise werden 100
    Vergabe der Wissenschaftspreise nächste Woche
     

    Die angesehensten Auszeichnungen für wissenschaftliche Leistungen, die Nobelpreise, http://www.nobel.se werden in der kommenden Woche vergeben. Die Verleihung selbst findet dann am 10. Dezember in Stockholm statt. In diesem Jahr wiederholt sich die Preisverleihung zum 100. Male. Parallel zum den Stockholmer Preisen wird auch der Friedensnobelpreis in Oslo zum 30. Male vergeben http://www.nobel.no .
     

    Seit 1994 werden die aktuellen Nobelpreisträger im Internet angekündigt. Auch in diesem Jahr wird das geschehen: der erste Preisträger für Medizin wird am 8. Oktober um 11:30 Uhr MEZ bekanntgegeben. Darauffolgend am 9. Oktober um 11:45 Uhr der Preis für Physik, am 10. Oktober um 11:45 Uhr der Preis für Chemie, am Nachmittag um 15:15 Uhr der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften und am 12. Oktober um 11:00 Uhr der Friedensnobelpreis.
     

    Anlässlich des 100. Geburtstages des Nobelpreises wurde auch der Webauftritt überarbeitet. Ein virtuelles Museum wurde unter http://www.nobelprize.org eingerichtet. Vom 23 bis 27. Oktober wird in Kalifornien der 100. Geburtstag der Nobelpreise mit einer Reihe von universitären Feiern der wichtigsten kalifornischen Hochschulen und Universitäten wie der Stanford University, der UCLA und der University of California Berkeley begangen. Dabei werden die Preisträger geehrt, die in Kalifornien leben.
     


     

    Forscher entdecken bislang unbekanntes Katalysezentrum
    Enzym oxidiert Kohlenmonoxid
     

    Ein bislang unbekanntes Metallzentrum aus Nickel, Eisen und Schwefel haben Bayreuther Mikrobiologen http://www.uni-bayreuth.de bei der Untersuchung von Kristallstrukturen des Metalloenzyms Kohlenmonoxid-Dehydrogenase entdeckt. Das Enzym hatten sie aus Bakterien isoliert, die unter Luftabschluss leben.
     

    An dem Katalysezentrum wird Kohlenmonoxid mit Wasser zu Kohlendioxid umgewandelt. In vielen anderen Proteinen sind solche Metallzentren aus vier Eisenatomen und vier Schwefelatomen aufgebaut und für den Elektronentransport verantwortlich. In Kohlenmonoxid-Dehydrogenase wird durch das Vorhandensein von Nickel und einem weiteren Schwefelatom ein Zentrum mit neuer Struktur und der Fähigkeit zur Oxidation von Kohlenmonoxid gebildet.
     

    Dem Enzym kommt große Bedeutung im globalen Kohlenstoffkreislauf zu. Etwa zehn Prozent der von den Pflanzen produzierten Biomasse wird unter Beteiligung von Kohlenmonoxid-Dehydrogenase wieder in Kohlendioxid und Methangase umgewandelt.
     


     

    Deutsche Internet-Forschung wird ausgebaut
    Trierer Institut für Telematik will Mitarbeiterzahl verdreifachen
     

    Das Trierer Institut für Telematik, Deutschlands einzige Spitzenforschungseinrichtung für das Internet, wird ausgebaut. Nachdem das rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium seine Zuschüsse in den kommenden fünf Jahren schrittweise von 0,9 auf vier Mio. Mark erhöhe, sei der Weg für die Vergrößerung des Institutes frei, sagte der Institutsleiter Christoph Meinel am Dienstag.
     

    In den kommenden Wochen werde er einen Stufenplan vorlegen, der die wissenschaftliche und organisatorische Entwicklung der kommenden fünf Jahre festlegt, kündigte Meinel an. Bisher sind in der Trierer Einrichtung rund 50 Mitarbeiter beschäftigt. Die Zahl soll laut Meinel mehr als verdreifacht werden.
     

    Die am Institut bearbeiteten Forschungs- und Entwicklungsaufträge sind im Schnittbereich von Telekommunikation und Informatik, dem Forschungsfeld der Telematik, angesiedelt. Die mit der Fraunhofer Gesellschaft http://www.fhg.de verbundene Einrichtung entwickelt anwenderfreundliche und praxistaugliche Lösungen zum Thema Sicherheit im Internet. Schwerpunkte sollen künftig die Rubriken Banken und Telemedizin sein.


     

    Wissenschafts-Sendungen liegen im Trend
    Sendungen über Biologie und Medizin sind am beliebtesten

    Die Mehrheit der Deutschen TV-Zuschauer will mehr Wissenschafts-Dokumentationen im Fernsehen sehen. Das geht aus einer Umfrage der Programmzeitschrift "TV Movie" hervor, die am Donnerstag vorab veröffentlicht wurde.

    Danach sind 64 Prozent der Zuschauer der Ansicht, es sollte mehr wissenschaftliche Sendungen geben. 31 Prozent sind mit dem Status Quo zufrieden, und nur drei Prozent plädieren für weniger Wissenschafts-Dokumentationen im Fernsehen.

    Platz Eins beim Zuschauer-Interesse nehmen Sendungen über Biologie und Medizin mit 59 Prozent ein. Dokumentationen über Naturphänomene interessieren 53 Prozent der Zuschauer am meisten, während 51 Prozent Tier-Sendungen bevorzugen. Berichte über die Erdgeschichte stoßen bei 46 Prozent auf größtes Interesse und 35 Prozent interessieren sich insbesondere für Raumfahrt-Themen.



     

    Plexiglasbauteile für Miniroboter
    Jenaer Wissenschaftler stellen neues Verfahren vor
     

    Auf dem Sensor 2001 Kongress in Nürnberg http://www.sensorfairs.de/sensor/index.html haben Physiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena ein neues Verfahren zur Herstellung kleinster Bauteile vorgestellt. Wie der Experimentalphysiker Wolfgang Witthuhn gegenüber pressetext.deutschland sagte, ist es gelungen mit Hilfe von Ionenstrahlen Bauteile aus Plexiglas im Größenbereich zwischen Mikro- und Nanometern zu schneiden. Die Eindringtiefe der Ionen in das Plexiglas könne bei dem neuentwickelten Verfahren sehr genau gesteuert werden. Auch die Rauheit der so erzeugten Oberflächen sei wesentlich geringer als bei herkömmlichen Verfahren http://idw.tu-clausthal.de/public/zeige_pm.html?pmid=33877 .
     

    Die entstehenden Plexiglasbauteile, die höchstens so groß wie ein Stecknadelkopf sind, seien vor allem für mikrooptische Systeme interessant. Die Systeme kommen derzeit vor allem auf dem medizinischen Sektor zum Einsatz. Wie Witthuhn erläuterte, könnten die Plexiglaselemente diagnostische Endoskopieverfahren ersetzen. Außerdem sei es möglich, dass Plexiglas-Miniroboter Medikamente innerhalb des Körpers transportieren und deponieren.
     

    Zur Frage der Markttauglichkeit des Verfahrens sagte Witthuhn, dass einige Unternehmen in Nürnberg bereits Interesse signalisiert hätten. "Da Ingenieure aber naturgemäß sehr konservativ sind, kann bis zur Markteinführung des Verfahrens noch etwas Zeit vergehen." Die Sensor 2001 in Nürnberg hat am Dienstag begonnen und dauert bis Freitag.
     

     

     

 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:46
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