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US-Hexenjagd auf unanständige Werbung
Kongress entscheidet über massive Anhebung der Geldstrafen

Der US-Kongress beschließt heute, Mittwoch, die Anhebung der Geldstrafen für unanständige Werbung von 32.500 Dollar auf bis zu 500.000 Dollar je Vorfall, beschließen. Der Media Guardian schreibt von einer Partei übergreifenden Einigkeit im US-Kongress über die Verschärfung der Strafen für Sender, die gegen die Werbevorschriften verstoßen. US-Verbraucherschutzorganisationen und christlichen Aktivisten, die schon lange massiv gegen Obszönitäten in der Werbung kämpfen, hat die Nipplegate-Affäre neuen Aufwind gegeben, der nun bis in den US-Kongress geweht ist.

Wird der Antrag vom Kongress genehmigt, sind Strafen in Millionenhöhe zu erwarten. Das würde einen Quantensprung bedeuten, denn die Federal Communications Commission (FCC) hat, alle Fälle der vergangenen vier Jahre zusammengerechnet, gerade einmal 48.000 Dollar an Strafgeld verhängt. Allein durch die Nipplegate-Affäre und angespornt durch religiöse Aktivisten und Organisationen wie dem Parents Television Council hat die FCC jedoch Strafen in der Höhe von insgesamt acht Mio. Euro verhängt. Der Skandal-Radiomoderator Howard Stern bezeichnete die Kampagne als "McCarthy-artige Hexenjagd" gegen die freie Meinungsäußerung. Der Sender, bei dem er eine Show hat, wurde zu einer Strafe von 1,75 Mio. Dollar verdonnert.


 

US-Konzerne diskutieren Junk-Food-Werbung
Initiativen und Statistiken sollen Glaubwürdigkeit steigern

In der laufenden US-Debatte über Fettsucht unter Kindern und dem Zusammenhang mit der Junk-Food-Werbung haben die Nahrungsmittelkonzerne unterschiedliche Ansichten, was wichtig für ein "gesundes" Marketing für die Kinder ist. In einem Meeting von Marketing-Verantwortlichen von Nahrungsmittel-Herstellern, Medienunternehmen und Akademien wurden laut Wall Street Journal http://www.wsj.com die Auswirkungen von Nahrungsmittel-Werbung auf das Konsumptionsverhalten diskutiert. Einer der Teilnehmer, Kraft Foods, hatte erst kürzlich (pte berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=050114004 ) eine Änderung der eigenen Junk-Food-Werbelinie für Kinder bekannt gegeben.

McDonald´s, Kraft Foods, General Mills und PepsiCo beteiligen sich bereits an einer Initiative, die solche Auswirkungen untersuchen soll. Das Thema hat in den vergangenen Wochen an Brisanz gewonnen, da kritische Stimmen der Lebensmittelwerbung einen entscheidenden Einfluss auf Kinder unter zwölf Jahren attestieren.

Die Konzerne versuchen sich natürlich gegen diese Vorwürfe zu wehren. Ein Sprecher von General Mills bezeichnete die Verbindung zwischen Kinder-Werbung und Fettsucht als unwahrscheinlich. Hierfür legte er Statistiken vor, wonach die Fettsucht-Raten innerhalb der USA sehr unterschiedlich seien, obwohl die Werbung im gesamten Bundesgebiet gleich sei.

McDonald´s präsentierte aktuelle "Höhepunkte" laufender Werbekampagnen, wo ein "gesundes Verhalten" in den Vordergrund gestellt wird. In den TV-Spots macht Konzern-Maskotchen Ronald McDonald mit Kindern Hampelmänner und singt dazu Lieder. Die beste Möglichkeit, um Kinder aktiv werden zu lassen, ist laut McDonald´s eben der Spaß-Faktor. Denn elterliche Ratschläge würden das Essverhalten der Kinder nicht wirklich ändern.

PepsiCo verlautbarte bei dem Treffen, mehr Marketing-Budget in das "Smart Spot"-Programm zu investieren. Dies Initiative sucht die gesündesten Produkte aus dem Pepsi-Portfolio aus und versieht diese mit einem speziellen Logo.

Auch aus Brüssel kamen erst kürzlich scharfe Töne in Richtung Lebensmittelindustrie. Die EU-Kommission drohte all jenen Nahrungsmittelherstellern mit Gesetzesmaßnahmen, wenn diese ihre Junk-Food-Werbung für Kinder nicht einstellen. Gesundheitskommissar Markos Kyprianou warnte die Industrie hinsichtlich der zunehmenden Fettleibigkeit unter jungen Menschen. Selbstregulation sei der schnellste und effektivste Weg, um auf das Problem aufmerksam zu machen. Die Konzerne haben laut Kyprianou noch ein Jahr, bevor die EU die notwendigen Schritte einleitet. pte berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=050120052 .
 


 

Fake-Werbung als zweischneidiges Schwert
Viral Marketing kann auch nach hinten losgehen

Fake-Werbespots sind eine immer öfter im Internet gesichtete Form des Viral Marketing. Die nicht im Auftrag des darin beworbenen Markenunternehmens hergestellten Werbespots reichen von lustig über unternehmenskritisch bis geschmacklos, wie die Website Boreme.com http://www.boreme.com zeigt. Für die betroffenen Unternehmen sind sie ein zweischneidiges Schwert: Einerseits können freche Spots durchaus das Image der Marke aufpeppen, andererseits können die Werbebotschaften oder die Art ihrer Präsentation in den Fake-Spots auch recht kompromitierend für die jeweilige Marke sein. Jüngstes Beispiel dafür ist eine Fake-Werbung für den VW Polo, der dem Volkswagen-Konzern nicht unbedingt Freude bereitet.

Viral Marketing ist eine billige Methode über das Internet Werbebotschaften zu verteilen. Die Möglichkeit relativ billig und einfach Webvideos in Form eines TV-Spots zu produzieren und zu verbreiten steht allerdings nicht nur Unternehmen offen, sondern wie so oft im Internet eben jedem, der über das technische Know-how verfügt. Dank immer besserer Tools ist es möglich die Werbespots tatsächlich wie einen professionellen TV-Spots aussehen zu lassen. Das kann natürlich zu Verwirrung bei den Konsumenten führen, weil nicht immer klar ist, woher der Fake-Spot kommt.

Die Inhalte der unautorisierten Werbungen unterscheiden sich nach dem Motiv ihrer Produzenten. Viele dieser Online-Spots sind einfach nur in einer frechen Art lustig und stammen von enthusiastischen Fans eines Produktes, so die New York Times (NYT). Sie sind den betroffenen Unternehmen meist kein Dorn im Auge, sondern eine mitunter willkommene Zusatzwerbung. Anders sieht es bereits bei jenen Spots aus, die Werbebotschaften und Slogans der Unternehmen mit Zynismus und Ironie kritisch aufs Korn nehmen. Sie lassen die beworbenen Marken mitunter schlecht aussteigen und verzerren die ursprüngliche Werbebotschaft. Im Fall der Fake-Werbung für den VW Polo sind die Motive der beiden Produzenten Lee & Dan http://www.leeanddan.com unklar.

In dem Fake-VW-Spot will sich ein Selbstmordattentäter vor einem belebten Cafe mit seinem Auto, einem VW Polo, in die Luft sprengen. Er tut es auch, allerdings bekommt der Polo keinen Kratzer ab, sondern der Terrorist wird im Inneren des Wagens zerfetzt. Danach kommt der aktuelle von VW verwendete Slogan "Small but tough". So politisch unkorrekt will sich VW natürlich nicht geben. Wie die NYT berichtet, hat der Konzern die beiden Schöpfer des Spots aufgefordert, sich öffentlich zu entschuldigen und es zu unterlassen, unautorisierte Werbespots herzustellen. Lee & Dan, ein Freelancer-Duo aus London, haben den Spot an die Londoner Werbeagentur DDB Worldwide geschickt, die für VW tätig ist. Bei VW vermutet man laut NYT, dass der Spot als eine Art kreative Initiativbewerbung bei der Agentur gedacht war. In diesem Fall wäre der Fake-Spot nicht nur für VW nach hinten losgegangen.


 

US-Lobby für Recht auf Kinder-Werbung gegründet
Konzerne und Interessensverbände wehren sich in der Fettsucht-Debatte

Lebensmittelkonzerne und Werbeagenturen haben sich in den USA zur "Alliance for American Advertising" zusammengeschlossen. Der Grund für die Schaffung dieser Lobby ist laut Wall Street Journal http://www.wsj.com die anhaltende Kinder-Fettleibigkeits-Debatte und ein hierfür ins Auge gefasstes Werbeverbot für bestimmte Lebensmittel. Zur neuen Interessensvereinigung gehören neben den Konzernen General Mills, Kellogg und Kraft Foods auch die American Association of Advertising Agencies, die Association of National Advertisers und die Grocery Manufacturers of America. Die drei Lebensmittelkonzerne sind auch die "Top-Werber" im Segment der abgepackten Lebensmittel für Kinder und geben jährlich gemeinsam an die 380 Mio. Dollar dafür aus.

Der Zweck der neuen Allianz ist nach eigenen Angaben die Verteidigung des Rechts bei Kindern zu werben und sich selbst zu kontrollieren, wenn es um die Verantwortung in der Werbung geht. Inhaltlich wehren sich die Werber und Marketingverantwortlichen gegen den Vorwurf, dass ein Zusammenhang zwischen bestimmter Werbung und aktuellen Trends in der Fettleibigkeit besteht. Restriktionen seien rechtlich schwer umzusetzen und ineffektiv bei der Bekämpfung dieses Problems.

Erst kürzlich hat Kraft im Bereich der Nahrungsmittelwerbung für Kinder in den USA eine neue Richtung eingeschlagen. Kraft will das Konzernimage bei Eltern und "Gesundheits-Fanatikern" verbessern, die sich um die Ernährungsgewohnheiten ihrer Sprösslinge Sorgen machen. Diese Entscheidung kann einen wesentlichen Einfluss auf die restliche Lebensmittelindustrie haben, das eigene Marketing zu ändern. Einige sehen diesen Schritt auch als Eingeständnis hinsichtlich der geäußerten Vorwürfe. Kraft will künftig keine TV-, Print- und Radio-Werbung mehr für einige Produktlinien machen, die sich bis dato direkt an die Zielgruppe der Sechs- bis Elfjährigen gerichtet haben. Werbeeinschaltungen für Snacks bei anderen Zielgruppen sollen jedoch bestehen bleiben. pte berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=050114004 .
 


 

Werbemarkt in den klassischen Medien wächst
Steigerung um 5,8 Prozent

Die Bruttowerbeinvestitionen in den klassischen Medien haben 2004 in Deutschland rund 18,2 Mrd. Euro betragen. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung von fast einer Mrd. Euro bzw. 5,8 Prozent. "Das Wachstum des Gesamtmarktes kommt durch Werbung zustande, deren Zielsetzung kurzfristig ist, zum Beispiel Abendverkauf", so Ludger Vornhusen, Geschäftsführer der Nielsen Media Research http://www.nielsen-media.de .

Besonders deutlich zeige sich diese Entwicklung innerhalb der Werbung des Handels. Das Werbevolumen der Lebensmittel-Discounter ist erneut um 60 Mio. auf 740 Mio. Euro ausgebaut worden. Auch Technik-Discounter konnten um 75 Mio. auf 430 Mio. Euro zulegen. Dazu kommen Bau- und Heimwerkermärkte und Drogeriemärkte. Imposant sei das Werbevolumen der Anbieter von Klingeltönen und sonstigen Downloads. Sie konnten ihr Werbevolumen um mindestens 150 Mio. Euro ausbauen.

Deutlich gestiegen seien auch die Werbeinvestitionen der Medien selbst. Besonders die Werbeaufwendungen für die Printmedien mit einem Plus von 220 Mio. Euro seien hier auffällig. Rückläufig dagegen sei die Werbung für TV-Sender (Minus von 30 Mio. Euro). Vornhusen: "Der Umbruch des Werbemarktes ist nicht abgeschlossen und wird sich in 2005 fortsetzen. Für 2005 gehen wir daher von einem Wachstum von ca. fünf Prozent aus."

In den klassischen Medien verbuchte die Fernsehwirtschaft mit 7,7 Mrd. Euro die höchsten Werbeumsätze. Dies entspricht einem Wachstum von 3,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Werbeeinnahmen der Tageszeitungen (ohne Rubrikenanzeigen) wuchsen um 10,7 Prozent auf 4,5 Mrd. Euro. Das Medium Radio konnte Werbeaufwendungen in Höhe von rund einer Mrd. Euro erwirtschaften und somit eine Steigerung von 10,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erzielen.


 

Top-Werbe-Medium Handy: 84% lesen Werbe-SMS

78.2% der ÖsterreicherInnen, die ihre Zustimmung zum Erhalt von SMS-Post gegeben haben,  lesen Werbe-SMS, 4,2% lesen UND senden sie weiter, 1,6% lesen UND speichern Werbe-SMS; somit nehmen 84% Werbe-SMS aktiv wahr, nur 7,5% löschen sie ungelesen, der Rest (rund 8%) hat noch "nie welche erhalten" bzw. "weiß es nicht".

   Marketing Data-sms-research.at untersuchte in der ersten Kalenderwoche 2005 das Verhalten der Handy-User beim Empfang von Werbe-SMS. Dabei wurden 500 ÖsterreicherInnen im Alter von 15 bis 69 Jahren per SMS befragt.

   Nur gelesen werden Werbe-SMS von Männern (79,7%) öfter als von Frauen (76,7%); das Bedürfnis, Werbe-SMS weiter zu senden, ist bei Frauen mit 6,4% mehr als 3x so hoch wie bei Männer (2,0%). SMS-Werbung zu löschen ohne zu lesen, kommt bei Frauen (8,5%) häufiger vor als bei Männern (6,4%).

   Bei den Jugendlichen (15 bis 19 Jahre) wird im wesentlichen entweder nur gelesen (78,1%), oder gelöscht ohne zu lesen (16,7%), 2,4% speichern die SMS-Werbebotschaften. In dieser Altersgruppe hat faktisch schon jede(r) Werbe-SMS erhalten.

   Am intensivsten kommen SMS-Werbebotschaften bei den 20 bis 49 Jährigen an: hier werden in 86% bis 90% der Fälle Werbe-SMS aktiv wahrgenommen (= gelesen/+ gespeichert/+ weiter geleitet).

   Die größte Vorliebe, Werbe-SMS an Freunde, Bekannte, etc. zu senden, zeigen die 40 bis 49 Jährigen (8,3%), gefolgt von den 50 bis 59 (6,5%). In beiden Segmenten dominiert die "Sende-Bereitschaft" der Frauen mit jeweils 12% signifikant vor jener der Männer (5%, bzw. 2%).

   In den Altersklassen 15 bis 29 Jahren haben bisher nur zwischen 1,4% und 2,6% noch keine Werbe- SMS erhalten, bei den 30 bis 39 Jährigen steigt dieser Wert auf 5,9% und in den Altergruppen darüber gehen bereits zwischen 7,0% und 8,1% "leer" aus. Aufgrund der verhältnismäßig hohen Lesebereitschaft auch bei den älteren Jahrgängen, gibt es hier offensichtlich ein bisher noch nicht genütztes Restpotential für Werbs-SMS.
 


 

Weltweite Werbeumsätze 2004 bei 370 Mrd. Dollar
China bis 2011 drittgrößter Werbemarkt der Welt

Die weltweiten Werbeumsätze in den klassischen Medien sind 2004 im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent auf 370 Mrd. Dollar gewachsen. Das geht aus einer heute, Montag, veröffentlichten Prognose des US-Marktforschers Zenith Optimedia http://www.zenithoptimedia.com hervor. Demnach liegt das Wachstum der globalen Werbeausgaben über den Erwartungen für 2004. Den größten Anteil am globalen Werbemarkt hat Nordamerika mit 45,4 Prozent oder 167,9 Mrd. Dollar, gefolgt von Europa mit 25,5 Prozent oder 94,35 Mrd. Dollar. Innerhalb der nächsten zehn Jahre wird die Region Asien-Pazifik mit dem Wachstumsmotor China Europa jedoch vom zweiten Platz verdrängen.

In diesem Jahr hat die Region Asien-Pazifik mit 75,6 Mrd. Dollar einen Anteil von 20,4 Prozent am globalen Werbekuchen, so Zenith Optimedia. Bei gleich bleibenden Wachstumsraten wird die Region innerhalb von zehn Jahren Europa überholen. Japan, das schon jetzt die Hälfte der Werbeausgaben der Region ausmacht, wächst deutlich geringer als der regionale und globale Durchschnitt. Wachstumsmotor der Region ist China, dessen Werbemarkt derzeit rund neun Mrd. Dollar schwer ist (etwa so groß wie Italien). Bis 2006 wächst der chinesische Werbemarkt auf zwölf Mrd. Dollar und bis 2011 wird er sich verdoppeln. Dann wird China laut Zenith Optimedia Großbritannien und Deutschland überholt haben und hinter den USA und Japan der drittgrößte Werbemarkt der Welt sein.

Fernsehen ist mit 136,7 Mrd. Dollar oder 37,6 Prozent der Gesamtausgaben nach wie vor das größte Werbemedium weltweit und wird es trotz Zuseherschwund aller Wahrscheinlichkeit nach auch bleiben. Das am schnellsten wachsende Werbemedium ist das Internet mit 3,6 Prozent der globalen Werbeausgaben oder 13,1 Mrd. Dollar weltweit. In den USA liegt der Anteil des Webs an den gesamten US-Werbeausgaben bei 5,4 Prozent (8,7 Mrd. Dollar). Werbung in Zeitungen kommt weltweit auf knapp 30 Prozent, in Magazinen auf 13,5 Prozent der Werbeausgaben. Außenwerbung macht weltweit 5,2 Prozent oder 19 Mrd. Dollar aus und wird diesen Anteil zumindest bis 2007 halten. Das größte Potenzial für Außenwerbung sieht Zenith Optimedia in Europa, wo der Marktanteil schon jetzt bei 6,5 Prozent oder 6,2 Mrd. Dollar liegt. Hier könnten Werber laut Prognose langfristig stärker auf Außenwerbung als Alternative zum Fernsehen setzen.


 

Werber übergehen ethnische Minderheiten
Entgangener Markt wird auf 46 Mrd. Euro geschätzt

Der britischen Werbeindustrie entgehen 46 Mrd. Euro, weil sie nicht auf die Fernsehgewohnheiten ethnischer Minderheiten eingeht, berichtet der MediaGuardian http://www.media.guardian.co.uk . Der britische Zweig der Media-Agentur Starcom untersuchte in Großbritannien neun Werbekampagnen, die auf junge Zuseher im Alter von 16 bis 34 Jahren abzielten. Dabei stellte sich heraus, dass die afrikanischen und asiatischen TV-Konsumenten dieser Altersgruppe kaum von diesen Kampagnen angesprochen wurden.

Starcom warnt die großen Werber, dass ihnen ein gigantischer Markt entgehe, wenn sie ihre Kampagnen nicht auf die Interessen der Minderheiten abstimmen. Derzeit belaufe sich der stetig wachsende Bevölkerungsanteil der ethnischen Minderheiten in Großbritannien auf acht Prozent. Besonders in London ist der Anteil dieser Bevölkerungsgruppe sehr hoch. 31 Prozent der Londoner, davon 13 Prozent im Alter von 16 bis 34 Jahren, sind nicht-britischen Ursprungs.

Am wenigsten fühlten sich Asiaten von den neun untersuchten Werbekampagnen angesprochen, obwohl sie mehr Zeit vor der Mattscheibe verbringen als der Durchschnitts-TV-Konsument, so die Studie. Coronation Street, eine der zehn beliebtesten TV-Sendungen unter den jungen Zusehern, schnitt bei den ethnischen Minderheiten in derselben Altergruppe besonders schlecht ab. Starcom beklagt den Mangel an Sensibilität der Werber gegenüber Minderheiten und ruft dazu auf die Programm-Mix neu aufzusetzen um verschiedene Gruppen anzusprechen. Zwar machen die Minderheiten nur einen geringen Bevölkerungsanteil aus, stellen für Werber jedoch eine wichtige Zielgruppe dar.


 

Leicht positiver Trend am Werbemarkt
Prognose für 2005: 2,8 Prozent Wachstum

 

Einen leicht positiven Trend beim Werbemarkt sehen der Fachverband Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftkammer Österreich (WKÖ) http://www.fachverbandwerbung.at und Focus Media Research http://www.at.focusmr.com . Doch sei die Situation immer noch nicht optimal, so Josef Leitner, Geschäftsführer von Focus Media Research, heute, Mittwoch, auf einer Pressekonferenz. Die für dieses Jahr prognostizierte Wachstumsrate von plus 3 bis 5 Prozent konnte nur "mit Ach und Krach" erreicht werden. Die Prognose für das kommende Jahr sieht ähnlich aus.

Das hohe Marktwachstum im ersten Halbjahr 2004 mit 6,4 Prozent im Januar, 8,4 Prozent im Februar, 7,8 Prozent im April und 7,1 Prozent im Juni dieses Jahres ist in den vergangenen Monaten abgeflacht. So gab es im Juli nur noch ein Wachstum von 1,7 Prozent und im September 1,8 Prozent. Bis zum Jahresende wird in der Kommunikationswirtschaft mit einem Umsatz von etwa 3,6 bis 3,7 Mrd. Euro gerechnet.

Die positive Entwicklung des Marktes wurde in diesem Jahr auch durch die Werbeabgabe gemindert, sagte Walter Ruttinger, Obmann des Fachverbandes Werbung und Marktkommunikation der WKÖ (Bild). Das Finanzministerium habe in diesem Jahr eine Profitsteigerung von 9,97 Prozent aus diesen Abgaben zu verzeichnen. "Die Leidtragenden sind dabei die Konjunktur, die geschröpften Arbeitgeber und die Werbeträger", so Ruttinger. Werbung sei Öl im Getriebe der Wirtschaft. Mehr Werbung generiere mehr Nachfrage und mehr Nachfrage beschleunige das Wirtschaftswachstum.

Für das erste Halbjahr 2005 wird im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Wachstum von 2,8 Prozent prognostiziert. Die Erwartungshaltung der Agenturen für das kommende Jahr fällt mit 3,4 Prozent positiver aus als jene der Werbetreibenden. Diese sagen ein Wachstum von 2,5 Prozent voraus. Regional betrachtet ist die Stimmung in Steiermark/Kärnten am positivsten mit einer Prognose von 5,3 Prozent. In Wien wird mit einem Wachstum von 2,8 Prozent gerechnet.
 


 

US-Agentur bastelt an Product-Placement-Evaluierung
Vergleichbarkeit mit Wert und Impact des TV-Spots angestrebt

Die US-Agentur Deutsch http://www.deutschinc.com , eine Tochter der Interpublic Group, hat ein Evaluierungsverfahren für Product Placement entwickelt. Ziel ist eine Beurteilung des Impacts und des materiellen Wertes von Product Placement im Vergleich zum traditionellen TV-Werbespot. Zu diesem Zweck wurde das Tochterunternehmen Media Bridge Entertainment gegründet, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) heute, Freitag.

Das 52-stufige Bewertungsverfahren wurde gemeinsam mit dem Evaluierungsunternehmen iTVX http://www.itvx.com entwickelt. Es bewertet die Art und Weise des Product Placement: Wird das Produkt nur verbal erwähnt oder ist es auch zu sehen? Wie prominent ist das Produkt platziert? Wird das Produkt von einem Schauspieler benützt oder scheint es nur im Hintergrund auf? Aus diesen und anderen Kriterien wird eine Relation zu einem TV-Spot des Produkts berechnet. Eine Bewertung von 10,8 der Platzierung eines Procter & Gamble-Produkts in der Reality-Show "The Apprentice" auf NBC bedeutet demnach, dass das Product Placement den Wert von 10,8 TV-Werbespots hat.

Der Versuch der Bemessung des Geldwertes von Product Placement wird in den USA immer wichtiger, weil dort immer mehr Werber aus den Werbeblöcken ins Programm wollen. Allerdings ist der Impact nur schwer zu messen. Die Kunden wollen aber eine Evaluierung ihrer Werbeinvestitionen in Kategorien wie größere Marktanteile und erhöhter Bekanntheitsgrad des Produkts. Der Schritt von Deutsch ist ein Versuch in diese Richtung.


 

Online-Werbung in USA im Höhenflug
Rekordumsatz von 2,37 Mrd. Dollar im zweiten Quartal 2004

Die Ausgaben für Online-Werbung haben im zweiten Quartal 2004 in den USA einen Rekordwert von 2,37 Mrd. Dollar erreicht. Damit machen die Umsätze mit Online-Werbung in den drei Monaten bis zum 30. Juni 2004 laut Interactive Advertising Bureau (IAB) http://www.iab.net deutlich mehr aus als im Rekordquartal zur Zeit des Dotcom-Booms: Im vierten Quartal 2000 wurden 2,12 Mrd. Dollar für Online-Werbung ausgegeben. Danach ging es aber kontinuierlich abwärts. Der Tiefpunkt wurde im dritten Quartal 2002 mit 1,45 Mrd. Dollar erreicht. Seidem wächst das Geschäft mit Online-Werbung wieder. Im zweiten Quartal 2004 kletterten die Werbeumsätze im Internet im Vergleich zum Vorjahr um 43 Prozent, im Vergleich zum vergangenen Quartal um 6,2 Prozent.

"Das ist nicht das verrückte, irrationale Wachstum der späten 90er-Jahre", sagte Nate Elliott, Analyst bei Jupiter Research, dem Wall Street Journal (WSJ). Dieses Wachstum sei nachhaltiger als zur Zeit des Dotcom-Booms. Jeder Werbedollar sei hier "hart verdient", so Elliott.

Im ersten Halbjahr 2004 betrug der Umsatz mit Online-Werbung 4,6 Mrd. Dollar, ein Plus von 40 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Wachstumsmotor der Internet-Werbung sei nicht mehr die Such-bezogene Werbung (Search Advertising). Die bezahlten Links bei Suchmaschinen wie Google, Yahoo & Co sind aber nach wie vor sehr beliebt und machen rund 40 Prozent der gesamten Online-Werbung aus. Das Wachstum hat sich aber im Vergleich zum Vorjahr eingebremst und liegt nun im Durchschnitt. Im vergangenen Jahr war die Such-bezogene Werbung der Wachstumsmotor der Online-Werbung. Diese Funktion habe nun die Konsumentenwerbung übernommen. Verbrauchsgüter machen fast die Hälfte der Werbeausgaben im Internet aus. Der Anteil von E-Mail-Werbung schrumpfte hingegen von vier Prozent im Vorjahresquartal auf nur noch zwei Prozent. Grund dafür sei die verschärfte Antispam-Gesetzgebung sowie Antispam-Software.


 

Telemesse wegen Erfolgs abgesagt
Werbevermarkter wollen neue Kommunikationsformen finden

Die Telemesse http://www.telemesseinfo.de wird im Jahr 2004 wegen der "Erfolge" der vergangenen Jahre abgeblasen. Das teilten SevenOne Media http://www.sevenonemedia.de und IP Deutschland http://www.ip-deutschland.de heute, Montag, in einer gemeinsamen Aussendung mit. Die beiden Werbezeitenvermarkter sind Veranstalter der deutschen Messe. Grund für die Absage des Branchenevents ist der "rapide" Besucheranstieg der vergangenen Jahre.

Im vergangenen Jahr zählte die Telemesse 5.700 Besucher. Zuviel aus der Sicht der beiden Veranstalter. Zu viele Bäume verstellen bekanntlich die Sicht auf den Wald. Es sei immer schwieriger geworden sich auf das eigentliche Zielpublikum, die Vertreter der werbetreibenden Unternehmen und Agenturen, zu konzentrieren, heißt es in der Aussendung.

Auch die Werbewirtschaft selbst habe eine zunehmende "Verwässerung des Publikums" wahrgenommen. Das Kosten-Nutzen-Verhältnis der Telemesse sei daher immer fragwürdiger geworden. 2004 wollen SevenOne Media und IP Deutschland deshalb "neue Kommunikationsformen erarbeiten und ausprobieren".


 

Alkoholwerbung kommt bei jungem Publikum an
US-Gruppe macht mit Studie gegen TV-Spots mobil

Jugendliche in den USA sehen mehr Werbung für alkoholische Getränke im Fernsehen als für Produkte, die für sie als Zielgruppe bestimmt sind. Grund dafür sei die Platzierung der Alkoholwerbung in bekannten TV-Shows, die neben einem erwachsenen Publikum auch zahlreiche Zuseher unter 21 Jahren haben, berichtet das Center on Alcohol Marketing and Youth (CAMY) http://camy.org , eine Gruppe an der Georgetown Universität http://www.georgetown.edu in Washington. Die freiwilligen Richtlinien zur Selbstbeschränkung der Alkoholwerbung seien daher sinnlos und sogar diese würden bei einigen Spots nicht eingehalten.

"Niemand kontrolliert, was die Industrie tut, und die Industrie leugnet", so David A. Kessler, ein Berater des CAMY. In einer aktuellen Studie hat die Gruppe die im Jahr 2001 im Fernsehen gesendeten Alkohol-Werbespots analysiert und herausgefunden, dass ein Viertel der Werbung für alkoholische Getränke bei den Jugendlichen (zwischen zwölf und 21 Jahren) besser ankommt als bei Erwachsenen. Ansonsten werden die Spots von Jugendlichen zumindest genauso häufig gesehen wie von Erwachsenen (über 21 Jahren).

Insgesamt hat die Industrie 811,2 Mio. Dollar für 208.909 Werbespots ausgegeben, 86 Prozent davon für Bier und Ale. US-Alkoholproduzenten haben sich freiwillig dazu bereit erklärt, alkoholische Getränke nicht in Programmen zu bewerben, deren Publikum zumindest zur Hälfte unter 21 Jahre ist. Bei Spirituosen gelten noch strengere Selbstbeschränkungen. Durch die Platzierung der Spots in Sendungen, die auch einen sehr hohen Jugendanteil haben, kommen die Alkohol-Spots trotzdem bei den Jugendlichen an. Teilweise sogar besser als bei der eigentlichen Zielgruppe. Als Beispiele für derartige Programmierungen nennt die Studie Sportevents, Unterhaltungsshows und Sitcoms wie "Friends" und "Emergency Room".

NBC hatte im Dezember 2001 einen Deal mit dem Spirituosenproduzenten Diageo abgeschlossen, der das Senden von Werbespots für die Marken Smirnoff Wodka, Tanqueray Gin und Johnnie Walker beinhaltete. Davor bestand ein freiwilliger Konsens der US-Sender im TV nicht für Spirituosen zu werben. Wegen zahlreicher Proteste verschiedener Gruppen wurde das in Zeiten der Werbeflaute geborene Experiment im vergangenen März wieder aufgegeben (vgl. pte http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=020321052 ). Eine Studie im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Gesundheit hat im August ergeben, dass Alkoholwerbung vor allem bei Jugendlichen punktet (vgl. pte http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=020827038 ).


 

Werberat: NÖM-Werbung nicht "heterosexistisch"
HOSI sieht in Fruchtjoghurt-Spot Diskriminierung
 

Die Werbung für ein Fruchtjoghurt der Marke NÖM mit dem Slogan "Mann und Frau, Frucht und Joghurt – NÖM fügt zusammen, was von Natur aus zusammengehört" ist nicht diskriminierend. Das hat der Österreichische Werberat http://www.werberat.or.at entschieden, nachdem sich die Homosexuellen Initiative (HOSI) in Wien im Namen zahlreicher Lesben und Schwuler über den Spot beschwert hat. Aus der Sicht der HOSI sei die Werbung "eine heterosexistische Diskriminierung", weil sie den Eindruck erwecke, ausschließlich Heterosexualität habe den berechtigten Anspruch als "natürlich zu gelten", so Helga Pankratz, Obfrau der HOSI-Wien http://www.hosiwien.at . Dieser "Biologismus" sei für die Zementierung gesellschaftlicher Vorurteile im 21. Jahrhundert nicht tragbar.
 

Der Werberat sieht in dem Fruchtjoghurt-Spot keine Verletzung der "Rechte gleichgeschlechtlich orientierter Personen". Es sei "zweifellos von der Natur vorgesehen, dass die Heterosexualität für die biologische Fortpflanzung erforderlich ist", heißt es in der Begründung. Durch diese "biologische Vorgabe" werden aber "gleichgeschlechtliche Lebensformen weder verhindert noch diskriminiert". Aus diesem Grund sei auch die Analogie in der Werbung nicht diskriminierend. Pankratz hält die Begründung des Werberates für "mindestens genauso diskriminierend wie die Werbung selbst", teilte sie in einer Aussendung mit. In weiten Teilen der Werbewirtschaft sei die Sensibilität für "heterosexistische" Diskriminierung "offenkundig nicht vorhanden".
 


 

Globaler Werbemarkt hat Talsohle erreicht
Studie sieht 2003 langsames Wachstum, Minus bei Printmedien
 

London (pte, 9. Dezember 02/11:29) - Die internationale Werbewirtschaft kann 2003 nach zwei Jahren der Flaute wieder mit Wachstum rechnen. Die globalen Werbeausgaben werden im kommenden Jahr in TV, Radio, Print, Kino, Außenwerbung und Internet um 2,9 Prozent steigen, berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf eine aktuelle Prognose des britischen Marktforschers ZenithOptimedia http://www.zenithoptimedia.com . Demnach werde das Wachstum vor allem von einem Wachstum in den USA getragen, wo knapp die Hälfte aller Werbeausgaben getätigt werden. Europa hinkt etwas hinterher, hat aber ebenfalls die Talsohle bereits erreicht.
 

"Wir sind ganz unten und der einzige Weg führt nach oben", erklärt Jonathan Barnard von ZenithOptimedia. Es werde aber kein atemberaubender Wachstumssprung sein, sondern eine langsame Erholung. Erst für 2004 erwartet er ein deutliches Wachstum getragen durch die US-Präsidentschaftswahlen und die Olympischen Spiele in Athen. 2003 werde das Werbevolumen weltweit mehr als 320 Mrd. Dollar betragen. Damit erhöht das Unternehmen eine frühere Prognose, die von 311 Mrd. Dollar ausging. Abgesehen von Online-Werbung, die um 9,1 Prozent wachsen soll, kann demnach TV das größte Plus erwarten (2,4 Prozent). Für die Printbranche lässt auch das nächste Jahr nichts Gutes erwarten: Die Prognose liegt bei einem Minus von 2,7 Prozent.
 

In Europa wird der Werbemarkt in diesem Jahr um 1,1 Prozent schrumpfen, während die USA ein Wachstum von 1,3 Prozent erreichen. 2003 erwartet ZenithOptimedia am alten Kontinent aber ein Wachstum von 2,5 Prozent. Auch Deutschland habe die Talsohle erreicht. Hier werde das Wachstum nur einen Prozent betragen. Der Werbemarkt in Frankreich soll demnach um 1,6 Prozent, in Italien um 2,8 Prozent sowie in Spanien und Großbritannien jeweils um 2,1 Prozent wachsen.
 

Der Schweizer Marktforscher Prognos http://www.prognos.ch rechnet für Deutschland im kommenden Jahr mit einem Plus bei den Werbeausgaben von zwei Prozent. Künftig müsse sich die Medienbranche auf "stark schwankende Werbemärkte" einstellen. Dies sei eine Normalisierung des Medienmarktes, der sich jetzt an Entwicklungen in anderen europäischen Märkten anpasse.
 


 

Werbeeffektivität der Pharmaindustrie sinkt
Rasant steigende US-Ausgaben bringen nichts und gehen auf Kosten der Forschung

Die Werbeausgaben der Pharmaindustrie sind in den vergangenen Jahren in den USA so rasant angestiegen, dass die Gewinnmarge pro Werbedollar und damit die Effektivität sinkt. 2001 haben die 14 größten Pharmakonzerne alleine in den USA neun Mrd. Dollar in Werbung und Promotion investiert. Auf jeden ausgegebenen Werbedollar kommt ein Gewinn von 17 Dollar, 1998 lag der Profit noch bei 22,2 Dollar. Trotz steigender Ausgaben ist die Promotion der Pharmaindustrie also ineffektiver geworden, so eine Analyse des US-Marktforschers Datamonitor http://www.datamonitor.com . In dem Bericht mit dem Titel "Pharmaceutical Promotional Effectiveness: Benchmarking Top Tier Companies by Country, Channel, Therapy Area and ROI" untersucht das Institut die Ausgaben für Werbung und Promotion der 14 größten Unternehmen in der Branche zwischen 1998 und 2001. Demnach sind die kleineren Unternehmen effektiver bei der Werbung als die meist durch Fusionen entstandenen Branchenriesen.

Die Pharmaindustrie investiert in den USA zwölf mal so viel wie in Deutschland, dem größten Pharmamarkt in Europa und weltweit nächstgrößten Einzelmarkt. Zwischen 1998 und 2001 sind die Werbeausgaben der 14 größten Unternehmen in den USA um durchschnittlich 32,4 Prozent pro Jahr gestiegen. Begünstigt wird diese Entwicklung durch den weitgehend unlimitierten US-Pharmamarkt, während in Europa meist Preis- und Marketingregulierungen bestehen. Auch europäische Unternehmen setzen auf den US-Markt. So hat dort beispielsweise der Schweizer Konzern Novartis laut Bericht seine Marketingausgaben im selben Zeitraum im Schnitt um jährlich 57 Prozent erhöht.

Dieses hohe Niveau der Werbeausgaben könne bei sinkenden Gewinnen nur auf Kosten der Forschung gehalten werden, so der Bericht. Die Ausgaben im Bereich der Forschung sind laut New York Times in den USA im selben Zeitraum um höchstens 16,6 Prozent pro Jahr gestiegen. Die beiden größten Pharmakonzerne der Welt, Pfizer und GlaxoSmithKline, stehen laut Bericht im Vergleich mit kleineren Unternehmen schlechter da. Der Gewinn pro Werbedollar fällt noch kleiner aus, weil sie eine viel breitere Produktpalette bewerben müssen. Synergien durch Fusionen können zumindest in diesem Bereich nicht genutzt werden.


 

EU beschließt Tabak-Werbeverbot ab 2005
Nur Deutschland und Großbritannien stimmen dagegen
 

Der Ministerrat der EU http://europa.eu.int hat heute, Montag, ein nahezu vollständiges Werbeverbot für Tabakwaren ab 2005 beschlossen. Die Entscheidung fiel mit überraschend hoher Zustimmung, nur Deutschland und Großbritannien stimmten dagegen. "Die gemeinsame Position des Rates, des Parlaments und der Kommission ist ein deutliches Signal an die Öffentlichkeit", sagte Gesundheits- und Konsumentenschutz-Kommissar David Byrne. "Der Ministerrat hat heute die Tabakindustrie dort getroffen, wo es weh tut", zeigte sich Byrne zufrieden mit der Entscheidung. Die Mitgliedstaaten müssen die Richtlinie bis 31. Juli 2005 in nationales Recht umsetzen.
 

Vor allem in Deutschland war der Widerstand gegen die nun beschlossene Richtlinie groß. Die zurzeit ohnehin in einer Krise steckenden Verlagshäuser würden dadurch jährlich rund 60 Mio. Euro verlieren, schreibt die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf den Verband Deutscher Zeitungsverleger (VDZ) http://www.vdz.de . Das Handelsblatt geht gar von einem Einnahmeverlust für die Werbewirtschaft von 200 Mio. Euro aus. Der Verband ist in Endzeitstimmung und sieht durch ein Werbeverbot neben Arbeitsplätzen sogar die Pressefreiheit bedroht. Für viele Stadtmagazine bedeute das Werbeverbot das Aus. Zudem befürchtet der Verband einen "Dominoeffekt der Werbeverbote".
 

Die deutsche Bundesregierung prüft laut Handelsblatt eine erneute Klage. Die Bundesärztekammer http://www.bundesaerztekammer.de betrachtet diesen Widerstand der Bundesregierung gegen das Tabakwerbeverbot als "skandalös". "Es ist unverantwortlich, die Interessen einzelner Wirtschaftszweige über die Gesundheit der Bevölkerung zu stellen. Wir können die Wirtschaft nicht gesund rauchen", sagte Bundesärztekammerpräsident Jörg- Dietrich Hoppe in Berlin.
 

Die Regelung sieht ein Werbeverbot in den Printmedien und im Rundfunk vor, im TV ist Tabakwerbung schon jetzt europaweit verboten. Hinzu kommt das Verbot des Sponsorings für Tabakunternehmen, wenn die Veranstaltung "grenzüberschreitend" ist. Ausgenommen vom Werbeverbot sind nur Fachmagazine im Bereich des Tabakhandels.
 

Die Vorgängerregelung wurde durch eine Klage Deutschlands beim Europäischen Gerichtshof (EuGH) im Jahr 2000 zu Fall gebracht. Damals meinte der EuGH aber, dass eine Richtlinie, die ein Werbeverbot zum Inhalt hat, "grundsätzlich zulässig" sei. Auf diese Feststellung baut EU-Kommissar Byrne. Die Kommission betont, der Spruch des EuGH aus dem Jahr 2000 sei in der neuen Richtlinie genau berücksichtigt worden. Seit heute weiß er 13 von 15 Mitgliedstaaten hinter sich, wobei Großbritannien an sich nicht gegen ein Werbeverbot ist.
 


 

Österreich Werbung setzt auf Wellness

"Der Wellness-Trend ist DER Wirtschaftsfaktor der kommenden zwei Jahrzehnte und diese vielversprechende Zukunft hat für die Österreich Werbung bereits begonnen", so Dr. Arthur Oberascher, Geschäftsführer der Österreich Werbung, im heutigen Pressegespräch in Wien.

Österreich liegt im europäischen Vergleich an dritter Stelle hinter Spanien und Italien als beliebteste Wellness-Destination. Die Zahl der Wellnesstouristen hat sich in den letzten fünf Jahren in Österreich nahezu verdoppelt! Heute sind es bereits 2,7 Millionen Gäste. Rechnet man auch jene hinzu, die während ihrer Ferien einmal eine Therme oder einen Fitnesstempel besuchen, so sind es rund 11 Millionen Wellnesstouristen jährlich.

Mehr als die Hälfte der Wellnesstouristen kommt aus Österreich (54%), gefolgt von den Deutschen (33%) und den Niederländern (3%). "Das Potenzial ist jedoch bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Alleine in Deutschland planen über 20 Millionen Menschen innerhalb der nächsten drei Jahre einen Urlaub rund um Wellness, Gesundheit und Kur. Davon müssten unsere Anbieter ganz klar profitieren können", ist Oberascher überzeugt. Denn der Wellnesstourist ist ein spendabler Gast. Gibt er doch im Durchschnitt 96 Euro pro Tag für seinen Urlaub aus; das ist weit höher als bei einem Durchschnittsgast, der nur 74 Euro ausgibt. Außerdem lieben sie den Luxus: über ein Drittel der Wellnesstouristen steigen in Häusern der 4- und 5-Stern-Kategorie ab. Die gesamte Wertschöpfung beträgt zurzeit pro Jahr rund 1,1 Milliarden Euro.

Das Investitionsvolumen in Thermen- und Wellnesseinrichtungen in den letzten Jahren ist enorm. Schätzungen zufolge wurden laut Österreich Werbung in den letzten zwei Jahren mehr als 200 Millionen Euro investiert, weitere 150 Millionen sind bereits für 2003 geplant.

Mit mehr als 350 ÖW-Marketingaktivitäten setzt die ÖW nächstes Jahr voll auf das Thema Wellness/Gesundheit. Neben Inseratkampagnen, TV-Spots, Internetwerbung, Events, Workshops, Messeauftritte und Direct Mails, die vor allem den Wellness- und Kururlaub bewerben, gibt es auch Kooperationen mit Reiseveranstaltern, die Operationen nach Österreich vermitteln. So kann man über den britischen Reiseveranstalter Operations Abroad sogar eine Hüft- oder Kniegelenksoperation in Österreich buchen. Nachdem die Wartelisten für Operationen in Großbritannien extrem lang sind, können britische Gäste diese Eingriffe in Wien, Klagenfurt oder Innsbruck durchführen lassen.

"Der boomende Gesundheitstourimus ist DER Megamarkt der Zukunft. Und er kommt unseren regionalen geografischen und wirtschaftlichen Voraussetzungen entgegen. Er ist das 'Gold' unserer Region, er birgt nicht nur Gesundheit und Wellness für den, der es konsumiert, sondern auch Wohlstand und Einkommen für die touristischen Dienstleister", so Oberascher abschließend.
 


 

Werbeslogans können europaweit geschützt werden
EuGH-Urteil öffnet Tür für Registrierung von Slogans als Marken
 

 Werbeslogans können in Zukunft europaweit als Marke geschützt werden. Das hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) http://curia.eu.int/de/index.htm in erster Instanz entschieden. Das Urteil liegt im allgemeinen Trend von Gerichten, berichtet die Financial Times Deutschland http://www.ftd.de . Die Eintragung von Markennamen wird zunehmend großzügiger gehandhabt. In Deutschland hatte bereits vor zwei Jahren der Bundesgerichtshof entschieden, dass Slogans als Marke eingetragen werden können, um sie so vor Nachahmung zu schützen.
 

"Es handelt sich um eine Grundsatzentscheidung, die für Unternehmen, Werbeagenturen und Markenentwickler von erheblicher Bedeutung ist", sagt der Düsseldorfer Anwalt Stephan von Petersdorff-Campen gegenüber der Wirtschafts- und Finanzzeitung.
 

Eingebracht wurde die Klage vom Möbelwerk Erpo mit Sitz in Ertingen in Deutschland. Das Unternehmen hatte sich den Slogan "Das Prinzip der Bequemlichkeit" europaweit als Markennamen schützen lassen wollen. Das Amt für Eintragung von Gemeinschaftsmarken hatte die Eintragung abgelehnt. Mit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofes (Aktenzeichen: T-138/00) wird die Entscheidung des Amtes aufgehoben. Einer Registrierung von Werbeslogans als Marken dürfte künftig europaweit nichts mehr im Weg stehen.
 


 

Tabakwerbung im Sport vor dem Aus
WHO, FIA, FIVA und IOC starten Anti-Rauch-Werbekampagne
 

Die in die dritte Runde gegangene Verhandlungsrunde der WHO http://www.who.int über eine Anti-Tabak-Konvention wird das Aus der Tabakwerbung in der Formel 1 bedeuten. Max Mosley, Präsident des Internationalen Automobil-Weltverbandes FIA, (Federation Internationale De L’Automobile Association) http://www.fia.com und die Direktorin der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Gro Harlem Brundtland, wollen sich auf eine entsprechende Resolution einigen. Die WHO hat bereits im Oktober ein globales Tabakwerbeverbot im Motorsport ab dem Jahr 2006 gefordert. Kommenden Mittwoch soll eine Einigung erzielt werden.
 

Zur Diskussion steht auch ein Rauchverbot in öffentlichen Gebäuden sowie das Verbot von Zigarettenwerbung in Sportstadien. Tabakunternehmen pulfern laut WHO Milliarden Dollar in das Sponsoring von Sportereignissen. Dies gefährde von allem Jugendliche, für die sportliche Events besonders attraktiv seien. Gleichzeitig mit der Kampfansage zahlreicher Nichtregierungsorganisationen gegen Tabakkonzerne haben 191 Regierungen den Startschuss für eine Anti-Tabak-Werbekampagne im Sportbereich gegeben. Das internationale olympische Komitee (IOC), die FIFA (Federation Internationale de Football Association) sowie die FIA unterstützen die Aktion. Internationale Athleten treten dabei als Mittler auf, so z.B. der kamerunische Fußballstar Roger Milla sowie der zweimalige Goldmedaillen-Gewinner im Rudern, der Italiener Guiseppe Abbanale.
 


 

Staatspreis Werbung letztmalig verliehen
Künftig gibt es nur mehr umfassenden Marketing-Preis
 

Wirtschaftsminister Martin Bartenstein http://www.bmwa.gv.at/ hat Dienstagabend den Staatspreis Werbung an das Hitradio Ö3 http://oe3.orf.at/ für seine von Barci & Partner/Young & Rubicam Vienna umgesetzte Imagekampagne vergeben. Dabei handelte es sich um die letzte Verleihung in dieser Form. Künftig wird es – mit Ausnahme des Bereiches PR – nur mehr den vor drei Jahren neu geschaffenen umfassenden Staatspreis für Marketing geben. Das Wirtschaftsministerium hat die Wirtschaftsstaatspreise im Bereich Werbung und Marktkommunikation im Zuge einer Neupositionierung unter der Dachmarke "Marketing" zusammengeführt.
 

Unter der Devise "Innovation durch E-Business in a New Economy" habe man ein spezielles Aktionsprogramm zur Bündelung und Verstärkung erfolgreicher Maßnahmen im Bereich der elektronischen Informations- und Kommunikationstechnologien erarbeitet. Ein besonderer Schwerpunkt gelte der Unterstützung kleiner und mittlerer Unternehmen bei der betrieblichen Einführung von E-Business, da die Möglichkeiten des elektronischen Geschäftsverkehrs "noch viel zu wenig genutzt" würden.
 

Die Entscheidung für Ö3 war bereits seit dem Sommer bekannt. Das Hitradio erhielt den Staatspreis Werbung laut Jury-Begründung für eine "brillante, harmonische, sehr ästhetische Kampagne, mit der es ausgezeichnet gelungen ist, Ö3 als Marke zu positionieren, das Ö3-Image weiter zu verbessern und die starke Marktposition zu festigen".



 

Werbemarktstudie: Tagespresse verliert weiter Marktanteile
Fernsehwerbung legt 20 Prozent zu
 

Der Werbemarkt wird sich zwar konsolidieren, die Gefahr einer Krise besteht jedoch nicht. Zu diesem Schluss kommt die Langzeitstudie "Werbemarkt 2011 Schweiz", welche die Basler Prognos AG http://www.prognos.ch im Auftrag von SevenOne Media Schweiz http://www.sevenone.ch erstellt hat. Die Nettowerbeumsätze im Jahr 2001 werden um 0,8 Prozent zurückgehen, 2002 um 1,0 Prozent. Besserung ist laut Prognos ab 2003 in Sicht, positive Werbeimpulse werden dann zu einem Wachstum von über 7 Prozent führen. Bis zum Jahr 2011 soll der Werbemarkt um 3,9 Prozent wachsen. Die Tagespresse gehört zu den Verlierern, sie büsst weiter Marktanteile ein. Das Fernsehen hingegen gewinnt über fünf Jahre fast 20 Prozent hinzu und wächst damit und doppelt so schnell wie der Gesamtmarkt.
 

Der TV-Markt wächst kontinuierlich von 536 Mio. Franken im laufenden Geschäftsjahr bis auf 692 Mio. im Jahr 2005. Für 2011 erwartet Prognos ein Volumen von 881 Mio. Franken. Mit der Onlinewerbung wird es ab 2003 wieder aufwärts gehen – nach dem Abwärtstrend dieses Jahres und einer Stagnation im Jahr 2002. Der Bereich wird bis 2005 auf 90 Mio. wachsen und bis 2011 auf 198 Mio. Franken. Die absoluten Wachstumsraten bleiben mittelfristig zweistellig und auch der Anteil am gesamten Werbemarkt wächst von 0,5 Prozent im Jahr 2001 auf 1,6 Prozent (2005) und 2,9 Prozent (2011). Der Marktanteil der Tageszeitungen sinkt weiter von 46,3 Prozent im laufenden Geschäftsjahr auf 44,1 Prozent im Jahr 2005. Die übrigen Gattungen bleiben relativ stabil.
 

Die SevenOne Media Schweiz AG ist eine hundertprozentige Tochter der deutschen ProSiebenSat.1-Gruppe. Sie wurde 1995 gegründet und betreibt die Schweizer Werbefenster auf Pro Sieben und Kabel1. Daneben ist sie für das Schweizer Zuschauermarketing aller Sender der Gruppe verantwortlich. Sie vermarktet den Pro Sieben Text Schweiz, sowie die Internetplattform der Gruppe.
 


 

Erster TV-Werbespot im Weltraum gedreht
Japan probt kommerzielle Nutzung der ISS
 

Das japanische Anzeigenunternehmen Dentsu http://www.dentsu.com/media/flash/homeFlash.htm hat die Produktion des ersten im Weltraum gedrehten TV-Werbespots angekündigt. Der Spot wird den in Japan beliebten Softdrink PocariSweat der Pharmafirma Otsuka http://www.otsuka.com bewerben und in der internationalen Raumstation ISS spielen.
 

Der TV-Spot wird heute, Freitag, und morgen im russischen Service-Modul gefilmt. Zwei Kosmonauten der russischen Sojus TM-33 wurden zuvor im Umgang mit dem Film-Equipment trainiert. Ein Kosmonaut wird vor der Kamera agieren, ein anderer als Kameramann. Mitte November wird die Rückkehr der Sojus-Kapsel erwartet. Der Zeitplan sieht vor, das aufwändige Filmprojekt bereits im Januar 2002 abzuschließen.
 

Der angekündigte TV-Spot wird somit nicht nur der erste im Weltraum produzierte Werbefilm sondern auch der erste kommerzielle Film in der ISS sein. Technisch soll erstmals eine High Definition (HD) TV-Kamera im Zusammenhang mit Real Time Remote im Weltraum verwendet werden. Das sind die für TV-Filme üblichen Formate. Der Dreh ist Teil eines umfassenderen Pilotprojekts, das von der nationalen japanischen Raumfahrtsbehörde NASDA http://www.nasda.go.jp/index_e.html unterstützt wird. Im Rahmen des Projekts sollen neue - auch kommerzielle - Anwendungen und Möglichkeiten für die experimentellen Module der ISS, insbesonders für das japanische Kibo-Labor, erprobt und gefördert werden.


 


 

Hirnforscher: Schlüssel für gute Werbung gesucht
Mehr Drittmittel der Werbeindustrie für teure Grundlagenforschung gefordert
 

Hirnforscher an den Universitäten in Bonn http://www.uni-bonn.de und Magdeburg http://www.med.uni-magdeburg.de versuchen derzeit zu ergründen, warum bestimmte Werbekampagnen erfolgreicher sind als andere. Und welche Reaktionsmuster beim Konsumieren von Werbung im Gehirn ablaufen. Die tausendfache Bilder- und Informationsflut, der sich die Betrachter und Hörer von Werbung tagtäglich erwehren müssen, löst unterschiedliche Reaktionen aus. Aber egal ob witzig oder langweilig, schrill oder eher bieder: Ein Urteil darüber, ob der Spot gut oder schlecht gemacht ist, fällt jeder Konsument sofort.
 

Christian Elger, Initiator der "Dekade des menschlichen Gehirns" http://www.menschliches-gehirn.de , ist überzeugt, in einigen Jahren objektive Kriterien dafür entwickeln zu können, wie Werbung effizienter und damit kostengünstiger eingesetzt werden kann. Hans-Jochen Heinze von der Universität Magdeburg zeigte mehreren Versuchspersonen Werbefilme, während ihre Hirnfunktion in einem Kernspintomographen aufgezeichnet wurden. Die Auswertung zeigte deutlich, dass erfolgreiche Werbung insbesondere die Hirnareale für Aufmerksamkeit, Emotionen und Gedächtnis anregt. Die Wissenschaftler wollen nun gezielt an die Werbeindustrie herantreten, um mehr Drittmittel für ihre teure Grundlagenforschung bereit gestellt zu bekommen.
 

Werbung ist laut Forschern aber nur ein Beispiel unter etlichen Anwendungsbereichen, an denen das Leistungsvermögen moderner Hirnforschung dokumentiert werden kann. Das menschliche Gehirn ist noch immer eine weithin unbekannte Wissenschaftsregion, obwohl es
über enorme Leistungsmerkmale verfügt. So ist die Übertragungsrate von Informationen im Gehirn 150 mal so schnell wie bei einer ISDN-Leitung. Rund die Hälfte des gesamten genetischen Materials des Menschen werden für den Aufbau des Gehirns benötigt.
 

Die Nasa entwickelt bereits heute die Cockpits ihrer Raumstationen in Zusammenarbeit mit Hirnforschern. Sie helfen dabei, die Ergonomie der hochkomplexen Technologien zu verbessern. Das erleichtert die Arbeit der Astronauten, führt zu schnelleren und besseren Resultaten und senkt die Fehlerquote. Elger kann sich als Herausforderung auch vorstellen, dass Hirnforscher an der Perfektionierung eines Formel 1-Rennautos mitwirken, "um die eine oder andere Zehntelsekunde herauszuholen".
 

"Das Verständnis vom menschlichen Gehirn wird die weitere technische und gesellschaftliche Entwicklung sehr stark prägen", sagt Elger voraus. So könnte die Hirnforschung in fünf bis acht Jahren objektivierbare und damit sichere Aussagen über die Therapierbarkeit eines Sexualstraftäters machen.


 

Neues Portal für Wiener Werbebranche entsteht
Webagentur Factory relauncht werbungwien.at
 

Die Wiener Werbebranche erhält ein neues Portal, das von der Fachgruppe Werbung und Marktkommunikation der Wirtschaftskammer Wien zur Verfügung gestellt wird. Den Zuschlag für den Relaunch und umfassenden Ausbau der Site werbungwien.at wurde der Webagentur Factory - http://www.factory.cc - erteilt. Werbungwien.at soll die Wiener Werbebranche nach außen repräsentieren und zahlreiche nützliche Services für die rund 6.200 Mitglieder bereitstellen. Die erste Phase des Relaunches wird voraussichtlich Mitte November 2001 online zu bestaunen sein.
 

Werbungwien.at wird für die Branche zu einem modernen und interaktiven Kommunikationstool ausgebaut. Die Inhalte des Portals umfassen z.B. zahlreiche nützliche Informationen für und über die Branche, Diskussionsforen und eine Jobbörse. Mit der Hilfe des Portals können zudem die Leistungen der Fachgruppe rascher kommuniziert werden. Dabei wird auf ein dem Image entsprechendes Look & Feel Wert gelegt und auf hohe Benutzerfreundlichkeit gesetzt.
 

"Bei der Erstellung des Konzepts wurden wir vor zwei große Herausforderungen gestellt.", erklärt Friedrich Vesely, Geschäftsführer von Factory. "Erstens die Anforderung, dass Inhalte aus unterschiedlichsten Quellen ausgewählt, aufbereitet und gebündelt werden müssen. Dafür wurde ein vielseitiger Content-Mix ersonnen, der hilfreiche Informationen für die gesamte Branche auf einer Site übersichtlich versammelt. Zweitens das Design. Gerade die Werbebranche setzt natürlich höchste Ansprüche in Ästhetik, Usability (Benutzerfreundlichkeit) und Funktionalität einer Web-Site.", so Vesely.
 

Ergänzend zum Konzept für den Relaunch wurden von Factory auch Maßnahmen für die Weiterentwicklung mitpräsentiert. So wird in den kommenden Monaten der Service-Charakter von werbungwien.at weiter ausgebaut. Dazu gehören aktuelle Schwerpunktthemen wie z.B. Informationen über Werbeverbote in der EU. Neben den Mitgliedern der Fachgruppe und Werbeleuten, die sich in der Ausbildung befinden, sollen mit der Web-Site auch verwandte Gewerbe und potentielle Auftraggeber angesprochen werden.
 

Factory, unter anderem durch Webauftritte von pressetext.austria, Datacontact, E-Lisa oder die Funsite kuh.at bekannt, konnte sich mit ihrer Präsentation durchsetzen. Die Webagentur übernimmt das Design, die Programmierung und teilweise auch die Contenterstellung für werbungwien.at. Die erste Phase des Relaunches wird Mitte November 2001 abgeschlossen werden.
 

About Factory
Factory unterstützt seit 1994 Unternehmen mit der Produktion von Kommunikations-Design Lösungen. Das Spektrum reicht von der Konzeption bis hin zur Realisierung. Sukzessive wurden die klassischen Kompetenzen erweitert (Entwicklung von Corporate Designs, Corporate Communications) und neue Medien (CD-ROM, Internet) erschlossen.
 

Seit 1999 richtet die Agentur ihren primären Focus auf das Internet. So wurden z.B. Projekte für e-Lisa, Ingenio, Kiwwi Telecom, ÖBAU, pressetext.austria und T-Online erfolgreich abgeschlossen.


 


 

Erste Ausgabe von "medianet" erschienen

Als "Österreichs erste Tageszeitnug für Marktkommunikation, Medien und Werbung" ist am
Dienstag "medianet" aus dem Hause Radda & Dressler ("WirtschaftsBlatt") erschienen. Das
achtseitige Blatt soll künftig Dienstag bis Freitag erscheinen und über Abonnement zu
beziehen sein. Als Herausgeber und Chefredakteur fungiert Christian Krebs, der auch den
Online-Dienst medianet.at aufgebaut hat.

Über die Perspektiven seines jüngsten Projektes zeigte sich Verleger Chris Radda bei der
Präsentationsveranstaltung am Montagabend zuversichtlich: Das Interesse der Anzeigenkunden
sei erfreulich hoch, meinte er. Die Startauflage beträgt 8.900 Stück, beworben wird
"medianet" durch eine Abo-Aktion im "WirtschaftsBlatt" sowie im Internet. Bis Jahresende ist
das Abonnement gratis, dann beläuft sich der Preis auf 1.800 Schilling (130,8 Euro) pro
Jahr.

 


 

Studie: Werber vernachlässigen Ausländer
Potenzielle Zielgruppe ist meist jung und konsumfreudig
 

Viele Werber vernachlässigen Ausländer in Deutschland als Zielgruppe, so das Ergebnis einer von der Zeitungsmarketing-Gesellschaft (ZMG) http://www.zmg.de in Auftrag gegebenen Studie. Dabei seien in Deutschland lebende Ausländer zumeist konsumfreudig und informierten sich aus deutschen Tageszeitungen. Es lohne sich, Ausländer gezielt in der Werbung anzusprechen, meint Jochen Schmitz von der ZMG. Bisher kämen Ausländer vor allem in Spots vor, um beim deutschen Publikum für landesspezifische Produkte zu werben.
 

Für die Untersuchung habe das Institut Marplan 3.264 Personen befragt. Die Ergebnisse seien repräsentativ für 5,3 Mio. Türken, Italiener, Spanier, Griechen, Bürger des ehemaligen Jugoslawiens sowie Spätaussiedler aus Polen und der ehemaligen Sowjetunion. Die Studie ist nach Angaben der ZMG die erste Umfrage, die bundesweit das Lese- und Konsumverhalten aller großen ethnischen Gruppen untersucht hat. Der Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf der Nutzung von deutschen Tageszeitungen. Die ZMG vermarktet die deutschen Zeitungen als Werbeträger.
 

Fast vier Mio. Ausländer in Deutschland lesen laut der Studie die deutsche Presse. Die Mehrheit davon mehrmals pro Woche, rund eine Mio. fast täglich. Die Nutzungshäufigkeit hänge mit dem Stand der Deutschkenntnisse zusammen. Je nach Alter und Nationalität unterscheiden sich diese. Italiener (31 Prozent) und Spanier (29 Prozent) lesen demnach am häufigsten täglich deutschsprachige Presse, Türken (16 Prozent) und Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion (14 Prozent) am wenigsten. Die meisten Befragten lesen nach ihren Angaben nur alle sieben bis 14 Tage Zeitungen in ihrer Muttersprache. Diese Titel erreichten vor allem Leser über 50 Jahre.
 

Mit durchschnittlich 35 bis 39 Jahren sei die Zielgruppe wesentlich jünger als die deutsche Bevölkerung und mit einem Haushaltsnettoeinkommen von rund 3.800 Mark im Monat nicht weit entfernt vom durchschnittlichen Einkommen einheimischer Haushalte (4.060 Mark). Viele Ausländer seien zudem äußerst markenbewusst. Geschäfte mit ausländischen Produkten spielten eine geringere Rolle als oftmals angenommen.
 


 

Studie: Österreichische Werbewirtschaft nicht konkurrenzfähig
Kommunikationswirtschaft fordert Abschaffung der Werbesteuer
 

Der österreichische Werbemarkt ist derzeit nicht konkurrenzfähig, die Rahmenbedingungen haben sich zum Schlechteren gewendet. Dies erklärte Josef Leitner, Geschäftsführer von Focus Media Research, heute, Dienstag, im Rahmen einer Pressekonferenz zum Thema Kommunikationswirtschaft. Laut einer Focus-Studie erreichte das Wachstum der österreichischen Werbewirtschaft im Jahr 1999 einen Spitzenwert von 15 Prozent, sank 2000 auf 8,4 Prozent und beträgt dieses Jahr nur mehr 4,8 Prozent.
 

Optimistischer fällt Leitners Prognose bis zum Jahr 2010 aus. Die Focus-Studie rechnet mit einer Steigerung des Pro-Kopf-Werbeaufwands von derzeit 3.500 auf 5.400 Schilling. Der Anteil der klassischen Werbung am BIP wird sich demnach von 0,92 auf 1,6 Prozent erhöhen. Eine Voraussetzung für diese Prognose ist die Abschaffung der Werbeabgabe. "Andernfalls werden internationale Budgets attraktivere Standorte suchen und finden", so Leitner.
 

"Wolken am Konjunkturhimmel" sieht auch Walter Ruttinger, Vorsteher des Fachverbands Werbung und Marktkommunikation http://www.fachverbandwerbung.at . Ruttinger bezifferte den Anteil der Mitgliedsbetriebe am BIP (inklusive Marktforschung und "Below the Line"-Aktivitäten wie Direct Mailing) mit 2,2 Prozent. Die Werbesteuer belaste die Wirtschaft mit 1,2 Mrd. Schilling. "Es ist unverständlich, dass es diese Steuer noch gibt, eine Abschaffung bis 2003 muss möglich sein." Matthias Krenn, Vizepräsident der Wirtschaftskammer http://wko.at , will sich für einen "prominenten Rang" der Abschaffung der Werbesteuer im Zuge der nächsten Steuerreform einsetzen.
 

Hinsichtlich der geplanten Erhöhung der Postzeitungstarife (vgl. pte: http://www.pressetext.at/show.pl.cgi?pta=010810036 ) fürchtet Ruttinger, dass die Verlage "unter wirtschaftlichen Druck geraten und in weiterer Folge die Anzeigentarife erhöhen". Krenn sieht hier einen höheren Handlungsbedarf als bei der Abschaffung der Werbesteuer. Alternative Postzustelldienste seien zu überlegen. "Mit der Förderung des Wettbewerbs ist der Kostenexplosion Einhalt zu gebieten", erklärte Krenn.
 

Die Kommunikationswirtschaft soll laut Ruttinger künftig auch in den Gremien des ORF vertreten sein: "Die Mitgliedsbetriebe des Fachverbands bestreiten die Hälfte des ORF-Budgets, können jedoch in keinem entscheidenden Gremium mitreden". Krenn will sich dafür einesetzen, dass die Kommunikationsbranche entweder im Stiftungsrat oder zumindest im Publikumstat des ORF vertreten ist. Eine schriftliche Unterstützung von Vizekanzlerin Susanne Riess-Passer liege bereits im Fachverbands-Büro.
 


 

Studie: Werbung wirkt am besten mit Musik und Humor
Zeichentrick und direkte Produktdemonstration kommen nicht gut an

 Die Verwendung von Humor und Musik bei Werbespots kommt bei Konsumenten besonders gut an. Nachteilig für Werbebotschaften sollen Produktdemonstrationen und Zeichentrickelemente sein. Das ergab eine Studie von SevenOne Media http://www.sevenonemedia.de, einem Vermarktungsunternehmen der ProSiebenSat.1-Gruppe. Es wurden inhaltliche und formale Kriterien untersucht, nach denen Zuschauer Werbespots beurteilen. Die inhaltliche Gestaltung ist demnach am wichtigsten. Einen Zusammenhang zwischen dem Programm und der Bewertung von Werbespots konnte die Studie nicht feststellen. Die Spot-Position innerhalb eines Werbeblocks hat auch keinen Effekt auf seine Bewertung, so die Analyse.

Generell schneidet Werbung für Dienstleistungen und Gebrauchsgüter besser ab als Spots für Verbrauchsgüter. Autospots erzielten beispielsweise überdurchschnittlich gute Bewertungen, während Wasch-, Putz- und Körperpflegemittel weniger positiv beurteilt wurden. "Spots für Autos verwenden häufiger Humor und Musik, Werbung für Wasch- oder Putzmittel enthält häufiger Produktdemonstrationen oder Zeichentrickelemente", erläuterte Johanna Teichmann, Leiterin Advertising Research bei SevenOne Media.

Für die Studie wurden 326 Personen zwischen 19 und 49 Jahre mit Real-Time-Response-Tests befragt. Hierbei beurteilen die Zuschauer beim Ansehen von Programmen oder Werbung mit Hilfe eines kleinen Handinstruments zeitnah jede Sequenz.


 


 

Werbe Akademie startet Fachrichtung Mediaberatung
Ausbildungslücke soll geschlossen werden
 

Die Werbe Akademie http://www.werbeakademie.at/ startet eine spezielle Ausbildung für Mediaberater. Die von Manfred Pretting, Direktor der Werbe Akademie, und Herta Zink, Vorsitzende vom Forum Media Planung und Leiterin der Media-Agentur von Demner, Merlicek & Bergmann, konzipierte "Fachrichtung Mediaberatung" richtet sich sowohl an Branchen-Einsteiger als auch an Interessenten, die bereits in der Werbebranche tätig sind und sich in diesem Spezialgebiet weiterbilden wollen. Der knapp ein Jahr dauernde Abendkurs findet am WIFI Wien statt.
 

Der in den vergangenen beiden Jahrzehnte kontinuierlich anwachsende Gesamtwerbeaufwand von fünf Mrd. Schilling (1982) auf 26 Mrd. (2000) erfordere die Auseinandersetzung mit der Medialandschaft in Österreich und der Mediaforschung, so die Werbe Akademie in einer Aussendung. Zwar würden seit rund 15 Jahren eigene Media-Agenturen in Österreich diesbezügliche Dienstleistungen, die durch die steigenden Anforderungen im Marketing-Mix und durch das Hinzukommen der Neuen Medien enorm an Bedeutung gewonnen haben, anbieten. Doch der Ausbildungssektor habe mit den Marktbedürfnissen nicht mithalten können. Diese Lücke soll nun mit der Fachrichtung Mediaberatung geschlossen werden.
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:44
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