USA: 1.000 Atomkraftwerke für Wasserstoff-Autos
Britischer Wirtschafter erstellt Studie für
Komplettumstieg
1.000 neue Atomkraftwerke oder halb Kalifornien zum
Windpark machen: Das sind die Aussichten wenn es zu einer Komplettumstellung
auf Wasserstoff-Autos in den USA kommt. Dass die Umstellung auf
Wasserstoff-Fahrzeugen in Großbritannien mit großen Kosten verbunden ist,
hat der britische Wirtschaftswissenschafter Andrew Oswald dargestellt (pte
berichtete
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=041007007 ). Nun hat der
Wissenschaftler der University of Warwick ein Modell für die USA gemacht,
berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature
http://www.nature.com .
Die Zahlen für die USA aber bei weitem höher, wie das errechnete Modell
zeigt: Halb Kalifornien müsste mit Windrädern bestückt oder 1..000 neue
Atomkraftwerke müssen errichtet werden, um Wasserstoff in diesen Mengen
herzustellen. "Wasserstoff wird derzeit in erster Linie aus Methan
produziert. Bei diesem Prozess wird auch CO2 frei", meint Energieexperte Jim
Oswald, der ebenfalls an der Studie teilgenommen hat. Wasserstoff ist
umweltfreundlicher als fossile Treibstoffe, da die Abgase nur aus
Wasserdampf bestehen. Für die Herstellung des Wasserstoffs sind jedoch
fossile Brennstoffe erforderlich. "Heute ist Wasserstoff daher keine saubere
und grüne Alternative", so Jim Oswald. Die einzige Art Energie in großen
Mengen herzustellen, sehen die beiden Wissenschaftler in der Kernenergie.
In beiden Staaten, in Großbritannien wie in den USA, wird ein Drittel der
gesamten fossilen Brennstoffe für den Verkehr verwendet. Großbritannien
verbraucht etwa ein Zehntel der Energiemengen der USA. Die beiden Forscher
gehen davon aus, dass es niemals eine "Wasserstoff-Wirtschaft" geben werde.
Und von der Variante mit Energie sparsamer umzugehen halten die beiden
Forscher auch wenig. Das sei einfach unwahrscheinlich, weil es extrem
unpopulär sei, attestieren sie.
Die Studien der beiden Oswald-Brüder sind aber unter anderen Experten nicht
unbestritten. "Diese Meinungen sind extrem pessimistisch", so Paul Ekins,
Experte für Energiewirtschaft am Policy Institute of London. Die
Wasserstoff-Technologie sei kein kurzfristiges Energieprojekt. Es müsse noch
fundamentale Änderungen für einen Durchbruch geben, meint Ekins. Es gibt
zahlreiche Untersuchungen wie man Wasserstoff sauber herstellen kann, dazu
zähle etwa die Möglichkeit CO2 in den Untergrund zu pumpen und daraus
Wasserstoff zu produzieren. Diese Variante sei noch nicht versucht und
getestet worden.

Weltkongress zur Wasserstoff-Technik eröffnet
Über 400 Teilnehmer präsentieren neue Wege der Herstellung
und Speicherung
Um Chancen und Potenziale der Wasserstoff-Technologie geht es seit heute,
Montag, in Stralsund auf dem internationalen Fachkongress "Hypothesis IV"
http://www.hypothesis.de .
Insgesamt werden 400 Teilnehmer bis Freitag neue Wege zur Herstellung,
Speicherung und energetischen Umwandlung von Wasserstoff vorstellen werden. In
einer Gemeinschaftsausstellung präsentieren sich Forschungsinstitute,
Unternehmen sowie mehrere Brennstoffzellen-Initiativen.
Nach Ansicht des Schweriner Umweltministers Wolfgang Methling kommt der
Wasserstoff-Technologie eine entscheidende Bedeutung bei der zukünftigen
Energieversorgung zu. Außerdem eröffne sie neue Wirtschaftsfelder mit
anspruchsvollen und zukunftssicheren Arbeitsplätzen. Gastgeber ist die
Fachhochschule Stralsund
http://www.fh-stralsund.de , die sich seit zehn Jahren mit technischen
Möglichkeiten der Wasserstoffnutzung in Kraftfahrzeugen beschäftigt. "Der aus
Wasser herzustellende und somit nahezu grenzenlos verfügbare Wasserstoff kann
an Stelle flüssiger Energieträger eingesetzt werden", so der Stralsunder
Wasserstoff-Experte Jochen Lehmann. In den vergangenen Jahren habe Wasserstoff
insbesondere durch die rasante Entwicklung neuer Brennstoffzellen beträchtlich
an Bedeutung gewonnen.
Allein die Automobilkonzerne investierten inzwischen Milliarden-Summen in
die innovationsträchtige Forschung, die einen wesentlichen Beitrag zur
Verringerung klimaschädigender Abgase leisten könne.
