Vogelgrippe: 50 % aller Wr. Betriebe
kontrolliert, Hühner gesund
Das Veterinäramt appelliert an die Bevölkerung, keine Wildvögel zu
füttern
Seit Sonntag Früh besuchen AmtstierärztInnen der MA 60 (Veterinäramt) in
Begleitung eines Desinfektors des Gesundheitsamtes alle Geflügel haltenden
Betriebe in der Schutzzone, die den gesamten 21. und 22. Wiener
Gemeindebezirk umfasst. "Die Wiener Tierhalterinnen und Tierhalter sind
äußert kooperativ und diszipliniert. In allen kontrollierten Betrieben wurde
die Stallpflicht für das Geflügel zu 100 Prozent eingehalten", erklärt der
Leiter des Veterinäramtes, Dr. Walter Reisp, gegenüber der
Rathaus-Korrespondenz. Bis Montag Abend wurden bereits knapp die Hälfte der
insgesamt 90 Betriebe besucht. Im Zuge dieser Kontrollen wird das Geflügel
genau untersucht. Das erfreuliche Ergebnis keinerlei Hinweise darauf, dass
der Vogelgrippe-Virus von den Wildtieren auf heimisches Hausgeflügel
übertragen wurde", so Reisp.****
Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr. Die Stadt Wien habe alle vom
Gesundheitsministerium verordneten Maßnahmen zur Verhinderung der
Ausbreitung der Geflügelpest sofort gesetzt, so Reisp. Einen eindringlichen
Appell richtet Reisp an die Wienerinnen und Wiener: "Um unnötigen Kontakt zu
vermeiden, soll das Füttern von Wildtieren unbedingt unterlassen werden! Die
Tiere leiden keinen Hunger, die MA 42 füttert alle Wildvögel ausreichend",
unterstreicht der Leiter des Veterinäramtes. Außerdem sollte der direkte
Kontakt mit Vogelkot oder toten Vögeln vermieden werden. "Keine
Vogelgrippe-Gefahr für Menschen geht von Hunden, Katzen und anderen
Heimtieren aus", betont Reisp.
Wer einen toten Vogel findet oder Fragen zum Thema Vogelgrippe in Wien
hat, kann sich rund um die Uhr an die Hotline der MA 60 unter der
Telefonnummer 4000/8060 wenden!
Bis heute gibt es in Wien erst einen dringenden Verdachtsfall in Sachen
Vogelgrippe. 100-prozentige Sicherheit über die Todesursache des
betreffenden Schwans wird erst das Ergebnis aus dem EU-Referenzlabor im
britischen Weybridge bringen. Das Ergebnis wird noch diese Woche erwartet.

Schabl: Vogelgrippe-Verdacht in NÖ:
Alle Vorsichtsmaßnahmen getroffen
Erster Verdachtsfall ist kein Grund zur Panik
"Der erste in Niederösterreich aufgetretene Vogelgrippe-Verdachtsfall ist
kein Grund zur Beunruhigung für die Bevölkerung, es handelt sich nach wie
vor um eine Tierseuche", so NÖ-Gesundheitslandesrat Emil Schabl in einer
ersten Reaktion auf das Bekanntwerden des ersten Falls in NÖ. "In
Niederösterreich wurde aus gesundheitspolitischer Sicht alles unternommen,
um für das Auftreten der Vogelgrippe gerüstet zu sein. Rund um den Fundort
wurde bereits eine Sperrzone eingerichtet und die notwendige Ausrüstung für
Schlüsselkräfte wie Rettung oder Feuerwehr ist bereits vorhanden", so Schabl
abschließend.

Vogelgrippe hat Österreichs Grenzen
erreicht!
Toni's Freilandeier setzt bereits seit Monaten umfassende Maßnahmen
in Form gezielter Risikoabschätzungen, strengster Hygienemaßnahmen und
erhöhter Kontrollfrequenzen vor Ort
In diesen Minuten hat das Bundesministerium für Gesundheit und Frauen eine
neue Verordnung die den Umgang mit dem jüngsten Vogelgrippevorfall in
Slowenien regeln soll erlassen. Anlässlich des Vorfalles in St. Primoz wurde
von der slowenischen Veterinärverwaltung um den Fundort des aufgefundenen
toten Schwanes eine 3 km reichende Schutzzone eingerichtet. Österreich ist
von dieser Schutzzone nicht betroffen. Wohl aber betrifft Österreich die 10
km reichende Überwachungszone. Von den damit in Verbindung stehenden
Einschränkungen sind derzeit 3 Toni's Freilandeierbetriebe in den
steirischen Gemeinden Soboth, Wernersdorf und Eibiswald betroffen.
Für die Freilandhühnerbetriebe in diesen Gemeinden gilt daher erneut die
Stallpflicht. Auf den betreffenden Betrieben wurde einer Überprüfung des
Gesundheitszustandes des Tierbestandes durch den Amtstierarzt durchgeführt.
Natürlich werden die Betriebe auch von unserem Betreuungstierarzt laufend
untersucht.
Toni's Freilandeier setzt schon seit Anfang Oktober 2005 zudem weitere
Maßnahmen um die Sicherheit der Freilandhaltung auch in Krisenfällen
gewährleisten zu können. In den letzten Monaten wurde in enger
Zusammenarbeit zwischen Ornithologen, Tierärzten und Behörden ein neues
Vermeidungsprogramm gegen die Vogelgrippe entwickelt. Federführend bei der
Entwicklung des Programms: Der Grazer Orni¬tho¬loge MMag. Dr. Helwig
Brunner, Geschäftsführer von Ökoteam - Technisches Büro für Biologie, der
Systemanalytiker DI Hermann Katz (Institut für angewandte Statistik und
Systemanalyse, Joanneum Research) sowie der Tierarzt Dr. Heinz Strahl, die
das System in einem interdisziplinären Arbeitsprozess entwickelten. Auch das
Gesund¬heits¬ministerium interessiert sich bereits für dieses freiwillige
Vorsorgeprogramm.
Eine differen¬zierte Risikoabschätzung der Betriebe - unter Berücksichtigung
ihrer geograph¬i¬schen Lage entlang der Vogelzug-Strecken bzw. der
hygienischen Standards der Tierhaltung - soll es ermöglichen, allfällige
freiwillige Vorsichtmaßnahmen regional auf einige wenige Betriebe zu
beschränken.
"Wir haben bereits im Frühjahr 2004 mit Experten zusammengearbeitet und
eine Risikoeinschätzung unserer rund 300 Betriebe durch¬führen lassen.
Dieses System unterstützt die von der Behörde in ganz Österreich
vorgenommenen Untersuchungen bei Haustieren und Wildvögeln. Es hat uns
zuverlässig dabei geholfen, das Risiko auf unseren Betrieben genau
einzuschätzen und im Anschluss daran entsprechende betriebsspezifische
Maßnahmen zu setzen. Wir müssen dafür sorgen, dass die Einschleppung der
Tierseuche mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln verhindert wird.
Sollte es dennoch zu einem Ausbruch in Österreich kommen, so hat die Behörde
für diesen Fall ein ausgezeichnetes Seucheneindämmungsprogramm, sowie ein
Schutzprogramm für die betroffenen Betriebe entwickelt, welches eine
großflächige Verbreitung der Vogelgrippe in Österreich verhindert", so Toni
Hubmann.
Aufgrund der bereits getroffenen Vorkehrungsmaßnahmen ist eine umfassende
Stallpflicht für ganz Österreich im Einklang mit dem Gesundheitsministerium
derzeit nicht notwendig.
Gezielte Risikoabschätzung statt flächendeckender Verbote
Das in den letzten Monaten entwickelte Vorsorgeprogramm soll in Zukunft
das Einsperren der Freilandhennen verhindern. Statt pauschal zu verhängenden
Vorschriften wird im Rahmen des Vor¬sorge¬programms eine differenzierte
Betrachtungsweise der einzelnen Betriebe ent¬wickelt, die der jeweiligen
Risikosituation bestmöglich Rechnung trägt. Das Vorsorge¬pro¬gramm gewährt
damit einerseits maximale Sicherheit, andererseits werden über das
Sicherheitsziel hinausgehende und damit überflüssige betriebliche
Ein¬schränk¬ungen vermieden.
Das potenzielle Risiko einer Übertragung der Vogelgrippe von wildlebenden
Wasser¬vögeln auf Hühner in Freilandhaltung wird für jeden Betrieb einzeln
und zeitlich differenziert beurteilt (= Risiko-Screening).
Dabei werden die folgenden Kriterien zur Bewertung und Einstufung
herangezogen:
- geografische Lage
- Entfernung des Betriebes zu Gewässern, die Rastplatz für
Wasservögel sind oder sein können
- Hygienestatus des Betriebes, bewertet aufgrund von
veterinärmedizinischen und allgemein-hygienischen
Routinekontrollen
- Rückmeldungen der Landwirte aus einer Fragebogenaktion zum
Auftreten von Wasservögeln im Nahbereich der Betriebe
- Jahreszeit
Die Einzeldaten werden zu einer halbmonatlichen Gesamtrisikoeinschätzung
(also zu insgesamt 24 Einzelwerten pro Jahr) verknüpft. Für jede Risikostufe
werden geeignete Maßnahmen vorgesehen, die vor allem verschärfte
Hygienemaßnahmen und zeitlich verdichtete tierärztliche Kontrollen
(Überprüfung von Blut oder Kot auf Viren) umfassen.
Unter diesen Voraussetzungen, die eine punktgenaue Einschätzung der
Risikofaktoren für jeden Betrieb ermöglichen, ist ein flächendeckendes
Verbot der Freilandhaltung in Zukunft weder notwendig noch sinnvoll.
Zusätzliche Eigenvorsorge durch den Betriebstierarzt im Überwachungsgebiet
Zusätzlich zu den zwingend für die im Überwachungsgebiet vorgeschriebenen
Kontrollen durch den Amtstierarzt, wird bei Toni's Freilandeier eine
Eigenvorsorge durch den renommierten Geflügelfachtierarzt Dr. Heinz Strahl
durchgeführt. Bei diesen Kontrollen vor Ort werden neben dem Herdenverhalten
auch serologische Untersuchungen auf Antikörper durchgeführt. Dabei werden
nicht nur hochpathogene Virenstämme beobachtet, sondern auch die für die
Tiere ungefährlichen sogenannten niederpathogenen Virenstämme.
"Mit diesen zusätzlichen Kontrollen soll einerseits nachgewiesen werden
können, ob unser Geflügel überhaupt Kontrakt zu wildlebenden Wasservögeln
hat. Andererseits sollen aber auch mögliche niederpathogene Virenstämme
nachgewiesen werden, aus denen in weiterer Folge die für die Tiere
gefährlicheren hochpathogenen Virenstämme entstehen können", erklärt Dr.
Heinz Strahl diese Maßnahmen. "Der Nachweis hochpathogener Virenstämme ist
deshalb so schwierig, weil ein derart aggressives Virus sehr schnell zum Tod
des betroffenen Tieres führt und daher eine entsprechende Blutprobenentnahme
zu spät kommen würde", so Dr. Strahl weiter.
Seit November 2005 wurden bei allen Toni's Freilandbetrieben etwa 2000
derartiger Untersuchungen durchgeführt, die allesamt negativ waren. Wir
können daher mit Gewissheit sagen, dass weder hoch- noch niederpathogene
Virenstämme innerhalb unserer Legehennenherden vorzufinden sind.
"Ich bin überzeugt davon, dass es uns mit diesen umfassenden Maßnahmen
gelungen ist, ein System zu entwickeln, das die berechtigten Erwartungen der
Konsumenten an höchste Sicher¬heit und strenge Kontrollen erfüllt und
gleichzeitig den Landwirten und Tieren unnötige Auflagen erspart", erklärt
Toni Hubmann.

Vogelgrippe: Kärnten trifft
empfohlene Vorsichtsmaßnahmen
LR Schantl: Vorgaben von WHO und Gesundheitsministerium werden
umgesetzt
Gesundheitsreferent LR Wolfgang Schantl hat am Montag sicher gestellt, dass
im Notfall ein ausreichendes Kontingent des Grippemedikamentes Tamiflu
innerhalb von drei Stunden von der Herstellerfirma Roche zur Verfügung
gestellt wird. Zwar bestehe kein Grund zur Panik, Kärnten müsse aber für den
Fall der Fälle gerüstet sein. Konkret sei das Tamiflu ausschließlich für
Personen gedacht, die mit am Vogelgrippevirus erkrankten Tieren in Kontakt
gekommen seien. Das ursächlich gegen die Influenza-Erreger wirkende
Medikament sei allen aktuellen Daten der WHO zufolge sehr gut zur Behandlung
von H5N1-Infektionen beim Menschen geeignet. Über einen Einsatz des
Medikamentes werde im Einzelfall entschieden, eine präventive Bevorratung
durch Privatpersonen sei nicht notwendig.
Des weiteren hat der Gesundheitsreferent noch einmal Druck gemacht, den
Lieferzeitraum für die laut Pandemieplan bestellten 60.000 Portionen Tamiflu
so weit wie möglich zu verkürzen. Seitens des Herstellers wurde bereits
zugesagt, das Kontingent statt im November schon im August des Jahres zu
liefern. Eine weitere Vorverlegung des Liefertermins wird von Schantl
angestrebt: "Wir werden Druck machen, dass Kärnten das Medikament so rasch
wie möglich erhält", bekräftigte der Gesundheitsreferent. Kärnten werde aber
jedenfalls eines der ersten Bundesländer in Österreich sein, welches das
Grippemedikament in diesem Ausmaß zur Verfügung habe, unterstrich Schantl.
Kärnten sei überdies auch hinsichtlich der Umsetzung des Pandemieplanes des
Bundes vorbildlich.
Einmal mehr unterstrich der Gesundheitsreferent, dass die Vogelgrippe,
auch Geflügelpest genannt, eine Tierseuche sei. Ein Gesundheitsrisiko für
die Bevölkerung bestehe derzeit nicht. Ein Ansteckungsrisiko bestünde
ausschließlich für Personen, die direkten Kontakt zu infiziertem Geflügel
gehabt hätten. Eine Übertragung des Vogelgrippevirus von Mensch zu Mensch
sei nach internationalem Wissensstand derzeit unwahrscheinlich.
Zusätzlich mahnte der Gesundheitsreferent aus aktuellem Anlass alle
Ärzte und Gesundheitseinrichtungen zu erhöhter Wachsamkeit die Symptome die
so genannte "Vogelinfluenza" betreffend und verwies in diesem Zusammenhang
auf ein Informationsschreiben des Gesundheitsministeriums, welches an alle
niedergelassenen Ärzte, Amtsärzte und Krankenhäuser ergangen sei. Vor allem
bei Personen, die in Vogelgrippegebieten intensiv mit Geflügel in Kontakt
gekommen seien, sei darauf zu achten.

Vogelgrippe - Experten
empfehlen Selbstbevorratung von Schutzmasken
Kein Grund zur Panik - Aber auch keiner zur
Sorglosigkeit.
Mit dem Ausbruch in der Türkei ist
die Ausbreitung der Vogelgrippe in ein neues Stadium getreten.
Erstens ist sie Europa wieder nahe gekommen. Zweitens hat sich die
Ansteckungsrate bedeutend erhöht: Waren es in der Vergangenheit
wenige menschliche Opfer innerhalb von Jahren, so sind es auch
diesmal nur wenige Opfer - aber innerhalb von Tagen.
Informationen und Schutzprodukte bietet hier das Portal
http://www.pandemie.com an.
Das Virus passt sich immer besser an den Menschen an. Zwar sind noch
immer Personen, die auf engem Raum mit Geflügel zusammenleben,
betroffen, doch die Ansteckung geschieht leichter als vorher.
Wird die Ansteckung von Mensch zu Mensch möglich, wäre dies der
Auftakt zu einer Pandemie mit vielen Opfern.
Zwar wird die Staatengemeinschaft zur Bekämpfung der Vogelgrippe 1,9
Milliarden Dollar zur Verfügung stellen, mit denen die
Gesundheitsdienste und die tiermedizinischen Kontrollen in
Entwicklungsländern unterstützt werden - aber wird diese Hilfe
Wirkung zeigen? Die europäischen Länder lassen Pandemiepläne
ausarbeiten; und aller Voraussicht können diese auch problemlos
umgesetzt werden. Allerdings sehen die Pandemiepläne die Ausgabe von
Schutzausrüstung zumeist an sogenanntes "Schlüsselpersonal"
(Sicherheits- und Sanitätspersonal) vor.
Nach Meinung zahlreicher Experten fängt die Eigenverantwortung bei
der Eigenvorsorge an. Dazu gehört die Einlagerung einer
ausreichenden Zahl an Atemschutzgeräten. Denn die Ansteckung auf dem
Atemweg ist die wahrscheinlichste.
Prof. Dr. Kunze vom Wiener Institut für Sozialmedizin empfiehlt
(Interview vom September 2005 in Wien) die Einlagerung von
Schutzmaksen und Tamiflu durch Privatpersonen.
"Im besten Fall werden wir diese nach erreichen des Ablaufdatums
wegwerfen können", so Kunze damals.
Die rasant gestiegene Nachfrage hat sowohl den Produzenten als auch
den Händlern in der Zwischenzeit Lieferprobleme beschert.
Die Fabriken arbeiten am Limit; Am begehrtesten sind die FFP (Filtering
Face Pieces) genannten, leichten, günstigen Atemschutzmasken.
"Derzeit können wir noch liefern.", so Pogreth weiter.
Infos zur Vogelgrippe und Bestellöglichkeit von Schutzmasken:
http://www.pandemie.com oder
http://www.atemschutz.info |

Sozialmediziner Kunze warnt vor
"Mutation des Vogelgrippevirus"
"Wenn in 2-3 Wochen Influenzawelle kommt, kann ein Supervirus
entstehen!" - NÖ-Landesrat fordert "Quarantäne" für kranke
Türkei-Einreisende.
In der Diskussion um die Gefahren durch die Vogelgrippe schlägt nun Michael
Kunze, Leiter des Wiener Instituts für Sozialmedizin, in der neuesten
NEWS-Ausgabe alarmierende Töne an:
"Die Vogelgrippe macht mir im Moment weniger Sorgen als die Tatsache, dass
uns die alljährliche humane Influenzawelle noch nicht erreicht hat. Das wird
in zwei bis drei Wochen der Fall sein - und dann besteht die Gefahr, dass
sich H5N1 und das menschliche Grippevirus vermischen und ein Supervirus
entsteht, das dann die gefürchtete Pandemie auslöst."
Laut Kunze gibt es auf EU-Ebene bereits ernsthafte Überlegungen, im
Notfall Flughäfen mit Wärmebildkameras auszurüsten: "Damit kann die
Körpertemperatur der Einreisenden gemessen werden, um kranke Personen sofort
zu erkennen."
Während Österreich nach Meinung von Kunze "auf den Ernstfall sehr gut
vorbereitet ist", kritisiert der NÖ-Gesundheitslandesrat Emil Schabl die
Massnahmen der Bundesregierung und speziell des Gesundheitsministeriums:
"Türkei-Einreisende müssen am Flughafen zwar Gepäckskontrollen, aber keinen
Gesundheits-Check über sich ergehen lassen. Von selbst sagt natürlich
niemand, dass er Grippe hat, aber solche Personen gehören eigentlich in
Quarantäne", findet der SPÖ-Politiker im NEWS-Interview.
Niederösterreich hätte laut Schabl mit dem vorbildlichen Pandemie-Plan
und der Einlagerung von 150.000 Tamiflu-Packungen seine Hausaufgaben gemacht
- "im Gegensatz zur Bundesregierung, die die Bevorratung verschlafen hat."
Tatsache ist, dass die Auslieferung der vom Bund bestellten rund 700.000
Stück Tamiflu-Packungen wahrscheinlich erst im vierten Quartal 2006 erfolgen
wird.

Anzahl der
Erkrankungen an Vogelgrippe unterschätzt
Kann alle Bereiche des Körpers betreffen
Die Ausbreitung von Vogelgrippe könnte aufgrund
eines Missverständnisses über die Auswirkungen auf den Körper
unterschätzt worden sein. Wissenschafter der University of Oxford
http://www.ox.ac.uk
haben Todesfälle in Vietnam untersucht und sind zu dem Schluss
gekommen, dass die Krankheit alle Bereiche des Körpers angreifen
kann. Bisher wurde angenommen, dass von der Vogelgrippe nur die
Lungen betroffen sind. Die Forscher gehen laut dem New England
Journal of Medicine
http://content.nejm.org auch davon aus, dass die Vogelgrippe von
einem Menschen auf den anderen übertragen werden kann. Bisher wurden
in Asien laut BBC 33 Todesfälle durch Vogelgrippe gemeldet.
Das Team geht davon aus, dass diese Forschungsergebnisse nahe legen,
dass die Anzahl der Infektionen beim Menschen unterschätzt wurde.
Die WHO kündigte an, ihre Definition einer Erkrankung an Vogelgrippe
zu verändern. Millionen Menschen könnten in Gefahr sein, wenn das
Virus die Fähigkeit erlangt, von einem Menschen zum anderen zu
springen. Die Wissenschafter untersuchten den Tod von zwei kleinen
Kindern, Schwester und Bruder, die mit ihren Eltern in Südvietnam in
einem Raum lebten. Die Kinder wurden mit einem Magen-Darm-Katarrh
und einer akuten Enzephalitis ins Krankenhaus eingeliefert. Beide
Krankheiten sind in dieser Region weit verbreitet. Keines der Kinder
wies Atmungsprobleme auf, was für eine Vogelgrippe typisch gewesen
wäre.
Analysen ergaben, dass der vierjährige Junge Spuren des Virus in
seinem Stuhl, im Blut, in der Nase und der Gehirnflüssigkeit hatte.
Das legt nahe, dass das H5N1 Virus alle Teile des Körpers angreifen
kann. Es wird angenommen, dass seine neun Jahre alte Schwester, die
zwei Wochen zuvor gestorben war, ebenfalls unter dem Virus litt. Der
leitende Wissenschafter Menno de Jong erklärte, dass bei schweren
Erkrankungen eine Vogelgrippe als mögliche Ursache in Betracht
gezogen werden sollte. "Eine Behandlung kann möglich sein. Sie muss
jedoch in einem frühen Stadium erfolgen. Das bedeutet, dass das
Wissen um alle möglichen Symptome von entscheidender Bedeutung ist.
Es scheint so zu sein, dass sich das Virus an eine steigende Anzahl
von Säugetieren anpasst." |

Texas-Vogelgrippe schlimmer als befürchtet
US-Virus nicht mit asiatischem Erreger ident
San Antonio (pte, 24. Februar 2004 10:33) - Der
Vogelgrippe-Virenstamm, der auf einer texanischen Hühnerfarm gefunden wurde,
ist offensichtlich doch nicht so harmlos wie ursprünglich angenommen,
berichtet das Environmental News Service
http://www.enn.com . Die Erreger sind nicht mit dem Virenstamm H5N1, der
in Südostasien 22 Menschenleben gekostet und zur Massenschlachtung von Hühnern
geführt hat, ident.
Ron DeHaven vom US Department of Agriculture hat erklärt, dass es sich bei dem
Virus nicht um denselben Stamm wie in Asien handelt, gibt aber zu, dass das in
Texas gefundene Virus hochansteckend ist und bereits zu weiteren Fällen in
Hühnermärkten in Houston geführt hat. "Das Virus wurde in einer Hühnerfarm im
Gonzales County, etwa 80 Kilometer östlich von San Antonio, entdeckt und ist
für Menschen nicht gefährlich", erklärte Nancy Cox vom Federal Center for
Disease Control and Prevention. Die Experten haben ihre Meinung über den
Erreger in Texas aber bereits einmal revidiert, denn als das Virus vergangenen
Freitag in Texas auftauchte wurde es als "geringfügig pathogen" und "nicht
gefährlich für den Menschen" eingestuft.
Nach Angaben von DeHaven hatten die Experten mithilfe von genetischen
Untersuchungen am Wochenende die Gefährlichkeit für andere Hühner
festgestellt. "Seit 1983/84 ist es das erste Mal, dass solche hoch pathogenen
Vogelgrippe-Erreger in den USA aufgetaucht sind", so DeHaven. In der
Zwischenzeit sind die 6.600 Hühner in der texanischen Farm notgeschlachtet
worden. Behörden versuchen nun, bereits vorher verkaufte Hühner, die über den
Geflügelmarkt in Houston vertrieben wurden, zu finden. Nach Angaben der
Behörden wurden bereits weitere zwei Fälle bekannt.
Die beiden anderen Stämme der Vogelgrippe, die aus den beiden US-Bundesstaaten
Delaware und Pennsylvania bekannt geworden sind, sind ebenfalls nicht ident
mit dem südostasiatischen Virus, erklärte DeHaven. Einen Zusammenhang zwischen
den drei Fällen gebe es ebenfalls nicht, erklärte der Experte.

Wirksames Medikament gegen Vogelgrippe
Australische Forscher: Ralenza verhindert Ausbreitung des
Virus
Australische Forscher der Commonwealth Scientific and
Industrial Research Organsisation CSIRO
http://www.csiro.au haben nach eigenen Angaben ein wirksames Mittel gegen
die Vogelgrippe gefunden. Das Medikament Ralenza war in der Lage, das
Ausbreiten des Virus H5N1 im Körper zu stoppen, berichten die australischen
Experten.
Ralenza mit dem Wirkstoff Zanamivirum, das mit einem speziellen Inhalator
eingenommen wird, ist bereits seit 1999 am Markt und soll auch gegen andere
Influenza-Viren wirken. Die Substanz reduziert die Verbreitung von
Influenza-Viren, indem sie die Freisetzung infektiöser Influenza-Virionen aus
den Epithelzellen des Respirationstrakts hemmt. Nach Angaben der
CSIRO-Forscher konnte der Wirkstoff in 80 Prozent der Fälle die Verbreitung
verhindern und darüber hinaus auch die Symptome von bereits Infizierten
lindern. Ralenza wird vom Pharmakonzern GlaxoSmithKline hergestellt und
vertrieben.
Die australischen Forscher haben auch das Medikament Tamiflu untersucht, das
in den vorklinischen Studien Hoffnungen für die Bekämpfung der Vogelgrippe
geweckt hat. Auch dieses Medikament ist bereits als Influenza-Präparat
zugelassen. Bis jetzt sind keine Fälle bekannt geworden, in denen die
Vogelgrippe von Menschen auf andere Menschen übertragen wurde. Die
australischen Forscher sehen jedoch die Chance, dass das Virus mutiert und
dann zu einer globalen Gefahr wird. Alle bisherigen Opfer hatten die
Vogelgrippe direkt von infizierten Hühnern oder anderen Vögeln bekommen.
Mediziner in Australien, aber auch in Großbritannien raten jedoch dazu, die
Lager mit den Influenza-Präparaten aufzustocken. "Wenn das Virus beginnt von
Mensch zu Mensch übertragen zu werden, sind wir von solchen Medikamenten
abhängig", so John Oxford, Virologe am St. Barts Hospital in London. Der
Experte äußerte sich zumindest beruhigt darüber, dass es solche Präparate
bereits gibt.

Vogelgrippe in Katzen nachgewiesen
Verdacht von thailändischen Forschern bestätigt
Der Verdacht, dass sich Hauskatzen mit dem Vogelgrippe-Virus
H5N1 infiziert haben, ist heute, Freitag, von thailändischen Wissenschaftlern
bestätigt worden. Sie konnten das Virus in zumindest zwei Katzen und einem
weißen Tiger nachweisen, berichtet BBC-online
http://news.bbc.co.uk .
Damit erhöht sich nach Angaben der Forscher auch die Gefahr, dass das tödliche
Virus auf den Menschen überspringen könnte. "Es ist das erste Mal, dass wir
das Virus nun in Katzen und in einem Tiger nachweisen konnten", erklärte der
Veterinärmediziner Teraphon Sirinauemit aus Bangkok. Die Tests hätten ergeben,
dass das in den Katzen gefundene Virus identisch mit dem H5N1-Virus sei, das
auch in Hühnern gefunden wurde. Die Katzen, die in einem Bauernhof nahe einer
Hühnerfarm lebten, sind nach Angaben des Veterinärmediziners gestorben. Unklar
ist bis jetzt, ob auch die anderen 14 Katzen, die beim Bauernhof lebten,
infiziert waren, erklärte der Wissenschaftler. Jedenfalls sind alle Tiere bis
auf eines tot.
Der weiße Tiger, der im Khao Khiew Zoo in der Provinz Chonburi lebt, war mit
dem Virus infiziert, wurde aber medikamentös behandelt und hat überlebt, gibt
der Veterinärmediziner an. In diesem Zoo soll, so der Forscher, vor einem
Monat ein seltener weißer Thai-Leopard an dem Virus verendet sein. Tests
hätten erst jetzt ergeben, dass auch dieses Tier mit dem Vogelgrippe-Erreger
infiziert war und daran verendet ist. Die thailändischen Behörden appellieren
an die Tierhalter kein rohes Hühnerfleisch an Haus- und Zootiere zu
verfüttern.
