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Impfstoff neutralisiert Sperma von Affen
Grundlage für Verhütungsmittel für Männer

Empfängnisverhütungsmittel für Männer sind einen Schritt weiter Richtung Realität gerückt, nachdem eine Studie der Universität von North Carolina http://www.unc.edu/ in Chapel Hill an Affen gezeigt hat, dass diese durch einen Impfstoff, der auf ihr Sperma abzielt, unfruchtbar gemacht werden können. Im Gegensatz zu der breiten Palette an Verhütungsmitteln für Frauen stehen Männern, die ihre Fruchtbarkeit beschneiden möchten, nur Kondome oder eine Vasektomie zur Verfügung. Forscher haben mehr als 20 Jahre erforscht, wie man Männer impfen könnte, damit ihr Immunsystem die Spermienproduktion zeitweilig außer Kraft setzt.

Nun haben Michael O´Rand und seine Kollegen von der Universität von North Carolina einen Durchbruch erzielt. Sie injizierten neun Affen alle drei Wochen das menschliche Protein Eppin, das im äußeren Mantel des Spermiums sitzt. Nach der Immunisierung produzierten sieben Affen ausgiebig Antikörper gegen das Eppin, und alle diese Affen waren unfruchtbar, als man sie mit Weibchen paarte. Zwei Drittel einer Kontrollgruppe, der ein Placebo injiziert wurde, zeugten nach wie vor Nachkommen. Die Forscher glauben, dass sich die Antikörper an die Eppin-Proteine binden und Sperma so an der normalen Aktivität hindern, wenn es ejakuliert wird. Sie hoffen, dass dieser Ansatz als Verhütungsform für Männer adaptiert werden kann.

"Es sind mehr positive Daten, als ich jemals gesehen habe, obwohl es noch einige unbeantwortete Fragen gibt", kommentiert Bernard Robaire, ein Spezialist für männliche Fortpflanzung an der McGill Universität http://www.mcgill.ca/ in Montreal. Beispielsweise sei noch unklar, ob der Impfstoff voll reversibel ist. Nur fünf der sieben Affen erlangten ihre Fruchtbarkeit wieder, nachdem die Injektionen gestoppt wurden. Bis jetzt sind alle Versuche, einen Impfstoff gegen Sperma zu entwickeln, gescheitert. Ein Problem ist, dass Antikörper gegen Spermienproduktion andere Zellen in den Hoden in Mitleidenschaft ziehen und Entzündungen auslösen können. In der aktuellen Studie gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sich der Antikörper am Spermium im männlichen Reproduktionstrakt festklammert und die Hoden nicht beeinträchtigt.

Eine zweite Schwierigkeit besteht darin, dass ein männliches Verhütungsmittel 100-prozentig effektiv sein muss, um jegliches Spermium an der Fortbewegung zu hindern. Das bedeutet, dass der Körper genug Antikörper produzieren muss, um die Hunderten Mio. Spermien jeder Ejakulation stillzulegen. Bisher konzentrierte sich die Forschung zu Verhütungsmitteln für Männer darauf, die Levels männlicher Hormone zu verändern, um die Spermienproduktion komplett auszuschalten. Aber die Hormone wirken sich auf den ganzen Körper aus und derartige Behandlungen können deshalb unerwünschte Nebenwirkungen aufweisen. Ein Verhütungs-Impfstoff wird als vorteilhaft angesehen, weil er weniger Zeit als eine hormonelle Behandlung braucht um anzulaufen und die Spermienproduktion aufrecht erhält.

 


 

Safer Sex: Für 40 Prozent der Jugendlichen ein Tabu
Durex-Studie 2002 veröffentlicht – Kondom bleibt Verhütungsmittel Nummer eins
 

Weltweit ist das Kondom die beliebteste Verhütungsmethode. Rund 65 Prozent der Jugendlichen weltweit erklären es zu ihrem Favoriten. In Österreich und Deutschland verhütet rund die Hälfte der Befragten mit Kondom. Dennoch hatten weltweit rund 40 Prozent der Befragten im vergangenen Jahr ungeschützten Sex mit einem neuen Partner. Dies geht aus der Durex-Studie 2002 über Jugendliche und ihre Einstellung zu Sex, Verhütung und AIDS hervor. Insgesamt erfasste die Studie rund 50.000 Jugendliche aus 22 Ländern via Internet-Befragung. Zum ersten Mal wurde der Durex Global Sex Survey über die durex.at-Website mit österreichischer Beteiligung durchgeführt. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 23 Jahren, sagte Katja Abele, Product Managerin von SSl Healthcare Österreich http://www.ssl-international.com/newssl heute, Dienstag, vor Journalisten.
 

Geht es um ungeschützten Sex liegt Österreich im Durchschnitt. Noch weniger Vorsicht ließen Schweden mit 61 Prozent ungeschützten Verkehr im vergangenen Jahr walten. Weitaus vorsichtiger sind die Franzosen. Ungeschützter Geschlechtsverkehr kam 2001 nur bei 22 Prozent des Samples in Frage. Auf die Frage, ob Sex mit einem Partner, der ein Kondom verweigert, ein Thema ist, antwortet rund ein Drittel der Weltbevölkerung mit Ja. Der Durchschnitt wird von Frankreich mit zwölf Prozent unter- und von Ländern wie Schweden (46 Prozent), Malysia (47 Prozent), Taiwan (48 Prozent) und Singapur (47 Prozent) übertroffen. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau sind groß: Knapp 40 Prozent der Männer könnten sich vorstellen mit einer Frau zu schlafen, wenn diese die Benutzung eines Kondoms verweigert. Bei den Frauen würden 18 Prozent ohne Schutz mit dem Partner intim werden.
 

Unterschiede gibt es auch bei One-Night-Stands. Weltweit hatten rund die Hälfte der Befragten bereits einen One-Night-Stand. Männer bevorzugen die "unverbindliche Kurzbeziehung" mehr als Frauen, 54 Prozent im Verhältnis zu 42 Prozent. Österreich übertrifft den weltweiten Durchschnitt. 63 Prozent der in Österreich Befragten hatten bereits einen One-Night-Stand und wird von Norwegen (72 Prozent) und Südafrika (70 Prozent) noch übertroffen. Weniger ausgeprägt ist der "einmalige Verkehr" bei Franzosen (46 Prozent), Spanien (38 Prozent) und Taiwan (20 Prozent).
 

Zu Sex in der ersten Nacht sind im Durchschnitt 17 Prozent der Befragten bereit. Besonders eilig haben es die Norweger: 32 Prozent bevorzugen Sex in der ersten Nacht, verglichen mit neun Prozent der Belgier und 15 Prozent der Spanier. In der ersten Nach erprobt auch ein Fünftel der Deutschen und Österreicher (je 22 Prozent) das Liebesspiel. Weiteres Detail der Studie: Sex mit Prominenten inspiriert weltweit am meisten. 65 Prozent der Menschen geben zu, darüber schon nachgedacht zu haben. Von Sex mit dem Partner des besten Freundes träumen 36 Prozent. Männer sind darüber hinaus weniger loyal. 42 Prozent könnten sich vorstellen, mit der Partnerin des besten Freundes zur Sache zu kommen. Bei den Frauen sind es 25 Prozent. Der Mann mit dem meisten Sex-Appeal ist für Frauen mit 42 Prozent Brad Pitt. Weit abgeschlagen David Beckham. In Österreich und Deutschland stellt sich Robbie Williams mit rund 20 Prozent noch dazwischen. Zur erotischsten weiblichen Persönlichkeit wurde mit 26 Prozent Latino-Queen Jennifer Lopez gekürt. Weltweit gehen die Meinungen aber auseinander. Österreicher, Kanadier, Amerikaner und Dänen entscheiden sich für Angelina Jolie. Ein Fünftel der Deutschen entschied sich für Kylie Minogue.
 

"Was die Aids-Aufklärung betrifft, sind 65 Prozent der Weltbevölkerung überzeugt, dass HIV/Aids ein ernsthaftes Problem im eigenen Land darstellt", erklärte Elmar A. Joura von der Abteilung für Gynäkologie der Universitäts-Frauenklinik am Wiener AKH. Ein düsteres Bild zeigt sich in Österreich. Hier sehen nur 36 Prozent der Befragten ein ernsthaftes Problem. Konträr dazu halten 91 Prozent der Franzosen und Inder HIV/Aids als gravierendes Problem in ihrem Land. Auch 56 Prozent der Deutschen denken, dass HIV/Aids auch in ihrem Land ein ernstzunehmendes Thema ist. "Was die Aids-Aufklärung betrifft, sieht die Mehrheit der Weltbevölkerung die Verantwortung bei jedem selbst, die Ausbreitung von HIV/Aids zu verhindern. Deutsche (45 Prozent) und Österreicher (41 Prozent) plädieren für die Schulen als Vorreiter in Sachen HIV/Aids-Aufklärung, gleichzeitig wünsche sich auch 24 Prozent gezielte Infos über die Medien. Studie unter http://www.durex.com/at/index.html .
 


 

Kontrazeption- Gegenwart und Zukunft

 

Anlässlich ihrer Jahrestagung, die am 16. Juni in Baden bei Wien stattfindet, lud die Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie & Geburtshilfe (OEGGG) zu einer Pressekonferenz. Thema war, neben den zukünftigen Zielen der Gesellschaft, vor allem die Kontrazeption, also Empfängnisverhütung. Zu diesem Zweck fanden sich einige Spezialisten, wie etwa Univ. Prof. DDr. Johannes C. Huber, im Alten AKH ein.

 

(Phpd 23/01 vom 13. Juni 2001) Ein Ziel der OEGGG ist es, gemeinsam mit der Ärztekammer eine EU-konforme Facharztprüfung auf die Beine zu stellen. Den derzeitigen Ausbildungsstellen stehen viel zu wenige Ausbildungsmöglichkeiten gegenüber, um Fachärzte auf medizinisch und ethnisch vertretbarem Niveau ausbilden zu können. Laut dem OEGGG Präsidenten, Univ. Prof. Dr. Norbert Pateisky, „steuern wir im Moment auf eine Überproduktion an schlecht ausgebildeten FachärztInnen zu, die zusätzlich in massiver und unbehebbarer Ärztearbeitslosigkeit enden wird, wenn nicht akut Gegenmaßnahmen ergriffen werden.“ Neben diesem Ziel, werden auch laufend Positionspapiere, wie z.B. über die medizinisch indizierte Schwangerschaftsbeendigung, von der OEGGG entworfen, die im Internet unter www.oeggg.at abrufbar sind.

 

Schwerpunktthema: Empfängnisverhütung

 

Die hormonelle Kontrazeption, allen voran die Pille, hat wesentlich zur Emanzipation der Frau beigetragen. Die Vorteile der Pille sind allgemein bekannt, allerdings berichteten Frauen in der Vergangenheit immer wieder von Nebenwirkungen, die in klinischen Studien, laut vorliegenden Presseunterlagen, eigentlich nicht nachvollziehbar waren. So etwa über Gewichtszunahme, Libidoverlust oder eine veränderte Fettverteilung im Bindegewebe. Bis vor kurzem waren die Hintergründe hierfür nicht bekannt. Laut Univ. Prof. DDr. Johannes Huber wissen die Ärzte heute aber mehr darüber. Der Schlüssel zu diesen Phänomenen ist die polymorphe Situation im Genom, also die kleinen genetischen Unterschiede die jedes Lebewesen ausmachen. Sie verursachen etwa Unterschiede in der Art und Geschwindigkeit des Hormonabbaus. Mittels der Molekularbiologie sind Risiken und Unverträglichkeiten heute wesentlich besser zu beurteilen und haben so auch ihren Schrecken verloren. Mögliche Nachteile der Pille ergeben sich aus den Kontraindikationen, d.h. wann man die Pille nicht nehmen darf. Dazu gehören vor allem Fettleibigkeit, Bluthochdruck und das Rauchen. Zahlreiche Befürchtungen im Zusammenhang mit Brustkrebs konnten durch Studien entkräftet werden.

 

Ultra leichte Pille

 

Diese „Leicht Pille“ mit den Wirkstoffen Ethinylestradiol, 15µg und Gestoden, 60µg (für Fachmedien: Handelsname: Minesse®) aus dem Hause Wyeth Lederle bzw. aus dem Hause Schering (für Fachmedien: Handelsname: Mirelle®) ist seit einigen Monaten in Österreich erhältlich. Ziel war es, durch die weitere Absenkung der Hormondosis die hormonbedingten, östrogenen Nebenwirkungen, wie etwa Brustspannen, Kopfschmerzen und Migräne, zu reduzieren. Dem Vorteil einer stark verminderten Gesamthormonbelastung steht die gewohnte kontrazeptionelle Sicherheit der oralen Verhütung um nichts nach. Ein weiterer Vorteil ist die 28-Tage Packung, d.h. die Frau muss keine siebentägige Pillenpause mehr machen. Das führt zu erheblich weniger Einnahmefehlern, wie etwa dem Vergessen der Pille.

 Vom Stäbchen zum Ring

 

Seit gut einem Jahr gibt es ein weiteres Langzeitverhütungsmittel mit dem Gestagen-Hormon Etonogestrel (für Fachmedien: Handelsname: Implanon®) aus dem Hause Organon. Es handelt sich hierbei um ein hormongeladenes 4cm langes und 2mm dickes Stäbchen, das am Oberarm direkt unter die Haut eingepflanzt wird. Unternehmensangaben zufolge liegt der sogenannte Pearl-Index bei nahezu 0 bei dieser Verhütungsmethode. Die Wirkungsdauer beträgt mindestens drei Jahre. Bei 94 Prozent der Frauen, die dieses Stäbchen tragen kommt es zu einer normalen, verminderten oder ausbleibenden Monatsblutung. Bei rund sechs Prozent kommt es zu verstärkten Blutungen. Ein weiterer Schritt in Richtung moderner Verhütung stellt die Einführung des sogenannten Vaginal-Rings (für Fachmedien Handelsname: Nuva-Ring) dar, der im nächsten Jahr auf den Markt kommen soll. Es handelt sich hierbei um einen Kunstoffring der drei Wochen in die Scheide eingelegt wird und dort täglich 120 µg Etonogestrel und 15 µg Ethinylestradiol freisetzt. Danach wird er für eine Woche wieder herausgenommen. Vorteile dieser Verhütungsmethode sind unter anderem eine kontrollierte Hormonfreisetzung oder keine tägliche Fluktuation des Plasmaspiegels.

Verhütung mit der Hormonspirale

In Österreich verwenden bereits über 80 000 Frauen diese innovative Verhütungsmethode (für Fachmedien: Handelsname: Mirena®), aus dem Hause Schering. Die empfängnisverhütende Wirkung beruht auf der lokalen Freisetzung von Levonorgestrel, das aus einem zylinderförmigen Reservoir gleichmäßig fünf Jahre lang ins Cavum uteri abgegeben wird. Der Schleimpfropf in der Zervix verdickt sich und die Spermien können daher nicht mehr in den Utrerus vordringen. Dennoch aufsteigende Spermien werden in Ihrer Funktion gehemmt.

Durch die vorwiegend lokale Wirkung erfolgt keine Ovulationshemmung. Die Hormonspirale kann aber auch bei Frauen über 40, die vor dem Wechsel stehen, eingesetzt werden, da es hier häufig zu einem Abfall des Gelbkörperhormons kommt. Durch die konstante Abgabe des Gelbkörperhormons kann sie Blutungsunregelmäßigkeiten und andere prämenopausale Mangelerscheinungen, ausgleichen. Gleichzeitig schützt sie die Gebärmutterschleimhaut. Wenn zu einem späteren Zeitpunkt der Östrogenspiegel auch sinkt kommt es häufig zu sogenannten Wechselbeschwerden wie etwa Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Schlafstörungen oder Depressionen. Wird hierbei eine Östrogentherapie eingeleitet, so kann diese leicht mit der Hormonspirale kombiniert werden, da sie sich auch sehr gut als Endometriumschutz eignet.

 

Die oben angeführten hormonellen Verhütungsmitteln sind nur eine Auswahl aus der zur Verfügung stehenden Palette. Welches individuell zur Anwendung kommt muss mit einem Arzt abgeklärt werden.

 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:42
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