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Gentech-Stammzellen gegen Hirntumore
Stammzellen schleusen tödliches Eiweiß ein

Forscher am Cedars-Sinai Medical Center http://www.csmc.edu wollen mit einem körpereigenen Eiweiß den häufigsten und zugleich bösartigsten Hirntumor, das Glioblastom (Glioblastoma multiforme), bekämpfen. Der Name dieses Tumors leitet sich von den Stützzellen (Gliazellen) des Gehirns ab, aus denen er entsteht. Der Kampf gegen den Gehirntumor soll mit gentechnisch veränderten neuralen Stammzellen, die ein bestimmtes Eiweiß in den Tumor einschleusen, angetreten werden. Die ersten Ergebnisse der neuen Therapie wurden im Fachblatt Cancer Research http://cancerres.aacrjournals.org publiziert.

Die Wissenschaftler unter der Leitung von Moneeb Ehtesham manipulierten neurale Stammzellen so, dass sie ein bestimmtes Eiweiß transportieren konnten. Dieses Eiweiß (in der Fachsprache: Tumor Necrosis factor-related apoptosis-inducing ligand, TRAIL) ist ein Mitglied der Tumornekrosefaktor-Superfamilie, und löst bei verschiedenen Tumorarten den Selbstmord der Zelle (Apoptose) aus. Für gesunde Zellen ist das Protein nicht toxisch.

Invitro-Studien haben gezeigt, dass unveränderte TRAIL-Zellen rasch menschliche Glioblastom-Zellen angreifen und die Tumorzellen innerhalb von 24 Stunden vollständig abtöten. Auch TRAIL-absondernde neurale Stammzellen führten zu einem signifikanten Absterben der Krebszellen. Ähnliche Ergebnisse brachten in-vivo-Versuche mit Glioblastom-Zellen in Mäusen, wenn diese mit TRAIL-sekretierenden neuralen Stammzellen behandelt wurden. Nach der Behandlung wurde das Eiweiß im Tumor verstärkt gebildet. Bereits nach einer Woche waren die behandelten Hirntumore deutlich geschrumpft. Erneut zeigte sich, dass die Behandlung die Gliomzellen wirksam abtötete, gesundes Gehirngewebe aber nicht angegriffen wurde.

Das Cedars-Sinai-Team glaubt, dass die Kombination von neuralen Stammzellen und TRAIL ein neuer Ansatz in der Behandlung von Glioblastomen ist. In den letzten Jahren wurden eine Reihe neuer Methoden zur Behandlung dieses Tumors erprobt, die Fortschritte sind aber bescheiden. Ein Grund dafür ist, dass sich das Tumorgewebe kaum vom normalen Gehirngewebe abgrenzt und sich daher nur schwer entfernen lässt. Zudem wandern viele einzelne Tumorzellen in gesunde Gehirnregionen und bilden so genannte Satellitentumore. Die Überlebenszeit beträgt im Durchschnitt nur etwa zwölf Monate. Sie ist aber von vielen Faktoren abhängig und kann im Einzelfall auch wesentlich darüber liegen.


 

Tumoren enthalten Nerven
Wissenschaftler weisen bereits einen Neurotransmitter nach
 

Tumoren sind von Nervenfasern durchzogen. Das haben Wissenschaftler der Universität Bonn http://www.uni-bonn.de herausgefunden. Die Forscher untersuchten mehrere Arten bösartiger und gutartiger Augentumoren sowie Gewebeproben von Harnblasenkarzinomen. Alle analysierten Wucherungen enthielten Nerven.
 

Die Wissenschaftler gehen deshalb davon aus, dass Nervenfasern ähnlich wie Blutgefäße in jedem Tumor anzutreffen sind. "Der Durchmesser und die Verteilungsdichte dieser Nerven sind allerdings äußerst gering", erläutert Dr. Peter Seifert, der die Fasern entdeckte. "Wir haben jedes Präparat wochenlang unter hoher elektronenmikroskopischer Auflösung analysiert, ehe wir fündig wurden." Jetzt sollen auch andere Tumorarten auf das Vorhandensein von Nervenfasern überprüft werden. Gleichzeitig will die Arbeitsgruppe versuchen, die Botenstoffe der Nerven, die so genannten Neurotransmitter, in Tumoren nachzuweisen. "Das würde Rückschlüsse darauf erlauben, wie die Wucherungen durch das Nervensystem beeinflusst werden", so Seifert.
 

Einen Neurotransmitter hat die Arbeitsgruppe bereits gefunden: das Neuropeptid VIP. Über die einzelnen Funktionen der Nervenfasern in den Tumoren können die Wissenschaftler im Augenblick jedoch nur spekulieren.
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:40
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