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Weitere Betrugsversuche  mit "Tsunami-Masche"

Bundeskriminalamt Österreich warnt vor betrügerischen E-Mails 

Schon vor einigen Wochen musste das Bundeskriminalamt Österreich (.BK) das erste Mal vor betrügerischen E-Mails warnen, die angeblich von Tsunami-Opfern stammen. Die Mails enthalten die Bitte von angeblichen Opfern beim Transfer von hohen Geldbeträgen ins Ausland behilflich zu sein und sind selbstverständlich nur ein Vorwand, um einen Betrug einzufädeln.

   In den letzten Tagen sind zu dieser bekannten Betrugsform weitere Maschen gekommen, mit denen versucht wird, gutgläubige E-Mail Empfänger zu betrügen.

   Besonders hinterhältig sind dabei E-Mails, die direkt an Angehörige von Vermissten geschickt werden.  In den Mails wird behauptet, dass die vermisste Person aufgefunden wurde und  um Kontaktaufnahme gebeten.  Ziele dieser Nachrichten ist es, die verzweifelten Hinterbliebenen zu einer Antwort zu bewegen, um sie durch weitere fingierte Informationen zu Geldüberweisungen zu verleiten. Die Adressen der Angehörigen besorgen sich die Täter aus den diversen Vermisstenlisten im Internet.

   Andere Betrugsmaschen tarnen sich als Spendenaufrufe für Opfer, wobei aber kein Hinweis auf die weitere Verwendung der Spenden erfolgt. Für die Überweisung der  "Spenden" werden ausschließlich anonyme Internetkonten angegeben, bei denen etwaige Zahlungen nicht verfolgt werden können.

   Ein Abart dieser Betrugsform ist der Aufruf eines angeblich "Überlebenden" des Unglücks, der jedoch nach wie vor nach vermissten Angehörigen sucht und dafür um Geld bittet.

Das Bundeskriminalamt Österreich empfiehlt:    nie antworten

   Sollte jemand ein solches Mail bekommen haben, bittet das Bundeskriminalamt es formlos an folgende Adresse weiterzuleiten:

Bmi-ii-bk-spoc@bmi.gv.at

   Geschädigte, die bereits Zahlungen geleistet haben, sollten sich unbedingt  unter der Telefonnummer 01-24836-85025 an das Bundeskriminalamt Österreich wenden.
 


 

Bilder vom Meeresboden zeigen Tsunami-Enstehung
Hilfe für das geplante Frühwarnsystem

Britische Wissenschaftler haben Bilder vom asiatischen Ozeanboden des epischen Zentrums des Erdbebens vom Dezember herausgeben. Sie stammen vom Schiff HMS Scott der Royal Navy. Die Bilder könnten Aufschluss über die Entstehung des Erdbebens und des daraus resultierenden Tsunami geben, berichtet die BBC http://news.bbc.co.uk .

Die dreidimensionalen Fotos zeigen den deformierten Seeboden 150 Kilometer von der Küste Sumatras entfernt. Es sind gewaltige Unterwassererdrutsche zu sehen. Forscher glauben, dass die Bilder dabei helfen könnten, das geplante Tsunami-Frühwarnsystem richtig zu konstruieren. "Man könnte meinen, der Grand Canyon sei auf den Bildern. Es gibt riesige Dreckhaufen, die möglicherweise einen Durchmesse von einigen hundert Meter haben. Viele Beweise deuten auf Aktivitäten in der Subduktionszone", so Tim Henstock, einer der Wissenschaftler an Bord der HMS Scott. Die Bilder zeigen klar die Grenze zwischen den indischen und den burmesischen Tektonikplatten. Diese Region ist unter dem Namen Sunda Arc bekannt. Die flache indische Platte hat eine violette Farbe, die allmählich blau wird, wenn dieser Teil der ozeanischen Erdkruste unterhalb der burmesischen Mikroplatte verschwindet. Die Kräfte, die bei diesem Prozess freigesetzt werden, zerwühlen die Steine der Oberfläche. Die dadurch entstehenden Bruchkanten färben sich grün und gelb. Einige Bilder zeigen einen gewaltigen Erdrutsch - 100 Meter hoch und zwei Kilometer lang.

Einige Wissenschaftler des Navy-Projekts glauben, dass der Tsunami auftrat, als ein Teil der burmesischen Platte, die von der Kante der indischen absteigenden Platte heruntergezogen wurde, nach oben zurückprallte. Dadurch wurde im darüber liegenden Wasser eine große Energie freigesetzt. Es ist das erste Mal, dass dieser Teil des Ozeanbodens im Detail abgebildet worden ist. "Nun stellt sich die große Frage, warum das Erdbeben genau an dieser Stelle aufgetreten ist und weshalb sich die Nachbeben alle weiter nördlich ereigneten", so Russell Wynn, Seegeologe im Oceanographic Centre in Southampton.


 

Maier: Datenschutzrat reagiert auf die Tsunami-Katastrophe

Geschäftsbedingungen von Reiseveranstaltern u.a. müssen geändert werden! 

Um Interpretationsprobleme bei der Verwendung und Weitergabe von personenbezogenen Daten bei Katastrophen in Hinkunft zu vermeiden (z.B. über vermisste und verletzte Personen), gab der Datenschutzrat in seiner letzten Sitzung mit einigen Auflagen grünes Licht für eine Novellierung des Datenschutzgesetzes.

Wie der stellvertretende Vorsitzende des Datenschutzrates, SPÖ-Abgeordneter Johann Maier, Sonntag erklärte, habe sich bei den Beratungen jedoch herausgestellt, dass die Probleme weniger im Bereich des Datenschutzgesetzes liegen, als bei den Allgemeinen Reisebedingungen von Reiseveranstaltern. Darin und nicht im Datenschutzgesetz, so Maier am Sonntag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ, werde festgehalten, dass "Auskünfte über die Namen der Reiseteilnehmer und die Aufenthaltsorte von Reisenden" auch in "dringenden Fällen" nicht an Dritte erteilt werden.

Damit der Datenschutz in Hinkunft nicht als Ausrede für Schwierigkeiten bei der Datenerfassung und -übermittlung herhalten müsse, habe man sich auf eine neue gesetzliche Bestimmung geeinigt, die die "Verwendung von Daten im Katastrophenfall" genau regelt. Für die SPÖ war dabei wichtig, so Maier, dass der Angehörigenbegriff für die Auskunftserteilung auch gleichgeschlechtliche Lebensgefährten umfasst.

Da die neuen gesetzlichen Bestimmung nun auch vorsehen, dass Daten nur dann nicht übermittelt werden dürfen "wenn ein ausdrückliches Übermittlungsverbot" eines Reisenden in einem Katastrophengebiet vorliegt, werden jedenfalls alle Reiseveranstalter ihre derzeit verwendeten Allgemeinen Reisebedingungen ändern müssen. Bis jetzt wurde darin u.a. festgehalten, dass Daten über den Aufenthaltsort nur dann weitergegeben werden, "wenn der Reisende eine Auskunftserteilung ausdrücklich erwünscht hat", wobei "die durch die Übermittlung dringender Nachrichten entstehenden Kosten" zu Lasten des Kunden gehen.

Die Reiseveranstalter, so Maier abschließend, sind daher aufgerufen, ihre Allgemeinen Reisebedingungen schnellstens zu ändern und diesbezügliche Informationen auch den bereits gedruckten Katalogen (Sommer 2005) beizulegen. Die vorliegenden Bedingungen widersprechen jedenfalls  dieser geplanten Änderung des Datenschutzgesetzes. Klar müsse dabei auch sein, dass in einem Katastrophenfall die durch die Übermittlung von Daten entstehenden Kosten nicht auch noch an die von der Katastrophe betroffenen Angehörigen abgewälzt werden können. Dies gilt allerdings auch für andere Branchen und Unternehmen (z.B. Airlines, Kreditkartenunternehmen).


 

Tödliche Pilzinfektion gefährdet Tsunami-Überlebende
Infektion erstmals bei einem Australier nachgewiesen

Für Überlebende wurde jetzt mit einer möglicherweise tödlichen Pilzinfektion ein weiteres mögliches Gesundheitsrisiko nachgewiesen. The Lancet http://www.thelancet.com berichtet von einem Australier, der derzeit gegen Mucormykose behandelt wird. Es wird angenommen, dass sich seine Wunden infiziert haben. Ärzte gehen davon aus, dass ähnliche Fälle die Anzahl der Todesopfer in den betroffenen Regionen noch weiter erhöhen werden. Ein Pilz, der im Erboden und in verfaulender Vegetation vorkommt, verursacht eine Infektion, die in bis zu 80 Prozent der Erkrankungen tödlich endet. Die Schwere der Erkrankung hängt laut BBC von der Lage des Infektionsherds und dem Immunsystem des Patienten ab.

Der 56 Jahre alte Mann wurde von Sri Lanka in das St. George Hospital in Sydney überstellt. Seine Strandhütte brach zusammen. Der Mann wurde durch die Trümmer ins Freie geschleudert und gelangte schließlich auf ein einen Kilometer entferntes Reisfeld. Er nahm wiederholt Meerwasser zu sich, atmete es jedoch nicht ein. Seine Wunden wurden mit sauberem Wasser gereinigt, bevor sie verbunden wurden. Er erhielt zusätzlich eine Erste Hilfe Behandlung in einem regionalen Krankenhaus. In der Folge wurde der Patient in ein Krankenhaus nach Colombo verlegt. Am 31. Dezember erfolgte eine weitere Verlegung nach Sydney. Sein Gesundheitszustand war abgesehen von einer erhöhten Temperatur stabil. Er verfügte über zwei Tiefe Wunden am rechten Oberschenkel und an der linken Hüfte, sowie viele oberflächliche Schnitte und Prellungen am ganzen Körper.

Am fünften Tag des Aufenthalts im St. George Hospital zeigte sich, dass Wunden auf der linken Brustseite und der rechten Schulter mit dem Mucormykose Pilz infiziert waren. Die Ärzte entfernten das betroffene Gewebe und behandelten den Patienten mit einer hyperbaren Oxigenierung, um das Wachstum neuer Blutgefäße anzuregen. Drei Wochen später befindet sich der Australier noch immer im Krankenhaus. Die behandelnden Ärzte gehen davon aus, dass die Pilzinfektion wahrscheinlich während des Tsunami oder bei der Erstversorgung entstanden ist. Sie warnen, dass andere Betroffene der Flutwelle ebenfalls an Pilzinfektionen leiden könnten, die ohne eine Untersuchung von Gewebeproben wahrscheinlich unbemerkt blieben. Die behandelnde Ärztin Pamela Konecny von der St. George Clinical School http://stgcs.med.unsw.edu.au erklärte, dass bakterielle und fungale Infektionen in den betroffenen Regionen die Anzahl der Erkrankungen und Todesfälle erhöhen werden.
 


 

Auch Hawaiis Tsunami-Notfallplan inadäquat
Zuwenig Notunterkünfte und fehlende Warnbojen

Das von internationalen Experten gelobte Tsunami-Frühwarnsystem für den Pazifik scheint nach Angaben des Honolulu Advertiser http://the.honoluluadvertiser.com doch nicht so vorbildlich: So fehlt es an Warnbojen zwischen Hawaii und Japan, aber auch südlich der Big-Island Hawaii. Außerdem fehle es an Notunterkünften im Falle einer Evakuierung.

Hawaii hatte im 20. Jahrhundert mehr als 200 Todesopfer durch Tsunamis zu beklagen. Flutwellen gelten im 50. US-Bundesstaat als der "Killer Nummer Eins", denn um die polynesische Inselgruppe befinden sich zahlreiche aktive Vulkane. Nach Angaben von Ed Teixeira, Vize-Direktor der Civil Defense, fehlen aber Notunterkünfte für mindestens 175.000 Menschen. Mangelhaft sei auch die Ausstattung öffentlicher Gebäude und Schulen. Zudem sei die Bevölkerung nicht ausreichend für den Notfall informiert. Die gesamten Kosten der Verbesserungen belaufen sich auf mindestens 35 Mio. Dollar.

Wie es tatsächlich um eine Frühwarnung stehe, wurde den Behörden 1986 deutlich. Damals führte die drohende Gefahr zu einem Verkehrskollaps in Honolulu. Bei seismischen Aktivitäten oder Erdbeben in den Aleuten bleiben den Hawaiianern etwa drei Stunden Zeit. Bei Beben in Chile etwa 13 Stunden, erklären Teixeira und Jeff LaDouce vom National Weather Service. Dennoch sei dieses System nicht ausreichend, da immer noch Warnbojen fehlen. Die fehlenden Einrichtungen zwischen Japan und Hawaii bereiten den Experten allerdings weniger Kopfzerbrechen, denn um Japan selbst gibt es genügend Warneinrichtungen. Problematischer sei allerdings das Fehlen von Warnsystemen südlich der Großen Insel Hawaii.

"Unter gewissen Umständen könnte nämlich die Gefahr eines Tsunamis auch direkt von der Großen Insel Hawaii selbst ausgehen", meint der Geophysiker Gerard Fryer von der University of Hawaii Manoa. Das würde zu verheerenden Schäden auf der Insel Maui führen. Ein solches Ereignis nennt der Forscher aber in einem Atemzug mit einem gigantischen Meteoriteneinschlag im Pazifik. "Die Chance, dass dies innerhalb der kommenden 10.000 Jahre passiert, ist 50 zu 50. Aber ein solches Ereignis kündigt sich Monate oder Jahre vorher bereits durch kleine Beben an", meint der Wissenschaftler.


 

Tsunami-Katastrophe: Über 400 Ärzte aus Österreich wollen helfen

Rund 440 österreichische Ärztinnen und Ärzte aus allen Fachrichtungen sind bereit, in den vom Tsunami betroffenen Katastrophengebieten medizinische Hilfe zu leisten. Dies ergab ein Aufruf der Österreichischen Ärztekammer Anfang Jänner, bei dem Freiwillige für einen Hilfseinsatz in Südostasien gesucht wurden. Die Österreichische Ärztekammer (ÖÄK) hat für die Hilfsaktion eine zentrale Koordinierungsstelle eingerichtet. Auch die Spendenbereitschaft der Ärztinnen und Ärzte ist hoch: So gingen bislang auf die seitens der Landesärztekammern für Flutopfer-Spenden eingerichteten Konten rund 200 000 Euro ein.

Derzeit werden die Daten von allen Ärzten, die sich für den freiwilligen Einsatz gemeldet haben, innerhalb der ÖÄK aufgearbeitet, so dass im Fall eines Hilfsansuchens Fachleute an den richtigen Stellen eingesetzt werden können. Der Leiter des Referats für Notfall- und Katastrophenmedizin in der ÖÄK, Dr. Walther Helperstorfer rechnet damit, dass die ersten Ärzteteams etwa im März entsendet werden können. Vermutlich zwei bis drei Wochen vorher werden die ausgewählten Ärzte von ihrem Einsatz informiert. In diesem Zusammenhang appelliert der Präsident der Österreichischen Ärztekammer, Dr. Reiner Brettenthaler, an die Spitalserhalter, "entsprechende Unterstützung und Entgegenkommen" walten zu lassen, wenn Ärztinnen und Ärzte kurzfristig für Hilfsmaßnahmen abgezogen werden. "Wir hoffen, dass sie ihren Solidaritätsbeitrag leisten, indem sie die Ärzte dann freistellen", bittet Brettenthaler.

Nach Angaben der Österreichischen Ärztekammer wird die Weltgesundheitsorganisation WHO den österreichischen Hilfsorganisationen eine spezielle Region in dem von der Katastrophe betroffenen Land zuordnen, wo gezielt Hilfe geleistet werden kann. In dieser Region werde es - nach Zustimmung der lokalen Regierung - um den Aufbau der medizinischen Grundversorgung bis hin zur Sekundärversorgung gehen, berichtet Helperstorfer in einer Aussendung am Dienstag. Die Hilfe werde in enger Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz sowie mit "Ärzte ohne Grenzen" erfolgen. Das Projekt sei als "Langzeitprojekt" konzipiert.
 


 

Tsunami-Warnsystem für Indik ab 2006
UNESCO setzt auf Ausbau des meteorologischen Netzwerkes

Bis Mitte 2006 soll im Indischen Ozean auch ein Tsunami-Warnsystem installiert sein. UNESCO-Generalsekretär Koichiro Matsuura hat beim Treffen der kleinen Inselstaaten, das derzeit auf der Insel Mauritius stattfindet, erklärt, dass mit der Einrichtung des Warnsystems bereits in diesem Jahr begonnen wird. Die Kosten dafür belaufen sich auf 30 Mio. Dollar, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk .

Vielfach ist Kritik am Fehlen eines Frühwarnsystems für Flutwellen im Indischen Ozean nach der verheerenden Katastrophe vom 26. Dezember laut geworden. Ein Tsunami-Warnsystem ähnlich wie es im Pazifischen Ozean existiert fehlt aber nach Aussagen zahlreicher Experten auch in den anderen Weltmeeren. Für eine effektive Warnung könnte das meteorologische Netzwerk, das vor Zyklonen und anderen gefährlichen Wetterlagen warnt und bereits existiert, ausgebaut werden. Zusätzlich wären nur noch einige Tiefsee-Messgeräte, die am Meeresboden verankert sind, erforderlich. Der Großteil der Kosten würde auf diese Messgeräte, die Wellenbewegungen wahrnehmen und via Bojen an die Satelliten weiterleiten, entfallen. Ein Tsunami-Zentrum für den Indischen Ozean, das die Daten an die einzelnen Länder weiterleitet, müsse ebenfalls eingerichtet werden.

Ob und wie auf Warnungen in den zahlreichen Staaten reagiert wird, bleibt fraglich. Seismologen hatten beim Beben am 26. Dezember bemängelt, dass ein solches Warnsystem, wie es im Pazifik existiert, Tausende Menschenleben gerettet hätte. Zuletzt reagierte auch der Präsident des Inselstaates der Malediven mit heftigen Attacken auf die Wissenschaftler, weil es keine Warnung für seinen Staat gegeben hätte. Inseln, die wie die Malediven aus flachen Atollen bestehen, sind von Sturmfluten und Tsunamis besonders stark bedroht.

Die Konferenz der Small Island Developing States (SIDS) http://www.gpa.unep.org/sids/index.html (pte berichtete http://www.pte.at/pte.mc?pte=050110035 ) steht in diesem Jahr ganz im Zeichen der tödlichen Gefahren durch Naturkatastrophen für diese Länder. Deren Vertreter hatten zuletzt wieder gefordert, alle Möglichkeiten zur Verhinderung von Klimaänderungen zu ergreifen. Neben den Tsunamis sind viele der Inseln durch steigenden Meeresspiegel und Sturmfluten bedroht.


 

Tsunami: Trauma als Langzeitfolge für Überlebende des Seebebens

Viele Österreicher, die die Katastrophe überlebt haben, leiden unter Alpträumen und Schlafstörungen. Um schweren Erkrankungen vorzubeugen, rät Primar David Vyssoki dringend zur medizinischen Begutachtung und Behandlung.

   "Wir behandeln bereits einige Österreicher, die als Folge des Seebebens im Indischen Ozean an depressiv gefärbten akuten Belastungsreaktionen leiden", sagt David Vyssoki, Primar an der psychosozialen Ambulanz ESRA in Wien. Vyssoki ist auf die Behandlung von Menschen spezialisiert, die ein belastendes Ereignis, eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophenartigen Ausmaßes wie den Tsunami erlebt haben.

   Vyssoki: "Menschen, die am Ort der Erholung unerwartet so eine Extremsituation, die die üblichen menschlichen Erfahrungswerte übersteigt, erlebt haben,  entwickeln bald eine akute psychische Belastungsreaktion." Das heißt, diese Personen leiden unter massiven depressiven Verstimmungen, Flashbacks, Schlafstörungen und unter Albträumen. "Bei Menschen mit einer guten Abwehrkraft können diese Symptome nach etwa einem Monat wieder abklingen. Bei Anderen kann aufgrund der Massivität des Traumas und ihrer jeweiligen situativen Vulnerabilität aus der akuten Belastung eine psychische  Erkrankung beträchtlichen Ausmaßes werden: die posttraumatische Belastungsstörung", sagt Vyssoki.

   Das bedeutet: "Bei ihnen kommt die Welle jede Nacht wieder. Die erlebte Zerstörung kommt jede Nacht im Traum wieder. Oder die Toten kommen jede Nacht wieder." In solchen Fällen sollten die Menschen "unbedingt einen Arzt aufsuchen. Und zwar einen Spezialisten", rät Vyssoki.

   Erste Patienten

   Inzwischen behandelt der Primar bereits etliche Überlebende des Tsunamis. Vyssoki: "Einer meiner Patienten hat vor Jahren einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Nun hat er die Welle erlebt. Er kann aber jetzt nicht mehr unterscheiden, ob er nicht auch die Welle verursacht hat."

   Vier Punkte für die Behandlung

   Bei der Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen lassen sich laut Vyssoki gute Erfolge erzielen.

1. Die Diagnose ist Voraussetzung für die weitere Behandlung.
2. Klärung, ob bei dem Patienten eine Vortraumatisierung
    stattgefunden hat. Vyssoki: "Erst wenn wir das wissen, können
    wir die medikamentöse Einstellung des Patienten durchführen."
3. Medikamentöse Einstellung. Der Primar empfiehlt SSRIs als
    goldenen Standard für die Behandlung.
4. Traumaspezifische Psychotherapie.

   Medizinische Hilfe angelaufen

   Um auch die Menschen in den vom Tsunami betroffenen Ländern medizinisch zu versorgen, hat Lundbeck, der Hersteller von Arzneimitteln zur Behandlung von Depressionen und anderen Erkrankungen des zentralen Nervensystems, großzügig gespendet. Franz Blatnek, Geschäftsführer von Lundbeck Österreich: "Die Österreicher sind dank ESRA  und anderer psychosozialer Einrichtungen hervorragend versorgt. Da die Menschen in den vom Tsunami heimgesuchten Ländern ebenfalls von posttraumatischen Belastungsstörungen betroffen sein werden, leisten wir unseren Beitrag, damit auch sie gut behandelt werden können. "

Über ESRA

   Das Ambulatorium ESRA hilft bei akut auftretenden psychischen Krisen und psychiatrischen Erkrankungen, die im Zusammenhang mit posttraumatischen Belastungsstörungen stehen, sofern diese infolge ihrer Komplexität keiner stationären Behandlung bedürfen. Alle Leistungen werden auf Krankenschein erbracht. Auch Nichtversicherte werden in vollem Umfang betreut.
 


 

Tsunamiopfer: Der Kampf um sauberes Wasser
Gesundheitsorganisationen warnen vor nächster Katastrophe

Die genaue Zahl der Opfer der verheerenden Flutwelle nähert sich 150.000 Opfern. Doch internationale Organisationen wie die WHO http://www.who.int und die Weltflüchtlingsorganisation UNHCR warnen vor einer nachfolgenden Katastrophe durch verunreinigtes Trinkwasser. Nach Berechnungen braucht jeder Mensch mindestens 20 Liter sauberes Wasser täglich. Besonders die ohnehin am stärksten betroffenen Staaten Sri Lanka, Indonesien, Thailand und Indien sind von Erkrankungen, die aus verunreinigtem Wasser entstehen, betroffen.

Cholera, Typhus, Shigelliose und Hepatitis A und E, sind Erkrankungen, die aus verunreinigtem Trinkwasser entstehen. Hinzu kommen noch gefährliche Seuchen wie Dengue-Fieber und Malaria, deren Erreger ebenfalls aus dem Wasser kommen. Solche Erkrankungen können jederzeit in den betroffenen Ländern ausbrechen, warnt die WHO in einer Aussendung. Notwendig sind vor allem Desinfektionsmittel wie Chlor- und Hypochlorit, die relativ einfach und effektiv anzuwenden sind. Hinzu kommen noch saubere Trinkwasser-Behälter und Kochtöpfe zum Abkochen von Wasser. Damit kann der Ausbreitung von Seuchen zumindest vorübergehend ein Riegel vorgeschoben werden. In weiterer Folge müssen Brunnen und Sanitäreinrichtungen erneuert werden. Die deutsche Welthungerhilfe hat mit solchen Projekten in Sri Lanka bereits begonnen.

"Auch ohne Ausbruch von Cholera sind die Menschen extrem gefährdet, wenn sie Brackwasser aus geborstenen Leitungen oder verseuchten Brunnen trinken", so Hans-Joachim Preuß, Generalsekretär der Deutschen Welthungerhilfe. Durch den Stress geschwächt, würde eine "normale" Durchfallerkrankung zu einer tödlichen Gefahr werden, so der Experte. Ähnliche Warnungen kommen auch seitens der Hilfsorganisation Care-Deutschland http://www.care.de . Care-Mitarbeiter aus Indonesien sprechen von einer zweiten Krisenwelle in dem südostasiatischen Land. Bisher sei erste knapp ein Drittel der betroffenen Regionen zugänglich. Neben der horrenden sanitären Situation bilden auch die großen stehenden Wasserflächen, die durch die Flut entstanden sind, ideale Brutplätze für die massive Vermehrung von Moskitos, die Malaria und Dengue-Fieber verbreiten.
 


 

Tsunami-Videos boomen in Blogs
Flutkatastrophe als Initialzündung für Vlogging

Tsunami-Videos von Amateurfilmern lassen Besucherzahlen von Blogs rasant ansteigen. Die im vergangenen Jahr vor allem wegen dem Irak-Krieg und der US-Präsidentschaftswahl populär gewordenen "Internettagebücher" oder Blogs ziehen mit Amateuraufnahmen der Flutwelle das Interesse tausender User auf sich, berichtet das Wall Street Journal (WSJ) heute, Montag. Die Flutkatastrophe könnte die Initialzündung für das Blogging von Videos sein, dem so genannten Vlogging. Im Internet sind Amateuraufnahmen schneller und in größerer Zahl zu finden als im Fernsehen (vgl. auch pte http://www.pte.at/pte.mc?pte=041229007 ).

Über den Daumen gepeilt sei die Regel für die Veröffentlichung eines Videos schlicht die Angabe der Quelle und der nicht-kommerzielle Charakter des Vlogging, so das WSJ. Vlogger kümmern sich daher nicht um Rechte an den von ihnen ins Internet gestellten Inhalte. Sie verlinken ihre Blogs mit anderen Websites oder ziehen die Videos von Medienseiten und anderen Blogs herunter und bieten sie selbst an. Dadurch sind sie viel schneller als beispielsweise das Fernsehen, dass zuerst die Rechte klären muss. Sie können auch zu einer Art Marketing-Plattform werden wie das WSJ am Beispiel des Videos eines Schweden zeigt.

Das im Kamala Beach Hotel nahe Phuket aufgenommene Video verbreitete sich in zahlreichen Blogs bevor es auch ins TV kam. Die Vlogger haben das Video von der Website der norwegischen Tageszeitung Dagbladet http://www.dagbladet.no . Nachdem das Video im Internet die Runde gemacht hatte, "riefen plötzlich TV-Sender aus Japan, Spanien, Frankreich und aller Welt an, um das Video zu kaufen", sagte Oliver Orskaug vom Dagbladet dem WSJ. Er sei nicht überrascht, dass die Vlogger das Video einfach nehmen und auf ihren Seiten anbieten. "Das ist das Internet. Wir haben erwartet, dass das passieren wird", so Orskaug.

Die Tsunami-Videos erhöhen die Zugriffszahlen auf die Websites der Vlogger meist beträchtlich, so das WSJ. So habe das Blog jlgolson.blogspot.com http://jlgolson.blogspot.com üblicherweise etwa zehn Besucher pro Tag gehabt. Seit das Video von Kamala Beach auf der Website steht, explodierte der Traffic auf 640.000 in wenigen Tagen, so das WSJ. Auch die eigens für Tsunami-Videos geschaffene australische Website WaveofDestruction.org http://www.waveofdestruction.org verbuchte laut WSJ alleine von Mittwoch bis Sonntag über 680.000 Unique Visitors. Da die Bandbreite der Websites dadurch deutlich steigt, sei es möglich das Vloggern unerwartet eine zusätzliche Rechnung ihrer Provider bevorsteht.


 

Tsunami: Außenministerien als Krisencenter
Bundesrätin Micheline Calmy-Rey sondiert Lage in Phuket

Eine Woche nach der Flutwelle rechnet die UNO mit 150.000 Toten, wobei immer deutlicher wird, dass eine exakte Angabe über die Anzahl der Opfer nicht möglich ist, denn zahlreiche Menschen wurden von der Flutwelle erfasst und ins offene Meer geschwemmt. http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=12953&Cr=tsunami&Cr1= Allein die indonesische Regierung rechnet inzwischen mit 100.000 Toten, offiziell bestätigt waren zuletzt rund 80.000 Opfer. In Sri Lanka wurden 28.475 Tote bestätigt. Von insgesamt zwölf Ländern sind die beiden am schwersten von der Katastrophe betroffen.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz bemühen sich die Außenminister und ihre Behörden um umfassende Aufklärung. Micheline Calmy-Rey, Bundesrätin des Eidgenössischen Departements für Auswärtige Angelegenheiten (EDA) http://www.eda.admin.ch/eda/g/home.html , hat sich bereits gestern, Sonntag, in der Region Phuket ein Bild vom Ausmaß der Katastrophe gemacht und wird heute, Montag, den thailändischen Vize-Aussenminister treffen. Das EDA hat Kenntnis von 16 identifizierten Todesopfern und 95 vermissten Schweizern, bezüglich deren Schicksal wenig Hoffnung auf Überleben besteht. Die Zahl der Schweizer Staatsbürger, von denen man bisher ohne Nachricht ist, beläuft sich auf mindestens 500. Unter http://www.deza.ch/index.php?userhash=19771012&lID=6&navID=2485 hat das EDA eine eigene Website eingerichtet, auf der laufend die neuesten Fakten publiziert werden.

Deutschlands Außenminister Joschka Fischer will Ende dieser Woche in das Katastrophengebiet in Südasien reisen. In enger Koordinierung mit den Deutschen Botschaften in der Krisenregion, den Vereinten Nationen sowie deutschen Hilfsorganisationen prüft das Auswärtige Amt kontinuierlich den weiteren humanitären Hilfsbedarf. Für Soforthilfe-Maßnahmen hat sein Ministerium eine Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Bislang 60 Opfer aus Deutschland wurden identifiziert, mehr als 1.000 Deutsche sind vermisst gemeldet. Vor Ort arbeiteten inzwischen sechs deutsche Teams mit insgesamt 17 Ärzten. Die Bundeswehr baut in der Provinz Aceh im Norden Sumatras ein Lazarett auf, das noch diese Woche einsatzbereit sein soll. http://www.auswaertiges-amt.de/www/de/index_html

100 Mitarbeiter aus Botschafts-Angehörigen und konsularischen Experten, medizinischen Fachkräften und Spezialisten aus dem Innen- und Verteidigungsministerium bilden den österreichischen Krisenstab vor Ort. Derzeit konzentriert sich die Arbeit auf die hauptbetroffenen Touristenregionen an der Westküste Thailands und auf Sri Lankas. Trotz größter Bemühungen konnte bis jetzt kein Kontakt zu 723 Österreichern in der Region aufgenommen werden, teilte Außenministerin Ursula Plassnik gestern, Sonntagabend, mit. 490 Österreicher gelten als offiziell vermisst. http://www.aussenministerium.at/


 

Tsunami-Katastrophe: Foto-Plattform im Internet für vermisste ÖsterreicherInnen eingerichtet: http://hilfe.5uper.net 

Eine Privatinitiative in Wien stellt seit vorgestern eine Internet-Plattform für alle ÖsterreicherInnen (und selbstverständlich auch für Betroffene anderer Nationen) zur Verfügung, die immer noch ihre Verwandten und Freunde nach der Tsunami-Katastrophe in Asien vermissen.

Auf der Foto-Plattform (hilfe.5uper.net) sollen neben den Namen und Daten der vermissten Personen vor allem auch ihre Fotos veröffentlicht werden können. "Vielleicht haben die ankommenden Reisenden aus den betroffenen Gebieten ja die vermissten Personen gesehen", so eine Sprecherin der Initiative. "Man sieht täglich Menschen, die mit Fotos auf den Flughäfen stehen und verzweifelt nach Anhaltspunkte über den Verbleib ihrer Liebsten suchen. Diese Web Site soll als virtuelle Ankunftshallen dienen. Wir wissen zwar, dass das alles nur ein kleiner Tropfen auf dem heißen Stein ist, aber man sollte doch nichts unversucht lassen", so die Sprecherin.
 


 

100.000 Opfer schreien nach Frühwarnsystem
Indien will 29 Mio. Dollar investieren

Noch nie mussten die internationalen Nachrichtenagenturen nach einer Umweltkatastrophe ihre Opferzahlen so oft und so schnell nach oben revidieren wie nach dem Tsunami im Indischen Ozean. Erste Berichte sprachen Sonntagvormittag, den 26. Dezember, noch von "Hunderten Opfern". Reuters: "Das Nationale Katastrophenschutzamt Sri Lankas gab die Zahl der Todesopfer mit mindestens 500 an. Die Zahl werde sich jedoch wahrscheinlich auf mehr als eintausend erhöhen." Bereits am Abend berichtet die dpa: "In Folge des verheerenden Erdbebens und schwerer Flutwellen sind in Süd- und Südostasien mehr als 11.000 Menschen in den Tod gerissen worden." Am Mittwoch schätzte das Rote Kreuz die Zahl der Opfer erstmals auf 100.000.

Damit derartige Katastrophen künftig nicht mehr zu ungeahnten menschlichen Tragödien führen, fordern Wissenschafter, betroffene Länder und die UNO nun einhellig die Einführung von Frühwarnsystemen. Ein System, wie es im pazifischen Raum schon seit 1948 aufgebaut wurde, hätte Menschenleben retten können, erklärte der Leiter der UN-Behörde für Katastrophenprävention, Salvano Briceno, am Montag in Genf. Bereits 2005 will die UNO ein Warnsystem für Flutwellen im Indischen Ozean aufbauen. http://www.un.org/apps/news/story.asp?NewsID=12932&Cr=tsunami&Cr1=

Indien will als erstes der betroffenen Länder rund 29 Mio. Dollar in Tsunami-Frühwarnsystem investieren. Der Subkontinent hatte vor der dem Seebeben ein solches System mit der Begründung abgelehnt, Tsunamis hätten in der indischen Geschichte bisher keine Rolle gespielt.


 

Flutkatastrophe: Spenden von Unternehmen abzugsfähig!

Das Bundesministerium für Finanzen gibt bekannt, dass Geld- oder Sachspenden von Unternehmen im Zusammenhang mit der tragischen Flutkatastrophe in Asien von der steuerlichen Abzugsfähigkeit gemäß § 4 Abs. 4 Z 9 EStG 1988 umfasst sind. Die näheren Einzelheiten sind in Randziffer 4837 der Einkommensteuerrichtlinien 2000 - abrufbar unter www.bmf.gv.at/steuern/richtlinien - enthalten.
 

 

 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:39
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