Neue Drohbriefe kursieren im Ötztaler
Dorf Umhausen - der Psychoterror geht weiter!
Nach der Todesliste von 2003 gibt es wieder anonyme Schreiben und
Drohanrufe
Wie die Bezirksblätter Tirol in ihrer morgigen Ausgabe berichten, kommt das
Ötztaler Dorf Umhausen nicht zur Ruhe. Drohanrufe und Briefe aus den Monaten
November und Dezember 2005 führten zu Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft
Innsbruck. Dies bestätigte STA-Sprecher Wielfried Siegele gegenüber der
Bezirksblätter-Redaktion.
Konkret handelt es sich dabei um acht Schreiben, die vom Schriftbild her
an das der Todesliste und an die Briefe aus den Jahren 2001 bis 2003
erinnern. Siegele bestätigte auch, dass Ermittlungen wegen der ebenfalls
angezeigten anonymen Anrufe, die mehrere Personen aus dem Umfeld der
mutmaßlichen Briefschreiberin erhielten, bis dato keinen Erfolg hatten. Dies
trotz erfolgter Rufdaten-Rückerfassung. Staatsanwalt Siegele: "Es handelte
sich um nicht registrierte Wertkartenhandys." In einem Brief vom 29.12.2005,
der an die mutmaßliche Täterin der Jahre 2001-2003 adressiert ist und der
Bezirksblätter-Redaktion vorliegt, heißt es: "Wann gibst du dir endlich die
Kugel?"
Dass erneute Untersuchungen der Vorfälle im Gange sind, bestätigte auch
der Chef des Landeskriminalamtes Tirol, Oberst Walter Pupp. Aus
ermittlungstaktischen Gründen wollte Pupp jedoch keine Stellung zum Stand
der Recherchen abgeben.
Besorgt zeigt sich auch der Bürgermeister der Berggemeinde, Mag. Jakob
Wolf. Er erinnert sich mit Schrecken an den Februar 2004. Am Tag, an dem 25
Menschen sterben sollten, war Umhausen ins Zentrum der europaweiten medialen
Berichterstattung geraten: "Das darf nicht wieder passieren. Hier geht es um
die Dorfgemeinschaft." Kämpferisch und ihre Unschuld beteuernd gibt sich
auch die bereits Verurteilte Sabine G.: "Ich fühle mich von diesem
Rechtsstaat verraten und verkauft und ich werde sicher nicht aufgeben, meine
Unschuld zu beweisen."
Zahlreiche anonyme Briefe hatten in Umhausen in den Jahren 2001 bis 2003
für Aufregung gesorgt. Für Angst und Schrecken sorgte schließlich eine
"Todesliste", in der 25 Personen mit dem Umbringen bedroht worden waren. Als
mutmaßliche Täterin wurde eine 43-jährige Frau ausgeforscht, die zuerst auch
ein 17 Seiten langes Geständnis lieferte, dies aber später widerrief. Sabine
G. wurde im Juni 2005 wegen schwerer Nötigung, Brandstiftung und Verleumdung
vom Landesgericht Innsbruck zu zwei Jahren Haft (acht Monate unbedingt)
verurteilt. Dieses Urteil wurde im Herbst des Vorjahres vom Obersten
Gerichtshof teilweise aufgehoben.
Zum Seilbahnvorfall vom 15.11.2004 geben die Bergbahnen Sölden
folgende aktuelle Stellungnahme ab:
1. Alle geborgenen 113 Fahrgäste haben laut Auskunft des Roten
Kreuzes keine körperlichen Verletzungen erlitten.
2. Für das Verständnis der betroffenen Gäste möchten wir uns
bedanken und gerne laden wir diese zu einem Wochenende nach Sölden
zum Ski fahren und zu einem Besuch im Aqua Dome in Längenfeld ein.
Die Adressen bitten wir zu der uns vorliegenden Namensliste ergänzend
mitzuteilen.
Ansprechperson:
Bettina Scheiber
Tel: 05254/508-200
E-mail: b.scheiber@soelden.com
3. Sollten uns weitere Erkenntnisse vorliegen, werden wir sie
selbstverständlich informieren.
Wir möchten betonen, dass wir größtes Interesse daran haben, diesen
Hergang aufzuklären um einen solchen Vorfall in der Zukunft
ausschließen zu können.
Wir bitten um Verständnis, dass wir nicht irgendwelche Vermutungen
und Gerüchte kommunizieren, sonder ausschließlich Erkenntnisse der
untersuchenden Gremien bekannt geben.
Die Untersuchung des gerissenen Steuerseils erfolgt an der
technischen Versuchsanstalt in Wien.
4. Wir werden uns bemühen, der Zustimmung der Behörde
vorausgesetzt, die betroffene 2. Sektion der Schwarzen Schneidbahn am
kommenden Wochenende wieder in Betrieb zu nehmen.
ÖAMTC: Vier Tote bei Verkehrsunfall in Tirol
Ein grauenvoller Verkehrsunfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden in
Tirol. "Vier Personen wurden bei Nassereith getötet, eine weitere schwer
verletzt", berichtete ein Sprecher der ÖAMTC-Informationszentrale.
Nach ersten Angaben war am Montag kurz vor vier Uhr früh ein PKW in kurvigem
Gelände auf der Mieminger Strasse (B 189) im Bereich des Holzleitensattels von
der Fahrbahn abgekommen und in ein Waldstück gerast. Vier Personen wurden von
den Helfern tot aus den Fahrzeugtrümmern geborgen. Ein weiterer Verunglückter
wurde mit schweren Verletzungen vom Roten Kreuz in ein Krankenhaus gebracht.
Wie die Informationszentrale des ÖAMTC weiter berichtete, soll es sich bei den
Insassen des Unglückswagens um jugoslawische Staatsbürger handeln. Die Ursache
des Unfalles ist derzeit noch unklar. Die B 189 war während der Bergungs- und
Aufräumungsarbeiten längere Zeit gesperrt.