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Klare Mehrheit der
Österreicher gegen die Chefarztpflicht
2/3 der Ärzte und 3/4 der Patienten wollen
Chefarztpflicht ersatzlos abschaffen
Die Botschaft ist eindeutig: Laut einer jüngsten
Umfrage des Linzer market-Instituts im Auftrag der Pharmig lehnt die
Mehrheit der Österreicher die Chefarztpflicht kategorisch ab. Zwei
Drittel der Ärzte wollen die Chefarztpflicht abgeschafft wissen, nur
ein Drittel ist für die chefärztliche Kontrolle. Bei den
österreichischen Patienten ist das Votum noch klarer: 40 Prozent
unterstützen auf jeden Fall die Forderung, die Chefarztpflicht
ersatzlos abzuschaffen, 36 Prozent sind eher dafür. Nur 14 Prozent
sind eher dagegen und magere 9 Prozent wollen die Chefarztpflicht
beibehalten. Wenig überraschend fällt auch das Urteil der Ärzte zur
Chefarztpflicht neu aus: 54 Prozent der befragten Ärzte sehen die
neue Regelung sehr negativ, 28 Prozent eher negativ.
Ein besonders alarmierendes Ergebnis der Umfrage, die in Österreich
zwischen 18. und 21. Jänner unter 200 Ärzten und 200 Patienten
durchgeführt wurde: Der Aussage "Alle Patienten bekommen die für sie
notwendigen Medikamente, auch wenn sie teurer sind" stimmen nur 10
Prozent der Ärzte voll und ganz zu, 34 Prozent stimmen auch noch zu.
Jeweils 24 Prozent glauben aber weniger bzw. gar nicht, dass das
zutrifft. "Ein erschreckendes Zeugnis für die österreichische
Gesundheitspolitik", interpretiert market-Geschäftsführer Werner
Beutelmeyer das Ergebnis. "Wenn fast die Hälfte der Ärzte nicht
glaubt, dass die österreichischen Patienten die für sie notwendigen,
teureren Medikamente bekommen, muss das den Gesundheitspolitikern zu
denken geben. Denn die Ärzte sind die Experten, sie müssen es
schließlich wissen." Auch die Patienten beurteilen die Auswirkungen
der Chefarztpflicht neu mehrheitlich negativ: Die Aussage "Die Ärzte
sind nun generell zurückhaltender bei der Verschreibung
chefarztpflichtiger Medikamente" halten 17 Prozent der Befragten für
voll und ganz zutreffend, 31 Prozent für eher zutreffend. 34 stimmen
weniger, 6 Prozent gar nicht zu. "Die Patienten sind mehr und mehr
davon überzeugt, dass allein der Preis eines Medikaments für ihre
Behandlung ausschlaggebend ist - aber das Billigste ist nun einmal
nicht immer das Beste", analysiert Studienleiter Beutelmeyer. "Ein
Indiz dafür, dass das Vertrauen der Patienten in die Qualität des
Gesundheitssystems abnimmt."
Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber sieht die Umfrage als
Bestätigung für die langjährige Forderung der Pharmig, die
Chefarztpflicht in Bezug auf die Medikamentenverordnung ersatzlos zu
streichen: "Die Österreicher haben richtig erkannt, dass die
Chefarztpflicht in der derzeitigen Form keinen Sinn macht. Denn dass
die Chefarztpflicht notwendig sei, um die Medikamentenkosten
einzubremsen, ist nachweislich falsch, da schon bisher 95 Prozent
aller chefarztpflichtigen Arzneimittel von den Kassen erstattet
worden sind. Für jeden, der rechnen kann, ist somit klar: Die Kosten
für die Chefarzt-Bürokratie sind viel höher als das angebliche
Einsparpotenzial von fünf Prozent bei den chefarztpflichtigen
Medikamenten."
Heftige Kritik übt der Pharmig-Chef auch am neuen Erstattungskodex:
Bei der Einteilung in das neue Boxensystem sind rund 2.500 bisher
erstattungsfähige Medikamente in der sogenannten No-Box gelandet.
Laut jüngster ASVG-Novelle heißt das, dass diese Medikamente "bei
zwingend therapeutischen Gründen", also in Ausnahmefällen
verschrieben und auch erstattet werden können. Laut Huber sieht die
Praxis jedoch anders aus: "Einzelne Krankenkassen weigern sich,
No-Box-Präparate zu erstatten, weshalb sie die Ärzte auch nicht mehr
verschreiben. Für die Patienten bedeutet das eine wesentlich
schlechtere medizinische Versorgung und eine Gefahr für die
Gesundheit. Die Patienten bekommen No-Box-Präparate nur mehr, wenn
sie sie selbst bezahlen - aber das können sich viele nicht leisten."
Als Beispiel nennt Huber die spezifische Immuntherapie für
Allergiker. Bisher sind diese Medikamente für jene 50.000
Österreicher, die beispielsweise unter Pollen-, Hausstaubmilben oder
Insektengift-Allergie leiden, vom Facharzt verordnet und
anschließend anstandslos vom Chefarzt bewilligt worden. Seitdem
jedoch diese Präparate ohne Ausnahme in der No-Box gelandet sind,
bekommen Allergiepatienten in manchen Bundesländern ihre Medikamente
gar nicht mehr, in anderen nur nach einer umständlichen
Genehmigungsprozedur und langen Wartefristen. Pharmig-Chef Huber
beschreibt die Folgen: "Viele Patienten brechen ihre Therapie ab,
weil sie sie nicht selbst bezahlen können oder wollen. Das kann
jedoch bei Patienten mit Asthma oder einer Insektengift-Allergie
lebensgefährlich sein! Es kommt aber auch dem Gesundheitssystem viel
teurer als eine Fortsetzung der Therapie, da bei einem
Therapieabbruch die Folgekosten ungleich höher sind als die
Medikamentenkosten." Hubers Kritik: "Der Hauptverband hat den neuen
Erstattungskodex dazu missbraucht, um viele Medikamente still und
heimlich zu entsorgen. Und zwar nicht aus medizinischen, sondern
rein aus ökonomischen Gründen. Das ist den Patienten gegenüber
einfach verantwortungslos, wir können und dürfen uns damit nicht
abfinden." |

Europäische Patienten:
Mangel an "Gesundheitsinformationen"
Chronisch Kranke weisen erhebliche Wissenslücken
über Gesundheitszustand auf
Nach einer heute präsentierten Studie des
Pharmaunternehmens Pfizer
http://www.pfizer.com würden zwei Drittel der chronisch Kranken
ihr Verhalten pro aktiv ändern. Voraussetzung sind aber bessere
Informationen darüber wie sie gesund bleiben. Dass dies positive
Auswirkungen auf den Gesundheitszustand hat, ergab die Studie auch:
Mehr als drei Viertel von denen, die ihr Verhalten ändern, nehmen
eine positive Auswirkung auf ihren Gesundheitszustand wahr. Das gilt
für die USA wie für Europa gleichermaßen.
Befragt wurden mehr als 4.500 Patienten aus acht europäischen
Ländern (Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien,
Schweden und Großbritannien) und den USA. Die Befragten litten an
Asthma, Diabetes Typ 2 und Erkrankungen des Herzens. Die Befragung
ergab darüber hinaus, dass mehr als die Hälfte der Patienten in
Europa das Gefühl haben, nicht genügend Information über ihren
Krankheitszustand und eventuelle Behandlungsmöglichkeiten zu haben.
"Eine breite Öffentlichkeit hat zunehmend Interesse an
Patienten-Informationen, wie sich anhand der Zugriffe auf die
Gesundheits-Homepages weltweit zeigt", so Sally Greengross,
Vorsitzende der Organisation Alliance for Health and the Future.
"Wie die Untersuchung zeigt, sind über ihren Gesundheitszustand
informierte Patienten bereit, ihr Verhalten zu verändern. Eine
Bevölkerung, die sich besser informiert, sollte Anerkennung bekommen
und zu weiterem Engagement ermutigt werden", meint die Expertin.
Das Wissen über den Gesundheitszustand ist nach der Studie ziemlich
uneinheitlich. Die Befragung hat auch die Höhe des Wissensstandes
aller Interviewten erhoben, in dem ihr Bewusstsein hinsichtlich
Basisinformation getestet wurde. Das ist jenes Wissen, von dem man
erwarten könnte, dass sie darüber verfügen, um mit ihrem Zustand
entsprechend umgehen zu können. In allen drei Krankheitsbereichen
zeigten die US-Patienten größeres Wissen über ihren
Gesundheitszustand, als die Europäer. Nur drei Prozent der
herzkranken Europäer waren "ausgezeichnet" über ihren Zustand
informiert, gegenüber 19 Prozent der Befragten in den USA.
Signifikante Wissensunterschiede gibt es auch innerhalb Europas: So
waren 43 Prozent der britischen Diabetiker "ausgezeichnet"
informiert. Auch bei den Asthma-Patienten waren die Briten deutlich
besser über ihren Zustand informiert als z.B. jene in Polen.
Überraschend hoch der Anteil der Befragten in vielen europäischen
Ländern, die einen ärmlichen Wissensstand bezüglich der
Herz-Krankheiten aufweisen, darunter Spanien (92 Prozent), Italien
(87 Prozent) und Frankreich (81 Prozent). |

Experten warnen vor
zuviel Vitamin A
Einmal Leber die Woche ist ausreichend
Das Essen von Leber sollte auf ein Mal die Woche
eingeschränkt werden. Zusätzlich sollten die Konsumenten mit anderen
Vitamin-A-Quellen vorsichtig umgehen. Diese Warnung haben Berater
der Food Standards Agency
http://www.food.gov.uk ausgesprochen. Zuviel Vitamin A führt zu
Vergiftungen und erhöht das Risiko von Knochenbrüchen. Als besonders
risikoreich wird die Kombination von Vitamin A reichen Lebensmitteln
wie Leber und Vitaminpräparaten eingeschätzt. Frauen nach der
Menopause und ältere Menschen, die für Knochenbrüche am meisten
anfällig sind, sollten nicht mehr als 1,5 mg Vitamin zu sich nehmen.
Diese Empfehlungen verstärken bestehende Richtlinien, wonach
Schwangere und Frauen, die sich ein Kind wünschen, kein Vitamin A
einnehmen und auch keine Leber oder Nahrungsmittel, die Leber
enthalten, essen sollten. Retinol kommt nur in Nahrungsmitteln
tierischen Ursprungs vor. Reichlich ist es vor allem in der Leber
enthalten. Pflanzliche Nahrungsmittel wie Karotten und Spinat
enthalten Bestandteile, die im Körper in Vitamin A umgewandelt
werden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass diese Mengen toxisch
werden können. Innerhalb der empfohlenen Werte gilt Retinol als gut
für das Immunsystem und die Sehfähigkeit. Das Beratergremium wird im
Sommer einen vollständigen Bericht der Öffentlichkeit präsentieren.
Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A sollte durch eine
ausgewogene Ernährung gewährleistet werden können. Vitamin A ist
fettlöslich. Das bedeutet, dass es nicht jeden Tag konsumiert werden
muss. Mengen, die vom Körper nicht sofort verbraucht werden, können
gespeichert werden. Das Gremium rät zusätzlich dazu, dass die
Retinolmenge in Vitamin-A-Präparaten verringert werden sollte.
Derzeit enthalten diese Präparate 30 bis 100 Prozent mehr Retinol
als auf der Packung angegeben ist. |

VP-Pfeiffer zum Drogenbericht 2003
"Die Primärprävention, also das Verhindern der ständigen Ausweitung
des Suchtgift- und Drogenkonsums sind ein Gebot der Stunde, denn Kontakte
mit Drogen und Suchtgiften gefährden schon unsere Kinder beim Übergang von
Volksschule auf die Hauptschule oder das Gymnasium", weist der
Drogensprecher der ÖVP Wien, LAbg. Gerhard Pfeiffer, nochmals auf seine
unmittelbar nach dem Erscheinen des ÖBIG-Berichtes (Österreichisches
Bundesinstitut für Gesundheitswesen) getroffenen Aussagen hin. "Die
offiziellen Stellen müssen Umdenken. Verhindern anstelle von im nachhinein
behandeln, sowie eine Vorbildwirkung von Eltern und Bezugspersonen ist
angesagt, will man die Jugend gegen schädlichen Drogenkonsum immunisieren."
Der Anstieg an Suchtgifttoten, der aus Bericht des ÖBIG (Österreichisches
Bundesinstitut für Gesundheitswesen) hervorgeht, sei nicht das "große
Alarmzeichen" in diesem Bericht, dass bereits 40 Prozent der Bevölkerung
Erfahrung mit illegalen Drogen gemacht hätte, sondern der weit hin
verstreute Kontakt der Bevölkerung mit Suchtgiften wäre ein Zeichen dafür,
dass es an zielführenden Gegenmaßnahmen fehle.
Pfeiffer: "Das ist jetzt nicht mehr rückgängig zu machen. Umso wichtiger ist
daher, die Immunisierung gegen ein Suchtverhalten, welches sowohl den
einzelnen Menschen in den Ruin führen kann als auch der Gesellschaft als
ganzes schadet. Es gilt daher, schon bei Kindern und natürlich dann bei
Jugendlichen, eine Abwehrhaltung gegen die Entselbstständigung durch und
Abhängigkeit von Substanzen aufzubauen."
"Das kann nur durch Information und Vorbildwirkung geschehen. Und in dieser
Richtung muss auch die Arbeit des FSW (Fonds Soziales Wien) gehen, der sich
bisher mit wenig Ausnahmen nur der Behandlung der Folgen von
Suchtgifterkrankung widmete. Er muss offensiver werden und muss geeignete
Wege finden, Eltern, Kindern und Jugendlichen die Botschaft 'Drogenmissbrauch
sowie Suchtgiftkonsum ist für mich schädlich und in meiner Umgebung ein
unerwünschtes Verhalten', einprägsam vor Augen führen", fordert Pfeiffer.

Stress lässt weibliche
Chromosome altern
Belastung und Telomerlänge hängen direkt zusammen
Psychologischer Stress kann die Chromosome einer
Frau um zehn Jahre altern lassen. Der genaue Zusammenhang zwischen
Stress, Alterung und Gesundheit auf zellularer Ebene ist derzeit
nicht geklärt. Ein Team der University of California
http://www.ucsf.edu
hat jetzt unter der Leitung von Elissa Epel die Auswirkungen von
Stress auf die Zelle untersucht. Die Wissenschafter analysierten die
Chromosome der weißen Blutkörperchen von 58 Müttern. Zwei Drittel
der Frauen hatten chronisch kranke Kinder. Die Kinder der restlichen
Teilnehmerinnen waren gesund, so dass von einer geringeren
Stressbelastung ausgegangen wurde. In der Telomerlänge der beiden
Gruppen gab es keinen Unterschied. Jene Frauen, die in beiden
Gruppen am stärksten belastet waren, verfügten jedoch auch über die
kürzesten Telomere. Dieser Effekt war so deutlich, dass er zwischen
neun und 17 Jahren der Zellalterung entsprach. Die Ergebnisse der
Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences
http://www.pnas.org
veröffentlicht.
Laut Epel kamen diese Forschungsergebnisse nicht überraschend. Sie
geht davon aus, dass die Wahrnehmung der Welt entscheidender sein
kann als die objektive Realität. "Empfindet jemand Stress, muss das
ernst genommen werden, da es auf der zellularen Ebene Niederschlag
finden kann." Jene Frauen, die am längsten für ein krankes Kind
gesorgt hatte, verfügten über die kürzesten Telomere. Ihre eigene
Wahrnehmung der Belastung spielte dabei laut NewScientist keine
Rolle. Weitere Untersuchungen sind laut Epel erforderlich, um die
Ergebnisse dieser Studie zu bestätigen, in der Lebensstil, sozialer
Status oder Umweltbelastung nicht berücksichtigt wurden. Ein Stück
DNA, das Telomer, schützt das Chromosomende und fördert die
genetische Stabilität. Bei jeder Zellteilung verkürzen sich die
Telomere, so dass die nachfolgenden Zellen bereits über etwas
kürzere Telomere verfügen. |

Hightech-Medizin hilft
oft nicht
Organversagen als natürlicher Heilungsprozess
Hightech-Medizin ist offensichtlich nicht in der
Lage die Überlebenschance bei Multiorganversagen tatsächlich zu
erhöhen. Mediziner des University College London
http://www.ucl.ac.uk sind zu dem interessanten
Forschungsergebnis gekommen als sie die Verletzungen bei der
Schlacht von Waterloo analysiert haben. Demnach haben sich die
Überlebenschancen seit 1815 kaum verändert.
Bei der Schlacht von Waterloo waren weder Antibiotika noch
Bluttransfusionen oder lebenserhaltende Maschinen vorhanden. Dennoch
haben sich die meisten schwer verwundeten Soldaten von den
lebensgefährlichen Verletzungen erholt, berichtet der Mediziner
Mervyn Singer bei einem Vortrag. Skeptiker der Hightech-Medizin
kritisieren schon seit längerem die Praxis der gängigen Methoden.
Eine Vielzahl der Schwerverletzten hat überlebt, weil es eine
Fähigkeit des menschlichen Körpers zur Selbstheilung in
Extremsituationen gebe. Diese werde allerdings vielfach
unterschätzt, meint der Mediziner. Es sei auch nicht gelungen die
Sterberate bei Blutvergiftungen zu senken.
Für den Forscher gehen viele der gängigen Methoden in die falsche
Richtung, da sie auf den natürlichen Heilungsprozess negativ wirken,
ihm sogar schaden. "Die Auswirkungen auf Immunantwort,
Hormonhaushalt und Stoffwechsel sind oft im Ganzen nicht
einschätzbar", so Singer. Es sei notwendig in der Behandlung
strategischer vorzugehen und diese auf die natürliche Antwort des
Körpers auf Blutvergiftungen oder andere gefährliche Krankheiten
abzustimmen.
Der Mediziner ist der Ansicht, dass ein gleichzeitiger Ausfall
mehrerer Organe nach einer Blutvergiftung möglicherweise der letzte
Versuch des Körpers ist, einen kritischen Zustand zu überleben. Das
sei mit dem Winterschlaf eines Tieres zu vergleichen, bei dem
verschiedene Organe einfach ausgeschaltet werden. Diese Tatsache
wird dadurch untermauert, dass die Organe bei Genesung wieder
beginnen normal zu arbeiten. Weiter Studien in diese Richtung sollen
folgen. Der Mediziner nimmt an, dass das Hormon Leptin eine
Schlüsselrolle dabei spielt. Dieses reguliert Hunger und
Stoffwechsel. Möglicherweise könnte dieses Hormon einen
Therapieansatz bei multiplem Organversagen spielen.
|

Kurze Männerbeine bergen Gesundheitsgefahr
Forscher begründen Risiko mit schlechtem Ernährungsstatus in
Kindheit
Männer mit kurzen Beinen haben ein erhöhtes Risiko an Diabetes und einem
Herzleiden zu erkranken. Das behaupten Forscher der University of Bristol in
einer Langzeitstudie an 2.512 Männern im Alter zwischen 45 und 59 Jahren. Die
über einen Zeitraum von 15 Jahren durchgeführten Untersuchungen ergaben, dass
bei den Männern mit den kürzesten Beinen die Insulinresistenz als Vorbote der
Zuckerkrankheit deutlich erhöht war, so ein Bericht von BBC online
http://news.bbc.co.uk . Für
die Studie wurde den walisischen Probanden Blutproben entnommen und Stand-
bzw. Sitzhöhe gemessen.
Laut dem Forscherteam um George Davey Smith enthielt das Blut der
"Kurzbeinigen" eine erhöhte Konzentration an Blutfetten und dem
Blutgerinnungsfaktor Fibrinogen. Beides sind Faktoren für ein erhöhtes Risiko
einer Herzstörung. Die Forscher spekulieren, dass kurze Beine Zeichen einer
schlechten Ernährung in der Kindheit seien. Im Gespräch mit der BBC sagte
Davey Smith: "Es ist möglich, dass sich kindliche Körper an eine nicht
adäquate Ernährung in frühen Jahren anpassen. Verbessert sich später die
Nahrungsversorgung werden die Extrakalorien möglicherweise als Fett
abgelagert, da der Körper an einen Mangel gewöhnt ist. Übergewicht trägt
wesentlich zu Diabetes und Herzerkrankungen bei."
"Koronare Herzerkrankungen stehen mit vielen kontrollierbaren Faktoren wie
Rauchen oder einem inaktiven Lebensstil in Zusammenhang", so ein Sprecher der
British Heart Foundation http://212.67.212.10 . Inwiefern Gene, die auch für die Beinlänge
verantwortlich sein könnten, in der Kindheit eine Rolle spielen ist noch nicht
vollständig geklärt. "Die Kernaussage der Studie ist, dass die Gesundheit im
Kindesalter eine Langzeitwirkung auf den Gesundheitsstatus im Erwachsenenalter
hat", behauptet Davey Smith.

Routinetest identifiziert Herz-Kreislauf-Risiko
Albumin im Urin bei Frauen entscheidend
Ein Routinetest kann die Werte des Proteins Albumin im Urin messen und so
frühzeitig bei Frauen nach der Menopause noch symptomlose
Herz-Kreislauf-Erkrankungen entdecken. Wissenschaftler der Utrecht University
Medical School haben die Werte von 1.118 gesunden Frauen untersucht, die
folgend bis zu 18 Jahre lang begleitet wurden. Bei der Gruppe mit den höchsten
Albuminwerten war die kardiovaskuläre bedingte Sterblichkeit 4,4 mal höher
als bei Frauen ohne messbares Albumin im Urin.
http://www.uu.nl/uupublish//home/homeenglish/1757main.html
Circulation
http://circ.ahajournals.org/cgi/content/abstract/103/25/3057
Der Wissenschaftler Jan Dirk Banga erklärte, dass Albumin im Harn ein
selbstständiger Risikofaktor für die kardiovaskuläre
Sterbewahrscheinlichkeit bei Frauen nach der Menopause sei. Eine kleine Menge
von Albumin im Urin weise darauf hin, dass die Blutgefäße in den Nieren
geschädigt seien. Allgemein wird diese Schädigung auf Fehlfunktionen der
Endothelzellen zurückgeführt, die das Innere der Blutgefäße auskleiden.
"Die Endothelzellen können bereits in einem frühen Stadium einer
Herzerkrankung geschädigt sein und schlecht funktionieren, obwohl noch keine
Symptome erkennbar sind." Eurekalert
http://www.eurekalert.com/releases/aha-utp061901.html
Rauchen, hohe Cholesterinwerte und Bluthochdruck gehören zu den gut
belegten Risikofaktoren für Herzkrankheiten. Laut Banga zeichneten diese
Faktoren kein vollständiges Bild des individuellen Risikos. Zwar könne ein
Routinetest nicht vorhersagen, ob ein Mensch an einer Herzerkrankung sterben
werde, ein gesteigertes Risiko sei jedoch sehr wohl feststellbar. Die für die
aktuelle Studie ausgewerteten Proben stammen ursprünglich aus einer Studie an
der zwischen 1976 und 1978 12.239 Frauen teilgenommen hatten. Sie waren damals
damit einverstanden, dass diese Proben auch später für Forschungszwecke
genutzt werden.
Das Team führte den Albumin-Test bei den Proben jener 549 Frauen durch,
die in der Zwischenzeit an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung verstorben waren.
Als Kontrollgruppe dienten die Proben von 569 gesunden Teilnehmerinnen. Die
Frauen wurden basierend auf der Albuminmenge im Urin in fünf Gruppen
aufgeteilt. In der Gruppe mit den höchsten Werten lag die kardiovaskuläre
Sterberate bei 13.2 für jeweils 1.000 Jahre Beobachtungszeit, in der
Kontrollgruppe bei 2,6. Dabei wurden für eine 15 Jahre lange Beobachtung
einer Frau jeweils 15 Jahre Beobachtungszeit angenommen.

surfmed.at für Prix MultimediaAustria nominiert
Plattform bietet umfassenden Überblick über
Gesundheitsthemen
Die Ende September 2000 online gegangene Gesundheitsplattform surfmed.at
http://www.surfmed.at
ist für den Prix MultimediaAustria 2001 in der Kategorie
"Internet-Information und Publikation" nominiert worden. Die
Website bietet Informationen aus den Bereichen Diagnose und
Behandlungsverfahren, Gesundheitsvorsorge, gesund essen, Medikamente sowie
Hilfe bei der Suche nach Ärzten und der geeigneten Klinik, Impfkalender für
Auslandsreisen sowie Wissenswertes zu mehr als 500 Krankheiten. Das vom
Redaktionsbüros Langbein & Skalnik und dem Internetprovider Netway
erstellte Angebot ist auch in einer deutschlandspezifischen Version
http://www.surfmed.de
abrufbar.
In einer Vorbereitungszeit von einem Jahr haben mehr als 250 Experten die
medizinische Plattform entwickelt. 20 Fachjournalisten, Bildredakteure und
Texter in Wien und Köln aktualisieren täglich die surfmed-News-Site. Ebenso
viele Programmierer und Webdesigner sind mit der technischen und grafischen
Umsetzung der Website beschäftigt. Für die technische Komponente und das
Corporate Design inklusive Logo, Drucksorten, Präsentations-CD ROM sowie
Deko-Material zeichnet Netway verantwortlich.
In Zusammenarbeit mit der Redaktion wurde für das Portal ein
Navigationssystem entwickelt, das nach eigenen Angaben besonders einfach zu
handhaben ist. surfmed bietet des Weiteren für seine Mitglieder (bisher rund
3.500) um 350 Schilling pro Jahr spezielle Serviceleistungen an.
Beispielsweise bietet die surfmed-Sprechstunde die Möglichkeit, sich von
Spezialisten aus allen Fachbereichen via E-Mail oder Live-Chat beraten zu
lassen. Ebenfalls über E-Mail, SMS oder WAP versorgt der surfmed-Infodienst
seine Mitglieder mit Kurzinformationen zu bis zu drei Spezialthemen - von
Allergie über Ernährung bis hin zu Diabetes.
Das surfmed-Vorsorgeprogramm will auf sinnvolle Termine zum
Gesundheitscheck aufmerksam machen, führt die persönliche Statistik über
alle gesundheitsrelevanten Parameter und warnt gleichzeitig, wenn einzelne
Werte einen negativen Trend aufweisen. Neueste Einrichtung ist der so genannte
Schmerzfragebogen, der Informationen über Schmerzursachen und
Schmerzbehandlung, eine interaktive Symptomabfrage sowie Vorbeugungsmaßnahmen
gegen Sportverletzungen beinhaltet.

Bakterien-Gene im menschlichen Erbgut
Forscher streiten um Existenz - Einbau der Gene im Laufe der
Evolution denkbar
Im menschlichen Erbgut sind wahrscheinlich einzelne Gene von Bakterien
enthalten. Seit der Entschlüsselung des Erbguts im letzten Jahr diskutieren
die Genforscher weltweit, wie viele solcher Gene tatsächlich in unserer DNS
enthalten sind. Wissenschaftler von dem Institute for Genomic Research in
Rockville http://www.tigr.org/
glauben nun jedoch, dass nicht 113 bis 223 solcher Gene, sondern nur rund 40
vielleicht ihren Ursprung in Bakterien haben könnten. Die Ergebnisse mit einer
kritischen Diskussion veröffentlicht das Fachblatt "Science"
http://www.sciencemag.org
in seiner heutigen Ausgabe.
Als möglichen Weg, über den diese Gene Eingang in die menschliche DNS
gefunden haben sollen, sehen einige Genforscher eine Entwicklung während der
Evolution des Menschen. So dienten die Vorläufer der Bakterien in der Epoche
der Einzeller als Nahrung für höher entwickelte Zellen, die über einen mit
einer Membran abgetrennten Zellkern verfügten. Dabei sei die
Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch fremdes Erbgut übernommen werden konnte.
Dieser so genannte "laterale Gentransfer" zwischen verschiedenen Arten schlage
sich immer noch in einer kleinen Anzahl von Bakteriengenen nieder, die heute
in vielzelligen Organismen wie dem Menschen zu finden seien. Auch die
evolutionäre Entwicklung von Zellorganellen wie den Mitochondrien könne eine
Ursache für den Gentransfer zwischen verschiedenen Spezies darstellen.
Die Forscher aus Rockville zweifeln jedoch an diesen Theorien. Denn die
Annahme, dass der Mensch Bakteriengene in sich trage, gründe auf einfache
Gensequenzvergleiche von bisher analysierten Organismen. So zeige das Erbgut
des Menschen gut 40 Gene, die in keinem anderen Wirbeltier, aber in Bakterien
zu finden seien. Dennoch sehen die Forscher aus Rockville den Transfer von
bakteriellen Genen noch nicht als beweisen an. Nach ihrer Meinung, könne auch
ein evolutionärer Genschwund Ursache für die Unterschiede im Erbgut
verschiedener Wirbeltiere, einschließlich des Menschens, sein.

Tschernobyl-Kinder haben veränderte DNA
Erhöhtes Risiko bei Kindern des Reaktor-Reinigungspersonals
Forscher aus Israel und der Ukraine haben nachgewiesen, dass geringe
Strahlungsdosen zu multiplen Veränderungen der menschlichen DNA führen. Eine
unerwartet hohe Zunahme an Mutationen wurde bei Kindern nach dem
Tschernobyl-Reaktorunfall 1986 festgestellt. Die Forscher schließen
nachhaltige Auswirkungen nicht aus. Die Studie wurde im Proceedings of the
Royal Society: Biological Sciences veröffentlicht. Schon seit geraumer Zeit
vermuteten die Forscher einen Zusammenhang zwischen einer ionisierenden
Strahlung und einem erhöhten Mutationsrisiko bei Menschen.
Für die Studie untersuchten die Forscher Kinder jener Personen, die den
Reaktor nach der Explosion reinigten. Mit Hilfe eines so genannten
DNA-Fingerabdrucks wurde bei den Kindern der heute in Israel und der Ukraine
lebenden Familien nach neuen Fragmenten geforscht. Geschwister, die vor der
Bestrahlung der Eltern zur Welt kamen, dienten als Kontrollpersonen. Die
Anzahl neuer Teile der DNA (Desoxyribonukleinsäure) war bei Kindern nach einer
Strahlen-Exposition der Eltern um das Siebenfache erhöht, wie aus dem Report
hervorgeht. Die Forscher überlegten vorerst die Möglichkeit, dass die
Veränderung die Erbsubstanz erst nach der Geburt stattfand und nicht von den
Eltern verursacht wurde. Sie schlossen diese Hypothese aber aus, "da
Geschwister, die nach dem Unfall zur Welt kamen und bei denen es weniger oft
zu Mutationen kam, unter den gleichen Umweltbedingungen lebten", so die
Forscher.
Zusätzlich listet der Report verschiedene Faktoren auf, die das Risiko
einer Mutation senkten. Zu diesen zählen der Zeitraum zwischen der Bestrahlung
und der Geburt sowie die Dauer der Reinigungsarbeit im verseuchten Gebiet.
Diese Umstände stellen laut Forscher aber einen unwesentlichen Beitrag zu den
langfristigen Schädigungen dar. "Der Report enthält Hinweise auf das wahre
Problem einer internen Strahlung", so Richard Bramhall von der Low Level
Radiation Campaign http://www.llrc.org . Er zeige eine massive Fehleinschätzung in der
Modellerstellung des radioaktiven Risikos der zuständigen Internal Commission
on Radiological Protection (ICRR) http://www.icrp.org . "Das Modell basiert auf externen Gammastrahlen.
Interne Strahlungsquellen werden von der ICRR völlig außer acht gelassen", so
Bramhall.
http://www.pubs.royalsoc.ac.uk/proc_bio/proc_bio.html

Selenmangel macht Grippe schwerer
Betroffene sind ernster und länger krank
Eine selenarme Ernährung kann dazu führen, dass Krankheiten wie Grippe
schwerer sind und länger dauern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von
Wissenschaftlern des Department of Nutrition der University of North Carolina
at Chapel Hill http://www.unc.edu
gekommen. Im Versuch richtete das Grippevirus bei Mäusen mit niedrigen
Selenwerten deutlich mehr Schaden an als bei Tieren mit hohen Werten. Diese
Gruppe war zusätzlich anfälliger für Lungenentzündungen, die in der Folge
deutlich länger andauerten. The FASEB Journal
http://www.fasebj.org/cgi/content/abstract/00-0721fjev1
Die Wissenschaftlerin Melinda Beck erklärte gegenüber der BBC, dass seit
langem bekannt sei, dass Unterernährung anfälliger für Infektionskrankheiten
mache. Entscheidend sei, dass der Mangel an Selen die Immunantwort der Mäuse
veränderte und sie kränker als normal wurden. "Das bedeutet, dass die Balance
aller wichtigen Nährstoffe entscheidend ist und bereits der Mangel einer
Substanz tiefgreifende Auswirkungen haben kann."
Selen kommt vor allem in Weizen, Reis und Fleisch vor. Daher sollte eine
durchschnittlich ausgewogene Ernährung ebenso wie eine veganische oder
vegetarische ausreichende Mengen des Spurenelements liefern. Selen soll die
Menge der freien Radikale im Körper verringern und gegen verschiedene Formen
von Krebs schützen. Zusätzlich soll es bei der männlichen Fruchtbarkeit eine
Schlüsselrolle spielen.

Tomaten-Inhaltsstoff hilft gegen Unfruchtbarkeit
Lycopen verbessert die Spermienbeschaffenheit
Indische Forscher haben entdeckt, dass das Karotinoid Lycopen die
Spermienbeschaffenheit bei unfruchtbaren Männern deutlich verbessern kann.
Lycopen ist in Wassermelonen, Weintrauben, Tomaten und einigen Schalentieren
enthalten. Das All India Institute of Medical Sciences
http://www.aiims.ac.in in
Neu Delhi führte eine Studie unter 30 Männern durch, die zu diesem Zeitpunkt
zwischen einem und zwanzig Jahren unfruchtbar waren. Die Ursache der
Zeugungsunfähigkeit war jeweils unbekannt, berichtete BBC-Online
http://news.bbc.co.uk .
Die Männer litten entweder an Spermienmangel, an abnormalen Samenstrukturen
oder an mangelnder Spermienmobilität und aktivität. Die Versuchspersonen im
Alter zwischen 23 und 45 Jahren nahmen über drei Monate täglich zweimal je
zwei Milligramm Lycopen oral ein. Nach Ablauf des Zeitrahmens wurde bei 67
Prozent der Patienten eine Verbesserung des Spermienzustandes festgestellt.
Bei 73 Prozent der Männer war die Spermienmobilität und aktivität verbessert,
bei 63 Prozent die Spermienstruktur. Sechs Schwangerschaften folgten der
Behandlung.
Warum die orale Lycopene-Therapie einen positiven Effekt auf die männlichen
Samen hat, ist den Forschern unbekannt, so BBC. Lycopene wurde im Hoden von
unfruchtbaren Männern in geringerer Menge gefunden als bei fruchtbaren
Männern. Die Wissenschaftler erklärten, dass noch weitere Studien nötig seien,
bevor entgültige Behandlungsrichtlinien festgelegt werden könnten.

Journalisten leiden unter erhöhten Blutdruck
Journalisten haben höhere Blutdrucke als der
Durchschnitt der Bevölkerung. Das ist das Ergebnis einer unter
wissenschaftlicher Aufsicht durchgeführten Selbstmessaktion von 38
Mitgliedern des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC). Dabei
wurden 360 Blutdrucke unter der Kontrolle des Wiener
Bluthochdruckspezialisten Univ.Prof. Dr. Dieter Magometschnigg
gemessen.
Nur 48 Prozent aller Messwerte waren im Normbereich. Da jeder
Journalist
mehrmals seinen Blutdruck gemessen hat, konnte die Analyse für jeden
einzelnen durch eine Mittelwertsberechnung präzisiert werden. Bei
weiteren 28 Prozent lagen die Werte in einem Bereich, bei dem weitere
Untersuchungen angeraten sind und bei 26 der untersuchten
Journalisten war der Blutdruck eindeutig zu hoch.
Ein grober Vergleich des Druckverhaltens der Journalisten mit
Einzelmessungen von Österreichern, deren Werte am Wiener Heldenplatz
gemessen wurden, weisen darauf hin, dass Journalisten häufiger
hyperton sind als der "Durchschnitts-Wiener". Wenn auch dieser
direkte Vergleich mit einer Gruppe, die unter anderen Bedingungen
gemessen wurde, nur bedingt zulässig ist, so ist offenkundig, dass
der Risikofaktor Hochdruck die Journalisten im Griff hat und nicht
umgekehrt.
Der Anteil der Journalisten, die blutdrucksenkende Medikamente
einnehmen, beträgt 29 Prozent und ist damit gleich dem Prozentsatz
der Durchschnittsbevölkerung. Von den Behandelten hatte an diesem
Abend nicht einer einen normalen Blutdruck obwohl neue, moderne und
vor allem sehr gut verträgliche blutdrucksenkende Medikamente wie
z.B. Eprosartan (Teveten) ein moderner AT II-Blocker schon seit
einiger Zeit zur Verfügung stehen. Um bei Herrn und Frau Österreicher
die Therapietreue zu unterstützen und um eine kontinuierliche
Blutdruckkontrolle zu fördern wird von der pharmazeutischen Firma
Solvay Pharma allen Patienten eine Versicherung kostenlos angeboten.
Diese Versicherung tritt in Kraft, wenn der Patient bereit ist seinen
Blutdruck, unter Anleitung seines Arztes, selbst zu messen.
Journalisten neigen aber auch zum Übergewicht. Einen normalen
Body
Mass Index (BMI) bis zu 25 hatten weniger als die Hälfte der
untersuchten Journalisten und Journalistinnen. Etwa ein Fünftel ist
übergewichtig (BMI bis 30), ein Viertel adipös (BMI bis 40) und etwas
weniger als 10 Prozent sind zu fett.
Außerdem wurde im Rahmen dieser Aktion die Elastizität der
Gefäßwand gemessen. Diese war bei 49 Prozent normal, bei ¼ leicht und
einem weiteren ¼ stark vermindert. Diese Abnahme der Wandelastizität
ging stärker mit dem Alter als mit dem Blutdruck parallel.
Der ÖJC führte damit bereits zum dritten Mal derartige
Untersuchungsreihen durch. Die ersten beiden Untersuchungen
beschäftigten sich mit den Gebieten Schlagunfall und Herzinfarkt.
Fast man die bisherigen Ergebnisse zusammen so kommen die
Mediziner zu einem für Journalisten erschreckenden Ergebnis: Diese
Berufsgruppe ist besonders stark belastet und lebt auch sehr
ungesund.

Placebos auch bei tödlichen Krankheiten
Frühgeborenen sollen Medikamente vorenthalten werden
Die Discovery Laboratories
http://www.discoverylabs.com
haben an die Food and Drug Administration (FDA)
http://www.fda.gov
den Antrag zur Genehmigung eines Experiments gestellt, das hunderten kranken
Frühgeborenen in Lateinamerika lebensrettende Medikamente vorenthalten würde.
Dieses Experiment wäre in den Vereinigten Staaten unethisch, wo Placebos bei
tödlichen Krankheiten nicht eingesetzt werden dürfen, wenn bereits
Medikamente vorhanden sind.
http://washingtonpost.com/wp-dyn/health/A42991-2001Feb22.html
Der Generaldirektor des Unternehmens Robert J. Capetola erklärte,
diese Tests ermöglichten 18 Monate bei der Entwicklung des Medikaments
Surfaxin einzusparen. Dieses Medikament soll beim so genannten Atemnotssyndrom
bei Neugeborenen zum Einsatz kommen. Diese Krankheit gilt in Amerika als die
vierthäufigste Todesursache dieser Altersgruppe.
Für die Studie würden die Kinder in drei Gruppen aufgeteilt.
Die erste bekäme Surfaxin, die zweite ein anderes bereits zugelassenes
Medikament und die dritte Placebos. Diese Versuchsanordnung ermöglichte dem
Unternehmen nachzuweisen, ob Surfaxin besser als das Konkurrenzprodukt oder
besser als keine Behandlung wirkt. In diesen lateinamerikanischen Krankenhäusern
verschlechterten sich die Chancen der Kinder laut Capetola aufgrund des
herrschenden Mangels an Medikamenten durch den Einsatz der Placebos nicht.
Die Genehmigung der FDA erhält eine entscheidende Bedeutung,
wenn Surfaxin in Amerika auf den Markt gebracht werden soll. Laut Janet
Woodcock, Direktorin des Center for Drug Evaluation and Research der FDA,
werde der Antrag weiter diskutiert. Entscheide man, dass das Versuchsdesign
unethisch sei, könnte das Unternehmen die Versuche trotzdem legal außerhalb
Amerikas durchführen. Die FDA ihrerseits könnte jedoch in der Folge die
Ergebnisse als Beweis für die Sicherheit des Medikaments ablehnen.
Nähere Informationen finden sich im Internet unter
http://washingtonpost.com/wp-dyn/world/issues/bodyhunters
