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Klare Mehrheit der Österreicher gegen die Chefarztpflicht
2/3 der Ärzte und 3/4 der Patienten wollen Chefarztpflicht ersatzlos abschaffen

Die Botschaft ist eindeutig: Laut einer jüngsten Umfrage des Linzer market-Instituts im Auftrag der Pharmig lehnt die Mehrheit der Österreicher die Chefarztpflicht kategorisch ab. Zwei Drittel der Ärzte wollen die Chefarztpflicht abgeschafft wissen, nur ein Drittel ist für die chefärztliche Kontrolle. Bei den österreichischen Patienten ist das Votum noch klarer: 40 Prozent unterstützen auf jeden Fall die Forderung, die Chefarztpflicht ersatzlos abzuschaffen, 36 Prozent sind eher dafür. Nur 14 Prozent sind eher dagegen und magere 9 Prozent wollen die Chefarztpflicht beibehalten. Wenig überraschend fällt auch das Urteil der Ärzte zur Chefarztpflicht neu aus: 54 Prozent der befragten Ärzte sehen die neue Regelung sehr negativ, 28 Prozent eher negativ.

Ein besonders alarmierendes Ergebnis der Umfrage, die in Österreich zwischen 18. und 21. Jänner unter 200 Ärzten und 200 Patienten durchgeführt wurde: Der Aussage "Alle Patienten bekommen die für sie notwendigen Medikamente, auch wenn sie teurer sind" stimmen nur 10 Prozent der Ärzte voll und ganz zu, 34 Prozent stimmen auch noch zu. Jeweils 24 Prozent glauben aber weniger bzw. gar nicht, dass das zutrifft. "Ein erschreckendes Zeugnis für die österreichische Gesundheitspolitik", interpretiert market-Geschäftsführer Werner Beutelmeyer das Ergebnis. "Wenn fast die Hälfte der Ärzte nicht glaubt, dass die österreichischen Patienten die für sie notwendigen, teureren Medikamente bekommen, muss das den Gesundheitspolitikern zu denken geben. Denn die Ärzte sind die Experten, sie müssen es schließlich wissen." Auch die Patienten beurteilen die Auswirkungen der Chefarztpflicht neu mehrheitlich negativ: Die Aussage "Die Ärzte sind nun generell zurückhaltender bei der Verschreibung chefarztpflichtiger Medikamente" halten 17 Prozent der Befragten für voll und ganz zutreffend, 31 Prozent für eher zutreffend. 34 stimmen weniger, 6 Prozent gar nicht zu. "Die Patienten sind mehr und mehr davon überzeugt, dass allein der Preis eines Medikaments für ihre Behandlung ausschlaggebend ist - aber das Billigste ist nun einmal nicht immer das Beste", analysiert Studienleiter Beutelmeyer. "Ein Indiz dafür, dass das Vertrauen der Patienten in die Qualität des Gesundheitssystems abnimmt."

Pharmig-Generalsekretär Jan Oliver Huber sieht die Umfrage als Bestätigung für die langjährige Forderung der Pharmig, die Chefarztpflicht in Bezug auf die Medikamentenverordnung ersatzlos zu streichen: "Die Österreicher haben richtig erkannt, dass die Chefarztpflicht in der derzeitigen Form keinen Sinn macht. Denn dass die Chefarztpflicht notwendig sei, um die Medikamentenkosten einzubremsen, ist nachweislich falsch, da schon bisher 95 Prozent aller chefarztpflichtigen Arzneimittel von den Kassen erstattet worden sind. Für jeden, der rechnen kann, ist somit klar: Die Kosten für die Chefarzt-Bürokratie sind viel höher als das angebliche Einsparpotenzial von fünf Prozent bei den chefarztpflichtigen Medikamenten."

Heftige Kritik übt der Pharmig-Chef auch am neuen Erstattungskodex: Bei der Einteilung in das neue Boxensystem sind rund 2.500 bisher erstattungsfähige Medikamente in der sogenannten No-Box gelandet. Laut jüngster ASVG-Novelle heißt das, dass diese Medikamente "bei zwingend therapeutischen Gründen", also in Ausnahmefällen verschrieben und auch erstattet werden können. Laut Huber sieht die Praxis jedoch anders aus: "Einzelne Krankenkassen weigern sich, No-Box-Präparate zu erstatten, weshalb sie die Ärzte auch nicht mehr verschreiben. Für die Patienten bedeutet das eine wesentlich schlechtere medizinische Versorgung und eine Gefahr für die Gesundheit. Die Patienten bekommen No-Box-Präparate nur mehr, wenn sie sie selbst bezahlen - aber das können sich viele nicht leisten."

Als Beispiel nennt Huber die spezifische Immuntherapie für Allergiker. Bisher sind diese Medikamente für jene 50.000 Österreicher, die beispielsweise unter Pollen-, Hausstaubmilben oder Insektengift-Allergie leiden, vom Facharzt verordnet und anschließend anstandslos vom Chefarzt bewilligt worden. Seitdem jedoch diese Präparate ohne Ausnahme in der No-Box gelandet sind, bekommen Allergiepatienten in manchen Bundesländern ihre Medikamente gar nicht mehr, in anderen nur nach einer umständlichen Genehmigungsprozedur und langen Wartefristen. Pharmig-Chef Huber beschreibt die Folgen: "Viele Patienten brechen ihre Therapie ab, weil sie sie nicht selbst bezahlen können oder wollen. Das kann jedoch bei Patienten mit Asthma oder einer Insektengift-Allergie lebensgefährlich sein! Es kommt aber auch dem Gesundheitssystem viel teurer als eine Fortsetzung der Therapie, da bei einem Therapieabbruch die Folgekosten ungleich höher sind als die Medikamentenkosten." Hubers Kritik: "Der Hauptverband hat den neuen Erstattungskodex dazu missbraucht, um viele Medikamente still und heimlich zu entsorgen. Und zwar nicht aus medizinischen, sondern rein aus ökonomischen Gründen. Das ist den Patienten gegenüber einfach verantwortungslos, wir können und dürfen uns damit nicht abfinden."


 

Europäische Patienten: Mangel an "Gesundheitsinformationen"
Chronisch Kranke weisen erhebliche Wissenslücken über Gesundheitszustand auf

Nach einer heute präsentierten Studie des Pharmaunternehmens Pfizer http://www.pfizer.com würden zwei Drittel der chronisch Kranken ihr Verhalten pro aktiv ändern. Voraussetzung sind aber bessere Informationen darüber wie sie gesund bleiben. Dass dies positive Auswirkungen auf den Gesundheitszustand hat, ergab die Studie auch: Mehr als drei Viertel von denen, die ihr Verhalten ändern, nehmen eine positive Auswirkung auf ihren Gesundheitszustand wahr. Das gilt für die USA wie für Europa gleichermaßen.

Befragt wurden mehr als 4.500 Patienten aus acht europäischen Ländern (Finnland, Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Spanien, Schweden und Großbritannien) und den USA. Die Befragten litten an Asthma, Diabetes Typ 2 und Erkrankungen des Herzens. Die Befragung ergab darüber hinaus, dass mehr als die Hälfte der Patienten in Europa das Gefühl haben, nicht genügend Information über ihren Krankheitszustand und eventuelle Behandlungsmöglichkeiten zu haben.

"Eine breite Öffentlichkeit hat zunehmend Interesse an Patienten-Informationen, wie sich anhand der Zugriffe auf die Gesundheits-Homepages weltweit zeigt", so Sally Greengross, Vorsitzende der Organisation Alliance for Health and the Future. "Wie die Untersuchung zeigt, sind über ihren Gesundheitszustand informierte Patienten bereit, ihr Verhalten zu verändern. Eine Bevölkerung, die sich besser informiert, sollte Anerkennung bekommen und zu weiterem Engagement ermutigt werden", meint die Expertin.

Das Wissen über den Gesundheitszustand ist nach der Studie ziemlich uneinheitlich. Die Befragung hat auch die Höhe des Wissensstandes aller Interviewten erhoben, in dem ihr Bewusstsein hinsichtlich Basisinformation getestet wurde. Das ist jenes Wissen, von dem man erwarten könnte, dass sie darüber verfügen, um mit ihrem Zustand entsprechend umgehen zu können. In allen drei Krankheitsbereichen zeigten die US-Patienten größeres Wissen über ihren Gesundheitszustand, als die Europäer. Nur drei Prozent der herzkranken Europäer waren "ausgezeichnet" über ihren Zustand informiert, gegenüber 19 Prozent der Befragten in den USA.

Signifikante Wissensunterschiede gibt es auch innerhalb Europas: So waren 43 Prozent der britischen Diabetiker "ausgezeichnet" informiert. Auch bei den Asthma-Patienten waren die Briten deutlich besser über ihren Zustand informiert als z.B. jene in Polen. Überraschend hoch der Anteil der Befragten in vielen europäischen Ländern, die einen ärmlichen Wissensstand bezüglich der Herz-Krankheiten aufweisen, darunter Spanien (92 Prozent), Italien (87 Prozent) und Frankreich (81 Prozent).


 

Experten warnen vor zuviel Vitamin A
Einmal Leber die Woche ist ausreichend

Das Essen von Leber sollte auf ein Mal die Woche eingeschränkt werden. Zusätzlich sollten die Konsumenten mit anderen Vitamin-A-Quellen vorsichtig umgehen. Diese Warnung haben Berater der Food Standards Agency http://www.food.gov.uk ausgesprochen. Zuviel Vitamin A führt zu Vergiftungen und erhöht das Risiko von Knochenbrüchen. Als besonders risikoreich wird die Kombination von Vitamin A reichen Lebensmitteln wie Leber und Vitaminpräparaten eingeschätzt. Frauen nach der Menopause und ältere Menschen, die für Knochenbrüche am meisten anfällig sind, sollten nicht mehr als 1,5 mg Vitamin zu sich nehmen.

Diese Empfehlungen verstärken bestehende Richtlinien, wonach Schwangere und Frauen, die sich ein Kind wünschen, kein Vitamin A einnehmen und auch keine Leber oder Nahrungsmittel, die Leber enthalten, essen sollten. Retinol kommt nur in Nahrungsmitteln tierischen Ursprungs vor. Reichlich ist es vor allem in der Leber enthalten. Pflanzliche Nahrungsmittel wie Karotten und Spinat enthalten Bestandteile, die im Körper in Vitamin A umgewandelt werden. Es ist jedoch unwahrscheinlich, dass diese Mengen toxisch werden können. Innerhalb der empfohlenen Werte gilt Retinol als gut für das Immunsystem und die Sehfähigkeit. Das Beratergremium wird im Sommer einen vollständigen Bericht der Öffentlichkeit präsentieren.

Eine ausreichende Versorgung mit Vitamin A sollte durch eine ausgewogene Ernährung gewährleistet werden können. Vitamin A ist fettlöslich. Das bedeutet, dass es nicht jeden Tag konsumiert werden muss. Mengen, die vom Körper nicht sofort verbraucht werden, können gespeichert werden. Das Gremium rät zusätzlich dazu, dass die Retinolmenge in Vitamin-A-Präparaten verringert werden sollte. Derzeit enthalten diese Präparate 30 bis 100 Prozent mehr Retinol als auf der Packung angegeben ist.


 

VP-Pfeiffer zum Drogenbericht 2003

"Die Primärprävention, also das Verhindern der ständigen Ausweitung des Suchtgift- und Drogenkonsums sind ein Gebot der Stunde, denn Kontakte mit Drogen und Suchtgiften gefährden schon unsere Kinder beim Übergang von Volksschule auf die Hauptschule oder das Gymnasium", weist der Drogensprecher der ÖVP Wien, LAbg. Gerhard Pfeiffer, nochmals auf seine unmittelbar nach dem Erscheinen des ÖBIG-Berichtes (Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen) getroffenen Aussagen hin. "Die offiziellen Stellen müssen Umdenken. Verhindern anstelle von im nachhinein behandeln, sowie eine Vorbildwirkung von Eltern und Bezugspersonen ist angesagt, will man die Jugend gegen schädlichen Drogenkonsum immunisieren."

Der Anstieg an Suchtgifttoten, der aus Bericht des ÖBIG (Österreichisches Bundesinstitut für Gesundheitswesen) hervorgeht, sei nicht das "große Alarmzeichen" in diesem Bericht, dass bereits 40 Prozent der Bevölkerung Erfahrung mit illegalen Drogen gemacht hätte, sondern der weit hin verstreute Kontakt der Bevölkerung mit Suchtgiften wäre ein Zeichen dafür, dass es an zielführenden Gegenmaßnahmen fehle.

Pfeiffer: "Das ist jetzt nicht mehr rückgängig zu machen. Umso wichtiger ist daher, die Immunisierung gegen ein Suchtverhalten, welches sowohl den einzelnen Menschen in den Ruin führen kann als auch der Gesellschaft als ganzes schadet. Es gilt daher, schon bei Kindern und natürlich dann bei Jugendlichen, eine Abwehrhaltung gegen die Entselbstständigung durch und Abhängigkeit von Substanzen aufzubauen."

"Das kann nur durch Information und Vorbildwirkung geschehen. Und in dieser Richtung muss auch die Arbeit des FSW (Fonds Soziales Wien) gehen, der sich bisher mit wenig Ausnahmen nur der Behandlung der Folgen von Suchtgifterkrankung widmete. Er muss offensiver werden und muss geeignete Wege finden, Eltern, Kindern und Jugendlichen die Botschaft 'Drogenmissbrauch sowie Suchtgiftkonsum ist für mich schädlich und in meiner Umgebung ein unerwünschtes Verhalten', einprägsam vor Augen führen", fordert Pfeiffer.
 


 

Stress lässt weibliche Chromosome altern
Belastung und Telomerlänge hängen direkt zusammen

Psychologischer Stress kann die Chromosome einer Frau um zehn Jahre altern lassen. Der genaue Zusammenhang zwischen Stress, Alterung und Gesundheit auf zellularer Ebene ist derzeit nicht geklärt. Ein Team der University of California http://www.ucsf.edu hat jetzt unter der Leitung von Elissa Epel die Auswirkungen von Stress auf die Zelle untersucht. Die Wissenschafter analysierten die Chromosome der weißen Blutkörperchen von 58 Müttern. Zwei Drittel der Frauen hatten chronisch kranke Kinder. Die Kinder der restlichen Teilnehmerinnen waren gesund, so dass von einer geringeren Stressbelastung ausgegangen wurde. In der Telomerlänge der beiden Gruppen gab es keinen Unterschied. Jene Frauen, die in beiden Gruppen am stärksten belastet waren, verfügten jedoch auch über die kürzesten Telomere. Dieser Effekt war so deutlich, dass er zwischen neun und 17 Jahren der Zellalterung entsprach. Die Ergebnisse der Studie wurden in den Proceedings of the National Academy of Sciences http://www.pnas.org veröffentlicht.

Laut Epel kamen diese Forschungsergebnisse nicht überraschend. Sie geht davon aus, dass die Wahrnehmung der Welt entscheidender sein kann als die objektive Realität. "Empfindet jemand Stress, muss das ernst genommen werden, da es auf der zellularen Ebene Niederschlag finden kann." Jene Frauen, die am längsten für ein krankes Kind gesorgt hatte, verfügten über die kürzesten Telomere. Ihre eigene Wahrnehmung der Belastung spielte dabei laut NewScientist keine Rolle. Weitere Untersuchungen sind laut Epel erforderlich, um die Ergebnisse dieser Studie zu bestätigen, in der Lebensstil, sozialer Status oder Umweltbelastung nicht berücksichtigt wurden. Ein Stück DNA, das Telomer, schützt das Chromosomende und fördert die genetische Stabilität. Bei jeder Zellteilung verkürzen sich die Telomere, so dass die nachfolgenden Zellen bereits über etwas kürzere Telomere verfügen.


 

Hightech-Medizin hilft oft nicht
Organversagen als natürlicher Heilungsprozess

Hightech-Medizin ist offensichtlich nicht in der Lage die Überlebenschance bei Multiorganversagen tatsächlich zu erhöhen. Mediziner des University College London http://www.ucl.ac.uk sind zu dem interessanten Forschungsergebnis gekommen als sie die Verletzungen bei der Schlacht von Waterloo analysiert haben. Demnach haben sich die Überlebenschancen seit 1815 kaum verändert.

Bei der Schlacht von Waterloo waren weder Antibiotika noch Bluttransfusionen oder lebenserhaltende Maschinen vorhanden. Dennoch haben sich die meisten schwer verwundeten Soldaten von den lebensgefährlichen Verletzungen erholt, berichtet der Mediziner Mervyn Singer bei einem Vortrag. Skeptiker der Hightech-Medizin kritisieren schon seit längerem die Praxis der gängigen Methoden. Eine Vielzahl der Schwerverletzten hat überlebt, weil es eine Fähigkeit des menschlichen Körpers zur Selbstheilung in Extremsituationen gebe. Diese werde allerdings vielfach unterschätzt, meint der Mediziner. Es sei auch nicht gelungen die Sterberate bei Blutvergiftungen zu senken.

Für den Forscher gehen viele der gängigen Methoden in die falsche Richtung, da sie auf den natürlichen Heilungsprozess negativ wirken, ihm sogar schaden. "Die Auswirkungen auf Immunantwort, Hormonhaushalt und Stoffwechsel sind oft im Ganzen nicht einschätzbar", so Singer. Es sei notwendig in der Behandlung strategischer vorzugehen und diese auf die natürliche Antwort des Körpers auf Blutvergiftungen oder andere gefährliche Krankheiten abzustimmen.

Der Mediziner ist der Ansicht, dass ein gleichzeitiger Ausfall mehrerer Organe nach einer Blutvergiftung möglicherweise der letzte Versuch des Körpers ist, einen kritischen Zustand zu überleben. Das sei mit dem Winterschlaf eines Tieres zu vergleichen, bei dem verschiedene Organe einfach ausgeschaltet werden. Diese Tatsache wird dadurch untermauert, dass die Organe bei Genesung wieder beginnen normal zu arbeiten. Weiter Studien in diese Richtung sollen folgen. Der Mediziner nimmt an, dass das Hormon Leptin eine Schlüsselrolle dabei spielt. Dieses reguliert Hunger und Stoffwechsel. Möglicherweise könnte dieses Hormon einen Therapieansatz bei multiplem Organversagen spielen.


 

Kurze Männerbeine bergen Gesundheitsgefahr
Forscher begründen Risiko mit schlechtem Ernährungsstatus in Kindheit
 

Männer mit kurzen Beinen haben ein erhöhtes Risiko an Diabetes und einem Herzleiden zu erkranken. Das behaupten Forscher der University of Bristol in einer Langzeitstudie an 2.512 Männern im Alter zwischen 45 und 59 Jahren. Die über einen Zeitraum von 15 Jahren durchgeführten Untersuchungen ergaben, dass bei den Männern mit den kürzesten Beinen die Insulinresistenz als Vorbote der Zuckerkrankheit deutlich erhöht war, so ein Bericht von BBC online http://news.bbc.co.uk . Für die Studie wurde den walisischen Probanden Blutproben entnommen und Stand- bzw. Sitzhöhe gemessen.
 

Laut dem Forscherteam um George Davey Smith enthielt das Blut der "Kurzbeinigen" eine erhöhte Konzentration an Blutfetten und dem Blutgerinnungsfaktor Fibrinogen. Beides sind Faktoren für ein erhöhtes Risiko einer Herzstörung. Die Forscher spekulieren, dass kurze Beine Zeichen einer schlechten Ernährung in der Kindheit seien. Im Gespräch mit der BBC sagte Davey Smith: "Es ist möglich, dass sich kindliche Körper an eine nicht adäquate Ernährung in frühen Jahren anpassen. Verbessert sich später die Nahrungsversorgung werden die Extrakalorien möglicherweise als Fett abgelagert, da der Körper an einen Mangel gewöhnt ist. Übergewicht trägt wesentlich zu Diabetes und Herzerkrankungen bei."
 

"Koronare Herzerkrankungen stehen mit vielen kontrollierbaren Faktoren wie Rauchen oder einem inaktiven Lebensstil in Zusammenhang", so ein Sprecher der British Heart Foundation http://212.67.212.10 . Inwiefern Gene, die auch für die Beinlänge verantwortlich sein könnten, in der Kindheit eine Rolle spielen ist noch nicht vollständig geklärt. "Die Kernaussage der Studie ist, dass die Gesundheit im Kindesalter eine Langzeitwirkung auf den Gesundheitsstatus im Erwachsenenalter hat", behauptet Davey Smith.


 


Routinetest identifiziert Herz-Kreislauf-Risiko
Albumin im Urin bei Frauen entscheidend

Ein Routinetest kann die Werte des Proteins Albumin im Urin messen und so frühzeitig bei Frauen nach der Menopause noch symptomlose Herz-Kreislauf-Erkrankungen entdecken. Wissenschaftler der Utrecht University Medical School haben die Werte von 1.118 gesunden Frauen untersucht, die folgend bis zu 18 Jahre lang begleitet wurden. Bei der Gruppe mit den höchsten Albuminwerten war die kardiovaskuläre bedingte Sterblichkeit 4,4 mal höher als bei Frauen ohne messbares Albumin im Urin. http://www.uu.nl/uupublish//home/homeenglish/1757main.html Circulation http://circ.ahajournals.org/cgi/content/abstract/103/25/3057

Der Wissenschaftler Jan Dirk Banga erklärte, dass Albumin im Harn ein selbstständiger Risikofaktor für die kardiovaskuläre Sterbewahrscheinlichkeit bei Frauen nach der Menopause sei. Eine kleine Menge von Albumin im Urin weise darauf hin, dass die Blutgefäße in den Nieren geschädigt seien. Allgemein wird diese Schädigung auf Fehlfunktionen der Endothelzellen zurückgeführt, die das Innere der Blutgefäße auskleiden. "Die Endothelzellen können bereits in einem frühen Stadium einer Herzerkrankung geschädigt sein und schlecht funktionieren, obwohl noch keine Symptome erkennbar sind." Eurekalert http://www.eurekalert.com/releases/aha-utp061901.html

Rauchen, hohe Cholesterinwerte und Bluthochdruck gehören zu den gut belegten Risikofaktoren für Herzkrankheiten. Laut Banga zeichneten diese Faktoren kein vollständiges Bild des individuellen Risikos. Zwar könne ein Routinetest nicht vorhersagen, ob ein Mensch an einer Herzerkrankung sterben werde, ein gesteigertes Risiko sei jedoch sehr wohl feststellbar. Die für die aktuelle Studie ausgewerteten Proben stammen ursprünglich aus einer Studie an der zwischen 1976 und 1978 12.239 Frauen teilgenommen hatten. Sie waren damals damit einverstanden, dass diese Proben auch später für Forschungszwecke genutzt werden.

Das Team führte den Albumin-Test bei den Proben jener 549 Frauen durch, die in der Zwischenzeit an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung verstorben waren. Als Kontrollgruppe dienten die Proben von 569 gesunden Teilnehmerinnen. Die Frauen wurden basierend auf der Albuminmenge im Urin in fünf Gruppen aufgeteilt. In der Gruppe mit den höchsten Werten lag die kardiovaskuläre Sterberate bei 13.2 für jeweils 1.000 Jahre Beobachtungszeit, in der Kontrollgruppe bei 2,6. Dabei wurden für eine 15 Jahre lange Beobachtung einer Frau jeweils 15 Jahre Beobachtungszeit angenommen.


 


surfmed.at für Prix MultimediaAustria nominiert
Plattform bietet umfassenden Überblick über Gesundheitsthemen

Die Ende September 2000 online gegangene Gesundheitsplattform surfmed.at http://www.surfmed.at ist für den Prix MultimediaAustria 2001 in der Kategorie "Internet-Information und – Publikation" nominiert worden. Die Website bietet Informationen aus den Bereichen Diagnose und Behandlungsverfahren, Gesundheitsvorsorge, gesund essen, Medikamente sowie Hilfe bei der Suche nach Ärzten und der geeigneten Klinik, Impfkalender für Auslandsreisen sowie Wissenswertes zu mehr als 500 Krankheiten. Das vom Redaktionsbüros Langbein & Skalnik und dem Internetprovider Netway erstellte Angebot ist auch in einer deutschlandspezifischen Version http://www.surfmed.de abrufbar.

In einer Vorbereitungszeit von einem Jahr haben mehr als 250 Experten die medizinische Plattform entwickelt. 20 Fachjournalisten, Bildredakteure und Texter in Wien und Köln aktualisieren täglich die surfmed-News-Site. Ebenso viele Programmierer und Webdesigner sind mit der technischen und grafischen Umsetzung der Website beschäftigt. Für die technische Komponente und das Corporate Design inklusive Logo, Drucksorten, Präsentations-CD ROM sowie Deko-Material zeichnet Netway verantwortlich.

In Zusammenarbeit mit der Redaktion wurde für das Portal ein Navigationssystem entwickelt, das nach eigenen Angaben besonders einfach zu handhaben ist. surfmed bietet des Weiteren für seine Mitglieder (bisher rund 3.500) um 350 Schilling pro Jahr spezielle Serviceleistungen an. Beispielsweise bietet die surfmed-Sprechstunde die Möglichkeit, sich von Spezialisten aus allen Fachbereichen via E-Mail oder Live-Chat beraten zu lassen. Ebenfalls über E-Mail, SMS oder WAP versorgt der surfmed-Infodienst seine Mitglieder mit Kurzinformationen zu bis zu drei Spezialthemen - von Allergie über Ernährung bis hin zu Diabetes.

Das surfmed-Vorsorgeprogramm will auf sinnvolle Termine zum Gesundheitscheck aufmerksam machen, führt die persönliche Statistik über alle gesundheitsrelevanten Parameter und warnt gleichzeitig, wenn einzelne Werte einen negativen Trend aufweisen. Neueste Einrichtung ist der so genannte Schmerzfragebogen, der Informationen über Schmerzursachen und Schmerzbehandlung, eine interaktive Symptomabfrage sowie Vorbeugungsmaßnahmen gegen Sportverletzungen beinhaltet.



Bakterien-Gene im menschlichen Erbgut
Forscher streiten um Existenz - Einbau der Gene im Laufe der Evolution denkbar
 

Im menschlichen Erbgut sind wahrscheinlich einzelne Gene von Bakterien enthalten. Seit der Entschlüsselung des Erbguts im letzten Jahr diskutieren die Genforscher weltweit, wie viele solcher Gene tatsächlich in unserer DNS enthalten sind. Wissenschaftler von dem Institute for Genomic Research in Rockville http://www.tigr.org/ glauben nun jedoch, dass nicht 113 bis 223 solcher Gene, sondern nur rund 40 vielleicht ihren Ursprung in Bakterien haben könnten. Die Ergebnisse mit einer kritischen Diskussion veröffentlicht das Fachblatt "Science" http://www.sciencemag.org in seiner heutigen Ausgabe.
 

Als möglichen Weg, über den diese Gene Eingang in die menschliche DNS gefunden haben sollen, sehen einige Genforscher eine Entwicklung während der Evolution des Menschen. So dienten die Vorläufer der Bakterien in der Epoche der Einzeller als Nahrung für höher entwickelte Zellen, die über einen mit einer Membran abgetrennten Zellkern verfügten. Dabei sei die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch fremdes Erbgut übernommen werden konnte. Dieser so genannte "laterale Gentransfer" zwischen verschiedenen Arten schlage sich immer noch in einer kleinen Anzahl von Bakteriengenen nieder, die heute in vielzelligen Organismen wie dem Menschen zu finden seien. Auch die evolutionäre Entwicklung von Zellorganellen wie den Mitochondrien könne eine Ursache für den Gentransfer zwischen verschiedenen Spezies darstellen.
 

Die Forscher aus Rockville zweifeln jedoch an diesen Theorien. Denn die Annahme, dass der Mensch Bakteriengene in sich trage, gründe auf einfache Gensequenzvergleiche von bisher analysierten Organismen. So zeige das Erbgut des Menschen gut 40 Gene, die in keinem anderen Wirbeltier, aber in Bakterien zu finden seien. Dennoch sehen die Forscher aus Rockville den Transfer von bakteriellen Genen noch nicht als beweisen an. Nach ihrer Meinung, könne auch ein evolutionärer Genschwund Ursache für die Unterschiede im Erbgut verschiedener Wirbeltiere, einschließlich des Menschens, sein.
 


 

Tschernobyl-Kinder haben veränderte DNA
Erhöhtes Risiko bei Kindern des Reaktor-Reinigungspersonals
 

Forscher aus Israel und der Ukraine haben nachgewiesen, dass geringe Strahlungsdosen zu multiplen Veränderungen der menschlichen DNA führen. Eine unerwartet hohe Zunahme an Mutationen wurde bei Kindern nach dem Tschernobyl-Reaktorunfall 1986 festgestellt. Die Forscher schließen nachhaltige Auswirkungen nicht aus. Die Studie wurde im Proceedings of the Royal Society: Biological Sciences veröffentlicht. Schon seit geraumer Zeit vermuteten die Forscher einen Zusammenhang zwischen einer ionisierenden Strahlung und einem erhöhten Mutationsrisiko bei Menschen.
 

Für die Studie untersuchten die Forscher Kinder jener Personen, die den Reaktor nach der Explosion reinigten. Mit Hilfe eines so genannten DNA-Fingerabdrucks wurde bei den Kindern der heute in Israel und der Ukraine lebenden Familien nach neuen Fragmenten geforscht. Geschwister, die vor der Bestrahlung der Eltern zur Welt kamen, dienten als Kontrollpersonen. Die Anzahl neuer Teile der DNA (Desoxyribonukleinsäure) war bei Kindern nach einer Strahlen-Exposition der Eltern um das Siebenfache erhöht, wie aus dem Report hervorgeht. Die Forscher überlegten vorerst die Möglichkeit, dass die Veränderung die Erbsubstanz erst nach der Geburt stattfand und nicht von den Eltern verursacht wurde. Sie schlossen diese Hypothese aber aus, "da Geschwister, die nach dem Unfall zur Welt kamen und bei denen es weniger oft zu Mutationen kam, unter den gleichen Umweltbedingungen lebten", so die Forscher.
 

Zusätzlich listet der Report verschiedene Faktoren auf, die das Risiko einer Mutation senkten. Zu diesen zählen der Zeitraum zwischen der Bestrahlung und der Geburt sowie die Dauer der Reinigungsarbeit im verseuchten Gebiet. Diese Umstände stellen laut Forscher aber einen unwesentlichen Beitrag zu den langfristigen Schädigungen dar. "Der Report enthält Hinweise auf das wahre Problem einer internen Strahlung", so Richard Bramhall von der Low Level Radiation Campaign http://www.llrc.org . Er zeige eine massive Fehleinschätzung in der Modellerstellung des radioaktiven Risikos der zuständigen Internal Commission on Radiological Protection (ICRR) http://www.icrp.org . "Das Modell basiert auf externen Gammastrahlen. Interne Strahlungsquellen werden von der ICRR völlig außer acht gelassen", so Bramhall.
 

http://www.pubs.royalsoc.ac.uk/proc_bio/proc_bio.html
 


Selenmangel macht Grippe schwerer
Betroffene sind ernster und länger krank
 

Eine selenarme Ernährung kann dazu führen, dass Krankheiten wie Grippe schwerer sind und länger dauern. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie von Wissenschaftlern des Department of Nutrition der University of North Carolina at Chapel Hill http://www.unc.edu gekommen. Im Versuch richtete das Grippevirus bei Mäusen mit niedrigen Selenwerten deutlich mehr Schaden an als bei Tieren mit hohen Werten. Diese Gruppe war zusätzlich anfälliger für Lungenentzündungen, die in der Folge deutlich länger andauerten. The FASEB Journal http://www.fasebj.org/cgi/content/abstract/00-0721fjev1
 

Die Wissenschaftlerin Melinda Beck erklärte gegenüber der BBC, dass seit langem bekannt sei, dass Unterernährung anfälliger für Infektionskrankheiten mache. Entscheidend sei, dass der Mangel an Selen die Immunantwort der Mäuse veränderte und sie kränker als normal wurden. "Das bedeutet, dass die Balance aller wichtigen Nährstoffe entscheidend ist und bereits der Mangel einer Substanz tiefgreifende Auswirkungen haben kann."
 

Selen kommt vor allem in Weizen, Reis und Fleisch vor. Daher sollte eine durchschnittlich ausgewogene Ernährung ebenso wie eine veganische oder vegetarische ausreichende Mengen des Spurenelements liefern. Selen soll die Menge der freien Radikale im Körper verringern und gegen verschiedene Formen von Krebs schützen. Zusätzlich soll es bei der männlichen Fruchtbarkeit eine Schlüsselrolle spielen.
 


Tomaten-Inhaltsstoff hilft gegen Unfruchtbarkeit
Lycopen verbessert die Spermienbeschaffenheit
 

Indische Forscher haben entdeckt, dass das Karotinoid Lycopen die Spermienbeschaffenheit bei unfruchtbaren Männern deutlich verbessern kann. Lycopen ist in Wassermelonen, Weintrauben, Tomaten und einigen Schalentieren enthalten. Das All India Institute of Medical Sciences http://www.aiims.ac.in in Neu Delhi führte eine Studie unter 30 Männern durch, die zu diesem Zeitpunkt zwischen einem und zwanzig Jahren unfruchtbar waren. Die Ursache der Zeugungsunfähigkeit war jeweils unbekannt, berichtete BBC-Online http://news.bbc.co.uk .
 

Die Männer litten entweder an Spermienmangel, an abnormalen Samenstrukturen oder an mangelnder Spermienmobilität und –aktivität. Die Versuchspersonen im Alter zwischen 23 und 45 Jahren nahmen über drei Monate täglich zweimal je zwei Milligramm Lycopen oral ein. Nach Ablauf des Zeitrahmens wurde bei 67 Prozent der Patienten eine Verbesserung des Spermienzustandes festgestellt. Bei 73 Prozent der Männer war die Spermienmobilität und –aktivität verbessert, bei 63 Prozent die Spermienstruktur. Sechs Schwangerschaften folgten der Behandlung.
 

Warum die orale Lycopene-Therapie einen positiven Effekt auf die männlichen Samen hat, ist den Forschern unbekannt, so BBC. Lycopene wurde im Hoden von unfruchtbaren Männern in geringerer Menge gefunden als bei fruchtbaren Männern. Die Wissenschaftler erklärten, dass noch weitere Studien nötig seien, bevor entgültige Behandlungsrichtlinien festgelegt werden könnten.
 


Journalisten leiden unter erhöhten Blutdruck

   Journalisten haben höhere Blutdrucke als der
Durchschnitt der Bevölkerung. Das ist das Ergebnis einer unter
wissenschaftlicher Aufsicht durchgeführten Selbstmessaktion von 38
Mitgliedern des Österreichischen Journalisten Clubs (ÖJC). Dabei
wurden 360 Blutdrucke unter der Kontrolle des Wiener
Bluthochdruckspezialisten Univ.Prof. Dr.  Dieter Magometschnigg
gemessen.

   Nur 48 Prozent aller Messwerte waren im Normbereich. Da jeder Journalist
mehrmals seinen Blutdruck gemessen hat, konnte die Analyse für jeden
einzelnen durch eine Mittelwertsberechnung präzisiert werden. Bei
weiteren 28 Prozent lagen die Werte in einem Bereich, bei dem weitere
Untersuchungen angeraten sind und bei 26 der untersuchten
Journalisten war der Blutdruck eindeutig zu hoch.

   Ein grober Vergleich des Druckverhaltens der Journalisten mit
Einzelmessungen von Österreichern, deren Werte am Wiener Heldenplatz
gemessen wurden, weisen darauf hin, dass Journalisten häufiger
hyperton sind als der "Durchschnitts-Wiener". Wenn auch dieser
direkte Vergleich mit einer Gruppe, die unter anderen Bedingungen
gemessen wurde, nur bedingt zulässig ist, so ist offenkundig, dass
der Risikofaktor Hochdruck die Journalisten im Griff hat und nicht
umgekehrt.

   Der Anteil der Journalisten, die blutdrucksenkende Medikamente
einnehmen, beträgt 29 Prozent und ist damit gleich dem Prozentsatz
der Durchschnittsbevölkerung. Von den Behandelten hatte an diesem
Abend nicht einer einen normalen Blutdruck obwohl neue, moderne und
vor allem sehr gut verträgliche blutdrucksenkende Medikamente wie
z.B. Eprosartan (Teveten) ein moderner AT II-Blocker schon seit
einiger Zeit zur Verfügung stehen. Um bei Herrn und Frau Österreicher
die Therapietreue zu unterstützen und um eine kontinuierliche
Blutdruckkontrolle zu fördern wird von der pharmazeutischen Firma
Solvay Pharma allen Patienten eine Versicherung kostenlos angeboten.
Diese Versicherung tritt in Kraft, wenn der Patient bereit ist seinen
Blutdruck, unter Anleitung seines Arztes, selbst zu messen.

   Journalisten neigen aber auch zum Übergewicht. Einen normalen Body
Mass Index (BMI) bis zu 25 hatten weniger als die Hälfte der
untersuchten Journalisten und Journalistinnen. Etwa ein Fünftel ist
übergewichtig (BMI bis 30), ein Viertel adipös (BMI bis 40) und etwas
weniger als 10 Prozent sind zu fett.

   Außerdem wurde im Rahmen dieser Aktion die Elastizität der
Gefäßwand gemessen. Diese war bei 49 Prozent normal, bei ¼ leicht und
einem weiteren ¼ stark vermindert. Diese Abnahme der Wandelastizität
ging stärker mit dem Alter als mit dem Blutdruck parallel.

   Der ÖJC führte damit bereits zum dritten Mal derartige
Untersuchungsreihen durch. Die ersten beiden Untersuchungen
beschäftigten sich mit den Gebieten Schlagunfall und Herzinfarkt.

   Fast man die bisherigen Ergebnisse zusammen so kommen die
Mediziner zu einem für Journalisten erschreckenden Ergebnis: Diese
Berufsgruppe ist besonders stark belastet und lebt auch sehr
ungesund.



Placebos auch bei tödlichen Krankheiten
Frühgeborenen sollen Medikamente vorenthalten werden

Die Discovery Laboratories http://www.discoverylabs.com haben an die Food and Drug Administration (FDA) http://www.fda.gov den Antrag zur Genehmigung eines Experiments gestellt, das hunderten kranken Frühgeborenen in Lateinamerika lebensrettende Medikamente vorenthalten würde. Dieses Experiment wäre in den Vereinigten Staaten unethisch, wo Placebos bei tödlichen Krankheiten nicht eingesetzt werden dürfen, wenn bereits Medikamente vorhanden sind. http://washingtonpost.com/wp-dyn/health/A42991-2001Feb22.html

Der Generaldirektor des Unternehmens Robert J. Capetola erklärte, diese Tests ermöglichten 18 Monate bei der Entwicklung des Medikaments Surfaxin einzusparen. Dieses Medikament soll beim so genannten Atemnotssyndrom bei Neugeborenen zum Einsatz kommen. Diese Krankheit gilt in Amerika als die vierthäufigste Todesursache dieser Altersgruppe.

Für die Studie würden die Kinder in drei Gruppen aufgeteilt. Die erste bekäme Surfaxin, die zweite ein anderes bereits zugelassenes Medikament und die dritte Placebos. Diese Versuchsanordnung ermöglichte dem Unternehmen nachzuweisen, ob Surfaxin besser als das Konkurrenzprodukt oder besser als keine Behandlung wirkt. In diesen lateinamerikanischen Krankenhäusern verschlechterten sich die Chancen der Kinder laut Capetola aufgrund des herrschenden Mangels an Medikamenten durch den Einsatz der Placebos nicht.

Die Genehmigung der FDA erhält eine entscheidende Bedeutung, wenn Surfaxin in Amerika auf den Markt gebracht werden soll. Laut Janet Woodcock, Direktorin des Center for Drug Evaluation and Research der FDA, werde der Antrag weiter diskutiert. Entscheide man, dass das Versuchsdesign unethisch sei, könnte das Unternehmen die Versuche trotzdem legal außerhalb Amerikas durchführen. Die FDA ihrerseits könnte jedoch in der Folge die Ergebnisse als Beweis für die Sicherheit des Medikaments ablehnen.

Nähere Informationen finden sich im Internet unter
http://washingtonpost.com/wp-dyn/world/issues/bodyhunters



 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:38
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