Erreger der Hasenpest
als Biowaffe
Francisella tularensis verbreitet sich extrem
schnell
Experten haben die komplette DNA-Sequenz eines
extrem ansteckenden Krankheitskeims entschlüsselt. Das Bakterium
Francisella tularensis kommt für die Verwendung als Bioterror-Waffe
in Frage - es sind nur zehn Mikroben erforderlich, um den Menschen
krank zu machen. Die Erzeugung der Genom-Sequenzierung beschleunigt
die Suche nach einem Impfstoff gegen das potenzielle tödliche
Bakterium, berichtet BBC
http://news.bbc.co.uk/ .
"Ich kenne keinen anderen Erreger, der infektiöser ist", so Richard
Titball vom Defence Science and Technology Laboratory (DSTL)
http://www.dstl.gov.uk/ . "Es gibt einige wenige Erreger, die in
derselben Liga spielen und ebenfalls zu den Biowaffenkandidaten
zählen." Das Bakterium führt in Mensch und Tier zur Krankheit
Tularämie, auch Hasenpest genannt. Wegen seiner schnellen
Verbreitung steht es auf der Liste von Biologieexperten ganz oben -
es besteht die Gefahr, dass das Bakterium bei einem Terroranschlag
eingesetzt wird. "Bisher schenkte man Francisella tularensis in
England keine große Beachtung und es gab auch fast keine
Krankheitsfälle. Aber nun, angesichts des Terrorismus, sieht die
Lage anders aus", so Bill Keevil, Mikrobiologe an der Universität in
Southampton.
Natürliche Fälle von Tularämie gab es bisher in Nordamerika, Europa
und Asien. Auf den Menschen wird die Krankheit durch Zecken-,
Fliegen- oder Moskitobisse sowie durch das Inhalieren von
Luftpartikeln übertragen. 2002 gab es in Martha's Vineyard (USA)
einen Ausbruch, als beim Rasenmähen ein Hasenkadaver überfahren
wurde. Die Bakterien in der Luft infizierten zwei Menschen. Die
Weltgesundheitsorganisation WHO nimmt an, dass 50 Kilogramm
Bakterium über einer urbanen Region mit fünf Mio. Einwohnern
verteilt, 19.000 Menschen umbringen und weitere 250.000 außer
Gefecht setzten würde. Titball: "Auch Menschen, die nicht sterben,
sind für Wochen oder Monate chronisch krank." Es wird gehofft, dass
die Erzeugung der Genom-Sequenzierung, welche fünf Jahre dauern
wird, auch ein weltweites Bio-Abwehrprogramm in Gang setzt.
1911 wurde Tularämie zuerst als seuchenähnliche Krankheit angesehen,
die ursprünglich von Nagetieren stammt. Die Japaner waren die
ersten, die die Erreger als Kriegswaffe in Betracht zogen
(1932-1945). Ken Alibek, ein früherer sowjetischer Wissenschaftler
für Biowaffen, hatte der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg
vorgeschlagen, die Bakterien gegen die deutschen Truppen
einzusetzen. |

CIA will Chatrooms
überwachen
US-Geheimdienst unterstützt Forschungsarbeiten
Der US-Nachrichtendienst CIA
http://www.cia.gov/
hat massiv Forschungsarbeiten unterstützt, um die Ausspionierung
von Chatrooms möglich zu machen. Offiziell wurden die
Forschungsarbeiten zwar von der National Science Foundation (NSF)
http://www.nsf.gov/
durchgeführt, die CIA wählte aber die Forscher aus, die in den
Genuss der Forschungsförderung kamen. Dies geht aus einem Vertrag
zwischen den beiden Organisationen hervor.
Ganz allgemein ging es bei dem Forschungsprojekt um Möglichkeiten,
potenzielle Terroristen frühzeitig auszumachen bzw. um neue Formen
der Terrorismus-Bekämpfung durch fortschrittliche Technologien.
Eines der eingereichten Projekte stammte vom Rensselaer Polytechnic
Institute in Troy im US-Bundesstaat New York
http://www.rpi.edu/
. Dessen Thema war die "automatisierte Überwachung und das
Profiling des Verhaltens von Chatroom-Usern".
Für das Forschungsvorhaben konnten die beiden Wissenschaftler Bulent
Yener und Mukkai Krishnamoorthy insgesamt knapp 158.000 Dollar von
CIA und NSF einstreifen. Sie schlugen ein System vor, das im
Hintergrund jedes Chatrooms arbeiten soll und als stiller Zuhörer
für den Lauschangriff fungiert. Aufgedeckt wurde das CIA-Sponsoring
der Forschungsarbeiten durch die Datenschutzgruppe Electronic
Privacy Information Center (EPIC)
http://www.epic.org/ , die sich die Unterlagen unter Berufung
auf den "Freedom of Information Act" beschafft hat.
http://www.epic.org/privacy/wiretap/nsf_release.html
|

Mehr tödliche
Autounfälle nach Terrorattacken
Anschläge sorgen für Zunahme des Stresslevels
Tödliche Verkehrsunfälle nehmen nach
Terroranschlägen um 35 Prozent zu. Zu diesem Schluss kommen
amerikanische und israelische Wissenschaftler in einer Studie
inwieweit sich Attentate auf die Gesamtbevölkerung auswirken,
berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist
http://www.newscientist.com .
"Bisher gibt es keine Studien, die die Auswirkungen von Terror auf
die breitere Bevölkerungsschicht untersucht hat", so Joshua
Goldstein, Demograph von der Princeton University in New Jersey, der
gemeinsam mit Guy Stecklov von der Hebrew University in Jerusalem
die Verkehrsunfallstatistik in Israel im Zeitraum Jänner 2001 bis
Juni 2002 untersucht hat. Während dieser Zeit gab es in Israel 63
Terrorattacken mit je mindestens einem Todesopfer. Knapp drei Tage
nach den Terroranschlägen stiegen die tödlichen Verkehrsunfälle
jedes Mal deutlich an. Das allgemeine Verkehrsaufkommen außerhalb
der Stoßzeiten fiel allerdings um etwa zehn Prozent. Die Forscher
gehen davon aus, dass auch einige Selbstmorde hinter den Unfalltoten
stehen könnten, mutmaßen aber, dass die Fahrer unter extremem Stress
leiden.
Vorhergehende Studien haben bereits gezeigt, dass es bei
Einzelpersonen nach Terrorattacken häufiger zu post-traumatische
Störungen gekommen ist. Goldstein ist der Ansicht, dass die Gründe
für diese verspäteten Folgen darin liegen, dass die wirklichen
Belastungen erst später ans Tageslicht kommen. "Menschen tendieren
dazu, die Auswirkungen von Terroranschlägen unmittelbar danach zu
unterdrücken", meint Arie Kruglanski, Psychologe an der University
of Maryland. Nach einer Weile treten die unterdrückten Gefühle aber
dann ans Tageslicht. Der Forscher gibt auch zu bedenken, dass
Menschen, die offensichtlich ihre Gefühle unter emotionaler
Kontrolle haben, dennoch unter Stress stehen und sich dieser auf
Tätigkeiten im Alltag auswirkt.
|

Mitfahndungsersuchen des BVT
Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung im
Bundesministerium für Inneres sucht im Zusammehang mit der bei einer
Handgranatenexplosion getöteten Petra M. nach weiteren Zeugen.
Insbesondere wird jener Mann gesucht, der am 20.9.04, gegen 09.00 Uhr mit
dem Pkw Marke BMW, vermutlich 3er-Serie, grau lackiert, Wiener Kennzeichen
in Wien 17., am Parkplatz Höhenstraße oberhalb der Siedlung Waldandacht
unmittelbar vor dem Vorfall anwesend war. Die Wahrnehmungen dieses
Fahrzeuglenkers sind für die weiteren Ermittlungen von wesentlicher
Bedeutung. Das Bundesministerium für Inneres ersucht dringend um Bekanntgabe
von diesbezüglich bestehenden Hinweisen unter der Wiener Telefonnummer
53126-4100 (Journaldienst des Bundesamt für Verfassungsschutz und
Terrorismusbekämpfung)

Bombenbastler am Haar erkennen
US-Forscherin: Sprengstoffe bleiben in der Frisur
nachweisbar
Bombenbastler werden schon bald anhand ihrer Haare überführt
werden können, denn der Chemikerin Jimmie Oxley von der University of Rhode
Island in Kingston
http://www.chm.uri.edu ist es gelungen, Sprengstoffspuren im Haar
nachzuweisen. Die verräterischen Spuren bleiben sogar nach mehrmaligem Haare
waschen immer noch dort, berichtet das Fachmagazin New Scientist
http://www.newscientist.com .
Sprengstoffe wie TNT, RDX und PETN konnten anhand von Nanogrammen bei
Mitarbeitern in Wachunternehmen, die mit diesen Materialien in Berührung
kommen, in den Haaren nachgewiesen werden. Sogar nach mehrmaligem Haare
waschen und bürsten waren die Spuren in Chromatographie-Tests in einem Kamm
noch nachweisbar. Oxley gibt gegenüber dem Fachblatt an, dass es bisher nicht
gelungen sei, den Grund für den Nachweis zu finden. "Wahrscheinlich spielt das
Pigment Melanin eine Rolle, da sich die Sprengstoffe besser in dunklen Haaren
nachweisen lassen", so die Expertin, die aber angibt, dass sie keine chemische
Verbindung in den Haaren finden konnte, die für die Bindung der Explosivstoffe
in Frage käme.
Rauschgifte wie Heroin und Kokain kommen über die Blutbahn in die Haare. Die
Forscherin konnte nachweisen, dass die Sprengstoffe verdunsten und sich
dadurch im Haar derjenigen festsetzen, die mit den Stoffen arbeiten oder sonst
in Berührung damit kommen. Spuren von Sprengstoffen lassen sich nach Angaben
von Oxley auch auf Kleidungsstücken feststellen. So konnten am T-Shirt des
Oklahoma-Bombers Timothy McVeigh Spuren von TNT festgestellt werden. Die
Chemikerin sieht aber den Nachweis im Haar als Chance eventuelle Bombenbastler
zu identifizieren. Im April will die Expertin ihre Entdeckungen beim Defense
and Security Symposium in Orlando/Florida vorstellen.

Kampf
gegen Terrorismus als Marketingmasche
Passfotos
und Terroristen sind selten auf Fahndungslisten
Der "Kampf
gegen den Terrorismus" dürfte im neuen Jahr die Marketingmasche für eine Reihe
von Firmen werden, deren Produkte dem Durchleuchten und Durchlöchern der
Privatsphäre von Millionen von Menschen dienen. Auch das US-Unternehmen "Imaging
Automation"
http://www.imagingautomation.com versucht mit diesem Argument seine
Produkte in aller Welt zu verkaufen, selbst wenn die Erfolgsaussichten in
exakt diesem Einsatzgebiet ziemlich fragwürdig sind.
Das Flaggschiff aus dem Hause Imaging Automation trägt die Bezeichnung
iA-thenticate und wird nicht nur auf Flughäfen in den USA, sondern unter
anderem auch von der kanadischen Zoll- und Steuerbehörde, der ungarischen
Grenzpolizei und skandinavischen Behörden sowie beispielsweise in der
Dominikanischen Republik eingesetzt.
Das Gerät vergleicht die Angaben auf Ausweisen mit den in Magnetstreifen
gespeicherten Daten und geht gleich noch mehrere Schritte weiter: die Daten
werden mit diversen behördlichen und privaten Datenbanken vergleichen, sogar
die Ausweisfotos erfahren einen Vergleich mit Fahndungslisten, desgleichen die
in den Ausweisen enthaltenen Fingerabdruck-Datensätze. Der Hersteller greift
dabei teilweise auf Technologien und Datenbanken verschiedener anderer
Anbieter zurück. Aber nicht nur Behörden, auch Unternehmen und Privatpersonen
können Kunden von Imaging Automation werden. Schließlich müssen ja auch diese
Wissen, ob Frau Mayer nicht vielleicht bei ihrem Geburtsdatum geschwindelt
hat.
Kritiker sehen bei diesen und ähnlichen am Markt zu erwatenden Produkten
gleich mehrere Probleme. Einerseits ist unklar, wie die Inhalte der
Datenbanken kontrolliert werden können. Nicht selten sind Menschen irrtümlich
auf Fahndungslisten gesetzt worden oder haben so genannte Datenzwillinge mit
gleichem Namen und Geburtsdatum. In manchen Ländern dauert es oft Monate bis
man von einer Fahndungsliste wieder gestrichen wird. Auch könnte
möglicherweise ein Mitarbeiter eines involvierten Unternehmens, der mit seinem
Nachbarn beispielsweise über einen Maschendrahtzaun in Streit geraten ist, den
Opponenten in eine Datenbank eintragen oder einfach eine Kleinigkeit an einem
vorhandenen Datensatz verändern, was diesem auf einer Reise oder bei der Suche
nach einem Arbeitsplatz zum unaufklärbaren Verhängnis werden könnte.
Andererseits kritisieren Experten die Behauptung, ein Bildvergleich könne
Fahndungserfolge zeitigen. Während man für Ausweisbilder entsprechend posiert,
sind die Bilder auf "Wanted"-Plakaten meist von schlechter Qualität, wenn es
sich nicht überhaupt um Skizzen handelt. Dass darüber hinaus die Terroristen
des 11. September überhaupt nicht gesucht waren und ganz echte Ausweispapiere
mit korrekten Daten hatten, lässt Imaging Automation genauso unter den Tisch
fallen, wie den Skandal am Dallas-Fort-Worth-Airport, wo seit Oktober
iA-thenticate zum Mitarbeiter-Screening eingesetzt wird. Im November waren 63
Arbeiter verhaftet worden, weil sie falsche Sozialversicherungsnummern
verwendet hatten – der Flughafen hatte davon nichts mitbekommen, da es sich um
outgesourcte Mitarbeiter handelte, die bei einer beauftragten Firma unter
Vertrag standen.

Carnivore-Fehler behindert Terror-Bekämpfung
E-Mail-Überwachungssystem sammelt zu viele Daten
Fehler im E-Mail-Überwachungssystem Carnivore haben die
Antiterror-Aktivitäten des FBI behindert. Das geht aus Dokumenten hervor, die
vom Electronic Privacy Information Center (EPIC), einer US-Bürgerrechtsgruppe,
veröffentlicht wurden. Weil des System auch E-Mails abfing, die nicht unter
die richterliche Abhörerlaubnis fielen, löschte ein FBI-Agent alle Daten,
einschließlich der verdächtigen E-Mails. Wichtige Hinweise auf die Aktivitäten
von Osama Bin Laden wurden damit möglicherweise vernichtet.
http://www.epic.org/privacy/carnivore/5_02_release.html
EPIC benutzt den Vorfall, um seine Kritik an dem E-Mail-Überwachungssystem
zu erneuern. Nach Ansicht der Bürgerechtsorgnaisation kann das FBI bei einem
Einsatz des Systems die Privatsphäre von nicht betroffenen Personen nicht
garantieren. "Diese Dokumente bestätigen, was wir in den letzten zwei Jahren
vermutet haben - Carnivore ist ein leistungsfähiges aber plumpes Tool, das die
Privatsphäre von unschuldigen Bürgern gefährdet", erklärte EPIC-Anwalt David
Sobel.
In einem Bericht der New York Times bestreitet das FBI allerdings die
Darstellung von EPIC. Demnach konnten die gesuchten E-Mails wieder hergestellt
werden. Das System sammelte zu viele Informationen, weil der Internet Service
Provider veraltete Daten übermittelt hätte, erklärte ein Vertreter der
Bundespolizei. Das System sei sehr empfindlich gegenüber einer falschen
Konfiguration.

Bienen suchen nach Bomben
Pentagon setzt auf "kontrollierte biologische Systeme" zur
Suche nach Drogen und Sprengstoff
Honigbienen, die Blumen ignorieren und sich auf Sprengstoffe konzentrieren,
hat das Pentagon nach Angaben der New York Times gezüchtet. Die Wunderinsekten
sollen als Schwärme dann Bomben, die in Autos oder Lastwagen versteckt sind,
aufspüren, bei der Minensuche helfen und andere versteckte Sprengstofffallen
finden.
Bienen als Sprengstoffschnüffler sind nicht neu. Bereits seit drei Jahren
arbeitet das Pentagon an dem Projekt. Besonders interessant wurde es aber nach
dem 11. September. Dennoch meinen Forscher, dass das gesamte Projekt erst in
den Kinderschuhen steckt. Die Grenzen der Insekten sind den Wissenschaftlern
schon klar: Bei Kälte, Regen, Sturm oder in der Nacht schwirren die
Honigbienen unter keinen Umständen aus. "Bienen sind aber mindestens so gute
Riecher wie Hunde", so Alan Rudolph, Programm-Manager vom Defense Sciences
Office der Defense Advanced Research Projects Agency. Die Eigenschaften der
Honigbienen ist jedenfalls hervorragend: bereits kleine Spuren von
verschiedenen Molekülen können die Insekten aufspüren. Im Pentagon sind sich
die Wissenschaftler einig darüber, dass das Bienen-Projekt ein gewisses
PR-Problem darstellt und von der Öffentlichkeit verspottet wird.
Das Air Force Research Laboratory an der Brooks Air Force Base hat in
mehreren Versuchen mit Honigbienen festgestellt, dass diese 99 Prozent der
Schnüffeltests nach Sprengstoffen bestanden hätten. In den kommenden Wochen
sollen Feldversuche mit Sendern gestartet werden, die nur so groß sind wie ein
Salzkörnchen. Dieses System soll eine genaue Standort-Bestimmung ermöglichen,
wenn einzelne Bienen nach Sprengstoff suchen.
Die Forscher, die mit den Bienen arbeiten, sind überzeugt davon, dass bei
der Suche nach Rauschgift, die Bienen noch besser und leichter einsetzbar
sind, da die meisten Drogen chemische Substanzen an die Luft abgeben. Solche
Versuche werden seit Jahren an der Universität in Montana durchgeführt. Die
Wissenschaftler belohnen die Bienen mit Zucker. Wenn eine Biene das Spiel
verstanden hat, wird diese Botschaft dem ganzen Volk mitgeteilt, berichten die
Forscher. Innerhalb von zwei Stunden finden die Insekten jedes angepeilte
Ziel.
Das Pentagon hat in solche Projekte, bei denen Tiere als chemische
Spürnasen verwendet werden, seit 1998 rund 25 Mio. Dollar gesteckt. Die
Projekte laufen unter dem Namen "Controlled Biological Systems".
Weitere Informationen:
http://www.nytimes.com/2002/05/13/science/13BEES.html

Bauer: Gemeinsame Bekämpfung der Terrorismus-Finanzierung
Die SPÖ unterstützt die Regierungsvorlage betreffend internationalem
Übereinkommen zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus. "Es ist
notwendig, eine internationale Bekämpfungsfront gegen den Terrorismus
aufzubauen", bekräftigte SPÖ-Abgeordneter Hannes Bauer am Donnerstag gegenüber
dem SPÖ-Pressedienst. Er weist darauf hin, dass ein Mehr an Sicherheit und
Kontrolle, das zur Bekämpfung des Terrors unerlässlich ist, die Reduktion des
persönlichen Freiraums und der Privatsphäre bedeute. "Hier muss die richtige
Balance zwischen den beiden Zielen gefunden werden", forderte Bauer. ****
In Österreich hätte das internationale Übereinkommen zur Bekämpfung der
Finanzierung des Terrorismus keine unmittelbare Rechtswirkung sondern müsse
erst durch den Erlass von Gesetzen auf nationaler Ebene verwirklicht und
umgesetzt werden.
Die innerstaatlichen Rechtsvorschriften zur Umsetzung dieses Übereinkommens
seien laut Bauer anzupassen:
* Dazu muss ein neuer Straftatbestand im Strafgesetzbuch bezüglich der
vorsätzlichen Finanzierung der Vorbereitung terroristischer Straftaten sowie
der Mitgliedschaft in terroristischen Organisationen geschaffen werden.
* Die Identifikation von Kunden durch Geldinstitute, die auch in diesem
Zusammenhang notwendig ist, ist bereits durch die Aufhebung der Anonymität der
Sparkonten in Österreich umgesetzt worden.
* Weiters ist die Einbeziehung von Einrichtungen, die Geldüberweisungen
vornehmen, in die Beaufsichtigung erforderlich.
* Polizeiliche Gesetze sind zu ändern, damit eine Überwachung des
grenzüberschreitenden Transportes von Bargeld und Inhaberpapieren möglich
wird.
* Vor allem ist jedoch ein reibungsloser Informationsaustausch zwischen den
Vertragsstaaten in der Bekämpfung der im Übereinkommen genannten Straftaten zu
fördern, wobei das in Österreich geltende Bankgeheimnis die Strafverfolgung
der genannten Straftaten nicht unmittelbar behindert.
Bauer sprach weitere Bereiche wie die Verbesserung internationaler Standards
und nötiger bilateraler Verhandlungen zwischen Europa und den USA, die im
Zusammenhang mit der Umsetzung des Übereinkommens näher betrachtet werden
müssen, an.
Der europäische Haftbefehl, der gewährleisten soll, dass ein Straftäter
innerhalb von 90 Tagen - bei Vorliegen gewisser Delikte - von einem EU-Staat
in einen anderen überstellt wird, gehöre dazu. "Österreich steht hier mit
seinem Festhalten an einer 5-jährigen Übergangsfrist zur Auslieferung von
österreichischen Staatsbürgern nicht ganz im Einklang mit den anderen
europäischen Staaten", so Bauer.
"Damit die europäischen Standards bei der internationalen
Terrorismusbekämpfung gewahrt bleiben, müssen Gespräche zwischen der EU und
den Vereinigten Staaten geführt werden", empfahl Bauer. "Es darf keine
Auslieferung bei Todesstrafe erfolgen, normale Gerichtsverfahren und die
Wahrung der europäischen Grund- und Freiheitsrechte müssen sichergestellt
sein", schloss der Abgeordnete.

Terrorismusbekämpfung darf nicht Vernachlässigung der Stabilität am
Balkan führen Außenministerin zur Lage in Mazedonien, Jugoslawien, Montenegro,
Bosnien und Albanien
(Brüssel-OTS) Außenministerin Ferrero-Waldner trat heute in Brüssel
dafür ein, daß die derzeitige Konzentration auf die globale
Terrorismusbekämpfung nicht zu einer Vernachlässigung des
Stabilisierungsprozesses am Balkan führen darf. "Politische Extremisten am
Balkan warten nur darauf, dass die Internationale Gemeinschaft und die EU ihre
Aufmerksamkeit vom Balkan abwendet. Der Balkan liegt uns geographisch sehr
nahe, daher sind die Auswirkungen von Instabilität dort für uns, d.h. die EU,
unmittelbar spürbar", so Ferrero-Waldner.
Zur Lage in FYROM/Mazedonien sagte die Außenministerin, daß trotz der
punktuell positiven Entwicklungen ein fortgesetztes Engagement der EU
erforderlich ist, um den Prozess der Stabilisierung Mazedoniens
aufrechtzuerhalten."Die Fortschritte gegenüber der Situation vom Frühjahr
dieses Jahres sind dem Druck aufgrund der regelmäßigen Besuche von Solana und
der Tätigkeit des EU-Sonderbeauftragen, früher Léotard, jetzt Le Roy, zu
verdanken. Besondere Aufmerksamkeit muss jetzt der entschlossenen
Implementierung des Ohrid-Abkommens gelten. Neben der Adaptierung zahlreicher
Gesetze geht es auch um den Aufbau funktionierender Verwaltungsstrukturen.
Wichtig ist insbesondere die Eindämmung der Korruption und die Bekämpfung des
organisierten Verbrechens, das von der bislang bestehenden Unsicherheit und
der Abwesenheit staatlicher Kontrollen profitiert hat. Lokale und
internationale Akteure müssen besonderes Augenmerk darauf legen, erneute
Gewaltausbrüche zu verhindern", so Ferrero-Waldner.
Betreffend der Situation in der Bundesrepublik Jugoslawien und Montenegro muß
nach Ansicht der Außenministerin nun rasch eine Lösung der Probleme zwischen
Belgrad und Podgorica erfolgen. "Ein weiteres Zuwarten behindert nur dringend
nötige Reformen v.a. in Serbien. Österreich hat bereits mehrmals darauf
hingewiesen, dass die EU für eine Vermittlungsrolle offen sein sollte und
unterstützt daher Javier Solanas Vorstoß in Richtung einer aktiven Vermittlung
voll und ganz. Eine Vermittlung kann Fazilitation, Mediation bis hin zu
Arbitration über die nächsten prozeduralen Schritte bedeuten", sagte die
Außenministerin.
In Bosnien und Herzegowina muß die EU als bedeutendster Geber "Interesse daran
haben, im Zuge der aktuellen "Streamlining-Debatte" (d.h. über die
Rationalisierung des Einsatzes der Internationalen Gemeinschaft) entsprechende
Visibilität und politisches Gewicht zu erhalten". "Die Internationale
Gemeinschaft hat seit Dayton derart viel an politischem und finanziellen
Aufwand in den Friedensprozess in dem Land investiert, dass ein "Rückzug" vor
der Komplettierung der Dayton-Implementierung kontraproduktiv wäre. Wir
sollten daher trotz anderer Krisen, die unsere Aufmerksamkeit und nicht
zuletzt unseren finanziellen Einsatz fordern, das Augenmerk nicht von Bosnien
und Herzegowina wenden", sagte Ferrero-Waldner.
Bezüglich Albanien vertrat Ferrero-Waldner schließlich die Auffassung, daß die
gegenwärtige Krise innerhalb der Sozialistischen Regierungspartei keineswegs
die schwerste Krise darstellt, die das Land im Zuge des Übergangs zur
Demokratie zu bewältigen hatte."Durch die uneingeschränkte Unterstützung
Albaniens kann die Europäische Union gerade in Zeiten von Krisen beweisen,
dass sie den wirtschaftlichen und politischen Reformprozess mitträgt und
begrüßt. Ich bin daher der Ansicht, dass die Verhandlungen für ein
Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen so schnell wie möglich beginnen
sollten", so Ferrero-Waldner

Terror-Anschläge verändern Kommunikationswege
Vertrieb und Service setzten verstärkt auf den visuellen
Draht
Die Ereignisse des 11. September 2001 in den USA haben gewaltige
Auswirkungen in vielen Bereichen. Auch was die Wege geschäftlicher
Kommunikation angeht, hat in vielen Unternehmen ein Umdenken stattgefunden. Wo
es bis vor kurzem noch selbstverständlich war, dass eine mehrköpfige
Delegation, z.B. für eine Präsentation beim Kunden, um den halben Globus
reiste, wird vermehrt auf andere Wege gesetzt. Grund dafür ist sicher nicht
nur die immer wieder angeführte Sorge um die Sicherheit der Mitarbeiter,
sondern vor allem das gesteigerte Kostenbewusstsein innerhalb der Unternehmen
angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Lage.
Die Hiobsbotschaften über Pleiten und Probleme bei renommierten
Fluggesellschaften weltweit machen es überdeutlich: Die Zahl der
Geschäftsreisenden hat dramatisch abgenommen. Und das ist nicht erst seit den
Terrorattacken der Fall. Ob in der Entwicklung, im Vertrieb oder im
Kundenservice kaum ein Bereich, in dem nicht vermehrt auf andere Wege des
Kontakts und der Zusammenarbeit ausgewichen wird.
Ein gutes Beispiel dafür sind Telefonkonferenzen, die allerdings den
Nachteil haben, dass die Teilnehmer hier nur über den akustischen Draht
miteinander verbunden sind. Das zeitgleiche Zeigen von Dokumenten oder
Präsentationen ist nicht möglich. Dem Meetingcharakter ein ganzes Stück näher
kommen dagegen Videokonferenzen, bei denen Teilnehmer an verschiedenen Orten
auch visuell zusammenkommen. Nachteil hier: Hoher Aufwand, hohe Kosten und
mangelnde Qualität der übertragenen Dokumente.
Kommunikation via Internet bietet demgegenüber entscheidende Vorteile:
Niedrige Kosten, schnelle Verfügbarkeit und die Möglichkeit des
Datenaustausches in Echtzeit und Originalqualität sind nur einige der
Pluspunkte. Nicht ohne Grund hat z.B. der Internet-Dienst E-Mail weltweit
einen Siegeszug ohnegleichen absolviert.
In diesem Trend liegt auch eSurf-Telefonbesuch der W.I.L.I. AG aus dem
unterfränkischen Alzenau. Bei dieser Lösung werden die Vorteile der direkten
verbalen Kommunikation per Telefon mit den Möglichkeiten des schnellen
Datenversandes im Internet kombiniert.
Parallel zum Telefonat können beispielsweise Präsentationen zu Produkten,
Dienstleistungen oder Forschungsergebnissen ebenso verschickt werden wie die
bildliche Darstellung von Lösungswegen in Supportfragen oder Inhalte von
eLearning-Veranstaltungen. Der Bildschirm wird zum "Präsentierteller", statt
ins Auto oder ins Flugzeug zu steigen, werden die Informationen über den
"visuellen Draht" ausgetauscht. Gleichzeitig besteht der direkte Draht über
den telefonischen Kontakt. eSurf-Telefonbesuch kann so entscheidend zur
Optimierung der Unternehmensprozesse beitragen.
Ein Beispiel aus der vergangenen Woche: Die Zentrale eines deutschen
Unternehmens kommuniziert per eSurf-Telefonbesuch mit der Niederlassung in den
USA. Die gesamten Inhalte werden dort in Form einer Präsentation parallel zum
durch Lautsprecher übertragenen Telefonat per Beamer auf die Leinwand im
Meetingraum projeziert. So ist die Konzernleitung praktisch vor Ort präsent,
ohne dass sie ihren Schreibtisch in der Zentrale verlassen musste. Das Ganze
funktioniert natürlich auch im kleinen Rahmen, das heißt von Mitarbeiter zu
Mitarbeiter oder zum Kunden.
Als webbasierte Lösung benötigt eSurf-Telefonbesuch keinerlei
Software-Installation auf Seiten des Empfängers ein einfacher Internetzugang
ist ausreichend. Auch Firewalls stellen kein Hindernis dar. Gleichzeitig sind
auf Senderseite keine aufwendigen Installationen oder Schulungen nötig. Um
eSurf-Telefonbesuch "live" zu erleben, können Interessenten unter 0180 / 572
4875 oder unter www.telefonbesuch.de einen Termin für einen Telefonbesuch via
Internet arrangieren
Die seit 1987 in Alzenau ansässige W.I.L.I. AG verfolgt als Dienstleister
konsequent das Ziel der Vertriebsoptimierung für ihre Kunden. So entstand auch
eSurf-Telefonbesuch als eine Lösung aus der Praxis für die Praxis. Zum
umfassenden Portfolio der W.I.L.I. AG gehören außerdem zeitgemäße,
zukunftsweisende und zielorientierte Leistungen in den folgenden
vertriebs-relevanten Bereichen: Händlernetzaufbau, Entwicklung von
Vertriebsprozessen, Interessentengewinnung, Tele-Sales, Werbekonzeption und
Internetmarketing.

Schwarzer Humor um Terroranschläge
Die Bandbreite reicht von kreativ über witzig bis zu
geschmacklos
Zwei Monate nach den Terroranschlägen vom 11. September kursieren
zahlreiche Witze und Karikaturen im Internet, die eine humoristische
Betrachtung der Ereignisse - oft an der Grenze des guten Geschmackes - zum
Inhalt haben. In Videospielen sind nicht mehr unschuldige Moorhühner das Ziel
der virtuellen Revolverhelden. Die Jagd auf Osama Bin Laden und die Taliban
findet längst auch auf den PCs statt.
Die über das Internet schnell verbreiteten Filme, Bilder und Lieder
beschäftigen sich auf ironische, teilweise zynische bis geschmacklose Weise
mit den Terroranschlägen und ihren Folgen. Meist wird der von den Medien als
Mastermind des Terrors dargestellte Osama Bin Laden und seine Gesinnung auf
die Schippe genommen. Auf der Spaßseite Madblast
http://www.madblast.com ist
die Animation eines umgedichteten Harry Belafonte Songs zu sehen. Das Lied hat
nun den Refrain "Komm Mr. Taliban, liefere Bin Laden aus" ("Come Mr. Taleban,
turn over Bin Laden"). Im Video
http://www.madblast.com/binladen.htm treten bekannte Gesichter aus den
täglichen Nachrichtensendungen singend auf. Die Website enthält auch andere
Inhalte, die sich über die Taliban lustig machen.
Die "Taliban Single Börse" auf
http://discuss.2020hindsight.org präsentiert ausschließlich verschleierte
Frauen. So sucht zum Beispiel eine Frau namens Frogh unter dem Slogan "Bist du
ein Terrorist mit Herz" einen Partner. Ihre Angaben zu Beruf, Einkommen und
Hobbies sind immer die gleichen: "nicht erlaubt".
Während Taliban-Song und Single-Börse noch Kreativität und Ironie zeigen,
überschreitet das Bild des Todestouristen ("Tourist of Death") die Grenze des
guten Geschmacks. Nach der WTC-Tragödie wurden etwa eine Mio. E-Mails mit dem
Bild eines Touristen auf der Aussichtsplattform des WTC-Turmes versandt. Im
Hintergrund war nicht nur das Panorama von New York, sondern auch eines der
herannahenden Flugzeuge zu sehen. Dem E-Mail war der Text beigefügt: "Anbei
ist ein Bild, das von einem Touristen auf dem Turm des WTC gemacht wurde. Die
Kamera wurde gefunden, aber die Person auf dem Bild wurde nie wiedergesehen."
Inzwischen gibt es bereits eine eigene "Tourist of Death"-Website
http://www.touristofdeath.com , die den berüchtigten Touristen in
Forrest-Gump-Manier an allen möglichen historischen Katastrophenschauplätzen
zeigt. Laut dem Schöpfer der Tourist-Page, Paul Bruno, ist der schwarze Humor
des Fotos sehr beliebt. Die Site komme auf 20.000 Page Views pro Tag. Das
Magazin Wired
http://www.wired.com/news/culture/0,1284,48225,00.html berichtet, dass der
Todestourist ein brasilianischer Geschäftsmann namens José Roberto Penteado
ist. Er hält das Foto für einen Streich seiner Freunde.
Der Psychologe Wolfgang H. R. Miltner von der
Friedrich-Schiller-Universität in Jena bewertet die Flut an Ulk-Webseiten als
einen normalen Vorgang. "Bei öffentlichen Ereignissen sieht man immer, dass
nicht nur ernsthafte Betrachtungen entstehen, sondern auch Karikaturen, die
bestimmte Merkmale herausheben", sagte der Psychologe. Derlei Phänomene seien
nicht neu, das Internet biete nur eine weitere Plattform. Das Lachen sei ein
"spezifisch menschlicher Schutzreflex".

Werbung im Kampf gegen den Terrorismus
US-Regierung reaktiviert Werberat, um Zustimmung der
Bevölkerung zu sichern
Die US-Regierung will die Möglichkeiten der Werbung für die Unterstützung
der Militär-Aktion gegen Afghanistan nutzen. Zu diesem Zweck sollen die
Bemühungen in diesem Bereich gebündelt werden, berichtet der Media Guardian
http://media.guardian.co.uk
. Ein Team von Werbebeauftragten soll die Zustimmung der US-Bevölkerung für
Aktionen gegen den Terrorismus sicher stellen.
Zentrale Figur soll der US-Werbefachmann Michael Sennott sein. Er steht an
der Spitze eines neuen regierungsgeführten Krisenstabes, der den Amerikanern
die Notwendigkeit der Militäraktionen nahe bringen soll. Das neu gebildete
Team unter der Leitung von Sennott soll eng mit dem Advertising Council
http://www.adcouncil.org
zusammenarbeiten.
Der Werberat wurde 1942 nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor
gegründet, um die amerikanische Öffentlichkeit auf einen längeren Krieg
vorzubereiten. Der Rat ist für alle öffentlichen Werbekampagnen von "Don´t
drink and drive" bis zu "To serve and to protect" zuständig. Seit den
Terroranschlägen hat er einige Kampagnen durchgeführt. Kritiker meinen jedoch,
dass die Reaktion auf die Anschläge zu langsam und nur bruchstückhaft erfolgt
ist. Sennott dazu: "Das neue Team wird Kampagnen starten, die die Amerikaner
im Kampf gegen den Terrorismus nicht nur informieren, sondern auch einbeziehen
und begeistern werden."

Unerwarteter Erfolg für Iridium
Terroranschläge in den USA pushen Satellitendienst
Die Terroranschläge in den USA haben offensichtlich dem extrem teuren
Satelliten-Handy-Dienst Iridium
http://www.iridium.com zu einem ungeahnten Erfolg verholfen. Die
Auffanggesellschaft des vor den Anschlägen in Konkurs gegangenen Unternehmens
verzeichnet eine steigende Nachfrage, berichtet der Informationsdienst CNet.
Das Gesprächsvolumen der bisherigen Kunden habe zugenommen und es würden
verstärkt neue Interessenten an Iridium herantreten, sagte der Geschäftsführer
von Quadrant Australia, Carlton Jennings. Das Unternehmen ist Teil der
Auffanggesellschaft, die die Reste des Iridium-Satellitennetzwerks, das mehr
als fünf Mrd. Euro wert sein soll, für 25 Mio. Euro aufkaufte.
Insbesondere in New York ist in der Nähe des zerstörten World Trade
Center-Komplexes nach den Worten von Jennings eine Zone entstanden, in der
Handy-Telefonie fast unmöglich ist. Die für den Bereich notwendigen Antennen
waren auf dem Dach eines der eingestürzten Zwillingstürme installiert.
Steigende Nachfrage nach dem antennenunabhängigen Iridium-System verzeichnet
das Unternehmen auch aus dem Umfeld des Pentagon. Hier könnte das Interesse
allerdings auch mit dem Rahmenvertrag zusammenhängen, den das
Verteidigungsministerium mit Iridium geschlossen hat. Für umgerechnet knapp 75
Mio. Euro rüstet Iridium die 20.000 Mitarbeiter des Pentagon mit
satellitengestützten Handys aus.
Nach den Worten von Jennings hat die Iridium-Auffanggesellschaft vor
wenigen Tagen den Satelliten-Telefondienst offiziell wieder aufgenommen. Die
derzeit abgedeckte Fläche reiche von Pakistan im Osten bis westlich von Chile.
Die Telefone kosten jetzt noch umgerechnet knapp 1.500 statt bisher fast 3.500
Mark. Die Gesprächsminute ist für umgerechnet 1,5 Mark statt bisher für bis zu
14 Mark zu haben.

MORAK: GEGENÜBER DEM TERROR DARF ES KEINE NEUTRALITÄT GEBEN
Wien, 8. November 2001 (ÖVP-PK) Die historische Bedeutung der österreichischen
Neutralität steht außer Frage. Sie war nicht nur die politische Voraussetzung
für die Wiedererlangung der vollen Unabhängigkeit Österreichs nach dem zweiten
Weltkrieg, sondern sie hat Österreich auch eine eigenständige, aktive Rolle in
der Zeit der bipolaren Weltordnung ermöglicht. Doch seit dem Wegfall des
Ost-West-Konflikts haben sich die Rahmenbedingungen der österreichischen
Sicherheitspolitik grundlegend geändert. Wir sind heute Mitglied der
Europäischen Union und arbeiten solidarisch an der gemeinsamen Außen- und
Sicherheitspolitik der Union mit. Die heutigen sicherheitspolitischen
Herausforderungen bestehen darin, im Rahmen der EU Frieden und Stabilität in
umfassender Weise sicherzustellen. Das sagte heute, Donnerstag, Staatssekretär
Franz Morak anlässlich der Dringlichen Anfrage im Bundesrat in Vertretung des
Bundeskanzlers, der seit gestern in Brüssel ist. Alle Erfahrungen des letzten
Jahrzehnts hätten gezeigt, dass Sicherheit nicht mehr im Alleingang, sondern
nur noch im Verbund gewährleistet werden kann.
****
Die gegenständliche Problematik habe durch die schrecklichen Attentate des
11. September eine neue Dimension bekommen. "Gegenüber dem Terror kann und
darf es keine Neutralität geben", so Morak, der an die Aussage des
Bundeskanzlers in der Pressestunde vom 4. November erinnerte: neutral sein
hieße, allein zu sein. In diesem Sinne unterstütze die Bundesregierung das
internationale Vorgehen gegen die Urheber dieser Anschläge und gegen die, die
sie unterstützen. Die diesbezüglichen Resolutionen des Sicherheitsrates würden
dafür eine sichere Grundlage geben.
In diesem Zusammenhang sei es nur logisch, die österreichische
Sicherheitspolitik im Rahmen einer Sicherheits- und Verteidigungsdoktrin neu
zu definieren und an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen, meinte Morak.
Es gehe dabei nicht darum, aus opportunistischen Gründen die Neutralität über
Bord zu werfen, sondern vielmehr darum, die "Rolle Österreichs im europäischen
Sicherheitsgefüge neu zu definieren, damit wir auch in Zukunft - so wie zu
Zeiten des Kalten Krieges - einen entsprechenden Beitrag zu Frieden und
Stabilität auf unserem Kontinent leisten können". Ziel sei immer gewesen,
unsere Verfassungsrechtslage so auszugestalten, dass "wir unsere
völkerrechtlichen und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen uneingeschränkt
erfüllen können. Daran wird sich auch in der Zukunft nichts ändern", schloss
der Staatssekretär.

Der Terror und die Wirtschaft von Jens Tschebull
Schon wenige Stunden nach dem Massenmord vom 11. September verkündeten
Freihandels- und Globalisierungsgegner, Friedensforscher und andere gute
Menschen, wer schuld an der Katastrophe ist: Die Amerikaner und der
Neoliberalismus - kurz: die Wirtschaft, die einen derart grossen Reichtum
erarbeitet, dass den Neidern in Entwicklungsländern nichts übrigbleibt, als
gekaperte Passagierflugzeuge in Cruise Missiles umzufunktionieren. Das passt
gut in ein durch Grünen Star getrübtes linksäugiges Feindbild. So wird die
wahnwitzige Mischung aus paranoidem Fanatismus und dem Triumpfgefühl
erfolgreicher Grosskrimineller als Speerspitze einer Hungerrevolte der Dritten
Welt interpretiert, an der die liberale Wirtschaft schuld ist.
Die Wirtschaft selbst steht genauso ratlos vor den Trümmern in New York und
den Rauchwolken über Kandahar wie der Rest der Welt. Die unmittelbaren
wirtschaftlichen Terrorfolgen sind offensichtlich: Der globale Reiseverkehr -
und alles was dazugehört - ist gebremst. Die Rüstungsindustrie - und alles was
mit Sicherheit zu tun hat - erlebt eine Sonderkonjunktur:
Fingerabdruck-Scanner, Desinfektionsmittel, Wasseraufbereitungsanlagen,
Bewachungsdienste,Gasmasken, private Schutzräume etc. Die Reaktionen auf den
Terror sind irrational wie der Terror selbst.
Die latente Abneigung gegen hohe Häuser und überfüllte Städte wird aus dem
Unbewussten auftauchen und bei der Suche nach Firmen- und Familiensitzen die
Entscheidung beeinflussen: Lieber ein unterkellerter ebenerdiger Bau in der
Vorstadt, als Repräsentation im 42. Stock. Das Bewusstsein über die
Verletzlichkeit der technischen Zivilisation wird den Konsum unterschwellig in
zwei Richtungen beeinflussen: "Die Welt steht eh nimmer lang" - also ein
Kabriolett bestellen. Oder: Dezentrale Vorräte anlegen, einen zweiten
Heizöltank kaufen und ein geländegängiges Fluchtauto bestellen, das notfalls
mit Rapsöl fährt.
Investoren, Produzenten und Händler haben die Wahl, sich in diesen Strömungen
Erfolgsnischen zu suchen. Und im übrigen zu hoffen und nach Kräften dazu
beizutragen, dass der fundamentalistische Terror eine furchtbare Episode
bleibt wie die fundamentalistischen Wiedertäufer von Münster im 16.
Jahrhundert oder die Rote-Armee-Fraktion.

Versteckte Nachrichten in Bildern und mp3-Files
FBI fahndet nach möglichen Terror-Codes
Das britische Technologieunternehmen Iomart
http://www.iomart.com hat in
Zusammenarbeit mit dem FBI
http://www.fbi.gov zahlreiche versteckte Nachrichten in Webbildern und
mp3-Files decodiert. Der Media Guardian
http://media.guardian.co.uk
vermutet eine Verbindung zur Terrororganisation von Osama Bin Laden. Der
Verdacht, dass die Kommunikation der Terroristen zumindest teilweise auf
versteckten Codes im Internet basiert, kam bereits kurz nach den Anschlägen in
New York und Washington auf.
Die in Glasgow beheimatete Firma Iomart arbeitet seit dem 11. September mit
dem FBI zusammen. Wie von pte bereits berichtet (vgl.
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=010928013 ) konnte aber bisher nicht
erfolgreich nachgewiesen werden, dass diese, Steganographie genannte,
Verschlüsselungsmethode in Verbindung mit den Terroranschlägen zur Anwendung
kam. Iomart ist es jetzt in hunderten Fällen gelungen, solche in Bild- und
Tondateien versteckten Codes zu entschlüsseln. Viele davon enthielten
arabische Daten und Namen, die zu weiteren Nachforschungen an das FBI
übermittelt wurden. Die decodierten Nachrichten waren meist in
pornographischen Bildern oder mp3-Musikdateien versteckt.
"Unser intelligentes Decodierungssystem deckt die Steganography hinter den
Bildern auf. Das gemeinsam mit dem FBI eingeleitete Verfahren läuft derzeit
noch", sagte Iomart Pressesprecher Phil Worms. Die Datenbank wurde von Actis
Technologies entwickelt, das vor drei Jahren von Iomart übernommen wurde. Der
Gründer von Actis, Stephen Whitelaw, gilt als Decodierungsexperte.

NEWS deckt auf: Top-Terrorist bezieht Sozialhilfe in Österreich -
NEWS-Reporter auf den Spuren des Terrorasyl-Falls Mohammed Abdul Q: In Ägypten
steht er als Nr. 3 auf der "Most wanted"-
Terrorfahndungs-Liste, in Österreich bezieht er seit Jahren Sozialhilfe Utl.:
1. Vorausmeldung zu NEWS 41/01 v. 11.10.2001 =
Neue spektakuläre Fakten im Fall des in Ägypten als Top-Terrorist verurteilten
Mohammed Abdul Q., der als Flüchtling in Österreich offiziell seit sechs
Jahren (!) auf den Abschluß seines Asyl-Verfahrens wartet, deckt das
Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden neuen Ausgabe auf:
- Adel Al Sayed Mohammed Abdel Q., auch bekannt als Mohammed Abdul K. steht
auf der "Most-wanted"-Liste der ägyptischen Regierung an dritter Stelle,
gleich hinter dem Bin Laden-Vize "Doktor Tod" alias Ayman Al-Zawahiri und dem
Financier der radikalen Djihad-Abspaltung "Talla Al Fath", Yasser Tawfiq al
Serri.
- Der von NEWS aufgedeckte Terror-Asylant Mohammed Q. sei - so die ägyptischen
Terror-Fahnder - der Führer der "Talla Al Fath" und soll "persönlich"
Terroristen-Trainings-Lager im Ausland als Ausbilder geleitet haben. Q. wurde
wegen Teilnahme an einem mißglückten Sprengstoffanschlag auf den damaligen
ägyptischen Premierminister Atef Sedki im Jahre 1993 in Kairo zum Tode
verurteilt.
- Der 1959 in Ägypten geborene Kampfgefährte des Bin Laden-Vize Al Zawahari
wechselte zwar häufig seinen Wohnsitz, bezieht aber seit Jahren in
Niederösterreich nach wie vor Sozialhilfe.
- Vom Juli 1997 bis Ende März 1999 lebte Abdul Q. in der Waldviertler Gemeinde
Rosenburg, von wo aus er - laut einem vertraulichen Bericht der EBT
(Einsatzgruppe zur Bekämpfung des Terrorismus) - weiterhin regelmäßig Kontakt
mit seinen Kampfgefährten in Pakistan hielt.
- Obwohl der Asylantrag bereits 1999 erstmals abgelehnt wurde, blieb Abdul Q.
weiter auf freien Fuß, übersiedelte aber in den Raum Baden. Derzeit hält sich
die Nr. 3. auf der Terror-Fahndungsliste der Ägypter im Raum Deutsch-Wagram
auf.

Terroristengelder: Kontrollstelle erinnert an Meldepflicht
Die Kontrollstelle zur Bekämpfung der Geldwäscherei
(KST) hat die Finanzintermediäre an ihre Pflicht erinnert, bei
Verdachtsgründen die Blockierung und Meldung von möglichen
Terroristengeldern vorzunehmen.
In den Schreiben an die Selbstregulierungsorganisationen (SRO)
zuhanden ihrer Mitglieder und via Webseite an die ihr direkt
unterstellten Finanzintermediäre (www.efv.admin.ch/gwg/d/index1.htm)
weist die KST alle Finanzintermediäre nach Art. 2 Abs. 3 des
Geldwäschereigesetzes in der Schweiz auf ihre Sorgfalts- und
Meldepflichten hin, die ihnen im Zusammenhang mit der Bekämpfung des
internationalen Terrorismus erwachsen.
Die KST macht auf eine Liste mit den Personen und Organisationen
aufmerksam, deren Vermögenswerte in den USA durch Verfügung des
amerikanischen Präsidenten seit dem 24. September 2001 blockiert
sind, und hält fest, dass Transaktionen mit diesen Personen oder
Organisationen der besonderen Abklärungspflicht gemäss Art. 6 des
Geldwäschereigesetzes unterliegen und eine Meldepflicht gemäss Art. 9
des Geldwäschereigesetzes auslösen können.

Keine versteckten Nachrichten in Online-Bildern
US-Wissenschafter: Terroristen benutzen nicht Steganographie
In online sichtbaren Bildern sind keine geheimen Nachrichten versteckt. Das
fanden die Wissenschaftler Niels Provost und Peter Honeyman von der University
of Michigan http://www.umich.edu
heraus. Die Forscher widersprechen damit Berichten, wonach verborgene
Nachrichten von Terroristen in online gezeigten Bildern versteckt seien.
Von den zwei Mio. untersuchten Bildern schienen 17.000 verschlüsselte
Nachrichten zu beinhalten. Um einen Beweis zu erbringen, ließen Provost und
Honeymann eine so genannte Lexikon-Attacke über die Bilder laufen, die die zum
Decodieren eingesetzten Schlüsselwörter enttarnen sollte. Da diese
Lexikon-Attacken mit 25-prozentiger Sicherheit Veränderungen nachweisen
können, hätten sich nach Meinung der Wissenschaftler zumindest einige
verborgene Bilder zeigen sollen. Dies geschah jedoch nicht. Die
Wissenschaftler benutzten eine Software namens Crawl, die die Bilder beim
Download untersuchte und auf diese Weise mehr als zwei Mio. Bilder zwischen 20
KB und 400 KB analysierte. Die Forscher vernetzten rund 60 Computer, um mit
Hilfe der drei bekanntesten Encoder - Jsteg, JPHide und OutGuess - Beweise für
verborgene Inhalte zu finden.
In den USA wird zurzeit eine heftige Debatte um Verschlüsselungstechnologie
geführt. Der republikanische Senator Judd Gregg fordert, dass in alle
Verschlüsslungssysteme verpflichtend eine Hintertür eingebaut wird. Die
Schlüssel dazu sollten nach seinen Vorstellungen bei einer richterlichen
Behörde hinterlegt werden. Dem widersprechen unter anderem der Erfinder des
Programms "Pretty Good Privacy", Phil Zimmermann, und die Electronic Frontier
Foundation. Sie argumentieren, dass diese Maßnahmen eine Einschränkung der
US-Bürgerrechte mit sich bringen.
http://www.eff.org/alerts/20010921_eff_wiretap_alert.html

BKA ermittelt bei Freemailern und Providern
Kundendaten werden im Zusammenhang mit Anschlägen in den USA
überprüft
Das Bundeskriminalamt
http://www.bka.de in Wiesbaden überprüft zurzeit Kundendaten des
Freemailers GMX http://www.gmx.de
. Die Maßnahme stehe im Zusammenhang mit den Anschlägen in New York und
Washington, bestätigte ein Sprecher des Amtes der Fachzeitschrift Internet
World. Es handle sich bei den Daten um Nutzer, die eine Mailingliste mit
Informationen über islamistische Gruppen abonniert hatten. Nach Angaben von
GMX-Sprecher Stefan Vollmer geht es bei den vom BKA angeforderten Kundendaten
aber um "wenige Einzelfälle".
Über eine mögliche Überprüfung auch anderer Freemailer oder Provider wollte
der BKA-Sprecher keine Auskunft geben. "Die Überprüfungen finden in relativ
großem Ausmaß statt und sind sehr umfassend", sagte er. Die Pressestelle des
Freemailers web.de http://www.web.de
wollte weder bestätigen noch dementieren, ob auch dort Anfragen der
Ermittlungsbehörden eingegangen sind. Sprecherin Eva Vennemann sagte, jedwede
Auskunft unterliege dem Datenschutz.
Den Informationen von Internet World zufolge ist auch der ehemalige
Freemail-Anbieter TopMail
http://www.topmail.de von der Aktion betroffen. Der Anbieter wurde im
Dezember mit dem Kauf des Providers Addcom Bestandteil des Providers Tiscali
http://www.tiscali.com . Zum
30. Juni gab Topmail die Einstellung seines Dienstes bekannt. Nach den
gültigen gesetzlichen Bestimmungen des Telekommunikationsgesetzes dürfte es
sich bei den angeforderten Daten um die zu den Mail-Adressen gehörenden
persönlichen Angaben der Nutzer handeln - wie Klarname und Adresse.

Hollywood-Studios als mögliche Terror-Ziele
FBI informiert Film-Majors über Attentatsgefahr
Die US-amerikanische Bundespolizei FBI
http://www2.fbi.gov/ hat die
großen Filmstudios Hollywoods laut einem Bericht der New York Times (NYT)
http://www.nytimes.com/
über die Gefahr von Terror-Attacken im Falle von US-Militärschlägen gegen
Afghanistan informiert. Eines der Major-Studios könne einer unbestätigten
Drohung zufolge Ziel eines Bomben-Attentats werden. Laut NYT hat der Präsident
der Motion Picture Association Of America, Jack Valenti, bereits
Donnerstagmorgen die Chefs der großen Filmfirmen in einem Hotel in Los Angeles
versammelt, um sich mit dem FBI zu beraten.
Man nehme diese Information sehr ernst, der Sicherheit der Angestellten und
der Gäste komme Top Priority zu, so die Universal Studios
http://www.universalstudios.com/ in einem Statement. Die
Sicherheitsmaßnahmen werden in Zusammenarbeit mit FBI und den lokalen Behörden
verschärft. Laut eigenen Angaben arbeiten zwischen 5.000 und 7.000 Angestellte
auf dem Gelände der Universal Studios.
Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen haben auch Warner Brothers
http://www.warner.com und
20th Century Fox
http://www.foxmovies.com/ angekündigt. So will man bei Fox neben einer
Einschränkung der Zugangsberechtigungen unter anderem auch Barrikaden am
Eingang des Geländes errichten. Auf dem Gelände von Warner arbeiten
durchschnittlich 3.000 bis 5.000 Menschen, bei Fox rund 3.500.

Neue Erkenntnisse über einen der mutmaßlichen Haupttäter, Mohamed El
Amir Atta aus Hamburg / Der 33jährige steuerte vermutlich eine der Maschinen
in das World Trade Center
Der Wochenzeitung DIE ZEIT, die am kommenden Montag mit einer Extra-Ausgabe
erscheint, liegen neue Erkenntnisse über einen der Hauptverdächtigen vor, die
für die Terroranschläge vom Dienstag, 11. September, in den USA verantwortlich
gemacht werden. In einem DOSSIER über den Kreis mutmaßlicher Terroristen, die
in Hamburg wohnten, veröffentlicht DIE ZEIT exklusiv unbekannte Informationen
über den 33-jährigen Mohamed El Amir Awad Elsayed Atta und weitere mutmaßliche
Attentäter, die in Hamburg studierten. Er wird beschuldigt, am Dienstag
vergangener Woche mit Komplizen eine Passagiermaschine entführt und diese als
Pilot um 8.45 Uhr in den Nordturm des World Trade Centers gesteuert zu haben.
Seit 1992 und bis März dieses Jahres war El-Amir, der in Kairo geboren wurde
und dort als Sohn eines gutsituierten Rechtsanwalts aufwuchs, als Student an
der Technischen Universität Hamburg-Harburg eingeschrieben, 1999 diplomiert,
anschließend eingeschrieben im Uniprogramm "Wissenschaftliche Weiterbildung",
exmatrikuliert erst im März dieses Jahres. Von 1994 bis 1999 war El-Amir
mehrmals in Syrien. In seiner Diplomarbeit bei Professor Dittmar Machule
beschäftigte er sich mit der Stadterneuerung der nordsyrischen Stadt Aleppo.
Gegenüber der ZEIT beschrieb der Professor seinen ehemaligen Studenten so:
Fleißig sei er gewesen, klug, zurückhaltend, kritisch, sachlich,
diszipliniert, auf Uni-Feten ein seltener Gast. Nie habe er während der fast
siebenjährigen Studienzeit Alkohol getrunken, nie habe der Professor ihn mit
Mädchen gesehen.
Er war anderen Religionen gegenüber tolerant. Zu Hause habe der Schüler ihn
nie empfangen wollen, obwohl das Verhältnis zwischen ihnen stets ungetrübt
gewesen sei, sagt Machule: "Es spricht einiges dafür, dass Mohamed ein zweites
Leben führte."
Einer seiner Ex-Kommilitonen schreibt ihm "ungeheure Präzision im Denken" zu,
gepaart mit der Fähigkeit, bei Bedarf "geschickt und virtuos" zu reagieren,
wenn es plötzlich auftretende Schwierigkeiten zu meistern galt. "Er stand den
Errungenschaften der westlichen Welt spektisch gegenüber ... Die rasende, sich
immer weiter beschleunigende Amerikanisierung seiner Heimat, der Einzug der
Moderne in den arabischen Raum, das passte ihm nicht."
1999, als die von El-Amir frisch gegründete Islamische Arbeitsgemeinschaft
einen Gebetsraum suchte, kam sein Professor Machule zu Hilfe, damals Prodekan
im Bereich Bauwesen. Dieser Gebetsraum ist heute in einem Holzpavillon auf dem
Gelände der Uni untergebracht und vor wenigen Tagen von Polizisten durchsucht
worden. Die Islamische AG, der rund 50 Studenten vor allem arabischer Herkunft
angehören sollen, steht im Verdacht, mit den Terroranschlägen in Verbindung zu
stehen. Mindestens zweimal hat diese Gruppe nach Informationen der ZEIT
öffentliche Diskussionen in dafür angemieteten Hörsälen der TU Harburg
veranstaltet, im Februar 2000 (zum Thema "Islam und Naturwissenschaften"), und
am 5. Juli dieses Jahres (zum Thema "Islam und Weltwirtschaft"). Während der
letzten Veranstaltung war auch der Kanzler der TU Harburg, Dr. Jörg Severin,
als stiller Zuhörer dabei, weil er den Verdacht hegte, dort könne Radikalismus
propagiert werden. Der Verdacht habe sich jedoch nicht bestätigt.

Informationsdienst Wissenschaft
GESIS (Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher
Infrastruktureinrichtungen), 19.09.2001
Informationsdienst "Terror gegen Amerika" im Internet
Der neue Informationdienst des "Terror gegen Amerika" verbindet in
neuartiger Weise tagesaktuelle Informationen, Hintergrundmaterialien und
sozialwissenschaftliche Fachinformation. Er wendet sich gleichermaßen an
interessierte Laien und Fachwissenschaftler und steht kostenlos im
Internet zur Verfügug.
Auf die schrecklichen Terror-Anschläge in den USA hat das IZ
Sozialwissenschaften (Bonn) mit einem Informationsdienst reagiert, der
unter dem neuen Reihentitel FOKUS+ (FOKUS plus) im Internet verfügbar
ist:
"Terror gegen Amerika. Informationen - Hintergründe -
Dokumente - Forschung"
Redaktion: Helmut M. Artus
IZ Sozialwissenschaften: Bonn, September 2001
http://www.gesis.org/Information/Themen/Fokusplus/index.htm
Mit einer Mischung aus Hyperlinks zu tagesaktuellen Informationen,
Analysen & Dokumenten sowie sozialwissenschaftlicher Fachinformation
erfolgt die Hinwendung zu einer breiteren Öffentlichkeit, in der
interessierte Laien ebenso ihren Platz haben wie Fachwissenschaftler.
Auch interaktive Komponenten wurden in den FOKUS+ einbezogen. Der
Besucher kann selbst in ca. 18.000 Forschungsprojekten der IZ-Datenbank
FORIS recherchieren. Hyperlinks verweisen ihn zudem auf Chat- und andere
Kommunikationsmöglichkeiten.
Anders als der herkömmliche FOKUS, befindet sich der FOKUS+ im ständigen
Auf- und Umbau. Er kann deshalb sofort auf die Entwicklung der
Ereignisse oder auf Veränderungen des öffentlichen Interesses reagieren.
Mit dem neuen 'Format' FOKUS+ hat das IZ Sozialwissenschaften einen
wichtigen Schritt gemacht, um die Möglichkeiten des Internet konsequent
zu nutzen und die Sozialwissenschaften einer größeren Öffentlichkeit
nahezubringen.
Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.gesis.org/Information/Themen/Fokusplus/index.htm
http://www.gesis.org/iz/
http://www.gesis.org/Information/Themen/Fokus/index.htm

POL-HH: 010914-5.Hinweistelefon eingerichtet
Nach den Anschlägen in den USA sind bei der Polizei Hamburg
bislang 280 Hinweise eingegangen. Aus diesem Grund wurde ein
Hinweistelefon eingerichtet. Zeugen, die sachdienliche Hinweise
zu den Tätern geben können, mögen sich an eine der nachfolgenden
Telefonnummern wenden:
040-
4286-67122
4286-67130
4286-67131
4286-67132
Zwischenzeitlich sind 50 Mitarbeiter des
Bundeskriminalamtes und zwei Staatsanwälte der
Generalbundesanwaltschaft in Hamburg eingetroffen, die die
weiteren Ermittlungen durchführen. Sie werden durch ca. 50
Beamte des LKA Hamburg (Staatsschutzabteilung) und Beamte des
MEK Hamburg unterstützt.
Seit heute Morgen ist ein Verbindungsoffizier des FBI in
Hamburg, der sich zunächst in den aktuellen Ermittlungsstand
einweisen lässt und darüber entscheidet, ob weitere Mitarbeiter
des FBI nach Hamburg kommen.

POL-HH: 010913-1.Kein «Netz von Helfern» ben Ladin in Hamburg
Verfassungsschutz stellt Agenturmeldungen richtig
Unter Berufung auf den Hamburger Verfassungsschutz heißt es
in Agenturmeldungen, der saudische Islamist ben Ladin verfüge in
Hamburg über ein «Netz von Helfern».
Diese Aussage wird unter Berufung auf ein Zeitungsinterview
mit dem Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz gemacht.
Eine solche Aussage ist jedoch nicht erfolgt.
Vielmehr heißt es in dem Interview auf die Frage nach dem
Umgang mit in Hamburg lebenden Arabern:
«Es gibt in Hamburg Einzelpersonen, die wir verdächtigen,
in Verbindung zu ben Ladin zu stehen. Über diese Personen gibt
es jedoch keine strafrechtlichen Erkenntnisse. Es ist zu
vermuten, dass sie in ben Ladins Logistik Funktionen haben, zum
Beispiel als Vermittler von Kontakten und
Unterbringungsmöglichkeiten.»
Christoph Holstein
