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Erreger der Hasenpest als Biowaffe
Francisella tularensis verbreitet sich extrem schnell

Experten haben die komplette DNA-Sequenz eines extrem ansteckenden Krankheitskeims entschlüsselt. Das Bakterium Francisella tularensis kommt für die Verwendung als Bioterror-Waffe in Frage - es sind nur zehn Mikroben erforderlich, um den Menschen krank zu machen. Die Erzeugung der Genom-Sequenzierung beschleunigt die Suche nach einem Impfstoff gegen das potenzielle tödliche Bakterium, berichtet BBC http://news.bbc.co.uk/ .

"Ich kenne keinen anderen Erreger, der infektiöser ist", so Richard Titball vom Defence Science and Technology Laboratory (DSTL) http://www.dstl.gov.uk/ . "Es gibt einige wenige Erreger, die in derselben Liga spielen und ebenfalls zu den Biowaffenkandidaten zählen." Das Bakterium führt in Mensch und Tier zur Krankheit Tularämie, auch Hasenpest genannt. Wegen seiner schnellen Verbreitung steht es auf der Liste von Biologieexperten ganz oben - es besteht die Gefahr, dass das Bakterium bei einem Terroranschlag eingesetzt wird. "Bisher schenkte man Francisella tularensis in England keine große Beachtung und es gab auch fast keine Krankheitsfälle. Aber nun, angesichts des Terrorismus, sieht die Lage anders aus", so Bill Keevil, Mikrobiologe an der Universität in Southampton.

Natürliche Fälle von Tularämie gab es bisher in Nordamerika, Europa und Asien. Auf den Menschen wird die Krankheit durch Zecken-, Fliegen- oder Moskitobisse sowie durch das Inhalieren von Luftpartikeln übertragen. 2002 gab es in Martha's Vineyard (USA) einen Ausbruch, als beim Rasenmähen ein Hasenkadaver überfahren wurde. Die Bakterien in der Luft infizierten zwei Menschen. Die Weltgesundheitsorganisation WHO nimmt an, dass 50 Kilogramm Bakterium über einer urbanen Region mit fünf Mio. Einwohnern verteilt, 19.000 Menschen umbringen und weitere 250.000 außer Gefecht setzten würde. Titball: "Auch Menschen, die nicht sterben, sind für Wochen oder Monate chronisch krank." Es wird gehofft, dass die Erzeugung der Genom-Sequenzierung, welche fünf Jahre dauern wird, auch ein weltweites Bio-Abwehrprogramm in Gang setzt.

1911 wurde Tularämie zuerst als seuchenähnliche Krankheit angesehen, die ursprünglich von Nagetieren stammt. Die Japaner waren die ersten, die die Erreger als Kriegswaffe in Betracht zogen (1932-1945). Ken Alibek, ein früherer sowjetischer Wissenschaftler für Biowaffen, hatte der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg vorgeschlagen, die Bakterien gegen die deutschen Truppen einzusetzen.


 

CIA will Chatrooms überwachen
US-Geheimdienst unterstützt Forschungsarbeiten

 

Der US-Nachrichtendienst CIA http://www.cia.gov/ hat massiv Forschungsarbeiten unterstützt, um die Ausspionierung von Chatrooms möglich zu machen. Offiziell wurden die Forschungsarbeiten zwar von der National Science Foundation (NSF) http://www.nsf.gov/ durchgeführt, die CIA wählte aber die Forscher aus, die in den Genuss der Forschungsförderung kamen. Dies geht aus einem Vertrag zwischen den beiden Organisationen hervor.

Ganz allgemein ging es bei dem Forschungsprojekt um Möglichkeiten, potenzielle Terroristen frühzeitig auszumachen bzw. um neue Formen der Terrorismus-Bekämpfung durch fortschrittliche Technologien. Eines der eingereichten Projekte stammte vom Rensselaer Polytechnic Institute in Troy im US-Bundesstaat New York http://www.rpi.edu/ . Dessen Thema war die "automatisierte Überwachung und das Profiling des Verhaltens von Chatroom-Usern".

Für das Forschungsvorhaben konnten die beiden Wissenschaftler Bulent Yener und Mukkai Krishnamoorthy insgesamt knapp 158.000 Dollar von CIA und NSF einstreifen. Sie schlugen ein System vor, das im Hintergrund jedes Chatrooms arbeiten soll und als stiller Zuhörer für den Lauschangriff fungiert. Aufgedeckt wurde das CIA-Sponsoring der Forschungsarbeiten durch die Datenschutzgruppe Electronic Privacy Information Center (EPIC) http://www.epic.org/ , die sich die Unterlagen unter Berufung auf den "Freedom of Information Act" beschafft hat. http://www.epic.org/privacy/wiretap/nsf_release.html
 


 

Mehr tödliche Autounfälle nach Terrorattacken
Anschläge sorgen für Zunahme des Stresslevels

Tödliche Verkehrsunfälle nehmen nach Terroranschlägen um 35 Prozent zu. Zu diesem Schluss kommen amerikanische und israelische Wissenschaftler in einer Studie inwieweit sich Attentate auf die Gesamtbevölkerung auswirken, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com .

"Bisher gibt es keine Studien, die die Auswirkungen von Terror auf die breitere Bevölkerungsschicht untersucht hat", so Joshua Goldstein, Demograph von der Princeton University in New Jersey, der gemeinsam mit Guy Stecklov von der Hebrew University in Jerusalem die Verkehrsunfallstatistik in Israel im Zeitraum Jänner 2001 bis Juni 2002 untersucht hat. Während dieser Zeit gab es in Israel 63 Terrorattacken mit je mindestens einem Todesopfer. Knapp drei Tage nach den Terroranschlägen stiegen die tödlichen Verkehrsunfälle jedes Mal deutlich an. Das allgemeine Verkehrsaufkommen außerhalb der Stoßzeiten fiel allerdings um etwa zehn Prozent. Die Forscher gehen davon aus, dass auch einige Selbstmorde hinter den Unfalltoten stehen könnten, mutmaßen aber, dass die Fahrer unter extremem Stress leiden.

Vorhergehende Studien haben bereits gezeigt, dass es bei Einzelpersonen nach Terrorattacken häufiger zu post-traumatische Störungen gekommen ist. Goldstein ist der Ansicht, dass die Gründe für diese verspäteten Folgen darin liegen, dass die wirklichen Belastungen erst später ans Tageslicht kommen. "Menschen tendieren dazu, die Auswirkungen von Terroranschlägen unmittelbar danach zu unterdrücken", meint Arie Kruglanski, Psychologe an der University of Maryland. Nach einer Weile treten die unterdrückten Gefühle aber dann ans Tageslicht. Der Forscher gibt auch zu bedenken, dass Menschen, die offensichtlich ihre Gefühle unter emotionaler Kontrolle haben, dennoch unter Stress stehen und sich dieser auf Tätigkeiten im Alltag auswirkt.
 


 

Mitfahndungsersuchen des BVT

Das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung im Bundesministerium für Inneres sucht im Zusammehang mit der bei einer Handgranatenexplosion getöteten Petra M. nach weiteren Zeugen.

   Insbesondere wird jener Mann gesucht, der am 20.9.04, gegen 09.00 Uhr mit dem Pkw Marke BMW, vermutlich 3er-Serie, grau lackiert, Wiener Kennzeichen in Wien 17., am Parkplatz Höhenstraße oberhalb der Siedlung Waldandacht unmittelbar vor dem Vorfall anwesend war. Die Wahrnehmungen dieses Fahrzeuglenkers sind für die weiteren Ermittlungen von wesentlicher Bedeutung. Das Bundesministerium für Inneres ersucht dringend um Bekanntgabe von diesbezüglich bestehenden Hinweisen unter der Wiener Telefonnummer 53126-4100 (Journaldienst des Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung)
 


Bombenbastler am Haar erkennen
US-Forscherin: Sprengstoffe bleiben in der Frisur nachweisbar

Bombenbastler werden schon bald anhand ihrer Haare überführt werden können, denn der Chemikerin Jimmie Oxley von der University of Rhode Island in Kingston http://www.chm.uri.edu ist es gelungen, Sprengstoffspuren im Haar nachzuweisen. Die verräterischen Spuren bleiben sogar nach mehrmaligem Haare waschen immer noch dort, berichtet das Fachmagazin New Scientist http://www.newscientist.com .

Sprengstoffe wie TNT, RDX und PETN konnten anhand von Nanogrammen bei Mitarbeitern in Wachunternehmen, die mit diesen Materialien in Berührung kommen, in den Haaren nachgewiesen werden. Sogar nach mehrmaligem Haare waschen und bürsten waren die Spuren in Chromatographie-Tests in einem Kamm noch nachweisbar. Oxley gibt gegenüber dem Fachblatt an, dass es bisher nicht gelungen sei, den Grund für den Nachweis zu finden. "Wahrscheinlich spielt das Pigment Melanin eine Rolle, da sich die Sprengstoffe besser in dunklen Haaren nachweisen lassen", so die Expertin, die aber angibt, dass sie keine chemische Verbindung in den Haaren finden konnte, die für die Bindung der Explosivstoffe in Frage käme.

Rauschgifte wie Heroin und Kokain kommen über die Blutbahn in die Haare. Die Forscherin konnte nachweisen, dass die Sprengstoffe verdunsten und sich dadurch im Haar derjenigen festsetzen, die mit den Stoffen arbeiten oder sonst in Berührung damit kommen. Spuren von Sprengstoffen lassen sich nach Angaben von Oxley auch auf Kleidungsstücken feststellen. So konnten am T-Shirt des Oklahoma-Bombers Timothy McVeigh Spuren von TNT festgestellt werden. Die Chemikerin sieht aber den Nachweis im Haar als Chance eventuelle Bombenbastler zu identifizieren. Im April will die Expertin ihre Entdeckungen beim Defense and Security Symposium in Orlando/Florida vorstellen.


Kampf gegen Terrorismus als Marketingmasche
Passfotos und Terroristen sind selten auf Fahndungslisten

Der "Kampf gegen den Terrorismus" dürfte im neuen Jahr die Marketingmasche für eine Reihe von Firmen werden, deren Produkte dem Durchleuchten und Durchlöchern der Privatsphäre von Millionen von Menschen dienen. Auch das US-Unternehmen "Imaging Automation" http://www.imagingautomation.com versucht mit diesem Argument seine Produkte in aller Welt zu verkaufen, selbst wenn die Erfolgsaussichten in exakt diesem Einsatzgebiet ziemlich fragwürdig sind.

Das Flaggschiff aus dem Hause Imaging Automation trägt die Bezeichnung iA-thenticate und wird nicht nur auf Flughäfen in den USA, sondern unter anderem auch von der kanadischen Zoll- und Steuerbehörde, der ungarischen Grenzpolizei und skandinavischen Behörden sowie beispielsweise in der Dominikanischen Republik eingesetzt.

Das Gerät vergleicht die Angaben auf Ausweisen mit den in Magnetstreifen gespeicherten Daten und geht gleich noch mehrere Schritte weiter: die Daten werden mit diversen behördlichen und privaten Datenbanken vergleichen, sogar die Ausweisfotos erfahren einen Vergleich mit Fahndungslisten, desgleichen die in den Ausweisen enthaltenen Fingerabdruck-Datensätze. Der Hersteller greift dabei teilweise auf Technologien und Datenbanken verschiedener anderer Anbieter zurück. Aber nicht nur Behörden, auch Unternehmen und Privatpersonen können Kunden von Imaging Automation werden. Schließlich müssen ja auch diese Wissen, ob Frau Mayer nicht vielleicht bei ihrem Geburtsdatum geschwindelt hat.

Kritiker sehen bei diesen und ähnlichen am Markt zu erwatenden Produkten gleich mehrere Probleme. Einerseits ist unklar, wie die Inhalte der Datenbanken kontrolliert werden können. Nicht selten sind Menschen irrtümlich auf Fahndungslisten gesetzt worden oder haben so genannte Datenzwillinge mit gleichem Namen und Geburtsdatum. In manchen Ländern dauert es oft Monate bis man von einer Fahndungsliste wieder gestrichen wird. Auch könnte möglicherweise ein Mitarbeiter eines involvierten Unternehmens, der mit seinem Nachbarn beispielsweise über einen Maschendrahtzaun in Streit geraten ist, den Opponenten in eine Datenbank eintragen oder einfach eine Kleinigkeit an einem vorhandenen Datensatz verändern, was diesem auf einer Reise oder bei der Suche nach einem Arbeitsplatz zum unaufklärbaren Verhängnis werden könnte.

Andererseits kritisieren Experten die Behauptung, ein Bildvergleich könne Fahndungserfolge zeitigen. Während man für Ausweisbilder entsprechend posiert, sind die Bilder auf "Wanted"-Plakaten meist von schlechter Qualität, wenn es sich nicht überhaupt um Skizzen handelt. Dass darüber hinaus die Terroristen des 11. September überhaupt nicht gesucht waren und ganz echte Ausweispapiere mit korrekten Daten hatten, lässt Imaging Automation genauso unter den Tisch fallen, wie den Skandal am Dallas-Fort-Worth-Airport, wo seit Oktober iA-thenticate zum Mitarbeiter-Screening eingesetzt wird. Im November waren 63 Arbeiter verhaftet worden, weil sie falsche Sozialversicherungsnummern verwendet hatten – der Flughafen hatte davon nichts mitbekommen, da es sich um outgesourcte Mitarbeiter handelte, die bei einer beauftragten Firma unter Vertrag standen.


Carnivore-Fehler behindert Terror-Bekämpfung
E-Mail-Überwachungssystem sammelt zu viele Daten
 

Fehler im E-Mail-Überwachungssystem Carnivore haben die Antiterror-Aktivitäten des FBI behindert. Das geht aus Dokumenten hervor, die vom Electronic Privacy Information Center (EPIC), einer US-Bürgerrechtsgruppe, veröffentlicht wurden. Weil des System auch E-Mails abfing, die nicht unter die richterliche Abhörerlaubnis fielen, löschte ein FBI-Agent alle Daten, einschließlich der verdächtigen E-Mails. Wichtige Hinweise auf die Aktivitäten von Osama Bin Laden wurden damit möglicherweise vernichtet. http://www.epic.org/privacy/carnivore/5_02_release.html
 

EPIC benutzt den Vorfall, um seine Kritik an dem E-Mail-Überwachungssystem zu erneuern. Nach Ansicht der Bürgerechtsorgnaisation kann das FBI bei einem Einsatz des Systems die Privatsphäre von nicht betroffenen Personen nicht garantieren. "Diese Dokumente bestätigen, was wir in den letzten zwei Jahren vermutet haben - Carnivore ist ein leistungsfähiges aber plumpes Tool, das die Privatsphäre von unschuldigen Bürgern gefährdet", erklärte EPIC-Anwalt David Sobel.
 

In einem Bericht der New York Times bestreitet das FBI allerdings die Darstellung von EPIC. Demnach konnten die gesuchten E-Mails wieder hergestellt werden. Das System sammelte zu viele Informationen, weil der Internet Service Provider veraltete Daten übermittelt hätte, erklärte ein Vertreter der Bundespolizei. Das System sei sehr empfindlich gegenüber einer falschen Konfiguration.
 


Bienen suchen nach Bomben
Pentagon setzt auf "kontrollierte biologische Systeme" zur Suche nach Drogen und Sprengstoff
 

Honigbienen, die Blumen ignorieren und sich auf Sprengstoffe konzentrieren, hat das Pentagon nach Angaben der New York Times gezüchtet. Die Wunderinsekten sollen als Schwärme dann Bomben, die in Autos oder Lastwagen versteckt sind, aufspüren, bei der Minensuche helfen und andere versteckte Sprengstofffallen finden.
 

Bienen als Sprengstoffschnüffler sind nicht neu. Bereits seit drei Jahren arbeitet das Pentagon an dem Projekt. Besonders interessant wurde es aber nach dem 11. September. Dennoch meinen Forscher, dass das gesamte Projekt erst in den Kinderschuhen steckt. Die Grenzen der Insekten sind den Wissenschaftlern schon klar: Bei Kälte, Regen, Sturm oder in der Nacht schwirren die Honigbienen unter keinen Umständen aus. "Bienen sind aber mindestens so gute Riecher wie Hunde", so Alan Rudolph, Programm-Manager vom Defense Sciences Office der Defense Advanced Research Projects Agency. Die Eigenschaften der Honigbienen ist jedenfalls hervorragend: bereits kleine Spuren von verschiedenen Molekülen können die Insekten aufspüren. Im Pentagon sind sich die Wissenschaftler einig darüber, dass das Bienen-Projekt ein gewisses PR-Problem darstellt und von der Öffentlichkeit verspottet wird.
 

Das Air Force Research Laboratory an der Brooks Air Force Base hat in mehreren Versuchen mit Honigbienen festgestellt, dass diese 99 Prozent der Schnüffeltests nach Sprengstoffen bestanden hätten. In den kommenden Wochen sollen Feldversuche mit Sendern gestartet werden, die nur so groß sind wie ein Salzkörnchen. Dieses System soll eine genaue Standort-Bestimmung ermöglichen, wenn einzelne Bienen nach Sprengstoff suchen.
 

Die Forscher, die mit den Bienen arbeiten, sind überzeugt davon, dass bei der Suche nach Rauschgift, die Bienen noch besser und leichter einsetzbar sind, da die meisten Drogen chemische Substanzen an die Luft abgeben. Solche Versuche werden seit Jahren an der Universität in Montana durchgeführt. Die Wissenschaftler belohnen die Bienen mit Zucker. Wenn eine Biene das Spiel verstanden hat, wird diese Botschaft dem ganzen Volk mitgeteilt, berichten die Forscher. Innerhalb von zwei Stunden finden die Insekten jedes angepeilte Ziel.
 

Das Pentagon hat in solche Projekte, bei denen Tiere als chemische Spürnasen verwendet werden, seit 1998 rund 25 Mio. Dollar gesteckt. Die Projekte laufen unter dem Namen "Controlled Biological Systems".
 

Weitere Informationen: http://www.nytimes.com/2002/05/13/science/13BEES.html
 


Bauer: Gemeinsame Bekämpfung der Terrorismus-Finanzierung

Die SPÖ unterstützt die Regierungsvorlage betreffend internationalem Übereinkommen zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus. "Es ist notwendig, eine internationale Bekämpfungsfront gegen den Terrorismus aufzubauen", bekräftigte SPÖ-Abgeordneter Hannes Bauer am Donnerstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Er weist darauf hin, dass ein Mehr an Sicherheit und Kontrolle, das zur Bekämpfung des Terrors unerlässlich ist, die Reduktion des persönlichen Freiraums und der Privatsphäre bedeute. "Hier muss die richtige Balance zwischen den beiden Zielen gefunden werden", forderte Bauer. ****

In Österreich hätte das internationale Übereinkommen zur Bekämpfung der Finanzierung des Terrorismus keine unmittelbare Rechtswirkung sondern müsse erst durch den Erlass von Gesetzen auf nationaler Ebene verwirklicht und umgesetzt werden.

Die innerstaatlichen Rechtsvorschriften zur Umsetzung dieses Übereinkommens seien laut Bauer anzupassen:

* Dazu muss ein neuer Straftatbestand im Strafgesetzbuch bezüglich der vorsätzlichen Finanzierung der Vorbereitung terroristischer Straftaten sowie der Mitgliedschaft in terroristischen Organisationen geschaffen werden.
* Die Identifikation von Kunden durch Geldinstitute, die auch in diesem Zusammenhang notwendig ist, ist bereits durch die Aufhebung der Anonymität der Sparkonten in Österreich umgesetzt worden.
* Weiters ist die Einbeziehung von Einrichtungen, die Geldüberweisungen vornehmen, in die Beaufsichtigung erforderlich.
* Polizeiliche Gesetze sind zu ändern, damit eine Überwachung des grenzüberschreitenden Transportes von Bargeld und Inhaberpapieren möglich wird.
* Vor allem ist jedoch ein reibungsloser Informationsaustausch zwischen den Vertragsstaaten in der Bekämpfung der im Übereinkommen genannten Straftaten zu fördern, wobei das in Österreich geltende Bankgeheimnis die Strafverfolgung der genannten Straftaten nicht unmittelbar behindert.

Bauer sprach weitere Bereiche wie die Verbesserung internationaler Standards und nötiger bilateraler Verhandlungen zwischen Europa und den USA, die im Zusammenhang mit der Umsetzung des Übereinkommens näher betrachtet werden müssen, an.

Der europäische Haftbefehl, der gewährleisten soll, dass ein Straftäter innerhalb von 90 Tagen - bei Vorliegen gewisser Delikte - von einem EU-Staat in einen anderen überstellt wird, gehöre dazu. "Österreich steht hier mit seinem Festhalten an einer 5-jährigen Übergangsfrist zur Auslieferung von österreichischen Staatsbürgern nicht ganz im Einklang mit den anderen europäischen Staaten", so Bauer.

"Damit die europäischen Standards bei der internationalen Terrorismusbekämpfung gewahrt bleiben, müssen Gespräche zwischen der EU und den Vereinigten Staaten geführt werden", empfahl Bauer. "Es darf keine Auslieferung bei Todesstrafe erfolgen, normale Gerichtsverfahren und die Wahrung der europäischen Grund- und Freiheitsrechte müssen sichergestellt sein", schloss der Abgeordnete.


Terrorismusbekämpfung darf nicht Vernachlässigung der Stabilität am Balkan führen Außenministerin zur Lage in Mazedonien, Jugoslawien, Montenegro,

Bosnien und Albanien

(Brüssel-OTS) Außenministerin Ferrero-Waldner trat heute in Brüssel
dafür ein, daß die derzeitige Konzentration auf die globale Terrorismusbekämpfung nicht zu einer Vernachlässigung des Stabilisierungsprozesses am Balkan führen darf. "Politische Extremisten am Balkan warten nur darauf, dass die Internationale Gemeinschaft und die EU ihre Aufmerksamkeit vom Balkan abwendet. Der Balkan liegt uns geographisch sehr nahe, daher sind die Auswirkungen von Instabilität dort für uns, d.h. die EU, unmittelbar spürbar", so Ferrero-Waldner.

Zur Lage in FYROM/Mazedonien sagte die Außenministerin, daß trotz der punktuell positiven Entwicklungen ein fortgesetztes Engagement der EU erforderlich ist, um den Prozess der Stabilisierung Mazedoniens aufrechtzuerhalten."Die Fortschritte gegenüber der Situation vom Frühjahr dieses Jahres sind dem Druck aufgrund der regelmäßigen Besuche von Solana und der Tätigkeit des EU-Sonderbeauftragen, früher Léotard, jetzt Le Roy, zu verdanken. Besondere Aufmerksamkeit muss jetzt der entschlossenen Implementierung des Ohrid-Abkommens gelten. Neben der Adaptierung zahlreicher Gesetze geht es auch um den Aufbau funktionierender Verwaltungsstrukturen. Wichtig ist insbesondere die Eindämmung der Korruption und die Bekämpfung des organisierten Verbrechens, das von der bislang bestehenden Unsicherheit und der Abwesenheit staatlicher Kontrollen profitiert hat. Lokale und internationale Akteure müssen besonderes Augenmerk darauf legen, erneute Gewaltausbrüche zu verhindern", so Ferrero-Waldner.

Betreffend der Situation in der Bundesrepublik Jugoslawien und Montenegro muß nach Ansicht der Außenministerin nun rasch eine Lösung der Probleme zwischen Belgrad und Podgorica erfolgen. "Ein weiteres Zuwarten behindert nur dringend nötige Reformen v.a. in Serbien. Österreich hat bereits mehrmals darauf hingewiesen, dass die EU für eine Vermittlungsrolle offen sein sollte und unterstützt daher Javier Solanas Vorstoß in Richtung einer aktiven Vermittlung voll und ganz. Eine Vermittlung kann Fazilitation, Mediation bis hin zu Arbitration über die nächsten prozeduralen Schritte bedeuten", sagte die Außenministerin.

In Bosnien und Herzegowina muß die EU als bedeutendster Geber "Interesse daran haben, im Zuge der aktuellen "Streamlining-Debatte" (d.h. über die Rationalisierung des Einsatzes der Internationalen Gemeinschaft) entsprechende Visibilität und politisches Gewicht zu erhalten". "Die Internationale Gemeinschaft hat seit Dayton derart viel an politischem und finanziellen Aufwand in den Friedensprozess in dem Land investiert, dass ein "Rückzug" vor der Komplettierung der Dayton-Implementierung kontraproduktiv wäre. Wir sollten daher trotz anderer Krisen, die unsere Aufmerksamkeit und nicht zuletzt unseren finanziellen Einsatz fordern, das Augenmerk nicht von Bosnien und Herzegowina wenden", sagte Ferrero-Waldner.

Bezüglich Albanien vertrat Ferrero-Waldner schließlich die Auffassung, daß die gegenwärtige Krise innerhalb der Sozialistischen Regierungspartei keineswegs die schwerste Krise darstellt, die das Land im Zuge des Übergangs zur Demokratie zu bewältigen hatte."Durch die uneingeschränkte Unterstützung Albaniens kann die Europäische Union gerade in Zeiten von Krisen beweisen, dass sie den wirtschaftlichen und politischen Reformprozess mitträgt und begrüßt. Ich bin daher der Ansicht, dass die Verhandlungen für ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen so schnell wie möglich beginnen sollten", so Ferrero-Waldner


Terror-Anschläge verändern Kommunikationswege
Vertrieb und Service setzten verstärkt auf den visuellen Draht
 

 Die Ereignisse des 11. September 2001 in den USA haben gewaltige Auswirkungen in vielen Bereichen. Auch was die Wege geschäftlicher Kommunikation angeht, hat in vielen Unternehmen ein Umdenken stattgefunden. Wo es bis vor kurzem noch selbstverständlich war, dass eine mehrköpfige Delegation, z.B. für eine Präsentation beim Kunden, um den halben Globus reiste, wird vermehrt auf andere Wege gesetzt. Grund dafür ist sicher nicht nur die immer wieder angeführte Sorge um die Sicherheit der Mitarbeiter, sondern vor allem das gesteigerte Kostenbewusstsein innerhalb der Unternehmen angesichts der allgemeinen wirtschaftlichen Lage.
 

Die Hiobsbotschaften über Pleiten und Probleme bei renommierten Fluggesellschaften weltweit machen es überdeutlich: Die Zahl der Geschäftsreisenden hat dramatisch abgenommen. Und das ist nicht erst seit den Terrorattacken der Fall. Ob in der Entwicklung, im Vertrieb oder im Kundenservice – kaum ein Bereich, in dem nicht vermehrt auf andere Wege des Kontakts und der Zusammenarbeit ausgewichen wird.
 

Ein gutes Beispiel dafür sind Telefonkonferenzen, die allerdings den Nachteil haben, dass die Teilnehmer hier nur über den akustischen Draht miteinander verbunden sind. Das zeitgleiche Zeigen von Dokumenten oder Präsentationen ist nicht möglich. Dem Meetingcharakter ein ganzes Stück näher kommen dagegen Videokonferenzen, bei denen Teilnehmer an verschiedenen Orten auch visuell zusammenkommen. Nachteil hier: Hoher Aufwand, hohe Kosten und mangelnde Qualität der übertragenen Dokumente.
 

Kommunikation via Internet bietet demgegenüber entscheidende Vorteile: Niedrige Kosten, schnelle Verfügbarkeit und die Möglichkeit des Datenaustausches in Echtzeit und Originalqualität sind nur einige der Pluspunkte. Nicht ohne Grund hat z.B. der Internet-Dienst E-Mail weltweit einen Siegeszug ohnegleichen absolviert.
 

In diesem Trend liegt auch eSurf-Telefonbesuch der W.I.L.I. AG aus dem unterfränkischen Alzenau. Bei dieser Lösung werden die Vorteile der direkten verbalen Kommunikation per Telefon mit den Möglichkeiten des schnellen Datenversandes im Internet kombiniert.
 

Parallel zum Telefonat können beispielsweise Präsentationen zu Produkten, Dienstleistungen oder Forschungsergebnissen ebenso verschickt werden wie die bildliche Darstellung von Lösungswegen in Supportfragen oder Inhalte von eLearning-Veranstaltungen. Der Bildschirm wird zum "Präsentierteller", statt ins Auto oder ins Flugzeug zu steigen, werden die Informationen über den "visuellen Draht" ausgetauscht. Gleichzeitig besteht der direkte Draht über den telefonischen Kontakt. eSurf-Telefonbesuch kann so entscheidend zur Optimierung der Unternehmensprozesse beitragen.
 

Ein Beispiel aus der vergangenen Woche: Die Zentrale eines deutschen Unternehmens kommuniziert per eSurf-Telefonbesuch mit der Niederlassung in den USA. Die gesamten Inhalte werden dort in Form einer Präsentation parallel zum durch Lautsprecher übertragenen Telefonat per Beamer auf die Leinwand im Meetingraum projeziert. So ist die Konzernleitung praktisch vor Ort präsent, ohne dass sie ihren Schreibtisch in der Zentrale verlassen musste. Das Ganze funktioniert natürlich auch im kleinen Rahmen, das heißt von Mitarbeiter zu Mitarbeiter oder zum Kunden.
 

Als webbasierte Lösung benötigt eSurf-Telefonbesuch keinerlei Software-Installation auf Seiten des Empfängers – ein einfacher Internetzugang ist ausreichend. Auch Firewalls stellen kein Hindernis dar. Gleichzeitig sind auf Senderseite keine aufwendigen Installationen oder Schulungen nötig. Um eSurf-Telefonbesuch "live" zu erleben, können Interessenten unter 0180 / 572 4875 oder unter www.telefonbesuch.de einen Termin für einen Telefonbesuch via Internet arrangieren
 

Die seit 1987 in Alzenau ansässige W.I.L.I. AG verfolgt als Dienstleister konsequent das Ziel der Vertriebsoptimierung für ihre Kunden. So entstand auch eSurf-Telefonbesuch als eine Lösung aus der Praxis für die Praxis. Zum umfassenden Portfolio der W.I.L.I. AG gehören außerdem zeitgemäße, zukunftsweisende und zielorientierte Leistungen in den folgenden vertriebs-relevanten Bereichen: Händlernetzaufbau, Entwicklung von Vertriebsprozessen, Interessentengewinnung, Tele-Sales, Werbekonzeption und Internetmarketing.

 


Schwarzer Humor um Terroranschläge
Die Bandbreite reicht von kreativ über witzig bis zu geschmacklos
 

Zwei Monate nach den Terroranschlägen vom 11. September kursieren zahlreiche Witze und Karikaturen im Internet, die eine humoristische Betrachtung der Ereignisse - oft an der Grenze des guten Geschmackes - zum Inhalt haben. In Videospielen sind nicht mehr unschuldige Moorhühner das Ziel der virtuellen Revolverhelden. Die Jagd auf Osama Bin Laden und die Taliban findet längst auch auf den PCs statt.
 

Die über das Internet schnell verbreiteten Filme, Bilder und Lieder beschäftigen sich auf ironische, teilweise zynische bis geschmacklose Weise mit den Terroranschlägen und ihren Folgen. Meist wird der von den Medien als Mastermind des Terrors dargestellte Osama Bin Laden und seine Gesinnung auf die Schippe genommen. Auf der Spaßseite Madblast http://www.madblast.com ist die Animation eines umgedichteten Harry Belafonte Songs zu sehen. Das Lied hat nun den Refrain "Komm Mr. Taliban, liefere Bin Laden aus" ("Come Mr. Taleban, turn over Bin Laden"). Im Video http://www.madblast.com/binladen.htm treten bekannte Gesichter aus den täglichen Nachrichtensendungen singend auf. Die Website enthält auch andere Inhalte, die sich über die Taliban lustig machen.
 

Die "Taliban Single Börse" auf http://discuss.2020hindsight.org präsentiert ausschließlich verschleierte Frauen. So sucht zum Beispiel eine Frau namens Frogh unter dem Slogan "Bist du ein Terrorist mit Herz" einen Partner. Ihre Angaben zu Beruf, Einkommen und Hobbies sind immer die gleichen: "nicht erlaubt".
 

Während Taliban-Song und Single-Börse noch Kreativität und Ironie zeigen, überschreitet das Bild des Todestouristen ("Tourist of Death") die Grenze des guten Geschmacks. Nach der WTC-Tragödie wurden etwa eine Mio. E-Mails mit dem Bild eines Touristen auf der Aussichtsplattform des WTC-Turmes versandt. Im Hintergrund war nicht nur das Panorama von New York, sondern auch eines der herannahenden Flugzeuge zu sehen. Dem E-Mail war der Text beigefügt: "Anbei ist ein Bild, das von einem Touristen auf dem Turm des WTC gemacht wurde. Die Kamera wurde gefunden, aber die Person auf dem Bild wurde nie wiedergesehen." Inzwischen gibt es bereits eine eigene "Tourist of Death"-Website http://www.touristofdeath.com , die den berüchtigten Touristen in Forrest-Gump-Manier an allen möglichen historischen Katastrophenschauplätzen zeigt. Laut dem Schöpfer der Tourist-Page, Paul Bruno, ist der schwarze Humor des Fotos sehr beliebt. Die Site komme auf 20.000 Page Views pro Tag. Das Magazin Wired http://www.wired.com/news/culture/0,1284,48225,00.html berichtet, dass der Todestourist ein brasilianischer Geschäftsmann namens José Roberto Penteado ist. Er hält das Foto für einen Streich seiner Freunde.
 

Der Psychologe Wolfgang H. R. Miltner von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena bewertet die Flut an Ulk-Webseiten als einen normalen Vorgang. "Bei öffentlichen Ereignissen sieht man immer, dass nicht nur ernsthafte Betrachtungen entstehen, sondern auch Karikaturen, die bestimmte Merkmale herausheben", sagte der Psychologe. Derlei Phänomene seien nicht neu, das Internet biete nur eine weitere Plattform. Das Lachen sei ein "spezifisch menschlicher Schutzreflex".


Werbung im Kampf gegen den Terrorismus
US-Regierung reaktiviert Werberat, um Zustimmung der Bevölkerung zu sichern
 

Die US-Regierung will die Möglichkeiten der Werbung für die Unterstützung der Militär-Aktion gegen Afghanistan nutzen. Zu diesem Zweck sollen die Bemühungen in diesem Bereich gebündelt werden, berichtet der Media Guardian http://media.guardian.co.uk . Ein Team von Werbebeauftragten soll die Zustimmung der US-Bevölkerung für Aktionen gegen den Terrorismus sicher stellen.
 

Zentrale Figur soll der US-Werbefachmann Michael Sennott sein. Er steht an der Spitze eines neuen regierungsgeführten Krisenstabes, der den Amerikanern die Notwendigkeit der Militäraktionen nahe bringen soll. Das neu gebildete Team unter der Leitung von Sennott soll eng mit dem Advertising Council http://www.adcouncil.org zusammenarbeiten.
 

Der Werberat wurde 1942 nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor gegründet, um die amerikanische Öffentlichkeit auf einen längeren Krieg vorzubereiten. Der Rat ist für alle öffentlichen Werbekampagnen von "Don´t drink and drive" bis zu "To serve and to protect" zuständig. Seit den Terroranschlägen hat er einige Kampagnen durchgeführt. Kritiker meinen jedoch, dass die Reaktion auf die Anschläge zu langsam und nur bruchstückhaft erfolgt ist. Sennott dazu: "Das neue Team wird Kampagnen starten, die die Amerikaner im Kampf gegen den Terrorismus nicht nur informieren, sondern auch einbeziehen und begeistern werden."


Unerwarteter Erfolg für Iridium
Terroranschläge in den USA pushen Satellitendienst
 

Die Terroranschläge in den USA haben offensichtlich dem extrem teuren Satelliten-Handy-Dienst Iridium http://www.iridium.com zu einem ungeahnten Erfolg verholfen. Die Auffanggesellschaft des vor den Anschlägen in Konkurs gegangenen Unternehmens verzeichnet eine steigende Nachfrage, berichtet der Informationsdienst CNet. Das Gesprächsvolumen der bisherigen Kunden habe zugenommen und es würden verstärkt neue Interessenten an Iridium herantreten, sagte der Geschäftsführer von Quadrant Australia, Carlton Jennings. Das Unternehmen ist Teil der Auffanggesellschaft, die die Reste des Iridium-Satellitennetzwerks, das mehr als fünf Mrd. Euro wert sein soll, für 25 Mio. Euro aufkaufte.
 

Insbesondere in New York ist in der Nähe des zerstörten World Trade Center-Komplexes nach den Worten von Jennings eine Zone entstanden, in der Handy-Telefonie fast unmöglich ist. Die für den Bereich notwendigen Antennen waren auf dem Dach eines der eingestürzten Zwillingstürme installiert. Steigende Nachfrage nach dem antennenunabhängigen Iridium-System verzeichnet das Unternehmen auch aus dem Umfeld des Pentagon. Hier könnte das Interesse allerdings auch mit dem Rahmenvertrag zusammenhängen, den das Verteidigungsministerium mit Iridium geschlossen hat. Für umgerechnet knapp 75 Mio. Euro rüstet Iridium die 20.000 Mitarbeiter des Pentagon mit satellitengestützten Handys aus.
 

Nach den Worten von Jennings hat die Iridium-Auffanggesellschaft vor wenigen Tagen den Satelliten-Telefondienst offiziell wieder aufgenommen. Die derzeit abgedeckte Fläche reiche von Pakistan im Osten bis westlich von Chile. Die Telefone kosten jetzt noch umgerechnet knapp 1.500 statt bisher fast 3.500 Mark. Die Gesprächsminute ist für umgerechnet 1,5 Mark statt bisher für bis zu 14 Mark zu haben.


MORAK: GEGENÜBER DEM TERROR DARF ES KEINE NEUTRALITÄT GEBEN

Wien, 8. November 2001 (ÖVP-PK) Die historische Bedeutung der österreichischen Neutralität steht außer Frage. Sie war nicht nur die politische Voraussetzung für die Wiedererlangung der vollen Unabhängigkeit Österreichs nach dem zweiten Weltkrieg, sondern sie hat Österreich auch eine eigenständige, aktive Rolle in der Zeit der bipolaren Weltordnung ermöglicht. Doch seit dem Wegfall des Ost-West-Konflikts haben sich die Rahmenbedingungen der österreichischen Sicherheitspolitik grundlegend geändert. Wir sind heute Mitglied der Europäischen Union und arbeiten solidarisch an der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der Union mit. Die heutigen sicherheitspolitischen Herausforderungen bestehen darin, im Rahmen der EU Frieden und Stabilität in umfassender Weise sicherzustellen. Das sagte heute, Donnerstag, Staatssekretär Franz Morak anlässlich der Dringlichen Anfrage im Bundesrat in Vertretung des Bundeskanzlers, der seit gestern in Brüssel ist. Alle Erfahrungen des letzten Jahrzehnts hätten gezeigt, dass Sicherheit nicht mehr im Alleingang, sondern nur noch im Verbund gewährleistet werden kann.
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Die gegenständliche Problematik habe durch die schrecklichen Attentate des 11. September eine neue Dimension bekommen. "Gegenüber dem Terror kann und darf es keine Neutralität geben", so Morak, der an die Aussage des Bundeskanzlers in der Pressestunde vom 4. November erinnerte: neutral sein hieße, allein zu sein. In diesem Sinne unterstütze die Bundesregierung das internationale Vorgehen gegen die Urheber dieser Anschläge und gegen die, die sie unterstützen. Die diesbezüglichen Resolutionen des Sicherheitsrates würden dafür eine sichere Grundlage geben.

In diesem Zusammenhang sei es nur logisch, die österreichische Sicherheitspolitik im Rahmen einer Sicherheits- und Verteidigungsdoktrin neu zu definieren und an die geänderten Rahmenbedingungen anzupassen, meinte Morak. Es gehe dabei nicht darum, aus opportunistischen Gründen die Neutralität über Bord zu werfen, sondern vielmehr darum, die "Rolle Österreichs im europäischen Sicherheitsgefüge neu zu definieren, damit wir auch in Zukunft - so wie zu Zeiten des Kalten Krieges - einen entsprechenden Beitrag zu Frieden und Stabilität auf unserem Kontinent leisten können". Ziel sei immer gewesen, unsere Verfassungsrechtslage so auszugestalten, dass "wir unsere völkerrechtlichen und gemeinschaftsrechtlichen Verpflichtungen uneingeschränkt erfüllen können. Daran wird sich auch in der Zukunft nichts ändern", schloss der Staatssekretär.


Der Terror und die Wirtschaft von Jens Tschebull

Schon wenige Stunden nach dem Massenmord vom 11. September verkündeten Freihandels- und Globalisierungsgegner, Friedensforscher und andere gute Menschen, wer schuld an der Katastrophe ist: Die Amerikaner und der Neoliberalismus - kurz: die Wirtschaft, die einen derart grossen Reichtum erarbeitet, dass den Neidern in Entwicklungsländern nichts übrigbleibt, als gekaperte Passagierflugzeuge in Cruise Missiles umzufunktionieren. Das passt gut in ein durch Grünen Star getrübtes linksäugiges Feindbild. So wird die wahnwitzige Mischung aus paranoidem Fanatismus und dem Triumpfgefühl erfolgreicher Grosskrimineller als Speerspitze einer Hungerrevolte der Dritten Welt interpretiert, an der die liberale Wirtschaft schuld ist.

Die Wirtschaft selbst steht genauso ratlos vor den Trümmern in New York und den Rauchwolken über Kandahar wie der Rest der Welt. Die unmittelbaren wirtschaftlichen Terrorfolgen sind offensichtlich: Der globale Reiseverkehr - und alles was dazugehört - ist gebremst. Die Rüstungsindustrie - und alles was mit Sicherheit zu tun hat - erlebt eine Sonderkonjunktur: Fingerabdruck-Scanner, Desinfektionsmittel, Wasseraufbereitungsanlagen, Bewachungsdienste,Gasmasken, private Schutzräume etc. Die Reaktionen auf den Terror sind irrational wie der Terror selbst.

Die latente Abneigung gegen hohe Häuser und überfüllte Städte wird aus dem Unbewussten auftauchen und bei der Suche nach Firmen- und Familiensitzen die Entscheidung beeinflussen: Lieber ein unterkellerter ebenerdiger Bau in der Vorstadt, als Repräsentation im 42. Stock. Das Bewusstsein über die Verletzlichkeit der technischen Zivilisation wird den Konsum unterschwellig in zwei Richtungen beeinflussen: "Die Welt steht eh nimmer lang" - also ein Kabriolett bestellen. Oder: Dezentrale Vorräte anlegen, einen zweiten Heizöltank kaufen und ein geländegängiges Fluchtauto bestellen, das notfalls mit Rapsöl fährt.

Investoren, Produzenten und Händler haben die Wahl, sich in diesen Strömungen Erfolgsnischen zu suchen. Und im übrigen zu hoffen und nach Kräften dazu beizutragen, dass der fundamentalistische Terror eine furchtbare Episode bleibt wie die fundamentalistischen Wiedertäufer von Münster im 16. Jahrhundert oder die Rote-Armee-Fraktion.


Versteckte Nachrichten in Bildern und mp3-Files
FBI fahndet nach möglichen Terror-Codes
 

Das britische Technologieunternehmen Iomart http://www.iomart.com hat in Zusammenarbeit mit dem FBI http://www.fbi.gov zahlreiche versteckte Nachrichten in Webbildern und mp3-Files decodiert. Der Media Guardian http://media.guardian.co.uk vermutet eine Verbindung zur Terrororganisation von Osama Bin Laden. Der Verdacht, dass die Kommunikation der Terroristen zumindest teilweise auf versteckten Codes im Internet basiert, kam bereits kurz nach den Anschlägen in New York und Washington auf.
 

Die in Glasgow beheimatete Firma Iomart arbeitet seit dem 11. September mit dem FBI zusammen. Wie von pte bereits berichtet (vgl. http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=010928013 ) konnte aber bisher nicht erfolgreich nachgewiesen werden, dass diese, Steganographie genannte, Verschlüsselungsmethode in Verbindung mit den Terroranschlägen zur Anwendung kam. Iomart ist es jetzt in hunderten Fällen gelungen, solche in Bild- und Tondateien versteckten Codes zu entschlüsseln. Viele davon enthielten arabische Daten und Namen, die zu weiteren Nachforschungen an das FBI übermittelt wurden. Die decodierten Nachrichten waren meist in pornographischen Bildern oder mp3-Musikdateien versteckt.
 

"Unser intelligentes Decodierungssystem deckt die Steganography hinter den Bildern auf. Das gemeinsam mit dem FBI eingeleitete Verfahren läuft derzeit noch", sagte Iomart Pressesprecher Phil Worms. Die Datenbank wurde von Actis Technologies entwickelt, das vor drei Jahren von Iomart übernommen wurde. Der Gründer von Actis, Stephen Whitelaw, gilt als Decodierungsexperte.


NEWS deckt auf: Top-Terrorist bezieht Sozialhilfe in Österreich - NEWS-Reporter auf den Spuren des Terrorasyl-Falls Mohammed Abdul Q: In Ägypten steht er als Nr. 3 auf der "Most wanted"-

Terrorfahndungs-Liste, in Österreich bezieht er seit Jahren Sozialhilfe Utl.: 1. Vorausmeldung zu NEWS 41/01 v. 11.10.2001 =

Neue spektakuläre Fakten im Fall des in Ägypten als Top-Terrorist verurteilten Mohammed Abdul Q., der als Flüchtling in Österreich offiziell seit sechs Jahren (!) auf den Abschluß seines Asyl-Verfahrens wartet, deckt das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden neuen Ausgabe auf:

- Adel Al Sayed Mohammed Abdel Q., auch bekannt als Mohammed Abdul K. steht auf der "Most-wanted"-Liste der ägyptischen Regierung an dritter Stelle, gleich hinter dem Bin Laden-Vize "Doktor Tod" alias Ayman Al-Zawahiri und dem Financier der radikalen Djihad-Abspaltung "Talla Al Fath", Yasser Tawfiq al Serri.

- Der von NEWS aufgedeckte Terror-Asylant Mohammed Q. sei - so die ägyptischen Terror-Fahnder - der Führer der "Talla Al Fath" und soll "persönlich" Terroristen-Trainings-Lager im Ausland als Ausbilder geleitet haben. Q. wurde wegen Teilnahme an einem mißglückten Sprengstoffanschlag auf den damaligen ägyptischen Premierminister Atef Sedki im Jahre 1993 in Kairo zum Tode verurteilt.

- Der 1959 in Ägypten geborene Kampfgefährte des Bin Laden-Vize Al Zawahari wechselte zwar häufig seinen Wohnsitz, bezieht aber seit Jahren in Niederösterreich nach wie vor Sozialhilfe.

- Vom Juli 1997 bis Ende März 1999 lebte Abdul Q. in der Waldviertler Gemeinde Rosenburg, von wo aus er - laut einem vertraulichen Bericht der EBT (Einsatzgruppe zur Bekämpfung des Terrorismus) - weiterhin regelmäßig Kontakt mit seinen Kampfgefährten in Pakistan hielt.

- Obwohl der Asylantrag bereits 1999 erstmals abgelehnt wurde, blieb Abdul Q. weiter auf freien Fuß, übersiedelte aber in den Raum Baden. Derzeit hält sich die Nr. 3. auf der Terror-Fahndungsliste der Ägypter im Raum Deutsch-Wagram auf.
 


Terroristengelder: Kontrollstelle erinnert an Meldepflicht

Die Kontrollstelle zur Bekämpfung der Geldwäscherei
(KST) hat die  Finanzintermediäre an ihre Pflicht erinnert, bei
Verdachtsgründen die Blockierung und Meldung von möglichen
Terroristengeldern  vorzunehmen.

   In den Schreiben an die Selbstregulierungsorganisationen (SRO)
zuhanden ihrer Mitglieder und via Webseite an die ihr direkt
unterstellten Finanzintermediäre (www.efv.admin.ch/gwg/d/index1.htm)
weist die KST alle Finanzintermediäre nach Art. 2 Abs. 3 des
Geldwäschereigesetzes  in der Schweiz auf ihre Sorgfalts- und
Meldepflichten hin, die ihnen im Zusammenhang mit der Bekämpfung des
internationalen Terrorismus erwachsen.

   Die KST macht auf  eine Liste mit den Personen und Organisationen
aufmerksam, deren Vermögenswerte in den USA durch Verfügung des
amerikanischen Präsidenten seit dem 24. September 2001 blockiert
sind, und hält fest, dass Transaktionen mit diesen Personen oder
Organisationen der besonderen Abklärungspflicht gemäss  Art. 6 des
Geldwäschereigesetzes unterliegen und eine Meldepflicht gemäss Art. 9
des Geldwäschereigesetzes auslösen können.
 


Keine versteckten Nachrichten in Online-Bildern
US-Wissenschafter: Terroristen benutzen nicht Steganographie
 

In online sichtbaren Bildern sind keine geheimen Nachrichten versteckt. Das fanden die Wissenschaftler Niels Provost und Peter Honeyman von der University of Michigan http://www.umich.edu heraus. Die Forscher widersprechen damit Berichten, wonach verborgene Nachrichten von Terroristen in online gezeigten Bildern versteckt seien.
 

Von den zwei Mio. untersuchten Bildern schienen 17.000 verschlüsselte Nachrichten zu beinhalten. Um einen Beweis zu erbringen, ließen Provost und Honeymann eine so genannte Lexikon-Attacke über die Bilder laufen, die die zum Decodieren eingesetzten Schlüsselwörter enttarnen sollte. Da diese Lexikon-Attacken mit 25-prozentiger Sicherheit Veränderungen nachweisen können, hätten sich nach Meinung der Wissenschaftler zumindest einige verborgene Bilder zeigen sollen. Dies geschah jedoch nicht. Die Wissenschaftler benutzten eine Software namens Crawl, die die Bilder beim Download untersuchte und auf diese Weise mehr als zwei Mio. Bilder zwischen 20 KB und 400 KB analysierte. Die Forscher vernetzten rund 60 Computer, um mit Hilfe der drei bekanntesten Encoder - Jsteg, JPHide und OutGuess - Beweise für verborgene Inhalte zu finden.
 

In den USA wird zurzeit eine heftige Debatte um Verschlüsselungstechnologie geführt. Der republikanische Senator Judd Gregg fordert, dass in alle Verschlüsslungssysteme verpflichtend eine Hintertür eingebaut wird. Die Schlüssel dazu sollten nach seinen Vorstellungen bei einer richterlichen Behörde hinterlegt werden. Dem widersprechen unter anderem der Erfinder des Programms "Pretty Good Privacy", Phil Zimmermann, und die Electronic Frontier Foundation. Sie argumentieren, dass diese Maßnahmen eine Einschränkung der US-Bürgerrechte mit sich bringen. http://www.eff.org/alerts/20010921_eff_wiretap_alert.html
 


BKA ermittelt bei Freemailern und Providern
Kundendaten werden im Zusammenhang mit Anschlägen in den USA überprüft
 

Das Bundeskriminalamt http://www.bka.de in Wiesbaden überprüft zurzeit Kundendaten des Freemailers GMX http://www.gmx.de . Die Maßnahme stehe im Zusammenhang mit den Anschlägen in New York und Washington, bestätigte ein Sprecher des Amtes der Fachzeitschrift Internet World. Es handle sich bei den Daten um Nutzer, die eine Mailingliste mit Informationen über islamistische Gruppen abonniert hatten. Nach Angaben von GMX-Sprecher Stefan Vollmer geht es bei den vom BKA angeforderten Kundendaten aber um "wenige Einzelfälle".
 

Über eine mögliche Überprüfung auch anderer Freemailer oder Provider wollte der BKA-Sprecher keine Auskunft geben. "Die Überprüfungen finden in relativ großem Ausmaß statt und sind sehr umfassend", sagte er. Die Pressestelle des Freemailers web.de http://www.web.de wollte weder bestätigen noch dementieren, ob auch dort Anfragen der Ermittlungsbehörden eingegangen sind. Sprecherin Eva Vennemann sagte, jedwede Auskunft unterliege dem Datenschutz.
 

Den Informationen von Internet World zufolge ist auch der ehemalige Freemail-Anbieter TopMail http://www.topmail.de von der Aktion betroffen. Der Anbieter wurde im Dezember mit dem Kauf des Providers Addcom Bestandteil des Providers Tiscali http://www.tiscali.com . Zum 30. Juni gab Topmail die Einstellung seines Dienstes bekannt. Nach den gültigen gesetzlichen Bestimmungen des Telekommunikationsgesetzes dürfte es sich bei den angeforderten Daten um die zu den Mail-Adressen gehörenden persönlichen Angaben der Nutzer handeln - wie Klarname und Adresse.


Hollywood-Studios als mögliche Terror-Ziele
FBI informiert Film-Majors über Attentatsgefahr
 

Die US-amerikanische Bundespolizei FBI http://www2.fbi.gov/ hat die großen Filmstudios Hollywoods laut einem Bericht der New York Times (NYT) http://www.nytimes.com/ über die Gefahr von Terror-Attacken im Falle von US-Militärschlägen gegen Afghanistan informiert. Eines der Major-Studios könne einer unbestätigten Drohung zufolge Ziel eines Bomben-Attentats werden. Laut NYT hat der Präsident der Motion Picture Association Of America, Jack Valenti, bereits Donnerstagmorgen die Chefs der großen Filmfirmen in einem Hotel in Los Angeles versammelt, um sich mit dem FBI zu beraten.
 

Man nehme diese Information sehr ernst, der Sicherheit der Angestellten und der Gäste komme Top Priority zu, so die Universal Studios http://www.universalstudios.com/ in einem Statement. Die Sicherheitsmaßnahmen werden in Zusammenarbeit mit FBI und den lokalen Behörden verschärft. Laut eigenen Angaben arbeiten zwischen 5.000 und 7.000 Angestellte auf dem Gelände der Universal Studios.
 

Erhöhte Sicherheitsvorkehrungen haben auch Warner Brothers http://www.warner.com und 20th Century Fox http://www.foxmovies.com/ angekündigt. So will man bei Fox neben einer Einschränkung der Zugangsberechtigungen unter anderem auch Barrikaden am Eingang des Geländes errichten. Auf dem Gelände von Warner arbeiten durchschnittlich 3.000 bis 5.000 Menschen, bei Fox rund 3.500.


Neue Erkenntnisse über einen der mutmaßlichen Haupttäter, Mohamed El Amir Atta aus Hamburg / Der 33jährige steuerte vermutlich eine der Maschinen in das World Trade Center

Der Wochenzeitung DIE ZEIT, die am kommenden Montag mit einer Extra-Ausgabe erscheint, liegen neue Erkenntnisse über einen der Hauptverdächtigen vor, die für die Terroranschläge vom Dienstag, 11. September, in den USA verantwortlich gemacht werden. In einem DOSSIER über den Kreis mutmaßlicher Terroristen, die in Hamburg wohnten, veröffentlicht DIE ZEIT exklusiv unbekannte Informationen über den 33-jährigen Mohamed El Amir Awad Elsayed Atta und weitere mutmaßliche Attentäter, die in Hamburg studierten. Er wird beschuldigt, am Dienstag vergangener Woche mit Komplizen eine Passagiermaschine entführt und diese als Pilot um 8.45 Uhr in den Nordturm des World Trade Centers gesteuert zu haben.

Seit 1992 und bis März dieses Jahres war El-Amir, der in Kairo geboren wurde und dort als Sohn eines gutsituierten Rechtsanwalts aufwuchs, als Student an der Technischen Universität Hamburg-Harburg eingeschrieben, 1999 diplomiert, anschließend eingeschrieben im Uniprogramm "Wissenschaftliche Weiterbildung", exmatrikuliert erst im März dieses Jahres. Von 1994 bis 1999 war El-Amir mehrmals in Syrien. In seiner Diplomarbeit bei Professor Dittmar Machule beschäftigte er sich mit der Stadterneuerung der nordsyrischen Stadt Aleppo.

Gegenüber der ZEIT beschrieb der Professor seinen ehemaligen Studenten so: Fleißig sei er gewesen, klug, zurückhaltend, kritisch, sachlich, diszipliniert, auf Uni-Feten ein seltener Gast. Nie habe er während der fast siebenjährigen Studienzeit Alkohol getrunken, nie habe der Professor ihn mit Mädchen gesehen.

Er war anderen Religionen gegenüber tolerant. Zu Hause habe der Schüler ihn nie empfangen wollen, obwohl das Verhältnis zwischen ihnen stets ungetrübt gewesen sei, sagt Machule: "Es spricht einiges dafür, dass Mohamed ein zweites Leben führte."

Einer seiner Ex-Kommilitonen schreibt ihm "ungeheure Präzision im Denken" zu, gepaart mit der Fähigkeit, bei Bedarf "geschickt und virtuos" zu reagieren, wenn es plötzlich auftretende Schwierigkeiten zu meistern galt. "Er stand den Errungenschaften der westlichen Welt spektisch gegenüber ... Die rasende, sich immer weiter beschleunigende Amerikanisierung seiner Heimat, der Einzug der Moderne in den arabischen Raum, das passte ihm nicht."

1999, als die von El-Amir frisch gegründete Islamische Arbeitsgemeinschaft einen Gebetsraum suchte, kam sein Professor Machule zu Hilfe, damals Prodekan im Bereich Bauwesen. Dieser Gebetsraum ist heute in einem Holzpavillon auf dem Gelände der Uni untergebracht und vor wenigen Tagen von Polizisten durchsucht worden. Die Islamische AG, der rund 50 Studenten vor allem arabischer Herkunft angehören sollen, steht im Verdacht, mit den Terroranschlägen in Verbindung zu stehen. Mindestens zweimal hat diese Gruppe nach Informationen der ZEIT öffentliche Diskussionen in dafür angemieteten Hörsälen der TU Harburg veranstaltet, im Februar 2000 (zum Thema "Islam und Naturwissenschaften"), und am 5. Juli dieses Jahres (zum Thema "Islam und Weltwirtschaft"). Während der letzten Veranstaltung war auch der Kanzler der TU Harburg, Dr. Jörg Severin, als stiller Zuhörer dabei, weil er den Verdacht hegte, dort könne Radikalismus propagiert werden. Der Verdacht habe sich jedoch nicht bestätigt.


Informationsdienst Wissenschaft
GESIS (Gesellschaft Sozialwissenschaftlicher
Infrastruktureinrichtungen), 19.09.2001

Informationsdienst "Terror gegen Amerika" im Internet

Der neue Informationdienst des "Terror gegen Amerika" verbindet in
neuartiger Weise tagesaktuelle Informationen, Hintergrundmaterialien und
sozialwissenschaftliche Fachinformation. Er wendet sich gleichermaßen an
interessierte Laien und Fachwissenschaftler und steht kostenlos im
Internet zur Verfügug.


Auf die schrecklichen Terror-Anschläge in den USA hat das IZ
Sozialwissenschaften (Bonn) mit einem Informationsdienst reagiert, der
unter dem neuen Reihentitel FOKUS+ (FOKUS plus) im Internet verfügbar
ist:
     "Terror gegen Amerika. Informationen - Hintergründe -
     Dokumente - Forschung"
     Redaktion: Helmut M. Artus
     IZ Sozialwissenschaften: Bonn, September 2001
http://www.gesis.org/Information/Themen/Fokusplus/index.htm
Mit einer Mischung aus Hyperlinks zu tagesaktuellen Informationen,
Analysen & Dokumenten sowie sozialwissenschaftlicher Fachinformation
erfolgt die Hinwendung zu einer breiteren Öffentlichkeit, in der
interessierte Laien ebenso ihren Platz haben wie Fachwissenschaftler.
Auch interaktive Komponenten wurden in den FOKUS+ einbezogen. Der
Besucher kann selbst in ca. 18.000 Forschungsprojekten der IZ-Datenbank
FORIS recherchieren. Hyperlinks verweisen ihn zudem auf Chat- und andere
Kommunikationsmöglichkeiten.
Anders als der herkömmliche FOKUS, befindet sich der FOKUS+ im ständigen
Auf- und Umbau. Er kann deshalb sofort auf die Entwicklung der
Ereignisse oder auf Veränderungen des öffentlichen Interesses reagieren.
Mit dem neuen 'Format' FOKUS+ hat das IZ Sozialwissenschaften einen
wichtigen Schritt gemacht, um die Möglichkeiten des Internet konsequent
zu nutzen und die Sozialwissenschaften einer größeren Öffentlichkeit
nahezubringen.



Weitere Informationen finden Sie unter:
http://www.gesis.org/Information/Themen/Fokusplus/index.htm
http://www.gesis.org/iz/
http://www.gesis.org/Information/Themen/Fokus/index.htm
 


POL-HH: 010914-5.Hinweistelefon eingerichtet


  
    Nach den Anschlägen in den USA sind bei der Polizei Hamburg
bislang 280 Hinweise eingegangen. Aus diesem Grund wurde ein
Hinweistelefon eingerichtet. Zeugen, die sachdienliche Hinweise
zu den Tätern geben können, mögen sich an eine der nachfolgenden
Telefonnummern wenden:
  
   040-
   4286-67122
   4286-67130
   4286-67131
   4286-67132
  
    Zwischenzeitlich sind 50 Mitarbeiter des
Bundeskriminalamtes und zwei Staatsanwälte der
Generalbundesanwaltschaft in Hamburg eingetroffen, die die
weiteren Ermittlungen durchführen. Sie werden durch ca. 50
Beamte des LKA Hamburg (Staatsschutzabteilung) und Beamte des
MEK Hamburg unterstützt.
  
    Seit heute Morgen ist ein Verbindungsoffizier des FBI in
Hamburg, der sich zunächst in den aktuellen Ermittlungsstand
einweisen lässt und darüber entscheidet, ob weitere Mitarbeiter
des FBI nach Hamburg kommen.
  
 


POL-HH: 010913-1.Kein «Netz von Helfern» ben Ladin in Hamburg Verfassungsschutz stellt Agenturmeldungen richtig

  
    Unter Berufung auf den Hamburger Verfassungsschutz heißt es
in Agenturmeldungen, der saudische Islamist ben Ladin verfüge in
Hamburg über ein «Netz von Helfern».
  
    Diese Aussage wird unter Berufung auf ein Zeitungsinterview
mit dem Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz gemacht.
Eine solche Aussage ist jedoch nicht erfolgt.
  
    Vielmehr heißt es in dem Interview auf die Frage nach dem
Umgang mit in Hamburg lebenden Arabern:
  
    «Es gibt in Hamburg Einzelpersonen, die wir verdächtigen,
in Verbindung zu ben Ladin zu stehen. Über diese Personen gibt
es jedoch keine strafrechtlichen Erkenntnisse. Es ist zu
vermuten, dass sie in ben Ladins Logistik Funktionen haben, zum
Beispiel als Vermittler von Kontakten und
Unterbringungsmöglichkeiten.»
  
   Christoph Holstein
 
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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 13.02.2007 03:34:37
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