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Teilchenbeschleuniger simuliert Urknall
Siemens entwickelt Kühlsystem für den Large Hadron Collider

Forscher des deutschen Elektronikkonzerns Siemens http://www.siemens.de werden den Large Hadron Collider (LHC), den weltweit größten Teilchenbeschleuniger des europäischen Kernforschungszentrums CERN (Centre Européen pour la Recherche Nucléaire) http://www.cern.ch , mit einem neuen Kühlsystem ausrüsten. Das spezielle Regelsystem soll die riesigen Magneten des LHC auf minus 271 Grad Celsius kühlen. Dadurch können die Magneten des LHC atomare Teilchen auf nahezu Lichtgeschwindigkeit beschleunigen. Prallen die Teilchen anschließend aufeinander, herrschen Bedingungen wie wenige Sekunden nach dem Urknall.

Die präzisen Stellungsregler von Siemens sollen die exakte Kühlung der mehr als 1.600 Magneten des LHC ermöglichen. Nur im supraleitenden Zustand und bei extrem tiefen Temperaturen erreichen diese die enorme Feldstärke, mit der sie Teilchen auf eine Kreisbahn zwingen können. Die Zufuhr des nötigen Kühlmittels Helium regeln mehr als 1.300 Kryoventile über die gesamte Länge des Speicherrings. In unmittelbarer Nähe des Beschleunigers kann keine hoch integrierte Elektronik eingesetzt werden, da die feinen Strukturen der Speicher- und Mikroprozessoren von der energiereichen Strahlung zerstört werden würden. Die Siemens-Forscher haben deshalb eine Version der Stellungsregler entwickelt, bei denen die Elektronik in einiger Entfernung vom Speicherring und damit strahlengeschützt platziert ist.

Durch das Experiment erwarten sich die Wissenschaftler neue Erkenntnisse, die das heutige Verständnis der Materie und ihrer Wechselwirkung betreffen. Weiters soll mit dem LHC untersucht werden, weshalb Teilchen eine Masse besitzen und ob das "Higgs-Boson" tatsächlich existiert. Das "Higgs-Boson", das laut dem Standardmodell anderen Teilchen ihre Masse verleiht, konnte noch nicht nachgewiesen werden, weil bisher kein Teilchenbeschleuniger die nötige Energie aufbrachte. Nun soll der LHC, der in 110 Metern Tiefe an der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich liegt, die bisher unerreichte Energiemenge erzeugen und damit eines der größten Rätsel der Physik lösen. Der Beschleuniger wird derzeit im CERN gebaut und soll 2007 in Betrieb gehen.

 

 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:37
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