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Forscher finden Wasserstoff in Diamantschichten
Mikroskopieverfahren soll Verunreinigungen sichtbar machen

Münchner Physiker haben ein neuartiges Mikroskopieverfahren zur Materialanalyse entwickelt. Damit können erstmals Wasserstoffverteilungen in mikrostrukturierten Proben erstmals dreidimensional dargestellt und analysiert werden, berichtet die TU-München http://www.tu-muenchen.de .

Das Verfahren, das vom Experimentalphysiker Günther Dollinger und seinem Team entwickelt wurde, basiert auf der elastischen Streuung hochenergetischer Protonen am Rasterionenmikroskop SNAKE (Supraleitendes Nanoskop für Angewandte Kernphysikalische Experimente). Das Mikroskop funktioniert ähnlich wie ein Billardspiel: Trifft ein Proton auf ein Wasserstoffatom, so werden beide Teilchen elastisch gestreut wie nach dem Stoß zweier Billardkugeln. Beide Teilchen sind gleich schwer und fliegen in einem Winkel von 90 Grad auseinander. Beim Aufprall unterschiedlich schwerer Teilchen treten aber andere Winkel auf. Nach diesen Winkeln, die zwischen den Flugbahnen der einzelnen Teilchen auftreten, können Rückschlüsse auf die Atome geschlossen werden.

Anhand der Anzahl der registrierten Streuereignisse kann man den Wasserstoffgehalt der Probe an der jeweiligen Stelle, die vom Ionenstrahl getroffen wurde, feststellen. Zusätzlich kann aus einer Geschwindigkeitsmessung der nachgewiesenen Protonen auf die Tiefe zurück geschlossen werden, in der die Streuung stattgefunden hat. Das Ergebnis liefert so ein dreidimensionales Abbild der Wasserstoffverteilung.

Mit der neuen Methode konnten die Forscher so zum Beispiel die Verteilung von Wasserstoffverunreinigungen in künstlich hergestellten Diamantschichten messen und deren Einfluss auf die Materialeigenschaften diskutieren. Für den Einsatz von Diamanten in der Elektronik sind nämlich Wasserstoffverunreinigungen und Defekte im Kristallgitter, die bei der Abscheidung in den verschiedenen Schichten entstehen, unerwünscht.

Diamant ist in vielerlei Hinsicht anderen Materialien deutlich überlegen. Trotz hervorragender elektronischer Eigenschaften ist die derzeit verfügbare Qualität für viele technologische Anwendungen, insbesondere für den Einsatz in der Elektronik, jedoch nicht ausreichend. Hauptgrund hierfür sind Wasserstoffverunreinigungen der Diamantschichten. Reiner Diamant besteht zu 100 Prozent aus Kohlenstoff und wird in Niederdruckverfahren abgeschieden. Eine der Hauptverunreinigungen in so hergestellten Diamantschichten ist Wasserstoff. Die untersuchte Diamantschicht ist polykristallin, das heißt sie besteht aus nur wenigen Mikrometer großen Diamantkristalliten, die miteinander verwachsen sind. Die Messungen haben ergeben, dass sich Verunreinigungen im wesentlichen an den Oberflächen und Grenzbereichen der Diamantkristallite befanden. In den Kristalliten selbst konnte kein Wasserstoff nachgewiesen werden.
 


 

Metallelektroden testen Nanostruktur-Eigenschaften
Einsatzfähigkeit in elektronischen Applikationen wird überprüfbar

 

rryoo.kait.ac.kr

Ein Physiker der University of Texas http://www.ph.utexas.edu/faculty/yao.html hat einen einfachen Prozess für die Produktion kleiner Metallelektroden entwickelt. Diese Metallelektroden testen, ob eine einzelne Nanostruktur die richtigen Eigenschaften für den Einsatz in zukünftigen nanoelektronischen Applikationen besitzt.

Das Verfahren zur Entwicklung der Elektroden läuft bei Raumtemperatur ab und setzt Standard-Instrumente ein. Dadurch steigt das Anwendungspotenzial des Verfahrens in der nanoelektronischen Forschung, hofft dessen Entwickler Zhen Yao. "Der Prozess produziert permanent robuste Elektroden in einem Abstand von weniger als zehn Nanometer", erklärte Yao. Zur Bildung der Elektroden nutzte der Physiker handelsübliche Gold-Nanopartikel. Diese bilden eine Brücke, die zwischen den vorgefertigten Elektroden durch die Anlegung einer Wechselspannung gewissermaßen wie ein "Nano-Zündstoff" wirkt. Wird diese Brücke durch Strom entzweit, entsteht zwischen den Elektroden ein kleinerer Abstand. Dieser lag bei weniger als zehn Nanometer. Durch diesen geringen Abstand wird es möglich, eine einzelne Nanostruktur wie z.B. ein Nanopartikel in den Spalt zu platzieren. So kann u.a. festgestellt werden, wie gut die resultierende Struktur als Transistor, der Baustein von Computer-Schaltkreisen, funktioniert. Erst kürzlich wurde dies bei einzelnen Molekülen getestet. Nano-Transistoren sollen erwartungsgemäß schneller arbeiten und weniger Energie verbrauchen.

Mit der neuen Methode zur Überprüfung der elektronischen Eigenschaften von Nanostrukturen wurde eine weitere Hürde in der Entwicklung von Nanomaterialien genommen. Nanomaterialien, bestehend aus Strukturen mit einer Größe von einem Milliardstel Meter, sollen neben der Elektronikindustrie und der Medizin viele andere Bereiche beflügeln.

 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:37
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