Informationen aus Südamerika:
Länder Südamerikas müssen ihre Integrationsbereitschaft in der Praxis
beweisen
Gründung der 'Südamerikanischen Union' ist ein wichtiger Schritt für den
Subkontinent
Zu der für heute in Pampa de Quinua/Peru geplanten Unterzeichnung der
Gründungsakte einer "Südamerikanischen Union" (Unión Sudamericana) durch die
Staatschefs der Länder Südamerikas erklären der entwicklungspolitische
Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Christian Ruck MdB, und der
Berichterstatter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die Länder
Lateinamerikas im Bundestagsausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und
Entwicklung, Peter Weiß MdB:
Die Gründung der "Südamerikanischen Union" ist ein wichtiger Schritt für den
Subkontinent und seine politische und wirtschaftliche Stabilität. Die
Regierungen der südamerikanischen Länder setzen damit verstärkt auf die
Schaffung eines großen Integrationsraumes und wollen dazu die beiden
bestehenden internationalen Organisationen, den Mercosur und die
Andengemeinschaft, zusammenführen. Wenn es den Staaten Südamerikas mit der
"Südamerikanischen Union" tatsächlich gelingt, traditionelle nationale
Egoismen und Rivalitäten zu überwinden, kann Südamerika zu einem wichtigen
Faktor in der internationalen Politik werden. Dazu müssen die beteiligten
Länder ihre Integrationsbereitschaft und -fähigkeit in der Praxis aber erst
noch unter Beweis stellen. In dieser Hinsicht sind bisher sowohl der
Mercosur als auch mehr noch die Andengemeinschaft hinter den Erwartungen
zurück geblieben.
Deutschland und die Europäische Union sollten die Gründung der
"Südamerikanischen Union" zum Anlass nehmen, den Dialog und die
Zusammenarbeit mit Lateinamerika durch neue Initiativen wieder zu stärken.
Mit ihren Erfahrungen aus dem europäischen Einigungsprozess könnte die EU
den Ländern Südamerikas eine aktive und konstruktive Rolle bei der
Unterstützung der regionalen Integrationsbemühungen spielen. Eine enge
politische und wirtschaftliche Partnerschaft mit der jetzt entstehenden
drittgrößten Ländergemeinschaft der Welt mit 380 Millionen Menschen ist für
Deutschland und Europa aber auch eine Frage des eigenen Interesses