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Sudan: Regierung lässt Anschuldigungen gegen Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen fallen

20. Juni 2005. Die internationale
Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen begrüßt, dass alle
Anschuldigungen gegen zwei ihrer Mitarbeiter in Sudan fallen gelassen
wurden. Landeskoordinator Paul Foreman sowie Vincent Hoedt, Leiter
der Projekte in der westsudanesischen Krisenregion Darfur, waren Ende
Mai vorübergehend festgenommen worden. Hintergrund war ein Bericht
von Ärzte ohne Grenzen über sexuelle Gewalt in Darfur.

“Hoffentlich können wir uns jetzt wieder voll auf die humanitäre
Hilfe für die Opfer des Konfliktes in Darfur konzentrieren“, sagt
Geoff Prescott, Geschäftsführer der betroffenen holländischen Sektion
von Ärzte ohne Grenzen. „Die Menschen in Darfur leiden noch immer
unter Gewalt und mangelnder medizinischer Versorgung. Ärzte ohne
Grenzen wird ihnen weiterhin beistehen.“

Paul Foreman und Vincent Hoedt waren Ende Mai vorübergehend
verhaftet worden. Sie kamen auf Kaution frei, durften aber das Land
nicht verlassen. Dem Briten Foreman und dem Niederländer Hoedt war
Spionage sowie Veröffentlichung falscher Informationen vorgeworfen
worden. Zudem wurden sie beschuldigt, die sudanesische Gesellschaft
zu untergraben. Die Anschuldigungen bezogen sich auf einen Bericht
über sexuelle Gewalt in Darfur „The Crushing Burden of Rape: Sexual
Violence in Darfur“ vom 8. März 2005. Da die sudanesische Regierung
bestätigt hat, dass alle Vorwürfe gegen die beiden Mitarbeiter fallen
gelassen wurden, werden sie ihre tägliche Arbeit so schnell wie
möglich wieder aufnehmen.

Ärzte ohne Grenzen leistet seit mehr als 20 Jahren medizinische
Nothilfe für die Zivilbevölkerung in Sudan. In der Krisenregion
Darfur ist die Organisation an 29 Orten mit 180 internationalen und
3.000 sudanesischen Mitarbeitern im Einsatz. Allein in den
vergangenen zwölf Monaten hat die Organisation dort knapp eine
Million Konsultationen durchgeführt und mehr als 50.000 unterernährte
Kinder behandelt. Ärzte ohne Grenzen steht den Sudanesen nicht nur in
Darfur, sondern auch in anderen Regionen des Landes bei.


Der Bericht „The Crushing Burden of Rape: Sexual Violence in Darfur“
kann abgerufen werden unter:
http://www.aerzte-ohne-
grenzen.de/Service/Publikationen/Hintergrundberichte.php


 

Rotkreuz-Hilfe im Sudan

Der Zugang zu sauberem Trinkwasser, der so wesentlich für die Gesundheit vom Krieg heimgesuchter Menschen ist, ist stets eine Priorität des Roten Kreuzes gewesen, seit es 1983 seine Tätigkeit im Sudan aufgenommen hat.

"In Darfur hat die große Zahl der Menschen, die ihre Dörfer verlassen mussten, unter anderem auch zu einem größeren Wasserbedarf in den sicheren Städten geführt. Auch die Infrastruktur für die Wasserversorgung wurde durch den Konflikt schwer beschädigt", erklärt Gerald Czech, Mitarbeiter des Österreichischen Roten Kreuzes, der eben von einer Evaluierung aus der Krisenregion zurückgekehrt ist. "Die von Nachbar in Not finanzierte Rotkreuz-Hilfe in Darfur in Form von gut organisierten dezentralen Lebensmittel- und Saatgut-Verteilungen vor Ort konnte ich ebenso beobachten", so Czech.

Auch die lokalen Spitäler werden mit Trinkwasser, aber auch mit Personal und Material zur Versorgung der Bevölkerung, und der im Konflikt Verwundeten unterstützt. In Zalingie zum Beispiel leistet die Wiener Neustädter Anästhesistin Gabriele Lendowitsch noch bis Mitte Jänner hervorragende Arbeit im Operationssaal des Krankenhauses: "Hier in Zalingie versuchen wir mit einfachsten Mitteln eine medizinische Grundversorgung aufrecht zu erhalten. Die internationale Rotkreuz-Hilfe ist für viele Betroffene lebensrettend", so die Rotkreuz-Ärztin, die ihr Weihnachtsfest in Afrika verbringen wird.

Bis jetzt hat das Rote Kreuz in Dafur von Nachbar in Not finanzierte Hilfe im Ausmaß von rund 1,7 Mio. Euro geleistet: Verteilung von Saatgut und Lebensmitteln an Betroffene der Konflikte, Verteilung von Küchensets, Decken, Seife und Zeltplanen in den betroffenen Gebieten der Region Darfur.
 


 

Golfstaaten bauen Festnetz im Sudan auf
Börse reagiert positiv

Die arabischen Golfstaaten wollen massiv in die Telekommunikation im von Bürgerkrieg und von Hungersnot heimgesuchten Sudan einsteigen. Laut einem Bericht der in Dubai erscheinenden Gulf News will ein Konsortium rund um den Provider Etisalat http://www.etisalat.co.ae/index2.htm aus den Vereinigten Arabischen Emiraten in den nächsten beiden Jahren 200 Mio. Dollar in dem Bürgerkriegsland investieren. Die Aussichten auf diesen Deal haben Etisalat offensichtlich gut getan. An der Börse stiegen nach Bekanntgabe der Investitionen die Aktien massiv an.

Mit dem Geld soll ein Festnetz-Netz aufgezogen werden. Das von Etisalat geführte Konsortium hat die Lizenz für den Aufbau eines zweiten Festnetz-Netzes erhalten. Wegen der Größe des Landes und der gegenwärtig äußerst niedrigen Verbreitung von Telefon-Anschlüssen wird Etisalat massiv investieren. "Die Investments werden noch über die 200 Mio. Dollar hinausgehen, da wir das Netz später ausbauen wollen", sagte Etisalat-CEO Mohammad H. Omran.

Das Netz soll innerhalb eines Jahres in Betrieb gehen. Zur Anwendung sollen verschiedene Technologien kommen, unter anderem setzt Etisalat auf Technologien des Satelliten-Telefonanbieters Thuraya http://www.thuraya.com . Börsen-Analysten sehen die Afrika-Pläne der Araber offenbar äußerst positiv. Das Unternehmen könne damit seine sinkenden Marktanteile auf dem Heimmarkt ausgleichen. "Etisalat ist ganz sicher auf dem richtigen Weg", kommentierte Lama Abou Ghali, ein Analyst bei ABQ Zawya LLC http://www.zawya.com/ .

 

 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:36
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