Jugendliche zusehends
wettsüchtig
Studie: 13 Prozent der Befragten investieren
wöchentlich bereits 20 Euro
Kommerzielles Glücksspiel steht bei Kindern und
Jugendlichen hoch im Kurs.. Dies hat eine Studie der Universität
Bielefeld
http://www.uni-bielefeld.de ergeben. Das Engagement geht
mittlerweile über selbstorganisiertes Kartenspielen mit Geldeinsatz,
das bei etwa einem Drittel beliebt ist, hinaus. Dabei liegt die erst
im Jahr 2000 in Deutschland eingeführte staatliche "Oddset-Sportwette"
mit einer Verbreitung von 18 Prozent bereits auf Platz zwei hinter
dem "Rubbel-Lotto" (36 Prozent). In den vergangenen zwölf Monaten
haben sich zwölf Prozent aller befragten Jugendlichen an Oddset
beteiligt.
Hauptzielgruppe der Oddset-Sportwette sind laut Studie männliche
Kinder und Jugendliche. 89 Prozent aller Teilnehmer sind Jungen und
nur elf Prozent Mädchen. Auffallend ist auch die Regelmäßigkeit, mit
der gewettet wird. Die meisten Jugendlichen reichen wöchentlich ein,
einige jedoch auch täglich. Auch der Online-Zugang zu Oddset habe
ebenfalls zu einer Zunahme der Nutzung dieser Wettvariante geführt.
Bei den 5.009 befragten Jugendlichen zwischen 13 und 19 Jahren fand
das Forscherteam einen Anteil von zehn Prozent, die als
"Problemspieler" bezeichnet werden können. In diese Gruppe fallen
all jene, die regelmäßig und über einen längeren Zeitraum spielen
und hohe Geldeinsätze tätigen. Nach Angaben der Jugendlichen
investiert ein Drittel wöchentlich bis zu zehn Euro in die
Oddset-Sportwette. 13 Prozent würden sogar 20 Euro pro Woche
investieren.
Klaus Hurrelmann von der Uni-Bielefeld weist hier auf ein
Suchtpotenzial hin, das bis hin zur Abhängigkeit führen kann.
Betroffen davon seien vornehmlich junge Männer in Hauptschulen.
Diese Problemspieler würden im Freundeskreis nicht akzeptiert werden
und seien häufiger Belastungen ausgesetzt. Im Vergleich zu
Normalspielern herrsche bei Problemspielern eine allgemeine
Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenssituation vor.
Diese Ergebnisse verlangen laut Uni-Bielefeld nach einer Aufnahme
der Diskussion um eine Altersbegrenzung bei kommerziellem
Glücksspiel. Vor allem im Zusammenhang mit der Oddset-Sportwette und
dem aktuellen Ereignissen rund um den Skandal-Schiedsrichter Robert
Hoyzer. Im Jahr 2000 war die Debatte um ein Mindestalter
zurückgestellt worden.
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Koffein auf der Überholspur
Koffein ist eine abhängig machende psychoaktive Droge, die bereits
Kinder in Form von Cola und Schokolade konsumieren. Zudem kommen in den
Industrieländern die meisten Babys bereits mit Spuren von Koffein im Körper
zur Welt: Es wird über die Nabelschnur der Mutter übertragen. Das berichtet
das Wissensmagazin NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in seiner Januar-Ausgabe
(EVT 20.12.2004).
Es gibt kaum jemanden, der nicht täglich Koffein zu sich nimmt. Diese
Droge steckt nicht nur im Kaffee, sondern auch in der Cola, in Tee, in
Schokolade, in Energy-Drinks und in Schmerztabletten. Eines der neuesten
koffeinhaltigen Produkte sind Strumpfhosen, in deren Maschen das Stimulans
eingewoben ist. Es soll zu schlankeren Oberschenkeln verhelfen. Tatsache
ist, dass die legale Droge Koffein einen einzigartigen Boom erlebt. Das
zeigen nicht nur zahlreiche Produktvarianten, sondern etwa auch der Erfolg
des Unternehmens "Starbucks", das täglich irgendwo auf der Welt vier neue
Coffee-Shops eröffnet und 200 Mitarbeiter einstellt.
Die meisten Wissenschaftler sind der Ansicht, dass ein bis zwei Becher
Kaffee pro Tag nicht schädlich sind. Dennoch bleibt Koffein eine Droge und
beeinflusst verschiedene geistige und körperliche Funktionen. So braucht
jemand, der täglich etwa drei Becher Kaffee trinkt, mindestens einen Becher
Kaffee, damit sein Gehirn einfach nur normal arbeitet. Der bewusste
Missbrauch von Koffein ist trotzdem selten. Im Sport gelten hohe Dosen ab
etwa 6 Tassen Kaffee als Doping.
Versteckte Koffeinfallen finden sich in Schokolade und Schmerztabletten.
So enthält Bitterschokolade dreimal so viel Koffein wie Vollmilchschokolade.
Aber man muss mehr als zwei Tafeln Bitterschokolade verdrücken, um auf den
Koffein-Gehalt zu kommen, der in einem Becher Kaffee steckt.

Spieler ähneln
Drogenabhängigen
Forscher finden Übereinstimmungen der
Gehirnaktivitäten
Die Gehirnaktivitäten von Spielern ähneln
offensichtlich ziemlich stark jenen von Drogenabhängigen. Zu diesem
Schluss kommen Wissenschaftler des Universitätskrankenhauses
Eppendorf bei Hamburg. Sie haben in Magnetresonanzuntersuchungen
gezeigt, dass Hirnregionen, die bei der Sucht aktiv arbeiten, auch
bei Spielern höchstaktiv sind, berichten sie im Wissenschaftsmagazin
Nature Neuroscience
http://www.nature.com/neuro .
In den Versuchen wurden die Aktivitäten in der Großhirn-Region
namens ventralen Striatum, untersucht. Im ventralen Striatum werden
über "Belohnungsmechanismen" insbesondere die von Motivationen
abhängigen Verhaltensweisen kontrolliert. Die 24 Probanden mussten
sich dazu lediglich zwei Karten merken und hatten die Chance Geld zu
gewinnen. Die Hälfte der Probanden waren Spieler. Bei ihnen zeigten
sich wesentlich weniger Aktivitäten in den Hirnregionen. Das war
völlig egal, ob sie gerade gewonnen hatten oder nicht. Die
Gehirnaktivität im ventralen Striatum wird gerne als Kennzeichen von
Drogensucht herangezogen. Suchtmittel wie Kokain, Heroin oder
Nikotin wirken durch eine Aktivierung des Belohnungs-Systems, das
Strukturen wie eben das ventrale Striatum umfasst.
Die Forscher gehen davon aus, dass Spieler Probleme haben, den
Dopaminspiegel aufrecht zu erhalten. Der Botenstoff Dopamin sorgt
dafür, dass sich ein Gefühl der Befriedigung und Freude einstellt.
Offensichtlich brauchen manche Menschen stärkere Auslöser zur
Erreichung eines gewissen Dopaminlevels. Das äußert sich etwa in
exzessivem Spiel oder in Drogen, um diesen Zustand zu kompensieren.
Kritik kommt von Experten des International Gaming Research Unit an
der Nottingham Trent University Mark Griffiths: "Die Unterschiede
bei den Gehirnaktivitäten sind eine zu einfache Erklärung". Die
Erklärung, warum manche Menschen Spieler sind, müsse ganzheitlich
untersucht und betrachtet werden. Viele der Erklärungen liegen etwa
im sozialen Umfeld.
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Koffein auf der Überholspur
Koffein ist eine abhängig machende psychoaktive
Droge, die bereits Kinder in Form von Cola und Schokolade
konsumieren. Zudem kommen in den Industrieländern die meisten Babys
bereits mit Spuren von Koffein im Körper zur Welt: Es wird über die
Nabelschnur der Mutter übertragen. Das berichtet das Wissensmagazin
NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in seiner Januar-Ausgabe (EVT
20.12.2004).
Es gibt kaum jemanden, der nicht täglich Koffein zu sich nimmt.
Diese Droge steckt nicht nur im Kaffee, sondern auch in der Cola, in
Tee, in Schokolade, in Energy-Drinks und in Schmerztabletten. Eines
der neuesten koffeinhaltigen Produkte sind Strumpfhosen, in deren
Maschen das Stimulans eingewoben ist. Es soll zu schlankeren
Oberschenkeln verhelfen. Tatsache ist, dass die legale Droge Koffein
einen einzigartigen Boom erlebt. Das zeigen nicht nur zahlreiche
Produktvarianten, sondern etwa auch der Erfolg des Unternehmens
"Starbucks", das täglich irgendwo auf der Welt vier neue Coffee-Shops
eröffnet und 200 Mitarbeiter einstellt.
Die meisten Wissenschaftler sind der Ansicht, dass ein bis zwei
Becher Kaffee pro Tag nicht schädlich sind. Dennoch bleibt Koffein
eine Droge und beeinflusst verschiedene geistige und körperliche
Funktionen. So braucht jemand, der täglich etwa drei Becher Kaffee
trinkt, mindestens einen Becher Kaffee, damit sein Gehirn einfach nur
normal arbeitet. Der bewusste Missbrauch von Koffein ist trotzdem
selten. Im Sport gelten hohe Dosen ab etwa 6 Tassen Kaffee als
Doping.
Versteckte Koffeinfallen finden sich in Schokolade und
Schmerztabletten. So enthält Bitterschokolade dreimal so viel Koffein
wie Vollmilchschokolade. Aber man muss mehr als zwei Tafeln
Bitterschokolade verdrücken, um auf den Koffein-Gehalt zu kommen, der
in einem Becher Kaffee steckt.

Suchtprävention - SP-Rudas: "Wien
setzt offensiv Maßnahmen!"
"Die Forderung nach einer verstärkte Polizeipräsenz vor der Wiener
Hauptbibliothek teilen auch wir - allerdings gibt es aufgrund der
Sparmaßnahmen bei der Polizei zuwenig Personal. Die Wiener FPÖ ist
aufgefordert, ihren Wunsch gleich an ihre RegierungskollegInnen und den
gerade abhanden gekommenen Innenminister zu richten", reagierte heute Laura
Rudas, Gemeinderätin aus dem 15. Wiener Bezirk, auf Aussagen der Wiener FPÖ.
Die Stadt Wien setze jedenfalls offensive Maßnahmen zur Suchtprävention,
so Rudas weiter. "Das umfasst Suchtpräventionsprogramme für alle
Altersstufen - wissenschaftlich fundiert, bedarfsorientiert und nachhaltig.
Einbezogen werden dabei nicht nur Kinder und Jugendliche, sondern auch
Eltern, LehrerInnen und Betriebe." Seit Herbst 2004 gebe es auch ein
flächendeckendes Programm zur Suchtprävention und Gesundheitsförderung an
Wiener Volksschulen. "Dabei werden LehrerInnen in mehrtägigen Schulungen mit
den Grundsätzen suchtpräventiver Arbeit vertraut gemacht."
"Suchtprävention darf nicht auf punktuelle Maßnahmen und
Abschreckungsmethoden reduziert werden - es geht auch um eine öffentliche
Sensibilisierung und langfristige Wirkung. Und gerade diesen Weg hat Wien
eingeschlagen", so Rudas abschließend.

Suchtpräventionsoffensive der Stadt
Wien
Eine Offensive in der Suchtprävention präsentierten Wiens
Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a. Renate Brauner und der Wiener
Drogenkoordinator MA Michael Dressel am Montag im Rahmen einer
Medienkonferenz.
Die Suchtprävention ist fixer Bestandteil einer umfassenden
Gesundheitsförderung und schließt Fragen des Drogen-, Alkohol-, Nikotin- und
Medikamentenmissbrauchs, sowie nicht substanzgebundene Süchte als
gleichbedeutend mit ein. Sie erfordert eine ganzheitliche Sichtweise und
muss im Rahmen eines pädagogischen Prozesses umgesetzt werden.****
"Gerade Bildungs- und jugendpolitische Maßnahmen bilden den notwendigen
Handlungsrahmen. Suchtprävention darf aber nicht auf punktuelle Maßnahmen
und Abschreckungsmethoden reduziert werden, sondern muss eine öffentliche
Sensibilisierung erzielen und langfristig wirken", legte Renate Brauner die
Grundsätze dar.
Darüber hinaus haben verschiedene Untersuchungen den deutlichen Wunsch
der WienerInnen gezeigt, noch mehr Präventionsprogramme in den Bereichen
legale und illegale Drogen zu haben. "Dieser Wunsch entspricht unserer
Intention, frühestmöglich mit der Prävention zu beginnen. Auch in diesem
Sinne steht unser Ansatz, ab Herbst auch an den Volksschulen eine
flächendeckende Prävention einzuführen", so Renate Brauner. Gerade das
Institut für Suchtprävention stelle hier eine zentrale Schnittstelle dar.
Zwtl.: Institut für Suchtprävention im Fonds Soziales Wien
Das Institut für Suchtprävention (ISP) im Fonds Soziales Wien (FSW) ist
das Kompetenzzentrum und die Kommunikationsdrehscheibe für suchtpräventive
Aktivitäten und Projekte in Wien. Die MitarbeiterInnen haben für alle
Alterstufen neue Suchtpräventionsprogramme entwickelt oder für Wien
adaptiert.
Grundsätzliche Ziele bei der Umsetzung dieser Programme sind:
wissenschaftliche Fundierung, Bedarfsorientierung und Nachhaltigkeit.
Nachhaltigkeit erreicht das Institut für Suchtprävention, indem es nicht nur
am Verhalten der Menschen ansetzt, sondern auch an den Bedingungen und
Strukturen in denen sie leben, lernen und arbeiten.
Stadträtin Brauner: "Seit vielen Jahren arbeitet die Wiener Drogenhilfe
erfolgreich in allen Bereichen der Suchtprävention. Mit dieser
Präventionsoffensive im Bereich der primären Vorbeugung sind wir ganz nahe
an den Wünschen besorgter Eltern."
Zwtl.: Suchtprävention an allen Wiener Volksschulen
"Eigenständig werden" ist ein Programm zur Suchtprävention und
Gesundheitsförderung an Volksschulen. Hintergrund dieses Programms ist der
von der WHO geforderte Lebenskompetenzansatz in der Erziehung, der auf die
Stärkung der Persönlichkeit von SchülerInnen abzielt. Das Programm wurde vom
IFT-Nord, Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung erstellt und wird
teilweise durch die Mentor-Stiftung, den Fonds Gesundes Österreich sowie den
FSW finanziert. Es wird nach dem "train the-trainer"-Modell vorgegangen:
In Kooperation mit Fortbildungseinrichtungen wie dem Pädagogischen Institut
und dem Verein Dialog werden LehrerInnen in mehrtägigen Schulungen mit den
Grundsätzen suchtpräventiver Arbeit vertraut gemacht. "Eigenständig werden"
wird bereits in über 30 Wiener Volksschulen umgesetzt und wird ab Herbst
2004 über LehrerInnen-Fortbildungen allen Wiener Volksschulen zur Verfügung
stehen.
Drogenkoordinator Dressel: "Wir haben die Möglichkeit, in Wien
modernsten "State of the Art" der Suchtprävention umzusetzen. Die Programme,
die wir entwickelt und ergänzt haben, basieren auf neuesten
wissenschaftlichen Erkenntnissen. Zur Umsetzung steht im ISP ein
multiprofessionelles Team zur Verfügung. Ich weiß aus Gesprächen mit
BürgerInnen und vor allem Eltern in den Bezirken, dass Suchtprävention ein
wichtiges Thema ist. Diesem Thema wollen wir uns im neuen Schuljahr noch
stärker als schon bisher widmen."
Zwtl.: Weitere Projekte der Suchtprävention in Wien
o "Miteinander Leben"
Ziel von "Miteinander Leben" ist es, all jene Personen, die
professionell mit Kindern und Jugendlichen ab der 5. Schulstufe arbeiten, zu
systematischen suchtpräventiven Aktivitäten in ihrem jeweiligem Arbeitsfeld
zu veranlassen. Das Projekt wird in Form einer Fortbildungsreihe im Bezirk
umgesetzt. Zielgruppen sind MultiplikatorInnen, Eltern, politisch
Verantwortliche und MitarbeiterInnen in lokalen Initiativen.
o "Generation E" - Werkstatt für kreative Elternarbeit
"Generation E" ist ein Produktentwicklungsprojekt, in dem
suchtpräventive Angebote für die ganze Familie entwickelt und in
standardisierter Form ausgearbeitet werden. Allgemeine Zielsetzung des
Projekts ist die Förderung einer gesunden und kreativen Lebensgestaltung bei
Kindern und Jugendlichen im Rahmen der Familie, unter anderem mit dem Ziel
der Verhinderung einer Suchtentwicklung.
o "Schultüte"
Die "Schultüte" bietet Eltern, die sich in Erziehungsfragen unsicher
fühlen, einen Leitfaden mit Anregungen für verschiedene
Handlungsmöglichkeiten. Wie Grenzen setzen? Wie Freiräume ermöglichen?
Fragen, auf die nicht immer die Antworten parat sind. Dennoch kann der
Umgang mit dem daraus resultierenden elterlichen Verhalten Auswirkungen beim
Entwickeln von Sucht haben. Auf der Homepage von schultuete.at können
interessierte Eltern auch Fragen an ExpertInnen richten.
o MultiplikatorInnenausbildung
Im Rahmen der Ausbildungsmaßnahmen für MultiplikatorInnen werden im
Jahr 2004 vom Institut für Suchtprävention folgende Schwerpunkte gesetzt:
Fortbildung für MitarbeiterInnen der außerschulischen Jugendarbeit.
MitarbeiterInnen der außerschulischen Jugendarbeit (z.B. Jugendzentren)
werden im Rahmen eines Lehrgangs Kompetenzen zu den Themen Sucht, Drogen und
Suchtprävention vermittelt.
o Kooperation mit der MAG ELF
Im Rahmen einer Kooperation mit der MAG ELF werden MitarbeiterInnen der
Magistratsabteilung durch das Institut für Suchtprävention
personalkommunikative und strukturelle Inhalte und Fähigkeiten aus dem
Bereich der Suchtprävention vermittelt. Die MitarbeiterInnen werden nach
Abschluss der Fortbildungsreihe in ihrer alltäglichen Praxis noch
kompetenter auf gefährdete, konsumierende und/oder suchtkranke Kinder,
Jugendliche und deren Eltern eingehen können.
o Betriebliche Suchtprävention im Lehrlings- und im
Erwachsenenbereich
Im Rahmen der Betrieblichen Suchtprävention sollen Betriebe aktiv
angesprochen und das Bewusstsein für den Nutzen von Präventionsaktivitäten
geweckt werden. Ziel ist, Unternehmen, die an betrieblicher Suchtprävention
interessiert sind, durch Marketing-/PR-Maßnahmen für die gemeinsame
Entwicklung sowie Durchführung struktureller Maßnahmen und
Schulungsmaßnahmen im Bereich betrieblicher
Suchtprävention/Gesundheitsförderung zu gewinnen.

Akupunktur gegen Drogenabhängigkeit
Chinesische Forscher arbeiten an neuer Behandlungsmethode
Chinesische Forscher haben ein Therapieverfahren entwickelt, bei dem
Drogenabhängigkeit mit Akupunktur behandelt wird. Kommt das Verfahren zum
Einsatz, könnten 860.000 Drogenabhängige in China auf eine neue
Behandlungsmethode hoffen. Dies berichtet die chinesische Nachrichtenagentur
Xinhua
http://news.xinhuanet.com .
Erste Versuche bei Mäusen und Menschen seien bereits erfolgreich verlaufen,
erklärte der Forschungsleiter und Neurophysiologe Han Jisheng von der Beijing
Medical University
http://www.bjmu.edu.cn . In einem der Experimente behandelte der
Neurophysiologe das Bein einer heroinabhängigen Maus mit Akupunktur. Daraufhin
kam es zu einer chemischen Veränderung in ihrem Gehirn, die das Verlangen nach
der Droge blockierte.
Tests an Menschen sind bisher jedoch noch nicht von derartigen Erfolgen
gekrönt. Von rund 40 Drogenabhängigen, die bereits im August 2000 mit der
Akupunktur-Methode behandelt worden waren, erwiesen sich in einem Monitoring
im vergangenen Monat nur drei als clean.

Ambulante Suchtberatung 1999
Häufig Rückfälle trotz Wunsch nach völliger Abstinenz
Neuenburg (ots) - Sowohl am Anfang als auch am Ende der ambulanten
Suchtberatung beabsichtigen viele Ratsuchende, den Konsum der
problematischen Substanz (Alkohol, Heroin oder andere Substanzen)
vollständig aufzugeben. Von den Klientinnen und Klienten mit
Heroinproblemen sind dies mehr als von den Ratsuchenden mit Problemen
im Alkoholbereich. Viele Klientinnen und Klienten mit problematischem
Substanzkonsum sind jedoch trotz ihres Wunsches nach einer
definitiven Abstinenz während der psychosozialen Beratung rückfällig.
Dies zeigt die Statistik der ambulanten Behandlung und Betreuung im
Alkohol- und Drogenbereich (SAMBAD) von 1999, welche das Bundesamt
für Statistik (BFS) zusammen mit der Schweizerischen Fachstelle für
Alkohol- und andere Drogenprobleme (SFA) und dem Bundesamt für
Gesundheit (BAG) soeben veröffentlicht hat.
Eigene Suchtprobleme: mehr Beratungen für Männer
1999 liessen sich wie schon in den Vorjahren mehr Männer als
Frauen bei einer ambulanten Suchtberatungsstelle bezüglich eigener
Probleme im Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol, Heroin oder
anderen Substanzen beraten: Der Frauenanteil bei den Ratsuchenden war
sowohl im Alkohol- als auch im Heroinbereich 29% (Männer 71%). Gerade
umgekehrt ist das Geschlechtsverhältnis bei den Angehörigen: 80% der
Angehörigen, die sich beraten liessen, waren Frauen.
Bei Personen mit Alkoholproblemen dauert es ab Beginn des
regelmässigen Konsums im Durchschnitt 18,8 Jahre, bis sie eine
Beratungsstelle aufsuchen, bei Personen mit Heroinproblemen 7,9
Jahre.
Personen mit Heroinproblemen haben häufig mehrmalige
Behandlungserfahrungen, während im Alkoholbereich deutlich mehr
Ratsuchende erstmals auf einer Beratungsstelle erscheinen (Alkohol:
rund 56% der Männer, 44% der Frauen; Heroin: 27% der Männer, 29% der
Frauen).
Ein Grossteil der Personen, die eine Beratung aufsuchen, erwarten
Hilfe bei Beziehungsproblemen. Knapp 1/3 der Personen mit eigenen
Substanzproblemen konsultieren wegen Beziehungsproblemen eine
Beratungsstelle, von den Angehörigen der substanzabhängigen Personen
sind es fast æ. Die Angehörigen zeigen zudem mehr Eigeninitiative:
Fast 80% der Angehörigen, hingegen lediglich 55% der Ratsuchenden mit
Substanzproblemen kommen aus eigener Initiative in die Beratung.
Werden Beratungen vermittelt, geschieht dies meistens durch
Medizinalpersonen; Freundinnen und Freunde treten immer noch selten
als Vermittlerinnen und Vermittler sowohl von Angehörigen als auch
von Personen mit einem problematischen Konsum im Alkohol- und
Drogenbereich auf.
Mehr Heroinkonsumenten als Personen mit Alkoholproblemen und mehr
Frauen als Männer streben die absolute Abstinenz an
Ratsuchende mit Heroinproblemen beabsichtigen häufiger, den Konsum
vollständig aufzugeben, als Ratsuchende mit Problemen im
Alkoholbereich. Bei Beratungsbeginn sind es 74% im Heroinbereich und
43% im Alkoholbereich. Am Ende der Beratung sind es deutlich weniger:
48% der Personen mit Heroinproblemen und 38% der Personen mit
Alkoholproblemen beabsichtigen den Konsum definitiv aufzugeben.
Frauen äussern dies etwas häufiger als Männer.
Im Vergleich zum Heroinbereich werden im Alkoholbereich häufig
zeitlich begrenzte Abstinenz und kontrollierter Konsum ins Auge
gefasst.
Rückfallquote bei Heroinproblemen grösser als bei Alkoholproblemen
Unter den Ratsuchenden mit Heroinproblemen sind mehr als 60% der
Frauen und auch mehr als 60% der Männer in Bezug auf die Ziele der
Behandlung rückfällig, unter den Personen mit Alkoholproblemen sind
es rund 40% der Männer und rund die Hälfte der Frauen. Während im
Heroinbereich Frauen relativ häufig einzelne Rückfälle haben, kommen
im Alkoholbereich mehrmalige Rückfälle bei weiblichen Ratsuchenden
verhältnismässig häufig vor.
Substitution mit Methadon
Der soeben vom BFS veröffentlichte SAMBAD-Bericht 1999 erlaubt zum
ersten Mal eine Betrachtung der Personen mit Opiatproblemen, die an
einem Methadon-Programm teilnehmen und sich gleichzeitig auf einer
ambulanten Suchtberatungsstelle beraten lassen. Für diese Personen
ist die oft geforderte psychosoziale Begleitung von
Methadonbehandlungen erfüllt.
1/3 aller mit SAMBAD registrierten Ratsuchenden mit Opiatproblemen
befinden sich zu Beginn der psychosozialen Beratung in einer
Methadonbehandlung. Die methadonbehandelten und die nicht
methadonbehandelten Ratsuchenden unterscheiden sich in mehreren
Aspekten: So sind die Personen mit Methadonsubstitution leicht älter
(Frauen im Durchschnitt 28,0 Jahre, Männer 29,3 Jahre) als die
Ratsuchenden ohne Methadon (Frauen: 26,4 Jahre, Männer: 27,9 Jahre).
Bezüglich früherer Behandlungen sind rund 80% der methadonbehandelten
Klientinnen und Klienten nicht zum ersten Mal in einer Beratung, bei
den nicht mit Methadon behandelten Ratsuchenden sind es rund 60%.
Rückfälle während der psychosozialen Beratung sind bei den Personen,
die an einem Methadonprogramm teilnehmen, zahlreicher als bei den
nicht methadonbehandelten Ratsuchenden, nämlich bei rund 2/3 der
Klientinnen und Klienten (nicht Methadonbehandelte: 63% der Männer,
56% der Frauen). Auf der anderen Seite reduzierte sich am Schluss der
psychosozialen Beratung bei de n mit Methadon behandelten Männern die
Arbeitslosigkeit um rund 15%, bei den nicht methadonbehandelten
Klienten lediglich um knapp 7%.
Im Jahr 1999 wurden in der Schweiz 17'907 mit Methadon
substituierte Personen registriert (Bundesamt für Gesundheit (BAG):
URL:
http://www.act-info.ch/nms1999/dindex.htm). Das BAG führt am 8.
und 9. November 2001 eine Nationale Substitutionskonferenz durch, an
der generelle Empfehlungen für die Substitutionsbehandlung von
Personen mit Problemen im Opiatbereich entwickelt werden sollen.
Nähere Informationen hierzu sind zu finden unter der folgenden
Adresse:
http://www.admin.ch/bag/sucht/d/index.htm.
Qualitätssicherung durch Kompetenzförderung der Mitarbeitenden
Der neue SAMBAD-Bericht zeigt zum ersten Mal die Möglichkeiten der
Weiterbildung und der Supervision der beratenden Personen auf: In
rund 94% aller spezialisierten Suchtberatungsstellen sowie
polyvalenten Dienste und in knapp 80 % der psychiatrischen Dienste
haben die Mitarbeitenden die Möglichkeit gehabt, sich fortzubilden.
Die Beratungspersonen können externe SupervisorInnen beiziehen.
Diese beraten oder beaufsichtigen die Mitarbeitenden bei Problemen
mit Klientinnen und Klienten (Fallsupervision) oder bieten ihnen bei
Problemen untereinander im Team Hilfestellung an (Teamsupervision).
Fallsupervision ist in knapp æ der spezialisierten
Suchtberatungsstellen und psychiatrischen Dienste möglich,
Teamsupervision in mehr als der Hälfte der auf Sucht spezialisierten
Beratungsstellen. Eine weitere Möglichkeit ist die Intervision.
Darunter wird die gegenseitige Unterstützung der Beratungspersonen
bei Problemen mit Klientinnen und Klienten verstanden.
Methodischer Steckbrief zu SAMBAD 1999
Die Statistik der ambulanten Behandlung und Betreuung im Alkohol-
und Drogenbereich (SAMBAD) wird seit dem 1. Juli 1994 geführt und ist
Bestandteil des Statistikprogramms des Bundes. Die Teilnahme der
Suchtberatungsstellen ist freiwillig. Verantwortlich für die
Erfassung und Aufbereitung der Daten ist das Bundesamt für Statistik
(BFS). Die Datenanalyse erfolgt in Zusammenarbeit mit der
Schweizerischen Fachstelle für Alkohol- und andere Drogenprobleme
(SFA), ermöglicht durch ein Mandat des Bundesamtes für Gesundheit
(BAG). Der daraus resultierende Bericht gibt Aufschluss über die
Arbeit der Alkohol- und Drogenberatungsstellen in der ganzen Schweiz
und untersucht die Lebensverhältnisse, Konsumformen und die daraus
entstandenen Probleme ihrer Klientinnen und Klienten.
Angesprochene Beratungsstellen
SAMBAD berücksichtigt alle ambulanten Beratungsdienste mit einem
Angebot für Personen mit Abhängigkeitsproblemen (Alkohol,
Medikamente, illegale Drogen), sofern dieses Angebot auf eine
minimale Dauer von 3 Kontakten ausgerichtet ist. Einrichtungen für
punktuelle Hilfe wie Gassenküchen, Kontakt- und Anlauf- oder
Notschlafstellen werden nicht einbezogen. Es sind zwei
Befragungsebenen zu unterscheiden: Bei der Institutionenbefragung
beträgt die Beteiligungsquote 81,6% der erfassten psychosozialen
Institutionen (218 von insgesamt 267) und 86,5% aller auf Sucht
spezialisierten Beratungsstellen (154 von insgesamt 178). Auf der
Ebene der Beratungen (Klientinnen- und Klientenstatistik) haben sich
41,2% aller registrierten Institutionen beteiligt (110 von insgesamt
267 Institutionen) und 55,1% der auf Sucht spezialisierten
Beratungsstellen (98 von insgesamt 178). Seit Beginn der SAMBAD hat
die Zahl der Beratungsstellen insgesamt abgenommen und damit auch die
Population der SAMBAD-Statistik. Insbesondere ist die Zahl d er
Beratungsdienste im Alkoholbereich zurückgegangen, während im Bereich
der illegalen Drogen die Zahl der Beratungsstellen zunächst bis 1997
angewachsen und erst seit 1998 zurückgegangen ist.
Erfasste Beratungen resp. Behandlungen
SAMBAD erfasst nicht Klientinnen und Klienten, sondern Beratungen
(Therapien, Betreuungen). Klienten, die sich an mehreren Orten
gleichzeitig beraten lassen, werden entsprechend auch mehrfach
erfasst.
Es werden nur Beratungsepisoden in die Statistik aufgenommen, die
mindestens drei Kontakte umfassen.
Die Statistik umfasst Neuaufnahmen, Abschlüsse und
Zwischenberichte (sog. Jahresendzensus) von Beratungen resp.
Behandlungen der berücksichtigten ambulanten Beratungsdienste. Die
teilnehmenden Beratungsstellen verzeichneten für 1999 insgesamt 5'319
neue Beratungs-auf-nahmen. Diese Zahl entspricht nur einem Teil der
behandelten Fälle. Bei 2'153 Beratungsabschlüssen lag der Beginn vor
1999, und bei 2'979 Fällen des Jahres 1999 liegen nur die Angaben aus
dem Jahresendzensus vor.
Neuerscheinung:
Bundesamt für Statistik, Ambulante Suchtberatung 1999,
Statistik der ambulanten Behandlung und Betreuung im
Alkohol- und Drogenbereich, Neuch,tel 2001. Bestellnummer:
229-9900

Für Suchtverhalten verantwortliche Gehirnreaktionen
identifiziert
Hirnaktivität während des Essens von Schokolade gemessen
Ein Team amerikanischer und kanadischer Wissenschaftler hat die
Gehirnregionen identifiziert, die für ein bestimmtes Suchtverhalten und
Essstörungen verantwortlich sind. Mittels Positronenemissionstomografie (PET)
Scans wurde die Gehirnaktivität von Teilnehmern während des Essens von
Schokolade gemessen. Dabei stellte sich heraus, dass das individuelle
Vergnügen beim Schokoladeverzehrs in direktem Zusammenhang mit einer
verstärkten Durchblutung bestimmter Gehirnregionen steht. Der frontale Kortex
und das Mittelhirn werden auch von Suchtstoffen wie Kokain aktiviert,
berichtet das Fachmagazin Brain.
http://brain.oupjournals.org
Dana Small von der Northwestern University
http://www.northwestern.edu
fand zusätzlich heraus, dass die durch den Schokoladegenuss aktivierten
Gehirnregionen sich je nach Gefühl deutlich von einander unterschieden. Wurde
die Schokolade als Belohnung empfunden, fand eine Aktivierung in anderen
Bereichen statt, als wenn bereits eine Übersättigung vorlag. Small
konzentrierte sich in der Folge auf jene Regionen, die mit einer Belohnung in
Zusammenhang standen, da diese auch bei der Sucht eine entscheidende Rolle
spielen. Laut Small handelt es sich bei der aktuellen Studie um die erste, die
die Gehirnaktivität als Reaktion auf wechselnde Gefühle bei der Einnahme eines
so genannten primären Verstärkers untersucht. Ein primärer Verstärker wie
Schokolade gilt als Reiz, der vom Menschen von Geburt an genossen und nicht
erlernt wird. Allgemein gelten Suchtstoffe als primäre Verstärker.
Fett und Zucker zählen ebenfalls zu den primären Verstärkern. Mit ihrem
hohen Anteil an beiden Substanzen verfügt Schokolade über ein besonders großes
Reizpotenzial. Einige Ernährungswissenschaftler vertreten sogar die
Auffassung, dass Schokolade süchtig macht. Das Team gab den 15 Teilnehmern der
Studie, die sich selbst als "Chocoholics" bezeichneten, zwischen 40 und 110
Gramm Schokolade, die sie langsam im Mund zergehen lassen sollten. Die
Forscher maßen die Gehirnaktivität bei Erreichen der Sättigung und beim
Weiteressen über diesen Punkt hinaus. Laut Small verwandelte sich die
Schokolade dabei von einer Belohnung zu einer Bestrafung. Details: Eurekalert
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2001-08/nu-mba082801.php
