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Rosenkranz: Substitol aus Drogenersatzprogramm nehmen

Anhebung der Mindeststrafen für Drogendelikte 

FPÖ-Gesundheitssprecherin Barbara Rosenkranz sprach sich heute dafür aus, das Mittel Substitol aus dem Drogenersatzprogramm zu nehmen.

Rosenkranz begründete ihre Forderung damit, daß Substitol suchtverlängernd wirke und das Prinzip der Abstinenzorientiertheit unterlaufe. Dies widerspreche den diesbezüglichen UNO-Konventionen als auch dem Grundsatz "Therapie statt Strafe", da es sich ja in Wahrheit um keine Therapie handle, sondern nur um eine Verlängerung der Drogensucht mit einem anderen Mittel.

Das Ziel muß laut Rosenkranz aber ein Ende der Drogenabhängigkeit der jeweils betroffenen Person sein. Substitol sei hier völlig ungeeignet und im Grunde auch inhuman, denn wer dieses Mittel nehme, bleibe weiterhin abhängig und habe eigentlich keine Chance, aus dem Teufelskreis der Sucht auszubrechen.

Die freiheitliche Gesundheitssprecherin wies auch darauf hin, daß Substitol oft auf dem Schwarzmarkt gehandelt werde. Dies könne dann zu letalen Folgen führen. Auch diese Gefahr rechtfertige ein rasches Verbot dieses Mittels.

Weiters sprach sich Rosenkranz für eine Anhebung der Mindeststrafen für Drogendelikte aus. Dealer würden dadurch effektiver abgeschreckt.


 

Landauer: Retardierte Morphine in Drogensubstitution verbieten!

Drogensüchtige werden von Heroin- in Opiatabhängigkeit getrieben 


Das Verbot der Abgabe retardierter Morphine in der Drogensubstitution forderte heute die Gesundheitssprecherin der Wiener Freiheitlichen, Stadträtin Karin Landauer, in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit der Allgemeinmedizinerin Dr. Margarete Groß, die seit Jahren die größte Zahl an Suchtgiftkranken in Wien betreut.

Landauer betonte, dass Wien die lockerste Abgabepraxis von retardierten Morphinen wie Substitol habe und dadurch ein reger Schwarzmarkthandel entstehe. "Viele Substitutionspatienten suchen mehrere Ärzte gleichzeitig auf, erhalten eine hohe Menge an Morphinen und verkaufen diese weiter. Wie bei der fehlenden sozialen Begleitung von Substitutionspatienten ist hier der Wiener Drogenkoordinator Michael Dressel seit Jahren säumig. Auch der Drogenbeauftragte der Stadt Wien Dr. Alexander David ist gefordert, sein Wissen einzubringen, da auch er keine retardierten Morphine verschreibt".

Weiters verwies die FP-Stadträtin auf einen Erlass des Gesundheitsministeriums an die Landeshauptleute vom 1.1.2005, der darauf abziele, die missbräuchliche Abgabe von retardierten Morphinen zu reduzieren und so einen Missbrauch möglichst zu verhindern. "Dieser Erlass wurde in Wien bis heute nicht an Ärzte, Apotheken und Einrichtungen der Drogenhilfe nicht weitergeleitet", kritisierte Landauer.

Dr. Margarete Groß, die keine derartigen Mittel verabreicht, erklärte, dass Österreich neben Slowenien und Bulgarien das einzige Land sei, dass diese Morphinpräparate als Drogenersatzmittel zugelassen habe. Während man in Deutschland die Zulassung abgelehnt habe, halte man in Österreich weiterhin an diesem sehr umstrittenen Weg fest. "Durch diese Drogenersatz-Behandlung werden Menschen nicht von Heroin weggebracht sondern in die Opiatabhängigkeit getrieben. Diese ist zerstörerisch und kann tödlich enden. Von diesem Stoff ist es wesentlich schwieriger wieder wegzukommen, als von Methadon. Wir wollen die Menschen von ihrer Drogensucht wegbekommen und sie nicht mit retardierten Morphinen mutwillig verlängern".

Groß betonte weiters, dass durch die intravenöse Verabreichung von Kapseln schwerste körperliche Schäden entstehen würden. "Viele Süchtige sind "spritzengeil" und nehmen das Mittel auf diesem Wege ein".

Auch der wirtschaftliche Aspekt dürfe nicht vernachlässigt werden, da es sich bei diesen Medikamenten um sehr teure (geschätzter Umsatz 10 Millionen Euro) handle. "Die Wiener Gebietskrankenkasse ist gefordert, diese Mittel zum Drogenersatz nicht mehr zu bezahlen. Drogentherapie kann auch ohne derartige gefährliche Medikamente mit hoher Missbrauchsgefahr und damit verbundenen Organschäden und letalen Folgen erfolgreich sein", so Groß und Landauer abschließend.


 

FP-Landauer: Verbot retardierter Morphine in der Substitution

Für ein Verbot von retardierten Morphinen in der Substitution bei Drogenkranken sprach sich Mittwoch FPÖ-Stadträtin Karin Landauer in einem Pressegespräch aus. In Wien herrsche die lockerste Abgabepraxis, kritisierte die FPÖ-Politikerin und wies darauf hin, dass auch der Drogenbeauftragte der Stadt Wien, Dr. Alexander David keine retardierten Morphine verschreibe. Die Missbrauchsgefahr bei diesem Medikament sei besonders groß. Auch die Wiener Gebietskrankenkasse dürfe diese Medikamente nicht mehr bezahlen. Sie sollten allein Schmerzpatienten vorbehalten bleiben. Ein seit Jahresbeginn gültiger Erlass des Gesundheitsministeriums verlangt auch die Einbindung der Amtsärzte bei Einzel- oder Dauerverschreibungen dieser Medikamente. Landauer forderte vom Landeshauptmann die Umsetzung dieser Verordnung und die Information von Ärzten und Apothekern über diesen Erlass. Dies müsse als erster Schritt zum Verbot dieser Medikamente verstanden werden.
 


Drogensubstitutionsbericht 2004 liegt vor

LSth. Bischof: "Trend zu Opiaten auch in der Substitution feststellbar" 


"Der Trend zu Opiaten ist auch in der Substitution festzustellen", das geht aus dem Drogensubstitutionsberichtes 2004 hervor, berichtet Gesundheitslandesrat Landesstatthalter Hans-Peter Bischof. Insgesamt wurden in Vorarlberg 123 Personen (76 Prozent Männer und 24 Prozent Frauen) in die Substitutionsbehandlung aufgenommen, davon waren 63 Erstaufnahmen (71 Prozent Männer und 29 Prozent Frauen). Besonders in der zweiten Jahreshälfte 2004 ist die Zahl der Erstmalsbehandlungen mit 43 Personen signifikant angestiegen. Auffällig ist, dass von den 63 Neuaufnahmen 45 jünger als 30 Jahre und davon wiederum zehn Personen jünger als 20 Jahre alt waren.

   Bei der Wahl des Medikamentes für die Substitutionsbehandlung zeigt sich, so Bischof, "dass Methadon weiter rückläufig ist". Lag der Anteil im Jahr 2000 bei 45,6 Prozent sind es 2003 nur noch 28,2 Prozent. Hingegen sind die Anteile von retardierten Morphinen stark gestiegen, konkret von mehr als 33 auf über 40 Prozent. Bei den 123 Personen die 2004 in die Substitutionsbehandlung aufgenommen wurden erfolgten 135  Behandlungen, 30 Prozent mit Methadon, 46  Prozent mit retardierten Morphinen und 21 Prozent mit Subutex, bei den restlichen drei Prozent wurden andere Substanzen eingesetzt. Da die retardierten Morphine im Gegensatz zu Methadon nicht in flüssiger, sondern in Tablettenform abgegeben werden, haben sie ein wesentlich höheres Missbrauchsrisiko. Wie Landesstatthalter Bischof betont, hat das Gesundheitsministerium als zuständige Behörde für die Substitutionsbehandlung bereits angekündigt, bis Ende Februar Verbesserungsvorschläge zu präsentieren. In Vorarlberg gibt es schon derzeit sehr strenge Vorgaben bei den Abgabemodalitäten, welche in Zusammenarbeit und in Abstimmung mit der Vorarlberger Apothekerkammer erstellt wurden. Damit soll das Risiko des Missbrauchs deutlich reduziert werden.

   Laut Bischof, lassen sich die Ziele der Substitutionsbehandlung, wie Entkriminalisierung, HIV- und Hepatitis-Prävention, Stabilisierung sowie Schadenminimierung, gut verwirklichen. Bischof:
"Die Substitution stellt eine nicht mehr wegzudenkende Behandlungsmöglichkeit für Opiatabhängige dar." Zur Zeit werden 318 Opiatabhängige behandelt. Pro Jahr werden rund 400 Behandlungen durchgeführt, wobei im Jahre 2004 mit 422 Behandlungen bei 385 Personen ein historischer Höchststand erreicht wurde. "Wir werden diese Entwicklung mit Argusaugen weiter beobachten, um rasch auf Änderungen reagieren zu können", so Bischof.

LSth. Bischof: Mehr niedergelassene Ärzte für Substituierte

   Eine weitere vorarlbergspezifische Herausforderung  ist, so Bischof, "dass nach wie vor zu wenig niedergelassene Ärzte mit Kassenvertrag in der Substitutionsbehandlung tätig sind." Dadurch ergibt sich insbesondere im Bezirk Dornbirn eine Lücke, wo derzeit nur 40 der 80 Substituierten behandelt werden können. Bischof fordert daher von Gebietskrankenkasse und Ärztekammer, die für den Versorgungsauftrag im niedergelassenen Bereich verantwortlich sind, entsprechende Weichenstellungen vorzunehmen.
 


 

Drogensituation stabil, aber nicht entspannt

"Das Beste ist, dass es nichts Sensationelles zu berichten gibt." Dieses Fazit zog Landesstatthalter Hans-Peter Bischof heute, Freitag, im Landhaus bei der Präsentation des Vorarlberger Drogenberichtes 2004. Die Drogensituation in Vorarlberg sei weitgehend stabil, biete aber keinen Grund zu übertriebenem Optimismus, so Bischof.

   Die Zahl der Suchgiftanzeigen pendelt seit Jahren zwischen 1.100 und 1.200 und auch die suchtgiftbezogenen Todesfälle zeigen abgesehen vom Ausreißerjahr 2001 mit drei bis sechs Toten pro Jahr kaum Veränderungen. Dennoch lassen sich Trends und Entwicklungen erkennen. Laut dem Drogenbeauftragten des Landes, Primar Reinhard Haller, findet der experimentelle Drogenkonsum immer stärkere Verbreitung. Und waren früher in erster Linie Randgruppen von Drogenkonsum und Suchterkrankungen betroffen, sei das Problem heute in fast allen Bereichen und Schichten der Gesellschaft anzutreffen. "Dadurch ändern sich auch die Anforderungen an das Beratungs- und Behandlungsangebot", so LSth. Bischof.

   Aktuell werden im Rahmen der Substitutionsbehandlung rund 310 Opiatabhängige behandelt. Pro Jahr werden rund 400 Behandlungen durchgeführt. Dabei ist Methadon als Medikament weiter rückläufig, während immer öfter retardierte Morphinen verwendet werden, bei denen aber ein wesentlich höheres Missbrauchsrisiko besteht. Hier sei das Gesundheitsministerium als für die Substitutionsbehandlung zuständige Behörde gefordert.

   Ein weiteres Vorarlberg-spezifisches Problem sieht der Drogenkoordinator des Landes, Thomas Neubacher, darin, dass nach wie vor zu wenige niedergelassene Ärzte in der Substitutionsbehandlung tätig sind. Man stehe diesbezüglich bereits im Kontakt mit der Gebietskrankenkasse und der Ärztekammer, denen es obliegt, entsprechende Weichenstellungen vorzunehmen.

   Der Vorarlberger Drogenberichtes 2004 kann im Internet auf www.vorarlberg.at heruntergeladen werden.
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:36
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