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Biometrie zur Erhöhung der Sicherheit im Strafvollzug

  
Thema: Biometrie zur Erhöhung der Sicherheit im Strafvollzug

   Der mutmaßliche Geldfälscher "Ivan Ivanov" war mit Hilfe eines vermeintlichen Verfahrenshelfers am 13. April aus dem so genannten Halbgesperre im Landesgericht entkommen. Der 45-jährige Ukrainer hatte sich in der Vorführzone mit seinem angeblichen Anwalt getroffen.

   Im Justizministerium ging man davon aus, dass der "Anwalt" in einem Pilotenkoffer Gewand für den Häftling einschmuggelte.

   Während eines "Gesprächs" in einem nicht überwachten Zimmer verlieh sich dieser mit Sakko und Krawatte ein anderes Aussehen. Dann dürfte der Häftling einfach durch jene Tür gegangen sein, die auch der falsche Anwalt benutzte.

Bereich für Anwälte und Richter

   Der Häftling kam in den so genannten Freifuß-Bereich, in dem sich Anwälte, Richter, Sachverständige und Angehörige vor oder nach Häftlingsbesuchen aufhalten.

   Hier, beim letzten Kontrollpunkt, dürfte er sich einfach einer größeren Gruppe von Personen angeschlossen und so die Kontrolle passiert haben. Laut Justizministerin Karin Gastinger (BZÖ) gibt es täglich rund 200 Vorführungen, 800 Menschen pro Tag halten sich in dem Bereich auf.

x-pin.com Lösung:

   x-pin.com setzt eine selbst entwickelte Besucherverwaltung mit biometrischer Gesichtserkennung ein.

   Jede Person, welche in die Vorführzone gelangen möchte, wird nach erfolgter Ausweiskontrolle von einem Justizwachebeamten biometrisch erfasst (Enrolment). Dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden und es werden dabei die Personaldaten und ein Abbild des Gesichtes elektronisch erfasst. Mit der zugeordneten Zutrittskarte (RFID Karte) kann sich nun der Besucher an der Schleuse identifizieren. Stimmen Gesicht der eintrittswilligen Person mit den gespeicherten "Gesichtsdaten" überein, wird sofort der Eintritt gewährt und die Tür geöffnet.

   Ab diesem Zeitpunkt wir dieser Besucher als authorisierte Person im sicheren Bereich definiert und im System aufgeführt.

   Sobald diese Person den abgesicherten Bereich wieder verlassen möchte, muss sie über die Ausgangsschleuse das Procedere wiederholen:
mittels der Zutrittskarte identifiziert sie sich, bei positiver Verifikation öffnet sich die Schleuse und die Person betritt dieselbe. Nach erfolgter Vereinzelungsprüfung (es wird sichergestellt, dass sich nur eine Person in der Schleuse befindet) öffnet sich die Ausgangstüre.

   Damit wird gewährleistet, dass ausschließlich berechtigten Personen Austritt gewährt wird. Als zusätzlichen, elektronischen Schutz wurde ein so genanntes "Anti-Pass-Back"- System integriert:
nur zuvor eingetretene Personen dürfen das System wieder verlassen.
 


 

Jarolim: Höchststand bei Häftlingen spiegelt das Versagen der Regierung Schüssel wider

Rasche Kehrtwende bei bedingter Entlassung erforderlich 

SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim forderte am Dienstag nach Bekanntgabe der neuen Häftlingszahlen, die einen Höchststand aufzeigen, neue Wege ein, betonte aber, dass die prekäre Situation das Versagen der Regierung Schüssels dramatisch widerspiegelt:
"Ankündigungen der Justizministerin allein sind wertlos, wenn sie nicht umgesetzt werden und alles bloß in schönen Worten und angeblichen Arbeitskreisen verhallt", so Jarolim gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Es ist die Aufgabe des Justizministeriums, für einen regulären Strafvollzug zu sorgen, der adäquate Betreuung und Resozialisierung ermöglicht. Wenn das nicht möglich ist, weil Bundkanzleramt und Finanzministerium blockieren, wie der heutigen Aussage eines Sprechers des Justizministeriums zu entnehmen ist, dann ist Schüssel selbst für diese unhaltbaren Zustände in Österreichs Gefängnissen verantwortlich", so Jarolim, der sein Bedauern darüber ausdrückte, dass Justizministerin Miklautsch "von Schüssel als bloßes Feigenblatt missbraucht wird."

"Der erste Schritt muss sicher sein, die derzeitige Situation in den Gefängnissen rasch zu entschärfen. Aber parallel dazu muss man dringend die Struktur ändern, die durch eine kriminalpolitisch nicht haltbare Politik per Angst-Management gespeist wird", betonte Jarolim. Konkret forderte Jarolim die Reduzierung der U-Haft, alternative Formen des Strafvollzugs sowie die Neugestaltung der bedingten Entlassung.

Jarolim verwies darauf, dass bereits bei einer im Juni letzten Jahres von der SPÖ durchgeführte parlamentarischen Enquete ebenso wie eine aktuelle Studie der Linzer Johannes Kepler Universität zum Ergebnis gekommen war, die bedingte Entlassung zu forcieren. Nicht nur, dass die bedingte Entlassung im internationalen Vergleich gesehen in Österreich krass unterdurchschnittlich angewandt wird, wird dem Willen des Gesetzgebers in der derzeitigen Praxis nicht entsprochen. Die bedingte Entlassung sollte nämlich für Gefangene mit guter Prognose nach Verbüßung der Hälfte, für Gefangene mit minder guter Prognose nach Verbüßung von zwei Dritteln der verhängten Strafe die Regel sein; die Verbüßung der gesamten Strafe sollte die Ausnahme bleiben.

Die SPÖ fordert, dass über die bedingte Entlassung nicht das Gericht, sondern eine Vollzugskommission entscheiden soll. Sie sollte aus dem Staatsanwalt, einem leitenden Vollzugsbediensteten und einem Sozialarbeiter der Bewährungs- oder Entlassenenhilfe bestehen. Gegen ihre Entscheidung sollte ein Rechtsmittel an eine Oberkommission zulässig sein. Die Verweigerung der bedingten Entlassung soll nur dann möglich sein, wenn die Gefahr schwerer Gewaltverbrechen oder gemeingefährlicher Verbrechen vorliegt sowie wenn es vom betreffenden Häftling einen Missbrauch von Haft-Lockerungen und schwere Aggressionen während des Vollzuges gegeben hat.


 

Stoisits: Gefängnisbau in Rumänien erwies sich erwartungsgemäß als Potemkinsches Dorf

War nur Ablenkung von gescheiterter schwarz-blauer Kriminalpolitik 

"Der Gefängnisbau in Rumänien erwies sich erwartungsgemäß als Potemkinsches Dorf. Es diente nur zur Ablenkung von der gescheiterten schwarz-blauen Kriminalpolitik, die zu einer noch nie dagewesenen Überfüllung der österreichischen Gefängnisse geführt hat", so Terezija Stoisits, Justizsprecherin der Grünen. Justizministerin Miklautsch soll jetzt endlich umsetzbare kriminalpolitische Initiativen setzen, denn die Situation in den österreichischen Gefängnissen ist unzumutbar.

Österreich sei europaweit absolutes Schlusslicht bei der Anwendung der bedingten Entlassung. Alle ExpertInnen fordern Reformen ein. Auch die U-Haft-Zahlen müssten wieder verringert werden. "Dem Bau von zusätzlichen Gefängnisse stehen die Grünen grundsätzlich ablehnend gegenüber, denn Gefängnisse baut man, um sie zu füllen", schließt Stoisits.
 


 

Justizanstalt Meidling: Strache dankt Miklautsch für Bürgernähe


Ein "herzliches Danke" im Namen der Meidlinger Bürger deponierte heute der Obmann der Wiener FPÖ Heinz-Christian Strache bei Justizministerin Karin Miklautsch für den Projektstopp der Justizanstalt Meidling in der Grünbergstraße 29.

Gemeinsam mit der Wiener FPÖ habe Karin Miklautsch die berechtigten Sorgen der Anrainer ernst genommen und in deren Sinn entschieden, auch wenn es gegen das vermeintliche Interesse von Spitzenbeamten im Justizressort und gegen das Interesse der SPÖ-Wien, welche bei Broda´schen Utopien immer ein offenes Ohr habe, gelegen war. "Das war eine mutige und gute Entscheidung der Justizministerin für die Bürger", so Strache.

Hinterfragt müsse nun die Rolle der SP-Bezirksvorsteherin Gabriele Votava werden. Diese wurde bereits am 26. März 2004 von Mitarbeitern des Justizministeriums schriftlich von dem geplanten Projekt informiert und hat dieses ohne näheres kritisches Hinterfragen, ohne die Meidlinger Bevölkerung darüber zu informieren oder einzubinden, unterstützt. Dieses bürgerfremde Verhalten spricht für sich.

"Die FPÖ befindet sich auf der Erfolgsstraße, wenn sie die Sorgen und Wünsche der Menschen ernst nimmt. Auch wenn es nicht einfach ist, sich gegen verkrustete Machtstrukturen in der Stadt Wien und in den Ministerien zu stellen, lohnt es alle mal, mit Beharrlichkeit den Bürgerwillen durchzusetzen", so Strache.


 

Jarolim zu bedingten Haftentlassungen: Linzer Uni-Studie bestätigt SPÖ-Position

Regierung stellt sich gegenüber Fakten und dem auf dem Tisch liegenden SPÖ-Konzept blind und taub 

Zu der heute veröffentlichten Studie von Linzer Experten zur bedingten Haftentlassung und dem vom Autorenteam daraus gezogenen Schluss, dass diese vermehrt angewandt werden soll, erklärte SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst, die Studienergebnisse würden voll und ganz die seit Langem dargelegte SPÖ-Position bestätigen. "Wir benötigen keine neuen Gefängnisse, sondern wir brauchen ein neues System der bedingten Haftentlassung und ein Ende des von dieser Regierung erzeugten und geförderten Klimas einer Law-and-order-Politik."

        Jarolim verwies darauf, dass bereits im Juni letzten Jahres eine von der SPÖ durchgeführte parlamentarische Enquete zu gleichen Ergebnissen gekommen war, wie die vorliegende Studie der Linzer Johannes Kepler Universität. "Alle Fachleute, alle Praktiker bei dieser Veranstaltung mit österreichischen und internationalen hochkarätigen Teilnehmern haben ein Forcieren der bedingten Entlassungen verlangt; aber die Regierung hat sich bisher aus rechtspopulistischen jedoch jeder rechtswissenschaftlichen und kriminalpolitischen Expertise entgegenstehenden Gründen blind und taub gestellt."

        Dem Willen des Gesetzgebers werde nämlich in der derzeitigen Praxis der bedingten Entlassung nicht entsprochen. Nach dem Konzept der Gesetzesverfasser sollte die bedingte Entlassung für Gefangene mit guter Prognose nach Verbüßung der Hälfte, für Gefangene mit minder guter Prognose nach Verbüßung von zwei Dritteln der verhängten Strafe die Regel sein; die Verbüßung der gesamten Strafe sollte die Ausnahme bleiben.

        Die SPÖ folgt dem Vorschlag des Strafrechtsprofessors Christian Bertel, der anregt, dass die bedingte Entlassung nichts mit einer neuerlichen Strafzumessung zu tun habe, sondern ein möglicher Abschluss des Entlassungsvollzuges sei. Deshalb sollte darüber nicht das Gericht, sondern eine Vollzugskommission entscheiden. Sie sollte aus dem Staatsanwalt, einem leitenden Vollzugsbediensteten und einem Sozialarbeiter der Bewährungs- oder Entlassenenhilfe bestehen. Gegen ihre Entscheidung sollte ein Rechtsmittel an eine Oberkommission, bestehend aus einem Richter, einem leitenden Vollzugsbediensteten und einem Sozialarbeiter zulässig sein. Die Verweigerung der bedingten Entlassung soll nur dann möglich sein, wenn die Gefahr schwerer Gewaltverbrechen oder gemeingefährlicher Verbrechen vorliegt sowie wenn es vom betreffenden Häftling einen Missbrauch von Haft-Lockerungen und schwere Aggressionen während des Vollzuges gegeben hat.

"Ich hoffe, dass Justizministerin Miklautsch sich - anders als ihr Vorgänger - endlich der Faktenlage und der Expertenmeinung stellt und möglichst rasch dem Nationalrat einen Gesetzesentwurf vorlegt, in dem eine Reform der bedingten Entlassung im angesprochenen Sinn vorgeschlagen wird", so Jarolim abschließend.


 

Galadiner im Häfn: Reinhard Gerer kocht in Justizanstalt Gerasdorf

Der international renommierte Spitzenkoch Reinhard Gerer tauscht am Dienstag, den 25.1.2005 den Herd des Korso gegen die Küche der Justizanstalt Gerasdorf. Gemeinsam mit Jugendlichen, die in Gerasdorf ihre Haftstrafe verbüßen, wird der 3-Haubenkoch für eine Vielzahl geladener Gäste ein Galadiner zubereiten. Der Reinerlös der Veranstaltung wird den Opfern der Flutkatastrophe von Südostasien zugute kommen.

Die Leiterin der Justizanstalt Gerasdorf, Dr. Margitta Essenther, vorbildlich tätig im Bereich Ausbildung für jugendliche Strafgefangene, möchte mit dieser Aktion Motivation und Zielsetzung für die Lehrlinge des Gastgewerbes bieten. Das Vermitteln von Ausbildung und dem Willen, das Erlernte im Leben entsprechend umzusetzen, sind zwei wesentliche Pfeiler des Strafvollzugs für Jugendliche.

Reinhard Gerer soll als Meister seines Faches Vorbild für die Auszubildenden sein, aber auch Tipps und Tricks der gehobenen Küche an die möglichen Haubenköche der Zukunft weitergeben. Eine Veranstaltung, die, unterstützt vom Bundesministerium für Justiz, auch dazu dienen soll, den Strafvollzug in Österreich und seine Leistungen zu präsentieren und dabei aufzuzeigen, dass der Einsatz von Personal und Budget in diesem wichtigen Bereich ein Gewinn für die Resozialisierung und somit eine Investition in die gesamte Gesellschaft ist.


 

Scheuch: Eine Strafamnestie ist keine Lösung für überfüllte Gefängnisse!

"Eine Strafamnestie zu fordern, um das Problem der überfüllten Gefängnisse zu lösen, packt weder das Problem an der Wurzel an noch löst diese Forderung der Grünen die Sorgen der Bevölkerung. Sicherer wird Österreich nur, wenn man Kriminalität generell eindämmt, die Aufklärungsrate verbessert und zum Beispiel straffällig gewordene Asylwerber schnellstmöglich abschiebt", meinte der freiheitliche Generalsekretär Uwe Scheuch gegenüber dem Freiheitlichen Pressedienst.

Es sei schon sehr verwunderlich, auf welche weltfremden Ideen die Grünen teilweise kämen und wie sie es schaffen würden, vor den Problemen der österreichischen Bevölkerung immer wieder die Augen zu verschließen. "Mit dieser realitätsfernen Politik der Grünen würden sich nur noch mehr Kriminelle auf freiem Fuß befinden anstatt dass das Problem der überfüllten Gefängnisse gelöst werden würde. Mit der Umsetzung der freiheitlichen Forderung nach einem strengeren Asylrecht und einem rigorosem Null-Toleranz-Paket mit sofortiger Abschiebung straffälliger Flüchtlinge wäre der Sicherheit Österreichs und den Sorgen der Österreicher und Österreicherinnen viel mehr geholfen", so der freiheitliche Generalsekretär weiter.

"Ich fordere die Grünen Parteispitzen auf, statt nur zu philosophieren und haltlos und parteipolitisch gefärbt zu phantasieren endlich mit anzupacken, umsetzbare Lösungen zu präsentieren und im Parlament an der Sicherheit Österreichs mitzuarbeiten", erklärte Scheuch abschließend.
 


 

Bundespräsident Dr. Fischer begnadigt Strafgefangene aus Anlass des Weihnachtsfestes 2004

Der Bundespräsident hat aus Anlass des Weihnachtsfestes 2004 und über Antrag der Frau Justizministerin 271 Strafgefangenen den Rest ihrer Strafen erlassen. Die Begnadigten sind zum Teil am 1., zum Teil am 14. Dezember 2004 aus der Haft entlassen worden. Es wurden nur Gefangene begnadigt, von denen künftig eine einwandfreie Lebensführung erwartet werden kann. Es wurde besonders auf die Aussichten der Begnadigten, sich nach der Haft sozial zu integrieren, Bedacht genommen. Aus diesem Grund ist - wie schon in den letzten Jahren - eine etwas geringere Zahl von Strafgefangenen durch die Weihnachtsbegnadigung begünstigt worden als früher. Der Bundespräsident hat aber außerhalb der erwähnten Gnadenaktion die Vorschläge der Bundesministerin für Justiz, Strafgefangene zu einem für ihre Wiedereingliederung in die Gesellschaft günstigen Zeitpunkt zu entlassen, in vermehrtem Umfang genehmigt.

Des weiteren hat der Bundespräsident - über Antrag der Frau Justizministerin - 1.269 Verurteilten, die nicht in der Lage waren über sie von den Gerichten zum Teil schon vor längerer Zeit verhängte Geldstrafen zu erlegen und deswegen eine Ersatzfreiheitsstrafe hätten verbüßen müssen, die Strafen bedingt nachgesehen. Anlass hiefür waren einerseits soziale Erwägungen, andererseits aber auch Änderungen in der Praxis der Strafverfolgungsbehörden, die in vielen Fällen, in denen früher eine Geldstrafe verhängt worden ist, nunmehr mit diversionellen Maßnahmen, d.h., mit dem an bestimmte Auflagen, vor allem aber an ein einwandfreies Verhalten des Beschuldigten während einer Probezeit, gebundenen Verzicht auf eine Verurteilung vorzugehen pflegen.
 


 

Weihnachtspakete aus Österreich - Ein Zeichen der Menschlichkeit für Häftlinge

Es ist eine langjährige Weihnachtstradition des Österreichischen Roten Kreuzes: Jährlich erhalten alle österreichischen Gefangenen, die in ausländischen Gefängnissen inhaftiert sind, ein Weihnachtspaket. Dabei lässt sich das Rote Kreuz von seinem Grundsatz der Humanität leiten.

Dieses Jahr erhalten 119 ÖsterreicherInnen entsprechende Sachspenden des Roten Kreuzes. Besonderer Wert wird dabei auf die Bedürftigkeit der Häftlinge gelegt. Die Pakete enthalten Kaffee und Tee, Hygieneartikel, Traubenzucker, Papier und Schreibmaterial.

In enger Kooperation mit dem Bundesministerium für auswärtige Angelegenheiten werden die Pakete im Gesamtwert von Euro 10.000,- in die ganze Welt verschickt: nach Canberra, Lima, Istanbul, Zürich, Athen oder Caracas. In all diesen Städten leben Österreicher, die wegen verschiedener Delikte eine Freiheitsstrafe erhalten haben.

Das Rote Kreuz möchte mit dieser Aktion für jene, an die nur selten gedacht wird ein Zeichen der Menschlichkeit setzen.
 


 

Scheuch: Justizministerin setzt sich durch!

"Es stellt einen großen Erfolg freiheitlicher Politik dar, wenn ab Montag 100 Bundesheersoldaten als Unterstützung der Justizwache eingesetzt werden. Justizministerin Miklautsch ist zu danken, dass es trotz Platters anfänglichem Nein nun doch zu dieser unbürokratischen Massnahme kommt", zeigte sich der freiheitliche Generalsekretär Uwe Scheuch erfreut über den Erfolg von Justizministerin Karin Miklautsch.

"Mit dieser Unterstützung kann Ministerin Miklautsch die prekäre Situation im Strafvollzug abfedern und die aus der Überbelegung der Gefängnisse entstandenen Engpässe etwas entschärfen. Es ist im Interesse aller, dass dadurch sowohl die Arbeitsbedingungen für die Justizwache als auch die Haftumstände für die Insassen verbessert werden. So schaut freiheitliche Politik aus", erklärte der FPÖ-Generalsekretär.

Laut Scheuch müsse man aber trotzdem nach wie vor eine Lösung für die Überbelegung der Gefängnisse finden. "Meiner Meinung nach sind 44% ausländische Inhaftierte einfach zuviel. Auch im Vergleich zu Resteuropa ist dieser Anteil überproportional hoch. Die Abschiebung der straffälligen Ausländer würde nicht nur die Überbelegung lösen, sondern auch zu einer budgetären Entlastung führen", meinte Scheuch abschließend gegenüber dem Freiheitlichen Pressedienst.
 


 

Böhmdorfer: Sicherheit in Österreich ist zunehmend gefährdet

4.000 Ausländer in österreichischen Gefängnissen =

"Österreich ist mit dem Ausländeranteil in den Gefängnissen in Europa Spitzenreiter", sagte FPÖ-Justizsprecher Dieter Böhmdorfer in seiner Rede zur heutigen Aktuellen Stunde. In den Gefängnissen gebe es permanent 5.000 Inländer und 4.000 Ausländer. Mit Ablenkungsdebatten erreiche man hier nichts. Die Sicherheit in Österreich sei zunehmend gefährdet, warnte Böhmdorfer.


Es gebe Häftlinge aus 109 Nationen, sagte der freiheitliche Justizsprecher. In ihren Heimatländern könnten diese viel besser resozialisiert werden. Der Bau eines Gefängnisses in Rumänien koste ein Zehntel bis ein Zwanzigstel dessen, was es in Österreich gekostet hätte. Man könne dort die Strafen vollziehen und die Häftlinge in ihrem Heimatland resozialisieren.

Die 4.000 Ausländer in den österreichischen Gefängnissen würden täglich 120 Euro kosten. Insgesamt seien dies 179 Millionen Euro jährlich. Das gesamte Budget für den Strafvollzug betrage 279 Millionen Euro. Man könne nicht mehr sagen, daß das kein Problem sei.


 

Jarolim zu Gefängnis-Überbelag: Miklautsch setzt Irrweg ihres Amtsvorgängers fort

SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim zeigte sich am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst "nach wie vor höchst skeptisch" bezüglich der österreichisch-rumänischen Pläne zum Häftlingsexport von in Österreich straffällig gewordenen Rumänen. "Schon das Transferieren von Strafrechts-Prozessen nach Rumänien ist rechtsstaatlich höchst bedenklich; aber selbst wenn bereits verurteilte Rumänen ihre Haft in ihrem Heimatland absitzen sollen, ist damit doch keineswegs die Misere beim Überbelag gelöst", kritisierte Jarolim die Pläne der Justizministerin als "Irrweg ihres Amtsvorgängers", den Miklautsch nun unreflektiert fortsetzen will. Lösungsnotwendig wären die Forcierung der bedingten Haftentlassungen, Therapie statt Haft für Drogenkonsumenten und eine Entschärfung der Gewerbsmäßigkeit, beispielsweise etwa beim Ladendiebstahl, wo schon Einzelfälle von geringem Umfang genügen, um Gewerbsmäßigkeit anzunehmen und U-Haft zu verhängen. ****

        "Vor diesem Hintergrund kann ein Häftlingsexport keinesfalls als Problemlösung angesehen werden, sondern lediglich als Ablenkungsmanöver, um die jahrelange verfehlte Justizpolitik unter der Leitung von FPÖ-Ministern zu vertuschen", so Jarolim, der abschließend erklärte, er hoffe, dass Miklautsch sich die Problemlage "unvoreingenommen Revue passieren" lasse und Vernunft den Vorrang vor bereits eingeschlagenen Wegen erhält.


 

Justizministerin Miklautsch fordert in NEWS mehr Hafträume.

In einem Interview mit der morgen erscheinenden Ausgabe von NEWS nimmt die neue Justizministerin Karin Miklautsch erstmals ausführlich zu der problematischen Situation des heimischen Strafvollzuges Stellung. Darin fordert die Ressortchefin eine Weiterführung der von Vorgänger Dieter Böhmdorfer initiierten Idee von Auslands-Gefängnissen. Miklautsch: "Mittelfristig müssen wir neuen Haftraum im In- aber auch im Ausland schaffen." Miklautsch denkt dabei an Länder wie Tschechien, Polen und Ungarn, wo in Österreich straffällig gewordene Täter die Haft absitzen könnten. "Das", so die Ministerin, "würde eine enorme Kostenersparnis für Österreichs Steuerzahler bedeuten." Demnach koste ein Häftling hierzulande 100 Euro pro Tag, in Rumänien etwa aber nur zehn Euro. Außerdem würde laut Miklautsch durch die Auslagerung der Haftanstalten die "Resozialisierung"  der Insassen erleichtert.

   Die erste dieser Haftanstalten wird ab Juni 2005 zirka 150 Kilometer südöstlich von Bukarest in Bau gehen.

   Kritik an Miklautschs Plänen übt hingegen der Chef der Justizwachegewerkschaft, Franz Pauser: "Derzeit können wir nur mehr bewachen aber nicht mehr betreuen. Bevor man ein teures Gefängnis in Rumänien errichtet, sollte zuerst einmal das Personal hierzulande aufgestockt werden."
 


Stoisits: Gefängnisbau in Rumänien ist Scheinlösung u. Populismus pur

"Der Gefängnisbau in Rumänien ist und bleibt eine Scheinlösung. Dahinter verbirgt sich eine Unzahl von ungelösten justizpolitischen Fragen. So können sie nicht beantwortet werden. Die Grünen sprechen sich nach wie vor gegen den Gefängnisbau in Rumänien aus", stellt heute die Justizsprecherin der Grünen, Terezija Stoisits fest. Stoisits unterstützt darüber hinaus die Aussagen von Caritas-Direktor Landau, der sachlich und nachvollziehbar argumentiere. "Ich warne eindringlich vor Pauschalierungen. Überdies fordere ich Ministerin Miklautsch auf, ihre rechtspolitischen Planung in diesem Zusammenhang endlich vorzulegen", ergänzt Stoisits.

Stoisits verweist darauf, dass Österreich seit 2000 eine noch nie da gewesene Steigerung von Häftlingszahlen zu verzeichnen habe. "Diese Scheinlösung ist Populismus pur in einem so sensiblen Bereich der Justizpolitik. Tatsächliche Möglichkeiten bleiben ungenutzt. Hier herrscht Stillstand", so Stoisits. Ungeklärt sei beispielsweise auch nach wie vor, ob künftig sowohl der Strafvollzug als auch das Strafverfahren nach Rumänien exportiert werden solle
 


 

Justizanstalt Stein: Insasse verstorben

   Stein, 2004-10-22 - Kurz vor Mitternacht ist in der Justizanstalt Stein ein Insasse verstorben. Wie in derartigen Fällen üblich wurde eine gerichtliche Obduktion angeordnet.
 


 

EU-Rat in Den Haag: Miklautsch wirbt für Strafvollzug im Heimatland

Die Bundesministerin für Justiz, Karin Miklautsch, stellte auf dem zweitägigen EU-Rat für Justiz und Inneres in Den Haag abermals die österreichische Idee einer EU-weiten gegenseitigen Anerkennung und Vollstreckung von Freiheitsstrafen im Heimatstaat des Verurteilten vor. Sie wies mit Nachdruck darauf hin, dass angesichts der steigenden Ausländer-Häftlingszahlen in vielen EU-Ländern und den damit verbundenen hohen Gerichts- und Haftkosten Handlungsbedarf bestünde.****

Im Zuge des Rats fanden Gespräche mit Luxemburg und Frankreich statt. Luxemburg sagte die Behandlung der österreichischen Initiative unter seiner Präsidentschaft (erstes Halbjahr 2005) zu, Frankreich unterstützt die Aufnahme dieses Themas in das künftige Arbeitsprogramm im Bereich Justiz und Inneres. Die Europäische Kommission arbeitet an einem Grünbuch zum selben Thema, deshalb wurde vereinbart, in enger Koordination mit der Kommission vorzugehen.

Auch die Schaffung von Haftraum im EU-Ausland wurde erneut diskutiert: Miklautsch sprach mit Vertretern Griechenlands, welches ein ähnliches Projekt in Albanien plant, über das österreichische Projekt in Rumänien. Es wurden eine enge Zusammenarbeit sowie ein Informations- und Erfahrungsaustausch vereinbart.

Die Justizministerin verlieh schließlich dem Wunsch Österreichs nach Verbesserung des Informationsaustauschs zwischen den Strafverfolgungsbehörden der Mitgliedstaaten unter Gewährleistung des Datenschutzes Ausdruck und konnte allgemeine Unterstützung für das Vorhaben gewinnen.


 

Böhmdorfer: Jugendstrafvollzug und Übersiedlung der JA Erdberg in die JA Josefstadt

Aus Anlass der Amtseinführung der neuen Leiterin der Justizanstalt Gerasdorf, Frau Oberrätin Dr. Margitta Essenther, nahm Justizminister Dr. Dieter Böhmdorfer heute zum Jugendstrafvollzug in Österreich, zur Situation in der Justizanstalt Gerasdorf und zur in Gang befindlichen Übersiedlung des Jugendgerichtshofes Wien und der diesen angeschlossenen Justizanstalt Erdberg Stellung.

In der Justizanstalt für Jugendliche Gerasdorf, die derzeit wegen Bauarbeiten für 109 (nach Ende der derzeitigen Umbauarbeiten 124) Burschen ausgelegt ist, werden Jugendliche und dem Jugendvollzug unterstellte junge Erwachsene mit Freiheitsstrafen von über 6 Monaten angehalten.

In der Justizanstalt für Jugendliche Gerasdorf werden Schulunterricht und Lehrausbildung in insgesamt 12 Lehrwerkstätten angeboten. Ein hoher Prozentsatz der Teilnehmer erreicht dabei einen positiven Abschluss. Die Aus- und Fortbildung (beruflich und schulisch) und die Betreuung von jugendlichen Insassen in Österreich entspricht den internationalen Standards im Jugendvollzug. Die Arbeit in den Jugendanstalten und Jugendabteilungen orientiert sich am aktuellen Stand der Erziehungswissenschaften, der Psychologie, Sozialarbeit und anderen Wissensgebieten (Medizin ua.), die für die Arbeit mit straffälligen jungen Menschen entscheidend sind. Das Leben in den Jugendanstalten soll weitgehend den Lebensverhältnissen in Freiheit angeglichen werden.

Die Jugendgerichtsbarkeit und der Jugendstrafvollzug sind dem Bundesminister für Justiz Dr. Dieter Böhmdorfer ein vordringliches Anliegen. Derzeit findet die Übersiedlung des JGH Wien und der JA Erdberg in das Landesgericht Wien und die JA Josefstadt statt. Ziel ist vor allem die Verbesserung Voraussetzungen des Jugendstrafvollzuges.

Durch die Eingliederung der Justizanstalt für Jugendliche Wien-Erdberg in die Justizanstalt Wien-Josefstadt wird nicht nur die Qualität der Unterbringung der jungen Menschen wesentlich verbessert, sondern sollen auch die Schulbildungen und Berufsausbildungen verbessert fortgeführt werden.

Für die jugendlichen Insassen steht in Zukunft eine Gesamtbelagskapazität von 168 (modernen) Plätzen zur Verfügung. Die 70 Zellen der Justizanstalt Erdberg ergaben sich durch Überbelag zum Teil in einem menschenrechtswidrigen Zustand. Der nunmehr den Jugendlichen und jungen Erwachsenen zur Verfügung stehende D-Trakt der Justizanstalt Josefstadt schließt an den Zentralbau an, in dem sich Festsaal, Turnsaal, Krankenabteilung, Besucherzone und Vernehmungszone befinden. Ein unbewachtes Zusammentreffen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen ist unmöglich. In jeder Abteilung wird ein 5-Personen-Haftraum zu Schulungs- bzw. Beschäftigungsräumen umgewidmet, sodass insgesamt zur Verfügung stehen:
2 Schulungsräume für Telelearning/EDV-Arbeit 1 Klassenzimmer (mit EDV-Ausstattung) für Pflichtschule bzw. Fortbildung 1 Werkstätte für Metallverarbeitung (Feilen, Sägen, Bohren, Gewinde schneiden etc.- Kennenlernen des Materials und seiner Bearbeitungsmöglichkeit) bzw. auch als Motivationswerkstätte 1 Werkstätte für Kunststoffbearbeitung 1 Werkstätte für Holzbearbeitung, Bastelarbeiten, Töpferei, Ergotherapie

Sämtliche Bedienstete der Justizanstalt für Jugendliche Wien-Erdberg wurden mit Wirksamkeit vom 1.1. 2003 entweder der Justizanstalt Wien-Josefstadt bis auf Weiteres zur Dienstleistung zugewiesen oder (mit deren Einverständnis) zu anderen Justizanstalten (im Sprengel des OLG Wien) bzw. der Wr. Jugendgerichtshilfe versetzt.

Im übrigen übersiedelt mit dem JGH Wien und der JA Erdberg das gesamte zur Jugendgerichtsbarkeit gehörende "Netzwerk" inklusive der Wr. Jugendgerichtshilfe.



 

BÖHMDORFER: Scheckübergabe an Hochwasseropfer in der Justizanstalt Stein

In der Justizanstalt Stein überreichte Justizminister Dr. Dieter Böhmdorfer anlässlich der Weihnachtsfeier einer Reihe von Justizwachebediensteten Entschädigungsbeträge, die im Rahmen einer justizinternen Aktion zur Linderung der Not der Hochwassergeschädigten der Monate August/September 2002 eingesammelt wurden. Bekanntlich forderte die nationale Katastrophe sieben Todesopfer, 10.000 Häuser wurden schwerst beschädigt, zehntausende Hektar landwirtschaftlicher Fläche wurde zerstört, der Gesamtschaden belief sich auf ca. 7,5 Milliarden Euro.****

In einer früher noch nie da gewesenen Hilfsaktion ordnete sich die Justizwache in die gesamtösterreichische freiwillige Katastrophenhilfe ein. 1.865 Insassen der Justizanstalten leisteten mehr als 21.000 Arbeitsstunden, 15 Justizanstalten waren in die Aktion eingebunden. Die Arbeiten der Häftlinge erfolgten gegenüber der Öffentlichkeit kostenlos, wurden aber intern vom Justizministerium bezahlt. Sinnvoll und hilfreicher Nebenaspekt dieser Aktion war, dass die Bevölkerung sich auch des Umstandes bewusst wurde, dass in österreichischen Haftanstalten aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen Arbeitspflicht besteht, die Republik Österreich sogar verpflichtet ist, den Insassen angemessene Arbeitsmöglichkeiten zu verschaffen. In Zukunft werden insbesondere die Gemeinden von dieser - sehr kostengünstigen - Möglichkeit, einfache Arbeiten im Rahmen des Dienstleistungsbetriebes Justiz bewerkstelligen zu lassen, Gebrauch machen.

Ungeachtet der beschriebenen Leistungen wurde im Justizministerium am 21.11.2002 ein Weihnachtspunsch durchgeführt. Aus Anlass dieses Weihnachtspunsches wurden 8.479,00 Euro an Spenden eingenommen. Darin inkludiert sind je 1.500,00 Euro, die vom Österreichischen Rechtsanwaltskammertag und der Notariatskammer beigesteuert wurden.

Da sehr viele Justizwachebedienstete ihre Wohnsitze in den hochwassergeschädigten Gebieten haben, war es das primäre Anliegen des Justizministers, insbesondere den am meisten geschädigten Familien Entschädigungsbeträge zukommen zu lassen. Die gesamte Spendensumme von 8.479,00 Euro wurde auf sieben besonders geschädigte Familien aufgeteilt.

Justizminister Dr. Dieter Böhmdorfer bedankte sich bei dieser Gelegenheit bei allen Justizwachebediensteten, die an der Aktion beteiligt waren, insbesondere beim Koordinator Gruppeninspektor Josef Schmoll. Die - parteifreie - Gemeinderätin aus Etzdorf, Frau Lise Wittmann, die sich in besonderer Art und Weise im Rahmen des Katastropheneinsatzes bemüht hatte, uneigennützig Hilfestellung zu geben, würdigte der Justizminister ebenfalls.


 

"Häfen-Report"

Utl.: Justizministerium stellt klar: Zellen für Sex im Häfen in Österreich kein Thema=

In der Nr. 14 der Zeitschrift NEWS wird in dem Artikel mit dem Titel "Zellen für den Sex im Häfen" der Anstaltsleiter der Justizanstalt Stein, Hofrat Mag. Nowak, mit mehreren Feststellungen zitiert. Er wolle Stein reformieren, geplant seien Urlaub für Häftlinge, Zellen für Sex und Freigang mit elektronischen Fussfesseln. Hofrat Nowak befindet sich derzeit im Ausland. Das Justizministerium stellt aber klar: Eine Liberalisierung des Strafvollzuges, wie sie in diesem Artikel dargestellt wird, ist nicht geplant. Zellen für Sex im Häfen sind in Österreich kein Thema.*****

In der Nr. 14 der Zeitschrift NEWS wird in dem Artikel mit dem Titel "Zellen für den Sex im Häfen" der Anstaltsleiter der Justizanstalt Stein, Hofrat Mag. Nowak, mit mehreren Feststellungen zitiert. Er wolle Stein reformieren, geplant seien Urlaub für Häftlinge, Zellen für Sex und Freigang mit elektronischen Fussfesseln. Hofrat Nowak befindet sich derzeit im Ausland. Das Justizministerium stellt aber klar: Eine Liberalisierung des Strafvollzuges, wie sie in diesem Artikel dargestellt wird, ist nicht geplant. Zellen für Sex im Häfen sind in Österreich kein Thema.*****

Angeblich soll Hofrat Nowak den "Knackis" über den Hausfernsehkanal von seinen Vorhaben berichtet haben. Dem BMJ liegt die etwa eineinhalb minütige Rede des Anstaltsleiters im genauen Wortlaut vor. Darin ist von keiner der angeblich geplanten Reformen die Rede.

"Freigang hinter Gittern"

Nowak wolle laut NEWS die "meisten Abteilungen komplett öffnen", damit sich die Häftlinge bis 22 Uhr in den Departments frei bewegen können. Das BMJ stellt klar: Das Öffnen der Haftraumtüren innerhalb eines Stockwerkes ist im Gesetz zwar unter bestimmten Voraussetzungen vorgesehen und im österreichischen Strafvollzug auch gängige Praxis. Im Hinblick auf die hohe Zahl gefährlicher Rechtsbrecher in der Justizanstalt Stein ist eine solche Öffnung - entgegen dem Artikelinhalt - aber nur in einigen wenigen Abteilungen geplant. Voraussetzung: Strafgefangene stellen keine Gefahr für Leib und Leben dar.

"Hafturlaub"

Nowak habe ausserdem "Hafturlaub" in Aussicht gestellt. In dieser Zeit dürften die Häftlinge in den Departments "tun und lassen, was sie wollen." Das Justizministerium stellt klar: Die Haftunterbrechung als Reintegrationsinstrument ist nach dem Strafvollzugsgesetz von einer gerichtlichen Genehmigung abhängig (§ 99 StVG). Die Entscheidung steht daher nicht dem Anstaltsleiter als einem Organ der Strafvollzugsverwaltung zu. Davon zu unterscheiden ist der Ausgang in der Dauer von höchstens 48 Stunden, den der Anstaltsleiter dann gewähren kann, wenn im Gesetz genau umschriebene Rahmenbedingungen erfüllt sind. Für die Justizanstalt Stein sind daher solche Ausgänge nur in einigen wenigen Fällen denkbar.

Elektronische Fussfesseln

Die Formulierung "Wer nur noch drei bis fünf Jahre absitzen muss, soll den ganzen Tag, gesichert mit elektronischen Fußfesseln, in Freiheit verbringen dürfen" ist definitiv falsch. Die Frage, ab welchem Zeitpunkt die Bewachung der Häftlinge bei der Arbeit, auch außerhalb der Anstalt, beschränkt stattfinden soll oder wegfällt (gelockerter Vollzug, § 126 Abs. 2 Z 2 StVG), ist vom Einzelfall abhängig und stellt sich nur bei besonders günstigen Voraussetzungen. Jedenfalls muß gewährleistet sein, dass der betroffene Strafgefangene keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit darstellt. Die Verwendung elektronischer Fußfesseln würde gegenüber dem derzeitigen Zustand eine verstärkte Überwachungsmöglichkeit der betroffenen Strafgefangenen mit sich bringen. Ob von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht werden soll, wird seit längerem diskutiert, eine abschließende Entscheidung ist hierzu aber noch nicht gefallen.

"Sex-Zellen" kein Thema

Zu der Feststellung, dass der Anstaltsleiter über die Genehmigung von sexuellen Beziehungen in Justizanstalten nachdenkt, ist festzuhalten, dass das Bundesministerium für Justiz nicht beabsichtigt, dieser Überlegung näherzutreten.

"Häfen-Report" - Suchtmittel und Mobiltelefone

Zu dem im Artikel "Häfen-Report" erhobenen Vorwürfe über den Mißbrauch von Suchtmitteln und die verbotene Verwendung von Mobiltelefonen ist allgemein festzuhalten, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im österreichischen Strafvollzug ständig bemüht sind, das "Einschmuggeln", insbesondere aber den Mißbrauch von Suchtmitteln in den Justizanstalten zu unterbinden. Um verhindern zu können, dass Mobiltelefone in die Justizanstalten geschmuggelt werden, werden bereits seit über einem Jahr mobile Ortungsgeräte getestet. Darüber hinaus ist vorgesehen, in j e d e r
österreichischen Justizanstalt besonders gesicherte Bereiche zu schaffen, in denen die missbräuchliche Verwendung von Mobiltelefonen technisch unmöglich gemacht wird.
 


 

NEWS: Stein-Direktor will den Strafvollzug total liberalisieren

Wie das Nachrichtenmagazin NEWS in seiner morgen erscheinenden Ausgabe berichtet, plant der Gefängnisdirektor von Stein, Friedrich Nowak, eine weitreichende Liberalisierung des Strafvollzuges in Österreichs größtem Gefängnis. Der Anstaltschef denkt schon in nächster Zukunft an die Einrichtung eines Boffenen Bereichesi innerhalb des Gefängnisses, der auch eine sogenannte Sex- Zelle beinhalten soll. Zudem sollen Häftlinge mit guter Führung innerhalb der Anstalt "Urlaub" bekommen und im Extremfall mit sogenannten elektronischen Fußfesseln tagsüber in die Freiheit entlassen werden.

Nowak begründet seine Pläne im NEWS-Interview so: "Der Häftling lernt, sich auf das Leben nach der Haft einzustellen. Der Staat spart Millionen Euro, weil sich der Häftling durch die Arbeit selbst erhält. Und die Anstalt spart sich Personal." Die geplanten Errichtung von Sex-Zellen ist für Nowak ohnehin gesetzeskonform. Denn: "Im Gesetz steht, dass der familiäre Kontakt aufrecht zu erhalten ist, und wie soll das auf Dauer ohne Sex funktionieren?"

Der Stein-Direktor will als Grundlage seiner Reformen in den kommenden Monaten eine Umfrage unter den Insassen durchführen lassen.

 


Böhmdorfer: Justizwachebeamte leisten hervorragende Arbeit

Justizminister Dr. Dieter Böhmdorfer nahm heute die Amtseinführung der neuen Anstaltsleiterin der Justizanstalt Salzburg, Majorin Karin Göll, vor. In Anwesenheit von hochrangigen Vertretern aus der Justiz, wie Oberlandesgerichtspräsident Dr. Helmut Hubner, Gerichtspräsident Dr. Walter Grafinger, der Leiter der Sektion Strafvollzug Dr. Michael Neider und der Leiter der Verwaltungs- und Personalsektion Dr. Michael List im Bundesministerium für Justiz nahm Justizminister Dr. Dieter BÖHMDORFER in seiner Rede auch zu aktuellen justizpolitischen Fragen Stellung, wie die Diskussion um den Strafvollzug in Österreich oder die Haltung des Bundesministeriums für Justiz in Sachen Nachbesetzung zweier Planstellen am Wiener Jugendgerichtshof.****

Justizminister Dr. Dieter BÖHMDORFER bekräftigte in seiner Rede das hohe Verantwortungsbewusstsein der Justizwachebeamten in Österreich. Tendenzielle Berichterstattungen, wie sie in der Stadtzeitung "Falter" zu lesen sind, setzen die hervorragende Arbeit der JWB herab, meinte Justizminister BÖHMDORFER. Die Ausführungen des "Falter" geben ein verzerrtes und negatives Bild des österreichischen Straf- und Maßnahmenvollzuges wieder, wohingegen der Bericht der unabhängigen Expertenkommission, die durch Justizminister Dr. Dieter BÖHMDORFER im Frühjahr d.J. eingesetzt wurde, die Tatsache herausstreicht, dass die Justizanstalten über eine große Anzahl besonders engagierter und für ihren schwierigen Dienst bestens geeigneter Justizwachebeamten verfügen. Die Experten haben ihre Aufgabe darin gesehen, diese besonders motivierten, mit viel Fachwissen und hoher sozialer Kompetenz agierenden JWB mit ihren Vorschlägen zu unterstützen.

In den Verhandlungen von Bund und Ländern im Zuge der Verwaltungsreform konnte erreicht werden, dass in Zukunft bei Behandlung von Häftlingen der Sozialversicherungstarif durch die Justiz zu bezahlen ist. Dadurch würden sich die Kosten im Bereich des Gesundheitswesen um 118 Mio. Schilling reduzieren. Justizminister BÖHMDORFER äußerte die Hoffnung, dass die dadurch frei werdenden Mitteln zumindest zum Teil für Reformmaßnahmen im Strafvollzug eingesetzt werden können.

Einmal mehr betonte Justizminister BÖHMDORFER, dass es sich bei dem Expertenbericht nicht um einen "Geheimbericht" handelt. Dies zeige schon alleine seine Rede im Nationalrat vom 24. Oktober 2001, in der er angekündigt hat, die wesentlichen Teile des Berichtes der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Die Rede im Wortlaut: "Ich bin darüber hinausgegangen - ich werde der Frage nicht ausweichen - und habe mich auch bemüht, selbst grundsätzlich die Situation in den Justizanstalten zu erheben. Darüber gibt es eine Arbeitsunterlage. Ich gestehe Ihnen gerne zu, dass Sie Interesse, auch ein gewisses Recht haben, das zu erfahren, was daraus für Sie grundsätzlich wichtig ist. Aber gestatten Sie mir, dass ich diese Arbeitsunterlage durchsehe, ob Datenschutzgeheimnisse enthalten sind, ob andere Fakten enthalten sind, die ich Ihnen nicht bekannt geben darf. Aber ich sage Ihnen und allen, die interessiert sind, zu: Sie werden die wesentlichen und für Sie notwendigen Informationen erhalten." Das Bundesministerium für Justiz prüft nun die Umsetzung von Verbesserungsvorschlägen aus dem Expertenbericht. (OTS-Meldung 0230 vom 13. November 2001).

Auch auf die aktuelle Diskussion um die Nachbesetzung zweier Planstellen am Jugendgerichtshof ging Justizminister BÖHMDORFER in seiner Rede ein. Gerade die öffentlichen Behauptungen vom Präsidenten des Wiener Jugendgerichtshofes, Dr. Udo Jesionek, wonach 3000 Akten Rückstände bestehen, entsprechen nicht der Wahrheit. So musste sich Präsident Jesionek in einer Pressekonferenz am Freitag, dem 9. November 2001 vom Präsidenten des Oberlandesgerichtes Wien Dr. Alois Ramoser sagen lassen, dass diese Behauptung "absolut falsch" und unzutreffend ist und dass beim JGH im Juli 2001 (mit 1. Juli 2001 wurde die Zuständigkeit für 20- und 21- jährige Straftäter vom LG Strafsachen Wien an den JGH übertragen) zehn Hauptverhandlungsakten und im August 2001 fünfzehn Hauptverhandlungsakten zusätzlich angefallen sind. Soweit überhaupt Rückstände vorhanden sind, bestehen diese nur bei den für Jugendstrafsachen zuständigen Bezirksanwälten, also im staatsanwaltschaftlichen Bereich auf der Bezirksgerichtsebene. Diese Rückstände sind dadurch entstanden, dass von den vier Bezirksanwälten zwei längere Zeit durch Krankheit ausgefallen sind.

 


Justiz: Verbesserungsvorschläge aus Expertenbericht Strafvollzug werden derzeit geprüft

Die heute in der Stadtzeitung "Falter" erhobenen polemischen Interpretationen des Expertenberichtes Strafvollzug entsprechen nicht der Ergebnisse dieses Berichtes. Die Ausführungen des "Falters" geben ein verzerrtes und negatives Bild des österreichischen Straf- und Massnahmenvollzuges wieder, wohingegen der Bericht der Expertenkommission die Tatsache herausstreicht, dass die Justizanstalten über eine große Anzahl besonders engagierter und für ihren schwierigen Dienst bestens geeigneter Justizwachebeamten verfügen. Die Experten haben ihre Aufgabe darin gesehen, diese besonders motivierten, mit viel Fachwissen und hoher sozialer Kompetenz agierenden JWB mit ihren Vorschlägen zu unterstützen. Die skandalisierende Darstellungen des "Falter" gehen an dieser Zielsetzung völlig vorbei.

Das Bundesministerium für Justiz prüft nun die Umsetzung von Verbesserungsvorschlägen aus dem Expertenbericht. Kurzfristig ist im wesentlichen an den Ausbau der Schulung von Justizwachebeamten im Umgang mit Krisen, eine Verbesserung der Erreichbarkeit von Sonderdiensten ausserhalb der Dienstzeiten gedacht. Mittelfristig kämen u.a. die Schaffung klarerer Strukturen und einfacherer Richtlinien in der Behandlung von Akutfällen, eine Verbesserung der Vernetzung und Integrierung der Sonderdienste der Justizanstalten, die Errichtung von berufsübergreifenden Abteilungsteams in den Justizanstalten, eine Verbesserung der Dokumentation, der Ausbau der Vernetzung von JA mit öffentlichen Krankenanstalten und mit forensischen Bertreuungsambulanzen, eine Verbreiterung der Beschäftigungsmöglichkeiten und sinnvollen Freizeitaktivitäten der Insassen, sowie die Einbindung externer Sachverständiger in den Behandlungsplan und in Rehabilitationsmassnahmen im Massnahmenvollzug in Frage.

Längerfristig ist u.a. die unmittelbare Nachbesetzung unbesetzter Planstellen, die Gewährleistung der personellen Mindestdotation für Betreuungsfachdienste in den Massnahmenabteilungen, die Errichtung von 3-4 psychatrischen Akutabteilungen, die Schaffung einer Abteilung für chronisch, psychisch-kranke Insassen des Normalvollzuges und eine Erweiterung der externen Unterbringungsmöglichkeiten für den Massnahmenvollzug in Aussicht genommen.



Strafvollzug: Böhmdorfer lenkt Diskussion bewusst in falsche Richtung

Jarolim: Justizminister verhöhnt die Justizwachebeamten =

Kritik an den Aussagen von Justizminister Böhmdorfer im heutigen "Kurier" übt SPÖ-Justizsprecher Hannes Jarolim. Böhmdorfer versuche offensichtlich Justizwachebeamten gegen die Haftinsassen auszuspielen und will auf diese Weise wohl verschleiern, dass er es ist, der für die enormen Spannungen in den Haftanstalten verantwortlich ist. Unter den massiven Einsparungen im Strafvollzug - etwa der Reduktion des Personals - hätten Haftinsassen und Beamte gleichermaßen zu leiden, so Jarolim. Es komme deshalb einer Verhöhnung der Beamten gleich, wenn sich Böhmdorfer nun scheinbar hinter die Beamten stellt und "sie für seine PR missbraucht", so Jarolim am Samstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ. ****

Böhmdorfer lenke die Diskussion bewusst in eine falsche Richtung in dem er vorgibt, der Anwalt der Justizwache zu sein. Zu Recht habe bislang niemand bei den Beamten die Schuld für die untragbaren Zustände in den Anstalten gesucht. Denn auch die Beamten seien Opfer einer völlig verfehlten Sparpolitik in diesem Bereich. Die Todesfälle in den Haftanstalten zeigten, wie gefährlich es sei, wenn die Insassen immer mehr sich selbst überlassen bleiben und sowohl bei der medizinischen als auch bei der psychologischen Betreuung gespart werde. Hierfür fehle es Böhmdorfer aber offensichtlich an jeglichem Verständnis.

Anstatt bei den für die unmittelbare Betreuung der Häftlinge Verantwortlichen zu sparen, sollten sinnvolle Verwaltungseinsparungen gesetzt werden, fordert Jarolim abschließend. Denn nur so könnte sowohl die Situation der Beamten als auch der Häftlinge verbessert werden.


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:35
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