ÖVP-HILFE ZUR RETTUNG DES
STEPHANSDOMS
Punschausschank durch ÖVP-Abgeordnete
Die beiden ÖVP-Abgeordneten Dr. Maria Theresia Fekter und Dr. Gertrude
Brinek sowie Volksanwältin Rosemarie Bauer werden nächste Woche gemeinsam
für einen guten Zweck Punsch ausschenken. Die ÖVP-Abgeordnete Christine
Marek wird sich ebenfalls in den Dienst der guten Sache stellen. Der Erlös
kommt der Aktion "Rettet den Stephansdom" zugute.

Stefansdom holt Sonnenstrom vom Himmel
Kardinal Schönborn: "Nachhaltigkeit ist Grundauftrag des
Christentums"
Der Himmel beliefert den Stefansdom ab sofort auch mit Strom. Kardinal
Christoph Schönborn hat heute, Freitag, eine 5 kWp-Solaranlage eröffnet, die
den Stefansdom
http://www.stephansdom.at mit Energie versorgen wird. Sie deckt zwar nur
ein Vierzigstel des Stromverbrauches des Wiener Wahrzeichens ab, "aber das
Signal ist wichtig", so Schönborn. Der Sinn für Nachhaltigkeit sei
Grundauftrag des christlichen Lebensverständnisses.
Die Anlage wurde vom österreichischen Marktführer in dieser Branche, der
Firma Stromaufwärts
http://www.stromaufwaerts.at , hergestellt. Sie befindet sich nicht am Dom
selbst, sondern in unmittelbarer Nähe, am Dach des erzbischöflichen Palais.
Mit einer Fläche von 43 Quadratmeter kostete die Anlage 600.000 Schilling. Das
Geld wird durch die Stadt Wien, ehrenamtliche Leistungen sowie die
Spendensammlung "Aktion Sonnenschein" aufgebracht. "Der Sonnenschein" ist eine
Druckgrafik des zeitgenössischen Malers Gottfried Hula. Es zeigt das Westwerk
des Doms und ist in limitierter Auflage von 350 Stück gegen eine Spende von
mindestens 1.000 Schilling zu erwerben.
Das Wahrzeichen Wiens braucht pro Jahr 220.000 Kilowattstunden Strom, vor
allem für Beleuchtung sowie Aufzüge und Maschinen der Dombauhütte. Rund ein
Viertel der Dachfläche von 10.000 Quadratmetern müssten mit
Photovoltaik-Zellen ausgestattet werden, um den gesamten Strombedarf des
Stefansdomes abzudecken. Technisch wäre dies machbar, zumal
Photovoltaikanlagen in der gleichen Größe und Farbe wie die Ziegeln erzeugt
werden könnten, die sich derzeitig am Dach befinden. Einem diesbezüglichen
Vorschlag entgegnete Dombaumeister Wolfgang Zehetner, dass zuerst weniger
konfliktträchtige Projekte in Angriff genommen werden sollten. Die jetzt
installierte Anlage könne in ihrer Vorbildwirkung jedoch "einen Dammbruch
verursachen". Bereits Anfang Juli dieses Jahres wurde auf Initiative der
Pfarrgemeinde "Zum Guten Hirten" in Linz eine thermische Solaranlage zur
Warmwasseraufbereitung und eine Sonnenstromanlage installiert. Diese Pfarre
ist seither völlig energieautark.
Die Module für diese Anlage wurden in der Freiburger Solarfabrik
hergestellt, die dafür wiederum nur Strom aus erneuerbaren Energiequellen
verwendet. "Das Licht verursacht in der Zelle eine Elektronenbewegung",
erklärte Stromaufwärts-Geschäftsführer Günter Köchle. Die Technologie sei
"einfach genial": In der Anlage gibt es keine bewegten Teile, die Module haben
eine vom Hersteller garantierte Lebensdauer von 25 Jahren, aber es gibt auch
darüber hinaus "keinen Grund, warum etwas kaputt werden sollte". "Der Dom
sollte ewig bestehen. Die Versorgung mit erneuerbarer Energie kommt dieser
Idee sehr nahe", versuchte der Dombaumeister einen Brückenschlag zwischen
alter Baukunst und moderner Energiegewinnung. Auch herkömmlich produzierte
Module würden sich in einer Kalkulation, bei der Energieaufwand für die
Modul-Produktion der Energiegewinnung der Anlage gegenübergestellt wird, nach
spätestens vier Jahren rechnen.

Virtueller Rundgang durch den Stephansdom
"Stephansdom interaktiv" für Prix
MultiMediaAustria 2001 nominiert
Wer einen virtuellen Rundgang durch den Stephansdom http://www.stephansdom.cc ; unternehmen
möchte, kann dies ab Herbst mittels der CD-ROM "Stephansdom
interaktiv" tun. Enthalten sind Audio- und Videofiles, historische
Details und wissenschaftliche Erkenntnisse. Alle wichtigen Kunstgegenstände,
Altäre und Räumlichkeiten sind einzeln anwählbar, bebildert und ausführlich
beschrieben. Die CD-ROM, die für den Prix MultimediaAustria 2001 nominiert
ist, kann bereits unter http://www.artibus.at
um 400 Schilling bestellt werden.
Ein Beispiel für die virtuelle Umsetzung sind Quicktime VR-Panoramen, von
denen vier Stück auf der CD zu finden sein werden. Sie zeigen einen Rundblick
von 180 bis 360 Grad von Hochaltar, Vierung, Dienstbotenmadonna und Nordturm.
Diese Panoramen bestehen aus jeweils 27 Einzelbildern.
Eine 3D-Zeitleiste soll Informationen zu den wichtigsten geschichtlichen
Ereignissen bieten. Grundrisse und Erklärungen zu den einzelnen Bauphasen des
Domes sollen die Entstehung des Kulturdenkmales dokumentieren. Weiters werden
unterirdische Wasserläufe und Energie-Zonen beschrieben und bildlich
dargestellt. Bekannte Sagen rund um den Dom und deren Hintergründe sowie die
Symbolik des Baus werden in Illustrationen, Fotos, Tonaufnahmen und
Animationen behandelt.
Die CD-ROM entstand in Zusammenarbeit mit der Domkirche St. Stephan sowie
mit Unterstützung des Vereins "Rettet den Stephansdom" und der Höheren
Graphischen Bundes,- Lehr- und Versuchsanstalt Wien. Die Musik stammt von
Peter Planyavsky, gespielt auf der Orgel des Stephansdomes, die Texte werden
von der Fernsehmoderatorin Ingrid Erkin sowie von Hannes Bertolini gesprochen.
