Stammzellen können sich auch in Nierenzellen verwandeln
Hoffnung auf neue Behandlungsansätze bei Nierenerkrankungen
Wissenschaftler haben erstmals nachgewiesen, dass Zellen des Knochenmarks
sich auch in Nierenzellen verwandeln können. Dieser Durchbruch könnte zu neuen
Behandlungsansätzen für Nierenschäden führen, die durch Krebs oder andere
Erkrankungen verursacht wurden. Das Team bestehend aus Mitarbeitern des
Imperial Cancer Research Fund (ICRF)
http://www.icnet.uk, Barts
Hospital, London Hospital und der Imperial College School of Medicine (ICSM)
http://www.med.ic.ac.uk ist
zuversichtlich, dass auch die Nierenfunktion nach einem Versagen
wiederhergestellt werden kann. Zusätzlich werden entscheidende Impulse für
neue gentechnische Behandlungsansätze bei Nierenerkrankungen erwartet. The
Journal of Pathology
http://www.interscience.wiley.com/jpages/0022-3417
Das Forscherteam konzentrierte sich laut BBC auf Zellen des Knochenmarks im
frühesten Entwicklungsstadium. Diese Stammzellen können sich in weiße und rote
Blutkörperchen oder Blutplättchen verwandeln. Dass eine Verwandlung in
Leberzellen möglich ist, wurde bereits nachgewiesen. Nick Wright vom ICRF
erklärte, dass Ärzte in Zukunft Zellen aus dem Knochenmark eines Patienten für
die Ergänzung zerstörter Nierenzellen nutzen könnten. "Da die Niere nur über
schlechte Möglichkeiten zur Selbstheilung verfügt, wäre das ein großer
Vorteil." Zusätzlich könnten zur Verhinderung eines weiteren Schadens
Stammzellen eingesetzt werden, die über Gene verfügten, die gegen Krebs oder
andere Krankheiten resistent seien.
Pathologen des ICRF analysierten weibliche Nieren, die männlichen Patienten
transplantiert wurden. Mittels eines speziellen DNA-Tests, der männliche
Zellen identifiziert, wurden die gespendeten Nieren untersucht. In der Folge
wurden männliche Zellen in den weiblichen Spendernieren nachgewiesen. Das
bedeutet, dass sich Knochenmarkszellen des Empfängers in Nierengewebe
verwandelt hatten.