Slowakei: Verwirrung
bei Qualitätsmarken
Nachwehen unvollständiger Privatisierungen
gefährden Wirtschaft
Auch 13 Jahre nach Zusammenbruch des eisernen
Vorhangs sorgt die Privatisierung der ehemals staatlichen Betriebe
in der Slowakei und in Tschechien für Verwirrung bei den
Qualitätsmarken. Wie die slowakische Online-Wirtschaftszeitung
eTrend
http://www.etrend.sk berichtet, haben beliebte
Lebensmittelmarken nicht selten viele verschiedene Hersteller. Oft
handelt es sich bei diesem Phänomen weniger um Fälschungen
krimineller Banden, als um die Nachwirkungen einer unvollständig
vollzogenen Privatisierung staatlicher Betriebe.
Aktuellstes Bespiel ist die Traubenlimonade Vinea, die in der
Slowakei das beliebteste nicht-alkoholische Getränk ist. Anspruch
auf die Herstellung von Vinea erheben die Weinkellereien
Malokarpatsky Vinarsky Podnik und Vino Nitra, die erst nach der
Wende aus der staatlichen Weinkellerei Vinarske Zavody entstanden
sind. Nun streiten beide Betriebe vor Gericht um die Lizenz. Auch
die Schokoladenmarke Figaro beansprucht nach der Privatisierung
sowohl der US-amerikanische Konzern Kraft Foods International
http://www.kraft.com als auch die I.D.C. Holding
http://www.idc.sk
. Obwohl Kraft Foods eine Klage einreichte, bekam die I.D.C. Holding
die alleinige Lizenz für ihre Produkte den Namen Figaro zu
verwenden.
Aber auch gewöhnliche Fälle von Fälschungen treten immer wieder auf.
So hat der tschechische Getränkekonzern Kofola mehrmals verschiedene
slowakische Limonadenhersteller verklagt, die ihre Produkte mit dem
Namen Kofola etikettierten. Der berühmte tschechische Kräuterlikör
Becherovka wird ebenfalls trotz mehrerer gewonnener Prozesse immer
wieder gefälscht. Ein weiteres Problem stellen die Wirte dar, die
beim Fassausschank ihren Getränken den Markennamen Kofola oder Vinea
geben, obwohl beide Hersteller ihre Getränke nur in Flaschen
verkaufen. Experten sehen in dieser Unsicherheit den
wirtschaftlichen Erfolg etablierter Qualitätsprodukte bedroht.
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Start der Slowakei-Schwerpunktwoche des Ö1-Projekts "Nebenan" am 17.9.
Im Rahmen des Österreich 1-Projektes "Nebenan. Erkundungen in Österreichs
Nachbarschaft" startet am Montag, den 17. September die vierte
Schwerpunktwoche, die der Slowakei gewidmet ist.****
Anlässlich der bevorstehenden EU-Erweiterung leistet Österreich 1 im Sinne des
öffentlich-rechtlichen Informationsauftrages des ORF im Jahr 2001 einen
Beitrag zum besseren gegenseitigen Verständnis und hat daher das Projekt
"Nebenan. Erkundungen in Österreichs Nachbarschaft" initiiert. Jeweils eine
Woche lang stehen die Staaten Ungarn, Slowenien, die Slowakei und Polen im
Mittelpunkt des Ö1-Programmes. Dabei soll nicht die aktuelle politische
Berichterstattung in den Vordergrund gerückt, sondern der Versuch unternommen
werden, in einer Vielzahl von Sendungen ein möglichst vollständiges Bild des
jeweiligen Landes zu zeichnen. Den Anfang des Projektes "Nebenan" machte eine
Tschechienwoche im Jänner, gefolgt von Ungarn im März und Slowenien im Juni
2001. Die Slowakei steht von 17. bis 23. September, Polen von 19. bis 25.
November auf dem Programm von Österreich 1.
Der Slowakeischwerpunkt im Detail:
Beiträge über die Slowakei stehen im Kulturjournal (Mo bis Fr, 16.30 Uhr)
sowie in Religion aktuell (Mo bis Fr, 18.55 Uhr) die ganze Woche über auf dem
Programm.
Montag, 17. bis Donnerstag, 20. September 2001 9.30 Uhr (Wiederholung: 22.40
Uhr), Radiokolleg: Land im Schatten, Gestaltung: Franz Fluch
Montag, 17. September 2001 8.15 Uhr, Pasticcio: Musikalische Beziehungen,
Präsentation: J. L. Mayer 17.09 Uhr, Moment: So nah - Chancen und Bedrohungen
bei heftigem Verkehr zwischen Wien und Pressburg, Gestaltung: Peter Lachnit
und Robert Lichtner 18.20 Uhr, Journal-Panorama : Slowakei - Politik und
Wirtschaft 21.00 Uhr, Texte: Sabbath - Erfahrungen mit Moskowitern, von
Ladislav Mnacko 21.30 Uhr, Praxis: Schatten der Vergangenheit - die schwierige
Erneuerung der römisch-katholischen Kirche in der Slowakei, Gestaltung: Georg
Motylewicz
Dienstag, 18. September 2001 11.40 Uhr, Radiogeschichten: Verschämter Bericht
mitten aus einem Traum, Erzählung von Lajos Grendel 13.00 Uhr, Historisches
Opernkonzert mit Künstlern aus der Slowakei, Präsentation: Gottfried Cervenka
14.05 Uhr, Von Tag zu Tag: Gemeinsam planen? Der neue Verkehrsstadtrat Rudolf
Schicker spricht mit einem slowakischen Fachmann, Moderation: Rainer Rosenberg
20.31 Uhr, Hörspiel-Studio: Grammatik der Träume, von Zuzana Janska
Mittwoch, 19. September 2001 19.00 Uhr, Dimensionen - Die Welt der
Wissenschaft: Der kleine Bruder macht sich selbständig - Die neue Identität
der Slowakei. Sozialwissenschaftliche Befunde zur Sezession eines Staates,
Gestaltung: Wolfgang Slapansky 23.00 Uhr, Zeit-Ton: Ach wie gut, dass niemand
weiß - Auf der Suche nach der Musik der Zeitgenossen, Gestaltung: Susanna
Niedermayr und Christian Scheib
Donnerstag, 20. September 2001 17.09 Uhr, Moment: Unfreiwillig geschieden. Die
Trennung von Tschechien und der Slowakei, Gestaltung: Robert Lichtner
Freitag, 21. September 2001 18.20 Uhr, Europa-Journal: zum Thema Slowakei
Samstag, 22. September 2001 9.05 Uhr, Hörbilder: Eine kleine Osterweiterung -
die Geschichte einer schwierigen Annäherung zwischen Österreich und der
Slowakei, Gestaltung: Dietmar Beinhauer 10.05 Uhr, Der Österreich 1
Klassik-Treffpunkt: live aus dem Funkhaus in Bratislava, Präsentation: Otto
Brusatti 23.45 Uhr, Die Österreich 1 Jazznacht: Slovakian Jazz Profiles - Die
Jazzszene beim Nachbarn in Bratislava, Präsentation: Herbert Uhlir
Sonntag, 23. September 2001 10.05 Uhr, Ambiente: Nationalparks, Heilquellen,
Zipser Sachsen und goralische Flößer - ein Ausflug in die Lebensräume rund um
die Hohe Tatra, Gestaltung: Silvia Lahner 17.05 Uhr, Fiori Musicali: Musica
Aeterna Bratislava, Präsentation: Bernhard Trebuch 19.30 Uhr, Aus dem
Konzertsaal: Ars Antiqua Austria; Werke von Johann Heinrich Schmelzer, Daniel
Speer, Johann Sigismund Kusser u. a. (aufgenommen im RadioKulturhaus am
18.9.2001), Präsentation:
Bernhard Trebuch
Eine detaillierte Übersicht des Slowakei-Schwerpunkts bietet der
Programmfolder, den Sie über das Ö1-Service, Tel. (01) 50170- 371, E-Mail:
oe1.service@orf.at kostenlos beziehen können. Das Programm ist auch im
Internet unter http://oe1.orf.at abrufbar.
Slowakei präsentiert ambitionierten EU-Beitrittszeitplan und positive
Wirtschaftsdaten
Mit ambitionierten Beitrittsverhandlungsergebnissen und positiven
Wirtschaftsdaten warteten die Vizepremierministerin für Europäische
Integration Maria Kadlecikova und der Vizepremierminister für wirtschaftliche
Angelegenheiten Ivan Miklos gestern Abend im Club IW in der Wirtschaftskammer
Österreich auf. " Die Slowakei präsentiert sich als Nummer 1-Kandidat für die
EU-Erweiterung und ist für Österreich ein wichtiger Partner", erklärte
IW-Präsident Walter Wolfersberger bei seiner Begrüßung. "Mit Stand 31.5.2001
hat die Slowakei bereits fast 40 Prozent der Gesetze harmonisiert, dh von
5.436 sind 1.952 fertig", berichtet Maria Kadlecikova.
Während der schwedischen Präsidentschaft wurden so wichtige Kapitel wie der
freie Verkehr von Kapital, Personen, Gütern und Dienstleistungen, Wirtschafts-
und Währungsunion, Telekommunikation und Informationstechnologie
abgeschlossen. Fünf bis sieben Kapitel sind während der belgischen
Präsidentschaft vorgesehen wie Wettbewerbspolitik, Verkehrspolitik, Steuern,
Energie, Finanzkontrolle und Umwelt. "Für 2002 wird unsere ganze
administrative Kapazität notwendig sein, um 1.096 Gesetze anzupassen in den
sensiblen Bereichen wie Umwelt, Landwirtschaft, Energie und Steuern", erklärte
die Vizepremierministerin für Integration. Darüber hinaus sei vorgesehen, 2006
und 2008 zwei Bohunice-Einheiten zu schließen. 6 Mio Euro seien im EU-Budget
für Projekte vorgesehen wie Neuplanung des Wasserweges Chorvatske rameno oder
die Abwasseraufbereitung für die Städte an der March, die gerade für
Österreich von Interesse sind.
Nach den Ausführungen von Vizepremierminister Ivan Miklos, zuständig für
wirtschaftliche Angelegenheiten, weist die Slowakei beeindruckende
Wirtschaftsdaten auf. "Für die Slowakei, die 59 Prozent ihrer Exporte und 49
Prozent der Importe mit Ländern der Europäischen Union abwickelt, wird der
EU-Beitritt zum Muss so wie es für Österreich der Fall war", deponiert Miklos
das ehrgeizige Beitrittsziel der Slowakei. "Bei den Auslandsinvestitionen
gemessen am Kapitalaufwand liegen wir derzeit nach Tschechien an 2. Stelle,
erwarten aber 2001 an erster Stelle zu sein", so Miklos.
"Ebenso erfreulich präsentiert sich die bilaterale Entwicklung", erklärt der
Slowakei-Referent Franz Erhart. Die österreichischen Exporte verzeichneten in
den ersten Monaten einen Zuwachs von mehr als 20 Prozent, wobei sich vor allem
die Warenstruktur in Richtung Maschinen und Fahrzeuge und Halbfabrikate
entwickelt. "Die österreichischen Direktinvestitionen - Österreich ist neben
Deutschland der wichtigste Investor in der Slowakei - werden dank des
verbesserten Investitionsklimas auch heuer wieder zulegen, wobei vor allem die
Errichtung von seitens der Regierung geförderten Industrieparks Investitionen
"auf der grünen Wiese" ankurbeln werden", ist Erhart überzeugt.
Einen wesentlichen Stellenwert werden Investitionen im Umweltbereich
einnehmen, die durch EU-Förderungen unterstützt werden. Hier hat das mit vier
österreichischen Umweltclustern im vorigen Jahr von der AH-Stelle
veranstaltete Seminar wesentlich zur intensiven Marktbearbeitung durch die
geschaffenen Kontakte zu slowakischen Behörden und Firmen beigetragen.