Singapur: Extremer Anstieg
der tropischen Krankheit Melioidosis
Bio-Terror kann als Ursache ausgeschlossen werden
Die Behörden in Singapur haben ihre Besorgnis über den
Anstieg der Zahl an Todesopfern der tropischen Krankheit Melioidosis
ausgedrückt, berichtet die BBC
http://news.bbc.co.uk . 23 der 57 Patienten, bei denen die Krankheit
diagnostiziert wurde, starben zwischen Januar und Juli 2004.
Das bedeutet eine Sterblichkeitsrate von 47 Prozent. Diese ist damit
drei Mal so hoch wie die der tödlichen Atemwegsinfektion Sars. Die hohe
Zahl an Todesopfern regte die Behörden sogar zu Untersuchungen
hinsichtlich einer Terrorattacke mit Biowaffen an. Eine solche konnte
jedoch eindeutig ausgeschlossen werden. Von der US-Regierung wurde
Melioidosis als potenzielle bakteriologische Waffe eingestuft.
Die Krankheit ist in Südostasien und Nordaustralien verbreitet. Sie wird
durch ein Bakterium verursacht, das in den Körper kommt, wenn
verschmutzter Staub eingeatmet wird oder wenn verletzte Haut in Kontakt
mit kontaminiertem Erdreich kommt. Die Infektion kann sich von der Haut
übers Blut zu Herz, Gehirn, Leber, Nieren, Gelenken und Augen
ausbreiten. Es gibt keinen Impfstoff für Melioidosis. Wenn die Krankheit
früh genug erkannt wird, kann sie mit Antibiotika behandelt werden.
In Singapur erkranken im durchschnitt 67 Menschen pro Jahr, zwölf
sterben daran. Die Behörden können sich den diesjährigen Anstieg an
Fällen nicht erklären. |
Singapur blockiert nicht registrierte Websites
Strafen von bis zu zwei Jahren Gefängnis drohen
Die Regierung von Singapur plant, ausländische Websites, deren Betreiber
sich nicht in Singapur registrieren wollen, zu blockieren. Davon betroffen
sind vor allem aus Großbritannien stammende, politische Seiten. Das bei
pornographischen Seiten übliche Filtersystem soll dabei Anwendung finden.
Außerdem ist eine diesbezügliche Abänderung der Gesetze in Vorbereitung. Die
Einwohner Singapurs sollen so daran gehindert werden, Webseiten aufzurufen,
die in Singapur nicht als politische Seiten registriert sind.
Sämtliche Websites, die von außerhalb Singapurs betrieben werden, sind nur
theoretisch von den neuen Bestimmungen betroffen. Denn das dieses Gesetz auch
in anderen Ländern judiziert wird, wird von Experten bezweifelt. Robin Bynoe,
Partner bei der Anwaltskanzlei Charles Russell, vermutet, dass das Gesetz
international belächelt werden wird.
Die Regierung hofft jedoch, Einwohner Singapurs, die vom Ausland aus
Websites launchen wollen, an das Gesetz binden zu können. "Auch wenn sie
Webseiten von anderen Ländern aus betreiben, das von der Regierung Singapurs
erlassene Gesetz betrifft sie trotzdem", so Bynoe. Nicht registrierte
Webseitenbetreiber müssen mit einer Geldstrafe von bis zu 20.000 Dollar oder
sogar mit zwei Jahren Gefängnis rechnen.