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Saudischer
Geheimdienst finanziert irakische Tageszeitung
Ehemaliger Funktionär unter Saddam Hussein in
London angeklagt
Die irakische Tageszeitung Azzaman
http://www.azzaman.com soll laut Vorwürfen heimlich von der
saudi-arabischen Regierung Gelder in Höhe von 3,6 Mio. Euro erhalten
haben. Das kam während eines Gerichtsverfahrens in London, bei dem
der Inhaber von Azzaman, Saad Al-Bazzaz, wegen Verleumdung angeklagt
ist, ans Licht. Dokumente belegen Geldtransfers von der
saudi-arabischen Riyad Bank auf das Konto der Tageszeitung bei
Natwest, heißt es in einem Bericht des Media Guardian.
Der frühere Exillondoner, der als der Rupert Murdoch des Irak gilt,
soll mit Hilfe der saudischen Gelder die 1997 gegründete Zeitung
aufgebaut haben und als Gegenleistung heimlich Propaganda im Auftrag
des saudischen Geheimdienstes geleistet haben. Prinz Turki al Faisal,
damals Chef des saudischen Geheimdienstes und derzeit Botschafter in
London, äußerte in einer Stellungnahme, dass es keine Kontakte
seines Königreiches mit der Zeitung gab oder gibt.
Bazzaz's Anwälte bestreiten die Glaubwürdigkeit der Dokumente.
Gleichzeitig betonten sie, dass es irrelevant sei ob die Saudis
heimlich Einfluss auf die Zeitung ausüben würden oder nicht. Richter
Justice Eady räumte ein, dass eine Propaganda-Kampagne nichts
Ungesetzliches sei, jedoch sei sie strikt von unabhängigem und
seriösem Journalismus zu trennen.
Ursprünglich steht Bazzaz wegen einer Verleumdungskampagne, die in
seiner Zeitung gegen das Emirat Katar lief, vor Gericht. Bis 1992
war Bazzaz Chef der nationalen Nachrichtenagentur sowie des
staatlichen Fernsehens und diverser Radiostationen unter Saddam
Hussein. Nachdem der Irak Kuwait besetzte ging er nach London ins
Exil und kehrte nach Saddams Sturz zurück in den Irak, wo er auch
den ersten irakischen Satellitensender ins Leben rief.
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Saudi-arabischer Prinz
unterstützt Euro Disney
Aktienemission im Wert von 250 Mio. Euro
angekündigt
Der in Geldnot befindliche Erlebnispark Euro
Disney
http://www.disneylandparis.com bekommt finanzielle Unterstützung
vom saudi-arabischen Prinzen Alwaleed bin Talal, berichtet das Wall
Street Journal (WSJ). Mit dem Kauf von Aktien im Wert von 25 Mio.
Euro will der Prinz die finanzielle Situation von Euro Disney
absichern. Gleichzeitig kündigte das Unternehmen die Ausschüttung
von Anteilskapital in Höhe von 250 Mio. Euro an, worauf der
Aktienwert des an der Pariser Börse notierten Unternehmens sofort um
16 Prozent auf 29 Cent stieg.
Der derzeitige Anteil des Prinzen Alwaleed an Euro Disney beläuft
sich auf 16,3 Prozent. Nach dieser Ankündigung wird sein Anteil aber
unter dem Strich auf rund 10 Prozent schrumpfen. Walt Disney
http://disney.go.com , der mit 40,6 Prozent größte Anteilshaber,
erklärte bereits, einen Anteil der Neuausschüttungen im Wert von 100
Mio. Euro aufzukaufen. Ungewiss bleibt die Bereitschaft anderer
Investoren ihre Anteile an einem Unternehmen zu erhöhen. Erst vor
kurzem gab Euro Disney bekannt, dass für die folgenden Jahre weiter
mit Verlusten zu rechnen sei.
Seit dem Marktdebut von Euro Disney 1989 sank der Aktienwert um 98
Prozent. Im September vergangenen Jahres konnte ein Konkurs in
letzter Sekunde abgewendet werden. pte berichtete:
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040929015 Disneyland Paris
und Walt Disney Studios sind mit jährlich 12,4 Mio. Besuchern die
größte Touristenattraktionen in Europa. Im vergangenen Quartal
stiegen die Einnahmen um drei Prozent auf 268,9 Mio. Euro.
Geldschulden und der anhaltenden Einbruch in der Tourismusbranche
brachten das Unternehmen jedoch in eine schwierige Lage.
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Saudi-Arabien
verbietet Kamerahandys Edikt soll vor Verbreitung von Obszönitäten
schützen
Saudi-Arabiens höchste religiöse Autorität,
Adullah bin Adul Azis, hat ein Edikt erlassen, das Handys mit
integrierter Kamera verbietet. Die Handys verbreiten angeblich
Obszönitäten, berichtet die Detroit News.
http://www.detnews.com
Laut Edikt sollen alle Bürger auf
Kamerahandys verzichten, da sie jedem schaden können.
Handys mit Kamera haben sich in Asien, Europa und im Nahen Osten
sehr schnell verbreitet. Vor allem in ölreichen Ländern am
persischen Golf, wo es nun Beschwerden über die Verletzung der
Privatsphäre in Umkleidekabinen wie auch über das unerlaubte Lesen
von Material in Bücherfilialen und Zeitungsständen und über
Firmenspionage von Angestellten gibt. Weiters beklagen einige
konservative muslimische Gesellschaften, dass Kamerahandys
missbraucht werden um Frauen ohne Einverständnis zu fotografieren.
Deshalb sind Handys mit integrierter Kamera in Fitnesscentern, bei
Händlern oder Unternehmen in vielen Nationen verboten. Sogar in den
USA, wo die Kamerahandys immer mehr Popularität gewinnen, liegt im
Kongress ein Gesetzesentwurf vor, der das illegale Fotografieren von
persönlichem Eigentum als ein Verbrechen behandelt, das mit einem
Jahr Gefängnis und Geldstrafen bestraft wird.
Saudi-Arabien ist das einzige Land mit einem derart drastischen
Verbot, indem es den Verkauf und den Import von Kamerahandys
gänzlich verbietet und sie religiös für verboten erklärt hat.
Kürzlich endete eine Hochzeit in Saudi-Arabien mit einer Prügelei,
da die Frauen ungefragt fotografiert wurden. Die Polizei warnt junge
Männer keine heimlichen Fotos von weiblichen Einkäufern in
Einkaufszentren der Vereinigten Arabischen Emirate zu machen.
Hobbyfotografen riskieren dort die Beschlagnahmung ihres Handys, das
Zahlen hoher Geldstrafen oder ein Jahr Gefängnisaufenthalt. |

Arabischer Raum ist Hoffnungsmarkt für Österreich
Saudi-Arabien verfügt über ein großes Potential für den Absatz
österreichischer Waren und Dienstleistungen. "Dieses ist noch bei weitem
nicht ausgeschöpft", blickt Christoph Leitl, Präsident der Wirtschaftskammer
Österreich, optimistisch in die Zukunft und ruft die Unternehmen auf, sich
von der zur Zeit herrschenden Verunsicherung nicht abschrecken zu lassen.
"Die saudiarabische Wirtschaft läuft trotz jüngster weltpolitischer
Ereignisse praktisch ungestört weiter." Das Land sei unter der Führung von
Kronprinz Abdullah dabei, sich stärker der Außenwelt zu öffnen,
Strukturverbesserungsprojekte zu realisieren und die Liberalisierung, zum
Teil auch die Privatisierung der Wirtschaft voranzutreiben. "In
Saudi-Arabien werden in den nächsten Jahren viele Milliarden investiert und
österreichische Firmen haben gute Chancen vorne mit dabei zu sein", zeigt
sich Leitl überzeugt.
Eine spezielle Chance für österreichische Exporteure, in der Golfregion Fuß
zu fassen, bietet sich durch den Staatsbesuch von Bundespräsident Thomas
Klestil von 14. bis 17. Oktober nach Saudi-Arabien. "Bis jetzt hatte jede
Reise des Herrn Bundespräsidenten mit einer Wirtschaftsdelegation positive
Auswirkungen auf das österreichische Exportgeschäft", erklärt Leitl, der die
Wirtschaftsdelegation im Rahmen des Staatsbesuchs leitet. "Die Exporte in
die letzten Reiseziele stiegen heuer im ersten Halbjahr nach Russland um 33
% und nach China um 57 %." Daher werden auch nun wieder große Erwartungen in
die Fähigkeiten Klestils gesetzt Türen für die heimische Wirtschaft zu
öffnen. Leitl hofft, dass insbesondere auch österreichische Mittelbetriebe
mit speziellem Know-how, zB in der Informations- oder Umwelttechnologie, die
sich bietenden Chancen nützen werden.
Österreich, das durch WKÖ-Außenhandelsstellen in Riyadh und Jeddah vertreten
ist, war in dem Königreich schon in den letzten Jahren besonders aktiv -
eine Mühe, die sich nun bezahlt macht: im ersten Halbjahr 2001 sind die
Exporte nach Saudi-Arabien, dem wichtigsten österreichischen Exportmarkt im
arabischen Raum, um 20 % auf 1,2 Mrd Schilling gestiegen. Für das Gesamtjahr
erwartet Leitl ein Exportvolumen von rund 2,5 Mrd Schilling und eine stark
positive Handelsbilanz.
Die Hitliste der in Saudi-Arabien meistgefragten österreichischen Produkte
reicht von Kraftfahrzeugen und Maschinen über Holz, Arzneiwaren, Rohre und
Papier bis hin zu Fruchtsäften und Energy Drinks. Zahlreiche projektierte
Luxushotels und positive Entwicklungen in der lokalen Nahrungsmittel-,
Kunststoff-, chemischen und Textilindustrie sowie bei den
Maschinenherstellern bieten vielversprechende Marktchancen für
österreichische Lieferanten. Hohe öffentliche Investitionen sind in der
Petrochemie, am Gassektor sowie im Energie-, Wasser- und Abwasserbereich
geplant.

"Öl ist keine Waffe mehr"
Der saudische Ölminister Ali al-Naimi schließt im stern-Interview Drosselung der Ölförderung aus politischen Gründen aus - Saudi-Arabien steht im Kampf gegen Terrorismus an der Seite der USA
"Selbst in dieser Situation wird es keine Drosselung der Öllieferung geben", versicherte Saudi-Arabiens Ölminister Ali al-Naimi in einem Interview mit dem Hamburger Magazin stern, das in der aktualisierten Ausgabe am kommenden Donnerstag veröffentlicht wird.
Es könne zwar passieren, dass weniger Öl auf den Markt komme. "Aber jeder Lieferengpass würde von uns und der Opec ausgeglichen. Die momentanen Übertreibungen sind völlig ungerechtfertigt. Wir wissen sehr wohl, welche Folgen knappes Öl für die Weltwirtschaft hätte", fügte al-Naimi hinzu. Den Preisanstieg der letzten Tage betrachtet al-Naimi als "eine verachtenswerte Prämie auf die Anschläge, als einen regelrechten Terror-Zuschlag". Die Opec werde keine "übertrieben hohe Preise" zulassen. Mit dem "vernünftigen" Preis von ungefähr 25 Dollar pro Barrel könne der Markt auch künftig stabil gehalten werden. Anfang nächster Woche werde die Opec erneut zusammenkommen und "alles tun, um Ängste zu zerstreuen". "Öl und Politik sollten voneinander getrennt werden. Öl ist keine Waffe mehr. Für uns schon lange nicht mehr", sagte der einflussreichste Öl-Manager der Welt in dem stern-Interview.
Die arabischen Staaten unterstützten den Kampf gegen den Terrorismus. Saudi-Arabien sei ein "strategischer Partner" der USA. "Wenn die USA ihren strategischen Partner um Hilfe bitten, den Terrorismus zu vernichten, dann werden wir in diesem Kampf an der Seite der USA stehen. Das ist ein Fakt. Und zwar seit über 50 Jahren", betonte al-Naimi.
Der saudische Ölminister kritisierte in dem stern-Interview aber auch die amerikanische Nahost-Politik. Für jeden Araber sei die "bedingungslose Unterstützung" Israels durch die USA spürbar. "Das ist keine Rechtfertigung für Terrorakte, die das Leben unschuldiger Menschen fordern. Aber diese Unterstützung ist einseitig. Und ein Grund für Groll." Auch die Palästinenser seien "Opfer der Terrorakte" von New York und Washington.

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