Reporter ohne Grenzen gewinnt
Sacharow-Preis 2005 des Europäischen Parlaments
Die internationale Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen,
die sich für die Medienfreiheit und Freiheit der Reporter auf globaler Ebene
einsetzt und bei Inhaftierung und Ermordung deren Familien unterstützt,
erhält vom Europäischen Parlament den mit 50.000 Euro dotierten
Sacharow-Preis für geistige Freiheit. Weitere Preisträger sind "Damen in
Weiß" und Hauwa Ibrahim. Bisherige Preisträger sind u.a. Nelson Mandela,
Alexander Dubcek und UN-Generalsekretär Kofi Annan. "Wir wollen die
Publizität des Gewinnes des Sacharow Preises dazu nützen, auf die zunehmend
sich verschlechternden Arbeitsbedingungen von Reportern hinzuweisen, die im
Rahmen ihrer Arbeit bedroht, verhaftet oder gar getötet werden", erklärt Dr.
Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich. Man werde
daher Kampagnen und Aktivitäten, die die "Awareness" für das Thema
Pressefreiheit heben, weiter verstärken.
Reporter ohne Grenzen Österreich hat die Einreichfrist für den jährlich
ausgeschriebenen internationalen "Press Freedom Award 2005 - Signal für
Europa" bis zum 15. Dezember 2005 verlängert. Der Preis ist mit 15.000 Euro
dotiert und wird von der OMV Aktiengesellschaft ermöglicht. Die UNESCO hat
erstmals den Ehrenschutz übernommen. Diesmal sind Journalisten zugelassen,
die in der Türkei, Griechenland oder Zypern arbeiten, zur
demokratiepolitischen Aufklärung ihres Publikums beitragen und die
Pressefreiheit verteidigen.
Reporter ohne Grenzen setzt sich für die Medienfreiheit und Freiheit der
Reporter auf globaler Ebene ein und unterstützt bei Inhaftierung und
Ermordung deren Familien. Die unabhängige Organisation mit dem
internationalen Generalsekretariat in Paris, mit neun nationalen Sektionen
und mehr als hundert Korrespondenten-Büros in aller Welt fordert aktiv den
Respekt vor den Menschenrechten und beruft sich auf den Artikel 19 der
Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte: Das Recht zu informieren und
informiert zu werden.
Unterstützer: Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit von Reporter ohne
Grenzen Österreich erfolgt in Kooperation mit dem Presse- und
Informationsdienst (PID) der Stadt Wien. Weitere Partner in Österreich:
Siemens, Vienna International Airport, AUA Austrian Airlines, Mercure
Hotels. Strategische PR-Beratung und Betreuung werden von buero8pr
wahrgenommen.
Reporter ohne Grenzen Österreich
Konto P.S.K. BLZ 60000, Kontonummer 92.109.160
www.rog.at

Reporter ohne Grenzen
fordert Internet-Regelwerk
Gleicher Rechts-Schutz für Blogger wie für
professionelle Journalisten
Eine umfassende Meinungsfreiheit im Internet und
die Garantie der Rechte von Internetnutzern und -autoren fordert
Reporter ohne Grenzen (ROG)
http://www.reporter-ohne-grenzen.de anlässlich des heute,
Donnerstag, in Genf beginnenden Vorbereitungstreffens für den
Weltinformationsgipfel. Im Mittelpunkt der Konferenz stehen Länder
wie China, Iran und Tunesien, wo die Informationsfreiheit weltweit
am wenigsten Beachtung findet. In der Delegation von ROG auf dem
einwöchigen Treffen in Genf sind auch Internetdissidenten und
Blogger (Weblog-Autoren) aus Tunesien, Iran, China und den
Malediven. Der Weltinformationsgipfel selbst wird vom 16. bis 18.
November in Tunis stattfinden.
Die Menschenrechtsorganisation fordert eine Änderung jeglicher
Gesetzgebung, die den Informationsfluss regelt, und die Änderung der
Jurisdiktion im Sinne des Artikels 19 der Allgemeinen
Menschrechtserklärung zur freien Meinungsäußerung. Die
Internetbenutzer selbst sollen künftig darüber entscheiden können,
welche Informationen sie im World Wide Web aufrufen. Deswegen würden
Filter jeglicher Art von staatlicher oder privater Seite gegen das
Prinzip des freien Informationsflusses verstoßen.
Für das Schließen einer Website ist für ROG ein richterlicher
Beschluss erforderlich. Ein Provider selbst dürfe auf keinen Fall
entscheiden, ob eine Website geschlossen wird, auch wenn sie illegal
ist. Die EU-Gesetzgebung sieht dies derzeit nicht vor. Die
richterlichen Kompetenzen eines Staates bei zivil- und
strafrechtlichen Angelegenheiten dürfen sich laut ROG nur auf
Internetseiten aus dem eigenen Land beziehen.
Internetautoren wie Blogger und Verfasser persönlicher Seiten sollen
laut ROG den gleichen Schutz und die gleichen Rechte im Sinn des
Artikel 19 genießen wie professionelle Journalisten.
|

Reporter ohne Grenzen verleiht "Press
Freedom Award 2004 - Signal für Europa"
Bedrohung der Pressefreiheit im Jahr 2004 "besorgniserregend"
Die internationale Auszeichnung "Press Freedom Award 2004 - Signal für
Europa" wird durch Reporter ohne Grenzen Österreich (Reporters sans
frontières/RSF) am 31. Jänner 2005 für mutigen, investigativen und
objektiven Journalismus verliehen. Der Festakt findet um 19 Uhr 30 im Haus
der Musik in Wien statt. Der Preis wird durch die OMV Aktiengesellschaft
ermöglicht.
Der mit insgesamt 15.000 Euro dotierte "Press Freedom Award 2004" wird an
Journalisten aus den EU-Nachbarländern Bulgarien, Moldawien, Rumänien,
Ukraine und Weißrussland in drei Kategorien verliehen. Dr. Albert Rohan,
früherer Generalsekretär des österreichischen Aussenamtes, wird die
Entscheidung der internationalen Jury begründen.
"Dieser Preis geht uns alle etwas an, wobei er ohne das Engagement der
OMV nicht existieren würde", stellt Dr. Rubina Möhring, Präsidentin Reporter
ohne Grenzen Österreich fest und ergänzt:
"Angesichts der EU-Erweiterung ist dieser Preis gerade jetzt ein wichtiges
Signal für die Presse- und Informationsfreiheit." Das Risiko für
Journalisten steige, das bewiesen die von Reporter ohne Grenzen erhobenen
Zahlen . Möhring : "2004 wurden doppelt so viele Journalisten im Dienst
getötet wie im Jahr 2002. Das ist besorgniserregend. Wir alle sind
gefordert, aktiv zu werden."
Generaldirektor Dr. Wolfgang Ruttensdorfer erklärt, warum die OMV
Aktiengesellschaft den Press Freedom Award fördert: "Der OMV
Aktiengesellschaft ist ein langfristiges gesellschaftliches Engagement in
diesem sensiblen Bereich sehr wichtig. Wir glauben, dass wir als
Unternehmen, das in 25 Ländern zu Hause ist, demokratische Verhaltensweisen
fördern können, indem wir transparenten Journalismus unterstützen."
Ruttensdorfer stellt fest, dass freie Berichterstattung "uns allen nützt,
der Politik, der Gesellschaft, letztlich auch der Wirtschaft."
Reporter ohne Grenzen
Reporter ohne Grenzen Österreich setzt sich weltweit für die
Medienfreiheit und Freiheit der Reporter ein und unterstützt bei
Inhaftierung und Ermordung deren Familien. Die unabhängige Organisation mit
Sitz in Paris, Niederlassung in Österreich und mehr als hundert
Korrespondenten in aller Welt fordert aktiv den Respekt vor den
Menschenrechten und beruft sich auf den Artikel 19 der Allgemeinen Erklärung
der Menschenrechte: Die Pressearbeit von Reporter ohne Grenzen Österreich
erfolgt in Kooperation mit dem Presse- und Informationsdienst (PID) der
Stadt Wien.
Sponsoren
Der Preis wird ermöglicht durch die OMV Aktiengesellschaft. Sponsoren der
Veranstaltung sind Siemens, Stadt Wien, Die Österreichische
UNESCO-Kommission, Austrian Airlines, Mercure/Accor Hotels, und die
Tageszeitung DER STANDARD. Reporter ohne Grenzen Österreich wird unterstützt
durch buero8pr.
Terminhinweis
31. Jänner 2005, 9:30, Presseclub Concordia: Reporter ohne Grenzen stellt
die PreisträgerInnen der drei Kategorien (Print-Journalismus, Elektronische
Medien und Online-Journalismus) im Rahmen einer Pressekonferenz den Medien
vor. Am Podium stehen den VertreterInnen der Medien u. a. auch Albert Rohan,
Jurymitglied und ehemaliger Generalsekretär des österreichischen Außenamtes,
und Christine von Khol, Südosteuropaexpertin, zur Verfügung.
Die VertreterInnen der Medien sind zur Pressekonferenz und zur Verleihung
des "Press Freedom Award 2004 - Signal für Europa" herzlich eingeladen.

Am 21.12. vergibt Reporter ohne Grenzen
seinen diesjährigen Menschenrechtspreis. Ausgezeichnet werden ein
Journalist, ein Medium sowie eine Person, die sich besonders für
Pressefreiheit eingesetzt hat. Der Preis ist mit je 2.500 Euro
dotiert und wird in Paris verliehen.
Für die Kategorie "Journalist, der sich mit seiner Arbeit
besonders für das Recht auf Information eingesetzt hat" sind
nominiert:
- Cheng Yizhong (China), Chefredakteur der Tageszeitungen Xin
Jing Bao und Nanfang Dushi Bao. Er wurde fünf Monate an einem
geheimen Ort festgehalten, weil er Tabu-Themen wie SARS und den
Folter-Tod eines Studenten öffentlich machte. Seit seiner Freilassung
im August 2004 steht er unter Hausarrest und darf nicht mehr als
Journalist arbeiten.
- Nael H. Shyoukhi (Palästina). Er ist verantwortlich für Reuters
TV im südlichen Westjordanland und zuständig für Kamera, Ton und
Redaktion. Sieben Mal wurde er von der israelischen Armee während
seiner Arbeit verletzt; im März 1998 überlebte er nur knapp. Seitdem
setzt er sich sehr für die Sicherheit von Journalisten in
Krisengebieten ein.
- Hafnaoui Ghoul (Algerien). Redakteur der Tageszeitung EL Youm
und Leiter eines Regionalbüros der Algerischen Menschenrechtsliga. Er
war für sechs Monate hinter Gittern, weil er über Korruption und
Amtsmissbrauch in der lokalen Politik berichtete. Seit dem 25.
November ist er frei - allerdings nur auf Bewährung.
- Maka Gbossokotto (Zentralafrikanische Republik), Chefredakteur
der unabhängigen Tageszeitung Le Citoyen und Korrespondent von
Reporter ohne Grenzen. Wegen Verleumdung war er diesen Sommer für
einen Monat in Haft. Seitdem kämpft er dafür, dass Pressedelikte in
seinem Land nicht mehr kriminalisiert werden. Mit Erfolg: Am 25.
November hat das Parlament der Zentralafrikanischen Republik ein
Gesetz verabschiedet, das die Gefängnisstrafe für Pressevergehen
untersagt.
Der 33-köpfigen, internationalen Jury für diese Kategorie gehören
u.a. an: Sabine Christiansen und ROG-Vorstand Michael Rediske, die
tunesische Journalistin Sihem Bensedrine sowie der brasilianische
Fotograf Sebastiao Salgado.
Die Preisträger werden am 21.12. um 12 Uhr 30 bekannt gegeben.
Porträts und Fotos sind dann unter www.reporter-ohne-grenzen.de
abrufbar.

US-Gericht erklärt
Informantenschutz für kriminell
Journalisten bangen um Grundpfeiler ihrer Arbeit
In den USA ist der Informantenschutz, einer der
Grundpfeiler der journalistischen Arbeit, in Gefahr, kritisiert die
Non-Profit-Organisation Reporter ohne Grenzen
http://www.rsf.org
. Der US-Journalist Jim Taricani vom TV-Sender WJAR-TV 10 ist
von einem Gericht zu sechs Monaten Hausarrest verurteilt worden.
Weil er die Identität seines Informanten geschützt hat, erklärte
Richter Ernest C. Torres vom US-Bundesbezirksgericht den
Journalisten für kriminell. Aus gesundheitlichen Gründen blieb
Taricani eine Gefängnishaftstrafe erspart.
Der Informant übergab Taricani eine Videokassette, auf der zu sehen
ist, wie ein Mitarbeiter des Bürgermeisters von Providence
Bestechungsgeld in der Höhe von 1.000 Dollar entgegennimmt. Zur
gleichen Zeit führte das FBI bereits eine Geheimermittlung in diesem
Fall durch. Obwohl der Informant seine Identität schließlich selbst
bekannt gab, hält Richter Torres an seiner Entscheidung fest.
Das Urteil kommt in den USA inmitten einer Reihe von Klagen gegen
Journalisten, die die Identität ihrer Informanten schützen. Die
Reporter ohne Grenzen drängen den Kongress zur Unterstützung des
Gesetzesentwurfs des Senators Christopher J. Dodd, der es
Bundesgerichten, dem Kongress sowie der Exekutive untersagt,
Journalisten zu zwingen ihre Quellen bekannt zu geben. |

Der inhaftierte russische Journalist Grigorij Pasko erhaelt den
Menschenrechtspreis 2002 von Reporter ohne Grenzen
Der Menschenrechtspreis von Reporter ohne Grenzen geht in diesem Jahr an den
russischen Journalisten Grigorij Pasko. Der Flottenkapitaen und Journalist
verbuesst zur Zeit eine vierjaehrige Haftstrafe in einem Arbeitslager, drei
Autostunden von Ussurijsk (Region Wladiwostok) entfernt. Er wurde
verurteilt, weil er die Verklappung von radioaktivem Muell ins Japanische
Meer filmte und die Bilder - im japanischen Fernsehen gesendet -
internationales Entsetzen ausloesten. Den Preis nimmt seine Frau Galina
Morozova stellvertretend fuer ihren Mann in Paris in Empfang. Die
Auszeichnung ist mit 7.600 Euro dotiert.
Der "Fall Pasko" beginnt, als der Journalist das staatlich verhaengte
Schweigen ueber die Umweltverschmutzung ignoriert und filmt, wie ein
russisches Militaerschiff Atommuell ins Japanische Meer verklappt.
Am 20. November 1997 wurde der heute 40-Jaehrige wegen "Landesverrat" und
der "Weitergabe militaerischer Geheimnisse" verhaftet. Er bleibt 20 Monate
in Untersuchungshaft bis der oberste Militaergerichtshof am 20. Juli 1999
das Urteil spricht: drei Jahre Haft wegen "Amtsmissbrauch". Da die
Untersuchungshaft angerechnet wird, kommt Pasko frei. Dennoch legt er
Berufung ein. Er verlangt einen Freispruch.
Der neue Prozess endet im Dezember 2001 jedoch wieder mit einer Verurteilung
, diesmal sind es vier Jahre Haft wegen Landesverrats. Pasko kommt in ein
Militaergefaengnis in Wladiwostok. Er lehnt es ab, ein persoenliches
Gnadengesuch an den Praesidenten Putin zu stellen, beharrt weiter darauf,
unschuldig zu sein und von einem Gericht freigesprochen zu werden. Doch alle
juristischen Eingaben des Journalisten bleiben erfolglos.
Im Juni 2002 bestaetigt das oberste Militaergericht die vierjaehrige
Gefaengnisstrafe. Am 10. September wird der mutige Journalist schliesslich
in ein Arbeitslager verlegt. Mittlerweile hat sich sein Gesundheitszustand
verschlechtert. Die Arbeitsbedingungen sind hart und die fuer den
aeussersten Osten Russlands typische feucht-kalte Witterung macht ihm zu
schaffen.
"Die Verurteilung Paskos ist ein Versuch, alle kritischen Journalisten
einzuschuechtern. Die Berichterstattung ueber Umweltverschmutzung ist kein
Landesverrat, sondern ein verfassungsmaessig garantiertes Recht auf freie
Berichterstattung. Am 25. Dezember wird Grigorij Pasko zwei Drittel seiner
Haftstrafe verbuesst haben. Wir fordern die zustaendigen Behoerden auf,
Pasko Haftverschonung zu gewaehren, wie es allen Gefangenen zusteht",
erklaert Elke Schaefter, Geschaeftsfuehrerin von Reporter ohne Grenzen in
Deutschland in einer Aussendung.
