Diagnose und Behandlung von Sodbrennen
Bereits seit der Übernahme des Primariats durch Univ.Doz. Dr. Gerhard Schwab
im Jänner 2000 spezialisiert sich die Abteilung für Chirurgie im Krankenhaus
Krems auf die Diagnose und Behandlung von schwerem Sodbrennen. Diese
Bemühungen und die erworbene Expertise wurden nun auch vom
Niederösterreichischen Gesundheits- und Sozialfonds (NÖGUS) honoriert, der die
Abteilung zum "Kompetenzzentrum für gastroösophageale Funktionsstörungen"
ernennt. Zusätzlich zur Refluxkrankheit werden in Krems sämtliche Bereiche der
allgemeinen Chirurgie abgedeckt.
Auf Grund der laufenden Fortschritte in der modernen Medizin ist bei komplexen
Krankheitsbildern eine Spezialisierung unumgänglich. Nur die regelmäßige
Behandlung eines Krankheitsbildes garantiert das nötige Know-how für optimale
Patientenbetreuung. An der Abteilung von Prim. Schwab wurden heuer bereits 352
Personen zur Abklärung ihres Sodbrennens aufgenommen. Bei 91 Patienten wurde
ein operativer Eingriff vorgenommen; bis Jahresende rechnet Prim. Schwab mit
ca. 120 Operationen. Im Unterschied zu anderen Krankenhäusern wird zusätzlich
zur Therapie auch die gesamte Diagnostik innerhalb der chirurgischen Abteilung
durchgeführt.
NÖGUS-Vorsitzender Mag. Wolfgang Sobotka, der die Benennung als
Kompetenzzentrum nach eingehender Qualitätskontrolle genehmigt hat:
"Durch den Titel Kompetenzzentrum' wird die Qualität der Kremser Chirurgie
noch besser in die Öffentlichkeit getragen. Prim. Univ.Doz. Dr. Gerhard Schwab
ist Spezialist auf dem Gebiet der Antirefluxoperation und heuer österreichweit
führend mit Operationszahlen. Die Leistungen an seiner Abteilung entsprechen
den internationalen Qualitätskriterien und können daher selbstverständlich den
Patienten empfohlen werden. Für das Waldviertel und auch für das ganze Land
Niederösterreich bedeutet dies eine weitere Qualitätssteigerung, die letztlich
allen Patienten zugute kommt."
Sodbrennen ist ein weitverbreitetes Übel. Aktuelle Daten zeigen, dass mehr als
50 Prozent der westlichen Bevölkerung zumindest zeitweilig darunter leiden.
Bei rund 15 Prozent ist eine schwere therapiebedürftige Form gegeben. Da es
sich um eine fortschreitende Erkrankung handelt, besteht die Gefahr, dass es
ohne entsprechende Therapie zu Komplikationen kommt. Prim. Schwab: "Geschwüre
der Speiseröhre, Blutung, Verengung, im Extremfall das Auftreten eines
Speiseröhrenkrebses können mögliche Spätfolgen einer nicht behandelten
Refluxkrankheit sein." Rund 90 Prozent der Betroffenen kann durch eine
Umstellung der Lebensweise bzw. mit Medikamenten geholfen werden. Viele
Patienten, bei denen es dennoch zu Rückfällen kommt, wissen jedoch nicht, dass
ihnen mit Hilfe einer minimal-invasiven Operation dauerhaft geholfen werden
kann. Diese Therapie bietet sich auch für jüngere Patienten an, die ansonsten
lebenslänglich Medikamente einnehmen müssen.
Die Operation wird laparoskopisch (mittels "Schlüsselloch-Chirurgie")
durchgeführt. Über fünf kleine Schnitte in die Haut werden eine Videokamera
und die feinen Operationsinstrumente in die Bauchhöhle eingebracht. Als erster
Schritt wird der immer vorhandene Zwerchfellbruch korrigiert. Danach wird aus
einem Magenanteil eine Manschette gebildet, die um die Speiseröhre
herumgeschlagen und an der Vorderseite vernäht wird. Durch diese Manschette
wird die Schließmuskelfunktion der Speiseröhre verstärkt, und der Magensaft
kann nicht mehr zurückfließen. In geübter Hand handelt es sich um einen
schonenden und sicheren Eingriff. Der Krankenhausaufenthalt dauert ca. eine
Woche, nach zwei bis drei Wochen ist der Patient wieder voll leistungsfähig.
Prim. Schwab hält auch regelmäßig Vorträge über die Refluxkrankheit für
Patienten. Die nächsten Termine finden am 8. November in der VHS Melk und am
16. Februar in der Ärztekammer Niederösterreich statt.