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Neuer Meilenstein in der Hepatitis C Therapie: PegIntron® plus Rebetol®
Basis-Medieninformation zur Pressekonferenz vom 24.9.01
 

Basis-Medieninformation
Neuer Meilenstein in der Hepatitis C Therapie: PegIntron® plus Rebetol®
 

 

Optimierte Behandlung der Hepatitis C
 

Die Infektion mit dem Hepatitis C-Virus hat eine ähnliche Verbreitung und Bedeutung wie die HIV-Infektion (AIDS). In der Schweiz sind 35 000 bis 70 000 Menschen mit dem Hepatitis C-Virus infiziert – ein Grossteil weiss dies jedoch noch nicht.
 

Da die Infektion bei ca. 80% einen chronischen Verlauf nimmt, der zum Teil erst nach Jahren zu Komplikationen führt, ist es sehr wichtig, dass die Infizierten mit dem Arzt zusammen die Situation besprechen und bei Bedarf mit optimierter Behandlung das Hepatitis C-Virus dauerhaft eliminieren.
 

 

Die Therapie-Empfehlung der Schweiz. Experten für virale Hepatitis (SEVHEP)
bei chronischer Hepatitis C, vor der Neueinführung PegIntron® plus Rebetol®:
 

«Die zur Zeit akzeptierte medikamentöse antivirale Therapie ist die Kombination
von Interferon und Ribavirin mit einer Heilungschance von 35-70 Prozent (Die Therapie muss wiederum früh beginnen, bevor sich eine Zirrhose gebildet hat.)
 

Die Heilungschance hängt massgeblich von der Einhaltung der Dosierungsanweis-ungen ab.
 

Neuerdings ergeben sich auch mit der Lebertransplantation Erfolge. Sie kommt
aber nur für Patienten mit fortgeschrittener Erkrankung in Frage und nur in ausgewählten Fällen.»
 

Quelle: www.sevhep.ch, die Internetseite der Schweiz. Experten für Virale Hepatitis
 

 

Die Meilensteine der Therapie der Hepatitis C
 

1990    Einführung von Interferon alfa-2b
(Intron®A)    Erste Zulassung einer wirksamen Interferonbehandlung
 

1999    Einführung der Kombination von
Interferon alfa-2b plus Ribavirin
(Intron®A plus Rebetol®)    Erste Zulassung einer wirksamen Kombinationsbehandlung mit verbesserter Viruselimination
2001    Einführung der Kombination von
Peginterferon alfa-2b plus Ribavirin
(PegIntron® plus Rebetol®)    Erste Zulassung einer wirksamen Kombinationsbehandlung mit noch-mals verbesserter Viruselimination
und vereinfachter Interferon Appli-
kation
 

    Erstmals können dauerhafte
Viruseliminationsraten von bis zu 94%
bei Genotyp 2 und 3 erreicht werden.
 

 

 

Was ändert sich mit der Neueinführung von PegIntron®?
 

Bisher waren nur kurzwirksame Interferone zur empfohlenen Kombinationsbe-handlung zugelassen. Mit der Einführung der neuen Kombination von pegyliertem Interferon, Peginterferon alfa-2b plus Ribavirin (PegIntron® plus Rebetol®), können
bei der Therapietreue der Patienten (Compliance) und bei der Wirksamkeit ent-scheidende Verbesserungen erreicht werden.
 

Neu genügt eine Interferon Dosis (PegIntron® ) pro Woche zum Erreichen des erwünschten therapeutischen Plasmaspiegels, was bisher unter Interferon alfa-2b (Intron®A), aufgrund der ca. 10 mal rascheren Ausscheidung, nicht erreicht wurde,
wie Abbildung A zeigt.
 

 

ABBILDUNG A (HEPATITIS-C-Grafik2.jpg)
 

 

Bildlegende: Abb. A: Profile der Konzentration vs Zeit von PegIntron® 1,5 mg/kg,
1 mal pro Woche im Vergleich zu Intron®A 3 Mio I.E, 3 mal pro Woche. Plasmaprofile nach 4 Wochen1).
 

 

Ist Peginterferon alfa-2b plus Ribavirin die neue Standardbehandlung bei chronischer Hepatitis C?
 

Die Zulassung dieser neuen Kombinationsbehandlung Peginterferon alfa-2b plus Ribavirin (PegIntron® plus Rebetol®) verbessert die Chancen sowohl für das initiale als auch das dauerhaftes Ansprechen signifikant und sollte daher allen Patienten angeboten werden.
 


Mit welchen zusätzlichen klinischen Nutzen kann gerechnet werden?
 

Mit der neuen Kombination, Peginterferon alfa-2b plus Ribavirin (PegIntron®
plus Rebetol®), steigt die Heilungschance für Patienten, die mind. 80 Prozent der empfohlenen Behandlung erhalten auf 63 % (Genotyp 1) bis 94 % (Genotyp 2/3)2).
 

 

ABBILDUNG B (HEPATITIS-C-Grafik1.jpg)
 

Bildlegende: Abb. B: Die Therapie von Patienten mit Genotyp 2 oder 3 führte mit PegIntron® plus Rebetol® in dieser Vergleichsstudie zu einem nahezu optimalem Ansprechen und einer Remission in 94 Prozent der Fälle. (Referenz 2).
 

 

Pharmako-ökonomisch geeignete Wahl
 

Die Kombinationsbehandlung überzeugt auch in pharmako-ökonomischer Hinsicht. Wie Abbildung C zeigt, sind die Behandlungskosten mit einer Kombinationstherapie im Vergleich zu den Komplikationskosten niedriger.
 

 

ABBILDUNG C (HEPATITIS-C-Grafik3.jpg)
 

Bildlegende: Abb. C: Die Komplikationen einer Hepatitis C Infektion verursachen
sehr hohe Kosten. Mit einer hochwirksamen Kombinationstherapie mit einem Interferon und Rebetol® können Komplikationen kosteneffizient verhindert werden.
 

Da der Grossteil der Patienten dauerhaft geheilt wird, entfallen in den folgenden Jahren die Behandlungskosten, was zu einer Entlastung der Kranken- und Sozialversicherungen führt.
 

Wichtiger als der ökonomische Aspekt, bleibt der Gewinn an Lebensqualität. Mit der neuen Kombinationsbehandlung kann auch die Arbeitsunfähigkeit, Invalidität und vorzeitige Mortalität reduziert werden, was wiederum zu grossen Kosteneinsparungen führt.
 


 

Fragen und Antwort-Katalog
zur Neueinführung PegIntron® plus Rebetol®
 

Was ist eine Hepatitis?
 

Die Hepatitis ist ein Sammelbegriff und bedeutet gleichviel wie "Entzündung der Leber".
 

Sie entsteht hauptsächlich durch übermässigen Alkoholkonsum, Einnahme von bestimmten Medikamenten und durch Infektion mit einem Virus = Virus-Hepatitis/ virale Hepatitis
 


Welche Viren sind für eine virale Hepatitis verantwortlich?
 

Bis heute sind 5 verschiedene Hepatitis-Viren (A, B, C, D und E ) bekannt. Sie unterscheiden sich voneinander in ihrem Aufbau und den Über-tragungswegen.
Die Viren führen zu Leberentzündungen, die je nach Virustyp verschiedene Symp-tome und Krankheitsverläufe haben.
 


Was ist das besondere an Hepatitis C?

Eine Hepatitis C verläuft initial ohne spürbare Symptome. Trotzdem führt sie bei
ca. 80% der Patienten zu einer Entzündung und zu einer fortlaufenden Zerstörung
der Leber.

Innert 5 bis 40 Jahren kann sich eine Leberzirrhose bilden. Dies bedeutet, dass die Leber umgebaut wird: ehemals funktionstüchtiges Leberzellgewebe wird durch Narbengewebe ersetzt.
 

Dadurch kann die Leber ihre diversen Stoffwechselfunktionen zusehends weniger wahrnehmen. In einer zirrhotisch umgebauten Leber kann sich nach 10–40 Jahren ein Leberzellkrebs entwickeln.
 

 

Welche Symptome treten bei Hepatitis C auf?

Die Symptome werden häufig mit einer Grippe verwechselt. Die häufigsten
Symptome sind Müdigkeit, "Abgeschlagenheit", Übelkeit, Appetitlosigkeit, Fieber, Gelenkschmerzen, Schmerzen im Oberbauch und erhöhte Leberwerte (wird meist beim Hausarzt bei einer Blutkontrolle festgestellt).

Wie häufig kommt die Hepatitis C vor?

Die Zahl der chronisch mit dem Hepatitis C Virus infizierten Menschen schätzt
die WHO in Europa auf ca. 5 Millionen (1 bis 2 Prozent der Bevölkerung).
 

In der Schweiz sind 0.5–1 Prozent der Bevölkerung mit dem Hepatitis C-Virus
infiziert (= 35'000–70'000 Personen).

Bis heute wurden 15'000 Fälle gemeldet; viele Infizierte wissen nicht, dass sie
das Virus in sich tragen.
 

Die chronische Hepatitis C ist, nach Angaben der WHO, die Hauptursache von chronischen Lebererkrankungen und der häufigste Grund für Lebertransplan-
tationen.
 

 

Wie hätte ich mich in der Vergangenheit anstecken können?
Wie kann ich mich in anstecken?
 

Hepatitis C wird durch Blut und Blutprodukte (auch in Spuren) übertragen, z.B. bei
 

- Bluttransfusionen oder Empfang von Blutprodukten (Gerinnungsfaktoren,
Eiweissprodukte) vor dem Jahre 1990
- Dialyse
- Intravenöser Konsum von Drogen
- ev. ungeschützter Geschlechtsverkehr
- Piercings, Akupunktur und ev. Maniküre, Tätowierung mit infizierten Geräten.
 

 

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?
 

- Bei Maniküre, Piercing, Tätowierung, Akupunktur, Verwendung von Spritzen darauf
achten, dass nur sterile Instrumente verwendet werden.
 

- Bei häufig wechselnden Geschlechtspartnern Kondome verwenden.
 

 

Was ist eine Interferon-Therapie?
 

Interferone sind Botenstoffe, mit denen sich die körpereigenen Abwehrzellen untereinander verständigen. Diese Stoffe können heute künstlich hergestellt
werden und finden Anwendung bei der Behandlung verschiedener Krebs-
und viraler Erkrankungen.

Was ist PegIntron® / Rebetol®
 

PegIntron® / Rebetol® Kombinationstherapie ist eine neue, wenn zusammen verabreicht, hochwirksame Behandlung der chronischen Hepatitis C.
 

Diese Kombinationstherapie ist verschreibungspflichtig. Die Kassenzulassung
wird erwartet.
 

 

Was ist das pegylierte Interferon (PegIntron®) präziser?
 

Peginterferon alfa-2b (PegIntron®) ist ein Interferon alfa-2b, verbunden mit einem
12,000 Dalton Polyethylenglycol (PEG) Molekül und wurde zur Einmalanwendung pro Woche entwickelt. Bei PegIntron handelt es sich um Interferon alfa-2b, das an ein Polyethylenmolekül gebunden ist. Diese Modifikation verlängert die Verweilzeit des Moleküls im Organismus um das 10-fache, im Vergleich zur nicht modifizierten Form, wodurch die antivirale Wirksamkeit erhöht wird. Es zeichnet sich durch ein optimiertes Gleichgewicht zwischen antiviraler Wirksamkeit und Ausscheidungszeit (Plasmahalbwertszeit) aus.
 

Wie Interferon alfa-2b (Intron®A) ist Peginterferon alfa-2b (PegIntron®)
eine rekombinierte Version des natürlichen Interferon alpha. Antivirale und immunmodulierende Wirkungen sind nachgewiesen.
 

Schering-Plough (die Niederlassung von Schering Plough ist die Essex in Luzern) vertreibt Intron®A, das weltweit meistverwendete Interferon, in 16 Hauptindikationen zur Behandlung von viralen Infektionen und Krebserkrankungen.
 

Was ist Ribavirin (Rebetol®) und wozu braucht es die Kombination?
 

Rebetol® ist eine orale Form von Ribavirin, einem synthetischen Nucleosid Analogon mit breitem Spektrum antiviraler Aktivität. Schering-Plough hat exklusive Rechte für
die Vermarktung des oralen Ribavirin für die Behandlung der Hepatitis C in allen wichtigen Ländern weltweit, durch eine Lizenzvereinbarung mit ICN Pharmaceuticals, Inc. (NYSE: ICN) of Costa Mesa, California.
 

In klinischen Studien konnte gezeigt werden, dass die Zahl der Patienten mit chronischer Hepatitis C mit einer dauerhafter Viruselimination signifikant höher ist,
im Vergleich zur Interferon-Monotherapie.
 

"Die Kombinationsbehandlung Peginterferon alfa-2b plus Ribavirin (PegIntron®
plus Rebetol®) gibt Patienten mit einer Hepatitis C Infektion neue Hoffnung,"
sagte John G. McHutchison, M.D., von der Scripps Clinic and Research Foundation,
La Jolla, California und fügte an: "Diese Kombination ist eine neuartige und wirk-same Option zur Behandlung der Hepatitis C. Sie ermöglicht uns, die nachweis-
baren Spiegel des Virus in Patienten zu eliminieren und gleichzeitig das Interferon vereinfacht, nur noch einmal statt dreimal pro Woche, anzuwenden."
 

Wie ist der Stand der Registrierung und der Erfahrung mit dem pegylierten Interferon?
 

In der Europäischen Union (EU) wurde Peginterferon alfa-2b (PegIntron®) als erstes und bisher einziges pegyliertes Interferon am 25. Mai 2000 (als Monotherapie, 1 x pro Woche) zur Behandlung Erwachsener mit chronischer Hepatitis C zugelassen. In den USA erfolgte diese Zulassung durch die FDA am 19. Januar 2001.
 

Die Kombinationsbehandlung Peginterferon alfa-2b plus Ribavirin (PegIntron®
plus Rebetol®) wurde als bisher einzige Kombination mit einem pegylierten Interferon in der Europäischen Union (EU) am 26. März 2001 zur Behandlung der Hepatitis C zugelassen. In den USA erfolgte diese Zulassung durch die FDA am
8. August 2001.
 

 

Warum wurde diese Art der Pegylierung gewählt?
 

Die Pegylierung ist eine gut dokumentierte Methode der Protein-Modifikation, mit
der die Ausscheidung verzögert werden kann.
 

Für Peginterferon alfa-2b (PegIntron®) wurde jene Pegylierung gewählt, welche die verschiedenen wichtigen Anforderungen an die Ausscheidung erfüllt:
- Verlängerung der Halbwertszeit, die eine einmalige Dosierung pro Woche erlaubt
- Vermeiden einer signifikanten Akkumulation im Körper, auch nach Mehrfach-
dosierung
- Unterschiedliche Arten der Ausscheidung (renal und hepatisch), was bei
Verschlechterung der Nierenfunktion oder der Leberfunktion eine grössere
Sicherheitsmarge beinhaltet (im Vergleich zu primär einseitiger Ausscheidung).
 

 

Wie ist die Verträglichkeit der neuen, im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie?
 

Wie die Vergleichsstudien zeigen ist das Sicherheitsprofil von Peginterferon alfa-2b (PegIntron®) ähnlich, wie jenes von Interferon alfa-2b (Intron®A). Es wurden keine neuartigen Nebenwirkungen beobachtet. Auch die Therapieabbruch-Raten blieben
in diesen Vergleichsuntersuchungen ähnlich. Dies wurde aufgrund langjähriger guter Erfahrung mit dieser Pegylierungstechnik erwartet und mit diesen Untersuchungen nun bestätigt.
 

Essex Chemie AG ist die Schweizer Niederlassung der Schering-Plough Corporation, Kenilworth, N.J., USA, eines forschenden Unternehmens, das sich in der Entdeckung, Entwicklung, Herstellung und dem weltweiten Vertrieb von pharmazeutischen Pro-dukten engagiert.
 


Peginterferon alfa-2b plus Ribavirin (PegIntron® plus Rebetol®) ist eine verschrei-bungspflichtige Therapie. Es ist wichtig, sich vom Arzt beraten zu lassen, der die Kontraindikationen, Vorsichtsmassnahmen und die Produktinformationen kennt.
Die Verschreibungsinformation steht ab sofort auf Anfrage zur Verfügung. Sie wurde der Documed AG, zur Verbreitung im Arzneimittel-Kompendium, eingereicht und wird in den nächsten Tagen (voraussichtlich ab Montag, 24. September 2001) auf www.documed.ch verfügbar sein.
 

 

Referenzen:
 

1)    Glue P, Fang JW, Rouzier-Panis R, et al. Pegylated Interferon alfa-2b: pharmacokinetics, pharmacodynamics, safety and preliminary efficacy data. Hepatitis C Intervention Therapy Group. Clin Pharmacol Ther (United States), Nov 2000, 68(5) p556-67
2)    McHutchison et al., J. Hepatol 34, Suppl. 1, p2, 2001
    http://www.essex.ch/wissenschaft/intron_rebetol/wiss_intron_reb_news_3.cfm
3)    Manns et al., Lancet 358 (in press), 2001
    http://www.essex.ch/wissenschaft/intron_rebetol/wiss_intron_reb_news_2.cfm
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:29
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