Forscher bereiten ersten deutschen ISS-Beitrag vor
Projekt soll Strömungsprinzipien im Erdinneren untersuchen
Wissenschaftler der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU)
Cottbus http://www.tu-cottbus.de
bereiten derzeit die ersten deutschen Experimente auf der internationalen
Raumstation ISS vor. Die Untersuchungen sollen sich mit der Erforschung von
Strömungen und Bewegungen im Erdinneren beschäftigen. Solche Experimente
werden meist an einem so genannten Kugelspalt-Modell vorgenommen. Sie bringen
jedoch nur dann verwertbare Ergebnisse, wenn sie ohne verfälschende oder störende
Einflüsse der Erdschwerkraft ablaufen. Aus diesem Grund werden sie in den
Weltraum verlegt.
Die Versuchsanordnung wurde dabei eigens für die ISS-Experimente auf
Schuhkartongröße reduziert. Im Sommer 2002 wird sie in einem Spezialbehälter
auf einer amerikanischen Raumfähre deponiert. Das Labormodell wird zur
Festwoche anlässlich des zehnjährigen Bestehens der Universität vom 3. bis
7. Juli im Foyer des Audimax der Öffentlichkeit vorgestellt. Die eigentlichen
Experimente auf der ISS sollen schließlich im Jahr 2004 beginnen.
Dem Lehrstuhl für Aerodynamik und Strömungslehre der BTU obliegt die
europäische Projektleitung für das Raumstationsexperiment. Dabei arbeiten
die Forscher eng mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und
der Europäischen Raumfahrtagentur (ESA) sowie mit Wissenschaftlern der
Universitäten in Nizza und Glasgow zusammen. Insgesamt hatten sich 150
Wissenschaftler-Teams für einen der begehrten Plätze im Raumfahrtlabor
Columbus auf der ISS gemeldet. Das BTU-Experiment ist eines von 45 Projekten
aus den Disziplinen Fluidphysik, Materialwissenschaften und Medizin, die erst
kürzlich von der ESA genehmigt worden waren.