Skorpion-Roboter soll
ferne Planeten erforschen
Passt sich der Umgebung an
Für die Erkundung ferner Planeten steht Forschern in
naher Zukunft ein neues Hilfsmittel zur Verfügung. Ein achtbeiniger
skorpionähnlicher Roboter ist in der Lage steile Felsen zu bewältigen,
unebenes Terrain zu durchqueren und sich in Verstecke zu zwängen, in die
größere, konventionelle Roboter mit Rädern oder Ketten keinen Zugang
haben, berichtet Nature
http://www.nature.com
.
Der Prototyp des Skorpion-Roboters hat die Größe eines Hundes und stammt
vom Deutschen Frank Kirchner, Roboterspezialist an der Universität
Bremen. Nun wird der Roboter im NASA Ames Research Center in Moffet
Field (Kalifornien)
http://www.nasa.gov/centers/ames/home/index.html bewertet. "Die
interessantesten Plätze auf dem Mars befinden sich auf der Oberfläche
von Felsen oder in Gebieten, die für autoähnliche Roboter zu klein oder
zu steinig sind", so Silvano Colombano, Wissenschaftler der NASA. Ein
Skorpion sei in der Lage in diese Gebiete zu gelangen, die Geologie zu
betrachten und Proben zu nehmen.
Laufende Roboter sind ein relativ neues Gebiet. Wissenschaftler nehmen
sich ein Beispiel an der Biologie, um die Maschinen mit einer
vielseitigen Leistungsfähigkeit auszustatten. Der Skorpion-Roboter
bewegt sich in derselben Art wie es sein natürliches Pendant zu tun
pflegt. Colombano: "Das Programm ist so flexibel, dass es sich der
Umwelt anpassen kann. Es verfügt über Reflexe, die das Kommando
übernehmen, wenn die Bewegung auf irgendeine Weise blockiert ist."
Die Manövrierfähigkeit des Roboters hat aber auch ihren Preis. Der
Roboter ist zu klein, um viel Energie laden zu können. "Er benötigt
einen größeren Roboter, der ihn mit Energie beliefert oder ihn auflädt",
so Colombano. Wenn dieser technische Knick ausgebügelt werden kann, ist
der Skorpion-Roboter bereit für seine erste Mission. Der Skorpion könne
auch auf der Erde eingesetzt werden. Beispielsweise bei der Suche nach
Minen oder bei einem Erdbeben, um verschüttete Überlebende ausfindig zu
machen.
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Virgin Boss kündigt
All-Flüge an
Erstflug in weniger als drei Jahren geplant
In weniger als drei Jahren werden die ersten
dreieinhalbstündigen Ausflüge ins All starten. Das hat Virgin-Boss
Richard Branson BBC
http://news.bbc.co.uk mitgeteilt. Anmeldungen zum Trip ins All gibt
es bereits genügend: 13.500 potenzielle Kunden gibt es, die bereit sind,
die Kosten von 190.000 US-Dollar im "Virgin Galactic Spaceliner"
http://www.virgingalactic.com zu zahlen. Branson hat den Auftrag
erteilt, fünf Spaceliners in Serie herzustellen.
Insgesamt bietet das Raumschiff fünf Passagieren Platz. Ehe die
Passagiere sich auf den Weg ins All machen, müssen sie im "Space Camp"
in der Mojave-Wüste drei bis vier Tage Training absolvieren, um sich auf
die Schwerelosigkeit einzustellen, die beim hundert Kilometer hohen Flug
über die Erdoberfläche auftritt. Branson hat nachdem SpaceShipOne von
Mojave Ventures den X-Prize
http://www.xprize.org
gewonnen hatte, einen 20 Mio. Euro Vertrag zur Fortsetzung des
Projekts unterzeichnet. (pte berichtete:
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=041004045 ) Mojave Ventures
wurde von Microsoft-Mitbegründer Paul Allen und dem Flugpionier Burton
Rutan ins Leben gerufen.
Nach dem Training sollen die Passagiere mit dem Mutterschiff "Eve" in
die Lüfte steigen, ehe das Raumschiff mit dreifacher
Schallgeschwindigkeit sich davon trennt und weiterfliegt. "Nach dem
Allausflug verwandelt sich das Raumschiff in einen riesigen Federball
und tritt so sicher in die Erdatmosphäre ein", erklärt Branson. Anders
als bei den NASA-Raumschiffen entstehe dabei wesentlich weniger Hitze.
Das mache einen Flug wesentlich sicherer, zeigt sich Branson überzeugt.
Dass ein Restrisiko bestehen bleibe, sei logisch, denn jede Pioniertat
sei damit verbunden.
Richard Branson wird gemeinsam mit seinen Eltern und seinen beiden
Kindern den Jungfernflug im "Virgin Galactic Spaceliner" bestreiten. |

Software sucht nach
Schrott im All
Weltraumverschmutzung gefährdet Raumfahrt
Das Astronomische Institut der Universität Bern (AIUB)
http://www.aiub.unibe.ch hat im Auftrag der Europäischen
Weltraumagentur (ESA)
http://www.esa.int ein System zur optischen Suche nach Raumschrott
entwickelt. Die Lösung besteht aus einem Softwaresystem zur Steuerung
eines Teleskops und einer hochempfindlichen Kamera sowie aus einer
Lösung zur Erfassung und Archivierung von Bildern in einer Datenbank.
Zusätzlich haben die Wissenschaftler neuartige Algorithmen zur Erkennung
von Schrottteilen im All entwickelt. Pro Nacht können damit Datenströme
von über zehn Gigabyte verarbeitet und analysiert werden. Dabei haben
die Wissenschaftler im geostationären Ring in 36.000 Kilometern Höhe
eine bisher unbekannte, aber bedeutende Population von Schrottteilen mit
Durchmessern von zehn Zentimetern bis zu einem Meter entdeckt. Der
Großteil des Schrotts stammt laut ESA von ausgedienten Raketenoberstufen
oder Satelliten.
Für die Raumfahrt ist dieser Raumschrott eine ernsthafte Bedrohung, denn
selbst kleinste Teile können einem Raumvehikel großen Schaden zufügen
(Bild rechts). Im geostationären Ring bewegen sich Objekte mit einer
relativen Geschwindigkeit von 30.000 Kilometern pro Stunde. Ein Crash
mit einem zentimeterkleinen Objekt kann deshalb für einen Satelliten
fatale Folgen haben. Mit der neuen Lösung des AIUB können nun erstmals
Objekte mit Durchmessern unter einem Meter in weit entfernten Regionen
erfasst und analysiert werden.
"Die von uns gefundene Vermüllung ist zwar nicht verheerend, aber doch
zumindest alarmierend", erklärt Thomas Schildknecht, Projektleiter des
Forschungsteams. "Während im erdnahen Raum Raumschrott meist bei seinem
Eintritt in die Atmosphäre verglüht, bleibt er im geostationären Ring
fast ewig erhalten, er fällt nicht herunter", so Schildknecht. Laut AIUB
wird es in absehbarer Zukunft jedoch kein Verfahren geben, um
Raumschrott einzusammeln und zurückzubringen. Die einzige Chance, den
wertvollen geostationären Ring auch in Zukunft für die Raumfahrt zu
erhalten sehen die Wissenschaftler darin, die weitere Produktion von
Raumschrott durch spezielle Konstruktionsverfahren schon im Vorfeld zu
verhindern.
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SpaceShipOne gewinnt
X-Prize
Zehn Mio. Dollar an Rutans Weltraum-Projekt
Das SpaceShipOne hat den mit zehn Mio. Dollar
dotierten Ansari-X-Prize
http://www.xprize.org heute, Montag, gewonnen. Das Raumschiff ist
wie in den Vereinbarungen über die Nominierung zum zweiten Mal innerhalb
von einer Woche zu einem Flug aufgebrochen und hat diesen absolviert.
Der Preis ist ursprünglich dafür ausgeschrieben worden, um auch private
Unternehmen zu Weltraumflügen zu animieren. Schon in der Vorwoche galt
der Flugpionier Burt Rutan mit seinem SpaceShipOne als Gewinner.
Indessen gab der Unternehmer Richard Branson bekannt, mit den Betreibern
von SpaceShipOne einen Investitionsvertrag über die kommerzielle Nutzung
von Weltraumflügen abgeschlossen zu haben (pte berichtete
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=040929021 ).
Nach den heutigen Radarmessungen konnte das Raumschiff sogar die Höhe
von 114,64 Kilometer über Grund erreichen und hat damit den Rekord des
X-15 Experimental-Flugzeugs vor mehr als 40 Jahren gebrochen. Der Preis,
der von Peter Diamandis ausgeschrieben wurde, sollte in Anlehnung an den
Orteig-Preis für den ersten Transatlantikflug, den der Pionier Charles
Lindbergh 1927 gewonnen hat, für besondere Verdienste im Bereich
Luftfahrt dienen. Der Preis wurde von der texanischen Familie Diamandis,
die ein Vermögen in der Telekommunikationsbranche gemacht hatte,
gestiftet. Mehr als ein Dutzend Teams hatten um die zehn Mio. Dollar
gekämpft.
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"Terrestrische Astronauten" für medizinisches Spaceprojekt gesucht
Bedingung:
Männlich, Nichtraucher und ein eiserner Wille
Heute, Mittwoch,
startet das Anmelde- und Selektionsverfahren für die so genannte "Berliner
BedRest-Studie". Das Berliner Zentrum für Muskel- und Knochenforschung (ZMK)
http://www.medizin.fu-berlin.de/zmk sucht 20 Probanden, Männer im Alter von
20 bis 45 Jahren, die die Zeit und vor allem den eisernen Willen haben, sich
acht Wochen lang Bedingungen auszusetzen, die den von Astronauten im Weltraum
gleichen: Aufenthalt in simulierter Schwerelosigkeit (strikte Bettruhe mit stark
limitierter Kraftentwicklung in den unteren Extremitäten) und keine privaten
persönlichen Kontakte. Im Zuge der Studie mit den "terrestrischen Astronauten"
will das Zentrum noch offene weltraummedizinische Fragen vor dem ersten
bemannten Weltraumflug im Jahr 2015 zum Mars klären.
Wichtige Voraussetzungen, die an die Probanden gestellt werden, sind u.a. ein
guter Gesundheitszustand (Nichtraucher) sowie eine stabile Persönlichkeit mit
klaren Vorstellungen und psychischem Durchhaltevermögen. Geboten wird den
Probanden eine Aufwandsentschädigung von 5.000 Euro und diverse Sachzuwendungen,
die allerdings an die strikte Einhaltung der Studienbedingungen gebunden ist.
Während des Aufenthaltes werden Telefon, eigener TV und PC mit Internetanschluss
zur Verfügung gestellt.
Die langandauernde Bettruhe eignet sich als Modell, die humanphysiologischen
Mechanismen der Mikrogravitation zu studieren, da der Zustand der Astronauten
nach der Rückkehr aus dem All dem von bettlägerigen Patienten ähnelt. Im Rahmen
der Marsmission werden die Astronauten ca. zwei Jahre im All unterwegs sein.
Bereits nach einem Aufenthalt von wenigen Wochen im All verlieren die Knochen
erheblich an Substanz. Ursache hierfür ist, dass unter den Bedingungen der
Schwerelosigkeit die durch Muskeln auf Knochen einwirkenden und zugleich
knochenaufbauenden Kräfte sehr stark vermindert sind. Um die Gefahr von
Knochenbrüchen der Weltraumfahrer bei ihren ersten Gehversuchen im Schwerefeld
des Mars auszuschließen und damit ein Scheitern der gesamten Mission zu
verhindern, müssen geeignete Muskeltrainings-Methoden zur Verhinderung von
Muskel- und Knochenschwund entwickelt und getestet werden.
Im Rahmen der Studie, die am Uniklinikum Benjamin Franklin der FU Berlin
durchgeführt wird, kooperiert das Berliner Zentrum mit der European Space Agency
(ESA) und weiteren nationalen und internationalen Forschungszentren. Der
Startschuss des medizinischen Forschungsprojekts mit dem Ziel, Mechanismen von
Knochen- und Muskelatrophien unter Schwerelosigkeit zu klären, erfolgt im
Februar.

Missglückter Ariane 5-Start zerstört zwei Nachrichtensatelliten
Heißes Ende
für Hot Bird 7
Die europäische
Raumfahrtorganisation ESA hat in ihrem kommerziellen Satellitengeschäft einen
schweren Rückschlag erlitten. Mission 157, die erste Mission der auf zehn Tonnen
Nutzlast aufgerüsteten Ariane 5 ECA, scheiterte drei Minuten nach dem Start. Die
Rakete explodierte und stürzte mit ihrer Nutzlast, zwei Nachrichtensatelliten,
in den Atlantik.
http://www.esa.int/export/esaCP/ESACVS7708D_index_0.html
Die ESA untersucht nach eigenen Angaben zurzeit noch die Absturzursache. Der
erste Startversuch der Rakete am 29. November musste wegen eines Problems mit
der Zündung des neues Haupttriebwerks drei Sekunden vor dem Start abgebrochen
werden. Die ESA hatte mit ihrer aufgerüsteten Ariane 5 vor allem auf die Wünsche
der Satellitenbetreiber reagiert, die immer schwerer Satelliten in die
Umlaufbahn bringen wollen. Mit ihrer Kapazität von zehn Tonnen Nutzlast bis
geostationären Orbit kann die Ariane 5 ECA alle kommerziellen Satelliten ins All
befördern. In einer weiteren Ausbaustufe will die ESA eine Version mit zwölf
Tonnen Nutzlast bis 2006 zur Einsatzreife bringen.
Der europäische Satellitenbetreiber Eutelsat verlor mit der missglückten Mission
seinen Nachrichtensatelliten Hot Bird 7. Der Satellit hätte von seiner
geostationären Position über 650 Fernseh- und 500 Radioprogramme übertragen
sollen. Der Satellit war als Ersatz für den alternden Hot Bird 3 vorgesehen.

NASA kauft Ersatzteile für Spaceshuttle bei eBay und Yahoo
US-Raumfahrtbehörde sucht nach 20 Jahren alten Chips
Das Raumfahrtprogramm der USA ist abhängig von Ersatzteilen, die nicht mehr
produziert werden. Wie die New York Times
http://www.nytimes.com
berichtet, sucht die NASA
http://www.nasa.gov für ihre Spaceshuttles Computerchips, die nicht mehr
produziert werden. Selbst die Angebote bei eBay und Yahoo werden von der
US-Raumfahrtbehörde nach dem Intel-Chip 8086, der bereits in den ersten PCs von
IBM aus dem Jahr 1981 verbaut wurde, durchkämmt. Zuletzt kaufte die NASA große
Mengen an ausgedienten medizinischen Geräten, um an die gewünschten Chips zu
kommen.
Der 8086-Chip spielt eine kritische Rolle im Diagnose-System für die beiden
Booster-Raketen, die dem Shuttle Starthilfe geben. Zurzeit plant die NASA als
Ersatz ein 20 Mio. Dollar teures automatisiertes System. Bis dahin muss sich das
Raumfahrtsprogramm aber mit alten Teilen behelfen. "Es bedarf eines gewissen
Enthusiasmus", erklärte Jeff Carr, Sprecher von United Space Alliance, dem
Betreiber der Shuttle-Flotte.
Die Sammeltätigkeit betrifft nicht nur alte Chips, sondern auch andere
Systeme, die oft seit Jahrzehnten verwendet werden. So werden neben alten
Prozessoren auch Motherboards und Diskettenlaufwerke gekauft. Allerdings ist die
NASA nicht an einzelnen Computern von Privatpersonen interessiert, sondern
versucht die gewünschten Bauteile in großen Mengen aus alten Ersatzteilbeständen
zu übernehmen. Die NASA plant ihre Flotte von Spaceshuttles zumindest bis 2012
in Betrieb zu halten. In der Zwischenzeit wird allerdings wegen Budgetproblemen
eine Verlängerung der Lebensdauer des wiederverwendbaren Raumgleiters bis 2020
diskutiert.

NASA führt Online-Umfrage über Raumfahrtprogramm durch
Teilnehmer setzen Prioritäten - Antrieb für
Spaceshuttle-Nachfolger gesucht
Die US-Raumfahrtbehörde NASA führt zusammen mit dem National Research Council
und der Planetary Society eine Online-Befragung
https://planetary.org/survey
zur Gestaltung des Raumfahrtprogramms der kommenden zehn Jahre durch. Die NASA
will damit die Meinung der Öffentlichkeit zu Missionen innerhalb des
Sonnensystems einholen.
Die Befragung läuft noch bis Ende Januar und findet innerhalb eines Projekts
der wissenschaftlichen Gemeinschaft über die Prioritäten der planetaren
Forschung statt. Die Teilnehmer an der Befragung können mitbestimmen, ob
Jupiter, Merkur oder Pluto Ziel von NASA-Missionen sein sollen, ob
Roboterkolonien eingerichtet werden sollen oder welche sonstigen Schwerpunkte
die NASA innerhalb der nächsten zehn Jahre setzen soll.
Zurzeit startet die NASA auch die zweite Stufe ihrer Space Launch Initiative
(SLI). Projekte, die bis zum 27. März 2002 eingereicht werden, sind im Rennen um
Forschungsaufträge der Raumfahrtbehörde in der Höhe von 500 Mio. Dollar. Diese
Stufe des Programms für ein wiederverwertbares Raumfahrzeug der zweiten
Generation richtet sich an die US-Luft- und Raumfahrtindustrie und legt das
Schwergewicht auf Antriebs-, Lebenserhaltungs- und Sicherheitssysteme.
Die Initiative soll bis 2012 einen Nachfolger für das betagte Spaceshuttle
schaffen, der deutlich sicherer und zehn Mal billiger ist. Das Gesamtbudget der
Initiative beträgt 4,8 Mrd. Dollar bis 2006. Zurzeit favorisiert die NASA
mehrstufige, wiederverwertbare Trägersysteme. Im Rahmen der SLI arbeitet die
NASA mit der US Air Force zusammen, die die technischen Möglichkeiten für ein
militärisches Raumflugzeug untersucht.
http://www1.msfc.nasa.gov/NEWSROOM/news/releases/2002/02-012.html

90 Tage Bettruhe für ESA-Testpersonen beendet
14 Freiwillige erheben sich aus horizontaler Lage
Französische
Forscher des Medes-Institutes for Space Medicine and Physiology in Toulouse
http://www.medes.fr haben heute,
Montag, nach drei Monaten die Bettruhe-Experimente in Zusammenarbeit mit der
Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA)
http://www.esa.int aufgehoben. 14 Freiwillige wurden zur Bettruhe
"genötigt", um auf die Effekte der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper
untersucht zu werden (pte berichtete:
http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=010902002).
90 Tage in horizontaler Lage mit einem Kippeffekt von sechs Prozent blieben
für die Freiwilligen laut Berichten der BBC
http://news.bbc.co.uk nicht
unbemerkt. Die Probanden hatten weiche Knie und waren ähnlich wie Astronauten
auf dem Rückflug zur Erde desorientiert. Die gesammelten Daten werden nun
ausgewertet, eine zweite Versuchsrunde mit weiteren Testpersonen soll folgen.
Jene 14 Männer durften ihre Liegeposition nicht aufheben, so aßen und
arbeiteten sie ausschließlich in horizontaler Lage. Kameras überwachten die
Gruppe rund um die Uhr, um sicher zu gehen, dass kein zwischenmenschlicher
Kontakt stattfindet. In einem bestimmten Zeitintervall sollen im nächsten Jahr
Infos über ihren Knochen- und Muskelzustand eingeholt werden.
Nähere Infos unter:
http://www.medes.fr/clinic/Experiments/LTBR/PublicSection/HomePage.html

Windturbinen für Strom auf dem Mars
Anlage soll auch bei Staubstürmen funktionieren
NASA-Forscher haben erstmals ernsthaft überlegt, Windturbinen am Mars zu
installieren. Die Anlagen sollen Strom für künftige Stationen auf dem Roten
Planeten liefern. Der Vorteil ist laut US-Weltraumbehörde NASA, dass der Strom
auch dann produziert werden kann, wenn zum Teil monatelang Staubstürme auf dem
Mars toben. Aufgrund der dadurch herrschenden Dunkelheit seien die oftmals
eingesetzten Solarsegel zwecklos.
"Wind- und Sonnenenergie können einander ergänzen", erklärte David Bubenheim
vom Ames Research Center
http://www.arc.nasa.gov . Die Windturbinen müssten allerdings erst an die
kalten Temperaturen adaptiert werden. Ähnliche Turbinen gebe es bereits am
Südpol und in Alaska. "Allerdings benötigt man auf dem Mars mindestens
Windgeschwindigkeiten von 30 Meter pro Sekunde, um die Turbinen anzutreiben. Auf
der Erde reichen zehn Meter pro Sekunde aus", so Michael Flynn, Forscher am
NASA-Ames weiter. Grund sei die extrem dünne Luft auf dem Mars. Aus diesem Grund
schlagen die Wissenschaftler ein hybrides Wind-Solar-System vor. "Das System
nutzt während sonniger Perioden Solarzellen und während stürmischer Zeiten eine
Windturbine", erklärte Bubenheim.
Ziel der Forscher ist es zu zeigen, dass derartige Systeme mit traditionellen
energieproduzierenden Systemen über die Grenzen der Arktis hinaus Schritt halten
können. Vorerst soll die Effektivität des Systems auf der Erde demonstriert
werden, um anschließend einen möglichen Einsatz auf dem Mars zu untersuchen.
Gemeinsam mit dem Privatunternehmen Northern Power System wurden bereits hybride
Wind-Solar-Systeme entwickelt.

Drei Monate Bettruhe für Tests zur Schwerelosigkeit
14 männliche Franzosen liegen in permanenter Schieflage
Aufrichten verboten
Europäische Raumfahrtexperten starten ab Montag eine besondere Versuchsreihe
zur Erforschung der Schwerelosigkeit und ihrer Folgen. Drei Monate lang
unterliegen 14 freiwillige männliche Testpersonen strengster Bettruhe in der
Medes-Klinik http://www.medes.fr
im südfranzösischen Toulouse. Dafür wurden die Betten am Kopfende um sechs Grad
nach unten geneigt, so dass sich die Versuchspersonen in einer permanenten
Schieflage befinden. An den Tests sind die Europäische Weltraumbehörde ESA
http://www.esa.int , die
französische Raumfahrtagentur CNES
http://www.cnes.fr und die japanische NASDA
http://hdsn.eoc.nasda.go.jp
beteiligt.
Die ständige Schieflage eigne sich am besten zur Simulation der
Schwerelosigkeit im Weltall, wie die ESA in Paris mitteilte. Die Testpersonen
dürfen während der drei Monate weder das Bett verlassen, noch ist es ihnen
gestattet, den Oberkörper aufzurichten oder Besuch zu empfangen. So wollen die
Forscher klären, wie bei längeren Aufenthalten im Weltall eintretender Knochen-
und Muskelschwund der Astronauten behandelt werden kann. Zusätzliche Experimente
untersuchen das kardiovaskuläre System, die neuroendokrine Regulation der
Harnproduktion, das psychologische Verhalten und Veränderungen des
Wach-Schlaf-Rhythmus.
Die Testpersonen im Alter zwischen 29 und 41 Jahren wurden aus 450 Bewerbern
ausgesucht. Die "Betthüter" erhalten eine regelmäßig physiotherapeutische und
psychologische Betreuung, um die lange Zeit zu überstehen. Die Teilnehmer können
jedoch zu jedem Zeitpunkt den Versuch abbrechen und erhalten für den Einsatz
75.000 Franc (157.000 Schilling/22.300 Mark/17.300 Franken). Das Leben der
Testpersonen kann im Internet unter
http://www.medes.fr mitverfolgt werden.

Münsteraner Planetenforscher koordiniert Mars-Mission
Wissenschaftler erforschen Bodenbeschaffenheit und
Wetterverhältnisse
In einer Gemeinschaftsmission wollen Wissenschaftler aus Frankreich,
Deutschland und Finnland die Bodenbeschaffenheit und die Wetterverhältnisse auf
dem Mars erforschen. "Netlander" ist der Name des Projekts, bei dem vier Sonden
zum dem roten Planeten geschickt werden. Starttermin ist das Jahr 2007. Während
die Franzosen die Trägerrakete zur Verfügung stellen und die Finnen die
Elektronik beisteuern, entwickeln die Deutschen die Gehäuse der Landestationen.
Koordinator der europäischen Mission ist der Münsteraner Planetenforscher Tilman
Spohn. http://www.dlr.de
Acht Instrumente finden in den Stationen Platz, die lediglich 40 Zentimeter
hoch sind und einen Durchmesser von 60 Zentimetern erreichen. Ein
Dreikomponenten-Seismograph soll Rückschlüsse auf den Planeten-Kern des Mars
zulassen. Im Gegensatz zu seinem Gegenstück auf der Erde erzeugt der Kern des
Mars kein Magnetfeld. Die Frage ist, ob die Ursache darin liegt, dass der Kern
vollkommen flüssig ist. Hier hofft Spohn auf Erkenntnisse, die auch die
Erzeugung des Magnetfeldes auf der Erde besser erklären können.
Eine Besonderheit ist die Münsteraner Entwicklung "Spice". Dabei handelt es
sich um ein Instrumentenpaket, das die Temperaturverteilung, die Festigkeit des
Bodens und seine Wärmeübertragungseigenschaften messen soll. "Dass es Wasser
gibt auf dem Mars, daran zweifelt eigentlich niemand mehr", so Spohn. "Die Frage
ist nur, wie viel, und ob es ausreicht, dass sich dort Mikroorganismen
entwickeln können."
Netlander ist nicht das einzige Projekt, das in Münster betreut wird. So geht
im Januar 2003 die Sonde Rosetta der europäischen Raumfahrtbehörde an den Start.
Sie soll den Kometen Wirtanen auf dem Weg zur Sonne begleiten, den Himmelskörper
vermessen und kartieren. Außerdem soll an den Kometen angedockt werden, um seine
Temperatur und die Festigkeit mit einer in Münster entwickelten Sonde zu messen.
Es wird das erste Mal sein, dass eine Sonde auf einem Kometen landet

NASA will Sonne einfangen
Genesis soll Partikel des Sonnenwindes zur Erde bringen
Die
NASA will Partikel der Sonne einfangen und auf die Erde bringen. Morgen,
Dienstag, um 12:30 Uhr Lokalzeit soll von Cape Canaveral aus die Sonde Genesis
zu einer über 21 Jahre dauernden Reise aufbrechen. Nach drei Jahren wird eine
Kapsel auf die Erde zurückkehren. Mit im Gepäck: zehn bis 20 Mikrogramm atomares
Material des Sonnenwindes. Zum ersten Mal seit den Apollo-Missionen will die
NASA somit extraterrestrisches Material zur Erde bringen.
Im Oktober wird Genesis das Magnetfeld der Erde verlassen haben und in einer
Entfernung von über 1,5 Mio. Kilometern von der Erde seine Instrumente dem
Sonnenwind aussetzen. Auf den Kollektor-Panels sind sechseckige Segmente aus
hochreinem Silikon, Diamant, Saphir, Gold, Aluminium oder Germanium angebracht.
Mit ihnen sollen alle 83 natürlich vorkommenden Elemente des Sonnenwinds
eingefangen werden.
Am 8. September 2004 wird die Kapsel mit den gesammelten Partikeln nicht
schwerer als "eine Prise Salz" auf der Erde zurückerwartet. Während sie an
einem Fallschirm hängend Richtung Wüste von Utah fällt, soll sie von einer
Spezial-Helikopter-Einheit der US-Luftwaffe in der Luft aufgefangen werden. Die
NASA will damit verhindern, dass die Probe auf dem Boden aufschlägt und dadurch
verunreinigt wird.
Die Sonnenpartikel sollen dann im Johnson Space Center in Houston, wo auch
das Mondgestein lagert, untersucht werden. Die Wissenschafter erwarten sich
Erkenntnisse über die genaue Zusammensetzung der Sonne und erhoffen sich dadurch
Rückschlüsse über die Entstehung des Sonnensystems. Sie gehen davon aus, dass in
der Sonnenoberfläche, die den Sonnenwind ausstößt, die ursprüngliche
Zusammensetzung jenes solaren Nebels erhalten geblieben ist, aus dem sich die
Planeten entwickelt haben.
http://www.nasa.gov/releases/01-139.html
Bereits 1999 hat die NASA die Mission "Stardust" gestartet. Sie soll
Kometenstaub sammeln und auf die Erde zurück bringen. Im Gegensatz zur 259 Mio.
Dollar teuren Genesis-Mission ist die Rückkehr von Stardust erst für Januar 2006
vorgesehen.
http://europe.cnn.com/2001/TECH/space/07/29/nasa.suncatcher.ap/index.html

Russische Raumfähre Buran soll wieder starten
Nutzlast von bis zu 100 Tonnen möglich - Programm wurde 1992
gestoppt
Die russische Raumfähre "Buran" http://www.russianspaceweb.com/baikonur_energia_history.html
soll nach dem Entwicklungsstopp 1992 bald wieder ins All starten. Dieses Ziel
verfolgt der russische Staatskonzern Energia, der in dem wachsenden
Satellitenbedarf einen lohnenswerten Markt für diesen wiederverwendbaren
Raumgleiter sieht. Buran könne bis zu fünf Mal mehr Nutzlast tragen als das
amerikanische Space Shuttle, berichtet das Magazin "New Scientist" http://www.newscientist.com.
Gerade für Transporte zur Internationalen Raumstation sei der Raumgleiter
geeignet, da der bisherige Aufbau deutlich dem Zeitplan hinterher hinke.
Entwickelt wurde Buran in der 80-er Jahren im Wettlauf mit bereits
erfolgreichen Space-Shuttle Entwicklung der USA. "Buran ist die einzige Fähre
mit 100 Tonnen Nutzlast. Mit einer Verlängerung lässt sich diese sogar auf 200
Tonnen steigern", sagt Leonid Guruschkin, ein leitender Direktor des
Raumfahrtbahnhofs Baikonur http://www.russianspaceweb.com/baikonur.html.
Die gigantische Fähre leistete 1988 erfolgreich seine Jungfernflug ab, auf dem
sie die Erde ohne Besatzung zwei Mal umkreiste. Vor dem Zusammenbruch der
Sowjetunion waren bis zu 30 Starts des wiederverwendbaren Raumgleiters pro Jahr
geplant. "Heute gibt es keine Alternative zu Buran und ich sehe auch keine
kommen", hebt Guruschkin nun wieder optimistisch die Vorteile von Buran
heraus.
So wären nach Einschätzung des Energia-Konzern in Zukunft auch
Schwertransporte zur Internationalen Raumstation nötig, für die Buran optimal
geeignet wäre. Zur Zeit stünden zwei fertige Shuttle und drei Antriebssysteme
für den Start des Raumgleiters zur Verfügung. Die komplette Ausrüstung mit
Raketenmotoren, Tanks und Ersatzteilen befinde sich immer noch in den Lagern von
Baikonur. Die Finanzierung des Buran-Programms könne über westliche Geldgeber
erfolgen. Allein in den letzten 17 Monaten verdienten die Russen bei 17
kommerziellen Starts des Proton-Trägersystems rund 100 Millionen Dollar. Auch
weitere Touristenflüge zur Internationalen Raumstation hält Guruschkin für möglich,
obwohl die Nasa von solchen Ausflügen zur Zeit nichts hören will. "Wir
sehen viele Anwendungen und werden die nutzen, für die jemand am meisten
zahlt", so Guruschkin.
