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Psoriasis-Patienten
werden von ihren Mitmenschen gemieden
Umfrage weist Diskriminierung und Vorurteile nach
Telefoninterviews mit mehr als 5.000 Europäern
haben ergeben, dass die Hälfte einen Menschen, der an Psoriasis
leidet, weder küssen, mit ihm schwimmen oder ein von ihm
zubereitetes Essen zu sich nehmen würden. Es spielte dabei keine
Rolle, dass den meisten Befragten bewusst war, dass diese
Hautkrankheit nicht ansteckend ist. Taylor Nelson Sofres
http://www.tns-global.com befragte 5.029 Teilnehmer aus
Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien. Am 29.
Oktober findet der erste weltweite Psoriasis Tag
http://www.worldpsoriasisday.com statt, der das Bewusstsein
verändern und die bestehenden Vorurteile abbauen soll.
Die meisten der Befragten wussten, dass es sich bei Psoriasis um
eine Art von Hautkrankheit handelte. Weniger als einem Drittel war
jedoch bekannt, dass es sich um ein verbreitetes Leiden handelt, von
dem einer von 50 Menschen betroffen ist. Fast zwei von zehn
Teilnehmern glaubten, dass schlechte Körperpflege für die Erkrankung
verantwortlich war. Trotzdem es drei Vierteln bekannt war, dass
Psoriasis teilweise vererbt wird und teilweise auf Umweltfaktoren
zurückzuführen ist. Viele lehnten engen körperlichen Kontakt wie
Umarmungen ab. Männer reagierten in diesem Bereich ablehnender als
Frauen. Laut Lars Ettarp von der International Federation of
Psoriasis Foundations leiden weltweit rund 125 Millionen Menschen an
Psoriasis. Für die Betroffenen kann das Leben laut BBC extrem
schwierig sein und sie sind immer wieder Diskriminierungen
ausgesetzt.
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Durchbruch bei
Erforschung der Ursachen von Psoriasis
Entscheidende CDSN DNA Variante nachgewiesen
Wissenschafter der University of Leicester
http://www.le.ac.uk
haben genaue genetische Unterschiede bei Menschen mit Psoriasis
nachgewiesen. Sie gehen davon aus, dass diese Erkenntnisse zur
Entwicklung von neuen effektiver wirkenden Medikamenten führen
können. Frühere Studien hatten ergeben, dass das Chromosom 6
zumindest ein Gen enthält, das für eine Erkrankung anfällig macht.
Eine genauere Untersuchung dieses Bereichs identifizierte als
entscheidendes Gen CDSN. Jetzt konnte eine CDSN DNA Variante
nachgewiesen werden, die bei Psoriasispatienten deutlich häufiger
vorkommt. Diese Variante könnte für die Anfälligkeit verantwortlich
sein, da sie eine Anhäufung des Proteins CDSN verursacht, die
ihrerseits zur Entzündungsreaktion der Haut beitragen soll.
Laut dem leitenden Wissenschafter Richard Trembath kann Psoriasis
bei Menschen, die über eine genetische Präsdisposition verfügen,
durch eine Reihe von Umweltfaktoren wie bakterielle Infektionen oder
Stress ausgelöst werden. "Wir haben lange nach den entscheidenden
Faktoren gesucht, die Menschen für diese Faktoren anfällig machen."
Psoriasis ist dadurch gekennzeichnet, dass sich die Haut zu rasch
erneuert. Es sind viele verschiedene Formen dieser Erkrankung
bekannt. Normalerweise tritt sie an roten, schuppigen Hautstellen
auf, die wenn geschabt oder gekratzt wird, feine silbrige Schuppen
sichtbar machen. Diese Stellen jucken und fühlen sich unangenehm an.
Manche Patienten erkranken laut BBC in Zusammenhang mit Psoriasis an
einer speziellen Form von Arthritis. |
Neue Wege bei
Psoriasis-Behandlung Biologisches Therapeutikum als zielführende
Methode
Es gibt nun wieder Hoffnung für die weltweit mehr
als 125 Mio. Psoriatiker: Das Biotechnologie-Unternehmen Serono
http://www.serono.com
hat den neuen Wirkstoff Efalizumab
eingeführt. Anlässlich einer Pressekonferenz in Florenz
präsentierten Mediziner das neue Präparat, das auch von Patienten
bereits erfolgreich getestet wurde. Heilbar ist Psoriasis aber
weiterhin nicht.
Das Medikament wird von Patienten einmal wöchentlich injiziert und
blockiert selektiv die an der Psoriasis maßgeblich beteiligten
T-Zellen. Nach Meinung der Experten stellt dies einen entscheidenden
Fortschritt gegenüber herkömmlichen Behandlungsmethoden dar,
erklärte Carlo Pincelli, Dermatologe an der Universität von Modena
und Reggio Emilia. "Mit biologischen Therapeutika verknüpfen die
Mediziner die Hoffnung, den Patienten verbesserte Therapien anbieten
zu können, die leichter anwendbar sind, welche die Erkrankung
langfristig wirksam und sicher unter Kontrolle bringen können und
dadurch deren Lebensqualität eindeutig verbessern", meinte Wolfram
Sterry, Leiter der Klinik für Dermatologie an der Berliner Charite.
Das Medikament Raptiva erhielt im September 2004 die Marktzulassung
für die 25 EU-Staaten.
Anhand einer Studie konnte belegt werden, dass das neue Medikament
vor allem Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis
zu Gute kommt, die nicht auf andere Therapien ansprechen. Auf die
Frage nach den Nebenwirkungen des neuen Medikaments, das unter
anderem auch an Patienten über einen Zeitraum von 30 Monaten
getestet wurde, gab der Dermatologe Kim Papp von der University of
Waterloo, Ontario/Kanada an, dass es gelegentlich zu Kopfschmerzen
und grippeähnlichen Symptomen gekommen sei. Marca Maccarone,
Präsidentin der italienischen Psoriasis Association, bemerkte in
diesem Zusammenhang, dass das Leben für Patienten mit Psoriasis
selbst ein Leben mit extremen Nebenwirkungen sei. "Es geht darum,
dem permanenten Juckreiz zu entfliehen", so Maccarone. "Psoriatiker
sind mit ihrem Leiden stigmatisiert und versuchen alle nur
erdenklichen Methoden, um wieder ein relativ normales Leben führen
zu können", erklärte die Präsidentin. Mehr als 55 Prozent der
Patienten sind nach der Europso-Studie mit mehr als 55.500 Befragten
mit dem bisherigen Angebot an Medikamenten nicht zufrieden.
Das neue Medikament ist ein humanisierter therapeutischer
Antikörper, der die Aktivierung, Reaktivierung und den Austausch der
für die Entstehung von Psoriasis verantwortlichen T-Zellen selektiv
und reversibel blockiert. Das Medikament soll den Patienten helfen,
die auf andere systemische Therapien nicht ansprechen.
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