Hormonersatztherapie
zur Behandlung von Prostatakrebs
HRT hilft die Schwächung der Knochen zu stoppen
Wissenschafter des Hammersmith Hospitals NHS Trust
http://www.hhnt.org
und des Imperial College London
http://www.ic.ac.uk
haben nachgewiesen, dass nicht nur die Nebenwirkungen von
Prostatakrebs mittels Hormonersatztherapie (HRT) behandelt werden
können. Das Team hatte bereits in der Vergangenheit erfolgreich
HRT-Pflaster bei fortgeschrittenem Prostatakrebs eingesetzt. Jetzt
zeigten die Forscher, dass HRT hilft, die Schwächung der Knochen zu
stoppen. Die Behandlung gegen Prostatakrebs beinhaltet häufig die
Unterdrückung von Testosteron, die ihrerseits zu Osteoporose führen
kann. Osteoporose kommt traditionell häufiger bei Frauen vor. Bei
Prostatakrebspatienten, die lange mit dieser Krankheit leben, ist
Osteoporose jedoch laut BBC im Ansteigen begriffen.
Die Wissenschafter wiesen bei 20 Teilenehmern nach, dass der Einsatz
von HRT-Pflastern die Knochendichte innerhalb eines Jahres
durchschnittlich um mehr als drei Prozent erhöhte. Zusätzlich
verkleinerten sich die Tumore, da die Verabreichung des weiblichen
Hormons Östrogen Testosteronproduktion blockierte. Testosteron
selbst kann das Wachstum von Krebszellen fördern. Der leitende
Wissenschafter Paul Abel erklärte, dass bei der konventionellen
Behandlung von Prostatakrebs im ersten Jahr bis zu zehn Prozent der
Knochenmasse verloren gehen. "Für die Dauer der Behandlung schreitet
auch der Verlust der Knochenmasse weiter voran und erhöht sich das
Risiko von Knochenbrüchen dementsprechend." Er erklärte, dass der
Einsatz der Hormonersatztherapie für diese Patienten von Vorteil
sei. Der Einsatz von HRT-Pflastern kann zu einem Wachstum der Brust
führen. Das Team geht jedoch davon aus, dass die Vorteile der
Behandlung überwiegen. Derzeit wird mit Unterstützung des Medical
Research Council an der Finanzierung einer größer angelegten Studie
gearbeitet.
|
Gen für Prostatakrebs entdeckt
Forscher hoffen in ferner Zukunft auf neue
Behandlungsmöglichkeiten
Ein internationales Forscherteam hat ein zweites Gen entdeckt, dem bei der
Entwicklung von Prostatakrebs eine vermutlich wesentliche Rolle zukommt. Das
Gen liegt auf Chromosom 1 in der Region HPC1 (Hereditary Prostate Cancer
1Region) und trägt den Namen RNASEL (ausgesprochen als R-N-ace-L). Das Gen
kodiert für das Enzym Ribonuclease L, ein Enzym, das RNA abbaut. Welche Rolle
dem Gen bei der nicht vererbten Form des Prostatakarzinoms zukommt ist noch
nicht geklärt, so ein Bericht in Nature Genetics
http://www.nature.com/ng .
Die Wissenschaftler, darunter Forscher des National Genome Research Institute
in Bethesda und des Johns Hopkins Medical Institutes, hoffen mit weiteren
Genstudien letztendlich neue Behandlungsmöglichkeiten entwickeln zu können.
In seiner normalen Form bewirkt das RNASEL-Gen das programmierte Absterben
einer Zelle nach einer Virusinfektion, die so genannte Apoptose. Dies erklärt
laut Co-Studienautor Robert Silverman von der Cleveland Clinic auch den
Zusammenhang mit Krebs. Wird das Gen inaktiviert, bedeutet dies die Störung
des programmierten Zelltods. Die Krebszellen können unkontrolliert wachsen.
Defekte Versionen des Gens würden auch dazu führe, dass der Tumor aggressiver
wird, so Jeffrey Trent vom Genome Research Institute.
Für die Studie wurde die DNA von 26 für Familien mit
Prostatakrebs-Vorkommen gescreent. Die Forscher entdeckten zwei Familien, bei
der die Geschwister mit der Erkrankung eine vererbte mutierte Kopie von RNASEL
besaßen. Derartige vererbte Mutationen sind aber nach Meinung der
Wissenschaftler bei einem Großteil der Bevölkerung ungewöhnlich.
Genetischer Fingerabdruck für Diagnose von Prostatakrebs
Hoffnung für individuelle Behandlung der Patienten
Diagnosetests in wenigen Jahren möglich
- Durch die Analyse der Genexpressionsprofile von
Prostatakrebspatienten haben Wissenschaftler der University of Michigan
http://www.umich.edu Gene
identifiziert, die als Prognosefaktoren für Prostatatumore herangezogen werden
könnten. Damit rückt die Erstellung eines genetischen Fingerabdrucks näher,
der jene kanzerösen Gewebe erkennt, die mit größter Wahrscheinlichkeit wachsen
werden. Mit Hilfe dieser Technik sei es bei bestimmten Prostatakrebs-Formen
möglich, Operationen und damit Risiken wie Impotenz oder Inkontinenz zu
umgehen.
Die Forschungsergebnisse basieren auf der Untersuchung von 50
Prostatagewebeproben, berichtet Nature
http://www.nature.com . Beim
Gewebevergleich von statischen Prostatatumoren und aggressiven, wachsenden
Formen entdeckten die Forscher, dass sich maligne Tumore durch eine größere
Zahl zweier Gene von gesundem Gewebe der Vorsteherdrüse unterschieden. Die
dysregulierten Gene codieren für Hepsin, eine Protease, die das menschliche
Zellwachstum kontrolliert und für Pim-1, eine Serin/Threonin-Kinase, die mit
der Lymphozytenaktivität in Zusammenhang steht. Eine Expression der Gene
korreliert mit einer wahrscheinlicheren Entwicklung von Krebs, so die
Forscher.
"Ziel ist es nun, die Krebsdiagnose bei Prostatakrebs-Patienten zu
optimieren und festzustellen, in welchem Fall eine umgehende operative sowie
radiotherapeutische Behandlungsform notwendig ist", erklärte Mark Rubin von
der University of Michigan Medical School
http://www.med.umich.edu .
In drei bis fünf Jahren seien auch neue Diagnosetests möglich, so der
Pathologe. Eine Sprecher der Cancer Research Campaign
http://www.crc.org.uk zur
jüngsten Entdeckung: "Die entscheidenden Vorteile genetischer Fingerabdrücke
liegen in der Diagnose. Die molekularen Signaturen zeigen exakt, welche Gene
im Fall von Krebs auf- oder abgeschalten sind." Dadurch werde es möglich,
spezifische Informationen darüber zu erhalten, in welchem Stadium sich der
Tumor befinde und welche Therapien notwendig seien.