REGIO-PRESS-MEDIEN

Berlin - Wien - New York - Düsseldorf - München

Automobil Finanzmarkt Foren Gaestebuch Gesellschaft Grusskarten Horoskop Kontakt Int.-Versions Journalismus Justiz Kontaktanzeigen Kultur Links Literatur Medizin Mitarbeiter Models News Österreich PC u. Technik Politik Sport Stellenmarkt Suchen WAP Wissenschaft

Produktion

 


 

 

Home
Nach oben  

REGIO-PRESS ist Mitglied im Journalisten-Ring
<< Info Alle >>

REGIO-PRESS-Medizin, Passwortgeschützter Bereich für medizinische Berufsgruppen!

 

     Voting.. Top-99 Site

        

                       



 

Rattenzähne: Vorbild für Schneideverfahren
Nachschärfendes Nager-Gebiss für industrielle Zerkleinerungsverfahren

Rattenzähne dienen als Vorbilder für die Schaffung von innovativen industriellen Schneide- und Zerkleinerungsverfahren. Forscher der Universität Witten/Herdecke http://www.uni-wh.de und des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik (UMSICHT) http://www.umsicht.fraunhofer.de haben das Gebiss der Nagetiere genauer unter die Lupe genommen, um dem Geheimnis ihrer Schneidekraft auf die Spur zu kommen.

Der Anatom Wolfgang H. Arnold von der Universität Witten/Herdecke, Peter Gängler vom Lehrstuhl für Konservierende Zahnheilkunde und Marcus Rechberger vom Fraunhofer-Institut UMSICHT haben entdeckt, wie man sich die lebenslang nachschärfenden Zähne der Nager für industrielle Schneide- und Zerkleinerungsverfahren nutzbar machen kann, wie sie z.B. in der Kunststofftechnik verwendet werden. Das überraschende Ergebnis der Studie war, dass die Regel "hart schneidet gut" nicht stimmt. Schneide- und Zerkleinerungswerkszeuge sind widerstandsfähiger, wenn sie über eine bestimmte Komposition von Materialien mit unterschiedlichen Härtegraden verfügen. Im Rasterelektronenmikroskop wurde das Geheimnis der Rattenzähne dann deutlich: sie sind innen weicher als außen und können die beim Nagen auftretenden hohen Scherkräfte besser ausgleichen. Das führt zu einer geringeren Abnutzung.

Anders als beim Menschen sind die Nager-Zähne nicht vollständig mit Schmelz überzogen. Sie besitzen nur an ihrer Vorderseite eine hufeisenförmige, sehr dünne und harte Schmelzlamelle. Dahinter sitzt das weichere Zahnbein. Dieses, den Zahn mechanisch stabilisierende Dentin wird beim Nagen bevorzugt abgerieben, wodurch stets eine messerscharfe Schmelzkante hervorsteht.

Das Projekt ist im Rahmen "Bionik-Innovationen der Natur" vom deutschen Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) (pte berichtete http://www.pte.at/pte.mc?pte=040420047 ) gefördert worden.


 

Neue Materialien für extreme Belastungen

EU-Entwicklungsprogramm unter Führung des IPP / 38 Partner aus
Industrie und Forschung

Nach fast drei Jahren Vorbereitungszeit konnte am 1. Dezember 2004 das
Forschungsprogramm "Materialien für extreme Belastungen" (ExtreMat)
beginnen, ein "Integriertes Projekt" der Europäischen Union, das unter
Leitung des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik (IPP) in Garching
von einem europäischen Forschungs- und Industriekonsortium realisiert
wird. Ziel ist die Entwicklung neuer Materialien, die extremen
Belastungen gewachsen sind. Die innovativen Höchstleistungsmaterialien
- zum Beispiel Werkstoffe, mit denen extreme Wärmeflüsse abgeführt
werden können, oder ultradünne Schutzschichten, die auch bei hohen
Temperaturen für schädigende Stoffe undurchlässig bleiben - sollen
neue Anwendungsbereiche in Energietechnik, Elektronik und Raumfahrt
erschließen. Die Auftaktveranstaltung wird am 13. Dezember 2004 im IPP
in Garching stattfinden.

An dem Projekt "ExtreMat" sind 38 Partner aus ganz Europa beteiligt,
die alle Arbeitsfelder von der Grundlagen- über die anwendungsnahe
Forschung bis hin zur industriellen Entwicklung abdecken. Koordiniert
wird "ExtreMat" von Professor Dr. Harald Bolt, Leiter des Bereichs
Materialforschung im IPP, der das Projekt und das zugehörige
Forschungs- und Industriekonsortium initiiert und erfolgreich durch
die europäischen Evaluationsverfahren geführt hat. "Mit ExtreMat
werden erstmals auf breiter Basis Expertise, Anlagen und Kräfte
zusammenführt und vernetzt, die zuvor auf Einzelanwendungen zerstreut
waren", erläutert Professor Bolt: "So sollten Lösungen möglich werden,
die ohne diese integrierte Arbeit nicht erreichbar sind. Insbesondere
wollen wir nicht nur neue Materialien entwickeln, sondern auch ihre
industrielle Anwendbarkeit sicherstellen".

Dazu gehören Werkstoffe, die hohe Wärmeflüsse abführen können - zum
Beispiel für kompakte Höchstleistungshalbleiter oder für Wärmetauscher
in Kraftwerken. Ebenso sollen strahlungsresistente Materialien für die
Energietechnik entwickelt werden sowie neuartige Beschichtungen, wie
sie zum Schutz von Hochleistungsturbinen vor der zerstörenden Wirkung
heißer Brenngase, in der Fusionsforschung zum Schutz des Plasmagefäßes
vor dem heißen Plasma, in der chemischen Industrie und für die
Raumfahrt benötigt werden. Professor Bolt: "Da wir uns in Garching der
Entwicklung der Fusionsenergie als umweltschonender Energiequelle der
Zukunft widmen und dafür auch die notwendigen Materialien entwickeln,
ist das Projekt für unser Institut von großer Bedeutung".

Das über fünf Jahre in einem straffen Organisationsrahmen laufende
Projekt hat ein Kostenvolumen von rund 35 Mio. Euro, wovon 17,4 Mio.
Euro von der EU übernommen werden. Als "Integriertes Projekt" ist es
eines der neuen Förderelemente des laufenden 6. Europäischen
Forschungsrahmenprogramms, mit denen die EU die Zusammenarbeit von
Spitzenforschung und Industrie unterstützen und die
Wettbewerbsfähigkeit Europas erhöhen will.
 


 

Partikelfilter als Edelmetallfresser
Experte kritisiert ungenügende Wirkungsweise und Umweltbelastung

Der Partikelfilter ist nicht nur wegen seiner ungenügenden Funktion, sondern auch wegen des zusätzlichen Verlustes von Edelmetallen an die Umwelt nicht nur funktional und ökologisch, sondern auch volkswirtschaftlich eine Fehlkonzeption. Zu diesem Urteil kommt der Forscher Gerhard Fleischhacker von CEF-Austria http://www.cefaustria.at . Der Partikelfilter ist ebenso wie auch Abgaskatalysatoren nicht effizient zu recyceln. Nur 35 Prozent der Edelmetalle lassen sich effektiv wieder zurückgewinnen.

Fachmedien haben erst kürzlich davon berichtet, dass im Jahr 2003 weltweit ca. vier Mrd. Dollar Edelmetalle und Edelstahl für die Produktion von Abgaskatalysatoren verwendet wurden. Davon gehen 65 Prozent für immer verloren. Die Keramikwabe in Abgaskatalysatoren, welche unter ähnlichen Betriebsbedingungen wie der Partikelfilter betrieben wird, muss mit hitzebeständigen Materialien, wie etwa Platin oder Rhodium beschichtet werden. In Kenntnis dieser alarmierenden Zahlen wünscht sich die gesamte Branche, dass der Edelmetallschwund verringert wird. "Der Partikelfilter wird diesen Edelmetallschwund aber verdoppeln", so Fleischhacker.

"Es ist leicht verständlich, dass der Partikelfilter auf Basis der Erkenntnis der physikalischen Zusammenhänge, zur Abscheidung von Partikelgrößen eines bestimmten Durchmessers, nicht mehr geeignet sein kann", führt Fleischhacker aus. Unter Berücksichtigung von aerodynamischen Gesetzmäßigkeiten können Feinstpartikel die Poren des Partikelfilters ungehindert durchströmen. "Die letztendlich erreichbare Abscheidewirkung eines Partikelfilters für Partikel bis zu einer vermutlichen Größe von höchstens 100 bis 500 Nanometer beruht ausschließlich auf den funktionalen Zusammenhängen, dass die Ablagerung oder Anpackung der Feinstpartikel im Filterkörper den freien Durchströmquerschnitt im Filterkörper verkleinern, mit dem nachteiligen Effekt der störenden Zunahme des Staudruckes", führt der Fachmann aus. Diese Wirkung wird auf Grund von Adhäsionskräften bzw. eines gewissen elektrostatischen Aufladeeffektes noch zusätzlich verstärkt.

Der Partikelfilter muss zur Entfaltung seiner Abscheidewirkung demnach zwangsläufig nach kurzer Betriebszeit zuwachsen. Damit steigt der Durchströmwiderstand im Filter exponentiell an. Um Störungen im kontinuierlichen Motorbetrieb zu vermeiden - infolge des unzulässigen Anstiegs des Staudruckes im Abgaskanal - muss bei Erreichen eines bestimmten Staudruck-Grenzwertes eine periodisch-automatisierte Abreinigung erfolgen. Wegen der im Abgaskanal bzw. im Partikelfilter herrschenden Temperaturen von annähernd 400 bis 600 Grad Celsius kann die Abreinigung nur durch einen Abbrand erfolgen. Wegen des Abbrandes muss der Partikelfilter aus hochvergüteten, teuren Edelmetallen bestehen bzw. beschichtet sein. Bei der thermodynamischen Abreinigung entstehen beim Abbrand zwangsläufig weitere, als hoch kanzerogen geltende Verbrennungsprodukte, welche die Umwelt massiv belasten.

"Unabhängig davon, dass der Partikelfilter infolge des diskontinuierlichen Abbrandes und aller daraus resultierenden Störungen eine teure, komplizierte und ungeeignete Abscheidetechnik ist, wurde mittlerweile nachweislich erkannt, dass die Wartung und Entsorgung nur schwer umsetzbar ist", so der Fachmann. Es stellt sich weiters heraus, dass der volkswirtschaftliche Verlust an Edelmetallen, die zwingend für den Einbau bzw. den Betrieb notwendig sind, größtenteils beim Betrieb verloren gehen Der im Partikelfilter verbleibende Rest muss teuer recycelt werden.
 


 

Optimale Mikrostruktur für Materialien: Computer-Programm ermittelt
System erkennt effizienteste Form bei zwei konkurrierenden Eigenschaften

 

 

Ein Chemiker der Princeton University http://www.princeton.edu hat ein mathematisches System für das Design von Materialien entwickelt, die zwei Funktionen gleichzeitig erfüllen. Das Computerprogramm erfüllt laut Forscher selbst dann seinen Zweck, wenn die gewünschten Eigenschaften miteinander "in Konflikt" geraten. Die Ermittlung der optimalen Mikrostruktur wurde erstmals an einem Verbundwerkstoff, der sowohl Wärme als auch Strom leitet, gezeigt. Wissenschaftler um Salvatore Torquato hoffen, dass die theoretischen Arbeiten Materialforschern als Leitfaden dienen.

Mit Computerunterstützung kalkulierten die Wissenschaftler um Torquato die optimale Struktur für jedes Material, das aus zwei Substanzen mit unterschiedlichen Eigenschaften besteht. Wie das Team im Fachblatt Physical Review Letters schreibt, wurde das Modell erstmals bei der Erforschung der idealen Struktur eines Gemisches demonstriert, das Hitze und Strom leitet (im Bild die ideale Struktur des Gemisches). "Es gibt bereits viele Materialien, die zwei Funktionen gleich gut erfüllen", erklärte der Forscher. Torquato wählte aber Materialien, die nur einer der Fähigkeiten zufriedenstellend nachkamen. Zum Erstaunen der Wissenschaftler ermittelte der Computer auf die Suche, wie sich zwei Materialien auf mikroskopischer Stufe optimal mischen sollten, sehr komplexe Formen.

Die Technik könnte über mögliche Anwendungen in der Materialwissenschaft hinaus, auch Biologen in der Erforschung natürlicher Materialien helfen und z.B. für ein besseres Verständnis der Bauweise von Zellwänden sorgen. Letztendlich könnten von Menschenhand geschaffene Materialien im Aufbau jene Effizienz erreichen wie diese biologische Materialien charakterisiert. Biologische Materialien sind von Natur aus multifunktional. Sie haben sich über Millionen von Jahren entwickelt, um unterschiedliche Situationen bewältigen zu können.


 

Diamantenherstellung ohne Vakuumkammer
Härte-Beschichtungen wachsen so schnell wie noch nie
 

Physiker des Bremer Instituts für angewandte Strahltechnik (BIAS) http://www.uni-bremen.de haben erstmals künstliche Diamanten an der Luft "gezüchtet". Bisher war die Herstellung von Industriediamanten nur bei Unterdruck in Vakuumkammern möglich. Dieses Verfahren war dementsprechend teuer. Das deutsche Bundesministerium für Bildung und Forschung wird das Projekt mit mehr als drei Mio. Euro fördern. Damit soll die Neuerung in die industrielle Fertigung überführt werden.
 

Die neue Art der Diamantenherstellung ist auch hinsichtlich der Schnelligkeit "rekordverdächtig". "Nun sind Beschichtungen von zwei Tausendstel Millimetern pro Minute möglich", so Simeon Metev, Leiter der Abteilung für Laser-Mikrotechnologie am BIAS. Diamant-Schichten in der Unterdruckkammer wuchsen nur ein paar Tausendstel Millimeter pro Stunde, für eine Beschichtung von einem Millimeter waren also fast zehn Tage notwendig. Auf Anregung von Professor Gerd Sepold, einem der beiden BIAS-Leiter, wurde die neue Idee geboren: Die Abscheidung von Diamanten an Oberflächen durch Einsatz von Laserstrahlen.
 

Hierbei gelang den Forschern ein entscheidender Fortschritt: Sie haben ein sogenanntes Photonen-Plasmatron entwickelt, das die Diamantabscheidung an der offenen Luftatmosphäre erlaubt. "Sollte die Entwicklung in die industrielle Anwendung umgesetzt werden, eröffnet sie der Werkzeugindustrie zusätzliche Horizonte, da dann auch dreidimensionale Bauteile beschichtet werden könnten oder lange Sägebänder, wie sie zum Schneiden von Metallen eingesetzt werden", so der Forscher.
 

Synthetische Diamanten, die im Labor hergestellt werden, sind als Beschichtungen seit vielen Jahren im Einsatz. Sie weisen vorzügliche Eigenschaften wie extreme Härte, hervorragende Wärmeleitfähigkeit und gute optische Fähigkeiten auf. Als Verschleißschutz in der Werkzeugindustrie sind synthetische Diamanten nicht mehr wegzudenken.
 

Weitere Informationen: http://www.uni-bremen.de/campus/campuspress/unipress/01-207.php3
 


 

Klebstoff löst sich bei hohen Temperaturen
Substanz für Herstellung von Prototypen – Keine Gefahr von Schäden durch Trennversuche
 

 Wissenschaftler der Sandia National Laboratories http://www.sandia.gov haben einen temperaturabhängigen Klebstoff entwickelt. Bei Zimmertemperatur hält er geklebte Teile fest zusammen, über 90 Grad Celsius verliert er jedoch seine Klebekraft, so dass sich die Teile leicht voneinander lösen. Dieser Vorgang lasse sich sogar einige Male wiederholen, behaupten die Forscher um Jim Aubert. Mit dem Klebstoff könnten beispielsweise Bauteile in technischen Geräten verbunden werden, die sich dadurch einfacher und billiger wieder auseinandernehmen lassen. Auch eine Anwendung bei der Herstellung von Prototypen, die immer wieder verändert werden, ist laut Entwicklern denkbar.
 

Der Klebstoff besitzt die Hafteigenschaften von Epoxidklebern. Herkömmliche Kleber werden bei hohen Temperaturen zwar weich, verlieren jedoch nicht ihre Klebekraft. Dadurch kommt es bei gewaltsamen Trennversuchen häufig zu Schäden. "Mit Hilfe eines reversiblen chemischen Verfahrens ist es gelungen, die Adhäsionskräfte bei erhöhten Temperaturen zu brechen. Das Molekulargewicht und die Brückenbindungen werden dadurch geringer", erklärte Aubert. Kein anderer Klebstoff mit derartigen Hafteigenschaften habe diese Schmelzfähigkeit und könne je nach Temperatur seinen Zustand verändern, zeigt sich der Forscher zufrieden.
 

Im nicht erhitzten Zustand fühlt sich der Klebstoff wie ein elastisches Gummiband an. Es kann in jeder beliebigen Größe und Dicke produziert werden. Bisher wurde der entfernbare Klebstoff bereits erfolgreich für zahlreiche Metalle, Schäume und Polymere eingesetzt. "Normalerweise trennt keiner Materialien, die er einmal zusammengefügt hat", betont Aubert. Demontagen werden allerdings aus ökonomischen und ökologischen Gründen in der Produktion wichtiger. Die Entwicklung ist Teil eines derzeit in den Sandia Labors laufenden Projekts. Ziel ist es ablösbare Beschichtungen für Schaltplatten zu entwickeln. Die Beläge sollen zum Schutz gegen Feuchtigkeit, Staub und chemischen Substanzen dienen. Um die Platten nachzubearbeiten müssen die Beläge entfernt werden. "Es sei denn der Belag wird ablösbar", so Aubert.


 

Folien wehren Bakterien ab
Industrieller Einsatz für medizinische Produkte, Verpackungsfolien und Sitzbezüge
 

Forscher des Fraunhofer-Verbunds "Polymere Oberflächen - POLO" haben Folien entwickelt, die Mikroorganismen abtöten. Die Strategie, Kunststoffe antimikrobiell auszurüsten, um Krankheiten und die Zerstörung von Krankheiten auszuschließen, wollen die Entwickler der Fachöffentlichkeit auf der Messe für Kunststofftechnik und Kautschuk "K" in Düsseldorf vorstellen. Der Vorteil der dafür vorgesehenen Materialien aus Polyammonium-Verbindungen und Naturstoffen ist laut Forschern ihre vergleichsweise gute Verträglichkeit.
 

Die Substanzen werden an der Oberfläche fest verankert, um die Stabilität der Bindung zwischen Oberfläche und Wirkstoff zu erhöhen. Der Nachteil, dass Stoffe ausgewaschen werden und ihre Wirkung verlieren soll dadurch vermieden werden. "Anwendungs-möglichkeiten für antimikrobiell ausgerüstete Kunststoffe sind zahlreich", erklärte Jörg Thomé vom Fraunhofer-Institut fürAngewandte Polymerforschung IAP http://www.iap.fhg.de . Thomé denkt dabei an medizinische Produkte, Verpackungsfolien, Sitzbezüge in öffentlichen Verkehrsmitteln oder Filtermaterialien in Lüftungsanlagen.
 

Die Schichtungen sind nur wenige Nanometer dünn. "Nur so bleiben die erforderlichen Materialeigenschaften der Kunststoffe erhalten", betonte der Forscher. Dass sich ausgewählte Bakterienstämme auf der Oberfläche von Polyethylenfolien nur sehr schlecht oder gar nicht vermehren, konnte am Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB nachgewiesen werden. In Kürze sollen Tests mit weiteren Kunststoffen und Bakterienstämmen folgen. Die Wissenschaftler von POLO denken bereits daran, ihre Techniken auf andere Kunststoffe und Materialien wie Vliese, Membranen und Textilien auch im größeren Maßstab anzuwenden.
 

Mikroorganismen reinigen Abwasser und verseuchte Böden, verleihen Lebensmitteln wie Käse, Joghurt oder Wein ihren typischen Geschmack, produzieren wichtige Vitamine und in Fermentern Pharmazeutika wie Insulin und Antibiotika. Die meisten Menschen nehmen Mikroben erst dann richtig wahr, wenn deren Aktivitäten überhand nehmen, und es zu einer Erkrankung kommt, Speisen verderben oder Holz verfault. Ziel ist es daher, den mikrobiellen Befall von Kunststoffen zu minimieren oder gar zu unterbinden.


 


 

Membran aus Molke hergestellt
Material gegen Lösungsmittel stabil
 

 Wissenschaftler der University of Arkansas http://www.uark.edu haben eine neuartige Membran aus Molkebestandteilen entwickelt. Laut Forschern ist das Material gegen zahlreiche Lösungsmittel stabil und ermöglicht zusätzlich eine gezielte Einstellung der Porosität. Die Ergebnisse wurden im Journal of Membrane Science veröffentlicht.
 

Weiterer Vorteil der Membran ist laut dem Chemie-Ingenieur Bob Beitle die kostengünstige Produktion. Künftige Anwendungsbereiche könnten in den Bereichen Pharmazie, Medizin, Petrochemie und in der Nahrungsmittelindustrie liegen. Die Membran soll den Wirkungsgrad von Filtrationen verbessern. Filtrationen gelten in diesen Industriesparten als kritische Prozesse. Laut dem Chemie-Ingenieur eignet sich das Material besonders für Mikro- und Ultrafiltrationen. "Bei der Milchproduktion werden mittels eines Ultrafilters Milchfett und Proteinfraktionen entfernt, um die Milch anschließend zu pasteurisieren", erklärte Beitle.
 

"Die protein-basierte Membran ist nicht nur billiger als herkömmliche Polymere, sie ist die erste auf Basis erneuerbarer Ressourcen", erklärte Beitle. Im nächsten Schritt wollen die Forscher die Membran gezielt auf ihre Anwendbarkeit überprüfen. Ein medizinischer Einsatz ist allerdings noch Zukunftsmusik. Eine Patentierung ist derzeit in Arbeit.
 


 

Wiederaufladbare Batterien auf Entwicklungstour
Lithium-Eisen-Stickstoff als neues Anodenmaterial denkbar
 

Ein neues Material könnte die Lebensdauer von wiederaufladbaren Batterien verlängern. Das Forschungsteam um Linda Nazar von der University of Waterloo http://www.uwaterloo.ca hat zu den herkömmlichen Lithium-Batterien mit Kobaltbestandteilen in den Elektroden eine Eisen-Stickstoff-Alternative entwickelt, so ein Bericht in der aktuellen Ausgabe des Wissenschaftsjournals Nature http://www.nature.com . Schätzungen zufolge beträgt der Marktwert von wiederaufladbaren Lithium-Batterien im Jahr 2003 in den USA mehr als zwei Mrd. Dollar. Haupteinsatzgebiet sind Laptops und Mobiltelefone.
 

Bisherige Tests einer Kombination aus Lithium, Eisen und Stickstoff haben bei wiederholtem Auf- und Entladen bereits zu positiven Ergebnissen geführt. Die Kapazität des Materials war mit anderen Bestandteilen konkurrenzfähig, so Nazar. Als Kapazität wird die verfügbare Elektrizitätsmenge bezeichnet. Sie wird in Amperestunden gemessen und hängt von der Batterietemperatur und dem Entladestrom ab.
 


 

Verfahren gewährt sichere Pflanzenprodukte binnen Minuten
Methode reduziert Testzeit um ein Drittel
 

 Forscher der Health Sciences Authority (HSA) http://www.hsa.gov.sg haben ein Verfahren entwickelt, das die Testzeit für die Überprüfung der Sicherheit von pflanzlichen Produkten um ein Drittel reduziert. Bisher dauerten Analysen zur Gewährleistung reiner und ungiftiger Arzneimittel auf Pflanzenbasis rund 18 Stunden, wie TheStraitsTimes http://straitstimes.asia1.com berichtet. Diese Zeit wurde nun vom Analysten Shi Eng Ong vom HSA auf 20 bis 30 Minuten reduziert.
 

Bei der Technik werden unter Hitze und Druck Extrakte natürlicher organischer Bestandteile von pflanzlichen Produkten analysiert. Um die möglichen chemischen Inhaltsstoffe des Produkts herauszuziehen, benötigen die Forscher zehn bis 20 Milliliter Lösungsmittel. Bei herkömmlichen Methoden sind 100 bis 200 Milliliter erforderlich. "Dies nutzt auch der Umwelt", erklärte Ong. Nachdem die Chemikalien extrahiert wurden, kommt die so genannte Kapillarelektrophoräse zum Einsatz, die einzelne Bestandteile identifiziert. Die Technik trennt mit energetischer Unterstützung die chemischen Inhaltsstoffe, um eine anschließende Analyse zu ermöglichen.
 

Die Methode existiert bereits seit zwölf Jahren, wurde aber im Labor bislang nur für einzelne Kräuter und nicht für pflanzliche Präparate, die eine Mischung von bis zu zehn Kräutern beinhalten, angewandt. "Die neue Technik dient klinischen Untersuchungen in der Qualitätssicherung von Medikamenten auf pflanzlicher Basis", betonte der Direktor des Zentrums für Analytik vom HSA, Chua Teck Hock. Dabei müsse gewährleistet sein, dass die gleichartige Medikamente die selbe Menge an aktiven Inhaltsstoffen besitzen. Die Forschungsergebnisse werden auf dem 61. Kongress der internationalen pharmazeutischen Vereinigung (FIP) http://www.fip.nl/singapore2001/index.html präsentiert.
 


 

Gummimaterial schrumpft bei UV-Licht
Forscher wollen Material in der Optoelektronik einsetzen

 - Deutsche und britische Wissenschaftler haben ein Material entwickelt, das unter optischen Einflüssen seine Länge deutlich verändert. Das berichtet eine Gruppe um den Freiburger Chemiker Heino Finkelmann in den Physical Review Letters http://prl.aps.org . Danach zieht sich der gummiartige Stoff bei UV-Strahlung zusammen. http://link.aps.org/abstract/PRL/v87/e015501

Wird das ultraviolette Licht abgestellt, soll das Material wieder seine alte Länge annehmen. Zugrunde liegt eine Materialstruktur aus länglichen Molekülen, die sich normalerweise parallel zueinander anordnen. Fällt UV-Licht auf diese Moleküle, verändern sich die atomaren Kräfte so, dass die Moleküle diese Ordnung aufgeben. Dadurch verkürzt sich die Faser.

Die Länge kann zwischen zehn und 400 Prozent variieren. Die Wissenschaftler hoffen, das neue Material als optischen Schalter einsetzen zu können. Auch für flexible Linsensysteme sei das neue Material geeignet.


 


Simulationstechnik optimiert Schweißverfahren
Aufwändige Nachbehandlung der Bauteile ist vermeidbar

 Wissenschaftler des Fraunhofer Instituts http://www.fraunhofer.de/german/index.html wollen eine Simulations- und Analysetechnik entwickeln, mit dem der gesamte Prozess des industriellen Schweißens berechnet werden kann. Das Verfahren soll sämtliche Einflussfaktoren vom Werkstoff über die Fertigung bis hin zur Funktionsabsicherung im Einsatz der jeweiligen Bauteile berücksichtigen und letztlich helfen, Kosten zu senken, Entwicklungszeiten zu verkürzen sowie Energie und Ressourcen massiv einzusparen.

Die Schweißtechnik gehört zu den wichtigsten Fügetechniken im Leichtbau, einem der großen Hoffnungsträger, um die Forderungen nach einer Reduzierung des Energie- und Ressourcen-Verbrauchs langfristig erfüllen zu können. Die konsequente Umsetzung beruht jedoch nicht nur auf dem Einsatz neuartiger und leichterer Werkstoffe. Vielmehr müssen der jeweilige Werkstoff, Konstruktion und Fertigungsverfahren gezielt kombiniert werden.

Schweißverfahren sind von unerwünschten Nebeneffekten begleitet: Durch die großen Temperaturunterschiede in der unmittelbaren Umgebung der Schweißstelle können Eigenspannungen kaum vermieden werden, das Material verzieht sich, Lebensdauer und Funktionalität werden beeinträchtigt. Sehr starker Verzug kann darüber hinaus vor allem bei dünnwandigen Leichtbauteilen das Zusammensetzen der einzelnen Bauteile extrem erschweren. Die Qualität geschweißter Leichtbau-Komponenten hängt somit auch davon ab, inwieweit fertigungsbedingte Verzüge und Eigenspannungen gezielt kontrolliert werden können.

Heutiger Stand der Technik ist es, vor, während und nach dem Schweißen das Material so zu beeinflussen, dass Verzüge und Eigenspannungen ausgeglichen werden. Solche Maßnahmen sind jedoch nur in begrenztem Umfang wirksam, können die Fertigung erheblich verteuern und beruhen nahezu ausschließlich auf individuellen praktischen Erfahrungen des Herstellers. Hier sollen numerische Simulationen ansetzen. Damit könnten beispielsweise Gefügeentwicklung, Verzug und Eigenspannungen während und nach dem Schweißen bestimmt werden. Schweißtechnische Fertigungsabläufe ließen sich damit bereits in einer sehr frühen Entwicklungsphase des Produkts so optimieren, dass aufwändige Nachbehandlungen vermeidbar wären.


 


Im elektrischen Feld sprüht Lack ohne Verluste
Dünne Beschichtung jetzt auch für komplizierte Bauteile möglich

Forscher des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA http://www.ipa.fhg.de haben ein Verfahren entwickelt, bei dem elektrostatische Lackierung auch bei kleinen und komplizierten Teilen eingesetzt werden kann. Bisher war das wegen hoher Lackverluste, die durch den Einsatz von Lenkluft verursacht wurden, nicht praktikabel. Den so genannten Overspray konnten Ulrich Hoffmann und Ralph Hruschka nun unter Kontrolle bringen, indem sie die formende Lenkluft durch ein bewegliches elektrostatisches Feld ersetzten.

Bei dem Verfahren laden Drück- und Steuerelektroden sowohl das Lackmaterial als auch die Luft rings um den Sprühstrahl elektrostatisch auf. Die Drückelektroden sind um den Zerstäuber angeordnet und passen den Sprühstrahl an die Werkstückgeometrie an. Der Lack kann also auch um die Ecke und auf die Rückseite von Werkstücken dirigiert werden.

Da die Aufladungshöhen von Lack und Elektroden beim Lackieren getrennt regelbar sind, ist der Anwender in der Lage, den Sprühstrahl beliebig zu formen. Es sei bereits gelungen, Fensterrahmen und Fernsehergehäuse exakt zu lackieren, so die Forscher.

Das elektrostatische Sprühen ist deshalb so interessant, weil die Lacknutzung wesentlich höher und der Farbauftrag gleichmäßiger als bei Spritzverfahren ist. Die dabei bisher verwendete Lenkluft verursachte jedoch auf Werkstoffen Luftturbulenzen, die den Overspray verursachen. Bei großflächigen Teilen wie Karosserien spielte dieser Verlust nur eine untergeordnete Rolle. Für kleinere Bauteile kam elektrostatisches Sprühen jedoch nicht in Frage.



 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



This site is powered by the ICQ2Go Panel © 2002 ICQ Inc. All Rights Reserved. Use of ICQ2Go Panel is subject to the ICQ Terms of Service.

Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:27
Copyright REGIO-PRESS-MEDIEN
© 1998 - 2007
V.i.S.d.P. CR Joerg W. Baur
 
Diese Seiten sind optimiert für: IE 7 u. Netscape 8.1
sowie Mozilla Firefox 2 & Opera 9
Empfohlene Bildschirmauflösung : 1280 x 1024  

 

           WEBCounter by GOWEB 


Bitte stimmen Sie für diese Homepage ab.
Wählen Sie einfach den entspechenden Punkt.
naja... gut sehr gut zu empfehlen TOP SITE