Hormontherapien gegen
Frühgeburten
US-Forscher: Jährlich 10.000 Fälle vermeidbar
Jährlich könnten 10.000 Frühgeburtsfälle
verhindert werden, würden sich Frauen einer Hormontherapie
unterziehen, zeigen sich Wissenschaftler der March of Dimes Birth
Defects Foundation
http://www.modimes.org in New York überzeugt. Derzeit ist jedes
achte Kind, das in den USA zur Welt kommt, eine Frühgeburt. Die
10.000 zu verhindernden Fälle würden demnach nur etwa zwei Prozent
der Gesamtzahl ausmachen, berichtet das Wissenschaftsmagazin New
Scientist
http://www.newscientist.com .
Zwei Prozent wäre zwar ein kleiner Anteil, dennoch sind 10.000
Neugeborene eine stattliche Zahl, meint Joann Petrini, Direktorin
für perinatale Daten bei der Foundation. Nancy Green, eine der für
die Studie verantwortlichen Wissenschaftlerinnen, gibt zu bedenken,
dass Frühgeburten eine Reihe von neurologischen Störungen und
Behinderungen auslösen können. Die neuen Analysedaten basieren auf
Untersuchungen aus dem Jahr 2003. Den Schwangeren wurde eine
wöchentliche Injektion des künstlichen Hormons 17P (17
alpha-Hydroxyprogesteron Caproat) verabreicht. Bereits im Jahr 2003
hatte eine Studie von Paul Meis von der Wake Forest University in
North Carolina ergeben, dass die Behandlung mit 17P zu einem
signifikanten Erfolg, nämlich zu einer Reduktion der Frühgeburten um
30 Prozent bei Risikoschwangerschaften, führte. Das Hormon
Progesteron ist für den Erhalt der Schwangerschaft verantwortlich.
Fällt der Hormonspiegel, wird die Geburt ausgelöst.
Bisher war die Umsetzung dieses simplen Zusammenhangs in der Praxis
schwierig. Die Forscher wissen bis heute nicht, warum manche Frauen
früher gebären. Unklar sei auch noch, welche Frauen positiv auf die
Hormontherapie ansprechen. Die US-National Institutes of Health NIH
untersuchen zurzeit, ob es bei Mehrfachschwangerschaften zu
Komplikationen durch die Gabe von 17P kommen kann. Die FDA
untersucht derzeit eventuelle Nebenwirkungen des künstlichen
Hormons. "Obwohl das Präparat seit 30 Jahren bekannt ist, ist es
bisher viel zu ungenau untersucht worden", meint Meis. |

Spezialsoftware für
Diagnose von Frühgeborenen
Überwachung der Lebenszeichen im Brutkasten
verbessert
Wissenschafter der University of Edinburgh
http://www.ed.ac.uk
haben ein Gerät entwickelt, das Lebenszeichen wie die
Herzfrequenz und die Atmung überwacht. Dieses Gerät soll helfen, das
Leben vieler Frühgeborener zu retten. Anzeichen von Gefahr und
Organvorsagen sollen vorhergesagt werden, bevor sie wirklich
eintreffen. Damit würden die behandelnden Ärzte rechtzeitig gewarnt
und könnten die entsprechenden Maßnahmen ergreifen. Das Team um Neil
McIntosh führt derzeit Tests mit dem von ihnen entwickeltem Gerät
durch.
Derzeit nutzen Krankenhäuser zur Überwachung der Lebensfunktionen
bereits handelsübliche Monitore. Das Ablesen der aktuellen Werte ist
jedoch laut BBC nicht immer ausreichend um ein entstandenes Problem
rechtzeitig zu erkennen. Wenn die Lungen eines beatmeten Babys
reißen, kann es laut McIntosh bis zu zwei Stunden zum Vorliegen
einer entsprechenden Diagnose dauern. Rund 40 Prozent dieser Kinder
sterben in der Folge. "Mit unserem System können wir dieses Problem
in fast allen Fällen innerhalb von zehn Minuten erkennen." Das Gerät
besteht aus einem normalem Computer und einer speziellen Software,
an deren Entwicklung die Wissenschafter zehn Jahre lang arbeiteten.
Die Software analysiert die von den normalen Monitoren
aufgezeichneten Daten und sucht nach negativen Trends in den
Lebensfunktionen lange bevor das Kind einen kritischen Punkt
erreicht.
Die Wissenschafter arbeiten noch immer an der besten Möglichkeit die
behandelnden Ärzte zu alarmieren, wenn entsprechende Trends
festgestellt werden. Nachgedacht wird derzeit über ein akustisches
Warnsignal und eine auf dem Bildschirm erscheinende Warnmeldung.
Bisher wurden zehn Kinder gleichzeitig mit dem neuen Gerät
überwacht. Den Wissenschaftern stehen jetzt die finanziellen Mittel
für drei weitere Jahre Forschung und die Betreuung von mehr als
2.000 Frühgeborenen zur Verfügung. Langfristig soll ein
Überwachungssystem entwickelt werden, das rund 1.000 Pfund (1.450
Euro) kostet. |

Ultraschalluntersuchungen für das Ungeborene ungefährlich
Wachstum und Entwicklung langfristig nicht
beeinträchtigt
Auch wiederholte Ultraschalluntersuchungen sind
für das Ungeborene ungefährlich. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie
der University of Western Australia
http://www.uwa.edu.au gekommen. Ultraschallaufnahmen werden
schon seit rund 30 Jahren zur Überprüfung von Gesundheit und
Entwicklung des Fötus gemacht. In der Vergangenheit wurde ein
Zusammenhang zwischen dem wiederholten Einsatz von Ultraschall und
einer Beeinträchtigung des Wachstums der Kinder hergestellt. Die
jetzt in The Lancet
http://www.thelancet.com veröffentlichte Studie konnte keine
Beweise für einen Langzeitschaden finden.
Das gleiche Team führte 1993 eine Studie durch, die nahe legte, dass
wiederholte Ultraschalluntersuchungen nach der 18.
Schwangerschaftswoche und Beeinträchtigungen des Wachstums bei
Neugeborenen zusammenhängen könnten. Für die aktuelle Studie wurde
die Entwicklung der Kinder laut BBC bis zum achten Lebensjahr
begleitet. Körper und Entwicklung wurden bei 2.700 Kindern im Alter
von ein, zwei, drei, fünf und acht Jahren durchgeführt. Bei der
Hälfte der Kinder wurden vor der Geburt bis zu fünf
Ultraschalluntersuchungen durchgeführt. Bei allen anderen Kindern
wurde nur eine derartige Untersuchung durchgeführt.
Es zeigte sich, dass die Größe der Kinder in beiden Gruppen nach dem
ersten Lebensjahr ähnlich war. Zusätzlich konnten keine
signifikanten Unterschiede hinsichtlich Sprechen, Sprache, Verhalten
oder neurologischer Entwicklung festgestellt werden. Der leitende
Wissenschafter John Newnham erklärte, dass mehrfache
Ultraschalluntersuchungen nach der 18. Schwangerschaftswoche eine
geringe Auswirkung auf das Wachstum des Fötus haben können. In der
Folge entwickelten sich diese Kinder ähnlich wie jene, die nur
einmal in dieser Form untersucht wurden. Unklar sei derzeit noch der
Zusammenhang zu einem Ansteigen der Anzahl von Linkshändern. Bei
diesem vermuteten Zusammenhang könnte es sich jedoch auch nur um
einen Zufall handeln.
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Ursache für
Extremitäten-Defekt bei Embryos entdeckt
Innovative Blicke ins frühembryonale Stadium des
Menschen
Humangenetiker der Justus-Liebig-Universität
Gießen
http://www.med.uni-giessen.de haben neue Einblicke in die
frühembryonale Entwicklung des Menschen gewonnen. Auf der Suche nach
den molekularen Ursachen für Extremitäten-Defekte bei Embryos haben
die Forscher ein Gen entdeckt, das für die Störung der Ausbildung
von Händen und Füßen beim Embryo eine wesentliche Rolle spielt,
berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin American Journal of
Human Genetics
http://www.journals.uchicago.edu .
Defekte der Arme und Beine zählen zu den häufigen Fehlbildungen beim
Menschen und reichen von geringfügigen Veränderungen der Finger und
Zehen bis zum vollständigen Fehlen ganzer Gliedmaßen. Viele dieser
Defekte haben eine genetische Ursache und treten entweder "isoliert"
oder in Verbindung mit anderen Fehlbildungen auf. Die beiden
Humangenetiker Stephan Niemann und Ulrich Müller waren insbesondere
auf der Suche nach den genetischen Ursachen für "Tetraamelie", dem
vollständigen Fehlen aller vier Extremitäten. Aus der Kenntnis der
genetischen Ursache dieser sehr seltenen Fehlbildung, die vererbt
wird, können neue Einblicke in einen fundamentalen Aspekt der
embryonalen Entwicklung des Menschen gewonnen werden, berichten die
Wissenschaftler.
Niemann ist es zunächst gemeinsam mit Forschern vom Center for
Medical Genetics in Marshfield/Wisconsin gelungen, die chromosomale
Region der Fehlbildung zu lokalisieren. Danach konnte der
Wissenschaftler aus 294 Genen innerhalb dieser Region die Mutation,
also den genetischen Defekt, identifizieren. Demnach ist das Gen mit
dem Namen WNT3 für die Fehlbildung verantwortlich. Das "Krankheitsgen",
das zur Familie der WNT-Gene gehört, spielt sowohl bei der
embryonalen Entwicklung als auch bei der Entstehung von Tumoren eine
Rolle. Eine genetische Störung eines WNT-Genes führte beim
Modelltier der Taufliege Drosophila melanogaster zur Missbildung der
Flügel bis hin zu einer völlig "flügellosen" Fliege.
Die Gießener Forscher vermuten, dass Defekte in weiteren Mitgliedern
der WNT-Genfamilie möglicherweise zu anderen, molekular bislang
nicht aufgeklärten Fehlbildungssyndromen führen können. |

3D-Ultraschall erkennt Herzschäden bereits im Mutterleib
Räumliche Beurteilung von Anomalien soll Überlebenschance
von Babys verbessern
Vor dem Hintergrund, dass acht von 1.000 Neugeborenen mit einem Herzfehler
zur Welt kommen, entwickeln Kinderkardiologen der Universität Bonn
http://www.uni-bonn.de
zurzeit eine Methode, mit der sie Herzschäden bereits im Frühstadium der
Schwangerschaft besser erkennen können. Wird die Anomalie bereits vor der
Geburt entdeckt, hat das Baby bei richtiger Behandlung eine deutlich bessere
Überlebenschance, da das Risiko von Folgeschäden sinkt.
Das Computerbild zeigt ein detailgetreues 3-D-Bild des Säugling-Herzens.
Dieses hat in etwa die Größe eines Daumennagels, zieht sich dreimal pro
Sekunde zusammen und presst ein paar Tropfen Blut durch den 18 Wochen alten
Embryo. Das Herz kann mit der Maus in eine Richtung gedreht werden und lässt
sogar dem Laien die sich öffnenden und schließenden Herzklappen erkennen. "Die
herkömmlichen Geräte liefern zweidimensionale Schnittbilder, beispielsweise
quer durch die Herzkammern", erklärt die Kinderkardiologin Ulrike Herberg. Wie
die Kammern räumlich aussehen müssen Ärzte beurteilen, indem sie die
Schnittbilder im Kopf zu einem dreidimensionalen Modell zusammensetzen. "Die
besten Ultraschallspezialisten können so mit mehr als 80-prozentiger
Sicherheit sagen, ob das ungeborene Kind unter einem Herzfehler leidet.
Weniger erfahrene Mediziner kommen nur auf eine Trefferquote von 25 Prozent",
so Herberg.
Die Methode, die den geistigen Kraftakt erleichtern soll, wird in
Zusammenarbeit mit der Klinik für Geburtshilfe und Pränataldiagnostik der
Universität Bonn und einem Experten der Beratungsfirma medConsult mit Hilfe
der 3D-Technologie der MedCom GmbH entwickelt. Dazu müssen die Ärzte einen
konventionellen Ultraschall-Kopf am Bauch der Schwangeren ansetzen und so
schwenken, dass er innerhalb von 20 Sekunden das komplette Herz des
ungeborenen Kindes erfasst. In dieser Zeit zeichnet das Gerät rund 1.000
Bilder auf. Gleichzeitig registriert es mit einem Spezialsensor den Pulsschlag
des Fötus. Das ist der "Taktstock", der dem Computer sagt, welche Bilder zu
welcher "Schlagphase" gehören. Hat das Säuglingsherz sich während der
Untersuchung beispielsweise 60 Mal zusammengezogen und wieder entspannt, so
hat das Gerät im Laufe des Schwenks insgesamt 60 Schnittbilder zum Zeitpunkt
der vollen Kontraktion aufgenommen, die alle von unterschiedlichen Regionen
des Herzen stammen. Die Bildbearbeitungs-Software kann dann aus diesen
zweidimensionalen Ultraschallbildern ein 3-D-Gesamtbild des kontrahierten
Säuglings-Herzen zusammensetzen. Während des maximal 20-sekündigen Schwenks
gewinnt die Software so dreidimensionale Bilder aus unterschiedlichen Phasen
des Herzschlags - von der vollen Kontraktion bis zur vollen Entspannung.
Auf dem Bildschirm lässt sich daher die komplette Bewegung des Herzmuskels
verfolgen. Laut Herberg kann so genau gesehen werden, auf welche Weise sich
die Herzklappen öffnen. Dies seien Infos, die aus den konventionellen
Schnittbildern gar nicht hervorgehen. Weiterer Vorteil: Die 3-D-Bilder lassen
sich beliebig drehen, so dass sich der Chirurg sein Operationsfeld bereits am
Bildschirm genau ansehen und die Behandlungsstrategie besser planen kann.
Manche Herzkrankheiten ließen sich bei frühzeitiger Erkennung vielleicht sogar
schon vor der Geburt behandeln oder verhindern, erklärt Herberg.
Kleine Schwächen müssen die Entwickler noch in den Griff bekommen: So kann
die Messung des Pulsschlags mit dem Spezialsensor die Qualität der Aufnahmen
verschlechtern. Auch der gleichmäßige Schwenk des Messkopfs bedarf einiger
Übung. Letztendlich muss die Methode im klinischen Test noch zeigen, ob sie
der konventionellen Ultraschall-Diagnostik wirklich überlegen ist.

Smog belastet Ungeborene
Hasenscharte, Wolfsrachen und Herzfehler durch schlechte
Luft
Smog kann das Wachstum von Föten im Mutterleib beeinträchtigen. Schwangere,
die in Gegenden mit schlechter Luft leben, bringen öfter Kinder mit
Hasenscharte, Wolfsrachen und Herzfehlern zur Welt, berichten amerikanische
Forscher in der "Los Angeles Times".
Die Wissenschaftler um Beate Ritz von der Universität Kalifornien hatten
die Luftqualität in Wohngegenden von Tausenden von Schwangeren rund um Los
Angeles untersucht. Fast überall seien die Grenzwerte für Kohlenmonoxid und
Ozon eingehalten worden, stellten die Forscher fest. Dennoch hatten die
Ungeborenen in den stärker verschmutzten Regionen zu leiden: Mehr als dreimal
häufiger kamen in diesen Gegenden Kinder mit gespaltenen Lippen und Gaumen
sowie mit defekten Herzklappen zur Welt.
Smog belaste Ungeborene im zweiten Monat besonders stark, fanden die
Mediziner heraus. In dieser Zeit würden sich die meisten Organe und das
Gesicht ausbilden, berichten sie in einer kommenden Ausgabe des Fachjournals
"American Journal of Epidemiology"
http://www.aje.oupjournals.org .
In einer früheren Studie konnten amerikanische und schwedische Forscher
zeigen, dass Smog das Risiko drastisch erhöht, ein untergewichtiges Kind auf
die Welt zu bringen. Die Wissenschaftler hatten dazu die Kohlenmonoxid-Werte
in mehreren amerikanischen Städten und das Geburtsgewicht von 90.000
Neugeborenen verglichen.

Ultraschalluntersuchung ist Lärmbelästigung für Fetus
Lautstärke der Schallwellen mit einfahrenden U-Bahnzügen zu
vergleichen
Ultraschalluntersuchungen während der Schwangerschaft setzen den
Fetus einem Geräuschpegel in der Höhe einer in die Station einfahrenden U-Bahn
aus. Dies behaupten Wissenschaftler der Mayo Foundation in Rochester
http://www.mayo.edu/mcr/index.html im Wissenschaftsmagazin New Scientist
http://www.newscientist.com
. Dass das Baby später längerfristig Schäden von den Untersuchungen davon
trägt, glauben Ärzte allerdings nicht. Die Ergebnisse präsentierten die
Forscher auf dem Jahrestreffen der Acoustical Society of America
http://www.acoustics.org
in Fort Lauderdale in Florida.
Weder Erwachsene noch Feten hören Ultraschallwellen, da sie bei Frequenzen
außerhalb der menschlichen Hörschwelle schwingen. James Greenleaf, Paul Ogburn
und Mostafa Fatemi von der Mayo Foundation in Rochester vermuten aber , dass
Ultraschallwellen möglicherweise Sekundär-Vibrationen im Bauch der werdenden
Mutter auslösen.
Ultraschallgeräte generieren Schallwellen in Pulsen, die weniger als ein
Tausendstel einer Sekunde andauern. Die Pulse sollen eine Überhitzung des
Gewebes, die durch permanent eingesetzte Schallwellen möglich ist, verhindern.
Das Mayo-Team vermutet, dass das Pulsieren in einen "Klopf"-Effekt übersetzt
wird. Sie hörten die Geräusche mittels eines Mini-Hydrophon im Uterus, während
ein Arzt eine Ultraschall-Untersuchung durchführte. Das detektierte Summen war
ähnlich der höchsten Pianotöne, so die Wissenschaftler. Wurde die Untersuchung
in die direkte Nähe des Hydrophones verlegt, lag der Geräuschpegel bei rund
100 Dezibel. Dies entspricht der Lautstärke eines in die Station einfahrenden
U-Bahnzuges. "Das ist ziemlich laut, wenn die Untersuchung direkt neben dem
Ohr des Fetus stattfindet", erklärte Greenleaf. Ultraschall-Untersuchungen
sollen Experten zufolge nicht auf das fetale Hörorgan gerichtet sein. Es sei
denn, es bestehe ein Verdacht auf Abnormalitäten im Schädel- und
Gesichtsbereich.
