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Politik in Österreich

Wiener-Politik

 
Abgeordnete sollen an die kurze Leine

Nach Thierse verlangt auch die CSU klarere Vorschriften für Nebentätigkeiten

Vom 07.01.2005
 
BERLIN (dpa) Die Vorschriften über Nebentätigkeiten von Abgeordneten sollen überarbeitet werden, um mögliche Abhängigkeiten einzelner Mandatsträger zu prüfen. Nach Bundestagspräsident Wolfgang Thierse (SPD) forderte auch der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber (CSU) einen in ganz Deutschland gültigen Verhaltenskodex mit drastischen Verschärfungen. Wer außer seiner politischen Tätigkeit bei einem Unternehmen beschäftigt sei, müsse die Höhe seines Gehalts "zwingend offen legen", sagte Stoiber dem "Focus". Die Bundestagsabgeordnete Hildegard Müller, Mitglied des CDU-Präsidiums und Vertraute von Parteichefin Angela Merkel, bestätigte gestern, dass sie neben ihren Diäten auch Gehaltszahlungen von der Dresdner Bank erhält. Die Bank erläuterte, Müller sei an zwei Projekten im kulturellen Bereich beteiligt.

Beim Automobilkonzern Volkswagen ist es nach Informationen des "Focus" die Regel, Mitarbeiter weiterzubezahlen, wenn sie politische Mandatsträger werden. Der Doppelverdienst von Abgeordneten sei in einer geheimen Konzernrichtlinie festgelegt, berichtet das Blatt in seiner jüngsten Ausgabe. Demnach garantiert VW allen Mitarbeitern, die in die Politik wechseln, nicht nur ein Rückkehrrecht ins Unternehmen. Volkswagen sichere diesen Beschäftigten sogar explizit die Weiterzahlung des Lohnes zu, auch wenn sie für VW kaum noch tätig sein können.

Der Bundestagspräsident strebt eine Überprüfung der Verhaltensregeln für Bundestagsabgeordnete an. In einem Brief an alle Fraktionsvorsitzenden verweise er auf die derzeit geführte öffentliche Debatte, berichtet die "Frankfurter Rundschau".

 


 

Müller verteidigt Gehaltszahlungen von Dresdner Bank
 

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Hildegard Müller hat laut AFP die Gehaltszahlungen verteidigt, die sie weiterhin von der Dresdner Bank erhält. "Ich behalte diese Tätigkeit weiter, weil ich zum einen wichtige Projekte der Bank noch betreue, die auch zum Abschluss bringe und darüber hinaus mich auch weiterhin der Bank verwurzelt sehen möchte", sagte die enge Vertraute von CDU-Chefin Angela Merkel am Donnerstag im WDR. Sie betreue dort Projekte zum Wiederaufbau der Dresdner Frauenkirche und zur Aufarbeitung der NS-Vergangenheit der Dresdner Bank, sagte Müller. Im übrigen habe sie ihre Tätigkeit nie verheimlicht und "immer alles korrekt dem Bundestagspräsidenten angezeigt". Eine durchschnittliche Wochenarbeitszeit für die Bank könne sie nicht nennen, sie gehe aber "regelmäßig" dorthin. Die Tätigkeit bei der Bank sei mit ihrem Mandat vereinbar, sagte Müller, die auch Mitglied des CDU-Präsidiums ist. Eine "Interessenverquickung" gebe es nicht.
 


 


 

 Merkel-Vertraute Müller bezieht Gehalt von Bank

 

Die CDU-Bundestagsabgeordnete Hildegard Müller erhält neben ihren Diäten Gehalt von der Dresdner Bank. Das habe das Geldinstitut bestätigt, so die 'Berliner Zeitung'. Müller gilt als Vertraute von Parteichefin Angela Merkel. Die Dresdner Bank begründet ihre Zahlungen damit, dass die Diplom-Kauffrau wichtige Sonderaufgaben wahrnehme. Die Debatte über Verhaltensregeln für Abgeordnete hatte zu den Rücktritten der CDU-Politiker Hermann-Josef Arentz und Laurenz Meyer geführt.

 


 

Zum Rücktritt von Laurenz Meyer

Erklärung Laurenz Meyer am 22. Dezember 2004, 11.30 Uhr


Ich bin in die Politik gegangen, weil ich etwas verändern wollte. Meine politische Heimat ist die CDU. Kommunal-, Landes- und Bundespolitik waren dabei die Stationen - stets am Anfang nicht ahnend, dass noch eine weitere Station folgen würde.

Mir wurden unglaubliche Möglichkeiten gegeben, mich einzubringen. Stets hat mir die Arbeit für und mit der Partei große Freude und Spaß bereitet. "Arbeit muss Spaß machen" war deswegen nicht nur ein Credo, das ich meinen Mitarbeitern immer gesagt habe.

Nun bin ich in einer Situation, in der ich nüchtern feststelle, dass meine Arbeit meiner Partei derzeit mehr schadet als nützt. Außerdem sehe ich, dass die Schmerzgrenze bei denen, für die ich als Vater und Freund Verantwortung trage, überschritten ist. Deswegen habe ich heute Morgen zunächst Frau Dr. Merkel gegenüber meinen Rücktritt erklärt und dies dann auch den Mitarbeitern in der Bundesgeschäftsstelle mitgeteilt.

Den heutigen Schritt gehe ich ohne Zorn. Vielmehr habe ich eine nüchterne Abwägung in drei Dingen getroffen:

1. was nützt der Partei
2. was nützt Frau Merkel und
3. was bin ich bereit zu tragen

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, Frau Dr. Merkel aufrichtig zu danken. Und ganz selbstbewusst sage ich: Wir haben einiges zusammen geschafft. Ich wünsche ihr alles Gute und habe ihr gesagt, dass sie auch künftig auf mich bauen kann. Gleichzeitig danke ich den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mich begleitet haben.

Meinem Nachfolger wünsche ich alles Gute und kann guten Gewissens sagen: Das Feld ist bestellt, das Haus sehr professionell und die Menschen, die hier arbeiten, freuen sich auf die anstehenden Wahlkämpfe!


 

Erklärung von CDU-Generalsekretär Laurenz Meyer:

Im Zusammenhang mit meiner Zeit als CDU-Generalsekretär verweise ich auf meine Erklärung vom 17. Dezember 2004, der nichts hinzuzufügen ist.

Darüber hinaus erkläre ich Folgendes:

Am 23. Februar 1999 wurde ich zum Vorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion Nordrhein- Westfalen gewählt. Daraufhin wurde eine Änderungsvereinbarung zum Anstellungsvertrag (ich bin am 1. Oktober 1975 in die Dienste der VEW eingetreten) zwischen mir und der VEW Energie AG mit Unterzeichnung von mir am 17. März 1999 und Gegenzeichnung durch den Vorstand der VEW Energie AG vom 30. März 1999, vorgenommen. Der wesentliche Inhalt dieser Änderungsvereinbarung war es, das bestehende Arbeitsverhältnis rückwirkend in ein ruhendes Arbeitsverhältnis zum 1. März 1999 zu überführen und mir eine Rückkehrklausel einzuräumen, die allerdings bis zum 30. Juni 2000 begrenzt war.

In der Änderungsvereinbarung zum Anstellungsvertrag wurde festgelegt, dass die Vertragsparteien einvernehmlich eine zusätzliche Regelung zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses treffen werden. Diese einvernehmliche Regelung wurde später unter den 30. April 1999 in einem Aktenvermerk festgehalten. Danach sollten als Abfindung und zur Leistung ausstehender Gehaltsansprüche 90.000 DM sofort und 160.000 DM im Mai 2000 (dem Monat der Landtagswahl) ausgezahlt werden. Es wurde aber auch präzisiert, dass bei Nicht-Rückkehr von mir nach der Landtagswahl das Arbeitsverhältnis ab dem 1. Juli endgültig beendet werde.

Mit dem Ausgang der Landtagswahl und der anschließenden Wahl von Dr. Jürgen Rüttgers zum Fraktionsvorsitzenden der CDU-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen stand fest, dass ich von meiner Rückkehrklausel Gebrauch machen werde. Obwohl die einvernehmliche Regelung vor dem Hintergrund einer endgültigen Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses festgelegt wurde, wurde ausgezahlt, da Ausschließungsgründe für den Fall der Rückkehr nicht aufgeführt waren.

Die für Mai 2000 vorgesehene Auszahlung der vereinbarten 160.000 DM ist unter Abzug von Steuern am 19. Juli 2000 erfolgt. Aufgrund der Vertragsgestaltung ist diese Zahlung rechtlich korrekt. Dennoch ist mir mit Blick auf die Probleme vieler Menschen in diesen Tagen bewusst, dass nicht verstanden wird, dass ich seinerzeit dieses Geld angenommen habe, obwohl ich ins Unternehmen zurückgegangen bin. Ich werde deshalb den mir aus diesem Vertrag am 19. Juli 2000 ausgezahlten Betrag für einen wohltätigen Zweck, und zwar die SOS-Kinderdörfer, spenden.
 


 

Die unterschätzte Frau Merkel und der Männerverein

"Presse"-Leitartikel vom 7.12.2004 von Christian Ultsch 

Dem einen ist sie zu kühl und zu protestantisch, dem anderen zu ostdeutsch. Dem Dritten ist ihre Frisur nicht stürmisch genug, und dem Vierten will partout nicht gefallen, dass ihre Mundwinkel meistens in Richtung Mittelpunkt der Erde zeigen. Es wird viel an Angela Merkel herumgemäkelt. Warum? Ganz einfach: Weil sie eine Frau ist und aus dem Osten kommt. Und aus diesem Stoff sind nun einmal nicht die politischen Fantasien gestrickt, die westdeutsche Männervereine in Ekstase versetzen. Dennoch wird Merkel die Union im Herbst 2006 als Kanzlerkandidatin in die Wahlschlacht gegen die rot-grüne Regierung führen. Daran dürfte nach dem Düsseldorfer CDU-Parteitag kein ernsthafter Zweifel bestehen, auch trotz des Umstands, dass Merkel bei ihrer Wiederwahl nur noch 88,4 und nicht mehr 93,7 Prozent erreichte. Die Delegierten bedachten Merkels Auftritt nicht nur deshalb acht Minuten lang lautstark mit Applaus, um ihrer Erleichterung darüber Ausdruck zu verleihen, dass die rekordverdächtige Rede ihrer Vorsitzenden nach über zwei Stunden endlich vorbei war. Das orgiastische Klatschritual hatte vor allem den Zweck, Merkel symbolisch zur Kanzlerkandidatin zu küren. Weshalb die bayerische CSU Merkel auch jetzt nicht so schnell auf den Schild heben wird, hat taktische Gründe: Die Schwesterpartei will sich ihre Zustimmung so teuer wie möglich abkaufen lassen und, wie schon beim Kompromiss im Streit um die Pläne zur Gesundheitsreform, weitere inhaltliche Zugeständnisse herauszuholen. Seinen Traum aber, ein zweites Mal gegen SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder anzutreten, kann Bayerns ehrgeiziger Landesmanager Edmund Stoiber begraben. Die CDU wird ein Da capo unter keinen Umständen zulassen. Das gab's nur einmal, in der Phase der Schwächung nach der Spendenaffäre um Kohl, das kommt nicht wieder. Sollte Merkel wider Erwarten auf der Zielgeraden doch noch stolpern, wird ein anderer aus ihren Reihen in den Ring steigen, am ehesten wohl der niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff. "Attacke auf die anderen, Feuer einstellen auf uns selbst", gab Merkel nun als Parole aus. Die Union täte gut daran, sich an ihren Ratschlag zu halten. In den Umfragen liegt sie zwar immer noch klar vor SPD und Grünen. Doch in den vergangenen Monaten ist den C-Parteien dank interner Streitereien das Kunststück gelungen, ihren Vorsprung einzuschmelzen. Warum sich eine Opposition den Luxus leistet, fast ein Jahr lang über eine Gesundheitsreform zu streiten, die sie erst nach einem Wahlsieg, also von heute an gerechnet frühestens in 21 Monaten, umsetzen kann, ist völlig rätselhaft. Anstatt in der Auseinandersetzung mit Rot-Grün die großen Linien vorzugeben, verhedderte sich die Union in Details, die bis heute außer einer Handvoll Experten ohnehin niemand versteht. Merkel versucht nun aus dieser Episode die Lehren zu ziehen und setzt verstärkt auf weichere Themen. Nachdem weder die Kopfpauschale noch der Stufentarif die Massen begeistert haben, soll nun offenbar das Bekenntnis zu Patriotismus und deutscher Leitkultur weiterhelfen. Ob freilich eine Debatte, die geradezu einlädt zu chauvinistischen Ausrutschern, Punkte bringt, sei dahingestellt. Vor einem Jahr auf dem Leipziger Parteitag hat sich Merkel angeschickt, der CDU mit radikalen Vorschlägen für einen Wechsel im Gesundheits- und Steuersystem ein klares neoliberales Profil geben. Seither ist die Union auf Druck der CSU wieder etwas in die wolkige Mitte gerückt, was auch damit zu tun hat, dass deutsche Bürger mittlerweile nur noch erblassen, wenn sie das Wort Reform hören. Umso erstaunlicher ist, dass Merkel in Düsseldorf keine Abstriche von ihrem wirtschaftlichem Kurs machte. Diese Frau hat das, was man Charakter nennt. Deswegen hat sie es zur unangefochtenen Chefin der CDU gebracht. Und deswegen muss Schröder sie auch als Gegnerin fürchten.


 


 

 
Politiker-Homepages endlich durchleuchtet
Landtagswahlen 2004: Datenkraft prüft die Homepages der Kandidatinnen

Welche Partei setzt im Zuge der Landtagswahlen das Medium Internet am professionellsten ein? Die Grazer Online-Experten von DATENKRAFT gingen dieser Frage nach und nahmen die Homepages der Kandidaten unter die Expertenlupe - mit erstaunlichen Ergebnissen. Der vollständige Report steht auf www.datenkraft.com zum freien Download bereit.

Sei es "die Mutter aller Wahlschlachten in Kärnten", sei es das SPÖ-ÖVP-Duell in Salzburg: Wer wissen will, wie die Sieger oder Siegerinnen der beiden spannenden Landtagswahlen heißen werden, muss sich wohl oder übel noch bis Sonntag gedulden. Die spannende Frage nach einem anderen, einem "virtuellen Sieger" der Landtagswahlen kann aber bereits heute beantwortet werden: Die Grazer Online Marketing-Profis von DATENKRAFT haben die im Personenwahlkampf immer bedeutender werdenden Hompages der einzelnen Parteien auf Herz und Nieren gestestet. Eine inhaltliche Bewertung wurde freilich bewusst vermieden: "Wir haben nur den Einsatz der Kommunikationsmittel und wie die Inhalte transportiert werden getestet", so Kai Radanitsch, der Projektverantwortliche bei DATENKRAFT.

Drei Kriterien, vier Noten

Bewertet wurden die Website von ÖVP, SPÖ, FPÖ und den Grünen in drei Usability-Kriterien: Erreichbarkeit, Benutzerführung und Interaktionsmöglichkeiten. Dabei setzte es für die Homepages in den jeweiligen Kategorien Schulnoten: Von 1 (hervorragender Einsatz des Mediums Internet zur Wahlwerbung) bis 4 (Tiefgreifende Änderung zur Adressierung Internet interessierter Wähler sinnvoll).

Haider und Ambrozy vor Scheucher-Pichler

In Kärnten gibt es zwei Sieger: FPÖ und SPÖ. Obwohl die Homepages von Landeshauptmann Jörg Haider (www.joerg1.at) und SPÖ Herausforderer Peter Ambrozy (www.landeshauptmann2004.at) jeweils die beste Platzierung in Kärnten erreichen konnten, deckten die DATENKRAFT-Tester dennoch Schwächen bei beiden Seiten auf: Füttert man zum Beispiel die Suchmaschine www.google.at mit dem Begriff "Jörg Haider", zeigt diese zwar 18.900 Einträge an, die Homepage des Kärntner Landeshauptmannes freilich findet sich auf den ersten drei Ergebnisseiten nicht. Lob gibt es hingegen in den Bereichen Benutzerführung und Interaktionsmöglichkeiten. Das DATENKRAFT-Fazit: Note 2. Ebenfalls die Note 2 erhält die Homepage von Peter Ambrozy, die vor allem in den Kategorien Erreichbarkeit und Benutzerführung punkten kann. Abgeschlagen auf dem dritten Platz findet sich die Seite der ÖVP-Kandidatin Elisabeth Scheucher-Pichler (www.elisabeth-scheucher.at) wieder. Vor allem die komplizierte Navigation innerhalb der Seite zeichnet sich für die doch enttäuschende Gesamtnote 3 verantwortlich. Auch die Grünen können mit dem Auftritt ihres Spitzenkandidaten Rolf Holub nicht unbedingt voll punkten. Der besagten Internetseite (www.kaernten.gruene.at) werden von den DATENKRAFT-Experten sowohl Schwächen bei der Erreichbarkeit, in der Benutzerführung als auch bei den Interaktionsmöglichkeiten attestiert. Unterm Strich bleibt die enttäuschende Note 3.

Vier Homepages für Jedermann

In Salzburg, so die DATENKRAFT-Tester, präsentierten sich die diversen Online-Auftritte der Kandidatinnen und Kandidaten auch nicht gerade optimal. Sowohl der Seite von Landeshauptmann Franz Schausberger (www.schausberger.at), als auch der Homepage von SPÖ-Herausforderin Gabi Burgstaller (www.gabi.at) wird Verbesserungspotenzial bescheinigt - Note 3. Während die Grünen und ihr Salzburger Spitzenkandidat Cyrial Schwaighofer (www.salzburg.gruene.at) zumindest mit einer ansehnlich strukturierten Seite punkten können, fällt die Homepage von FPÖ-Spitzenkandidat Karl Schnell (www.unbestechlich.at) bei den DATENKRAFT-Testern glatt durch. Vor allem die Tatsache, dass alle Links der Seite PDF-Dokumente öffnen, empfanden die Tester als störend.

Ein Fazit
Bei Kai Radanitsch hinterließ der professionelle Homepage-Check einen zwiespältigen Eindruck: "Die ideale Website besteht unserer Meinung nach aus der emotionalen, bilderreichen Darbietung von Ambrozy und Haider, gebündelt mit der übersichtlichen Navigation von Burgstaller. Für den Transport von tiefer gehenden Inhalten empfehlen wir einen Seitenaufbau wie ihn Schausberger und Schwaighofer nutzen. Der interessierte Wähler findet so Hintergrundinformation am schnellsten. Die Ansätze der Bildergalerie von Scheucher beinhalten gute Ideen zur raschen, emotionalen Meinungsbildung. In Kombination mit einem Weblog wäre dies ein besonders Feature der Wählerkommunikation, da der lockere und persönliche Stil von Weblogs die persönliche Beziehung verstärken kann. Vermisst haben wir auf allen Seiten Argumentationskarten zu aktuellen Themen. Argumentationskarten helfen Wahlwerbern und Parteifreunden bei der privaten Diskussion. Interaktive Elemente wie Haiders SMS-Gewinnspiel zeigen bereits die Bereitschaft zu neuen Kommunikationskanälen."
Das Fazit der DATENKRAFT-Experten liegt daher auf der Hand: Die ideale Wahlwerber-Website gibt es bei der Landtagswahl 2004 leider noch nicht. Zu wenig nutzen die einzelnen Kandidaten die Möglichkeiten des Internet.
 


 

BP - Wahlkandidat W.Pöltl kritisiert Entscheidung A. Schwarzenegger´s.
Schwarzenegger bestätigt Todesurteil. Schande für Österreich.

Dass ein Schauspieler, der in seinen Filmen Gewalt verherrlicht, von den Amerikanern auf den Regierungssitz Kaliforniens gehievt wird, ist bei diesem Volk nicht verwunderlich. Dass aber ein geborener Österreicher Todesurteile bestätigt, die Hinrichtung eines Menschen unterstützt, ist ein Skandal. Ich lehne die Handlungsweise der Person A.Schwarzenegger aus tiefstem Herzen ab. Ein echter Österreicher ist, im Gegensatz zu Herrn Schwarzenegger, klar gegen die Todesstrafe. Einer, der in der Heimat nichts zustande gebracht hat, zeigt nun in der Ferne seine Macht. Arm, Herr Schwarzenegger. Eine Schande für Österreich.


 

Kein Verbot der Veröffentlichung von Wahlprognosen
Parlament regt Richtlinien für Umfragen vor Urnengängen an
 

Die Veröffentlichung von Wahlprognosen und Meinungsumfragen vor Wahlen wird in Österreich weiterhin erlaubt sein. Eine Enquete-Kommission des Nationalrates regte aber die Einhaltung anerkannter Qualitätsrichtlinien sowie organisatorische Neustrukturierungen an. Das teilte der Pressedienst des österreichischen Parlaments http://www.parlament.gv.at heute, Dienstag, in einer Aussendung mit. Die Kommission beschäftigt sich seit April 2000 mit der potenziellen Beeinflussung von Wahlergebnissen durch Umfragen, Prognosen sowie Hochrechnungen vor Bekanntgabe des Endergebnisses.
 

Ein Verbot halten die Abgeordneten für nicht zweckmäßig. Sie empfehlen aber die Einhaltung der von der European Society for Opinion and Marketing Research (ESOMAR) http://www.esomar.nl erarbeiteten Richtlinien für die Veröffentlichung von Meinungsumfragen. Als Instrument der Selbstkontrolle appelliert die Kommission weiters an Meinungsforschungsinstitute und Medien einen Weisenrat einzurichten. Diesem sollten ein Medienrichter, ein Vertreter von Meinungsforschungsinstituten sowie der Vorsitzende des Presserates angehören.
 

Zur Verhinderung der frühzeitigen Veröffentlichung von Teilwahlergebnissen spricht sich die Kommission dafür aus, Wahlergebnisse und Hochrechnungen bis zum Wahlschluss ausschließlich in einer speziellen Agentur bzw. Datenbank zu verbreiten. Nur ein kleiner Kreis berechtigter Bezieher sollte darauf Zugriff nehmen können, wobei Verstöße gegen diese Regelungen entsprechend zu ahnden wären. Zusätzlich wird vorgeschlagen, gemeinsam mit den betroffenen Gebietskörperschaften zu prüfen, unter welchen Voraussetzungen ein einheitlicher Wahlschluss im gesamten Bundesgebiet eingeführt werden könnte.
 

Die von der Kommission konsultierten Experten hatten sich klar gegen ein Verbot ausgesprochen. Nach Einschätzung des Politikwissenschaftlers Wolfgang C. Müller hatte die vorzeitige Veröffentlichung von Teilergebnissen und Hochrechnungen im Internet keinen Einfluss auf das Endergebnis der Nationalratswahlen 1999. Die Problematik wurde vor allem vom Liberalen Forum zur Diskussion gestellt, das 1999 knapp den Einzug nicht schaffte. In den Hochrechnungen war das Gegenteil prognostiziert worden. Müller sieht aber durchaus internationale Beispiele, die eine entsprechende Beeinflussung bestätigen. Beschränkungen für die Veröffentlichung von Meinungsumfragen gibt es einem Bericht des Verfassungsdienstes des Bundeskanzleramtes zufolge innerhalb der Europäischen Union in Frankreich (eine Woche vor der Wahl), Griechenland (15 Tage), Italien (15 Tage), Luxemburg (ein Monat) und Spanien (fünf Tage).
 

Die von ESOMAR erarbeiteten Richtlinien sehen unter anderem vor, bei der Veröffentlichung von Meinungsumfragen den Namen des Meinungsforschungsinstituts, die Anzahl der befragten Personen, die Genauigkeit der Ergebnisse (Schwankungsbreite) und die exakte Fragestellung anzugeben und Umfrageergebnisse und Kommentierung/Interpretation deutlich zu trennen.
 


 

Noch kein "Kampf der Kulturen" / Samuel Huntington im ZEIT-Extra, das am Montag, den 17.September erscheint

Das Massaker von New York sei noch kein "Kampf der Kulturen", sagt Samuel Huntington, auf dessen gleichnamiges Buch die populäre These vom "Clash of Civilizations" zwischen westlicher und islamischer Welt zurückgeht. Denn die islamische Welt sei gespalten.

Ob jedoch ein echter Zusammenprall tatsächlich verhindert werden könne, hänge jetzt davon ab, wie islamische Staaten mit den USA bei der Bekämpfung des Terrors zusammenarbeiten, meint der Harvard-Professor weiter. In dem Interview, das in einer Sonderausgabe der ZEIT am Montag erscheint, betont der Strategie-Experte, wie schwer es sei, einen "Feind" zu bekämpfen, der in "vielen Ländern und kleinen Zellen" arbeite und "zweifellos den nächsten Schlag" vorbereite. Huntington: "Man muss offensiv vorgehen, diese Gruppen infiltrieren und kampfunfähig machen ... Man macht sie ausfindig und schaltet sie aus."

Auf die Frage, ob Amerika diesen Krieg alleine ausfechten könne, antwortet der Politologe: "Nein, auf keinen Fall. Wir brauchen die Hilfe unserer Verbündeten. Wir brauchen eine Koalition, die auch islamische Staaten umfaßt ... Wenn diese Staaten diesen Krieg aussitzen, sich gar mit den Verbrechern solidarisieren, wächst die Gefahr, dass daraus tatsächlich ein Clash of Civilizations wird und nicht bloß ein Kampf der zivilisierten Gesellschaften gegen die Kräfte des Bösen."

Das Interview

DIE ZEIT: Das Massaker von New York - beginnt damit jener "Kampf der Kulturen", den Sie 1993 in der Zeitschrift Foreign Affairs und 1996 in Ihrem gleichnamigen Buch vorausgesagt haben?

Samuel Huntington: Der Anschlag war zuvörderst ein Angriff gemeiner Barbaren auf die zivilisierte Gesellschaft der ganzen Welt, gegen die Zivilisation als solche. Alle anständigen Menschen auf der ganzen Welt haben ihn vehement verdammt. Zweitens: Es ist wichtig, dass dieses Verbrechen jetzt eben nicht den Kampf der Kulturen auslöst. Der Schlüsselfaktor ist die Haltung islamischer Regierungen und Völker zum Terrorismus. Bis jetzt haben viele dieser Staaten Abscheu sowie Mitgefühl mit Amerika bekundet. Anderswo aber, auf der Straße, wurde der Anschlag begeistert gefeiert.

DIE ZEIT: Also doch der clash of civilizations?

Huntington: Nein, die islamische Welt ist gespalten. Ob der echte Zusammenprall verhindert werden wird - das hängt davon ab, ob islamische Staaten mit den USA bei der Bekämpfung dieses Terrors zusammenarbeiten werden.

DIE ZEIT: Was war die Zielscheibe des Terrors?

Huntington: Die Symbole Amerikas - das World Trade Center als Symbol des Kapitalismus, das Pentagon als Symbol amerikanischer Militärmacht.

DIE ZEIT: Haben die Terroristen ein Land oder eine Kultur attackiert?

Huntington: Beides. Sie sehen Amerika als Inbegriff einer verhassten westlichen Zivilisation und zugleich als mächtigstes Land auf Erden.

DIE ZEIT: Sie sind Strategie-Experte. Was ist die richtige Abwehrstrategie?

Huntington: Dieser Feind ist so schwer zu bekämpfen, weil er sich nicht lokalisieren lässt. Es handelt sich um viele Leute, die in vielen Ländern und kleinen Zellen arbeiten. Zweifellos bereiten sie schon den nächsten Schlag vor. Folglich ist nachrichtendienstliche Arbeit das erste Gebot, was wiederum heißt: Erstens müssen die US-Dienste sich viel mehr als bisher um human intelligence - um Ausforschung an Ort und Stelle - kümmern; zweitens muss die Zusammenarbeit mit den Diensten anderer Länder entschieden verstärkt werden. Zurzeit gerade mit Pakistan, das bislang zu den wichtigsten Helfern der Taliban in Afghanistan gehörte. Grundsätzlich: Die Geheimdienstarbeit muss pro-aktiv sein ...

DIE ZEIT: ... das heißt?

Huntington: In offenen Gesellschaften wie der amerikanischen und der europäischen ist die Abwehr so schwer, weil es so einfach ist, in diese Länder einzusickern, Zugang zu gewinnen und solche Verbrechen zu organisieren. In den USA hat kein Mensch je daran gedacht, dass irgendjemand mit einem Flugzeug einen Wolkenkratzer vernichten würde. Folglich ist vorbeugendes Handeln das zweite Gebot.

DIE ZEIT: Strategie ist die Kunst, den Gegner zu schwächen, seine Absichten zu durchkreuzen, seinen Willen zu brechen.

Huntington: Ich sehe nicht, wie man Haltung und Verhalten von Leuten verändern kann, die den Tod nicht fürchten.

DIE ZEIT: Wie bekämpft man dann Gegner, bei denen das klassische Abschreckungskalkül nicht greift?

Huntington: Man muss offensiv vorgehen, diese Gruppen infiltrieren und kampfunfähig machen. Grundsätzlich bleibt allerdings das Problem, dass der Terror teilweise von Staaten, teilweise aber von kleinen Gruppen organisiert wird, die von der Globalisierung profitieren, also von der Verbreitung und Verbilligung von Technologie und Kommunikation. Außerdem ist dies eine Welt, in der verschiedene Formen des schieren Fanatismus, auch des religiösen, blühen.

DIE ZEIT: Wie geht man mit Fanatikern um?

Huntington: Man macht sie ausfindig und schaltet sie aus. Das ist aber offenkundig sehr schwer, weil sie weit verstreut sind und keine einfachen Ziele bieten. Das verlangt eine völlig neue Form der Kriegsführung.

DIE ZEIT: Ist Amerika, ist der Westen darauf vorbereitet?

Huntington: Wir passen uns langsam an. Verteidigungsminister Rumsfeld versucht tapfer, die US-Streitkräfte aus ihrer Mentalität des Kalten Krieges zu befreien. Doch sind Militärs immer konservativ, sie wehren sich gegen den Wandel. Aber auch die Bürger, in Amerika wie in Europa, müssen akzeptieren, dass wir in einer gefährlichen, unberechenbaren Welt leben, dass wir gegen Überraschungen nicht gefeit sind.

DIE ZEIT: Kann Amerika diesen Krieg allein ausfechten?

Huntington: Nein, auf keinen Fall. Wir brauchen die Hilfe unserer Verbündeten. Wir brauchen eine Koalition, die auch islamische Staaten umfasst. Deshalb zurück zum Anfang: Wenn diese Staaten diesen Krieg aussitzen, sich gar mit den Verbrechern solidarisieren, wächst die Gefahr, dass daraus tatsächlich ein clash of civilizations wird und nicht bloß ein Kampf der zivilisierten Gesellschaften gegen die Kräfte des Bösen.

Samuel Huntington, Professor für Politik in Harvard, wurde 1996 weltberühmt mit seinem Buch "Kampf der Kulturen", das in 26 Sprachen übersetzt worden ist - und gerade jetzt wieder Furore macht
 

 


 

Die Vorsitzende der CDU Deutschlands, Dr. Angela Merkel, erklärt:

Die CDU Deutschlands unterstützt und begrüßt die Entscheidung des NATO-Rates, den Bündnis-Fall eintreten zu lassen, falls festgestellt wird, dass der terroristische Anschlag auf die Vereinigten Staaten vom Ausland aus gegen sie gerichtet wurde.

Wir sind uns der historischen Tragweite dieser Entscheidung bewusst. Die Vereinigten Staaten von Amerika haben Europa und gerade uns Deutschen in den letzten rund 50 Jahren mit großer Solidarität beigestanden. Jetzt ist es an uns, Solidarität mit den Vereinigten Staaten von Amerika zu beweisen. Denn es geht um die Verteidigung von Freiheit und Demokratie auf der ganzen Welt. Wir sind überzeugt, dass es gelingen wird, Terror und Barbarei in die Schranken zu weisen. Die Freiheit wird siegen.


 


Politik-Info-System im Web
Angebot soll Kommunikation zwischen Bürgern und Volksvertretern erleichtern

Die Unigree GmbH http://www.unigree.com hat ein innovatives Politik-Informations-System im Internet gelauncht. Wie das Unternehmen informierte, hat jeder Bürger die Möglichkeit, sich über Themen oder Bundespolitiker zu informieren und direkt mit den Entscheidungsträgern aus dem Parlament in Kontakt zu treten.

Mit dem neuen Politik-Informationssystem soll die Suche schnell und übersichtlich gestaltet werden, erklärte Geschäftführer Lars Hinrichs. Was in der Wirtschaft bereits in vollem Gange ist, stehe in Politik und Gesellschaft erst am Anfang. Deshalb ist laut Hinrichs das Informationssystem ein Angebot, politische und gesellschaftliche Kommunikation einfacher und transparenter zu gestalten.

Hinrich selbst war in der Vergangenheit bereits am Aufbau von politischen Internet-Angeboten wie http://www.Wahlkampf98.de und http://politik-digital.de beteiligt. Die Pflege der Daten in das System wird vom Unigree-Redaktionsteam durchgeführt. Die Unigree GmbH stellt das Service-Angebot im Vorfeld des Wahlkampfes 2002 für eine breite Öffentlichkeit bereit. Die Recherche im Politik-Informationssystem ist nach Angaben des Unternehmens kostenfrei. Die Datenbank wird von Volksvertretern und Redaktionen gleichermaßen gespeist.

Die Unigree GmbH wurde im April 2000 gegründet, hat ihren Firmensitz in Hamburg und beschäftigt derzeit 10 Mitarbeiter.

 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:25
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