Implantate stellen
Gesichter von Kindern wieder her
Polymer kann mittels Laser in jede Form gebracht
werden
Wissenschafter der University of Nottingham
http://www.nottingham.ac.uk und des russischen Institute of
Laser and Information Technology haben ein Polymerimplantat
entwickelt, das die Gesichter von Kindern wieder herstellen kann,
die bei Unfällen verletzt wurden oder mit Deformationen geboren
wurden. Erste Versuche haben laut dem Team viel versprechende
Ergebnisse geliefert. Die Implantate bestehen aus einem flexiblen
wabenähnlichen Material, das sich leicht mit dem Knochen verbinden
lässt. Gesichtschirurgen fordern laut BBC Daten über den
Langzeiteinsatz bevor eine positive Bewertung abgegeben wird. Die
Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin Advanced Materials
http://www.wiley-vch.de/publish/en/journals/alphabeticIndex/2089/
veröffentlicht.
Bisher wurden rund 50 Kinder mit dem neuen Verfahren operiert. Dazu
gehörten ein Baby mit einem Kiefertumor und ein zwölf Jahre altes
Mädchen, das kaum in der Lage war den Mund zu öffnen. Zu Beginn wird
mit Hilfe von Röntgenbildern und Computertomografien eine
dreidimensionale plastische Form des geschädigten Bereiches
hergestellt. Anschließend wird festgestellt, wie viel Knochenmasse
entfernt werden muss. Mittels eines Laserstrahls, der eine feine
Polymerschicht aufträgt, wird das Implantat in hunderten einzelnen
Schritten aufgebaut. So können innerhalb von einigen Stunden die
auch sehr außergewöhnliche Formen geschaffen werden. Hydroxyapatit,
eine mineralähnliche Substanz, wird den fertigen Implantaten
hinzugefügt. Sie macht das Polymer belastbar und
"knochenfreundlich". Das Implantat bleibt trotzdem sehr durchlässig,
was für das Wachstum von neuer Knochenmasse entscheidend ist.
Der Wissenschafter Steve Howdle von der University of Nottingham
erklärte, dass Genauigkeit für diese Art von Verfahren aufgrund der
Einzigartigkeit der Verletzungen entscheidend sei. Obwohl die
Ergebnisse der Versuche gut waren, sei es denkbar, dass die
Implantate ersetzt werden müssen, wenn die Kinder wachsen und sich
die Knochen entwickeln. In einem nächsten Forschungsschritt soll
eine biologisch abbaubare Version des Implantats entstehen, die sich
auflöst, wenn das Knochenwachstum beginnt.
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Gentech-Seidenraupen als Kollagen-Produzenten
Einsatz
in kosmetischer Chirurgie
Forscher der
japanischen Hiroshima University haben gentechnisch veränderte Seidenraupen
kreiert, die in ihrer Seide das Protein Kollagen einlagern. Das
Bindgewebs-Protein Kollagen wird hauptsächliche in der Wiederherstellungs- und
der kosmetischen Chirurgie eingesetzt. In Ländern wie China und Indien hat
sich die Seidenproduktion bereits zu einer bedeutenden Industrie entwickelt.
Die Verwendung von gentechnisch veränderten Organismen zur Herstellung von
Proteinen ist nichts Neues. Andere Teams kreierten Gentech-Tiere, deren Milch
Proteine produzierten. Auch Pflanzen wurden zur Protein-Produktion in ihren
Saaten angeregt. Das Team um Katsutoshi Yoshizato verwendete Seidenraupen, da
sie einfach zu halten sind. Für das Experiment integrierten die Forscher das
Gen für das menschliche Protein in die Erbanlagen für das Drüsengewebe. Das
Protein konnte leicht von der Seide gelöst werden, heißt es in einem
Online-Bericht des Fachmagazins Nature Biotechnologie
http://www.nature.com/nbt .
Während das japanische Team hofft, mit Hilfe von Seidenraupen auch andere
Proteine produzieren zu können, sind britische Wissenschaftler skeptisch.
Seidenraupen seien für die Massenproduktion spezifischer Proteine gänzlich
ungeeignet. Insbesondere für die Herstellung von Kollagen seien Seidenraupen
keine idealen Kandidaten. Sie produzierten für die Wundheilung viel zu wenig
Kollagen. Einziger Vorteil der Seidenraupen: Sie starten die Produktion
innerhalb von sechs Wochen und damit schneller als Saaten und Tiere wachsen.

Wiener Arzt erhält Patent für kosmetisch-chirurgische Neuentwicklung
Dem Wiener Arzt DDr.Karl-Georg Heinrich wurde vom Österreichischen Patentamt
im März 02 ein Patent für eine neuentwickelte Kanüle zur Fettabsaugung
verliehen. Es handelt sich dabei um eine sogenannte "Mikrokanüle", deren
Durchmesser 1,0 - 2,5mm beträgt. Die wesentliche - patentierte -
Neuentwicklung sind speziell geformte Ansaugöffnungen an der Kanülenspitze,
die ein präziseres und schonenderes Fettabsaugen ermöglichen. Abgesehen von
besseren kosmetischen Ergebnissen verläuft die Verheilung nach dem Eingriff
schneller und weniger belastend für den Patienten. Die Tragedauer von
Kompressionswäsche nach der Fettabsaugung kann von sonst üblichen 4 - 8 Wochen
auf ca 1 Woche reduziert werden.

Augenlid nach Totalverslust vollständig rekonstruieren
Funktionsfähigkeit bereits nach wenigen Monaten
wiederhergestellt
Bei Hautkrebs im Gesichtsbereich fordert die rettende Operation häufig
einen hohen Preis: ein entstelltes Äußeres. Chirurgen der Universität Lübeck
http://www.uni-luebeck.de
helfen Betroffenen mit den besonders schwierig zu behandelnden Geschwüren auf
dem Augenlid jetzt mit einer Operationsmethode, bei der schon wenige Monate
nach dem Eingriff kaum mehr Spuren der Operation wahrnehmbar sind.
In einem ersten Schritt wird zunächst das tumoröse Oberlid entfernt.
Anschließend trennt der Chirurg auch das Unterlid ab - dieses allerdings nicht
vollständig. Es bleibt als eine Art gestielter Lappen am inneren Augenwinkel
befestigt, wird hochgeschlagen und mit jenem Muskel vernäht, der für das
Öffnen und Schließen des Auges verantwortlich ist. Drei Wochen braucht das
versetzte Lid, um in das umliegende Gewebe einzuheilen und von den Blutgefäßen
ausreichend mit Nährstoffen versorgt zu werden. In einer zweiten Operation
wird das ehemalige Unterlid chirurgisch so geformt, dass es exakt den Platz
des fehlenden Unterlids einnimmt. Aus einem Stück Mundschleimhaut modellieren
die Ärzte dann die Bindehaut für ein neues Unterlid, vernähen es und decken es
mit Wangenhaut ab.
"Diese Art der Rekonstruktion ist das einzige Verfahren, mit dem nach einem
Totalverlust ein voll funktionsfähiges neues Oberlid hergestellt werden kann",
erläuterte Prof. Helmut von Domarus von der Lübecker Uniklinik. "Die bei der
Operation gekappten Nerven-Enden wachsen innerhalb kurzer Zeit wieder ins
Oberlid ein, und auch der Schließmuskel nimmt seine Arbeit schnell wieder
auf." Ein so gut funktionierendes und kosmetisches Ergebnis ließe sich weder
mit anderen Hautpartien noch mit Fremdmaterial erzielen, betonte der
Mediziner. Entwickelt wurde die Methode an der Klinik für plastische und
Wiederherstellungschirurgie Glasgow (Schottland).
