REGIO-PRESS-MEDIEN

Berlin - Wien - New York - Düsseldorf - München

Automobil Finanzmarkt Foren Gaestebuch Gesellschaft Grusskarten Horoskop Kontakt Int.-Versions Journalismus Justiz Kontaktanzeigen Kultur Links Literatur Medizin Mitarbeiter Models News Österreich PC u. Technik Politik Sport Stellenmarkt Suchen WAP Wissenschaft

PISA-Studie

 


 

 

Home
Nach oben  

REGIO-PRESS ist Mitglied im Journalisten-Ring
<< Info Alle >>

REGIO-PRESS-Medizin, Passwortgeschützter Bereich für medizinische Berufsgruppen!

 

     Voting.. Top-99 Site

        

                       

 

Mehr Bildungschancen für unsere Kinder PISA - was nun?

"Bildung ist für die schwarz-blaue Bundesregierung kein Schwerpunkt, sondern ein Schwachpunkt. Bei Schulen und Universitäten wird radikal gekürzt. Es gibt zwar vier Prozent weniger Schülerinnen und Schüler, aber gleich zehn Prozent weniger LehrerInnen und 12 Prozent weniger Budget für Bildung. Die negativen Auswirkungen zeigen sich bei der jüngsten PISA-Studie. Bei allen, denen die Bildung ein Anliegen ist, müssten alle Alarmglocken läuten. Die SPÖ hat mit ihrem Bildungsprogramm bereits die Grundlage für eine bessere Bildungspolitik geschaffen", zeigt SPÖ-Landeschef LH-Stv. Erich Haider auf. "Wir brauchen eine moderne, zukunftsorientierte Schule, in der alle SchülerInnen die  gleichen Chancen haben!"

   "Deshalb: Ab sofort Schluss mit den sinnlosen Kürzungen! Sparen bei den Schülern und bei den Lehrern bedeutet Sparen bei unserer Zukunft! Es muss deutliche Erhöhungen bei den Bildungsbudgets geben, eine sofortige Zurücknahme der Stundenkürzungen, kleinere Klassen und mehr Möglichkeiten, Kinder besonders zu fördern. Und für die von der ÖVP systematisch demotivierten Lehrerinnen und Lehrer muss es endlich die notwendige Wertschätzung geben!", so Haider heute bei einer Pressekonferenz, an der auch der SPÖ-Bildungssprecher, Klubobmann Dr. Karl Frais, die Vizepräsidentin des Landesschulrates, Brigitte Leidlmayer , MAS und der Vorsitzende des Sozialdemokratischen Lehrerverbandes (SLOÖ) Hauptschuldirektor Peter Grassnig teilnahmen .

   SPÖ-Bildungssprecher Klubobmann Dr. Karl Frais sieht in der PISA-Studie einen kritischen Spiegel für das bestehende System aus dem sich ein klarer Handlungsauftrag ableitet. Er verlangt eine genaue Analyse, die Entwicklung eines Zielkataloges sowie ein Maßnahmenpaket und urgiert in diesem Zusammenhang die Forderung nach Einrichtung eines Pisa-Forums, wie von der SPÖ bei der Landtagssitzung im Dezember bereits beantragt. Frais  kritisiert die ungleichen Lernbedingungen, und dadurch Startchancen, die sich bereits in der Zeit vor der Schule manifestieren und die durch das bestehende Schulsystem noch verstärkt werden. Genau diese Startbedingungen habe Ministerin Gehrer durch Stundenkürzungen und Einsparungen bei den Lehrern noch verschärft. Nun stehe sie vor dem Trümmerhaufen ihrer Politik, betont Frais und fordert für die moderne Schule einen Paradigmenwechsel  statt eines bloßen Faceliftings.

   Die Vizepräsidentin des Landesschulrates, Brigitte Leidlmayer, fordert, dass jedes Kind in der Schule gleich viel wert sein müsse und ist daher gegen die zu frühe Selektion, wie sie derzeit in unserem Schulsystem praktiziert wird. Sie will die beste Schule und optimale Betreuung in Kleingruppen für alle Kinder.

   Auch der SLOÖ-Vorsitzende Peter Grassnig verlangt frühe und gezielte Fördermaßnahmen für die Kinder, damit Defizite nicht die gesamte Schulzeit mitgeschleppt werden. Er tritt für eine einheitliche, universitäre Ausbildung aller Lehrenden  und ein einheitliches Dienstrecht für alle Lehrer ein.

Diskussion im Neuen Rathaus in Linz am 3.2. 05, 19 Uhr

   Konsequenzen aus der PISA-Studie stehen auch im Mittelpunkt einer gemeinsamen Diskussionsveranstaltung der SPÖ-Bildungs- und LehrerInnenorgnaisationen am Donnerstag, 3. Februar 2005 um 19 Uhr im Neuen Rathaus in Linz mit LH-Stv. Erich Haider, dem Leiter des PISA-Zentrums, Univ.-Prof. DDr. Günther Haider von der Uni Salzburg, der Vizepräsidentin des Landesschulrates, MAS Brigitte Leidlmayer, Eltern und SchülerInnen.

Bildungs-Diskussionen in allen Bezirken

Diese Veranstaltung ist der Auftakt zu einer Veranstaltungsreihe mit Information und Diskussion der SPÖ ab März in allen oberösterreichischen Bezirken mit dem SP-Wissenschaftssprecher Josef Broukal oder dem SP-Bildungssprecher Erwin Niederwieser. Am Podium bzw. im Publikum u.a. LehrerInnen, SchülerInnen, ElternvertreterInnen und BildungspolitikerInnen.

PISA: Absturz in Deutsch, Mathematik und Naturwissenschaften

Die Pisa-Studie hat es gezeigt: Österreichs Schule fällt im internationalen Vergleich deutlich zurück. • In Deutsch von Platz 10 auf Platz 19 • In Mathematik von Platz 11 auf Platz 15 • In Naturwissenschaften von Platz 8 auf Platz 20

Andere Länder dagegen holen auf: So ist Deutschland um drei Plätze vorgerückt, Polen ist um sieben Plätze vorgerückt. Unangefochten auf Platz 1 bleibt Finnland.

Zahl der SchülerInnen mit äußerst geringen Kenntnissen auf 20 Prozent gestiegen

Allgemeinbildende Höhere Schulen (AHS) und Berufsbildende Höhere Schulen (BHS) in Österreich bleiben ungefähr gleich, werden aber seit 2000 nicht besser.

Hauptschulen, Polytechnische Schulen und Berufsschulen fallen dramatisch zurück. Der Anteil der SchülerInnen mit äußerst geringen Kenntnissen steigt von 15 Prozent auf 20 Prozent.

Österreichs Schulen verstärken die Unterschiede der sozialen Herkunft. Der Beruf der Eltern bestimmt mit hoher Wahrscheinlichkeit die Schullaufbahn. Die Selektion erfolgt mit sechs und zehn Jahren nach den Schwächen der SchülerInnen.

Der Unterschied zu den erfolgreichen PISA-Staaten:

Die erfolgreichen PISA-Staaten haben • Ganztägige Schulen • Eine gemeinsame Schule von 6 bis 14 (15) Jahre • Förderung nach individuellen Fähigkeiten • Wenig Frontalunterricht, dafür Lerngruppen in der Klasse • Beurteilung dient ausschließlich als Basis für Fördermaßnahmen, nicht als Rechtfertigung von Klassenwiederholung • Dieses System fördert Begabte und weniger Begabte gleichermaßen.

Am Beispiel Mathematik: 19 Prozent in Österreich "sehr schlecht", in Finnland nur 6 Prozent

Besonders deutlich zeigt sich der Unterschied zwischen Österreich und dem PISA-Siegerland Finnland am Beispiel Mathematik:

Während in Österreich 19 Prozent der SchülerInnen in Mathematik als sehr schlecht eingestuft wurden, sind das in Finnland nur 6 Prozent.

Gut und sehr gut sind in Österreich 15 Prozent, in Finnland dagegen 24 Prozent!

• Finnland hat ein flächendeckendes Angebot an kostenlosen Ganztagsschulen mit Mittagessen • Finnland hat eine gemeinsame Schule bis zur 9. Klasse • Finnland hat sehr viel "Selbst-Unterricht" in Lerngruppen und Förderunterricht auf jeder Kenntnis-Stufe • Lehrer arbeiten im Team zusammen • Schlechte Leistungen sind Alarmzeichen - für die Schule, nicht nur für den Schüler!

"Für uns sind die Schlussfolgerungen klar: die SPÖ Oberösterreich startet eine Bildungsoffensive. Klares Ziel sind mehr Bildungschancen für unsere Kinder!", ist sich Erich Haider mit allen Bildungsexperten der Landespartei einig.
 


 

PISA-Studie: Kärnten will Zusammenführung von AHS-Unterstufe und Hauptschule

Mit dem Bündnis "Zukunft Jugend - Schule Neu" will Kärnten die bundesweite Diskussion zur PISA-Studie nachhaltig beeinflussen sowie wesentliche Verbesserungen im Bildungsbereich bewirken. Schulreferent Landeshauptmann Jörg Haider präsentierte dazu heute, Freitag, in Klagenfurt mehrere Vorschläge. So sprach er sich für eine fünfjährige Volksschule bzw. vier Jahre Volksschule plus ein Jahr verpflichtende Vorschule aus, auch ist er für eine Zusammen-führung von AHS-Unterstufe und Hauptschule zu einer Gesamtschule. Statt eines Schuldirektors sollte sowohl ein pädagogischer Leiter als auch ein organisatorischer Manager an jeder Schule eingesetzt werden. Grundlegend sei außerdem die "Befreiung aus den Fesseln der Zweidrittelmehrheit" bei parlamentarischen Entscheidungen im Bildungsbereich, dafür solle sich auch der Bundespräsident aussprechen. Eine Schulreform sollte mit einfacher Mehrheit möglich sein, forderte Haider.

    Kärnten wolle sich im Zusammenhang mit der PISA-Studie nicht an der Polemik, sondern am Finden von Lösungen beteiligen, betonte der Landeshauptmann, der die Studie als Chance für grundlegende Erneuerungen und positive Veränderungen sieht. Wichtig sei u.a., dass die Schule auch zwischenmenschliche Verhaltensformen und Grundtugenden des Zusammenlebens vermittle. "Künstlicher Stress" schon bei Kindern im Volksschulalter sei zu vermeiden.

    Für Haider sollte die Grundschule auf eine einheitliche Basis gestellt werden. So sollte die Volksschulzeit auf fünf Jahre ausgeweitet werden, auch die Kindergärten sollten sich stärker als Bildungseinrichtung sehen. Die AHS-Unterstufe und die Hauptschule sollten organisatorisch und inhaltlich in einer Gesamtschule zusammengeführt werden. Der Landeshauptmann forderte weiters, die Sinnhaftigkeit des "Wurmfortsatzes" neuntes Schuljahr zu überdenken. Vom Polytechnischen Lehrgang bis hin zu einem Jahr AHS stünden acht verschiedene Angebotsformen dafür zu Verfügung, was Schüler und Eltern häufig bei der Entscheidung überfordere. Abgesehen davon sollte das neunte Schuljahr viel berufsorientierter sein.

    Der Landeshauptmann erteilte außerdem der Überbürokratisierung und Kompetenzaufsplitterung im Schulbereich eine deutliche Absage. Die Verwaltung sollte reduziert werden, um mehr Mittel für die Qualitätsverbesserung im Unterricht zur Verfügung zu haben. Auf Landesebene sollten der Landesschulrat und die Schulabteilung zu einer Schulverwaltungsbehörde zusammengelegt werden. Auch im Bereich der Schulinspektoren sowie landwirtschaftlichen Schulen sollte es einheitlichere Regelungen in Bezug auf die Kompetenzen geben. Bei den Schuldirektionen ist Haider für eine Zweiteilung der Aufgaben. So sollte es hier einen pädagogischen Leiter und einen organisatorischen Schulmanager geben. Ein Ansatz wäre auch, mehr Verantwortung auf örtliche Ebene zu legen. Ein Schulmanager könnte beispielsweise alle Volksschulen Klagenfurts in baulichen, organisatorischen, usw. Belangen verwalten. Weiters sollten die Schulen die Möglichkeit zur freien Lehrerwahl - etwa aus einem "Landeslehrerpool" - erhalten.

    Für die Lehrer forderte der Landeshauptmann laufende, verpflichtende und einheitliche Weiterbildung. Auch solle die Nachmittagsbetreuung massiv ausgebaut werden. So könne der Nachhilfeaufwand verringert werden, weiters könne man den Jugendlichen schülergerechte Ernährung anbieten. Freizeitangebote wie Sport oder Musik könnten so ebenfalls besser genutzt werden. Den Bund forderte Haider daher auf, das Lehrerdienstrechtgesetz in Hinblick auf die Anwesenheitspflicht an der Schule abzuändern, damit das Lehrpersonal für die Betreuung am Nachmittag zur Verfügung stehen müsse.

    Bei der heutigen Pressekonferenz ebenfalls anwesend waren die amtsführende Landesschulratspräsidentin Claudia Egger sowie die Landesschulinspektoren Karl Maier und Herbert Torta. Egger kündigte die Bildung einer Expertenrunde aus Vertretern der Universität, der Pädagogischen Akademie und der Lehrerfortbildungseinrichtungen an. Diese Expertenrunde könnte künftig als Bildungsforum institutionalisiert werden und entscheidend im Bündnis "Zukunft Jugend - Schule Neu" mitwirken.
 


 

Faul über PISA-Studie: "In Polen gibt es einen tollen Ansatz"

Zum Thema PISA-Studie verwies SPÖ-Abgeordneter Christian Faul am Freitag im Nationalrat auf Polen, wo die Situation 2000 ähnlich schlecht war, wie die in Österreich heute: "Polen ist es mit einem ganz starken Wollen, einen Umstrukturierung des Systems, aber auch mit der Bereitschaft der Lehrerinnen und Lehrern, an einer Gesamtschule der 10 bis 16 jährigen Schüler teilzunehmen, gelungen, diese Plätze wettzumachen, die Österreich in diesen Jahren verloren hat - ein toller Ansatz", unterstrich Faul. "Ministerin Gehrer hat die Rolle der Eltern in der Form festgelegt, dass sie letztendlich die Verantwortung für ihre Kinder bei den Betriebsbesuchen tragen", kritisierte Faul Bildungsministerin Gehrer. "Wie soll eine berufstätige alleinerziehende Frau sich fünf Tage frei nehmen, um ihr Kind auf die berufsbildenden Tage in den Betrieben zu begleiten?", fragte Faul. Faul betonte außerdem, dass die Gemeinden zu vier Fünftel die Ganztagsbetreuung finanzieren würden.


 

PISA-Studie: SPÖ-Kärnten begrüßt Einlenken des Schulreferenten

Die SPÖ-Kärnten begrüßt das heutige Einlenken des Kärntner Landeshauptmannes auf das Bildungsprogramm der SPÖ. Für den Bildungssprecher der Kärntner Sozialdemokraten LAbg. Peter Kaiser und für den Landesgeschäftsführer der SPÖ Herbert Würschl  "In seiner heutigen Pressekonferenz hat LH Haider weitgehend die Argumente des SPÖ-Bildungsprogramms übernommen, wir begrüßen dies ausdrücklich, wenn den Ankündigungen auch Taten folgen", so Kaiser.

   Insbesondere die Ausweitung der Grundschule auf die Dauer von fünf, statt vier Jahren, sowie die gemeinsame Schule von 10-15 Jahren seien wichtige und langjährige SPÖ-Forderungen, so Kaiser und Würschl unisono. "Besonders wichtig ist, wenn man die Ergebnisse der PISA-Studie genau betrachtet, der Ausbau ganztägiger Schulformen, wie im SP-Bildungsprogramm vorgesehen", erklärt Würschl und ergänzt: "Zur raschen Umsetzung müsste sich LH Haider in der Bundesregierung aber endlich durchsetzen, oder aus selbiger aussteigen."

   Zu den Aussagen des Kärntner Landeshauptmannes er wolle der Überbürokratisierung und Kompetenzaufsplitterung im Schulbereich eine deutliche Absage erteilen meinte Würschl lapidar: "LH Haider braucht die Zusammenlegung der Schulverwaltung nicht zu fordern, sondern als zuständiger Referent in Kärnten nur umzusetzen."
 


Amon: Ergebnisse von PISA und der Zukunftskommission genau analysieren und ausführlich diskutieren

Nicht erst gestern sei von ihm klargestellt worden, dass man die Ergebnisse der in dieser Woche präsentierten Studie ernst nehmen und ausführlich diskutieren müsse, sondern "bereits in der letzten Sitzung des Unterrichtsausschusses im Nationalrat am 1. Dezember haben wir das so besprochen", sagte heute, Freitag, ÖVP-Bildungssprecher Abg.z.NR Werner Amon zu den jüngsten Aussagen von SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser.

   Es werde sinnvoll sein, nach Vorliegen der tief greifenden Analysen der PISA-Studie und unter Einbeziehung des Endberichts der von Bildungsministerin Gehrer eingesetzten Zukunftskommission, der etwa gegen Ende Jänner vorliegen werde, tief greifende Gespräche und Diskussionen mit allen Experten, "vor allem auch mit denen aus den Reihen der Schulpartner", zu führen, und dann zu handeln. "Wir nehmen diese Ergebnisse sehr ernst und wollen die besten Maßnahmen für unsere Schülerinnen und Schüler setzen. Ich hoffe dabei sehr auf einen konstruktiven Dialog auch mit den Vertreterinnen und Vertretern der anderen Parteien", schloss Amon.
 


 

PISA/Wiener Grüne: Brandsteidls "Neuer Geist" sind eigentlich alte Forderungen der Grünen

"Wir unterstreichen voll und ganz die Absichten der Wiener Stadtschulratspräsidentin Brandsteidl hinsichtlich einer Neudefinierung der Bildungspolitik und damit eines radikalen Umbaus des Bildungswesens", so die Schulsprecherin der Wiener Grünen, Susanne Jerusalem und weiter: "Ich frage mich nur, warum die Stadt Wien erst jüngst einen Finanzausgleich mit dem Bund unterschrieben hat, der die von Brandsteidl vorgeschlagenen Änderungen - Gesamtschule plus Individualisierung - niemals finanzieren kann, weil dafür schlichtweg keine Ressourcen zur Verfügung stehen."

   Auch hinsichtlich der Übernahme des Finnischen Models gibt die Schulsprecherin zu bedenken, dass es schwer sei, ein Modell einfach überzustülpen, denn die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen müssten mitgedacht werden. Geht es nach den Grünen muss man vor Einleiten der Reformen erst einmal die Fakten auf dem Tisch legen. Jerusalem: "Es ist mit Sicherheit möglich Wien mitzuteilen, wie die Wiener SchülerInnen im Vergleich zum Rest abgeschnitten habe. Dazu ist die Stadtschulratspräsidentin leider nicht bereit."

   Jerusalem abschließen: "Man kann nur Probleme angehen, die man in seiner vollen Tragweite kennt. Entweder man nimmt die Sache Ernst oder man dilettiert weiter vor sich hin".
 


PISA: SLÖ fordert neue Schulstruktur mit zehnjähriger Schulpflicht

"Es geht nicht darum zu jammern und nörgeln sondern darum, konstruktive Vorschläge einzubringen", erklärte Reinhard Dumser, Bundesvorsitzender der sozialdemokratischen LeheerInnen Österreichs (SLÖ) bei der Pressekonferenz "PISA II - 2003. Neubeginn statt Weltuntergangsstimmung" am Donnerstag. Die SLÖ fordert daher unter anderem die Verlagerung der Ausbildungen aller pädagogischen Berufe an die Universität, die Möglichkeit zur Nachqualifikation aller in Dienst befindlichen LehrerInnen, eine radikale Lehrplanreform, die Änderung der Pflichtschulzeit, ganztätige Schulen, die Zusammenführung von Hauptschule und AHS und das Wegfallen des Sitzen bleibens unter der Voraussetzung einer "ernstgenommenen und tatsächlich durchgeführten Veränderung der inneren Schulstruktur".

"Der Grundfehler nach PISA I lag darin, dass dieses Ergebnis von Bildungsministerin Gehrer zu positiv bewertet wurde", brachte Dumser das Resultat einer von den SLÖ durchführten Problemanalyse auf den Punkt. So konnten ohne gröberen Widerstand Unterrichtsstunden gekürzt und Förderungen abgebaut werden. Die Erhöhung der Schülerzahl, die unzureichende Ausstattung mit Unterrichtsmaterialien und die zunehmenden Verhaltensprobleme der Kinder hätte zudem eine Demotivation der LehrerInnen zur Folge gehabt, so Dumser weiter: "Es wurde auch auf die gesellschaftlichen Änderungen, wie etwa die Berufstätigkeit der Frauen und die flexiblen Arbeitszeiten, nicht reagiert."

Die aktuelle Schulstruktur erlaube nicht, dass die Kinder dort abgeholt werden, wo sie stehen, kritisierte Dumser. So habe eine vor drei Jahren unter 683 Zehnjährigen durchgeführte Studie gezeigt, dass im Elternhaus nicht mehr geredet werde. "76 Prozent der Eltern haben keine Ahnung, welche Berufsvorstellungen ihre Kinder haben und 91 Prozent der Berufswünsche der Kinder stimmen nicht mit denen der Eltern überein." Bei der Befragung sei auch zum Vorschein gekommen, dass sich Kinder am liebsten mit 'Pflanzen und Tieren', mit 'älteren Menschen' und mit 'anderen Kindern' beschäftigen, rückte Dumser ein Bild zurecht. "Ganz schlecht haben dabei der 'Computer' und das 'Lesen' abgeschnitten", erklärte Dumser die Wünsche der Kinder.

Die Ausbildung aller pädagogischen Berufe müsse mit einer fünfjährigen Ausbildungszeit auf die universitäre Ebene gehoben werden, forderte Dumser. "Wichtig ist auch das Einbeziehen von Berufspraktika in ausbildungsfremden Bereichen, damit LehrerInnen das Leben selbst kennen lernen." Zudem müsse auch die Möglichkeit zur Nachqualifikation für alle im Dienst stehenden LehrerInnen gegeben werden.

Auch eine radikale Lehrplanreform sei notwendig, um das "Lernen mit Scheuklappen" ad acta legen zu können. "Wir verlangen von den SchülerInnen etwas, das wir uns als Erwachsene nicht gefallen lassen würden", sagte Dumser, einen üblichen Tagesablauf eines Schülers skizzierend. Auch eine Lehrplan- und Schulbuchreform sei notwendig, um die Motivation von SchülerInnen und LehrerInnen zu heben. "Auch das Image des Lehrberufs muss aufgewertet werden", erklärte der SLÖ-Vorsitzende. So würde es heute kaum mehr Männer geben, die sich für den Lehrberuf interessieren würden.

Eine neue Schulstruktur mit einer zehnjährigen Schulpflicht

Eine neue Schulstruktur soll geschaffen werden, die mit dem verpflichtenden Eintritt aller Kinder in den Kindergarten beginnt, erklärte Dumser das von den SLÖ präferierte Schulmodell. Es müsse auch ein bundeseinheitliches Kindergartengesetz geschaffen werden, so Dumser weiter. "Danach folgen vier Jahre Volksschule, die als Gesamtschule geführt wird. Nach der Volksschule folgen fünf Jahre Mittelschule." In der Mittelstufe sollen Hauptschule und AHS auf Basis der bereits bestehenden Gesamtschullehrpläne zusammengeführt werden. "Damit könnte auch sehr viel Geld gespart werden", erklärte Dumser.

"Wir sprechen uns auch für das Abschaffen des Repetierens aus, allerdings brauchen wir da ein Lernen nach Modulen", erklärte Dumser. "Wenn ein Schüler in der fünften Schulstufe etwa im Modul Mathematik schlecht ist, dann kann er das Modul in eigenen Unterrichtseinheiten wiederholen und muss nicht gleich die ganze Schulstufe wiederholen, wie das jetzt der Fall ist." Das Wiederholen einer ganzen Schulstufe stelle eine Verschwendung der Ressourcen dar, so Dumser. Die Schulen sollten in einer ganztägigen Form geführt werden, wobei sich Lerneinheiten und Freizeit abwechseln, erklärte Dumser: "Es muss auch eine individuelle Förderung aller Begabungen, Interessen und Fähigkeiten geben."

Auch der Ausbau der Schulpartnerschaft müsse forciert werden. Dumser:
"Die Eltern müssen mehr Mitverantwortung bekommen, denn Mitsprache alleine ist nicht genug." Um die Schule lebensnah gestalten zu können, wäre zudem eine verstärkte Zusammenarbeit mit außerschulischen Institutionen notwendig. "Auch die autonomen Gestaltungsmöglichkeiten der einzelnen Schulen müssen ausgebaut werden", forderte Dumser: "Die einzelnen Standorte müssen die Möglichkeit haben, eigene Strukturen und Programme zur Erreichung der Lehrplanziele zu etablieren."

"Wir fordern auch das sofortige Einsetzen eines Unterausschusses des Unterrichtsausschusses im Sinne einer Schulreformkommission unter Einbeziehung von Experten und Vertretern der am schulischen Leben Beteiligten", appellierte Dumser. Zudem müsse auch wieder ein Unterrichtsministerium eingerichtet werden. "Und es muss auch zu einer Überprüfung der Bildungsausgaben nach der Frage, 'was wird wofür ausgegeben' kommen", so Dumser abschließend.


 

Brandsteidl: PISA und was wir von Finnland lernen können

"Es braucht einen 'Neuen Geist' in der österreichischen Bildungspolitik", stellte Wiens Amtsführende Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl heute im Rahmen ihrer Pressekonferenz zum Thema "PISA und was wir von Finnland lernen können" programmatisch fest.

     Brandsteidl, die zuletzt im Rahmen einer Bildungsreise nach Finnland das Schulsystem des PISA-Siegers studiert hat, betonte, dass es "leider kein Zufall sei, weshalb Finnland gewonnen und Österreich verloren hat". Als Hauptunterschied hob sie den im Ländervergleich völlig unterschiedlichen Zugang zur Frage der Selektion von SchülerInnen hervor: "Während es in Österreich offenbar als 'Naturgesetz' betrachtet wird, dass 'manche Jugendliche es halt nicht schaffen', versucht der finnische Staat alles, um allen SchülerInnen eine erfolgreiche Bildungslaufbahn zu ermöglichen. Ich denke, genau hier sollte Österreich umdenken. Genau hier ist jener 'Neue Geist' gefragt, ohne den das österreichische Schulwesen es ganz sicher nicht zurück auf die Siegerstraße schaffen wird."

     Getreu dem Motto "Wir können es uns als Gesellschaft einfach nicht leisten, auch nur einen jungen Menschen zu verlieren" sei Österreich nun aufgerufen, sein Schulsystem radikal umzugestalten. Hierbei solle man sich nicht davor scheuen, von den Besten zu lernen - und so würde sich gerade das finnische Schulsystem als Modell auch für Österreich anbieten. Grund hierfür: "Finnland vereinigt idealtypisch jene drei Faktoren, die all jene Länder auszeichnen, die bei PISA gut abgeschnitten haben: eine gemeinsame Schule der 7- bis 15-jährigen mit hoher innerer Differenzierung, eine flächendeckende Ganztagsschule und eine vollakademische Lehrerausbildung."

     Konkret bedeute dies eine Abkehr vom Prinzip einer frühen Selektion bei gleichzeitiger Verstärkung der individuellen Fördermöglichkeiten von SchülerInnen. Brandsteidl: "Beides gehört ganz klar zusammen: So wie in Österreich bereits mit 10 Jahren zu selektieren, heißt, das Scheitern von jungen Menschen widerspruchslos hinzunehmen. Das ist zutiefst unfair und inhuman. Stattdessen sollten wir es so machen wie in nahezu allen anderen Ländern: Die Kinder sollen bis zu ihrem 14. oder 15 Lebensjahr gemeinsam eine Schule besuchen, innerhalb derer sie jedoch die Förderung bekommen, die sie benötigen." Als Vergleich führte Brandsteidl den Bereich der Sonderpädagogik an: So würde in Wien ein tatsächlicher sonderpädagogischer Förderbedarf von 4,2 Prozent bestehen, der jedoch vom Bund mit 2,7 Prozent gedeckelt werde. Demgegenüber stünde, dass beispielsweise in Finnland 6,7 Prozent aller Kinder laufend und 20 Prozent temporär sonderpädagogisch gefördert würden. Brandsteidl: "Es wundert nicht, dass dort, wo mehr investiert wird, auch mehr rauskommt - der Beweis ist PISA."

     Ebenso verhalte es sich bei der Frage der Ganztagsschule: Wohl sei Wien österreichweit hierin klar führend (über 50 Prozent aller Kinder werden in Wien nachmittags betreut), jedoch zeige das finnische Beispiel, was es bedeute Ganztagsschulen flächendeckend (inkl. Gratis-Mittagessen für alle Schüler) anbieten zu können:
"Ganztagsschule bedeutet nicht mehr Schulstress, sondern mehr Förderung. Durch die Ganztagsschule wird es möglich, Jugendlichen über das normale Maß hinaus Zuwendung, Unterstützung und Förderung zu bieten. Überdies ist die Ganztagsschule ein unverzichtbares Element sozialen Lernens."

     Gleich der individuellen Förderung von SchülerInnen bedürfe es jedoch ebenso einer autonomeren und eigenverantwortlicheren Struktur im Bildungswesen: "Das Gebot der Stunde lautet 'mehr Autonomie für die einzelnen Schulen' - nur so ist es möglich, auf die spezifischen Bedürfnisse einzugehen und eine bestmögliche Schule für alle Kinder zu ermöglichen." Gleichzeitig jedoch - so Brandsteidl - dürfe dieser Zuwachs an Autonomie nicht bedeuten, dass der Staat sich seiner Verantwortung für die Schulen entledige: "Im österreichischen politischen Sprachgebrauch war Autonomie bislang meist ein Synonym für 'Kindesweglegung' - das darf nicht passieren. Im Bereich des Schulwesens muss Autonomie vielmehr heißen, dass man sich mit den Schulen auf gemeinsame Ziele (Stichwort "Bildungsstandards") einigt, im Konkreten jedoch den Schulen 'relative Methodenfreiheit' gewährt, wie sie diese dann erreichen. Als Kontroll- und Begleitinstrumentarien sollten neben der bewährten Schulaufsicht Methoden der Eigen- und externen Evaluation dienen."

     Brandsteidl abschließend: "Diese Reformschritte bedürfen einer mutigen Politik: mutig darin, tiefgreifende Veränderungen vorzunehmen, aber auch darin, die hierfür nötigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Voraussetzung für all das ist ein 'Neuer Geist' in der Bildungspolitik. Ein Geist, der endlich damit aufhört, die Schulen allein und die Schüler sich selbst zu überlassen."


 

Pisa-Studie: Rektoren  wollen an Reformgesprächen mitwirken

Die Österreichische Rektorenkonferenz (ÖRK) begrüßt ausdrücklich den vom Bildungsministerium angekündigten Reformdialog als Reaktion auf die Ergebnisse der jüngsten PISA-Studie. Den Universitäten ist es ein Anliegen, sich in diese Gespräche so rasch wie möglich einzubringen. Sie bieten ihrerseits allen interessierten Gruppen an, auf die einschlägigen Expertisen und den Erfahrungsschatz  des tertiären Sektors zurückzugreifen.

   Die Studierfähigkeit der Abgänger(innen) von höheren Schulen liegt im Interesse der Universitäten. Sie haben daher in den letzten Jahren eine Reihe von unterschiedlichen Akzenten zur Verbesserung der Ausbildung von Lehrer(innen) gesetzt, darunter die Schärfung des eigenständigen Profils (in Abgrenzung zu den Diplomstudien) sowie die grundlegende Modernisierung der pädagogisch-wissenschaftlichen und der schulpraktischen Ausbildung. Die ÖRK fühlt sich auch künftig dem Anspruch der Wissensgesellschaft verpflichtet, die Bildung in allen Lebens- und Ausbildungsphasen zu fördern.
 


 

Dringliche Anfrage der Grünen zu PISA-Studie auf www.gruene.at

Die Dringliche Anfrage der Grünen betreffend '10 Jahre Bildungsministerin Gehrer - PISA-Absturz: Sind die Eltern schuld?' ist ab sofort über die Homepage der Grünen www.gruene.at abrufbar.
 


 

PISA-Koordinator Schleicher irrt
Gesamtschule ist das Problem, nicht die Lösung

Zur Veröffentlichung der OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" erklärt die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Prof. Dr. Maria Böhmer MdB:

Bereits seit Veröffentlichung der ersten PISA Studie im Jahr 2001 ist bekannt, dass der für Bildungsstatistiken und -indikatoren zuständige Referatsleiter der OECD, Andreas Schleicher, kein Freund des deutschen Bildungssystems ist. Bisher hat er weder eine wertungsfreie Analyse der vorhandenen Daten vorgelegt noch eine wissenschaftlich belastbare Ursachenforschung für die festgestellten Mängel des deutschen Schulsystems. Deswegen: Schleicher hat keinen Anspruch auf die Deutungshoheit über PISA.

Gesamtschule ist das Problem, nicht die Lösung:

Die PISA-Ergebnisse für Deutschland werden auf die zu simple und damit falsche Erkenntnis reduziert, das gegliederte Schulsystem verantworte das bundesweit gesehen durchschnittliche Abschneiden der getesten 15-jährigen Schülerinnen und Schüler. Schleicher wiederbelebt damit den Grundsatzstreit, der Deutschland in den siebziger und achtziger Jahre keinen Millimeter weiter, wohl aber viel Geld, Kraft und Zeit gekostet hat. Sein Plädoyer wird sofort von den sozialdemokratischen Bildungsministerinnen Bulmahn und Erdsiek-Rave (Schleswig-Holstein) als Argument für die Gesamtschule (Einheitsschule, "Schule für alle") aufgenommen. Deutschlands PISA-Verantwortlicher, der Kieler Wissenschaftler Manfred Prenzel, will aus seiner Studie nicht die Empfehlung für eine "Schule für alle" ableiten. Auch der von der Kultusministerkonferenz zum neuen Leiter des Institutes für Qualitätsentwicklung im Bildungswesen bestimmte Bildungsforscher Olaf Köller sieht in der Differenzierung nicht das Problem.

Die PISA 2003 - Ergebnisse zeigen eindrucksvoll die Überlegenheit von Gymnasien und Realschulen im Vergleich zu integrierten Gesamtschulen:

1. Der Abstand der Mathematikleistungen zwischen Gymnasien und integrierten Gesamtschulen beträgt in allen vier sogenannten ESCS-Gruppen (geordnet nach ökonomischem, sozialem und kulturellem Status) zwischen 138 Punkten und 87 Punkten (50 Punkte entsprechen etwa dem Kompetenzzuwachs eines Jahres).

2. Realschüler erreichen in allen Bereichen bessere - zum Teil erheblich bessere - Leistungen als Schüler integrierter Gesamtschulen.

Es ist richtig: Die Wahl der Schulform - die wiederum den mathematischen Kompetenzerwerb beeinflußt - hängt in Deutschland stark von der sozialen Herkunft ab. Diesen Zusammenhang gibt es in anderen OECD-Teilnehmerländern auch, teilweise (Beispiel: Belgien) noch stärker, dennoch gilt es, diesen Zusammenhang zu lockern.

Die richtigen Maßnahmen sind:

- eine verbesserte frühkindliche Bildung

- eine bessere Zusammenarbeit von Grundschule und Eltern (deren eigene Schulkarriere zu oft auf das Kind übertragen wird)

- flexiblere Übergänge zwischen den Schulformen.

Hauptschule wieder zur Hauptschule machen
Gezielt greift Frau Bulmahn die Hauptschule an. Die Hauptschule wird als "Restschule" stigmatisiert. Ihr Auftrag, eine allgemeine Bildung, die sich an lebensnahen Lernsituationen, an konkreten Aufgabenstellungen und am praktischen Handeln orientiert, zu vermitteln, wird diskreditiert. Statt die Hauptschule zu stärken, wird sie auf Kosten ihrer Schüler schlechtgeredet - und ihre Pädagogen werden frustriert.

Wer Hautpschule richtig macht, Hessens SchuB (Schule und Betrieb)-Klassen sind hier besonders vorbildlich, der kann vielen Jugendlichen einen Weg für eine gelungene Bildung aufzeigen. Wer, wie Frau Bulmahn, Hauptschule schlechtredet, der ruiniert nicht nur ihren Ruf, sondern den der vielen Tausend Hauptschüler gleich mit.
 


 

Niederwieser zu PISA: Bildungsdiskussion nicht auf ideologischer Basis angehen, sondern als Frage der Vernunft

SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser appellierte am Mittwoch gegenüber dem SPÖ-Pressedienst, die in Folge der PISA-Studie eröffnete Bildungsdiskussion nicht mit ideologischen Scheuklappen anzugehen, sondern als Frage der Vernunft. "Ich weigere mich, das als ideologische Auseinandersetzung zu sehen. Denn dann müsste die SPÖ sagen wir sind für faire und gerechte Bildungschancen. Und die ÖVP müsste klipp und klar sagen, wir sind für schlechte Bildungschancen für Kinder aus sozial schwächeren Familien und gegen alle auf der Hand liegenden Expertenerkenntnisse."

        "Alle Erkenntnisse der Erziehungswissenschaften sprechen dieselbe Sprache: eine Differenzierung bereits im zehnten Lebensjahr ist zu früh. In dem Alter lässt sich das Lernpotenzial noch nicht prognostizieren", so Niederwieser. Der SPÖ-Bildungssprecher folgert daraus: "Die 'neue österreichische Schule' darf nicht mit dem 10. Lebensjahr die Kinder in Kästchen hineinstecken, aus denen sie nicht hinauskommen. Wenn wir das tun, verschleudern wir das Potenzial unserer Gesellschaft."

        Zweitens: "Das derzeitige System ist ineffizient. Man müsste sehr viel mehr Geld in unser Schulsystem stecken, um dieselben Ergebnisse zu erzielen wie Länder, die ein System der gemeinsamen Schule bis 15 Jahre haben."

Und drittens: Das derzeitige System ist unökonomisch, die optimale Ausnützung der einzelnen Schulstandorte ist nicht gegeben. "Vor allem in Anbetracht der geburtenschwachen Jahrgänge kann davon ausgegangen werden, dass die Situation sich auch diesbezüglich verschlechtert."

"Alle Gründe der Vernunft sprechen für eine gemeinsame Schule bis zum 15. Lebensjahr", folgert Niederwieser und drückt abschließend seiner Hoffnung auf fruchtbare Gespräche ohne ideologische Barrieren aus:
"Ich kann nicht glauben, dass eine Partei im 21. Jahrhundert offen sagt, sie wollen Kindern Bildungschancen verwehren."


 

PISA bestätigt, wovor Kinderfreunde seit Jahren warnen

Die Österreichischen Kinderfreunde haben sich in den letzten Jahren stark mit notwendigen Schulreformen beschäftigt und mit dem Buch "Schule neu gedacht" alle wesentlichen Diskussionen, die heute geführt werden konzeptionell vorweggenommen. "Vergleicht man die schulspezifischen Neuerungen, die die Kinderfreunde seit Jahren fordern, mit den Ergebnissen der Zukunftskommission, wird man feststellen, dass die Forderungen der Kinderfreunde mit jenen der Zukunftskommission ident sind" so SPÖ-Abgeordnete Beate Schasching, Schulsprecherin der Österreichischen Kinderfreunde, am Dienstag gegenüber dem Pressedienst der SPÖ.

        "Das schulpolitische Programm der Kinderfreunde ist in diesem Sinne eine, von der Kommission bestätigte inhaltliche Richtschnur für eine erfolgreiche Reform des Schulwesens. Ich fordere Frau Gehrer auf, keine Verzögerung und Abschwächung der Reformbemühungen durch monatelange Debatten auf die lange Bank zu schieben. Was getan werden muss, liegt auf dem Tisch. Wir Kinderfreunde sehen sonst die Gefahr, dass wir in drei Jahren endgültig zum bildungspolitischen Schlusslicht Europas werden" warnte Schasching.

Die Kinderfreunde fordern die radikale Umsetzung der Kommissionsvorschläge ohne politische Scheuklappen "und bieten sehr gerne ihre Mitarbeit mit ihren ExpertInnen an, um im Interesse von SchülerInnen und Eltern zu verhindern, dass Österreich in einem Bildungsdebakel endet". "Als größte Familienorganisation streben wir selbstverständlich einen Reformdialog an. Wir repräsentieren einen großen Teil der österreichischen Familien und wissen, was SchülerInnen und Eltern brauchen, um Schule zu einem Ort werden zu lassen, an dem Kinder sich entfalten können, wo sie gefördert werden und was es braucht, damit Schule mehr ist als nur Pflicht", schloss Schasching.


 

KPÖ weist Grasser Vorwürfe schärfstens zurück

Die Vorwürfe von BM Grasser, die er im Zusammenhang mit der PISA - Studie erhebt, weist die Bildungssprecherin der KPÖ Wien, Dagmar Schulz, schärfstens zurück und forderte im Gegenzug Solidarität mit den LehrerInnen.

   Grasser hatte "den Lehrern" (Lehrerinnen existieren für ihn offensichtlich nicht) mangelnde "Leistungsorientierung" vorgeworfen und angedroht, das Landeslehrerdienstgesetz zu verschärfen und die ganztägige Anwesenheit in der Schule gefordert.

   Abgesehen von der Tatsache, dass Grasser bis jetzt noch nie als Bildungsexperte in Erscheinung getreten sei und es sich daher wohl nur um seine Privatmeinung handeln könne, zeige diese Äußerung deutlich die monokausale Denkweise, die auf eine Diffamierung einzelner Berufsgruppen zum Zweck der Entsolidarisiereung abziele. Diese - von patriarchalen Denkmustern getragene - Grundhaltung habe offensichtlich nur ein Ziel: alles zur Ware zu machen, um die neoliberale Wertordnung in möglichst vielen Gesellschaftszusammenhängen zu verankern.

   Bildung aber sei keine Ware, argumentierte Schulz und meinte, es sei unverantwortlich, ein derartig sensibles Thema auf populistische Sager zu reduzieren.
 

 


 

SP-Kuntzl: PISA auch als Chance begreifen!

"Das Schulsystem muss zeitgemäß gestaltet werden", fordert die SP-Familiensprecherin und Wiener Nationalratsabgeordnete Andrea Kuntzl in einem Kommentar, exklusiv veröffentlicht auf der Homepage der SPÖ Wien unter www.wien.spoe.at. Bezugnehmend auf die nun veröffentlichten Ergebnisse der so genannten PISA-Studie erinnert Kuntzl an die bereits besorgniserregenden Detailergebnisse der Vorgängerstudie des Jahres 2000, welche "von der Bildungsministerin Elisabeth Gehrer übergangen wurden".

   "Heute zeigt sich: Der 'Absturz' hinsichtlich Lesekompetenz, Mathematik und Naturwissenschaften ist so groß, dass es kein Schwindeln mehr gibt. Alleine die Tatsache, wonach ein Viertel der getesteten SchülerInnen zur 'Risikogruppe' bei der Lesekompetenz zählt (also nicht in der Lage sind, sinnerfassend zu lesen) muss aufrütteln. Alle sind sich einig: Es muss etwas geschehen. Und es besteht auch ein Konsens darüber, wo man ansetzen müsste. Die von der Ministerin Gehrer ursprünglich eher als Alibihandlung eingesetzte Zukunftskommission hat wichtige Vorschläge erarbeitet. Bloß die Ministerin denkt nicht daran, diese auch umzusetzen", kritisiert Kuntzl.

   Österreich brauche dringend "ein Bildungssystem, das möglichst viele Menschen mit möglichst viel Wissen ausstattet", so die Forderung der SP-Mandatarin. Als vordringlichste Handlungsfelder bezeichnet sie eine "Frühförderung" bereits im Kindergartenalter sowie mehr Ganztagsschulen. In diesem Zusammenhang kritisiert Kuntzl auch die "zu frühe Selektion": Österreich gehöre zu den wenigen Ländern, in welchen die Eltern gezwungen seien, bereits bei 10jährigen Kindern über deren Bildungsweg zu entscheiden. Dies sei "viel zu früh", um das Entwicklungspotenzial der Kinder wirklich abzuschätzen.

   Den gesamten Kommentar von Andrea Kuntzl lesen sie unter www.wien.spoe.at, der neuen Homepage der SPÖ Wien, auf der Startseite.

   www.wien.spoe.at versteht sich als serviceorientierte Homepage, welche in regelmäßigen Abständen mit exklusivem Content aufwartet. Zusätzlich zum aktuellen Kommentar von Andrea Kuntzl (derzeit auf der Startseite) bietet www.wien.spoe.at den UserInnen einen Steckbrief der Mandatarin und weiterführende Links zum Thema Bildung. Weiters besteht die Möglichkeit, das neue Bildungsprogramm der SPÖ zu downloaden sowie LeserInnenbriefe zu Kuntzls Ausführungen per e-mail in den virtuellen "Briefkasten" zu "werfen".


 

Amon zu PISA: Ergebnisse nach Vorliegen aller Analysen tabulos diskutieren

Die nun vorliegenden ersten Ergebnisse aus der im Vorjahr durchgeführten PISA-Studie seien jedenfalls sehr ernst zu nehmen, sagte heute, Dienstag, ÖVP- Bildungssprecher Abg.z.NR Werner Amon. "Wer heute bei der Präsentation der PISA-Ergebnisse anwesend war, hat gehört, was auch PISA-Koordinator DDr. Günther Haider dringend als nächsten Schritt empfiehlt: Eine sorgfältige Analyse der vorliegenden Daten", so Amon, der darauf verwies, dass auch Haider von "Schnellschüssen, voreiligen Schuldzuweisungen und Patentlösungen als zutiefst unseriös" abgeraten habe.

   Nach Vorliegen aller Daten und Analysen werde es notwendig sein, im von Bildungsministerin Elisabeth Gehrer vorgeschlagenen Reformdialog alle Aspekte der Studie ohne Tabus und ideologische Starrheit zu diskutieren. "Dabei ist es aber zu wenig, sich nur an den Erfolgen Finnlands zu orientieren", betonte Amon. Auch die exzellenten Ergebnisse einiger asiatischer Teilnehmer wie etwa Korea oder Hongkong seien auffallend. "Wir müssen uns daher auch die Systeme dieser Staaten sehr genau ansehen - nicht zuletzt, weil diese Vergleiche der unterschiedlichen vor uns gereihten Teilnehmer auch den Beweis bringen, dass nicht ausschließlich die Organisationsform über die Qualität des Unterrichts und die Kenntnisse der Jugendlichen entscheidet", so der ÖVP- Bildungssprecher.

   Der Forderung von SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser nach einem Unterrichtsausschuss noch vor Weihnachten erteilte der Vorsitzende des Unterrichtsausschusses im Nationalrat eine Absage. "Damit würden wir genau das tun, was jetzt nicht angebracht ist:
Schnellschüsse ins Blinde hinein abgeben, ohne überhaupt alle Analysen auf dem Tisch zu haben", führte Amon aus. Bloß zum Zwecke einer reinen Medieninszenierung aus parteipolitischer Taktik der SPÖ sei ihm die Wahrung der Seriosität in der österreichischen Bildungspolitik wichtiger, schloss der ÖVP-Bildungssprecher.
 


 

PISA-Studie: Eine Bestandsaufnahme im "Report"

Nach den schlechten Ergebnissen Österreichs bei der PISA-Studie soll nun alles besser werden, geloben die Politiker. Doch die Verantwortlichen haben wertvolle Jahre verloren. Nach der ersten PISA-Studie vor drei Jahren haben sie sich vor allem darüber gefreut, dass Österreich besser abgeschnitten hat als Deutschland, und haben deswegen die Warnsignale nicht ernst genug genommen. Ein Bericht von Klaus Dutzler und Robert Wiesner im "Report", präsentiert von Birgit Fenderl, am Dienstag, dem 7. Dezember 2004, um 21.05 Uhr in ORF 2.

Die Schwachstellen

Auffällig sind die Schwächen an den Berufs- und vor allem Polytechnischen Schulen. Laut PISA-Studie können mehr als die Hälfte der Schüler an Polytechnischen Schulen nicht ausreichend lesen, in Berufsschulen sind es immerhin mehr als ein Drittel. Was sind die Gründe: Experten kritisieren die Selektion im österreichischen Schulsystem und fordern, schon im Vorschulalter anzusetzen. Michael Klonfar und Sigrid Smejkal berichten.

Schikane beim Heer

Nach den Misshandlungen von Grundwehrdienern in der Kaserne Freistadt sprechen alle Verantwortlichen von einem Einzelfall. Ein Unteroffizier soll an den Rekruten seine eigene Spezialausbildung ausprobiert haben. Doch Offiziere stellen die Frage, ob die Ausbildung österreichischer Soldaten noch zeitgemäß ist und ob in Extremfällen die Dienstaufsicht funktioniert. Wer hat was von der "Geisel-Übung" der Freistädter Rekruten gewusst und warum konnte die Affäre so lange geheim bleiben? Ein Bericht von Ernst Kernmayer und Martin Pusch.

Lockeres Skalpell

Führen manche Krankenhäuser vermehrt Operationen ohne medizinische Notwendigkeit durch, um eine bessere wirtschaftliche Auslastung zu erreichen? Eine brisante Statistik des Hauptverbandes legt diesen Verdacht nahe, besonders bei kleinen Provinzspitälern, die um ihren Standort kämpfen. In der Steiermark ermittelt bereits die Staatsanwaltschaft. Jörg Hofer und Eva Maria Kaiser berichten.

Die Dörfer sterben

Postämter werden geschlossen, Gendarmerieposten verlegt, Gasthäuser und Greißler sperren zu - in vielen Dörfern wird die Infrastruktur immer dünner. Die Bewohner finden weder Arbeit noch Nahversorgung im Ort. Die Folgen für den ländlichen Raum sind fatal, denn für viele Dorfbewohner gibt es nur noch Auspendeln oder gleich Abwandern. Die regionale Raumplanung hat in vielen Regionen versagt. Ernst Johann Schwarz und Alexander Sattmann haben sich auf dem Lande umgesehen und ein Dorf im Waldviertel besucht.


 


 

Brosz: Massive PISA-Unterschiede zwischen Hauptschule und Gymnasium

In der PISA-Studie haben vor allem jene SchülerInnen schlecht abgeschnitten, die eine Hauptschul-Ausbildung genossen haben. "Mit diesem Ergebnis ist klar gestellt, dass die ÖVP-Darstellung von gut funktionierenden ländlichen und schlechten städtischen Hauptschulen nicht aufrecht zu halten ist", so Dieter Brosz, Bildungssprecher der Grünen. Die AHS-SchülerInnen hätten nämlich ihr Niveau im Vergleich zu vor drei Jahren gehalten, sich im Bereich Lesen sogar verbessert. Der Abstand zwischen früheren Haupt- und AHS-SchülerInnen betrage z.B. im Lesen bereits 102 Punkte.

Die frühe Aufteilung in Hauptschule oder Gymnasium führt in Österreich zu immer größeren Leistungsunterschieden. "Notwendig ist daher die Einrichtung einer Gemeinsamen Schule für alle sechs- bis fünfzehnjährigen", so Brosz. In deren Rahmen müssten dann entsprechende individuelle Förderungen wie im PISA-Siegerland Finnland durchgeführt werden.


 


 

AK zur PISA-Studie: Bildungssystem umfassend reformieren!

AK Präsident Herbert Tumpel fordert auf Grund der Ergebnisse der PISA-Studie umfassende Reformschritte im Bildungssystem, die in ihren Grundlagen einen breiten gesellschaftlichen Konsens erfordern. Die AK sieht eine gemeinsame Schule für die Grundausbildung mit individualisiertem Unterricht sowie bedarfsorientiertem ganztägigen Angebot bis zum 14. Lebensjahr als vorrangig. "Zu den dringend notwendigen Maßnahmen gehört auch eine verpflichtende Vorschulerziehung, die einen verbesserten Spracherwerb ermöglicht", verlangt Tumpel. "Denn wenn jetzt festgestellt wird, dass ein Fünftel der Schüler im Alter von 15 und 16 Jahren weder lesen noch rechnen kann, so werden neuerlich fast 6 Prozent nicht berücksichtigt, die nach ihrer Pflichtschulzeit keinen Ausbildungsplatz erhalten haben", so Tumpel. "Es ist daher davon auszugehen, dass rund ein Viertel jedes Jahrgangs - das sind mehr als 22.000 Jugendliche - schwerwiegende Probleme bei den Grundkenntnissen hat, die eine Integration in den Arbeitsmarkt behindern."

   Weiters verlangt die AK die umgehende Ausbildung aller Lehrer in Hochschulen mit einem besonderen Schwerpunkt im methodisch-didaktischen Bereich und studienbegleitende Unterrichtspraktika sowie eine verpflichtende Lehrerweiterbildung. Neben diesen grundlegenden Umstellungen im Bildungssystem sind eine Reihe von Sofortmaßnahmen für die bereits im Schulsystem befindlichen SchülerInnen notwendig. Die AK hat bereits bei der PISA-Studie 2000 mit dem Bildungsministerium Gespräche über Sofortmaßnahmen für BerufsschülerInnen zur Verbesserung der Lesekenntnisse aufgenommen, die jedoch zu keinem Ergebnis geführt haben. In 40 Stunden Deutschunterricht verteilt auf drei Jahre können bestehende Defizite nicht behoben werden. Die AK fordert daher ein Sonderprogramm für die Berufsschulen, im dem auch eine Öffnung der Berufsschulen für Jugendliche ohne Ausbildungsplatz beinhaltet ist.

   Die AK hat bereits bei der PISA-Studie 2000 keinen Grund gesehen, den 10.Platz zu bejubeln, da Österreich eine Gruppe von sechs Ländern anführte deren Mittelwert sich damals schon kaum unterschied. Die AK hat mit Nachdruck auch darauf hingewiesen, dass zu den 14 Prozent von Schülern, die nicht Lesen können, weitere 7 Prozent hinzu kommen, die nicht mehr im Schulsystem waren.

   Obwohl die Datenlage bei PISA 2000 bereits durchaus dramatisch war, kam es zu einem gravierenden Lehrerabbau (ca. 5.000) und in der Folge wurden vorhandene Förder- und Stützsysteme extrem zurückgefahren. "Auch der neue Finanzausgleich ändert nichts daran, da trotz der zugesagten zusätzlichen 450 Dienstposten auf Grund des Bundesvoranschlags 2005 ab Herbst weitere 3.000 Landeslehrer aus dem Pflichtschulbereich abgebaut werden", beanstandet Tumpel. Diese Maßnahme sei auch nicht mit dem Schülerrückgang zu rechtfertigen. "Besonders betroffen von dieser Maßnahme sind Jugendliche aus bildungsfernen oder einkommensschwächeren Schichten", sagt der AK Präsident. Gerade bei der Lesekompetenz wirkt sich der sozioökonomische Aspekt stark aus. Die grob mangelhafte soziale Durchlässigkeit wurde erst im heurigen Herbst durch eine ÖGB/AK-Studie belegt. Fast 60 Prozent der polytechnischen Schüler und beinahe die Hälfte der Berufsschüler kommen aus Haushalten, die nur über ein monatliches Einkommen von unter 1.500 Euro verfügen. Damit ist ein Ausweichen auf private Nachhilfe, deren Kosten überdies ständig steigen, nicht mehr möglich. Auch PISA 2003 belegt neuerlich, dass es Ländern mit den besten Leistungsdaten gelingt, bestehende soziale Ungleichheiten durch ihr Bildungssystem auszugleichen.

   Die AK weist auch seit Jahren auf den ineffizienten Ressourceneinsatz im Schulsystem hin. Allein für die Klassenwiederholungen in der Oberstufe werden jährlich ca. 300 Mio Euro ausgegeben. Auch die Führung einer sozial hochselektiven, zweigliedrigen Mittelstufe (Hauptschule und AHS-Unterstufe) mit den doppelten Verwaltungsstrukturen verschlingt hohe Budgetmittel. Außerdem konnte durch PISA 2000 schon nachgewiesen werden, dass größere Schulstandorte durch besser organisierbare Fördermöglichkeiten steigende Leistungsdaten aufweisen. Auch Finnland hat diesen Weg durch Schulzusammenlegungen eingeschlagen.
 


 

Häupl zu laufender PISA-Diskussion

Im Rahmen des Mediengespräches am Dienstag nahm Wiens Bürgermeister Dr. Michael Häupl auf Nachfrage von Journalisten zum Thema PISA Stellung. Seines Erachtens seien jene Modelle erfolgreich, die bei den Kindern und Jugendlichen auf eine gemeinsame, längere Schulzeit achten würden, verbunden durch ein kooperatives und motivierendes Miteinander zwischen Lehrern und Schülern. Insbesonders hob er das "skandinavische Modell" hervor, welches letztendlich auch in der wissensbasierten Ökonomie wie auch in der Akademikerquote zur europäischen Spitze zähle. Besonders wichtig sei es, so Häupl, neben allen Detailfragen vor allem die "Zukunftssicherung der jungen Generation" im Auge zu behalten. Die begonnene Diskussion rund um die PISA-Ergebnisse beobachte er jedenfalls mit großem Interesse.


 

RFJ-Gudenus: Mit den Alt-68ern ins PISA-Desaster!

"Gerade jene roten Brandstifter, die seit 1968 über Jahrzehnte ihre ideologischen Utopien ins Bildungssystem gepreßt und so aus einem einstigen Vorzeige-Schulsystem ein "Miß-Bildungssystem" gemacht haben, schreien jetzt am lautesten nach der Feuerwehr", so der Bundesobmann des RFJ Mag. Johann Gudenus.

   Heute haben die Alt-68er ihren Marsch durch die Institutionen abgeschlossen, also jene Personen, die mitverantwortlich für das Propagieren schwachsinniger Schulversuche und hemmungslosen Ausländerzuzugs sind. Man beachte auch den massiven Linksruck bei den Personalvertretungswahlen der Lehrer.  14 Prozent der in Österreich getesteten Schüler gelten als Ausländerkinder, wobei diese in Städten wie Wien teilweise 80 bis 90 Prozent ausmachen. Ihre Testergebnisse fallen nicht nur beim Lesen schlechter aus. Auch in der Mathematik-Kompetenz liegen sie deutlich - 60 bis 70 Punkte - hinter den österreichischen Schülern.

   Laut einer Studie des IHS-Chefs Bernhard Felderer ist "interessant und auffällig, daß auch die zweite Generation von Ausländern im Vergleich zur ersten kaum etwas dazulernt. Ist die Bildung der ersten Generation schlecht, ist es meist auch die Bildung der zweiten Generation".

   "Also keine Spur von Integration, aber sehr wohl von unhaltbaren Zuständen für inländische Schüler, während so manch dafür verantwortliche Linksbonze es vorzieht, seine Kinder in Privatschulen unterzubringen, in denen ein besseres Niveau herrscht", stellt Gudenus fest. Besonders betroffen von der hohen Anzahl Schüler nichtdeutscher Muttersprache sind Polytechnische Lehrgänge und berufsbildende Schulen. Diese schneiden vor allem in Ballungsräumen - wo interessanterweise auch Rot/Grün immer stärker werden - besonders schlecht ab. Daher fordert der RFJ-Chef als erste Antwort auf PISA eine strikte Trennung zwischen Zuwandererkindern ohne ausreichende Sprachkenntnisse und jenen Kindern, welche dem Lehrplan folgen können.

   Finnland hingegegen ist der Musterschüler der EU. Oh Wunder, ist doch laut Presse vom 6.12.04  "die Bevölkerung [...] homogen, in den meisten Klassen müssen die Lehrer weder auf Zuwandererkinder Rücksicht nehmen, die sprachlich noch nicht so weit sind wie ihre Kameraden, noch auf Widerstände kultureller Minderheiten, die Mädchenbildung für überflüssig erachten."

   "Als Gipfel der Unverschämtheit fordert nun ausgerechnet SP-Chef und Wunderheiler Alfred Gusenbauer eine "nationale Kraftanstrengung" zur Bildungspolitik, nachdem er und seine Partei den Begriff der Nation mit aller Kraft demontiert haben. Die Bildung unserer Jugend ist zu wichtig und sensibel, um sie solchen politischen Quacksalbern zu überlassen", so Gudenus abschließend.
 


 

Niederwieser zu PISA: Jetzt rasch handeln - Unterrichtsausschuss noch vor Weihnachten!

"Taten statt Worte, rasche Entscheidungen statt aufwändige Inszenierungen", fordert SPÖ-Bildungssprecher Erwin Niederwieser in der aktuellen Debatte um die notwendigen Schritte nach Bekanntwerden der PISA-Ergebnisse. Als wichtigen ersten Schritt nannte der SPÖ-Abgeordnete die Einberufung des Unterrichtsausschusses noch vor Weihnachten. "Warum bis Ende Jänner warten? Statt aufwändigen Gipfel-Inszenierungen in der Hofburg brauchen wir rasche Ergebnisse", so Niederwieser. Es gebe ausreichend Bereiche, in denen sofort Schritte gesetzt werden können, damit Österreichs Schule aus der PISA-Misere kommt. ****

        So könnte etwa der Ausbau ganztägiger Schulformen - ein Erfolgsrezept auch des finnischen Schulsystems - rasch Realität werden. "Dazu brauchen wir keine pompösen Veranstaltungen", so Niederwieser. Das Geld dafür sollte lieber gleich in das Schulsystem fließen. Auch Maßnahmen wie die Senkung der Klassenschüler-Höchstzahlen auf 25 Schüler pro Klasse, ausreichend Plätze in berufsbildenden mittleren und höheren Schulen oder Stadortsicherung für Schulen im ländlichen Raum könnten relativ rasch entschieden werden. "Es ist jedenfalls hoch an der Zeit, dass der Unterrichtsausschuss sich mit diesen Fragen befasst", so Niederwieser.

        Der SPÖ-Bildungssprecher bekräftigte aber auch seine Kritik an der Regierung: "In den letzten Jahren gab es keine einzige relevante schulpolitische Gesetzesinitiative der Regierung. Gleichzeitig wurden rund 20 Initiativanträge der Opposition, die genau diese Punkte enthalten, die nun diskutiert werden, ohne Diskussion von der Regierung abgelehnt. Und auch der Unterrichtsausschuss tagte in den letzten Jahren nur ein- bis zweimal pro Jahr. Gehrer soll endlich aus ihrem bildungspolitischen Schlaf erwachen: Anstatt sich den Kopf über die schönste location für einen Bildungsgipfel zu zerbrechen, gilt es jetzt substantiell zu handeln", so Niederwieser abschließend.


 

KPÖ: Gehrer Reaktionen auf PISA-Studie bestätigen einmal mehr, dass Sie rücktrittsreif ist

Als wahren Skandal bezeichnet die Bildungssprecherin der KPÖ Wien, Dagmar Schulz, die Äußerungen von BM Gehrer in der Presse und in der TV - Sendung "Offen gesagt" zum Thema "PISA - Studie".

   Schuldzuweisungen an Eltern und LehrerInnen, die Ankündigung von weiteren Repressalien und Kontrollmechanismen ("Bildungsstandards") träfen nicht den Kern des Problems. Selbst die späte Einsicht (und langjährige Forderung der SPÖ), dass eine gemeinsame Schule der 10 - 14 Jährigen nach fast durchgängigem europäischen Modell die Bildungsmisere in Grenzen halten würde, greife zu kurz. Lächerlich sei auch die Forderung nach einem" Fortbildungspass" für LehrerInnen (diesen gab es im Bundesland Salzburg bereits vor 20 Jahren), solange die Rahmenbedingungen und die Qualität der Fortbildungsveranstaltungen nicht entscheidend verbessert würden.

   Solange nicht vom neoliberalen Prinzip, das Bildung als Ware betrachtet, abgegangen werde und dies sich nicht auch in verbesserten Arbeitsbedingungen für SchülerInnen und LehrerInnen niederschlage (Senkung der Anzahl der SchülerInnen pro Klasse, verbesserte Aus- und Fortbildung, Reform von Beurteilungs- und Aufstiegskriterien, Anpassung des Lehrplans an veränderte Lebensumstände, Anerkennung von Bildung und Lehren als Wert, Solidarität mit und Wertschätzung der Arbeit der LehrerInnen) handle es sich bei allen vorgeschlagenen Maßnahmen um reine Kosmetik.

   Außerdem seien bei allen Beurteilungsversuchen auch die Zwänge, denen die Eltern der SchülerInnen durch die Verschärfung des Drucks am Arbeitsmarkt, durch "Flexibilisierung" und Konkurrenzkampf ausgesetzt seien, zu berücksichtigen. Statt also die Eltern die Verantwortung für die schlechten Leistungen ihrer Kinder zuzuweisen, solle man sich besser fragen, inwieweit sich die Lebensumstände dieser Menschen in den letzten Jahrzehnten in einer Welt des beinahe uneingeschränkten Kapitalismus mit Konsumzwang, Werbungs- und Reizüberflutung, Entsolidarisierung und Individualisierung verändert haben und was die Schuld daran trägt.

   Schulz warnte weiters vor allen Versuchen, die Ergebnisse der PISA-Studie dazu zu benützen, um einerseits  die öffentlichen Schulen in Österreich zu diffamieren und so eine Entwicklung zu einer Zweiteilung des Schulsystems in (private) Eliteschulen und öffentliche Restschulen zu beschleunigen oder andererseits konservative Drillsysteme mit privatem Nachhilfezwang (wie in Südkorea oder Japan) als Beispielmodelle zu propagieren.

   Tests wie die PISA-Studie seien schließlich in ihrer Gesamtheit kritisch zu betrachten, weil sie rein produktorientiert ausgerichtet seien und soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit, Empathie und soziales Lernen vollkommen ausblenden.

   Die einseitige Reaktion der Bildungsministerin Gehrer auf die erhobenen Vorwürfe sei ein weiterer Grund, ihren Rücktritt zu fordern, schloss Schulz.
 


 

Lapp zur Pisa-Studie: "Gemeinsame Bildung statt Aussonderung"

"Inklusion als Ziel an Österreichs Schulen ist einer von mehreren notwendigen und wichtigen Schritten in die richtige Richtung hin zu einem neuen und modernen Bildungs- und Schulwesen, wie wir es dringend brauchen", betonte SPÖ-Behindertensprecherin Christine Lapp am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. "Inklusion" meine das selbstverständliche Miteinander von Kindern und Jugendlichen mit und ohne Behinderung vor Ort, also an den Schulen, und bedeute zugleich auch Verschiedenheit im Gemeinsamen bestehen zu lassen, erklärte Lapp. Um Inklusion zu erreichen, müsse Integration flächendeckend ausgebaut und bessere Rahmenbedingungen geschaffen werden. "Dass heißt, dass die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Behinderung an Österreichs Schulen verstärkt werden muss, um dem großen Ziel 'Inklusive Bildung' Stück für Stück näher zu kommen", betonte die SPÖ-Behindertensprecherin.****

        Viele Menschen haben im Umgang mit Menschen mit Behinderung Ängste und Hemmschwellen, ein "Abbau" derselbigen könne daher am Besten funktionieren, wenn man sie erst gar nicht entstehen lasse. Ein selbstverständliches Miteinander an den Schulen von Kindesbeinen an dränge sich daher geradezu als ideale Lösung auf, erläuterte Lapp. Doch auch über den Pflichtschulbereich hinaus - derzeit ist dies leider nicht der Fall- sollte es ein Recht auf gemeinsamen Unterricht von Jugendlichen mit und ohne Behinderung auch nach der 8. Schulstufe geben, forderte die SPÖ-Behindertensprecherin.

        Voraussetzung für eine "Inklusive Bildung" sei es unter anderem daher auch, das Denken aller am Schulsystem beteiligten Menschen so zu ändern, dass es zu einem Umdenken komme, denn sensibel auf Verschiedenartigkeit zu reagieren und Unterschiede als Bereicherung und nicht als Hemmschuh anzusehen, erfordere persönliche und pädagogische Stärke, so Lapp. Aus diesem Grund haben diese wichtigen Punkte und Forderungen auch Eingang gefunden in das SPÖ-Bildungsprogramm, das am Parteitag beschlossen wurde. Lapp abschließend: "Bildung ist ein äußerst wichtiges Gut, alle Menschen gleichberechtigt daran teilhaben zu lassen, ist daher von sehr großem Nutzen für eine Gesellschaft".


 

Österreichs PISA-Absturz: Gesamtschule als Weg aus der Krise

"Das Hickhack der Parteien um Schlagworte geht nun schon wieder los: Ob sie nun Gesamt-, Ganz-, Komplettschule oder Total- oder Globalschule heißt, mag für Partei- und PR-Strategen wichtig sein. Uns ist wichtig, dass Kinder in einer Gesamtschule je nach ihren Begabungen gefördert werden und Spaß am Lernen haben", so Iris Hoheneder, Vorsitzende der Bundesjugendvertretung (BJV). Die BJV fordert rasche Maßnahmen über Parteigrenzen hinweg, um die Situation der österreichischen Schulen nach dem Rückfall in der PISA-Studie wieder zu verbessern. "Schule und Bildung waren immer schon sehr heikle, weil ideologisch stark besetzte Themen, aber an dem Kästchendenken der Parteien muss sich schnell etwas ändern", analysiert Hoheneder. Die BJV fordert daher einen breiten Schulreform-Dialog abseits der alten ideologischen Scheuklappen der Parteien.

   Die PISA-Studie zeigt, dass die frühe Selektion der Schultypen in Österreich zu immer größeren Leistungsunterschieden führt. Besonders alarmierend ist, dass vor allem jene SchülerInnen schlecht abgeschnitten haben, die eine Hauptschul-Ausbildung genossen haben. Als Erstmaßnahmen fordert die BJV deshalb die Einführung einer 9-jährigen Gesamtschule und ein breiteres Angebot an Ganztagesschulen. "Wir wollen mit diesem Gesamtschul-Modell, das sich in Finnland bewährt hat, gegensteuern. Warum sollen wir uns nicht von den Siegern etwas abschauen, wenn's dort funktioniert?" meint Hoheneder und betont abschließend: "Es ist Zeit, die Kinder in den Mittelpunkt der Überlegungen zu stellen. Schule ist kein Aufbewahrungsort. Lernen soll allen Beteiligten Spaß machen und Schule ist der Ort, an dem das vermittelt wird."
 


 

DER STANDARD-Kommentar: "Pisa-Gipfel im Fasching" von Gerfried Sperl

Ausgabe vom 7./8. Dezember 2004  =

Also wird sich ein Bildungsgipfel begeben. Ende Jänner, in der Faschingszeit. Dieser zeitliche Hinweis ist wichtig, weil zu befürchten ist, dass viel geredet, aber nichts beschlossen wird. Warum?

Erstens, weil es um die Gesamtschule geht. Die wird eindeutig als Hauptursache des finnischen Pisa-Erfolgs betrachtet. Für die ÖVP-Spitze ist die Gesamtschule seit ihrem Aufkommen ein sozialistisches Ungeheuer. Und die Ganztagsschule, das zeigte erst kürzlich die Reaktion auf den Vorstoß der Steirer, ist nur dann o. k., wenn sie im Kloster stattfindet.

Zweitens: Eine effiziente Schulreform in Österreich hätte nicht nur die von SPÖ-Chef Alfred Gusenbauer angebotene Abschaffung der Zweidrittelmehrheit im Nationalrat zur Voraussetzung. Sie gelänge nur durch eine Entmachtung der Personalvertretung. Weil genau das weder in der ÖVP noch in der SPÖ durchsetzbar ist, bleibt voraussichtlich alles beim Alten.

Drittens: Seit Jahrzehnten wird in Österreich über den Abschied vom Frontalunterricht diskutiert. Mit mäßigem Erfolg. Denn die Schwester dieser Art des Unterrichtens ist das System der Tests und Schularbeiten, die immer noch das gesamte System beherrschen.

Und überhaupt: So ein Bildungsball in der lustigen Zeit ist ein unverbindliches Ereignis. Kurz danach beginnen die so genannten Energieferien, die ja auch nicht aus schulischen, sondern aus touristischen Gründen eingeführt wurden. Die Diskussion kann sich umso leichter im Schnee verlaufen.

Die größte Chance auf Verwirklichung hat daher irgendeine Form der Kosmetik, die Wolfgang Schüssel dann als Jahrhundertreform verkauft. Bis nach der nächsten Pisa-Studie der nächste Katzenjammer ausbricht.


 

LR Stemer fordert saubere Analyse der PISA-Ergebnisse

So unerfreulich die österreichischen PISA- Ergebnisse sind, man sollte "die Kirche im Dorf lassen", sagt Schullandesrat Siegi Stemer, der das was bisher berichtet wurde sehr ernst nimmt, an manchen Rückschlüssen aber erhebliche Zweifel hat. ****

   Diese Zweifel werden durch Berichte von PISA- Testadministratoren verstärkt, welche über unterschiedliche Beobachtungen informieren, die die PISA-Ergebnisse in einem nicht ganz repräsentativen Licht erscheinen lassen. Ganz offen spricht Landesrat Stemer auch von erheblichen Bedenken, ob die Vorarlberger Ergebnisse in das bisher berichtete Gesamtbild hinein passen. Beweisen könne er dies aber nicht, weshalb er dringend eine rasche und gründliche Analyse fordert.

   Vor allem Ergebnisse nach Bundesländern, nach verschiedenen Schularten, nach Schülerinnen und Schülern hält Stemer für unabdingbar und hofft sehr darauf, dass die notwendigen Arbeiten so rasch wie möglich vom Bildungsministerium in Auftrag gegeben werden.

   Zumindest die wichtigsten Untersuchungen sollten für den österreichischen Bildungsdialog, welcher für Ende Jänner 2005 vorgesehen ist, zur Verfügung stehen. So wie bei der Arbeit der Zukunftskommission, welche vor zwei Jahren einige Vorarlberger Vorschläge in ihr Reformpapier aufgenommen hat, möchte der Vorarlberger Schullandesrat rechtzeitig Anregungen für den gesamtösterreichischen Bildungsdialog erarbeiten. Voraussetzung dafür ist die "gründliche Analyse der PISA-Ergebnisse", so Stemer.


 

PISA Diskussion öffnet notwendigen Reform-Slot für eine SCHULE.NEU

Wien/PdI "Die PISA Studie ist ein Warnschuss zur rechten Zeit, bietet aber auch die Chance die  Reformgeschwindigkeit und den Reformumfang im Schulbereich zu beschleunigen und ideologische Mauern zu durchbrechen", betonte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Markus Beyrer. In den vergangenen Tagen zeigt sich breiter parteiübergreifender Konsens und breiter Willen zur Reform über die Parteigrenzen hinweg . Dieser "Reform-Slot" muss nun genützt, und auch von der Lehrervertretung unterstützt werden.

   Für die Industrie ist vor allem das schlechte Abschneiden der österreichischen Schülerinnen und Schüler im Bereich Naturwissenschaften und Technik beunruhigend. "Österreich hat in diesem Bereich ohnehin Aufholbedarf in allen Bildungssektoren, ein weiteres Zurückfallen kann sich der Standort nicht leisten. Ohne gut ausgebildete Technikerinnen und Techniker sowie Naturwissenschafter und Mathematiker werden wir den Standortwettbewerb der Zukunft nicht gewinnen können. Scientific literacy ist das fachliche Rückgrat  des Innovationsstandorts Österreich."

   Die Industrie nehme durchaus zur Kenntnis, dass einige wichtige Reformen - wie die Leadership Academy zur Professionalisierung des Schulmanagements, die Entwicklung von pädagogischen Hochschulen, die umfassende Initiative  "IMTS3" zur nachhaltigen Verbesserung des Unterrichts in Mathematik, Naturwissenschaften und Informatik oder die Einrichtung Pädagogischer Hochschulen - eingeleitet wurden und nicht zuletzt eine Zukunftskommission einberufen wurde, die wichtige Grundlagen für eine breitangelegte Schulreform erarbeitete.

   "Alle diese Maßnahmen müssen nun gebündelt und verstärkt sowie durch weitere Maßnahmen - auf Grundlage von Ableitungen aus der PISA Studie - ergänzt werden", betonte der IV-Generalsekretär. Der angekündigte Reformdialog muss zu einem klaren Commitment der Schulverantwortlichen führen. Die Industrie fordert daher die Fertigstellung eines -durch die Einberufung der Zukunftskommission begonnenen - umfassenden Reformkonzepts ("Bildungsplan 2012") und die Vorlage eines Maßnahmenpakets von kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen bis März 2005. Diese sind - begleitet durch ein Monitoring durch eine Taskforce SCHULE.NEU -  im Zeitraum 2005 bis 2009 mit der Zielsetzung umzusetzen, bis PISA 2006 (Schwerpunkt Naturwissenschaften) klare Anzeichen von Fortschritten und in der PISA Erhebung 2009 signifikante Rangverbesserungen zu erzielen.

   Wichtige thematische Eckpunkte des Schulreformkonzepts aus der Sicht der Industrie sind:
1.Die Einrichtung einer Taskforce SCHULE.NEU: Steuerungsgremium zur Koordination des Gesamtprozesses bis 2012 im BMBWK unter Einbindung zukünftiger "Abnehmer" 2.Schwerpunktpaket Naturwissenschaften ("scientific literacy") 3.Umfassende Schulautonomie 4.Individualisierung des Unterrichts (inkl. Förder- und Unterstützungsstrukturen) 5.Moderne Konzepte für die Unterrichtsgestaltung zur Hebung des Qualifikationspotentials der Kinder und Jugendlichen 6.Reform der Lehreraus- und Weiterbildung sowie des Lehrerdienstrechts 7.Einrichtung von Monitoringstrukturen sowie Beratungsstrukturen für LehrerInnen, Eltern und SchülerInnen.

   Überprüft sollten die Fortschritte durch einen zweijährigen Bildungsbericht werden.

   Die IV wird in den nächsten Tagen auf Grundlage der bereits im Frühsommer 2003 veröffentlichten Publikation SCHULE.NEU.DENKEN die oben angeführten Eckpunkte ausführen und in den Reformdialog einbringen.
 


 

Rossmann für komplette Reform des Unterrichts und der Unterrichtsmethodik

Rund um die Präsentation der Ergebnisse der PISA-Studie 2003 betonte die freiheitliche Bildungssprecherin Mares Rossmann noch einmal, dass hier großer Handlungsbedarf bestehe - erstmals zeichne sich auch die Chance ab erstarrte Strukturen aufzubrechen, "wenn die SPÖ im Bezug auf die 2/3 Mehrheiten in der Schulgesetzgebung hält was sie verspricht."****

"Die bei PISA aufgezeigte Leseschwäche und das schlechte Abschneiden in Mathematik vor allem bei den Burschen ist etwas dass die Wirtschaft schon seit Jahren feststellt, nämlich das Jugendliche bei Lehrantritt oft nicht einmal die Grundrechnungsarten beherrscht werden und es sogar beim Kopfrechnen große Schwierigkeiten gibt." Rossmann fordert nun eine komplette Reform des Unterrichts und der Unterrichtsmethodik: einen fächerübergreifenden Unterricht vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern, um den Stoff zu vertiefen und auch interessanter zu gestalten. Rossmann fordert weiters auch einen praxisorientierten und durchaus auch fächerübergreifenden Fremdsprachenunterricht. Eine große Chance sieht Rossmann auch in den neuen pädagogischen Hochschulen. Hier könne in Zukunft eine noch bessere didaktische und pädagogische Ausbildung vor allem auch für AHS Lehrer ermöglicht werden. Einen großen Einschnitt sieht Rossmann auch in einem Generationswechsel bei den Lehrern, da noch einige Lehrer aus der Lehrerschwemme der 70iger Jahre stammen die sich in den nächsten Jahren vor ihrer Pensionierung befinden und sich vielfach den neuen, modernen Lernmethoden verschließen würden. Erfreut zeigt sich Rossmann darüber, dass nun Bewegung in Bereichen entsteht, die bisher von den Gewerkschaften wie heilige Kühe gehütet wurden. Hier seien zum Beispiel Nachprüfungen in der letzten Woche der Ferien genannt, die von Seiten der FPÖ schon seit dem Sommer 2003 gefordert werden. Weiters solle der Unterricht auch bis in die letzte Schulwoche hinein andauern und die administrativen Tätigkeiten in die erste Ferienwoche verlegt werden. Der Förderunterricht durch Lehrer in der unterrichtsfreien Zeit, das heißt am Nachmittag aber auch in den Ferien sollte kein Tabuthema mehr sein und könnte helfen die Milliardenkosten für Nachhilfestunden zu senken so Rossmann.

Auch das Thema "Gesamtschule" müsse angesprochen werden, so Rossmann. "Wenn die Gesamtschule keine Schulform der Gleichmacherei und des nach unten nivellieren der Leistungen im Sinne alter SP-Vorstellungen sein soll, sondern ein Schule mit bester Förderung der Begabten wie auch der Schwachen, dann sind wir zu Gesprächen und zu einem Reformprozess jederzeit bereit", so die freiheitliche Bildungssprecherin. Einer verpflichtenden Ganztagsschule erteilt Rossmann jedoch eine klare Absage. Das könne auf freiwilliger Basis funktionieren, mit einem geregelten Mittagessen und wechselnden Freizeit, Ruhezeit und Unterrichtseinheiten, so Rossmann. Erfreut zeigt sich Rossmann auch über Bundesministerin Gehrer, die sich der freiheitlichen Forderung nach Frühförderung vor allem im sprachlichen Bereich anschließt und von sich aus fordert, dass sich die Kinder bereits ein Jahr vor Schulbeginn bei den Schulen eintragen lassen und in weiterer Folge dann die Unterrichtssprache erlernen können. PISA habe in jedem Fall für Bewegung im österreichischen Bildungssystem gesorgt. Hier müsse man nun an die Verantwortung der SPÖ appellieren, sich dem Reformprozess nicht in den Weg zu stellen und vor allem im Österreich-Konvent die Ankündigungen nach einem Mittragen der Beschlüsse zur Aufhebung der bisher notwendigen 2/3 Mehrheiten im Bereich der Schulgesetzgebung auch umzusetzen, so Rossmann abschließend.
 


 

PISA 2003 - Prets: Österreich ignoriert EU-Hausaufgaben

"Hätte die österreichische Bundesregierung die Hausaufgaben der EU erfüllt, wäre der Absturz der heimischen Schülerinnen und Schüler bei Pisa 2003 vermeidbar gewesen", so SPÖ-Europaabgeordnete Christa Prets, SPE-Bereichssprecherin für Bildung und Kultur, heute gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. Die OECD-Bildungsvergleichstudie PISA wurde heute in Brüssel offiziell präsentiert.

Das schlechte Abschneiden Österreichs sei ein Vorgeschmack auf die kommende Halbzeitbewertung der EU-Lissabonziele im März 2005. Prets:
"Auch hier wird Österreich ein sehr schlechtes Bild machen. Die Regierung hat die von der Union 2002 aufgestellten Benchmarks zur Verbesserung der allgemeinen und beruflichen Bildung ignoriert". Diese beinhalten, dass bis 2010 der Prozentsatz der 15-Jährigen, die im Bereich Lesekompetenz sowie mathematischer und naturwissenschaftlicher Grundbildung schlechte Leistungen erzielen, in jedem EU-Mitgliedsstaat im Vergleich zum Jahr 2000 zu halbieren ist.

"Die Pisa-Studie beweist eindeutig, dass Österreich durch bildungspolitisches Versagen und Nichtbeachtung der EU-Vorgaben genau den entgegengesetzten Weg eingeschlagen hat", so die Europaabgeordnete abschließend.


 

Jerusalem zu PISA: Grüne Förderungen bestätigt

Rund zwanzig Prozent der österreichischen SchülerInnen beherrschen die Kulturtechniken nach Absolvierung der Schulpflicht nur sehr schlecht, ihre Problemlösungskompetenz ist nahe Null . In Wien dürfte die Lage noch schlimmer sein, befürchtet Susanne Jerusalem, Schulsprecherin der Wiener Grünen: "PISA sei Dank, zumindest vor dieser Katastrophe kann niemand mehr die Augen verschließen". Ob es allerdings zu brauchbaren Reformen kommen werde, sei nach wie vor ungewiss, müssten doch einige zu einem gewaltigen Sprung über den eigenen Schatten ansetzen.

Jerusalem fordert, man möge jetzt nicht aus Panik und nationaler Schmach ein Trainingslager zur Lösung von Aufgaben a la PISA eröffnen. Es gehe jetzt darum, die Risikogruppe der 20 Prozent schwächsten SchülerInnen mit methodisch geeigneten Mitteln auf ein akzeptables kognitives Niveau zu bringen. Repression sei beispielsweise kein geeignetes Mittel.

Jerusalem: "Lesen lernt, wer lesen können möchte und es gerne tut, weil er etwas davon hat". Schwere Fehler, wie das Aussondern der scheinbar Leistungsschwächeren in Sonderschulen und Hauptschulen müssten behoben werden. Im übrigen freut sich die Wiener Schulsprecherin darüber, dass grüne Forderungen Rückenwind aus Finnland bekommen: "Wir sind die einzige Partei, die ganz klar die Gesamtschule fordert und immer gefordert hat, jetzt auf einmal passt das wieder".
 


 

PISA-Studie: Rossmann: Reformdialog darf keine Eintagesveranstaltung bleiben

FPÖ-Bildungssprecherin Mares Rossmann begrüßte die Ankündigung eines Reformdialogs durch Ministerin Gehrer, allerdings dürfe es keinesfalls bei einer Eintagesveranstaltung bleiben, die keine Folgen habe. ****

Gerade im vergangenen Jahr habe es unter dem Titel "Zukunftsschule" sehr viele Veranstaltungen gegeben, erinnerte Rossmann. Faktum sei aber, daß es jetzt zu ganz konkreten Umsetzungen kommen müsse. Es herrsche dringender Handlungsbedarf.

Zur SPÖ meinte Rossmann, daß man sehen werde, wie ernst es ihr sei mit ihrer Bereitschaft, zu Reformen beizutragen, oder ob sie wieder einen Zickzackkurs fahre und in letzter Minute unter fadenscheinigen Ausreden aussteige.


 

PISA: Schülerunion verlangt Maßnahmen

"Während es die Politiker immer noch wichtig finden, einen Sündenbock für das PISA Ergebnis zu finden, gibt es von Seiten der Schüler schon lange konkrete Vorschläge zur Verbesserung", meint Jürgen Stöttinger, Bundesobmann der Schülerunion. Die Schülerorganisation fordert zum Beispiel eine umfassende Ausweitung sowohl der individuellen Förderung von Schülern, als auch der Lehrerfort- und Ausbildung. Es muss jetzt das Ziel aller sein, so rasch wie möglich die richtigen Schritte nachhaltig zu setzen.

   Das heute veröffentlichte Ergebnis der PISA Studie ist auf jeden Fall bedenklich. Von Seiten des Bildungsministeriums gibt es zwar immer wieder Vorschläge, wie das Österreichische Bildungssystem verbessert werden könnte, allerdings scheitern die Projekte meist an der nachhaltigen Umsetzung. "Jetzt kommt es darauf an, richtig zu handeln und nicht bloß Schuldige zu suchen", findet Jürgen Stöttinger. Eine umfassende Feedbackkultur an Schulen ist Grundvoraussetzung, um Fehler im Schulbetrieb aufzudecken und soll als Grundlage für zukünftige Verbesserungen dienen. Schülerinnen und Schüler brauchen mehr Mitsprache- und Mitbestimmungsrecht. Speziell in die öffentlichen Debatten rundum das Bildungssystem gehört den Schülern mehr Gehör geschenkt, schließlich sind sie diejenigen, die die Bildung in Österreich hautnah miterleben und die Stärken und Schwächen am Besten beurteilen können.

Individuelle Förderung in den Mittelpunkt stellen

   Die individuelle Förderung von Schülerinnen und Schülern muss ab sofort im Mittelpunkt stehen. Es muss bereits für das kommende Schuljahr die gesetzliche Basis für Nachmittagsbetreuungsplätze geschaffen werden, bei denen die Schülerinnen und Schüler durch qualifiziertes Personal betreut und die freiwillig genutzt werden können. In den Nachmittagstunden können die Lehrerinnen und Lehrer dann auf spezielle Stärken und Schwächen der Schüler eingehen. Auch die Begabtenförderung muss verstärkt werden. Auf längere Sicht gehört den Schülerinnen und Schülern mehr Raum für die Ausprägung ihrer individuellen Neigungen und Interessen gegeben werden. Dies soll geschehen in Form eines Modulsystems, bei dem die Schülerinnen und Schüler ihre Vertiefungsgegenstände frei wählen können.

Sprach- und Lesefertigkeit wichtigste Schlüsselqualifikation

   "Viele Probleme zu Beginn der Schullaufbahn ergeben sich daraus, dass Schulanfänger nicht Deutsch sprechen oder verstehen können", erkennt Astrid Maier, Pressesprecherin der Schülerunion. Frühförderung für Kinder mit sprachlichen Defiziten muss bereits bevor die Kinder in die Schule kommen angeboten werden. "Jedes Kind muss die gleichen Möglichkeiten haben, den Lehrstoff zu verstehen. Das Beherrschen der Sprache ist eines der wichtigsten Kriterien um hier Chancengleichheit zu garantieren zu können", so Stöttinger. Zusätzliche Fördermaßnahmen müssen die Schüler mit Lese- oder Sprachschwierigkeiten das ganze Schuljahr hindurch begleiten. Gerade die Lesekompetenzen müssen von den Lehrern sowohl in der Volkschule als auch in der Hauptschule bzw. Unterstufe der Gymnasien gefördert und regelmäßig überprüft werden.

Lehrer brauchen mehr Aus- und Fortbildung

   "Qualitativ hochwertige und vor allem sinnvolle Lehrerfort- und Ausbildung muss mehr als nur ein erklärtes Ziel Gehrer's sein. Dieses Ziel muss umgesetzt werden", unterstreicht Stöttinger die Wichtigkeit der verstärkten Lehrerfort- und Ausbildung. Er freut sich zwar, dass von Seiten des Bildungsministeriums immer wieder durchaus sinnvolle Vorschläge zur Verbesserung des Schulsystems kommen, doch will er nun endlich Ergebnisse sehen. "Was passiert mit den Lösungsvorschlägen der Zukunftskommission?", möchte der Obmann der Schülerunion wissen und hofft, dass die PISA Studie den nötigen Anstoß zur raschen Umsetzung der Vorschläge bringt, schließlich wirken sich Änderungen im Bereich der Volkschule erst im Jahr 2015 auf die Resultate von PISA aus. Auch wenn die Ergebnisse der Studie nicht erfreulich sind, darf nicht zur Gänze auf die positiven Aspekte des Schulsystems vergessen werden, schließt Stöttinger.
 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



This site is powered by the ICQ2Go Panel © 2002 ICQ Inc. All Rights Reserved. Use of ICQ2Go Panel is subject to the ICQ Terms of Service.

Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:25
Copyright REGIO-PRESS-MEDIEN
© 1998 - 2007
V.i.S.d.P. CR Joerg W. Baur
 
Diese Seiten sind optimiert für: IE 7 u. Netscape 8.1
sowie Mozilla Firefox 2 & Opera 9
Empfohlene Bildschirmauflösung : 1280 x 1024  

 

           WEBCounter by GOWEB 


Bitte stimmen Sie für diese Homepage ab.
Wählen Sie einfach den entspechenden Punkt.
naja... gut sehr gut zu empfehlen TOP SITE