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Ferngesteuertes Labor im Internet
Virtueller Physikunterricht von zuhause

Im Rahmen des Projekts "Remote Controlled Laboratory" http://www.remote-lab.de sollen reale Versuchsaufbauten aus Naturwissenschaft und Technik virtuell über das Internet bedient werden. Lehrkräfte und Schulen können das "Remote Lab" gezielt im Unterricht einsetzen, online trainieren und gemeinsam lernen. Initiiert wurde das Projekt von der Universität Kaiserslautern, der Eberhard-von-Kuenheim-Stiftung, dem Deutschen Museum und dem kalifornischen Chipriesen Intel http://www.intel.com .

Dem Nutzer steht im Remote Lab eine Steueroberfläche zur Verfügung, mit der er die Versuchsparameter verändern, Messwerte ablesen oder direkt in das Experiment eingreifen kann. Eine Kamera überträgt in Echtzeit den Versuchsablauf und ermöglicht eine genaue Beobachtung. Zu jedem Versuch werden weiterführende Informationen zu Technik und theoretischem Hintergrund angeboten. Dabei kann laut Intel jeder Anwender selbst bestimmen, wie tief er in die Welt der Wissenschaft eintauchen möchte. Weiters soll das Lab nicht nur auf Deutschland beschränkt bleiben. Vielmehr sollen an Schulen und Instituten auch über die Landesgrenzen hinweg ergänzende Versuche aufgebaut und über das Internet vernetzt werden.

"Bequem von zuhause aus kann man hier Forschung betreiben und sich spielerisch der Physik nähern", kommentiert Hans-Jörg Jodl, Initiator des Projekts. "Dies weckt Begeisterung für Technik und macht Physik auch für den interessierten Laien verständlich", so Jodl. "Das 'Remote Lab' ist ein spannender neuer Baustein, der unser Programm 'Lehren für die Zukunft' optimal ergänzt und ganz neue Möglichkeiten im Physikunterricht eröffnet", erläutert Martina Roth, Director of Educaton EMEA bei Intel.

 


 

Weltjahr der Physik 2005: Österreich 1 startet "projekt: EINSTEIN"

Anfang Februar startet "projekt: EINSTEIN", ein bis Dezember angelegter Programmschwerpunkt der Ö1-Wissenschaftsredaktion im Rahmen des Einstein-Jahres 2005. Zahlreiche Sendungen und eine Veranstaltung im RadioKulturhaus stehen ganz im Zeichen des großen Physikers.

   Im Jahr 1905 - dem "Wunderjahr der Physik" - formulierte Albert Einstein seine epochalen Theorien, mit denen er eine "Revolution" in der klassischen Physik auslöste. Hundert Jahre später und fünfzig Jahre nach seinem Tod wird mit dem "Weltjahr der Physik 2005" an jene bahnbrechenden Erkenntnisse erinnert, mit denen er die Begriffe von Raum und Zeit neu definiert und die Vorstellungen von Natur und Kosmos, Energie und Materie grundlegend verändert hatte. Einstein wurde bereits in den 1920er Jahren zum "Medienstar". Seine im "annus mirabilis" präsentierten Arbeiten - Relativitätstheorie, Quantentheorie und die Theorie der Brownschen Bewegung - sind bis heute zentrale Anknüpfungspunkte in der modernen Physik. Der Ö1-Programmschwerpunkt "projekt: EINSTEIN" widmet sich der faszinierenden Person Albert Einstein, seinen großen Theorien, seinem philosophischen Weltbild und seinem wissenschaftlichen Erbe.

Sechs Einstein-"Dimensionen"

   "Einsteins Erbe oder Das marmorne Lächeln der unerbittlichen Natur" lautet der Übertitel der sechs Spezialausgaben der "Dimensionen" (jeweils um 19.05 Uhr), in denen bis Dezember die fundamentalen Fragestellungen, die Einsteins Erkenntnisse nicht nur für die Welt der Physik haben, aufgezeigt werden sollen. "Gott würfelt nicht" (1. Februar) thematisiert Albert Einsteins ambivalentes Verhältnis zur Quantentheorie, die zu großen technischen Errungenschaften aber auch in erkenntnisphilosophische Probleme führte. "Warum beglückt uns die Arbeit ersparende Technik so wenig?" lautet die Frage am 5. April. Mit seinem abstrakten Denken über Raum und Zeit war Einstein ein Grundlagenforscher in Reinkultur, er schuf damit aber auch die Basis für wichtige Technologien wie z. B. das Satellitennavigationssystem GPS. "Raffiniert ist der Herrgott, aber boshaft ist Er nicht" (7. Juni) behandelt die Rätsel der Raumzeit. Die Struktur und Entwicklung des Weltalls, aber auch die weißen Flecken auf der kosmischen Landkarte des Universums können im Rahmen der Relativitätstheorie beschrieben werden. Am 2. August lautet der Titel der "Dimensionen" "Neugier ist ein verletzliches Pflänzchen". Einstein, der die wahren Theoretiker einmal "gezähmte Metaphysiker" nannte, beschäftigte sich Zeit seines Lebens mit den erkenntnistheoretischen Voraussetzungen des naturwissenschaftlichen Denkens. Welches Erbe hinterließ das Ulmer Genie als Philosoph der Physik?

   Einstein und die Gravitationswellenphysik ist das Thema am 4. Oktober: "Ich habe schon wieder was verbrochen in der Gravitationstheorie". Im Rahmen der Relativitätstheorie postulierte Einstein die Existenz von Gravitationswellen, Dehnungen und Stauchungen der Schwerkraft, von deren Messung sich die moderne Physik neue Erkenntnisse über das Universum erhofft. Den Abschluss macht am 6. Dezember die Sendung "Nur wer nicht sucht, ist vor Irrtum sicher". Der Gral der Quantengravitation - Einstein und die Vereinheitlichte Theorie der Physik: Die Vereinigung der Quantentheorie mit der Relativitätstheorie zu einer "Theory of Everything", die Einstein in seinem Alterswerk in gewisser Weise visionär aber letztlich erfolglos andachte, gilt als das fundamentale Problem der Physik im 21. Jahrhundert.

"Eine Stunde mit einem hübschen Mädchen vergeht wie eine Minute ..."

   Unter dem Titel "Relativ absolut" ist im "Radiokolleg" von 7. bis 10. Februar jeweils um 9.05 Uhr ein Porträt des berühmtesten Wissenschafters der Weltgeschichte zu hören. Mittelmäßiger Schüler, kleiner Angestellter im Berner Patentamt, Begründer der Relativitätstheorie, Professor mit herausgestreckter Zunge, Popikone der Wissenschaft, Nobelpreisträger, Geigenspieler, Hobbysegler, zweimaliger Ehemann und (mindestens) dreimaliger Vater, Eigenbrötler, vertriebener Jude, Gegner des NS-Regimes, Bürger von vier Staaten, moralische Autorität, Befürworter einer internationalen Weltregierung, Kosmopolit, die Asche an unbekanntem Ort verstreut … Die vielen Facetten des Albert Einstein, eine vierteilige Biographie zwischen Mythos und Realität.

   Von 14. bis 17. März (jeweils um 9.05 Uhr) widmet sich das "Radiokolleg" Albert Einsteins Relativitätstheorie. Der Titel der vierteiligen Reihe: "Absolut relativ". Mit der Relativitätstheorie erschütterte Albert Einstein das Fundament der klassischen Physik. Sie führte zu einem vollständig neuen Verständnis von Raum, Zeit, Energie und Materie und beinhaltet die berühmteste Formel der Welt: E = mc2 - Masse und Energie sind äquivalent. Eine populäre Darstellung des Prinzips der Relativität, wie sie Einstein gelegentlich selbst gab: "Eine Stunde mit einem hübschen Mädchen vergeht wie eine Minute, aber eine Minute auf einem heißen Ofen scheint eine Stunde zu dauern."

   "Wissen Aktuell" bringt von 18. - 22. April jeweils um 13.55 Uhr zum Thema "1905 - Einsteins ‚Wunderjahr'" fünf Kurzbeiträge über fünf Erkenntnisse mit Langzeitfolgen.

   Im Mittelpunkt des "Salzburger Nachtstudios" am 20. April (21.01 Uhr) steht "Einstein - der Medien-Star". Alles ist relativ. So auch das Bild Albert Einsteins. Wie kein anderer Wissenschafter seiner Zeit hat er sich im Rampenlicht der Öffentlichkeit exponiert. Als Genie, Clown, Heiliger, Ketzer, weiser Alter, Zauberer und Philosoph. Am Ende des 20. Jahrhunderts hat ihn die amerikanische Zeitschrift "TIME Magazine" zur "Person of the Century" ernannt.

   Ein "Einstein Science Event" findet am 15. März im RadioKulturhaus statt (Beginn 19.30 Uhr, Eintritt frei). "Leidenschaftlich neugierig" ist der Titel des multimedialen Abends mit internationalen Stargästen, bei dem Albert Einsteins Suche nach dem Geheimnis hinter den Dingen thematisiert wird.
 


 

Physiker sagen Ausbreitung globaler Epidemien voraus
Dynamisches Simulationsmodell auf der Basis von Flugpassagierströmen

Forscher der Universität Göttingen haben ein dynamisches Modell zur Vorhersage der Ausbreitung von infektiösen Krankheiten über den Erdball erstellt: Mithilfe von Flugpassagierströmungen lassen sich damit die Verbreitungen von ansteckenden Erkrankungen vorhersagen, berichten die Forscher im Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS http://www.pnas.org .

Das Modell kombiniert die lokale Infektionsdynamik einer Erkrankung mit der räumlichen Ausbreitung in einem Netzwerk, das 95 Prozent des zivilen Luftverkehrs auf der ganzen Welt erfasst. Damit konnten die Physiker zeigen, dass sich die geographische Verbreitung einer Krankheit wie SARS durch die Simulation der Passagierströme im Flugverkehr vorhersagen lässt. "Die Computersimulationen können darüber hinaus im Voraus Aussagen über den potenziellen Erfolg von Impf- und Kontrollstrategien liefern", so Studienleiter Theo Geisel, Physiker am Institut für Nichtlineare Dynamik http://www.chaos.gwdg.de und Direktor am Max-Planck-Institut für Strömungsforschung.

Die globale Ausbreitung von SARS habe gezeigt, wie stark unsere heutige Welt durch neuartige infektiöse Krankheiten bedroht sei, so Geisel. "Eine zentrale Rolle bei der Entwicklung moderner Epidemien spielen die weltweite Vernetzung und die große Mobilität der Gesellschaft. So können sich hoch virulente Krankheitserreger rasend schnell über alle besiedelten Gebiete der Erde ausbreiten", erklärt der Forscher. Die mathematischen Modelle beschreiben die Entwicklung von Epidemien als Diffusionsprozesse. Sie sind vergleichbar mit denen von Molekülen, die sich in einer Flüssigkeit ausbreiten, und sagen voraus, dass sich infektiöse Erkrankungen in Form von Wellenfronten mit konstanter Geschwindigkeit geographisch ausdehnen. Das plötzliche weltweite Auftreten einer Erkrankung wie im Fall von SARS konnte mit herkömmlichen Standardmodellen jedoch nicht erklärt werden.

Im neuen Göttinger Simulationsmodell "bewegen" sich erkrankte Individuen zwischen den verschiedenen Knotenpunkten des globalen Flugnetzes und infizieren dort andere Personen. Die Wissenschaftler haben in dem Modell mehr als zwei Mio. Flüge pro Woche zwischen den 500 größten Flughäfen der Welt berücksichtigt. Die Verbreitungs- und Ansteckungsdynamik wird mit einem Satz stochastischer Differentialgleichungen beschrieben. Parameter des Modells sind krankheitsspezifische Größen, wie zum Beispiel die Zahl der Sekundärinfektionen, die ein Mensch durchschnittlich auslöst, sowie Heilungs- oder Mortalitätsraten. Auf diese Weise konnten die Wissenschaftler nachweisen, dass große Knoten in diesem Luftverkehrsnetz für eine rapide weltweite Ausbreitung einer Epidemie verantwortlich sind, und zwar weitgehend unabhängig vom Ort des ersten Auftretens eines Krankheitserregers.

"Dabei ist die Kapazität eines Flughafens viel weniger entscheidend als sein Vernetzungsgrad", erklärt Geisel, der mit seinen Kollegen herausfand, dass der Versuch, eine Epidemie durch Isolation der zentralen Knoten einzudämmen, viel versprechend sei. Eine Blockade der stärksten Verbindungslinien hat aber praktisch kaum einen Effekt.
 


 

Öffnung der Vierten Dimension
Forscher definiert Physik der Photonen neu

 

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Der Schlüssel zum Verständnis der Dritten Dimension liegt nach Meinung des deutschen Physikers Giselher Grosskopf in der Vierten Dimension. Unter Einbeziehung dieser Vierten Dimension wird es möglich die wesentlichen Zusammenhänge des Universums zu verstehen. Ein Schlüsselpunkt ist für den Forscher dabei zum Angelpunkt seiner Theorie geworden: Er hat die Photonen genauer unter die Lupe genommen.

"Vor acht Jahren hörte ich einen Vortrag eines Atomwissenschaftlers über Photonen im Zusammenhang mit Einsteins Theorien. Der Wissenschaftler erklärte das Licht als Welle, das bei der geringsten störenden Beeinflussung jedoch als Partikel auftritt", so Grosskopf. Der Forscher fasste seine Aussage mit den Worten "Man könne sagen, wenn man ein Photon nur ansieht, reagiert es nicht mehr als Welle, sondern als Partikel" zusammen. Für Grosskopf ergab sich daraus ein unzulässiger Schluss: "Wenn Naturwissenschaftler zu Mystikern werden, ist Vorsicht geboten. " Es dränge sich der Verdacht auf, dass auch die Wissenschaftler keine Erklärungen dafür haben. "Die weitere Aussage, dass bisher kein Mensch ein Photon gesehen hat, veranlasste mich, alle diesbezüglichen Forschungsergebnisse zu sammeln, zu studieren und nach der Analyse unvoreingenommene Schlüsse zu ziehen", erklärt der Physiker.

Die nun vorgestellte Theorie über die Physik von Photonen führt direkt zu Erklärungen des unendlichen endlichen Universums, des Big Bang (einschließlich der Inflation des Universums), des Endes des Universums als Gravitations-Kollaps, von Photon Tunneling, von Dark Matter, von Black Holes und dem Grund warum Licht strahlt, so Grosskopf, der davon ausgeht, dass Photons in der Richtungsebene des Lichts pulsieren. "Wenn es daran gehindert wird, leuchtet es nicht mehr", meint der Experte. "Die Einbeziehung der vierten Dimension dient damit zur Erklärung der Physik der dritten Dimension", erklärt Grosskopf.

Damit führt Grosskopf zahlreiche gängige Modelle ad absurdum. Dazu zählt etwa die Theorie der "Superstrings". Superstrings (Fäden) sind so kleine Teilchen, dass sie nahezu als zweidimensionale Einheiten existieren. Das heißt, ihre Dicke ist praktisch Null. Damit wollten die Wissenschaftler die Ereignisse der Dritten Dimension erklären. Grosskopf hält diese Theorie für falsch. Auch die Lösung des so genannten "Großvater Paradoxon" - jemand reist in die Vergangenheit und tötet seinen Großvater bevor er die Großmutter kennenlernte - durch "Paralleluniversen" sei abzulehnen. Vielmehr sieht der Physiker nicht die Existenz solcher paralleler Universen, sondern einen Status als Reisender, der in die Geschichte nicht eingreifen kann, weil er sozusagen nur über eine reduzierte Kraft verfügt.
 


 

Hochleistungslaser für ultraviolettes Licht
Wellenlängen liegen zwischen 80 und 180 Nanometern
 

Wissenschaftlern am Forschungszentrum DESY (Deutsches Elektronen-Synchroton) http://www.desy.de ist es gelungen, die maximale Lichtverstärkung an einem Freie-Elektronen-Laser (FEL) für ultraviolette Strahlung zu erreichen. Der Elektronenlaser erreicht eine Lichtverstärkung von zehn Mio. - das entspricht der theoretisch erwarteten Höchstleistung für eine solche Anlage. Gegenüber den stärksten bisherigen Lichtquellen, die bei ultravioletter Strahlung für die Forschung zur Verfügung stehen, hat der neue Laser eine tausendfach höhere Spitzenleuchtstärke.
 

Der Freie-Elektronen-Laser bei DESY erzeugt ultraviolettes Laserlicht mit Wellenlängen zwischen 80 und 180 Nanometern (Millionstel Millimetern). Die maximale Lichtverstärkung gelang bei einer Wellenlänge von 98 Nanometern. Auf dem Weg zur Entwicklung eines Röntgenlasers ist diese Lichtquelle für die Forscher ein wichtiger Schritt. Die Wissenschaftler am Forschungszentrum DESY in Hamburg entwickeln und planen derzeit einen Röntgenlaser.
 

Das intensive Laserlicht erzeugten die Forscher nach einem neuartigen Prinzip: Sie brachten Elektronen in einem supraleitenden Teilchenbeschleuniger auf hohe Energien. Anschließend flogen die Elektronen im Slalomkurs durch eine besondere Magnetanordnung und sendeten dabei laserartig gebündelte Strahlung aus. Der Verstärkertrick bestand darin, dass sich die Elektronen und die Strahlungsblitze auf ihrem Weg durch die 15 Meter lange Magnetstruktur gegenseitig beeinflussten - und zwar so, dass die zu winzigen Päckchen gebündelten Elektronen immer dichter zusammengedrängt wurden und immer intensiver strahlten.
 

Der sich selbst verstärkende Effekt wiederholt sich so oft, bis sämtliche Elektronen im Gleichtakt schwingen. Das von ihnen ausgesandte Licht überlagert sich zu intensiven Laserblitzen. Dieses Prinzip nennt sich SASE (Self-Amplified Spontaneous Emission). Das Besondere daran ist, dass es im Gegensatz zu herkömmlichen Lasern nicht auf bestimmte Wellenlängen beschränkt ist. Die Beschleunigung der Elektronen muss nur entsprechend der gewünschten Wellenlänge eingestellt werden.
 

An dem Freie-Elektronen-Laser bei DESY hat sich nun erstmals gezeigt, dass dieser selbstverstärkende Effekt auch tatsächlich zu der theoretisch berechneten millionenfachen Lichtverstärkung im Ultravioletten führt. Dass dieses Prinzip für sichtbares Licht mit ähnlich hohen Verstärkungsfaktoren funktioniert, hatten Institute in den USA bereits im vergangenen Jahr gezeigt. Bei DESY haben die ersten Wissenschaftlergruppen damit begonnen, die Lichtquelle für ihre Forschung zu verwenden. http://www.desy.de/pr-info/desyhome/html/presse/meldungen/PM_Saettigung_dt.htm
 


 

Antimaterie-Mikroskop sucht Defekte auf Silizium-Chips
Münchener Forscher nutzen Positronen statt Elektronen
 

Deutsche Forscher der Bundeswehr-Universität in München http://www.unibw-muenchen.de/ nutzen Antimaterie, um die Empfindlichkeit von hochauflösenden Mikroskopen zu erhöhen. Die feinen Strukturen von Oberflächen werden dabei nicht mit Elektronen, sondern mit deren Antiteilchen, den Positronen untersucht. Besonders kleine Fehlstellen in Silizium-Scheiben ließen sich besser finden und analysieren, berichten die Forscher im Fachblatt "Physical Review Letters" http://prl.aps.org/.
 

"Positronen können Defekte im Verhältnis von eins zu einer Million entdecken. Keine andere Methode ist so empfindlich", beschreibt Physiker Werner Triftshäuser, der das Raster-Positronen-Mikroskop (SPM-Scanning Positron-Microscope) mit Kollegen entwickelt hat. Der Grund für diese hohe Empfindlichkeit liegt in der positiven – dem Elektron entgegengesetzten - Ladung des Positrons. Fehlt in einer Oberfläche einer Silizium-Scheibe ein positiv geladener Atomkern, werden die Positronen gerade zu diesem Punkt der Fehlstelle angezogen. Da hier auch die Dichte der negativ geladenen Elektronen geringer ist, überlebt das Positron eine längere Zeit, bevor es sich mit seinem Elektron-Antiteilchen verbindet und sich beide in einem Lichtblitz auslöschen. Diese Zeitmessung zwischen Start des Positrons und der so genannten Annihilation erlaubt eine genaue Ortung der Defektstelle.
 

Das SPM könne laut Triftshäuser sogar die genaue Beschaffenheit des Defektes offenbaren, da die exakte Überlebenszeit von der Art der Fehlstelle abhänge. Keine andere Technik leiste dieses. "Diese Lebenszeit des Positrons kann einem Informationen über Defekte in der Größenordnung eines Zehntel Nanometers (Milliardstel Meter) geben", beurteilt Yanching Jean von der University of Missouri http://www.umkc.edu diese Arbeit seiner deutschen Kollegen. Elektronen lieferten nur eine Empfindlichkeit von einem Mikrometer (Millionstel Meter). Besonders für die Chip-Industrie könnte diese neue Technik von großer Bedeutung sein. Denn je kleiner und dichter Computer-Chips auf Silizium-Basis werden, desto besser müssten die Defekte auf der Oberfläche kontrolliert werden.
 


 

Erster Ein-Elektron-Transistor entwickelt
Nanoschalter arbeitet auch bei Raumtemperatur

Physiker der Technischen Universität Delft http://www.tudelft.nl/ haben einen winzigen Transistor entwickelt, der einen Stromfluss nur über ein Schaltelektron steuern kann. Auf der Basis von einzelnen Nanoröhrchen aus Kohlenstoff, die hunderttausendfach feiner sind als ein menschliches Haar, arbeitet dieser Ein-Elektron-Transistor (SET) erstmals effizient bei Raumtemperatur, berichten die Forscher in der Fachzeitschrift "Science" http://www.sciencemag.org.

Mit der Spitze eines Rasterkraftmikroskops (AFM) bogen die Wissenschaftler scharfe Kurven in die Nanoröhre mit einem milliardstel Meter (Nanometer) Durchmesser und 20 Nanometer Länge. "Wir entwickelten damit ein weiteres wichtiges Stück für den Werkzeugkasten der molekularen Elektronik", beurteilt Gruppenleiter Cees Dekker seine Ergebnisse. Diese Hürde können nur einzelne Elektronen bei einer bestimmten angelegten Spannung überwinden. Gibt hier nur ein Elektron das Signal für "Ein", kann eine exakte Anzahl von Elektronen von einer Metallinsel, einer Nanoelektrode, zu einer benachbarten Insel springen. Schaltet dieser Transistor auf "Aus", wird dieser Elektronenstrom unterbrochen.

Nach Aussage von Dekker könne dieser Transistor auch bei Raumtemperatur arbeiten, da wegen der geringen Größe des Röhrchens die thermischen Fluktuationen auf dieser Größenebene vernachlässigbar seien. Bisher gelangen anderen Forschergruppen das Schalten mit einem Elektron nur bei extrem tiefen Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt bei minus 273.15 Grad Celsius. Diese Entwicklungen gelten als überaus wichtig für viel kleinere und leistungsfähigere Computerchips in der Zukunft. Mit dieser molekularen Elektronik eröffnet sich ein enormes Steigerungspotenzial im Vergleich zur der heutigen Siliziumtechnologie.


 


Winzige Ketten aus Goldatomen sind stabiler
Dänische Wissenschaftler entwickeln neue Testmethode für Nanomaterialien

Physiker der Technischen Universität von Dänemark http://www.dtu.dk/dtu/dtu.html in Lyngby konnten zusammen mit spanischen Kollegen der Universidad Autónoma in Madrid http://www.uam.es/ erstmals die Dehnbarkeit von winzigen Ketten aus etwa sieben Goldatomen messen. Die Theorie der Quantenmechanik sagt voraus, dass sich die Bindung zwischen einzelnen Goldatomen in einer Kette im Vergleich zum komplexen Gold-Festkörper verdoppelt. Diese Annahme konnten sie nun bestätigen.

Die Forscher zogen mit der atomfeinen Spitze eines Rastertunnelmikroskops eine winzige Goldkette aus einer Goldelektrode heraus. Eingespannt zwischen zwei Spitzen dieser hochgenauen Analysegeräte zogen sie die Goldkette soweit auseinander bis sie riss. Neben der doppelten Bindungsstärke zwischen den Atomen im Vergleich zu einem Goldkristall beobachteten sie, wie die Leitfähigkeit sehr nahe an den niedrigsten Wert heranreicht, den die Quantenmechanik überhaupt erlaubt. Zudem untersuchten die die Steifigkeit der Kette gegen Querverschiebungen.

Diese Nano-Goldkette selbst wird wahrscheinlich kaum eine technische Anwendung haben, doch konnten die Forscher die Leistungsfähigkeit ihrer mechanischen Prüfmethode für alle Arten von Nanomaterialien eindrucksvoll unter Beweis stellen. Solche mechanischen Test-Prozeduren könnten in naher Zukunft sehr wichtig für die weitere Entwicklung von neuen Materialien im Nanomaßstab sein.

 


Neutronenfabrik ESS soll unterschiedlich pulsen
Wissenschaftler wollen kurze und lange Pulse erzeugen

Die geplante Europäische Spallations-Neuronenquelle (European Spallation Neutron Source ESS) http://www.fz-juelich.de soll zwei unterschiedliche "Herzen in ihrer Brust” tragen. Das habe der aus europäischen Wissenschaftlern bestehende ESS-Council auf seiner Juni-Sitzung in England beschlossen, teilte das Forschungszentrum Jülich mit, das sich bei der EU als Standort für die Neutronenfabrik beworben hat. http://www.fz-juelich.de/oea/PM2001/2001-31-ESS-Council.html

Wie Pressereferent Thomas Vogt gegenüber pressetext.deutschland erläuterte, sollen die Wasserstoffionen und Protonen nach der Beschleunigung auf zwei unterschiedliche Ziele treffen, um dabei Atome zu zertrümmern. Das eine Target soll durch den Neutronenbeschuss kurze Energieimpulse aussenden. Dadurch entstehe ein Stroboskopeffekt mit hoher Ortsauflösung. Darin kann die Bewegung von Atomen keramischer, metallischer und geologischer Materialien sichtbar werden. Ein zweites Target soll dagegen lange Strahlungsimpulse erzeugen. In ihnen soll die Bewegung von Molekülen der so genannten "weichen Materie" erscheinen. Zur weichen Materie gehören biologisches Gewebe und Kunststoffe.

Durch die unterschiedliche Pulsfrequenz wird die Bandbreite der möglichen Experimente um ein Vielfaches erweitert. Forschungsgebiete wie Biologie, Medizin, Pharmazie, Polymerforschung und Geologie könnten dann ebenso von der ESS profitieren, wie die Materialforschung. Den Prototyp eines Targets hat Jülich bereits entwickelt. "Jessica's" Kern (Bild) besteht aus Quecksilber.

Über den Bau der ESS wird die Europäische Kommission erst Ende 2003 endgültig entscheiden. Im Mai 2002 soll eine europaweite Präsentation der ESS-Pläne erfolgen, wobei wissenschaftliche und technische Aspekte, Kosten, und Organisation des gesamteuropäischen Forschungsprojekts vorgestellt werden. Der ESS-Council wurde eingesetzt, um ein tragfähiges Konzept zu erarbeiten. In den USA und in Japan gibt es bereits ähnliche Neuronenfabriken.



Kleinste Silizium-Brücke der Welt zufällig entstanden
Stabilität und geringe Abmessungen erstaunen Wissenschaftler

Als Nebenprodukt bei der Herstellung von Halbleiter-Nanostrukturen ist bei Experimenten an der Ruhr-Uni Bochum http://www.ruhr-uni-bochum.de die mit nur zwölf Nanometern Durchmesser kleinste Silizium-Brücke der Welt entstanden. Mit Hilfe der so genannten Elektronenstrahllithographie hatten die Wissenschaftler zunächst Nanostrukturen in einem Schichtsystem aus Silizium (Si) und einer Legierung aus etwa 70 Prozent Silizium und 30 Prozent Germanium (Ge) hergestellt. Dann wurde die Silizium-Deckschicht in einer reinen Sauerstoff-Atmosphäre stark aufgeheizt und dabei mit einem SiO2-Film von einem Nanometer Dicke überzogen. In Ätzlösungen, die jeweils nur ein Material angreifen, konnten schließlich der SiO2-Film strukturiert und Nano-Gräben in die Silizium-Schicht geätzt werden. Während des Weiterätzens mit einer silizium- und germanium-spezifischen Lösung wurde das Silizium letztlich unterhöhlt und bildete unterbrochene Gräben.

An besonders kurzen Unterbrechungen erhielten die Forscher freitragende Brücken aus Silizium – im Bereich der Unterbrechungen war die Silizium-Germanium-Legierung unter dem schmalen Steg vollständig abgeätzt worden. Doch nicht nur die geringen Abmessungen der Brücken erstaunten die Wissenschaftler – ihre Dicke entsprach dem 50-fachen Abstand zwischen benachbarten Atomen –, auch ihre mechanische Stabilität wartete mit einer Überraschung auf. Nach dem Ätz-Prozess hielt sie sowohl einer Spülung mit (Reinst-)Wasser stand als auch dem Stickstoffstrom aus einer Druckpistole, mit dem sie trockengeblasen wurde.

Solche "Miniatur-Baukunst" ist keine bloße Spielerei: Mit Hilfe von verschiedenen Beschichtungen, Strukturen und ihren Engstellen lässt sich das Verhalten von Elektronen in Halbleitern beeinflussen. So können Wissenschaftler etwa durch gezielte Barrieren und Engstellen die Wellenbewegungen von Elektronen steuern. Ab einer gewissen Winzigkeit von Chips kommen so genannte "Quanteneigenschaften" zum Tragen. Elektronen besitzen dann eine Doppelnatur und sind zeitweise Teilchen und zeitweise Welle. In ultrakleinen Strukturen kann es dadurch zu Elektrowellen kommen, die sich verstärkend oder auslöschend überlagern. Damit verändern sich aber auch die Eigenschaften elektronischer Bauelemente.

Seit Einführung der Silizium-Mikrochips werden ihre Einzelbauelemente immer kleiner. So verringern sich die Strukturabmessungen etwa alle fünf Jahre um die Hälfte. Betrugen sie 1970 noch rund 15 Mikrometer (1 Mikrometer = 0,001 Millimeter), könnten sie in wenigen Jahren die magische Grenze von 100 nm (1 Nanometer = 0,000001 Millimeter) unterschreiten und tatsächlich das Zeitalter der Nano-Elektronik einläuten. Voraussetzung ist, dass die Chip-Industrie nicht an unüberwindliche physikalische Grenzen stößt. http://www.ruhr-uni-bochum.de/rubin/rbin1_01/ing/Beitrag5/index.html


 


Umhüllte Wassertropfen wie Gummibälle
"Flüssige Murmeln" bieten vielfältige Anwendungsmöglichkeiten

Französischen Physikern des Collège de France http://www.college-de-france.fr ist es mit einem simplen Trick gelungen, Wassertropfen auf Glas wie Gummibälle hüpfen zu lassen. Sie umhüllten das Wasser mit feinem Puder. Damit zerfließen die Tropfen nicht mehr, verhalten sich eher wie weiches Gummi und schwimmen sogar auf Wasser, berichten sie im Fachblatt Nature http://www.nature.com . Durch Kippen der Unterlage oder mittels schwacher elektrischer oder magnetischer Felder gelang es den Forschern sogar, die Kugeln rollend in gezielte Bewegung zu versetzen. Derart stabile "flüssige Murmeln" helfen nicht nur, lang diskutierte physikalische Theorien zu klären. Sie könnten auch in verschiedensten technischen Bereichen Anwendungen finden, so etwa auf dem aufkommenden Gebiet der Mikrofluidik, wo für chemische oder biologische Analysen winzige Flüssigkeitsmengen in haarfeinen Kanälen bewegt werden.

Pascale Aussillous und David Quéré hatten einzelne Wassertropfen auf ein wasserabstoßendes Pulver aus Silan-beschichteten Sporen der Bärlapp-Pflanze (Lycopodium) gegeben. Durch Umrühren bildeten sich beinah perfekt kugelförmige Tropfen. Die Oberflächenspannung verleiht ihnen eine Elastizität, so dass sie ohne Auslaufen rollen und hüpfen können. Dabei rollen größere Kugeln langsamer als kleine, weil bei ihnen die interne Flüssigkeitsdissipation die beschleunigende Schwerkraft ausbremst. Je nach einwirkenden Kräften können die umhüllten Tropfen auch die Form von Ringen oder Erdnüssen annehmen.

Die "flüssigen Murmeln" rollen über Glas, statt wie normale Wassertropfen zu rutschen oder haften zu bleiben. Statt wie eine abgeplattete Halbkugel auf der Oberfläche zu sitzen, treten sie wie ein Ball nur auf ganz kleiner Fläche mit ihr in Kontakt. Neben einem Einsatz in der Mikrofluidik könnten die Tropfen auch in schnellen, verschleißfreien Mikromaschinen zum Einsatz kommen oder als Miniatur-Kugellager dienen, so die Forscher. Zuvor allerdings gelte es, die Stabilität und Langzeiteigenschaften der Kügelchen zu klären.

 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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