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Ambrozy: Rote Karte für neue Arzneimittelverschreibung

Scharfe Kritik an der seit Jahresbeginn geltenden neuen Regeln für die Verschreibung von Medikamenten übten heute, Montag, der Kärntner Gesundheitsreferent LHStv. Peter Ambrozy und SP-Nationalrat Christian Puswald. "Die neue Verordnung bedeutet in allen Bereichen massive Einschnitte oder unterbindet teilweise völlig irrational den Zugang zu notwendigen Medikamenten", kritisiert Ambrozy, fordert einen sofortigen Stopp der neuen Arzneimittelverschreibung und ergänzt: "Solche Verordnungen gefährden Menschenleben, das ist völlig inakzeptabel."

   NR Christian Puswald sprach von einem Schildbürgerstreich der schwarz-blauen Bundesregierung, der ein unmenschliches Maß erreicht habe. "Wenn etwa ältere Menschen aus Kostengründen keine Kochsalzinfusionen mehr erhalten und damit die Gefahr des Austrocknens besteht, gibt es für mich kein einziges akzeptables Argument für so eine unmenschliche Politik", so Puswald.

   Ein vernünftiges Ergebnis bei den Medikamenten sei einerseits in vielen Fällen durch den sinnvollen Einsatz von Generika möglich aber auch mit Hilfe der Ärzte, die schließlich wüssten, was die Patienten benötigen, so die Vertreter der Kärntner SPÖ unisono.


 

Pharmig: "Ungleichbehandlung der Patienten bei Chefarztpflicht unzumutbar"
Patienten aus OÖ, Ktn. und Stmk. warten tagelang auf ihre Medikamente.

"Es ist nicht einzusehen, warum ein Kärntner Patient tagelang auf die Fax-Genehmigung seines chefarztpflichtigen Arzneimittels warten muss, während ein Südburgenländer dasselbe Präparat ohne Wartezeiten bekommt", ärgert sich Jan Oliver Huber, Generalsekretär der Pharmig, des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs. Grund für seine Kritik: In Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark bestehen die lokalen Krankenkassen auf einer Vorab-Bewilligung von chefarztpflichtigen Medikamenten per Fax. Und das, obwohl die Verordnung des Ministeriums die Möglichkeit vorsieht, dass die Patienten chefarztpflichtige Arzneimittel sofort erhalten, sofern der Arzt begründet und dokumentiert, warum gerade dieses Medikament eingesetzt werden muss.

"Aber jetzt haben wir die groteske Situation, dass Kärntner, Steirer und Oberösterreicher Patienten zweiter Klasse sind", so Hubers Vorwurf. "Das ist absolut unzumutbar! In diesen drei Bundesländern hält man an einer Bürokratie fest, die eigentlich nicht sein muss." Nach Meinung des Pharmig-Generalsekretärs besonders absurd: Der neue Erstattungskodex sei genau mit dem Ziel etabliert worden, die Medikamentenverschreibung österreichweit zu vereinheitlichen. Doch durch die unterschiedliche Handhabung der Chefarztpflicht sei dieses Ziel wieder verfehlt worden.

Dabei gibt es laut Huber durchaus auch positive Beispiele, wie die neue Verordnung unbürokratisch und erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden kann. Die Wiener Gebietskrankenkasse beispielsweise verzichtet auf die umständliche Faxerei, hier reicht die Patientenkartei als Dokumentation aus. "Die Ministerin hat mehrmals betont, dass die Fax-Lösung nicht in ihrem Sinne und auch nicht notwendig ist", erklärt Jan Oliver Huber. "Und Bundesländer wie Wien führen erfolgreich vor, dass es auch anders geht. Ich fordere daher die Verantwortlichen in den betroffenen Bundesländern auf, die unzumutbare Faxerei einzustellen und die Diskriminierung der Kärntner, Steirer und Oberösterreicher sofort zu beenden."
 


 

Tauch-Ventil als billiger Medikamenten-Dispenser
Kontrollierte Abgabe von Therapeutika

Eine einfache Gaspumpe wie sie in Atemgeräten von Tauchanzügen verwendet wird, soll Medikamente gezielt in die Venen transportieren. Das Gerät soll vor allem in ländlichen Regionen ohne Stromversorgung oder sogar am Kriegsschauplatz dafür sorgen, dass die Medikamente ordnungsgemäß verabreicht werden, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist http://www.newscientist.com .

Zahlreiche Medikamente oder Wirkstoffe wie etwa jene für Chemotherapie oder auch zur Schmerzbekämpfung müssen langsam in einer genau kontrollierten Menge in die Venen kommen. Dazu werden zumeist Computer-kontrollierte Pumpen verwendet, an denen die Patienten zum Teil sogar mehrere Stunden oder noch länger hängen. Diese Tatsache wollte der Forscher Paul Dastoor von der University of Newcastle in New South Wales mit dem Mobo-Drip lösen.

Das Gerät besteht aus einem luftdichten Container, der mit einem Treibgas gefüllt ist und an dem eine Patrone angeschraubt wird. Die Patrone injiziert das Gas mit einem Druckregulator, der ähnlich arbeitet wie der in einem Atemgerät für Taucher. Dadurch wird eine konstante Zufuhr von Luft oder eben dem gewünschten Medikament verabreicht. In den ersten Labortests waren die Abweichungen mit nur drei Prozent relativ niedrig. Auch die Herstellungskosten sind mit 20 Dollar weitaus geringer als die eines Computer-gesteuerten Dispensers.


 

Rätsel von tödlichem Froschgift gelöst
Tropische Amphibien als zukünftige Arzneimittel

Nach mehr als zehn Jahren Forschungsarbeit ist ein US-Forscher dem Rätsel um die Herkunft der tödlichen Gifte Südamerikanischer Pfeilgiftfrösche auf die Spur gekommen. Das Neurotoxin, das auch in der modernen Humanmedizin verwendet wird, stammt nämlich von Käfern, die die Frösche fressen. Ironischer Weise ist der Forscher dem Rätsel aber in Papua Neuguinea auf die Spur gekommen, obwohl dort die Frösche gar nicht vorkommen, berichtet das Pacific Magazin http://www.pacificmagazine.net .

Das Gift wird seit Jahrhunderten von den Indianern im Dschungel Kolumbiens sowie den Stämmen der Choco-Indianer verwendet. Sie reiben die Speerspitzen ihrer Blasrohrpfeile an der Haut der kleinen bunten Frösche der Gattung Dendrobatidae. Diese Arten produzieren auf ihrer Haut das Alkaloid Batrachotoxin, eine Substanz, die zu den wirksamsten Giften überhaupt gehört. Die Letaldosis liegt bereits bei 0,8 Mikrogramm pro Kilogramm Gewicht. Wahrscheinlich gibt es nur drei Substanzen weltweit, die noch giftiger sind. Die größte Menge des Giftes produziert der Pfeilgiftfrosch, Phyllobates terribilis. Er besitzt auf seiner Haut genug Batrachotoxin um 20.000 Mäuse oder aber zehn Erwachsene zu töten.

Der Ornithologe John Dumbacher von der California Academy of Sciences hat mit seinem Team die Entdeckung gemacht, dass die Quelle des Toxins aller Wahrscheinlichkeit nach in der bisher relativ unerforschten Käfer-Familie Choresine liegt. Derzeit müssen alle Forscher, die an der Erforschung des Giftes arbeiten, dieses vom National Institutes of Health besorgen, da die politische Situation in Kolumbien zu unsicher ist. Weitere Forschungsunterlagen wären aber dringend notwendig, berichten die Experten im US-Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences.

Dumbacher hatte einen Hinweis auf das Gift erhalten, als Einwohner der Inselrepublik Papua Neuguinea einen Vogel namens Pitohui verspeisten und daraufhin Entzündungen erlitten. In Untersuchungen fanden die Forscher in den Mägen dieser Vögel das Batrachotoxin. In einem entlegenen Dorf in Papua Neuguinea berichteten die Dorfältesten von Käfern, die nur beim bloßen Berühren Taubheitsgefühle verursachten. Die Käfer, die zur Familie der Melyridae-Familie gehören, leben auch im südamerikanischen Dschungel. Dumbacher ist sich aber derzeit noch nicht sicher, ob das Toxin von den Käfern selbst produziert wird, oder ob es nicht von speziellen Nahrungspflanzen der Insekten stammt. Diese Lösung wäre für die Wissenschaft die bessere, meint Dumbacher, denn Pflanzen ließen sich im Labor leichter ziehen. Das Froschgift ist nämlich für die moderne Medizin immens wichtig, denn es könnte für zahlreiche Erkrankungen als Heilmittel herangezogen werden, so etwa bei multipler Sklerose.
 


 

Billige Medikamente reichen gegen HIV nicht
Christian Aid fordert erweiterten Ansatz

Die weltweite HIV-Pandemie kann nicht alleine durch billige Medikamente eingedämmt werden, warnt die Wohltätigkeitsorganisation Christian Aid. http://www.christian-aid.org.uk Aus diesem Grund sei ein erweiterter Ansatz zur Bekämpfung erforderlich. Dazu gehörten sowohl die Bekämpfung der Armut als auch Medikamente gegen Retroviren für die am stärksten betroffenen Regionen. Es wird erwartet, dass ein UNAIDS-Bericht die weltweite HIV-Bedrohung betonen wird. Daten sollen laut BBC zeigen, dass immer mehr Frauen und junge Mädchen betroffen sind.

Christian Aid zeigte sich besorgt hinsichtlich der sich widersprechenden und verwirrenden Nachrichten über die HIV-Pandemie. Eine dieser Informationen lautet, dass die Situation in einigen Teilen der Welt so fortgeschritten sei, dass sie bereits hoffnungslos sei. Eine andere geht davon aus, dass bereits die Einführung von Medikamenten zur Bekämpfung von Retroviren alleine ausreichend sein werden. Rachel Baggaley erklärte, dass beide Ansätze irreführend seien. "In bestimmten Regionen gibt es einen deutlichen Fortschritt. Die Einführung von billigeren Medikamenten gegen Retroviren ist ein positiver Schritt." Armut wird als einer der entscheidenden Motoren der Epidemie angesehen. Christian Aid argumentiert, dass die reicheren Länder den ärmeren Ländern ihre Schulden nachlassen sollten. In Sambia leben eine Mio. HIV-positive Menschen. Das Land gibt 30 Prozent mehr für die Rückzahlung seiner Schulden aus als für die Gesundheit.


 

"Innovative Arzneimittel künftig schwerer zu verschreiben als Suchtmittel"
Pharmig: Jan Oliver Huber warnt vor negativen Folgen der "Chefarztpflicht Neu"

Jan Oliver Huber, Generalsekretär des Branchenverbands Pharmig, geht mit der neuen Verordnung zur Chefarztpflicht einmal mehr hart ins Gericht. "Wenn die Verordnung zur Chefarztpflicht so, wie sie derzeit am Tisch liegt, von der Ministerin erlassen wird, sind Suchtmittel künftig leichter und unbürokratischer vom Arzt zu verschreiben als innovative Medikamente. Das ist völlig absurd."

Im Fall von Suchtmitteln muss der verschreibende Arzt in der Regel dokumentieren, warum eine Verordnung notwendig ist, sonst ist jedoch keine Kontrolle erforderlich. Anders ist die Situation künftig bei neuen, qualitativ hochwertigen Arzneimitteln: Geht es nach der aktuellen Verordnung der Ministerin, muss der verschreibende Arzt per Fax beim Chefarzt anfragen, ob er ein innovatives Medikament verschreiben darf oder nicht. Bei fünf Millionen Verordnungen von chefarztpflichtigen Präparaten pro Jahr bedeutet das mindestens zehn Millionen Faxe. Dabei muss der Arzt außerdem genau begründen, warum er ein chefarztpflichtiges Präparat verschreiben will. "Dieses Übermaß an Bürokratie macht es den Ärzten so gut wie unmöglich, innovative Medikamente weiterhin zu verschreiben." glaubt Huber. "Die Ärzte hätten dann noch weniger Zeit, sich um ihre Patienten zu kümmern, viele wollen und können das den Patienten einfach nicht antun."

Dazu kommt, dass den Ärzten künftig Sanktionen bis hin zum Entzug des Kassenvertrags drohen, wenn sie "auffällig" werden und zu viele chefarztpflichtige Arzneimittel verschreiben. "Man tut alles, um die Ärzte unter Druck zu setzen und ihre Verordnungsfreiheit einzuschränken", kritisiert der Generalsekretär der Pharmig. "Dieser Strafcharakter ist eines modernen Staates nicht würdig." Huber abschließend: "Wir appellieren an die Vernunft der Ministerin, diese Verordnung nochmals zu überdenken. Sollte sie in der derzeitigen Form kommen, sehe ich für die Patienten und das gesamte Gesundheitssystem schwarz."
 


 

Arzneimittel: das Beste muss nicht immer das Teuerste sein

"Die Österreicher hätten Verständnis für Einsparungen im Gesundheitsbereich", meint Andiel, "solange die Versorgungsqualität gesichert bleibt". Genau darauf basiert das international erfolgreiche Generika-Prinzip. Nach Patentablauf können Arzneimittel mit dem gleichen Wirkstoffe zu wesentlich niedrigeren Preisen angeboten werden. In anderen europäischen Staaten werden Generika bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt. So ist in Deutschland bereits heute jedes zweite verordnete Arzneimittel ein Generikum. Das größte Einsparpotenzial sieht Andiel im Bereich der sogenannten Volkskrankheiten. "Vor allem gegen Bluthochdruck oder zur Bekämpfung von Herz-Kreislaufkrankheiten stehen zahlreiche erprobte Wirkstoff als generische Alternative zur Verfügung". Die Einsparungen durch Generika könnten direkt für den Ankauf von teuren, innovativen Präparaten verwendet werden.

Weder Forschungskiller noch Allheilmittel

   Die bisherige Diskussion über Generika sei zunehmend von wirtschaftlichen Interessen einzelner Gruppierungen überlagert worden, meint Andiel. "Von Billigpillen bis hin zum Forschungskiller ist schon uns alles vorgeworfen worden". Vorwürfe, die sich durch einen Blick auf die internationalen Pharmamärkte leicht widerlegen lassen. Denn am meisten geforscht wird in Ländern wie den USA, die einen besonders hohen Generika-Anteil haben (50%). Dort ist der Anreiz in Forschung zu investieren wesentlich höher, da man mit patentfreien Arzneimittel deutlich weniger Gewinn erzielt. "Natürlich sind Generika kein Allheilmittel für das Gesundheitswesen", erklärt Andiel, "schließlich sind die Arzneimittelkosten auch nicht der Hauptgrund für das Defizit der Krankenkassen". Aber ohne generische Konkurrenz gibt es für die Anbieter von patentabgelaufenen Originalpräparaten keine Veranlassung die Preise zu senken.

Skepsis der Patienten verständlich

   Die Skepsis der Patienten gegenüber preiswerten Arzneimitteln sei laut Andiel durchaus verständlich, werde doch selbst in Expertenkreisen noch über Qualität und Wirksamkeit von Generika diskutiert. Eine Diskussion, die in weiter entwickelten Arzneimittelmärkten längst abgeschlossen ist. In Österreich sei bisher der Eindruck entstanden, als würden Patienten ab einem bestimmten Stichtag zwangsweise auf Generika umgestellt werden. "Tatsache ist, dass wie bisher der Arzt das optimale Medikament für die Behandlung seines Patienten auswählen wird", so Andiel, "es muss nur nicht jedesmal auch das Teuerste sein".

Arzt und Apotheker wichtigste Ansprechpartner

   Information und Aufklärung durch Arzt und Apotheker sind die sinnvollste Maßnahme, um Patienten mit den für sie "neuen" Medikamenten vertraut zu machen. Vor allem die Apotheken, in ihrer zentralen Rolle als Drehscheibe der Nahversorgung, sind die Eckpfeiler jeder Arzneimittelinformation. "Der hohe Ausbildungsstandard der österreichischen Ärzte und Pharmazeuten ist ein zusätzlicher Qualitätsgarant für unsere Generika", meint Andiel, "kein Arzt würde ein ungeeignetes Präparat verschreiben und kein Apotheker würde es dem Patienten aushändigen".
 


Pharma-Industrie drängt auf Gesundheitsreform
Nicht alle Österreicher bekommen die Therapie, die sie wirklich brauchen

Monatelang wurde sie ankündigt - passiert ist bisher nur wenig: Die Gesundheitsreform, Kernstück des angekündigten Reformprogramms der Regierung, ist mittlerweile ins Stocken geraten. Außer dem Arzneimittelsparpaket, das von der Pharma-Industrie nach wie vor abgelehnt wird, hat sich kaum etwas getan. "Wir brauchen dringend eine echte Gesundheitsreform", fordert Erhard P. Geisler, Geschäftsführer der Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen. "Dafür ist aber notwendig, dass nicht wie bisher ständig nur über Preise diskutiert wird, sondern über Qualität und Leistungen im Gesundheitswesen."

Beispielsweise sei es noch lange nicht so, dass alle Österreicher die Therapie bekommen, die sie auch tatsächlich brauchen. Erhard P. Geisler: "Bei manchen Krankheiten gibt es sogar eine regelrechte Unterversorgung mit modernen Therapien und Medikamenten." Unterstützung erhält der Pharmig-Chef vom Gesundheitssprecher der ÖVP, Erwin Rasinger. Dieser stellt in der Zeitung "Doktor in Wien" (12/2003), dem offiziellen Organ der Wiener Ärztekammer, fest: "60 Prozent der Bevölkerung leiden unter Fettstoffwechsel-Störungen und an einem erhöhten Cholesterinwert. 15 bis 20 Prozent benötigen Statine (Anm.: Blutdrucksenker), verschrieben bekommen es österreichweit jedoch nur 2 Prozent."

"Damit können und dürfen wir uns nicht abfinden", so Pharmig-Chef Geisler. "Der Patient muss im Zentrum unserer Bemühungen stehen - doch darauf hat man offenbar vergessen. Was es derzeit gibt, ist ein Trend zur Billigmedizin. Von einer echten Gesundheitsreform erwarte ich mir aber eine Orientierung am Wesentlichen: An den Bedürfnissen des Patienten."


Kwizda - Gesundheit aus Österreich
Kwizda-Pharma startet mit eigenem Außendienst in den deutschen Markt

Mit veränderten Strukturen und einem eigenen Außendienst startet Kwizda Pharma zu Beginn des neuen Jahres in den Indikationsgebieten Hirnleistungsstörungen und Bluthochdruck erstmalig in den deutschen Markt. Um zunächst Allgemeinmedizinern, Praktikern und Nervenärzten einen noch größeren Service und eine intensivere Betreuung anzubieten, treibt Kwizda Pharma den Aufbau des Unternehmens vorerst in ausgewählten Bundesländern forciert voran. Bereits seit Ende 2003 bietet Kwizda Pharma seine in Deutschland bewährten Präparate Ergobelâ (Wirkstoff Nicergolin), Tanatrilâ (Wirkstoff Imidapril) und Furo-Aldopurâ (Wirkstoff Furosemid/Spironolacton) mit Kompetenz und Erfahrung direkt unter eigenem Namen an.
In den Bereichen Marketing und Kommunikation begleitet Herbert Pachler, PBK Ideenreich die Markteinführung. Weitere Präparate befinden sich in Vorbereitung.
Verantwortung für das Deutschlandgeschäft von Kwizda Pharma übernimmt Dr. Andreas Köttl aus dem eigenen Stammhaus in Wien.
Kwizda Pharma beschäftigt im Life Science-Bereich mehr als 1100 Mitarbeiter und ist unter der Leitung von Dr. Johann F. Kwizda und Mag. Richard P. Kwizda ein erfolgreiches Familienunternehmen in österreichischer Hand. Seit Jahrzehnten ist die diversifizierte Unternehmensgruppe Kwizda im Bereich Pharma und Pharmahandel sowohl als einer der führenden Hersteller rezeptpflichtiger und rezeptfreier Arzneimittel als auch als Großhändler und Anbieter von Gesundheitsdienstleistungen tätig.
 


Erdbeer-Gen liefert Vitamin-C-Bombe
Gen GalUR für kommerzielle Ascorbinsäure-Produktion von Bedeutung

Spanische Molekularbiologen haben in reifen Erdbeeren ein Gen entdeckt, das die Entwicklung "vitamin-getränkter" Früchte vorantreiben könnte. Das Gen GalUR ist für jenes Erdbeeren-Enzym verantwortlich, dass das Protein D-Galakturonsäure in Vitamin C verwandelt. GalUR könnte somit den Baustein für Früchte mit der Extra-Portion Vitamin C legen, schreiben die Forscher der Universität von Malaga in Nature Biotechology http://www.nature.com/biotech . Da Vitamin C als die wichtigste produzierte Spezialsubstanz der Welt gilt, könnte die Entdeckung des Gens einen wesentlichen Einfluss auf die kommerzielle Produktion der Substanz haben.

Forscher unter der Leitung von Victoriano Valpuesta testeten das selbe Gen in der Pflanze Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand). Sie gilt als die am besten erforschte Pflanze der Welt. Es zeigte sich, dass Gene, die das Enzym überexprimierten, den zwei- bis dreifachen Vitamin-C-Gehalt lieferten. So könnten auch andere Pflanzen, die dieses Gen nutzen, mit einem hohen Gehalt an Vitamin C (Ascorbinsäure) gezüchtet werden.

Im Jahr 2000 ist es Forschern bereits gelungen, den Vitamin-C-Gehalt in Salat zu erhöhen. Zu diesem Zweck wurde das Gen für das Enzym Oxidase eingebracht. Da das Gen allerdings von einer Ratte stammte, musste mit Widerstand der Konsumenten gerechnet werden. Da in der aktuellen Studie das Gen von Erdbeeren stammte, rechnet Valpuesta mit größerem Vertrauen in der Bevölkerung. Ökologen stehen genetisch veränderten Anbaupflanzen im Allgemeinen skeptisch gegenüber. Die langfristige Auswirkung auf Gesundheit und Umwelt könnte gefährlich sein.


Anti-Schlafmittel Provigil ringt um breiteren Einsatz
Kritiker befürchten Missbrauch durch die 24-Stunden-Gesellschaft
 

Das in den USA und Großbritannien bekannte Medikament Provigil gegen Narkolepsie könnte bald auch für andere Personengruppen wie z.B. für müde Schichtarbeiter lizenziert werden. Diese Aussicht bringt eine Diskussion über den Verkauf von Blockbuster-Medikamenten, die einem Schlaf beraubten Lebensstil entgegenwirken, ins Rollen. Derzeit ist Provigil, ein Produkt des US-Biotech-Unternehmens Cephalon http://www.cephalon.com , für unkontrollierbare Schlafanfälle als Anti-Schlafmittel zugelassen.
 

Vergangene Woche verkündete das in West Chester, Pennsylvania, ansässige Unternehmen die Ergebnisse an 209 Schichtarbeitern. Demnach soll Provigil jenen mit einer "Nachtschicht-Schlafstörung" – eine durch ungewöhnliche Arbeitszeit ausgelöste extreme Müdigkeit – helfen. Diese Untersuchung war Teil des Cephalons-Versuch, die Einsatz-Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten von Provigil zu vergrößern. Letztendlich hofft man, das Anti-Schlafmittel bei Menschen einsetzten zu können, die aufgrund einer medizinischen Störung an Schläfrigkeit leiden. Noch in diesem Jahr sollen die Daten dieser und weiterer Untersuchungen zur Zulassung an die US-Gesundheitsbehörde FDA übermittelt werden.
 

Kritiker befürchten, dass dann Provigil nicht nur bei Patienten mit einer Schlafstörung, sondern auch bei gesunden Personen mit einem Schlafmangel zur Anwendung kommt. Provigil könnte das Mittel der Wahl für die "24-Stunden-Gesellschaft" werden. Schlafforscher betonen, dass Patienten mit hohen Arbeitsanforderungen und einem fordernden Lebensstil bereits nach Provigil fragen, um wach zu bleiben. Laut Angaben des Schlafexperten Thomas Scammell von der Beth Israel Deaconess Sleep Disorders Clinic in Boston wird es auch bereits verschrieben.

Die klinische Studie an Schichtarbeitern ist die letzte einer ganzen Studienreihe, um zu zeigen, wie verschiedene Bevölkerungsgruppen von Provigil profitieren könnten. Die Wirkung wurde auch bei Hubschrauber-Piloten des Militärs und Multiple-Sklerose-Patienten getestet. Weiters werden sich die Forscher Fernfahrern, medizinischem Personal und Soldaten widmen.
 

Wie BBC berichtet, ist die Tatsache, dass Provigil wirkt, keine Überraschung. In vergangenen Studien hat sich herausgestellt, dass das Medikament ein wirksames Stimulanzmittel ist. Wie es allerdings die Wachsamkeit verlängert, soll nicht gut erforscht sein. Vermutlich wirkt es im präfrontalen Kortex des Gehirns. Der präfrontale Kortex empfängt hochverarbeitete visuelle, auditorische und somatosensorische Informationen und integriert diese laufend in Hinblick auf die aktuelle Situation, in der sich der Mensch gerade befindet.
 


 

Ende der Kühlpflicht bei Medikament zur Behandlung der Multiplen Sklerose



"Durch die Zulassung haben die Patienten auf Reisen oder bei ihren Aktivitäten außer Haus sehr viel mehr Möglichkeiten zur Aufbewahrung des Medikaments. Damit wird eine Verbesserung ihrer Lebensqualität insgesamt erreicht. Darüber hinaus ist eine verbesserte Compliance der mit Betaferon(R) behandelten Patienten zu erwarten, was wiederum den Nutzen dieser hoch wirksamen MS-Therapie noch weiter steigern wird", so Dr. Joachim-Friedrich Kapp, Leiter des Geschäftsbereichs Spezial-Therapeutika der Schering AG. Die Entwicklung des raumtemperaturstabilen Betaferon(R) sei laut Kapp die neueste Innovation auf dem Weg der Therapieoptimierung für Patienten und Neurologen.

Die positiven Erfahrungen, die in den Vereinigten Staaten seit Einführung der raumtemperaturstabilen Variante von Betaferon(R) im Mai 2002 gesammelt wurden, bestätigten den höheren Komfort und die größere Flexibilität bei der Betaferonbehandlung für Patienten mit schubförmig remittierender bzw. sekundär progredienter Multipler Sklerose. Die Schering AG arbeitet auch weiterhin daran, diese Bedürfnisse noch mehr zu erfüllen.

Zwtl: Multiple Sklerose - weltweit 2,5 Millionen Menschen erkrankt

MS ist eine Erkrankung des Zentralnervensystems, die Gehirn und Rückenmark befällt. Schätzungen besagen, dass bis zu 2.5 Millionen Menschen weltweit an dieser Krankheit leiden. Darüber hinaus stellt sie bei jungen Erwachsenen die wichtigste erworbene neurologische Erkrankung dar. MS wird von den Betroffenen oft nicht sofort erkannt, da die Symptome unspezifisch und denjenigen anderer Erkrankungen ähnlich sind. Als Anzeichen und Symptome von MS gelten Erschöpfung, psychische und kognitive Veränderungen, Schwäche oder Lähmungserscheinungen in Extremitäten, Taubheit, Seh- und Sprachstörungen, Gehstörungen bzw. motorische Störungen, Blasenschwäche und sexuelle Funktionsstörungen.

Zwtl: Schering-Interferon zur Behandlung

In den Vereinigten Staaten, Kanada und Europa war Betaferon(R) das erste für die Therapie der schubförmig remittierenden MS zugelassene Medikament. Darüber hinaus ist Betaferon(R) in Europa, Kanada und Australien für die Behandlung der fortgeschritteneren sekundär progredienten Form von MS zugelassen. Die Wirksamkeit von Betaferon(R) beruht auf dem Prinzip der hohen Dosierung und häufigen Verabreichung. Gegenwärtig werden zwei Studien mit Betaferon(R) durchgeführt: "BENEFIT" und "BEYOND". "BENEFIT" ist eine multizentrische Phase-III-Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von Interferon beta-1b (Betaferon(R)) bei Menschen mit ersten klinischen Symptomen von MS. "BEYOND" ist eine multinationale Phase-III-Studie zur Untersuchung einer neuen hohen Dosierung von Betaferon(R) (Interferon beta-1b), die Patienten mit schubförmig remittierender Multipler Sklerose (MS) subkutan injiziert wird. Die BEYOND-Studie (Betaferon Efficacy Yielding Outcomes of a New Dose) wird mit mehr als 2.000 Patienten die bisher umfangreichste MS-Studie sein.

Betaferon(R) (Interferon beta-1b) wird in den USA als Betaseron(R) von Berlex Laboratories, Inc., der US-Tochter der Schering AG, Berlin, Deutschland vertrieben.

Zwtl: Schering - ein forschende Pharmaunternehmen

Die Schering AG ist ein forschendes Pharma-Unternehmen, das seine Aktivitäten auf vier Geschäftsfelder konzentriert:
Fertilitätskontrolle&Hormontherapie, Diagnostika&Radiopharmaka, Dermatologie sowie Spezial-Therapeutika für schwere Krankheiten in den Indikationsgebieten Zentrales Nervensystem, Onkologie und Herz-Kreislauf. Schering setzt auf Innovationen und will mit neuartigen Produkten als Global Player in speziellen Märkten weltweit führend sein. Mit eigener F&E-Infrastruktur, verstärkt durch ein weltweites Netzwerk von externen Partnern, wird eine Erfolg versprechende Produkt-Pipeline sichergestellt. Mit neuen Ideen leistet Schering einen anerkannten Beitrag zum medizinischen Fortschritt und will die Lebensqualität der Menschen verbessern:
making medicine work
 


Viagra verbessert Hirnfunktion
Wirkstoff Sildenafil regt nach Schlaganfall Wachstum von Gehirn-Nervenzellen an
 

Das Potenzmittel Viagra wirkt nicht nur unter der Gürtellinie. Wie Michael Chopp auf der derzeit in Texas stattfindenden "International Stroke Conference" http://www.strokeconference.org berichtet, regt das Medikament das Wachstum von Nervenzellen an und verbessert die Gehirnfunktion. Die Forscher gehen davon aus, dass Viagra jene Veränderungen im Gehirn fördert, die zur Wiederherstellung der Funktion beitragen. Die beobachtete Wirkung beruht vermutlich auf der Hemmung des Botenstoffes cGMP (zyklisches Guanosin-Monophosphat) im Gehirn.
 

Im Tierversuch lösten die Forscher um Chopp bei Ratten einen experimentellen Schlaganfall aus und behandelten die Tiere sechs Tage lang mit Sildenafil, dem Viagra-Wirkstoff. Nach 28 Tagen zeigte sich, dass die Zahl neuer Gehirnzellen bei den mit dem Potenzmittel behandelten Ratten signifikant zunahm und die Gehirnschäden linderten. Die Fläche neuer Zellen betrug bei Ratten, die zwei Milligramm Viagra erhielten 237,27 mm2. Bei jenen, denen fünf Milligramm Viagra verabreicht wurden, betrug die Fläche 541,02 mm2. Bei unbehandelten Ratten lag die Zellfläche bei lediglich 177 mm2.
 

Mit verschiedenen Tests untersuchten die Forscher des Henry Ford Hospitals in Detroit die sensorischen und motorischen Fähigkeiten der Tiere. Viagra-Ratten schnitten im Durchschnitt besser ab. Selbst wenn die Behandlung erst Tage nach dem Schlaganfall gestartet wurde, bildeten sich neue Nervenzellen und die Gehirnfunktion verbesserte sich. Dies sowohl bei jungen als auch älteren Ratten. Chopp hofft mit Viagra eine medikamentöse Therapie zur Verbesserung der Wiederherstellung von verletztem Nervengewebe gefunden zu haben.
 


Aspro und Rennie mit Blindenschrift
Roche Austria setzt neue Maßstäber in der Packungsdeklaration
 

Bis jetzt war es für blinde und stark sehbehinderte Menschen nicht so einfach, im Medikamentenschrank den "richtigen Griff“ zu tun. Dabei liegt die Lösung buchstäblich auf der Hand und wurde auch gleich von Roche Austria entsprechend umgesetzt: ab sofort sind sämtliche Packungen ASPRO und RENNIE (räumt den Magen auf) nicht nur in herkömmlicher sondern zusätzlich in Blindenschrift beschriftet.
 

Ein kleiner Schritt mit großer Wirkung, der – so wäre es jedenfalls wünschenswert – von vielen Unternehmen (nicht nur im Pharmabereich, z.B. auch im Lebensmittel-handel) als Anregung aufgenommen werden sollte
 


Pharmabranche setzt auf Biotechnologie
USA nimmt dominierende Wettbewerbsposition ein
 

40 Prozent der pharmazeutischen Patentanmeldungen weisen Verbindung zur Biotechnologie auf. Eine dominierende Wettbewerbsposition nehmen die USA ein, eine im Vergleich sinkende die deutsche Pharmaindustrie. Dies geht aus einer Studie des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI http://www.isi.fhg.de zum Einfluss der Biotechnologie auf die pharmazeutische Industrie hervor.
 

Insbesondere bei der forschungsintensiven Wirkstoffforschung weisen laut Studie viele Anzeichen auf eine sinkende Wettbewerbsposition Deutschlands hin. Deutsche Unternehmen geben wesentlich weniger für Forschung und Entwicklung aus als beispielsweise die Vereinigten Staaten. Dort liegen die Ausgaben mit jährlich 19 Mrd. Euro deutlich höher als in Europa, das insgesamt rund 14 Mrd. Euro für die Erforschung und Entwicklung neuer Pharmazeutika ausgibt.
 

Obwohl Europa seine Ausgaben in den letzten fünf Jahren damit um knapp 60 Prozent steigerte, reicht dies nicht aus, den erheblichen Innovationsschub in den USA auszugleichen. Dort betrug die Steigerungsrate fast 120 Prozent. Ein weiterer Grund für Deutschlands Rückstand ist die unterschiedlich starke Verbreitung moderner biotechnologischer Verfahren in der Pharmaindustrie. Nach den Untersuchungen der Fraunhofer-Forscher ist in
Deutschland der Durchdringungsgrad der Biotechnologie im Pharmasektor deutlich geringer als in den Vereinigten Staaten. So wiesen Ende der 90er Jahre weltweit bereits 40 Prozent der pharmazeutischen Patentanmeldungen eine Verbindung zur Biotechnologie auf. Doch während die Vereinigten Staaten gut fünf Prozent über dem weltweiten Durchschnitt liegen, liegt Deutschland rund fünf Prozent darunter.
 

Auch in der Unternehmensstruktur der biotechnologierelevanten Pharmaforschung kam es in den letzten Jahren in Deutschland zu bemerkenswerten Verschiebungen. Die großen multinationalen Pharmakonzerne haben ihre führende Rolle deutlich eingebüßt. Ihr Anteil an den Patentanmeldungen ist im Verlauf der 90er Jahre von 65 Prozent auf 43 Prozent gefallen. Sie mussten Anteile abgeben, und zwar an Biotechnologieunternehmen und an so genannte Wissenschaftserfinder. Dahinter verbergen sich häufig Hochschulen. In den USA war das Verhältnis zwischen den großen Pharmafirmen und den jungen Biotechnologiefirmen insgesamt deutlich ausgeglichener. Kooperationen sind für die großen Pharmakonzerne ein Weg, sich das notwendige Know-how und die neuesten Ergebnisse der biotechnologierelevanten Pharmaforschung sicherzustellen. Das zeigen Analysen der Wissenschaftler des Fraunhofer ISI zum Publikationsverhalten der Unternehmen.
 

Während insbesondere deutsche Universitäten zugunsten amerikanischer Einrichtungen an Bedeutung verloren, setzen sich deutsche Biotechnologieunternehmen als Lieferanten von Know-how zunehmend besser in Szene. Sie konnten mittlerweile die US-Monopolstellung der 90er Jahre durchbrechen. Waren früher ausschließlich amerikanische Biotechnologieunternehmen an den Publikationen deutscher Pharmakonzerne beteiligt, so stellen deutsche Biotechnologieunternehmen mittlerweile bei 22 Prozent aller Publikationen die Koautoren.
 


Medikamente passieren mit Ultraschallstrahl Blut-Hirn-Schranke
Wirksubstanz in Fettbläschen verursachen winzige Löcher in Schutzschicht
 

 Wissenschaftlern der Abteilung für Radiologie http://www.brighamandwomens.org/radiology am Brigham and Women's Hospital in Boston ist es gelungen, mittels Ultraschall Medikamente durch die Blut-Hirn-Schranke zu schleusen. Dabei werden durch einen gezielten Ultraschall Wirkstoffe in kleinen Fettbläschen an den Wunschort befördert. In Folge entsteht in der Blut-Hirn-Schranke, die normalerweise große Moleküle vor dem Eintritt vom Blutkreislauf in das Gehirn abhält, ein kleines Loch. Durch diese Lücke gelangen die Medikamente in das Gehirn, wie das Team um den Radiologen Kullervo Hynynen im Rahmen des Jahrestreffen der Acoustical Society of America http://asa.aip.org in Fort Lauderdale, Florida, berichtete.
 

Die Wissenschaftler entdeckten, dass ein schwacher Ultraschall eine Blase, auf die er gerichtet ist, zum Vibrieren und Platzen veranlasst. Das entstehende Loch in der Blut-Hirn-Schranke schließt sich innerhalb weniger Tage wieder, erklärte Hynynen. Die Bläschen könnten mit jedem gewünschten Medikament - in einer zudem nur geringen Dosismenge – versetzt werden. Forscher am Brigham and Women's Hospital beschäftigen sich derzeit mit der Umsetzung, kleine Dosen eines Toxins zu den nicht richtig funktionierenden Nervenzellen, die Epilepsie verursachen, zu befördern, ohne gesunde Neuronen zu töten.
 

Bei Medikamenten gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer, Parkinson, Epilepsie und Schizophrenie verhindert die Blut-Hirn-Schranke häufig das Eindringen ins Gehirn. Dadurch ist es Forschern nicht möglich, große Medikamentenmoleküle einzusetzen. Kleine Molekülen wiederum bergen das Problem, sich überall im Gehirn zu verteilen. Sie können, bei Bestimmung für eine Hirnregion, in einem anderen Gebiet nicht erwünschte Nebenwirkungen verursachen.
 


Antioxidantien lassen Mäuse alt aussehen
Studie beweist erneut lebensverlängernde Wirkung von Vitamin C und E
 

Forscher des Buck Institutes for Age Research http://www.buckcenter.org haben nachgewiesen, dass antioxidative Medikamente ein Mäuseleben um das Vierfache verlängern können. Der Molekulargerontologe Simon Melov vom Buck Institute stellt allerdings klar, dass es zwischen der Lebensverlängerung von Genmäusen und Menschen beträchtliche Unterschiede gebe. Die Studie, die im Journal of Neuroscience http://www.jneurosci.org veröffentlicht wurde, baut auf vergangenen Arbeiten über die Lebensverlängerung von Nematoden mittels Antioxidantien wie Vitamin C und E auf.
 

Laut Melov hat die Studie erstmals bewiesen, dass Antioxidantien Säugetieren zu einem längeren Leben verhelfen. "Die Ergebnisse sind ein weiterer Schritt im Verständnis über die Arten der Schädigungen, die während des Alterns eintreten", erklärte Melov. Antioxidantien sind natürliche oder synthetische Substanzen, die die Zellen des Organismus und auch Lebensmittel vor Schädigung durch Einwirkung von Sauerstoff schützen. Ihre Wirkung beruht auf der Fähigkeit, die durch Sauerstoff eingeleiteten chemischen Reaktionen (Oxidation) abzubrechen. So verhindern sie z.B. das Ranzigwerden bei Ölen und Fetten. In menschlichen Zellen führt die Oxidation zur Schädigung des Erbmaterials, der DNA. In der Folge kann dies zu Krebs aber auch, wie Forscher behaupten, zu mit dem Alterungsprozess in Verbindung stehenden Veränderungen führen.
 

Im Versuch wurden die Mäuse genetisch so verändert, dass sich eine oxidative Schädigung vollzog und sie ohne Medikamente nur rund eine Woche überlebten. Dadurch erhielten die Forscher rasch die Ergebnisse. Laut Melov reduzierten die Medikamente die Bildung so genannter freier Radikale, die während der Oxidation entstehen, auf Null. Diese toxischen Moleküle werden in den Körperzellen produziert und können Schäden an den Zellen hervorrufen.
 

"Teile der Antioxidantien dringen in die Zellen bis zu den Mitochondrien, den so genannten Kraftwerken der Zellen, vor und wirken den von den freien Radikalen ausgelösten Alterungsprozessen entgegen", erklärte der Molekulargerontologe. Die Antioxidantien bewirkten bei den Genmäusen eine Lebensdauer von vier Wochen. Normalerweise lebten die Mäuse nur eine Woche. Die Ergebnisse zeigten, dass derartige Medikamente präventiv gegen oxidative Schädigungen im Gehirn wirkten. "Dies ist besonders für Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer interessant", ergänzte Melov. Im nächsten Schritt will er die Studie an gewöhnlichen Mäusen durchführen.
 


Hühnergenom ersetzt Mäuseversuche
Forscherteam erstellt Gen-Katalog des Geflügels
 

Gezüchtete Hühnerzellen und befruchtete Eier könnten bald Mäuse in Laborversuchen ersetzen. Dies behauptet eine britische Forschergruppe, die einen Genkatalog von Hühnern erstellen will. Dadurch ist es Forschern möglich, individuell Gene aus gezüchteten Hühnerzellen zu entnehmen und ihre Funktion zu erforschen. Der Vorteil von Hühnerembryonen, die sich in Eiern und nicht im Muttertier entwickeln, sei ihre unkomplizierte Manipulation.
 

Derzeit werden Experimente zur Ermittlung von Genfunktionen an transgenen Mäusen vorgenommen. Derartige Versuche sind laut Forschern teilweise sehr teuer und schwierig durchzuführen. Das Team, eine Kooperation der University of Dundee http://www.dundee.ac.uk , der University of Nottingham http://www.nottingham.ac.uk , der UMIST http://www.umist.ac.uk , dem Roslin Institut http://www.roslin.ac.uk sowie dem amerikanischen Genomtechnologie-Unternehmen Incyte Genomics http://www.incyte.com hofft, dass sich bei zahlreichen Genfunktions-Experimenten Zellkulturen von Hühnern und Embryonen als bessere Versuchsobjekte als Labormäuse herausstellen. "Die meisten Hühnergene haben Ähnlichkeiten mit jenen des Menschen. Somit hat das Wissen über die Funktion von Hühnergenen direkte Auswirkungen auf das Verständnis der menschlichen Biologie", behauptet Cheryll Tickle von der Dundee University.
 

"Das Unwissen über das Hühnergenom machte das Huhn zu einem bisher übergangenen Versuchsobjekt", so Dave Burt vom Roslin Institut. Das Projekt ist der erste Versuch in großem Rahmen, das Genom eines Vogels zu charakterisieren. Die Forschung kann nach Ansicht der Wissenschaftler auch zu einem besseren Verständnis über die Vogelbiologie wie Gesang, komplexe Verhaltensmuster und Evolution führen. Unterstützt wird das Vorhaben vom Biotechnology and Biological Sciences Research Council (BBSRC) http://www.bbsrc.ac.uk der britischen Regierung. Dem Hühnergenom-Projekt wird von 15. bis 16. Dezember ein Workshop in Manchester gewidmet.
 

Das Huhn ist das erste Wirbeltier, an dem nach der Wiederentdeckung der Mendelschen Gesetze Studien mittels Gentechnik durchgeführt wurden. Forschungen an Hühnertumoren führten zur Entdeckung von Retroviren (z.B. HIV) und Onkogenen (genetisches Material, das Krebs verursachen kann). Studien des Immunsystems von Hühnern resultierten in der Identifikation der B- und T-Zellen der menschlichen Immunabwehr.
 


"Pharma-Tests" - Pharmaindustrie: Seriosität hat Vorrang
Schon jetzt gelten strenge Richtlinien
 

Die "Androhung" von mehreren medizinischen Fachzeitschriften, zusätzliche Regulative bei der Veröffentlichung von Klinischen Studien, die bindend für die Testung von Arzneimitteln vorgeschrieben sind, einzuführen, bzw. die Richtlinien für die Publikation von wissenschaftlichen Arbeiten zu verschärfen, ist für die Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, nur sehr schwer nachzuvollziehen, da schon jetzt sehr strenge Richtlinien dafür gelten.
 

Dr. Ernst Agneter, Vorsitzender des Pharmig-Fachausschusses für Forschung und Entwicklung betont, dass die pharmazeutische Industrie kein wie immer geartetes Interesse daran haben kann, unseriöse Studien zu veröffentlichen, da dies nicht nur der Glaubwürdigkeit des einzelnen Unternehmens bzw. der gesamten Branche untergraben, sondern unter Umständen sogar Menschenleben gefährden könnte. Seriosität hat daher eindeutig Vorrang.
 

DIE FAKTEN:
 

1) Klinische Studien (auch: Klinische Prüfungen, Anm.) unterliegen weltweit sehr hohen und einheitlichen Standards und bedürfen vor ihrem Beginn der Zustimmung durch eine Ethikkommission.
 

2) Sie werden auf internationaler Ebene unter Einbeziehung hervorragender Wissenschafter durchgeführt; durch die internationale Vernetzung, durch das Internet und die Mittel der elektronischen Kommunikation sind Klinische Studien heute auch transparent wie nie zuvor.
 

3) Die Ergebnisse von Klinischen Studien werden zur weiteren Transparenzmachung natürlich namhaften Fachjournalen angeboten; vor einer Veröffentlichung erhalten zwei unabhängige Experten diese Studie in anonymisierter Form zur Überprüfung der Wissenschaftlichkeit ("Peer Review"). Erst nachdem diese Experten "grünes Licht" gegeben haben, werden die Arbeiten in die Publikation auf-genommen. Allein die Tatsache, dass Veröffentlichungen von diesen Experten auch zurückgewiesen werden, macht deutlich, dass der Kontroll-Prozess ausge-zeichnet funktioniert.
 

4) Österreich verfügt über ein ausgezeichnetes behördliches Kontroll-System in den Bereichen Klinische Prüfungen und Arzneimittel-Überwachung. Daher ist eine hohe Qualität sichergestellt, was die Pharmaindustrie sehr begrüßt.
 

Die Ergebnisse von Klinischen Studien sichern die Wirkungsweisen von Arzneimitteln ab. Sie helfen, potenzielle unerwünschte Wirkungen möglichst frühzeitig zu erkennen und ein Nutzen-Risiko-Profil zu erstellen. Sie tragen so zum medizinischen Wissen und Fortschritt bei und sind daher ein unverzichtbarer Beitrag zur Arzneimittelsicherheit und damit zur Patientensicherheit, sagte Agneter dazu.
 

HINTERGRUND: EIN MEDIKAMENT = 10 GROSSRAUM-JETS
 

Die Entwicklung eines einzigen Medikaments nimmt 10 bis 12 Jahre in Anspruch und kostet bis zur Marktreife bis zu 14 Milliarden Schilling, was dem Preis von 10 Großraumjets vom Typ Boeing 777 entspricht. Diese horrenden Forschungskosten, die von den einzelnen Unternehmen privatwirtschaftlich aufgebracht werden müssen, sollten dann bis zum Ablauf der Patentschutzzeit in nur 8 bis 10 Jahren wieder ein-gebracht werden. Das ist aber nur bei jedem dritten Medikament der Fall.
 

Internationale Pharmaunternehmen investieren bis zu 20 Prozent ihrer Umsätze in Forschung und Entwicklung. Die Pharmaindustrie ist damit jene Branche, die im Vergleich zu anderen am meisten in F&E investiert. So wendet die Autoindustrie maximal 2 Prozent, die Telekommunikation 3 - 5 Prozent, oder die Raumfahrt 3,7 Prozent für Forschungsausgaben auf.
 


Interpharma veröffentlicht Fabrikpreise von Medikamenten
Pharmabranche will mehr Transparenz schaffen
 

Die Kosten für Arzneimittel in der Schweiz werden übersichtlicher. Auf der Internetseite http://www.sl-preise.ch können die Publikumspreise von Medikamenten der Spezialitätenliste heruntergeladen werden. Jetzt hat die Interpharma http://www.interpharma.ch dort auch die Fabrikabgabepreise veröffentlicht. Der Verband der Firmen Serono, Novartis und Roche will damit mehr Transparenz schaffen. Interpharma-Generalsekretär Thomas Cueni: "Wir legen offen dar, wieviel der Hersteller vom Verkaufspreis eines Arzneimittels erhält und wie hoch der Anteil ist für den Vertrieb und die Abgabe." Auf der Internetseite können Konsumenten nun nachschauen, wie sich das neue Krankenversicherungsgesetz auf die Preise für Medikamente auswirkt.
 

Mit der Revision des Krankenkassengesetzes gilt ab 1. Juli 2001 ein neues Modell zur Berechnung der Preise von Medikamenten der Spezialitätenliste. Das Bundesamt für Sozialversicherung hat die Publikumspreise neu festgelegt. Das System führt zu einer leistungsbezogenen Abgeltung bei der Abgabe von Arzneimitteln. Das bedeutet: tiefpreisige Medikamente werden leicht verteuert, hochpreisige hingegen wesentlich günstiger. Auch der Fabrikabgabepreis für vergütungspflichtige Medikamente haben sich in der Folge verändert.
 

Die Interpharma steht für den Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen der Schweiz. Serono, Novartis und Roche sind die Mitglieder. Die Internetseite hat Interpharma in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Chemische Industrie und der Vereinigung der Importeure pharmazeutischer Spezialitäten realisiert.
 


Wissenschaftler lösen Diabetes-Aspirin-Rätsel
Enzym-Blockade führt zu gesteigerter Insulin-Empfindlichkeit
 

Wissenschaftler der Harvard University http://www.harvard.edu und der University of California http://www.ucsd.edu haben mit zuckerkranken Mäusen nachgewiesen, dass hohe Aspirindosen die Funktion des Enzyms ikB Kinase (ikkBeta) blockieren und dadurch eine gesteigerte Empfindlichkeit des Körpers für Insulin ausgelösen. In der Folge fallen die Blutzuckerwerte, berichtet das Fachmagazin Science. http://www.sciencemag.org
 

Der leitende Wissenschaftler Steven E.. Shoelson erklärte, dass diese Studie erklären helfe, wie Übergewicht und fettreiche Ernährung eine Insulinunempfindlichkeit hervorrufen. Obwohl Aspirin im Laufe der Zeit eine Wirkung gegen Diabetes entfalten kann, ist die dafür notwendige Dosis laut Shoelson gefährlich. Um den Blutzucker bei einem Diabetiker zu senken, wären langfristig die Gabe von sechs bis acht Gramm Aspirin notwendig. Zwei handelsübliche Tabletten machen in etwa 0,65 Gramm aus. Hohe Aspirindosen können ernste Nebenwirkungen wie Darmblutungen, Schwindel und Übelkeit verursachen. "Wir müssen ernsthaft davon abraten, eine Diabetesbehandlung mit Aspirin in Betracht zu ziehen."
 

Derzeit sucht das Team nach einem chemischen Molekül, das die Funktion von ikkBeta ohne die Nebenwirkungen von Aspirin blockiert. "Nachdem wir jetzt ein Protein-Ziel definiert haben, versuchen wir entsprechende Medikamente zu entwickeln." Vorläufige Studien mit Mäusen haben vielversprechende Ergebnisse geliefert. Jedoch wird laut Shoelson eine jahrelange Forschungsarbeit notwendig sein, bis Tests mit Patienten durchgeführt werden können.
 

1876 entdeckte ein Arzt, dass sich der Zustand seiner Diabetes-Patienten nach der Gabe eines aspirinähnlichen Medikaments deutlich verbesserte. Um die Jahrhundertwende und in den 50er-Jahren machten weitere Mediziner ähnliche Beobachtungen. Eine nähere Erforschung dieses Phänomens fand in der Folge jedoch nicht statt.
 


SmartCard überwacht Medikamentenkonsum
Pilotprojekt in Australien gestartet
 

 In Südaustralien ist ein Pilotprojekt gestartet worden, bei dem der Medikamentenkonsum von Patienten auf einer SmartCard gespeichert wird. Dabei werden nicht nur ärztlich verschriebene Medikamente erfasst, sondern auch rezeptfreie bzw. alternative. Diese Informationen können von Apotheken abgerufen werden. Durch die Aufzeichnung soll der Medikamentenkonsum kontrolliert werden und gefährliche Kombinationen von Medikamenten vermieden werden. http://australianit.news.com.au/common/storyPage/0,3811,2517256%5E442,00.html
 

Das Projekt mit Namen "Winston" wird gemeinsam von der University of South Australia http://www.unisa.edu.au und dem Adelaide Women’s and Children’s Hospital http://www.wch.sa.gov.au betrieben und befindet sich in einer sechsmonatigen Testphase. Vorerst nehmen drei Apotheker und 30 Patienten daran teil.
 

Die Patienten geben Informationen ihren Medikamentenkonsum betreffend auf einer Webpage ein und übermitteln diese freiwillig mittels SmartCard an ihren Apotheker. Patienten würden oft nur ungern über alternative Medizin mit ihrem Arzt sprechen, erläutert Jean-Pierre Calabretto vom Adelaide Women’s and Children’s Hospital. Dabei seien diese Informationen jedoch "wirklich wichtig", um gefährliche Wechselwirkungen der Medikamente zu vermeiden. Deshalb habe man Apotheker ausgewählt.
 

In Zukunft ist eine Ausweitung des Systems möglich. Via Internet und SmartCard könnten etwa Apotheker, Ärzte und Krankenhäuser auf die medizinischen Daten von Patienten zugreifen. Die Überwachung des Medikamentenkaufs soll verhindern, dass einerseits Medikamente zu großzügig verschrieben werden. Andererseits sollen Ärzte über die Medikamente, die bereits ihre Kollegen verschriebenen haben, informiert werden. Befürworter des Systems erhoffen sich eine Entlastung des australischen Gesundheitssystems in Millionen Dollar Höhe.
 

 

Eine repräsentative Umfrage von Medvantis Medical Services GmbH
(Wiesbaden) in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut INRA
zeigt, dass die Therapieempfehlungen der Ärzte ihren Patienten häufig
unverständlich sind.
  
   Nicht einmal die Hälfte aller befragten Männer (44 %) und Frauen
(38 %) gaben an, die Therapieempfehlungen ihres Arztes "immer" zu
verstehen. Erschreckend: Nahezu jeder zehnter Patient versteht die
Therapieempfehlung seines Arztes nur "selten".
  
   Dies erklärt wahrscheinlich auch, weshalb den Empfehlungen und
Verschreibungen des Arztes nicht immer Folge geleistet wird. Dabei
scheint der Bildungsgrad Einfluss darauf zu haben, ob die Medikamente
eingenommen und Anweisungen befolgt werden. Nur 38 % der Patienten
mit Volksschulabschluss beherzigen die Empfehlungen ihres Arztes
grundsätzlich, 49 % "meistens" aber noch über jeder zehnter nur
"selten". Bei den Patienten mit Abitur bzw. Studienabschluss ist der
"Ungehorsam" noch größer: Mit 28 % folgt nur jeder Dritte "immer" den
Empfehlungen des behandelnden Arztes.
  
   Verständlich vor diesem Hintergrund wird auch, weshalb sich rund
80 % der Befragten detailliertere Informationen zu den verordneten
Medikamenten wünschen. Am liebsten würden sie sich diese
Informationen über das Telefon holen (rund 45 %) - gefolgt vom
Internet (rund 14 %).
  
   Eine Möglichkeit, an detaillierte und fachkundige Informationen zu
kommen, bietet Medvantis Medical Services. Im Auftrag von
Krankenkassen und privaten Krankenversicherern bietet das Unternehmen
medizinische Informationen und Dienstleistungen an. Wert wird dabei
auf die Qualität der Inhalte und die kompetente Betreuung gelegt. So
arbeiten im Medical Expert Center ausschließlich Fachärzte und
spezialisiertes medizinische Fachpersonal. Die Dienstleistungen von
Medvantis Medical Services umfassen darüber hinaus das Disease
Management für Diabetiker und Asthmatiker sowie ab der zweiten
Jahreshälfte 2001 auch Case Management für schwerstkranke Patienten.
  
  
 


Preise für Tuberkulose-Medikamente im Sturzflug
94-prozentige Kostensenkung für Arzneimittel Ofloxacin und Capreomycin
 

Patienten, die an der tödlichen multiresistenten Form von Tuberkulose leiden, haben nun, zu stark reduzierten Preisen, Zugang zu Medikamenten der so genannten zweiten Reihe. Ermöglicht wurde die 94-prozentige Preissenkung durch die Zusammenarbeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) http://www.who.int , der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) http://www.aerzteohnegrenzen.at und der Harvard Medical School http://www.hms.harvard.edu .
 

Treibende Kraft war laut WHO die humanitäre Organisation MSF, die mit der Pharmaindustrie verhandelte. Die Preise für die Medikamente Capreomycin für eine einzelne Dosis sind nun von 3,36 Dollar auf 14 Cent, die von Ofloxacin von 2,60 Dollar auf 33 Cent gesunken. "Ohne die kostengünstigen Medikamente würden rund 60 Prozent der Patienten, die auf eine herkömmliche Behandlung nicht reagieren, innerhalb von zwei Jahren sterben", erklärte Mario Raviglione von der WHO. Bisher waren Medikamente der "zweiten Reihe" teuer, da die Produzenten unregelmäßige Aufträge bekamen. "Die Medikamente werden nur unter bestimmten Umständen benötigt. Dies zieht eine geringe Produktion nach sich", so Raviglione. Viele Länder konnten sich durch die dadurch entstandenen hohen Kosten die Medikamente nicht leisten.
 

Unter anderem wurde ein System errichtet, das die effiziente Verwendung der Medikamente ermöglicht. Expertenteams sollen Menschen in Entwicklungsländern helfen, damit sie die lebenswichtigen Tuberkulose-Medikamente sicher erhalten und diese ordnungsgemäß angewendet werden. "Die Medikamente sind nicht ungefährlich und müssen innerhalb von 18 bis 24 Monaten eingenommen werden. Ist dies nicht der Fall, kann dies zu neuen Resistenzen der Medikamente führen", so Raviglione.
 

Experten schätzen, dass rund ein bis zwei Prozent aller Tuberkulose-Fälle multi-medikamenten-resistent sind. Umgerechnet bedeutet dies, dass rund 330.000 Menschen auf eine herkömmliche Behandlung nicht reagieren. Insgesamt sterben weltweit jährlich 1,7 Mio. Menschen an Tuberkulose.
 


Humane Gene haben rund ein Duzent Varianten
Individuelle Medikamentenverträglichkeit per Gentest bestimmen
 

Eine Langzeitstudie über die Variabilität des menschlichen Genoms hat gezeigt, dass jedes menschliche Gen in durchschnittlich zwölf Varianten vorkommt. Eine entsprechende Studie der amerikanischen Biotechnologiefirma Genaissance Pharmaceuticals http://www.genaissance.com ist im Wissenschaftsmagazin "Science" http://www.sciencemag.org veröffentlicht worden. Damit hoffen die Forscher um Claiborne Stephens, die genetischen Grundlagen zu erkennen, die dazu führen, dass Personen unterschiedlich auf Medikamente reagieren.
 

Die Forscher verglichen 313 Gene von 82 Personen miteinander und konnten dabei bis zu 14 Versionen eines Gens unterscheiden. Die Abschnitte, an denen die Abweichungen eines Gens festgemacht werden können, nennt man SNPs (single nucleotide polymorphisms). Mit Hilfe der SNPs hoffen Wissenschaftler weltweit, Prädispositionen auf erblich bedingte Krankheiten erkennen zu können. Auch Kenntnisse über individuelle Medikamentenverträglichkeit und –dosierung soll mit Hilfe der SNPs vom derzeit üblichen Try-and-Error-Verfahren gelöst werden. Statt dessen soll ein genetischer Test das Wirkstoffprofil eines individuellen Genoms anzeigen.
 

Die Forscher schreiben weiter, falls es tatsächlich nur - wie derzeit favorisiert - 30.000 menschliche Gene gibt, könne man ableiten, dass es rund 500.000 Genvariationen gibt. Genaissance will ín den nächsten Jahren sämtliche Genvariationen entschlüsseln.
 


Reinheit von Medikamenten in Sekundenschnelle aufgedeckt
Chromatographische Methode soll Pharmaindustrie unterstützen

Forscher der University of the West of England http://news.uwe.ac.uk haben eine Methode entwickelt, die Medikamente schnell und sicher auf ihre Reinheit überprüfen kann. Während bisher die Untersuchung einer einzelnen Probe zehn Minuten in Anspruch genommen hat, soll dies nun in durchschnittlich 30 Sekunden erfolgen. Die Methode wird als Hochleistungs-Flüssigkeits-Chromatographie (HPLC) bezeichnet.

Dabei wird das gelöste Medikament durch eine gepackte Säule gepresst, die mit einem körnigen Trägermaterial gefüllt ist. Als Trägermaterial wird Kieselgel verwendet. Dadurch trennt sich das Medikament in seine Bestandteile, die anschließend analysiert werden. "Mit Hilfe dieser Methode ist es einfach, Unreinheiten rasch festzustellen", so Projektleiter David McCalley vom Centre for Research in Biomedicine. Dies sei vor allem für Pharmaunternehmen ein wesentlicher Vorteil, so McCalley. Sponsor des dreijährigen Projektes war demnach auch AstraZeneca UK Limited.

Das selbe Verfahren könne auch zur Feststellung von Drogenmissbrauch verwendet werden, so der Forscher. Er ist auch als Consulter des US- National Institute of Health (NIH) http://www.nih.gov für Projekte, die sich mit pharmazeutischen Analysen beschäftigen, tätig. Derzeit wird die HPLC-Methode u.a. für exakte Analysen der Zusammensetzung von Stoffgemischen angewandt.

 


Haupt bedauert das "Aus" für Gingko-Präparate


"Das Aus für Gingko-Präparate nehme ich mit Bedauern zur Kenntnis." Mit diesen Worten kommentierte Gesundheitsminister Herbert Haupt die Entscheidung der Fachleute der Selbstverwaltung aus dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger, Gingkopräparate aus dem Heilmittelverzeichnis zu streichen. Er selbst habe die Argumente der Arbeitsgemeinschaft ProCerebro, die ihn vor wenigen Wochen um Unterstützung gebeten habe, durchaus ernst genommen. Nun müsse er aber die Entscheidung der Selbstverwaltung akzeptieren, was ihm alles andere als leicht falle. "Den Patienten wird damit sicherlich kein guter Dienst erwiesen", so der Gesundheitsminister.


Pharmig: Haider-Äußerungen "unhaltbar und unqualifiziert"

Die Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, stellt zu den heutigen Aussagen von Landeshauptmann Haider gegenüber der APA fest, dass diese Äußerungen unhaltbar und unqualifiziert seien.

Zum Einen sind, so die Pharmig, die Arzneimittelpreise in Österreich nach wie vor knapp unter dem europäischen Durchschnitt angesiedelt. Das beweisen zahlreiche Studien, die mittlerweile auch LH Haider bekannt sein sollten.

Zum Anderen wehrt sich die Pharmig namens der Pharmaindustrie entschieden gegen die Unterstellung der Korruption in jeder Form. Sie fordert LH Haider dringend auf, diese Äußerungen zurück zu nehmen. 

 


Nach Bleivergiftung: IKS warnt vor Internet-Arznei
30 Prozent der getesteten Medikamente hatten zuviel Quellsilber

In Genf erlitt eine Person eine Bleivergiftung, die sich auch durch eine schwere Blutarmut zeigte. Die Genfer Gesundheitsbehörde entdeckten einen ungewöhnlich hohen Gehalt an Blei (4,2 Prozent) in einem nach tibetischer Methode hergestellten Arzneimittel. Die Interkantonale Kontrollstelle für Heilmittel (IKS) http://www.iks.ch rät vom Kauf solcher Medikamenten im Internet ab.

Aufgrund weiteren Analysen von ähnlichen Produkten wurde festgestellt, dass 30 Prozent der getesteten Medikamenten die Grenzwerte für Quecksilber überschritten. Die höchsten Werte erreichten das 250-fache der wöchentlich tolerierten Dosis. Die Pillen aus den jeweiligen Pflanzen sind in der Schweiz über indische Therapeuten erhältlich oder auch oftmals unbekannter Herkunft.

Angesichts der Risiken für die Gesundheit verpflichten die IKS Personen, welche ähnliche Arzneimittel eingenommen haben und sogar ungewohnte Symptome feststellen, ihren Arzt zu kontaktieren. Weiter soll von dem Kauf von Arzneimittel aus dem Internet oder anderen unsicheren Quellen abgesehen werden. Denn im Gegensatz zu den Internet-Arznei-Händlern würden die Apotheken und Drogerien regelmässig kontrolliert.

 


US-Pharma: Österreichisches Gesundheitssystem benötigt Reform
Schlechte öffentliche Meinung behindert Forschung und Produktion

Die in Österreich ansässigen US-amerikanischen Pharmaunternehmen sehen die hohen österreichischen Gesundheitsstandards ohne eine grundlegende Systemreform gefährdet. "Noch höhere Geldmittel müssen für die weitere Forschung investiert werden, um die neuen Erkenntnisse in der Gentechnologie und Biotechnologie sinnvoll anwenden und einsetzen zu können", ist eine Kernaussage der Befragung der US-Unternehmen. Die Ergebnisse wurden heute, Dienstag, in einer Studie in der amerikanischen Botschaft vorgestellt http://www.usembassy-vienna.at .

Das österreichische Gesundheitssystem sei vorbildlich, die Öffentlichkeit müsse aber über den höheren Finanzierungsbedarf aufgeklärt werden. Österreich habe zwar einige "sehr anerkannte Forschungs- und Produktionsstätten", insgesamt jedoch einen sehr bescheidenen Anteil sowohl an Forschung als auch an Produktion in Europa. Einerseits biete das Land sehr attraktive Bedingungen wie Stabilität, qualifizierte Forscher, zentrale Lage in Europa sowie finanzielle Fördermittel. Andererseits kritisieren die hier tätigen US-Firmen vor allem die ablehnende öffentliche Meinung und die fehlende politische Unterstützung gegenüber der Gentechnik sowie Biotechnologie. Dies bedinge restriktive gesetzliche Bestimmungen seitens der Behörden. In diesem Zusammenhang wird die Schaffung eines positiveren Forschungsklimas gefordert. Laut Studie decken die über 50 in Österreich tätigen amerikanischen Pharmafirmen 30 Prozent der Inlandsnachfrage ab.

Die Studie merkt an, dass nur 19 von 230 in Österreich tätige Pharmaunternehmen in der Forschung und Entwicklung tätig sind. Der österreichische Anteil an allen in Europa produzierten Arzneimitteln betrage nur 1,2 Prozent. Die pharmazeutische Industrie sei in den USA mit einer Forschungsquote von 21 Prozent des Umsatzes der forschungsintensivste Industriezweig, in Österreich mit einem Anteil von 5,4 Prozent jedoch hinter der Medien- und Telekombranche an zweiter Stelle. Der F&E-Aufwand sei in der US-Pharmabranche in den letzten 20 Jahren um mehr als das Zehnfache explodiert. Nur eine von 5.000 in vorklinischen Studien untersuchten Substanzen werde schließlich zugelassen, die Entwicklungsphase betrage 12 bis 15 Jahre. Die durchschnittlichen Entwicklungskosten für ein neues Arzneimittel würden sich auf über 500 Mio. Euro belaufen.

Ebenfalls scharf kritisieren die US-Pharmakonzerne die "intransparente und bisweilen nicht nachvollziehbare" Preispolitik des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger. Die österreichischen Arbeitnehmer würden zwar einen 17,5-prozentigen Anteil des Bruttonationalproduktes an Sozialversicherungsbeiträgen bezahlen, die Gesundheitsausgaben jedoch bei 8,3 Prozent des BIP liegen. Österreich sei bei den Pro-Kopf-Arzneimittelausgaben der Sozialversicherung mit rund 1.900 Schilling deutlich unter dem europäischen Schnitt von 2.400 Schilling. Die Mehrwertssteuer, der Apothekenaufschlag und der Großhandelsaufschlag für Arzneimittel befinde sich im europäischen Spitzenfeld, während die Fabriksabgabepreise im Vergleich eher am unteren Ende lägen.

 


Rote Blutkörperchen transportieren Medikamente
Ultraschall ermöglicht gezielte Freisetzung

In Zukunft sollen die Blutzellen eines Patienten Medikamente gezielt beispielsweise zu einem Tumors transportieren können. Der Wissenschaftler Tony McHale von der University of Ulster http://www.ulst.ac.uk hat ein Verfahren entwickelt, dass durch den Einsatz von Ultraschall mit toxischen Substanzen imprägnierte rote Blutkörperchen direkt im kranken Gewebe aufplatzen lässt. Wirkstoffe entfalten durch die Steuerung über den Ultraschall ihre Wirkung genau an der gewünschten Position. New Scientist http://www.newscientist.com

Gemeinsam mit Lee Russell und anderen hat McHale mit Gendel Ltd., http://www.gendel.net ein Unternehmen zur Vermarktung der Technologie gegründet. Entscheidend sei laut Russell die Möglichkeit der gezielten Freisetzung von Substanzen gewesen. McHale hat herausgefunden, dass ein elektrisches Feld rote Blutzellen dahingehend sensibilisieren kann, dass sie bei der Bestrahlung mit Ultraschall aufbrechen. Derzeit arbeitet das Unternehmen an der Entwicklung einer automatisierten Vorrichtung, die rund 20 Milliliter roter Blutkörperchen fassen kann. Das Blut wird in der Folge sensibilisiert und mit Medikamenten aufgeladen. Nach zwei oder drei Stunden kann das behandelte Blut wieder injiziert werden.

Je nach Dosierung des Ultraschallimpulses kann das Medikament vollständig oder auf Einzeldosen verteilt freigesetzt werden. Gendel hat das Verfahren bis jetzt erfolgreich an Mäusen und Schweinen getestet. Dafür wurden die roten Blutkörperchen mit Proteinen versehen, die mit fluoreszierenden Substanzen markiert waren. Das Unternehmen hofft, dieses Verfahren in Zukunft für die Behandlung von Krebs und kardiovaskulären Erkrankungen einsetzen zu können.

 


Pharmaindustrie 2005: US-Marktanteil beträgt 60 Prozent
Zehn Mrd. Dollar Jahresumsatz für Spanien prognostiziert – Japan stagniert

Eine Studie des US-Instituts für medizinische Statistik (IMS Health) http://www.imshealth.com prognostiziert den zehn weltweit führenden Pharmamärkten eine durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von rund neun Prozent bis zum Jahr 2005. Für die Länder Australien, Kanada, Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien, Japan und die USA wird ein Gesamtumsatz von 434 Mrd. Dollar erwartet. Im Jahr 2000 belief sich der Umsatz noch auf 281 Mrd. Dollar.

Das größte Wachstum wird für den US-Pharmamarkt prognostiziert. Belief sich der Jahresumsatz im Jahr 2000 noch auf 150 Mrd. Dollar, soll sich dieser 2005 auf rund 263 Mrd. Dollar erhöhen, was eine Wachstumsrate von 12 Prozent bedeutet. Der Marktanteil der USA steigt der Studie zufolge auf 60 Prozent. "Die USA bauen ihre Vorherrschaft aus und setzen damit einen Trend fort, der bereits vor mehr als zehn Jahren begann", erklärte der IMS-Vize-Präsident Graham Lewis. In den 90er Jahren waren die US- und die europäische Pharmaindustrie noch vergleichbar. "Heute hat sich der US-Markt aufgrund von neuen innovativen Therapien und steigendem Medikamentenkonsum im Vergleich zu Europa verdoppelt", so Lewis. Dazu komme, dass einerseits der Markt in Europa und Japan regulierter und fragmentierter ist und andererseits die Dominanz der USA durch ihre Vorherrschaft in der Biotechnologie sowie Investitionen in Forschung und Entwicklung zusätzlich angespornt wird.

Das größte Wachstum in Europa verbucht laut Studie die spanische Pharmaindustrie. Im Jahr 2005 soll die jährliche Wachstumsrate bei zehn Prozent liegen, der Jahresumsatz wird mit zehn Mrd. Dollar berechnet. Im gleichen Zeitraum sollen die jährlichen Wachstumsraten der italienischen und britische Pharmaindustrie bei rund acht Prozent liegen. Für beide Länder bedeutet dies einen Jahresumsatz von schätzungsweise 16 Mrd. Dollar. Für die Bundesrepublik Deutschland gehen die Prognosen von einem Jahresumsatz von 25 Mrd. Dollar aus. Die gesamte Wachstumsrate in Deutschland wird bis zum Jahr 2005 mit 7,5 Prozent pro Jahr prognostiziert.

In Japan stagniert die Pharmaindustrie seit Mitte der 90er Jahre. Die Prognosen gehen von einem moderaten jährlichen Wachstum von rund 2,3 Prozent bis zum Jahr 2005 aus. Der Jahresumsatz soll sich bis 2005 auf 66 Mrd. Dollar belaufen. Der Marktanteil innerhalb der zehn Länder geht in den nächsten vier Jahren von 20 Prozent im Jahr 2000 auf 15,1Prozent zurück. Als Gründe der Stagnation werden Wirtschaftsbedingungen und Preispolitik genannt.

Die Pharmaprognosen der IMS Health, gegründet zum Zweck der pharmazeutischen/medizinischen Datenerhebung, wurden auch für Lateinamerika, Asien sowie Zentral- und Osteuropa erstellt. Das an der New Yorker Börse notierte Institut wurde 1956 gegründet und hat Niederlassungen in mehr als 100 Ländern.

 


Winzige magnetgesteuerte Schraube für medizinische Einsätze
Japanische Entwicklung für gezielten Medikamententransport im Körper

Kazushi Ishiyama und Kollegen von der Tohoku Universität http://www.tohoku.ac.jp/ haben einen simplen, lenkbaren Mini-Roboter entwickelt, der künftig zum Medikamententransport menschliche Adern entlangschwimmen oder sich durch Gewebe bohren und Tumore zerstören könnte. Das Gerät, eine Art "Schraube" von der Größe eines Reiskorns, lässt sich durch ein äußeres Magnetfeld steuern, berichtet das Fachblatt "Sensors and Actuators A" http://www.elsevier.com/inca/publications/store/5/0/4/1/0/3/.

Die zylindrischen Winzlinge bestehen aus einer Neodym-Eisen-Bor-Legierung und messen nur nur acht Millimeter in der Länge und weniger als einen Millimeter im Durchmesser. Mit Standard-Injektionsspritzen sollen sie sich unter die Haut bringen lassen, so Ishiyama, und dann mit einem 3D-Magnetfeld-Erzeuger und Regler in jede Richtung steuern. Zwei Prototypen hat das Team erstellt und getestet: Typ eins soll sich im Blutstrom bewegen, Typ zwei durch festeres Gewebe "bohren".

In einem Behälter mit Silikon-Öl erzeugte das Team zwischen zwei senkrecht angebrachten Drahtspulen ein rotierendes Magnetfeld. Dies brachte die zylinderförmige Schraube in Drehung, was wegen eines schräg um den Körper gewundenen Drahts zu langsamer Vorwärtsbewegung führte. Je höher die Frequenz des Magnetfeldes, desto schneller die Geschwindigkeit der "Schraube", berichtet das Team. Der zweite Prototyp sieht einer normalen Holzschraube wesentlich ähnlicher. In einem dicken, gewebeähnlichen Agar-Gel erreichte das Team damit eine Geschwindigkeit von rund zwei Zentimetern pro Sekunde. Bis zu einer Höchstfrequenz von 20 Hertz ließ sich die "Mini-Schraube" immer weiter beschleunigen, bei höheren Frequenzen kam es zum Stillstand. Nach den Tests im Gel "durchbohrte" die "Schraube" auch ein zwei Zentimeter dickes Beefsteak binnen 20 Sekunden erfolgreich.

Ishiyamas neuestes Gerät besitzt sogar einen winzigen Metallspieß, der mittels eines zweiten, unabhängigen Magnetfelds von 100 kHz gezielt erhitzt werden kann. Damit ließe sich beispielsweise Krebsgewebe zerstören, berichtet der Forscher, der diesen Prototyp im August auf den "Joint European Magnetic Symposia" in Grenoble vorstellen will.



 

Mediterrane Heilpflanzen erscheinen in Datenbank
Auch Europa hat eine alte Tradition an Naturheilmitteln

Eine Datenbank für Heilpflanzen aus dem Mittelmeerraum Europas wird demnächst im Internet unter http://www.sciencelettres.org erscheinen. Die Datenbank mit dem Titel "Materia Medica Mediterranea" wird von Alain Touwaide vom Department of History of Science von der Universität von Oklahoma erstellt. Insgesamt hat der Forscher in 25 Jahren die Daten von Hippokrates, Discorides und anderen Wissenschaftlern miteinbezogen. Das Projekt wurde beim Kongress "Building Bridges with Traditional Knowledge" http://www.botany.hawaii.edu/traditionalknowledge vorgestellt.

"Nach heutigen Forschungsergebnissen können wir davon ausgehen, dass die Entwicklung von Medikamenten der Antike auch das westliche Bild der Medizin wesentlich beeinflusst hat", so der Forscher. "Trotzdem haben moderne Wissenschaftler vielfach keinen direkten Zugriff auf Erkenntnisse aus der Vergangenheit. Die Gründe dafür liegen im Fehlen von Übersetzungen der alten Schriften."

Die Materia Medica Mediterranea basiert im Wesentlichen auf den Schriften und Sammlungen von Hippokrates (460 bis 375 v. Chr.), der Enzyklopädie von Discorides aus dem 1. vorchristlichen Jahrhundert und arabischen Manuskripten von Ibn al Baytar (ca. 1190 – 1248). "Auch in der damaligen Zeit wurden die Beschreibungen von Heilpflanzen in den Schritten Feldforschung, mündlicher Überlieferung und Katalogisierung durchgeführt", so Touwaide.

Die neue Datenbank soll insbesondere die Inhaltsstoffe der Pflanzen, die Indikationen, die Nebenwirkungen und die verschiedenen Namen in lateinisch, griechisch und arabisch auflisten. "Bei der Forschungsarbeit sind wir immer wieder auf interessante Details gekommen", so der Wissenschaftler. Die Griechische Enzyklopädie ging über Konstantinopel immer weiter nach Asien bis nach Bagdad. "Schließlich kam im 14. Jahrhundert die antike Schrift in weiter entwickelter Form als arabisches Pflanzenlehrbuch wieder in den mediterranen Raum zurück", berichtet Touwaide

 


Aspirin für Diabetiker-Herzen
Nur jeder fünfte Diabetiker nimmt die empfohlene Menge

Nur ungefähr jeder fünfte Diabetiker nimmt regelmäßig Aspirin als Vorbeugung einer Herzerkrankung zu sich. Einer internationalen Studie zufolge ist das Risiko einer Herzerkrankung bei Diabetikern vier Mal größer, als bei Nicht-Zuckerkranken, berichtet die Amerikanische Diabetes Vereinigung in ihrem Magazin "Diabetes Care". http://diabetes-care.com

Ein Diabetes-2 Patient hat das gleiche Risiko eine Herzerkrankung zu erleiden wie ein Nichtdiabetiker, der bereits eine Herzattacke hinter sich hat. Obwohl die Risiken von Aspirin auch für Diabetiker bestehen bleiben, insbesondere bei Gewichtsproblemen oder bei familiär vorbelasteten Patienten, können alle davon profitieren. Nach der Studie nehmen nur 37 Prozent der herzkranken Diabetiker regelmäßig Aspirin, obwohl die Diabetes-Vereinigung schon vor mehreren Jahren dazu wiederholt geraten hat.

Die Untersuchungsleiterin Deborah Rolka meinte, dass die neuen Daten sowohl für die Patienten als auch für die Ärzte von großer Wichtigkeit wären und kommuniziert werden müssen. Eine Dosierung von 80 bis 325 Milligramm täglich bringe im Übrigen genauso viel wie die hohe Dosierung von 500 bis 1.000 Milligramm täglich. Die Britische Medical Society hat in ihrem Journal auch festgestellt, dass niedrige Dosen von Aspirin vorbeugend gegen EPH-Gestose, einer Schwangerschaftsvergiftung, wirken.

 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:25
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