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Ambrozy: Rote Karte für neue
Arzneimittelverschreibung
Scharfe Kritik an der seit Jahresbeginn geltenden neuen Regeln für die
Verschreibung von Medikamenten übten heute, Montag, der Kärntner
Gesundheitsreferent LHStv. Peter Ambrozy und SP-Nationalrat Christian Puswald.
"Die neue Verordnung bedeutet in allen Bereichen massive Einschnitte oder
unterbindet teilweise völlig irrational den Zugang zu notwendigen Medikamenten",
kritisiert Ambrozy, fordert einen sofortigen Stopp der neuen
Arzneimittelverschreibung und ergänzt: "Solche Verordnungen gefährden
Menschenleben, das ist völlig inakzeptabel."
NR Christian Puswald sprach von einem Schildbürgerstreich der schwarz-blauen
Bundesregierung, der ein unmenschliches Maß erreicht habe. "Wenn etwa ältere
Menschen aus Kostengründen keine Kochsalzinfusionen mehr erhalten und damit die
Gefahr des Austrocknens besteht, gibt es für mich kein einziges akzeptables
Argument für so eine unmenschliche Politik", so Puswald.
Ein vernünftiges Ergebnis bei den Medikamenten sei einerseits in vielen
Fällen durch den sinnvollen Einsatz von Generika möglich aber auch mit Hilfe der
Ärzte, die schließlich wüssten, was die Patienten benötigen, so die Vertreter
der Kärntner SPÖ unisono.

Pharmig:
"Ungleichbehandlung der Patienten bei Chefarztpflicht unzumutbar"
Patienten aus OÖ, Ktn. und Stmk. warten tagelang auf
ihre Medikamente.
"Es ist nicht einzusehen, warum ein Kärntner Patient
tagelang auf die Fax-Genehmigung seines chefarztpflichtigen
Arzneimittels warten muss, während ein Südburgenländer dasselbe Präparat
ohne Wartezeiten bekommt", ärgert sich Jan Oliver Huber, Generalsekretär
der Pharmig, des Verbands der pharmazeutischen Industrie Österreichs.
Grund für seine Kritik: In Oberösterreich, Kärnten und der Steiermark
bestehen die lokalen Krankenkassen auf einer Vorab-Bewilligung von
chefarztpflichtigen Medikamenten per Fax. Und das, obwohl die Verordnung
des Ministeriums die Möglichkeit vorsieht, dass die Patienten
chefarztpflichtige Arzneimittel sofort erhalten, sofern der Arzt
begründet und dokumentiert, warum gerade dieses Medikament eingesetzt
werden muss.
"Aber jetzt haben wir die groteske Situation, dass Kärntner, Steirer und
Oberösterreicher Patienten zweiter Klasse sind", so Hubers Vorwurf. "Das
ist absolut unzumutbar! In diesen drei Bundesländern hält man an einer
Bürokratie fest, die eigentlich nicht sein muss." Nach Meinung des
Pharmig-Generalsekretärs besonders absurd: Der neue Erstattungskodex sei
genau mit dem Ziel etabliert worden, die Medikamentenverschreibung
österreichweit zu vereinheitlichen. Doch durch die unterschiedliche
Handhabung der Chefarztpflicht sei dieses Ziel wieder verfehlt worden.
Dabei gibt es laut Huber durchaus auch positive Beispiele, wie die neue
Verordnung unbürokratisch und erfolgreich in die Praxis umgesetzt werden
kann. Die Wiener Gebietskrankenkasse beispielsweise verzichtet auf die
umständliche Faxerei, hier reicht die Patientenkartei als Dokumentation
aus. "Die Ministerin hat mehrmals betont, dass die Fax-Lösung nicht in
ihrem Sinne und auch nicht notwendig ist", erklärt Jan Oliver Huber.
"Und Bundesländer wie Wien führen erfolgreich vor, dass es auch anders
geht. Ich fordere daher die Verantwortlichen in den betroffenen
Bundesländern auf, die unzumutbare Faxerei einzustellen und die
Diskriminierung der Kärntner, Steirer und Oberösterreicher sofort zu
beenden."
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Tauch-Ventil als billiger
Medikamenten-Dispenser
Kontrollierte Abgabe von Therapeutika
Eine einfache Gaspumpe wie sie in Atemgeräten von
Tauchanzügen verwendet wird, soll Medikamente gezielt in die Venen
transportieren. Das Gerät soll vor allem in ländlichen Regionen ohne
Stromversorgung oder sogar am Kriegsschauplatz dafür sorgen, dass die
Medikamente ordnungsgemäß verabreicht werden, berichtet das
Wissenschaftsmagazin New Scientist
http://www.newscientist.com .
Zahlreiche Medikamente oder Wirkstoffe wie etwa jene für Chemotherapie
oder auch zur Schmerzbekämpfung müssen langsam in einer genau
kontrollierten Menge in die Venen kommen. Dazu werden zumeist
Computer-kontrollierte Pumpen verwendet, an denen die Patienten zum Teil
sogar mehrere Stunden oder noch länger hängen. Diese Tatsache wollte der
Forscher Paul Dastoor von der University of Newcastle in New South Wales
mit dem Mobo-Drip lösen.
Das Gerät besteht aus einem luftdichten Container, der mit einem
Treibgas gefüllt ist und an dem eine Patrone angeschraubt wird. Die
Patrone injiziert das Gas mit einem Druckregulator, der ähnlich arbeitet
wie der in einem Atemgerät für Taucher. Dadurch wird eine konstante
Zufuhr von Luft oder eben dem gewünschten Medikament verabreicht. In den
ersten Labortests waren die Abweichungen mit nur drei Prozent relativ
niedrig. Auch die Herstellungskosten sind mit 20 Dollar weitaus geringer
als die eines Computer-gesteuerten Dispensers. |

Rätsel von tödlichem
Froschgift gelöst
Tropische Amphibien als zukünftige Arzneimittel
Nach mehr als zehn Jahren Forschungsarbeit ist ein
US-Forscher dem Rätsel um die Herkunft der tödlichen Gifte
Südamerikanischer Pfeilgiftfrösche auf die Spur gekommen. Das Neurotoxin,
das auch in der modernen Humanmedizin verwendet wird, stammt nämlich von
Käfern, die die Frösche fressen. Ironischer Weise ist der Forscher dem
Rätsel aber in Papua Neuguinea auf die Spur gekommen, obwohl dort die
Frösche gar nicht vorkommen, berichtet das Pacific Magazin
http://www.pacificmagazine.net .
Das Gift wird seit Jahrhunderten von den Indianern im Dschungel
Kolumbiens sowie den Stämmen der Choco-Indianer verwendet. Sie reiben
die Speerspitzen ihrer Blasrohrpfeile an der Haut der kleinen bunten
Frösche der Gattung Dendrobatidae. Diese Arten produzieren auf ihrer
Haut das Alkaloid Batrachotoxin, eine Substanz, die zu den wirksamsten
Giften überhaupt gehört. Die Letaldosis liegt bereits bei 0,8 Mikrogramm
pro Kilogramm Gewicht. Wahrscheinlich gibt es nur drei Substanzen
weltweit, die noch giftiger sind. Die größte Menge des Giftes produziert
der Pfeilgiftfrosch, Phyllobates terribilis. Er besitzt auf seiner Haut
genug Batrachotoxin um 20.000 Mäuse oder aber zehn Erwachsene zu töten.
Der Ornithologe John Dumbacher von der California Academy of Sciences
hat mit seinem Team die Entdeckung gemacht, dass die Quelle des Toxins
aller Wahrscheinlichkeit nach in der bisher relativ unerforschten
Käfer-Familie Choresine liegt. Derzeit müssen alle Forscher, die an der
Erforschung des Giftes arbeiten, dieses vom National Institutes of
Health besorgen, da die politische Situation in Kolumbien zu unsicher
ist. Weitere Forschungsunterlagen wären aber dringend notwendig,
berichten die Experten im US-Wissenschaftsmagazin Proceedings of the
National Academy of Sciences.
Dumbacher hatte einen Hinweis auf das Gift erhalten, als Einwohner der
Inselrepublik Papua Neuguinea einen Vogel namens Pitohui verspeisten und
daraufhin Entzündungen erlitten. In Untersuchungen fanden die Forscher
in den Mägen dieser Vögel das Batrachotoxin. In einem entlegenen Dorf in
Papua Neuguinea berichteten die Dorfältesten von Käfern, die nur beim
bloßen Berühren Taubheitsgefühle verursachten. Die Käfer, die zur
Familie der Melyridae-Familie gehören, leben auch im südamerikanischen
Dschungel. Dumbacher ist sich aber derzeit noch nicht sicher, ob das
Toxin von den Käfern selbst produziert wird, oder ob es nicht von
speziellen Nahrungspflanzen der Insekten stammt. Diese Lösung wäre für
die Wissenschaft die bessere, meint Dumbacher, denn Pflanzen ließen sich
im Labor leichter ziehen. Das Froschgift ist nämlich für die moderne
Medizin immens wichtig, denn es könnte für zahlreiche Erkrankungen als
Heilmittel herangezogen werden, so etwa bei multipler Sklerose.
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Billige Medikamente
reichen gegen HIV nicht
Christian Aid fordert erweiterten Ansatz
Die weltweite HIV-Pandemie kann nicht alleine durch
billige Medikamente eingedämmt werden, warnt die
Wohltätigkeitsorganisation Christian Aid.
http://www.christian-aid.org.uk Aus diesem Grund sei ein erweiterter
Ansatz zur Bekämpfung erforderlich. Dazu gehörten sowohl die Bekämpfung
der Armut als auch Medikamente gegen Retroviren für die am stärksten
betroffenen Regionen. Es wird erwartet, dass ein UNAIDS-Bericht die
weltweite HIV-Bedrohung betonen wird. Daten sollen laut BBC zeigen, dass
immer mehr Frauen und junge Mädchen betroffen sind.
Christian Aid zeigte sich besorgt hinsichtlich der sich widersprechenden
und verwirrenden Nachrichten über die HIV-Pandemie. Eine dieser
Informationen lautet, dass die Situation in einigen Teilen der Welt so
fortgeschritten sei, dass sie bereits hoffnungslos sei. Eine andere geht
davon aus, dass bereits die Einführung von Medikamenten zur Bekämpfung
von Retroviren alleine ausreichend sein werden. Rachel Baggaley
erklärte, dass beide Ansätze irreführend seien. "In bestimmten Regionen
gibt es einen deutlichen Fortschritt. Die Einführung von billigeren
Medikamenten gegen Retroviren ist ein positiver Schritt." Armut wird als
einer der entscheidenden Motoren der Epidemie angesehen. Christian Aid
argumentiert, dass die reicheren Länder den ärmeren Ländern ihre
Schulden nachlassen sollten. In Sambia leben eine Mio. HIV-positive
Menschen. Das Land gibt 30 Prozent mehr für die Rückzahlung seiner
Schulden aus als für die Gesundheit. |

"Innovative Arzneimittel
künftig schwerer zu verschreiben als Suchtmittel"
Pharmig: Jan Oliver Huber warnt vor negativen Folgen
der "Chefarztpflicht Neu"
Jan Oliver Huber, Generalsekretär des Branchenverbands
Pharmig, geht mit der neuen Verordnung zur Chefarztpflicht einmal mehr
hart ins Gericht. "Wenn die Verordnung zur Chefarztpflicht so, wie sie
derzeit am Tisch liegt, von der Ministerin erlassen wird, sind
Suchtmittel künftig leichter und unbürokratischer vom Arzt zu
verschreiben als innovative Medikamente. Das ist völlig absurd."
Im Fall von Suchtmitteln muss der verschreibende Arzt in der Regel
dokumentieren, warum eine Verordnung notwendig ist, sonst ist jedoch
keine Kontrolle erforderlich. Anders ist die Situation künftig bei
neuen, qualitativ hochwertigen Arzneimitteln: Geht es nach der aktuellen
Verordnung der Ministerin, muss der verschreibende Arzt per Fax beim
Chefarzt anfragen, ob er ein innovatives Medikament verschreiben darf
oder nicht. Bei fünf Millionen Verordnungen von chefarztpflichtigen
Präparaten pro Jahr bedeutet das mindestens zehn Millionen Faxe. Dabei
muss der Arzt außerdem genau begründen, warum er ein chefarztpflichtiges
Präparat verschreiben will. "Dieses Übermaß an Bürokratie macht es den
Ärzten so gut wie unmöglich, innovative Medikamente weiterhin zu
verschreiben." glaubt Huber. "Die Ärzte hätten dann noch weniger Zeit,
sich um ihre Patienten zu kümmern, viele wollen und können das den
Patienten einfach nicht antun."
Dazu kommt, dass den Ärzten künftig Sanktionen bis hin zum Entzug des
Kassenvertrags drohen, wenn sie "auffällig" werden und zu viele
chefarztpflichtige Arzneimittel verschreiben. "Man tut alles, um die
Ärzte unter Druck zu setzen und ihre Verordnungsfreiheit
einzuschränken", kritisiert der Generalsekretär der Pharmig. "Dieser
Strafcharakter ist eines modernen Staates nicht würdig." Huber
abschließend: "Wir appellieren an die Vernunft der Ministerin, diese
Verordnung nochmals zu überdenken. Sollte sie in der derzeitigen Form
kommen, sehe ich für die Patienten und das gesamte Gesundheitssystem
schwarz."
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Arzneimittel: das Beste muss nicht immer
das Teuerste sein
"Die Österreicher hätten Verständnis für Einsparungen im
Gesundheitsbereich", meint Andiel, "solange die Versorgungsqualität gesichert
bleibt". Genau darauf basiert das international erfolgreiche Generika-Prinzip.
Nach Patentablauf können Arzneimittel mit dem gleichen Wirkstoffe zu wesentlich
niedrigeren Preisen angeboten werden. In anderen europäischen Staaten werden
Generika bereits seit Jahren erfolgreich eingesetzt. So ist in Deutschland
bereits heute jedes zweite verordnete Arzneimittel ein Generikum. Das größte
Einsparpotenzial sieht Andiel im Bereich der sogenannten Volkskrankheiten. "Vor
allem gegen Bluthochdruck oder zur Bekämpfung von Herz-Kreislaufkrankheiten
stehen zahlreiche erprobte Wirkstoff als generische Alternative zur Verfügung".
Die Einsparungen durch Generika könnten direkt für den Ankauf von teuren,
innovativen Präparaten verwendet werden.
Weder Forschungskiller noch Allheilmittel
Die bisherige Diskussion über Generika sei zunehmend von wirtschaftlichen
Interessen einzelner Gruppierungen überlagert worden, meint Andiel. "Von
Billigpillen bis hin zum Forschungskiller ist schon uns alles vorgeworfen
worden". Vorwürfe, die sich durch einen Blick auf die internationalen
Pharmamärkte leicht widerlegen lassen. Denn am meisten geforscht wird in Ländern
wie den USA, die einen besonders hohen Generika-Anteil haben (50%). Dort ist der
Anreiz in Forschung zu investieren wesentlich höher, da man mit patentfreien
Arzneimittel deutlich weniger Gewinn erzielt. "Natürlich sind Generika kein
Allheilmittel für das Gesundheitswesen", erklärt Andiel, "schließlich sind die
Arzneimittelkosten auch nicht der Hauptgrund für das Defizit der Krankenkassen".
Aber ohne generische Konkurrenz gibt es für die Anbieter von patentabgelaufenen
Originalpräparaten keine Veranlassung die Preise zu senken.
Skepsis der Patienten verständlich
Die Skepsis der Patienten gegenüber preiswerten Arzneimitteln sei laut Andiel
durchaus verständlich, werde doch selbst in Expertenkreisen noch über Qualität
und Wirksamkeit von Generika diskutiert. Eine Diskussion, die in weiter
entwickelten Arzneimittelmärkten längst abgeschlossen ist. In Österreich sei
bisher der Eindruck entstanden, als würden Patienten ab einem bestimmten
Stichtag zwangsweise auf Generika umgestellt werden. "Tatsache ist, dass wie
bisher der Arzt das optimale Medikament für die Behandlung seines Patienten
auswählen wird", so Andiel, "es muss nur nicht jedesmal auch das Teuerste sein".
Arzt und Apotheker wichtigste Ansprechpartner
Information und Aufklärung durch Arzt und Apotheker sind die sinnvollste
Maßnahme, um Patienten mit den für sie "neuen" Medikamenten vertraut zu machen.
Vor allem die Apotheken, in ihrer zentralen Rolle als Drehscheibe der
Nahversorgung, sind die Eckpfeiler jeder Arzneimittelinformation. "Der hohe
Ausbildungsstandard der österreichischen Ärzte und Pharmazeuten ist ein
zusätzlicher Qualitätsgarant für unsere Generika", meint Andiel, "kein Arzt
würde ein ungeeignetes Präparat verschreiben und kein Apotheker würde es dem
Patienten aushändigen".

Pharma-Industrie drängt auf Gesundheitsreform
Nicht alle Österreicher bekommen die Therapie, die sie
wirklich brauchen
Monatelang wurde sie ankündigt - passiert ist bisher nur
wenig: Die Gesundheitsreform, Kernstück des angekündigten Reformprogramms der
Regierung, ist mittlerweile ins Stocken geraten. Außer dem
Arzneimittelsparpaket, das von der Pharma-Industrie nach wie vor abgelehnt wird,
hat sich kaum etwas getan. "Wir brauchen dringend eine echte Gesundheitsreform",
fordert Erhard P. Geisler, Geschäftsführer der Pharmig, Vereinigung
pharmazeutischer Unternehmen. "Dafür ist aber notwendig, dass nicht wie bisher
ständig nur über Preise diskutiert wird, sondern über Qualität und Leistungen im
Gesundheitswesen."
Beispielsweise sei es noch lange nicht so, dass alle Österreicher die Therapie
bekommen, die sie auch tatsächlich brauchen. Erhard P. Geisler: "Bei manchen
Krankheiten gibt es sogar eine regelrechte Unterversorgung mit modernen
Therapien und Medikamenten." Unterstützung erhält der Pharmig-Chef vom
Gesundheitssprecher der ÖVP, Erwin Rasinger. Dieser stellt in der Zeitung
"Doktor in Wien" (12/2003), dem offiziellen Organ der Wiener Ärztekammer, fest:
"60 Prozent der Bevölkerung leiden unter Fettstoffwechsel-Störungen und an einem
erhöhten Cholesterinwert. 15 bis 20 Prozent benötigen Statine (Anm.:
Blutdrucksenker), verschrieben bekommen es österreichweit jedoch nur 2 Prozent."
"Damit können und dürfen wir uns nicht abfinden", so Pharmig-Chef Geisler. "Der
Patient muss im Zentrum unserer Bemühungen stehen - doch darauf hat man offenbar
vergessen. Was es derzeit gibt, ist ein Trend zur Billigmedizin. Von einer
echten Gesundheitsreform erwarte ich mir aber eine Orientierung am Wesentlichen:
An den Bedürfnissen des Patienten."

Kwizda - Gesundheit aus Österreich
Kwizda-Pharma startet mit eigenem Außendienst in den
deutschen Markt
Mit veränderten Strukturen und einem eigenen Außendienst
startet Kwizda Pharma zu Beginn des neuen Jahres in den Indikationsgebieten
Hirnleistungsstörungen und Bluthochdruck erstmalig in den deutschen Markt. Um
zunächst Allgemeinmedizinern, Praktikern und Nervenärzten einen noch größeren
Service und eine intensivere Betreuung anzubieten, treibt Kwizda Pharma den
Aufbau des Unternehmens vorerst in ausgewählten Bundesländern forciert voran.
Bereits seit Ende 2003 bietet Kwizda Pharma seine in Deutschland bewährten
Präparate Ergobelâ (Wirkstoff Nicergolin), Tanatrilâ (Wirkstoff Imidapril) und
Furo-Aldopurâ (Wirkstoff Furosemid/Spironolacton) mit Kompetenz und Erfahrung
direkt unter eigenem Namen an.
In den Bereichen Marketing und Kommunikation begleitet Herbert Pachler, PBK
Ideenreich die Markteinführung. Weitere Präparate befinden sich in Vorbereitung.
Verantwortung für das Deutschlandgeschäft von Kwizda Pharma übernimmt Dr.
Andreas Köttl aus dem eigenen Stammhaus in Wien.
Kwizda Pharma beschäftigt im Life Science-Bereich mehr als 1100 Mitarbeiter und
ist unter der Leitung von Dr. Johann F. Kwizda und Mag. Richard P. Kwizda ein
erfolgreiches Familienunternehmen in österreichischer Hand. Seit Jahrzehnten ist
die diversifizierte Unternehmensgruppe Kwizda im Bereich Pharma und Pharmahandel
sowohl als einer der führenden Hersteller rezeptpflichtiger und rezeptfreier
Arzneimittel als auch als Großhändler und Anbieter von
Gesundheitsdienstleistungen tätig.

Erdbeer-Gen liefert Vitamin-C-Bombe
Gen GalUR
für kommerzielle Ascorbinsäure-Produktion von Bedeutung
Spanische
Molekularbiologen haben in reifen Erdbeeren ein Gen entdeckt, das die
Entwicklung "vitamin-getränkter" Früchte vorantreiben könnte. Das Gen GalUR ist
für jenes Erdbeeren-Enzym verantwortlich, dass das Protein D-Galakturonsäure in
Vitamin C verwandelt. GalUR könnte somit den Baustein für Früchte mit der
Extra-Portion Vitamin C legen, schreiben die Forscher der Universität von Malaga
in Nature Biotechology
http://www.nature.com/biotech . Da Vitamin C als die wichtigste produzierte
Spezialsubstanz der Welt gilt, könnte die Entdeckung des Gens einen wesentlichen
Einfluss auf die kommerzielle Produktion der Substanz haben.
Forscher unter der Leitung von Victoriano Valpuesta testeten das selbe Gen in
der Pflanze Arabidopsis thaliana (Ackerschmalwand). Sie gilt als die am besten
erforschte Pflanze der Welt. Es zeigte sich, dass Gene, die das Enzym
überexprimierten, den zwei- bis dreifachen Vitamin-C-Gehalt lieferten. So
könnten auch andere Pflanzen, die dieses Gen nutzen, mit einem hohen Gehalt an
Vitamin C (Ascorbinsäure) gezüchtet werden.
Im Jahr 2000 ist es Forschern bereits gelungen, den Vitamin-C-Gehalt in Salat zu
erhöhen. Zu diesem Zweck wurde das Gen für das Enzym Oxidase eingebracht. Da das
Gen allerdings von einer Ratte stammte, musste mit Widerstand der Konsumenten
gerechnet werden. Da in der aktuellen Studie das Gen von Erdbeeren stammte,
rechnet Valpuesta mit größerem Vertrauen in der Bevölkerung. Ökologen stehen
genetisch veränderten Anbaupflanzen im Allgemeinen skeptisch gegenüber. Die
langfristige Auswirkung auf Gesundheit und Umwelt könnte gefährlich sein.

Anti-Schlafmittel Provigil ringt um breiteren Einsatz
Kritiker befürchten Missbrauch durch die
24-Stunden-Gesellschaft
Das in den USA und Großbritannien bekannte Medikament Provigil gegen
Narkolepsie könnte bald auch für andere Personengruppen wie z.B. für müde
Schichtarbeiter lizenziert werden. Diese Aussicht bringt eine Diskussion über
den Verkauf von Blockbuster-Medikamenten, die einem Schlaf beraubten Lebensstil
entgegenwirken, ins Rollen. Derzeit ist Provigil, ein Produkt des
US-Biotech-Unternehmens Cephalon
http://www.cephalon.com , für unkontrollierbare Schlafanfälle als
Anti-Schlafmittel zugelassen.
Vergangene Woche verkündete das in West Chester, Pennsylvania, ansässige
Unternehmen die Ergebnisse an 209 Schichtarbeitern. Demnach soll Provigil jenen
mit einer "Nachtschicht-Schlafstörung" – eine durch ungewöhnliche Arbeitszeit
ausgelöste extreme Müdigkeit – helfen. Diese Untersuchung war Teil des
Cephalons-Versuch, die Einsatz-Bandbreite der Anwendungsmöglichkeiten von
Provigil zu vergrößern. Letztendlich hofft man, das Anti-Schlafmittel bei
Menschen einsetzten zu können, die aufgrund einer medizinischen Störung an
Schläfrigkeit leiden. Noch in diesem Jahr sollen die Daten dieser und weiterer
Untersuchungen zur Zulassung an die US-Gesundheitsbehörde FDA übermittelt
werden.
Kritiker befürchten, dass dann Provigil nicht nur bei Patienten mit einer
Schlafstörung, sondern auch bei gesunden Personen mit einem Schlafmangel zur
Anwendung kommt. Provigil könnte das Mittel der Wahl für die
"24-Stunden-Gesellschaft" werden. Schlafforscher betonen, dass Patienten mit
hohen Arbeitsanforderungen und einem fordernden Lebensstil bereits nach Provigil
fragen, um wach zu bleiben. Laut Angaben des Schlafexperten Thomas Scammell von
der Beth Israel Deaconess Sleep Disorders Clinic in Boston wird es auch bereits
verschrieben.
Die klinische Studie an Schichtarbeitern ist die letzte einer ganzen
Studienreihe, um zu zeigen, wie verschiedene Bevölkerungsgruppen von Provigil
profitieren könnten. Die Wirkung wurde auch bei Hubschrauber-Piloten des
Militärs und Multiple-Sklerose-Patienten getestet. Weiters werden sich die
Forscher Fernfahrern, medizinischem Personal und Soldaten widmen.
Wie BBC berichtet, ist die Tatsache, dass Provigil wirkt, keine Überraschung.
In vergangenen Studien hat sich herausgestellt, dass das Medikament ein
wirksames Stimulanzmittel ist. Wie es allerdings die Wachsamkeit verlängert,
soll nicht gut erforscht sein. Vermutlich wirkt es im präfrontalen Kortex des
Gehirns. Der präfrontale Kortex empfängt hochverarbeitete visuelle, auditorische
und somatosensorische Informationen und integriert diese laufend in Hinblick auf
die aktuelle Situation, in der sich der Mensch gerade befindet.

Ende der Kühlpflicht bei Medikament zur Behandlung der Multiplen Sklerose
"Durch die Zulassung haben die Patienten auf Reisen oder bei ihren Aktivitäten
außer Haus sehr viel mehr Möglichkeiten zur Aufbewahrung des Medikaments. Damit
wird eine Verbesserung ihrer Lebensqualität insgesamt erreicht. Darüber hinaus
ist eine verbesserte Compliance der mit Betaferon(R) behandelten Patienten zu
erwarten, was wiederum den Nutzen dieser hoch wirksamen MS-Therapie noch weiter
steigern wird", so Dr. Joachim-Friedrich Kapp, Leiter des Geschäftsbereichs
Spezial-Therapeutika der Schering AG. Die Entwicklung des raumtemperaturstabilen
Betaferon(R) sei laut Kapp die neueste Innovation auf dem Weg der
Therapieoptimierung für Patienten und Neurologen.
Die positiven Erfahrungen, die in den Vereinigten Staaten seit Einführung der
raumtemperaturstabilen Variante von Betaferon(R) im Mai 2002 gesammelt wurden,
bestätigten den höheren Komfort und die größere Flexibilität bei der
Betaferonbehandlung für Patienten mit schubförmig remittierender bzw. sekundär
progredienter Multipler Sklerose. Die Schering AG arbeitet auch weiterhin daran,
diese Bedürfnisse noch mehr zu erfüllen.
Zwtl: Multiple Sklerose - weltweit 2,5 Millionen Menschen erkrankt
MS ist eine Erkrankung des Zentralnervensystems, die Gehirn und Rückenmark
befällt. Schätzungen besagen, dass bis zu 2.5 Millionen Menschen weltweit an
dieser Krankheit leiden. Darüber hinaus stellt sie bei jungen Erwachsenen die
wichtigste erworbene neurologische Erkrankung dar. MS wird von den Betroffenen
oft nicht sofort erkannt, da die Symptome unspezifisch und denjenigen anderer
Erkrankungen ähnlich sind. Als Anzeichen und Symptome von MS gelten Erschöpfung,
psychische und kognitive Veränderungen, Schwäche oder Lähmungserscheinungen in
Extremitäten, Taubheit, Seh- und Sprachstörungen, Gehstörungen bzw. motorische
Störungen, Blasenschwäche und sexuelle Funktionsstörungen.
Zwtl: Schering-Interferon zur Behandlung
In den Vereinigten Staaten, Kanada und Europa war Betaferon(R) das erste für die
Therapie der schubförmig remittierenden MS zugelassene Medikament. Darüber
hinaus ist Betaferon(R) in Europa, Kanada und Australien für die Behandlung der
fortgeschritteneren sekundär progredienten Form von MS zugelassen. Die
Wirksamkeit von Betaferon(R) beruht auf dem Prinzip der hohen Dosierung und
häufigen Verabreichung. Gegenwärtig werden zwei Studien mit Betaferon(R)
durchgeführt: "BENEFIT" und "BEYOND". "BENEFIT" ist eine multizentrische
Phase-III-Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von
Interferon beta-1b (Betaferon(R)) bei Menschen mit ersten klinischen Symptomen
von MS. "BEYOND" ist eine multinationale Phase-III-Studie zur Untersuchung einer
neuen hohen Dosierung von Betaferon(R) (Interferon beta-1b), die Patienten mit
schubförmig remittierender Multipler Sklerose (MS) subkutan injiziert wird. Die
BEYOND-Studie (Betaferon Efficacy Yielding Outcomes of a New Dose) wird mit mehr
als 2.000 Patienten die bisher umfangreichste MS-Studie sein.
Betaferon(R) (Interferon beta-1b) wird in den USA als Betaseron(R) von Berlex
Laboratories, Inc., der US-Tochter der Schering AG, Berlin, Deutschland
vertrieben.
Zwtl: Schering - ein forschende Pharmaunternehmen
Die Schering AG ist ein forschendes Pharma-Unternehmen, das seine Aktivitäten
auf vier Geschäftsfelder konzentriert:
Fertilitätskontrolle&Hormontherapie, Diagnostika&Radiopharmaka, Dermatologie
sowie Spezial-Therapeutika für schwere Krankheiten in den Indikationsgebieten
Zentrales Nervensystem, Onkologie und Herz-Kreislauf. Schering setzt auf
Innovationen und will mit neuartigen Produkten als Global Player in speziellen
Märkten weltweit führend sein. Mit eigener F&E-Infrastruktur, verstärkt durch
ein weltweites Netzwerk von externen Partnern, wird eine Erfolg versprechende
Produkt-Pipeline sichergestellt. Mit neuen Ideen leistet Schering einen
anerkannten Beitrag zum medizinischen Fortschritt und will die Lebensqualität
der Menschen verbessern:
making medicine work

Viagra verbessert Hirnfunktion
Wirkstoff Sildenafil regt nach Schlaganfall Wachstum von
Gehirn-Nervenzellen an
Das Potenzmittel Viagra wirkt nicht nur unter der Gürtellinie. Wie Michael
Chopp auf der derzeit in Texas stattfindenden "International Stroke Conference"
http://www.strokeconference.org berichtet, regt das Medikament das Wachstum
von Nervenzellen an und verbessert die Gehirnfunktion. Die Forscher gehen davon
aus, dass Viagra jene Veränderungen im Gehirn fördert, die zur Wiederherstellung
der Funktion beitragen. Die beobachtete Wirkung beruht vermutlich auf der
Hemmung des Botenstoffes cGMP (zyklisches Guanosin-Monophosphat) im Gehirn.
Im Tierversuch lösten die Forscher um Chopp bei Ratten einen experimentellen
Schlaganfall aus und behandelten die Tiere sechs Tage lang mit Sildenafil, dem
Viagra-Wirkstoff. Nach 28 Tagen zeigte sich, dass die Zahl neuer Gehirnzellen
bei den mit dem Potenzmittel behandelten Ratten signifikant zunahm und die
Gehirnschäden linderten. Die Fläche neuer Zellen betrug bei Ratten, die zwei
Milligramm Viagra erhielten 237,27 mm2. Bei jenen, denen fünf Milligramm Viagra
verabreicht wurden, betrug die Fläche 541,02 mm2. Bei unbehandelten Ratten lag
die Zellfläche bei lediglich 177 mm2.
Mit verschiedenen Tests untersuchten die Forscher des Henry Ford Hospitals in
Detroit die sensorischen und motorischen Fähigkeiten der Tiere. Viagra-Ratten
schnitten im Durchschnitt besser ab. Selbst wenn die Behandlung erst Tage nach
dem Schlaganfall gestartet wurde, bildeten sich neue Nervenzellen und die
Gehirnfunktion verbesserte sich. Dies sowohl bei jungen als auch älteren Ratten.
Chopp hofft mit Viagra eine medikamentöse Therapie zur Verbesserung der
Wiederherstellung von verletztem Nervengewebe gefunden zu haben.

Aspro und Rennie mit Blindenschrift
Roche Austria setzt neue Maßstäber in der Packungsdeklaration
Bis jetzt war es für blinde und stark sehbehinderte Menschen nicht so
einfach, im Medikamentenschrank den "richtigen Griff zu tun. Dabei liegt die
Lösung buchstäblich auf der Hand und wurde auch gleich von Roche Austria
entsprechend umgesetzt: ab sofort sind sämtliche Packungen ASPRO und RENNIE
(räumt den Magen auf) nicht nur in herkömmlicher sondern zusätzlich in
Blindenschrift beschriftet.
Ein kleiner Schritt mit großer Wirkung, der so wäre es jedenfalls
wünschenswert von vielen Unternehmen (nicht nur im Pharmabereich, z.B. auch im
Lebensmittel-handel) als Anregung aufgenommen werden sollte

Pharmabranche setzt auf Biotechnologie
USA nimmt dominierende Wettbewerbsposition ein
40 Prozent der pharmazeutischen Patentanmeldungen weisen Verbindung zur
Biotechnologie auf. Eine dominierende Wettbewerbsposition nehmen die USA ein,
eine im Vergleich sinkende die deutsche Pharmaindustrie. Dies geht aus einer
Studie des Fraunhofer-Instituts für Systemtechnik und Innovationsforschung ISI
http://www.isi.fhg.de zum
Einfluss der Biotechnologie auf die pharmazeutische Industrie hervor.
Insbesondere bei der forschungsintensiven Wirkstoffforschung weisen laut
Studie viele Anzeichen auf eine sinkende Wettbewerbsposition Deutschlands hin.
Deutsche Unternehmen geben wesentlich weniger für Forschung und Entwicklung aus
als beispielsweise die Vereinigten Staaten. Dort liegen die Ausgaben mit
jährlich 19 Mrd. Euro deutlich höher als in Europa, das insgesamt rund 14 Mrd.
Euro für die Erforschung und Entwicklung neuer Pharmazeutika ausgibt.
Obwohl Europa seine Ausgaben in den letzten fünf Jahren damit um knapp 60
Prozent steigerte, reicht dies nicht aus, den erheblichen Innovationsschub in
den USA auszugleichen. Dort betrug die Steigerungsrate fast 120 Prozent. Ein
weiterer Grund für Deutschlands Rückstand ist die unterschiedlich starke
Verbreitung moderner biotechnologischer Verfahren in der Pharmaindustrie. Nach
den Untersuchungen der Fraunhofer-Forscher ist in
Deutschland der Durchdringungsgrad der Biotechnologie im Pharmasektor deutlich
geringer als in den Vereinigten Staaten. So wiesen Ende der 90er Jahre weltweit
bereits 40 Prozent der pharmazeutischen Patentanmeldungen eine Verbindung zur
Biotechnologie auf. Doch während die Vereinigten Staaten gut fünf Prozent über
dem weltweiten Durchschnitt liegen, liegt Deutschland rund fünf Prozent
darunter.
Auch in der Unternehmensstruktur der biotechnologierelevanten Pharmaforschung
kam es in den letzten Jahren in Deutschland zu bemerkenswerten Verschiebungen.
Die großen multinationalen Pharmakonzerne haben ihre führende Rolle deutlich
eingebüßt. Ihr Anteil an den Patentanmeldungen ist im Verlauf der 90er Jahre von
65 Prozent auf 43 Prozent gefallen. Sie mussten Anteile abgeben, und zwar an
Biotechnologieunternehmen und an so genannte Wissenschaftserfinder. Dahinter
verbergen sich häufig Hochschulen. In den USA war das Verhältnis zwischen den
großen Pharmafirmen und den jungen Biotechnologiefirmen insgesamt deutlich
ausgeglichener. Kooperationen sind für die großen Pharmakonzerne ein Weg, sich
das notwendige Know-how und die neuesten Ergebnisse der biotechnologierelevanten
Pharmaforschung sicherzustellen. Das zeigen Analysen der Wissenschaftler des
Fraunhofer ISI zum Publikationsverhalten der Unternehmen.
Während insbesondere deutsche Universitäten zugunsten amerikanischer
Einrichtungen an Bedeutung verloren, setzen sich deutsche
Biotechnologieunternehmen als Lieferanten von Know-how zunehmend besser in
Szene. Sie konnten mittlerweile die US-Monopolstellung der 90er Jahre
durchbrechen. Waren früher ausschließlich amerikanische
Biotechnologieunternehmen an den Publikationen deutscher Pharmakonzerne
beteiligt, so stellen deutsche Biotechnologieunternehmen mittlerweile bei 22
Prozent aller Publikationen die Koautoren.

Medikamente passieren mit Ultraschallstrahl
Blut-Hirn-Schranke
Wirksubstanz in Fettbläschen verursachen winzige Löcher in
Schutzschicht
Wissenschaftlern der Abteilung für Radiologie
http://www.brighamandwomens.org/radiology am Brigham and Women's Hospital in
Boston ist es gelungen, mittels Ultraschall Medikamente durch die
Blut-Hirn-Schranke zu schleusen. Dabei werden durch einen gezielten Ultraschall
Wirkstoffe in kleinen Fettbläschen an den Wunschort befördert. In Folge entsteht
in der Blut-Hirn-Schranke, die normalerweise große Moleküle vor dem Eintritt vom
Blutkreislauf in das Gehirn abhält, ein kleines Loch. Durch diese Lücke gelangen
die Medikamente in das Gehirn, wie das Team um den Radiologen Kullervo Hynynen
im Rahmen des Jahrestreffen der Acoustical Society of America
http://asa.aip.org in Fort
Lauderdale, Florida, berichtete.
Die Wissenschaftler entdeckten, dass ein schwacher Ultraschall eine Blase,
auf die er gerichtet ist, zum Vibrieren und Platzen veranlasst. Das entstehende
Loch in der Blut-Hirn-Schranke schließt sich innerhalb weniger Tage wieder,
erklärte Hynynen. Die Bläschen könnten mit jedem gewünschten Medikament - in
einer zudem nur geringen Dosismenge versetzt werden. Forscher am Brigham and
Women's Hospital beschäftigen sich derzeit mit der Umsetzung, kleine Dosen eines
Toxins zu den nicht richtig funktionierenden Nervenzellen, die Epilepsie
verursachen, zu befördern, ohne gesunde Neuronen zu töten.
Bei Medikamenten gegen neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer,
Parkinson, Epilepsie und Schizophrenie verhindert die Blut-Hirn-Schranke häufig
das Eindringen ins Gehirn. Dadurch ist es Forschern nicht möglich, große
Medikamentenmoleküle einzusetzen. Kleine Molekülen wiederum bergen das Problem,
sich überall im Gehirn zu verteilen. Sie können, bei Bestimmung für eine
Hirnregion, in einem anderen Gebiet nicht erwünschte Nebenwirkungen verursachen.

Antioxidantien lassen Mäuse alt aussehen
Studie beweist erneut lebensverlängernde Wirkung von Vitamin C
und E
Forscher des Buck Institutes for Age Research
http://www.buckcenter.org
haben nachgewiesen, dass antioxidative Medikamente ein Mäuseleben um das
Vierfache verlängern können. Der Molekulargerontologe Simon Melov vom Buck
Institute stellt allerdings klar, dass es zwischen der Lebensverlängerung von
Genmäusen und Menschen beträchtliche Unterschiede gebe. Die Studie, die im
Journal of Neuroscience
http://www.jneurosci.org veröffentlicht wurde, baut auf vergangenen Arbeiten
über die Lebensverlängerung von Nematoden mittels Antioxidantien wie Vitamin C
und E auf.
Laut Melov hat die Studie erstmals bewiesen, dass Antioxidantien Säugetieren
zu einem längeren Leben verhelfen. "Die Ergebnisse sind ein weiterer Schritt im
Verständnis über die Arten der Schädigungen, die während des Alterns eintreten",
erklärte Melov. Antioxidantien sind natürliche oder synthetische Substanzen, die
die Zellen des Organismus und auch Lebensmittel vor Schädigung durch Einwirkung
von Sauerstoff schützen. Ihre Wirkung beruht auf der Fähigkeit, die durch
Sauerstoff eingeleiteten chemischen Reaktionen (Oxidation) abzubrechen. So
verhindern sie z.B. das Ranzigwerden bei Ölen und Fetten. In menschlichen Zellen
führt die Oxidation zur Schädigung des Erbmaterials, der DNA. In der Folge kann
dies zu Krebs aber auch, wie Forscher behaupten, zu mit dem Alterungsprozess in
Verbindung stehenden Veränderungen führen.
Im Versuch wurden die Mäuse genetisch so verändert, dass sich eine oxidative
Schädigung vollzog und sie ohne Medikamente nur rund eine Woche überlebten.
Dadurch erhielten die Forscher rasch die Ergebnisse. Laut Melov reduzierten die
Medikamente die Bildung so genannter freier Radikale, die während der Oxidation
entstehen, auf Null. Diese toxischen Moleküle werden in den Körperzellen
produziert und können Schäden an den Zellen hervorrufen.
"Teile der Antioxidantien dringen in die Zellen bis zu den Mitochondrien, den
so genannten Kraftwerken der Zellen, vor und wirken den von den freien Radikalen
ausgelösten Alterungsprozessen entgegen", erklärte der Molekulargerontologe. Die
Antioxidantien bewirkten bei den Genmäusen eine Lebensdauer von vier Wochen.
Normalerweise lebten die Mäuse nur eine Woche. Die Ergebnisse zeigten, dass
derartige Medikamente präventiv gegen oxidative Schädigungen im Gehirn wirkten.
"Dies ist besonders für Erkrankungen wie Parkinson oder Alzheimer interessant",
ergänzte Melov. Im nächsten Schritt will er die Studie an gewöhnlichen Mäusen
durchführen.

Hühnergenom ersetzt Mäuseversuche
Forscherteam erstellt Gen-Katalog des Geflügels
Gezüchtete Hühnerzellen und befruchtete Eier könnten bald Mäuse in
Laborversuchen ersetzen. Dies behauptet eine britische Forschergruppe, die einen
Genkatalog von Hühnern erstellen will. Dadurch ist es Forschern möglich,
individuell Gene aus gezüchteten Hühnerzellen zu entnehmen und ihre Funktion zu
erforschen. Der Vorteil von Hühnerembryonen, die sich in Eiern und nicht im
Muttertier entwickeln, sei ihre unkomplizierte Manipulation.
Derzeit werden Experimente zur Ermittlung von Genfunktionen an transgenen
Mäusen vorgenommen. Derartige Versuche sind laut Forschern teilweise sehr teuer
und schwierig durchzuführen. Das Team, eine Kooperation der University of Dundee
http://www.dundee.ac.uk , der
University of Nottingham
http://www.nottingham.ac.uk , der UMIST
http://www.umist.ac.uk , dem
Roslin Institut
http://www.roslin.ac.uk sowie dem amerikanischen
Genomtechnologie-Unternehmen Incyte Genomics
http://www.incyte.com hofft,
dass sich bei zahlreichen Genfunktions-Experimenten Zellkulturen von Hühnern und
Embryonen als bessere Versuchsobjekte als Labormäuse herausstellen. "Die meisten
Hühnergene haben Ähnlichkeiten mit jenen des Menschen. Somit hat das Wissen über
die Funktion von Hühnergenen direkte Auswirkungen auf das Verständnis der
menschlichen Biologie", behauptet Cheryll Tickle von der Dundee University.
"Das Unwissen über das Hühnergenom machte das Huhn zu einem bisher
übergangenen Versuchsobjekt", so Dave Burt vom Roslin Institut. Das Projekt ist
der erste Versuch in großem Rahmen, das Genom eines Vogels zu charakterisieren.
Die Forschung kann nach Ansicht der Wissenschaftler auch zu einem besseren
Verständnis über die Vogelbiologie wie Gesang, komplexe Verhaltensmuster und
Evolution führen. Unterstützt wird das Vorhaben vom Biotechnology and Biological
Sciences Research Council (BBSRC)
http://www.bbsrc.ac.uk der britischen Regierung. Dem Hühnergenom-Projekt
wird von 15. bis 16. Dezember ein Workshop in Manchester gewidmet.
Das Huhn ist das erste Wirbeltier, an dem nach der Wiederentdeckung der
Mendelschen Gesetze Studien mittels Gentechnik durchgeführt wurden. Forschungen
an Hühnertumoren führten zur Entdeckung von Retroviren (z.B. HIV) und Onkogenen
(genetisches Material, das Krebs verursachen kann). Studien des Immunsystems von
Hühnern resultierten in der Identifikation der B- und T-Zellen der menschlichen
Immunabwehr.

"Pharma-Tests" - Pharmaindustrie: Seriosität hat Vorrang
Schon jetzt gelten strenge Richtlinien
Die "Androhung" von mehreren medizinischen Fachzeitschriften, zusätzliche
Regulative bei der Veröffentlichung von Klinischen Studien, die bindend für die
Testung von Arzneimitteln vorgeschrieben sind, einzuführen, bzw. die Richtlinien
für die Publikation von wissenschaftlichen Arbeiten zu verschärfen, ist für die
Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, nur sehr schwer
nachzuvollziehen, da schon jetzt sehr strenge Richtlinien dafür gelten.
Dr. Ernst Agneter, Vorsitzender des Pharmig-Fachausschusses für Forschung und
Entwicklung betont, dass die pharmazeutische Industrie kein wie immer geartetes
Interesse daran haben kann, unseriöse Studien zu veröffentlichen, da dies nicht
nur der Glaubwürdigkeit des einzelnen Unternehmens bzw. der gesamten Branche
untergraben, sondern unter Umständen sogar Menschenleben gefährden könnte.
Seriosität hat daher eindeutig Vorrang.
DIE FAKTEN:
1) Klinische Studien (auch: Klinische Prüfungen, Anm.) unterliegen weltweit
sehr hohen und einheitlichen Standards und bedürfen vor ihrem Beginn der
Zustimmung durch eine Ethikkommission.
2) Sie werden auf internationaler Ebene unter Einbeziehung hervorragender
Wissenschafter durchgeführt; durch die internationale Vernetzung, durch das
Internet und die Mittel der elektronischen Kommunikation sind Klinische Studien
heute auch transparent wie nie zuvor.
3) Die Ergebnisse von Klinischen Studien werden zur weiteren
Transparenzmachung natürlich namhaften Fachjournalen angeboten; vor einer
Veröffentlichung erhalten zwei unabhängige Experten diese Studie in
anonymisierter Form zur Überprüfung der Wissenschaftlichkeit ("Peer Review").
Erst nachdem diese Experten "grünes Licht" gegeben haben, werden die Arbeiten in
die Publikation auf-genommen. Allein die Tatsache, dass Veröffentlichungen von
diesen Experten auch zurückgewiesen werden, macht deutlich, dass der
Kontroll-Prozess ausge-zeichnet funktioniert.
4) Österreich verfügt über ein ausgezeichnetes behördliches Kontroll-System
in den Bereichen Klinische Prüfungen und Arzneimittel-Überwachung. Daher ist
eine hohe Qualität sichergestellt, was die Pharmaindustrie sehr begrüßt.
Die Ergebnisse von Klinischen Studien sichern die Wirkungsweisen von
Arzneimitteln ab. Sie helfen, potenzielle unerwünschte Wirkungen möglichst
frühzeitig zu erkennen und ein Nutzen-Risiko-Profil zu erstellen. Sie tragen so
zum medizinischen Wissen und Fortschritt bei und sind daher ein unverzichtbarer
Beitrag zur Arzneimittelsicherheit und damit zur Patientensicherheit, sagte
Agneter dazu.
HINTERGRUND: EIN MEDIKAMENT = 10 GROSSRAUM-JETS
Die Entwicklung eines einzigen Medikaments nimmt 10 bis 12 Jahre in Anspruch
und kostet bis zur Marktreife bis zu 14 Milliarden Schilling, was dem Preis von
10 Großraumjets vom Typ Boeing 777 entspricht. Diese horrenden Forschungskosten,
die von den einzelnen Unternehmen privatwirtschaftlich aufgebracht werden
müssen, sollten dann bis zum Ablauf der Patentschutzzeit in nur 8 bis 10 Jahren
wieder ein-gebracht werden. Das ist aber nur bei jedem dritten Medikament der
Fall.
Internationale Pharmaunternehmen investieren bis zu 20 Prozent ihrer Umsätze
in Forschung und Entwicklung. Die Pharmaindustrie ist damit jene Branche, die im
Vergleich zu anderen am meisten in F&E investiert. So wendet die Autoindustrie
maximal 2 Prozent, die Telekommunikation 3 - 5 Prozent, oder die Raumfahrt 3,7
Prozent für Forschungsausgaben auf.

Interpharma veröffentlicht Fabrikpreise von Medikamenten
Pharmabranche will mehr Transparenz schaffen
Die Kosten für Arzneimittel in der Schweiz werden übersichtlicher. Auf der
Internetseite
http://www.sl-preise.ch können die Publikumspreise von Medikamenten der
Spezialitätenliste heruntergeladen werden. Jetzt hat die Interpharma
http://www.interpharma.ch
dort auch die Fabrikabgabepreise veröffentlicht. Der Verband der Firmen Serono,
Novartis und Roche will damit mehr Transparenz schaffen.
Interpharma-Generalsekretär Thomas Cueni: "Wir legen offen dar, wieviel der
Hersteller vom Verkaufspreis eines Arzneimittels erhält und wie hoch der Anteil
ist für den Vertrieb und die Abgabe." Auf der Internetseite können Konsumenten
nun nachschauen, wie sich das neue Krankenversicherungsgesetz auf die Preise für
Medikamente auswirkt.
Mit der Revision des Krankenkassengesetzes gilt ab 1. Juli 2001 ein neues
Modell zur Berechnung der Preise von Medikamenten der Spezialitätenliste. Das
Bundesamt für Sozialversicherung hat die Publikumspreise neu festgelegt. Das
System führt zu einer leistungsbezogenen Abgeltung bei der Abgabe von
Arzneimitteln. Das bedeutet: tiefpreisige Medikamente werden leicht verteuert,
hochpreisige hingegen wesentlich günstiger. Auch der Fabrikabgabepreis für
vergütungspflichtige Medikamente haben sich in der Folge verändert.
Die Interpharma steht für den Verband der forschenden pharmazeutischen Firmen
der Schweiz. Serono, Novartis und Roche sind die Mitglieder. Die Internetseite
hat Interpharma in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für
Chemische Industrie und der Vereinigung der Importeure pharmazeutischer
Spezialitäten realisiert.

Wissenschaftler lösen Diabetes-Aspirin-Rätsel
Enzym-Blockade führt zu gesteigerter Insulin-Empfindlichkeit
Wissenschaftler der Harvard University
http://www.harvard.edu und der
University of California
http://www.ucsd.edu haben mit zuckerkranken Mäusen nachgewiesen, dass hohe
Aspirindosen die Funktion des Enzyms ikB Kinase (ikkBeta) blockieren und dadurch
eine gesteigerte Empfindlichkeit des Körpers für Insulin ausgelösen. In der
Folge fallen die Blutzuckerwerte, berichtet das Fachmagazin Science.
http://www.sciencemag.org
Der leitende Wissenschaftler Steven E.. Shoelson erklärte, dass diese Studie
erklären helfe, wie Übergewicht und fettreiche Ernährung eine
Insulinunempfindlichkeit hervorrufen. Obwohl Aspirin im Laufe der Zeit eine
Wirkung gegen Diabetes entfalten kann, ist die dafür notwendige Dosis laut
Shoelson gefährlich. Um den Blutzucker bei einem Diabetiker zu senken, wären
langfristig die Gabe von sechs bis acht Gramm Aspirin notwendig. Zwei
handelsübliche Tabletten machen in etwa 0,65 Gramm aus. Hohe Aspirindosen können
ernste Nebenwirkungen wie Darmblutungen, Schwindel und Übelkeit verursachen.
"Wir müssen ernsthaft davon abraten, eine Diabetesbehandlung mit Aspirin in
Betracht zu ziehen."
Derzeit sucht das Team nach einem chemischen Molekül, das die Funktion von
ikkBeta ohne die Nebenwirkungen von Aspirin blockiert. "Nachdem wir jetzt ein
Protein-Ziel definiert haben, versuchen wir entsprechende Medikamente zu
entwickeln." Vorläufige Studien mit Mäusen haben vielversprechende Ergebnisse
geliefert. Jedoch wird laut Shoelson eine jahrelange Forschungsarbeit notwendig
sein, bis Tests mit Patienten durchgeführt werden können.
1876 entdeckte ein Arzt, dass sich der Zustand seiner Diabetes-Patienten nach
der Gabe eines aspirinähnlichen Medikaments deutlich verbesserte. Um die
Jahrhundertwende und in den 50er-Jahren machten weitere Mediziner ähnliche
Beobachtungen. Eine nähere Erforschung dieses Phänomens fand in der Folge jedoch
nicht statt.

SmartCard überwacht Medikamentenkonsum
Pilotprojekt in Australien gestartet
In Südaustralien ist ein Pilotprojekt gestartet worden, bei dem der
Medikamentenkonsum von Patienten auf einer SmartCard gespeichert wird. Dabei
werden nicht nur ärztlich verschriebene Medikamente erfasst, sondern auch
rezeptfreie bzw. alternative. Diese Informationen können von Apotheken abgerufen
werden. Durch die Aufzeichnung soll der Medikamentenkonsum kontrolliert werden
und gefährliche Kombinationen von Medikamenten vermieden werden.
http://australianit.news.com.au/common/storyPage/0,3811,2517256%5E442,00.html
Das Projekt mit Namen "Winston" wird gemeinsam von der University of South
Australia http://www.unisa.edu.au
und dem Adelaide Womens and Childrens Hospital
http://www.wch.sa.gov.au
betrieben und befindet sich in einer sechsmonatigen Testphase. Vorerst nehmen
drei Apotheker und 30 Patienten daran teil.
Die Patienten geben Informationen ihren Medikamentenkonsum betreffend auf
einer Webpage ein und übermitteln diese freiwillig mittels SmartCard an ihren
Apotheker. Patienten würden oft nur ungern über alternative Medizin mit ihrem
Arzt sprechen, erläutert Jean-Pierre Calabretto vom Adelaide Womens and
Childrens Hospital. Dabei seien diese Informationen jedoch "wirklich wichtig",
um gefährliche Wechselwirkungen der Medikamente zu vermeiden. Deshalb habe man
Apotheker ausgewählt.
In Zukunft ist eine Ausweitung des Systems möglich. Via Internet und
SmartCard könnten etwa Apotheker, Ärzte und Krankenhäuser auf die medizinischen
Daten von Patienten zugreifen. Die Überwachung des Medikamentenkaufs soll
verhindern, dass einerseits Medikamente zu großzügig verschrieben werden.
Andererseits sollen Ärzte über die Medikamente, die bereits ihre Kollegen
verschriebenen haben, informiert werden. Befürworter des Systems erhoffen sich
eine Entlastung des australischen Gesundheitssystems in Millionen Dollar Höhe.
Eine repräsentative Umfrage von Medvantis Medical Services GmbH
(Wiesbaden) in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut INRA
zeigt, dass die Therapieempfehlungen der Ärzte ihren Patienten häufig
unverständlich sind.
Nicht einmal die Hälfte aller befragten Männer (44 %) und Frauen
(38 %) gaben an, die Therapieempfehlungen ihres Arztes "immer" zu
verstehen. Erschreckend: Nahezu jeder zehnter Patient versteht die
Therapieempfehlung seines Arztes nur "selten".
Dies erklärt wahrscheinlich auch, weshalb den Empfehlungen und
Verschreibungen des Arztes nicht immer Folge geleistet wird. Dabei
scheint der Bildungsgrad Einfluss darauf zu haben, ob die Medikamente
eingenommen und Anweisungen befolgt werden. Nur 38 % der Patienten
mit Volksschulabschluss beherzigen die Empfehlungen ihres Arztes
grundsätzlich, 49 % "meistens" aber noch über jeder zehnter nur
"selten". Bei den Patienten mit Abitur bzw. Studienabschluss ist der
"Ungehorsam" noch größer: Mit 28 % folgt nur jeder Dritte "immer" den
Empfehlungen des behandelnden Arztes.
Verständlich vor diesem Hintergrund wird auch, weshalb sich rund
80 % der Befragten detailliertere Informationen zu den verordneten
Medikamenten wünschen. Am liebsten würden sie sich diese
Informationen über das Telefon holen (rund 45 %) - gefolgt vom
Internet (rund 14 %).
Eine Möglichkeit, an detaillierte und fachkundige Informationen zu
kommen, bietet Medvantis Medical Services. Im Auftrag von
Krankenkassen und privaten Krankenversicherern bietet das Unternehmen
medizinische Informationen und Dienstleistungen an. Wert wird dabei
auf die Qualität der Inhalte und die kompetente Betreuung gelegt. So
arbeiten im Medical Expert Center ausschließlich Fachärzte und
spezialisiertes medizinische Fachpersonal. Die Dienstleistungen von
Medvantis Medical Services umfassen darüber hinaus das Disease
Management für Diabetiker und Asthmatiker sowie ab der zweiten
Jahreshälfte 2001 auch Case Management für schwerstkranke Patienten.

Preise für Tuberkulose-Medikamente im Sturzflug
94-prozentige Kostensenkung für Arzneimittel Ofloxacin und
Capreomycin
Patienten, die an der tödlichen multiresistenten Form von Tuberkulose leiden,
haben nun, zu stark reduzierten Preisen, Zugang zu Medikamenten der so genannten
zweiten Reihe. Ermöglicht wurde die 94-prozentige Preissenkung durch die
Zusammenarbeit der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
http://www.who.int , der
Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF)
http://www.aerzteohnegrenzen.at und der Harvard Medical School
http://www.hms.harvard.edu
.
Treibende Kraft war laut WHO die humanitäre Organisation MSF, die mit der
Pharmaindustrie verhandelte. Die Preise für die Medikamente Capreomycin für eine
einzelne Dosis sind nun von 3,36 Dollar auf 14 Cent, die von Ofloxacin von 2,60
Dollar auf 33 Cent gesunken. "Ohne die kostengünstigen Medikamente würden rund
60 Prozent der Patienten, die auf eine herkömmliche Behandlung nicht reagieren,
innerhalb von zwei Jahren sterben", erklärte Mario Raviglione von der WHO.
Bisher waren Medikamente der "zweiten Reihe" teuer, da die Produzenten
unregelmäßige Aufträge bekamen. "Die Medikamente werden nur unter bestimmten
Umständen benötigt. Dies zieht eine geringe Produktion nach sich", so Raviglione.
Viele Länder konnten sich durch die dadurch entstandenen hohen Kosten die
Medikamente nicht leisten.
Unter anderem wurde ein System errichtet, das die effiziente Verwendung der
Medikamente ermöglicht. Expertenteams sollen Menschen in Entwicklungsländern
helfen, damit sie die lebenswichtigen Tuberkulose-Medikamente sicher erhalten
und diese ordnungsgemäß angewendet werden. "Die Medikamente sind nicht
ungefährlich und müssen innerhalb von 18 bis 24 Monaten eingenommen werden. Ist
dies nicht der Fall, kann dies zu neuen Resistenzen der Medikamente führen", so
Raviglione.
Experten schätzen, dass rund ein bis zwei Prozent aller Tuberkulose-Fälle
multi-medikamenten-resistent sind. Umgerechnet bedeutet dies, dass rund 330.000
Menschen auf eine herkömmliche Behandlung nicht reagieren. Insgesamt sterben
weltweit jährlich 1,7 Mio. Menschen an Tuberkulose.

Humane Gene haben rund ein Duzent Varianten
Individuelle Medikamentenverträglichkeit per Gentest bestimmen
Eine Langzeitstudie über die Variabilität des menschlichen Genoms hat
gezeigt, dass jedes menschliche Gen in durchschnittlich zwölf Varianten
vorkommt. Eine entsprechende Studie der amerikanischen Biotechnologiefirma
Genaissance Pharmaceuticals
http://www.genaissance.com ist im Wissenschaftsmagazin "Science"
http://www.sciencemag.org
veröffentlicht worden. Damit hoffen die Forscher um Claiborne Stephens, die
genetischen Grundlagen zu erkennen, die dazu führen, dass Personen
unterschiedlich auf Medikamente reagieren.
Die Forscher verglichen 313 Gene von 82 Personen miteinander und konnten
dabei bis zu 14 Versionen eines Gens unterscheiden. Die Abschnitte, an denen die
Abweichungen eines Gens festgemacht werden können, nennt man SNPs (single
nucleotide polymorphisms). Mit Hilfe der SNPs hoffen Wissenschaftler weltweit,
Prädispositionen auf erblich bedingte Krankheiten erkennen zu können. Auch
Kenntnisse über individuelle Medikamentenverträglichkeit und dosierung soll mit
Hilfe der SNPs vom derzeit üblichen Try-and-Error-Verfahren gelöst werden. Statt
dessen soll ein genetischer Test das Wirkstoffprofil eines individuellen Genoms
anzeigen.
Die Forscher schreiben weiter, falls es tatsächlich nur - wie derzeit
favorisiert - 30.000 menschliche Gene gibt, könne man ableiten, dass es rund
500.000 Genvariationen gibt. Genaissance will ín den nächsten Jahren sämtliche
Genvariationen entschlüsseln.

Reinheit von Medikamenten in Sekundenschnelle aufgedeckt
Chromatographische Methode soll Pharmaindustrie unterstützen
Forscher der University of the West of England http://news.uwe.ac.uk
haben eine Methode entwickelt, die Medikamente schnell und sicher auf ihre
Reinheit überprüfen kann. Während bisher die Untersuchung einer einzelnen
Probe zehn Minuten in Anspruch genommen hat, soll dies nun in durchschnittlich
30 Sekunden erfolgen. Die Methode wird als Hochleistungs-Flüssigkeits-Chromatographie
(HPLC) bezeichnet.
Dabei wird das gelöste Medikament durch eine gepackte Säule gepresst, die
mit einem körnigen Trägermaterial gefüllt ist. Als Trägermaterial wird
Kieselgel verwendet. Dadurch trennt sich das Medikament in seine Bestandteile,
die anschließend analysiert werden. "Mit Hilfe dieser Methode ist es
einfach, Unreinheiten rasch festzustellen", so Projektleiter David McCalley
vom Centre for Research in Biomedicine. Dies sei vor allem für
Pharmaunternehmen ein wesentlicher Vorteil, so McCalley. Sponsor des dreijährigen
Projektes war demnach auch AstraZeneca UK Limited.
Das selbe Verfahren könne auch zur Feststellung von Drogenmissbrauch
verwendet werden, so der Forscher. Er ist auch als Consulter des US- National
Institute of Health (NIH) http://www.nih.gov
für Projekte, die sich mit pharmazeutischen Analysen beschäftigen, tätig.
Derzeit wird die HPLC-Methode u.a. für exakte Analysen der Zusammensetzung von
Stoffgemischen angewandt.

Haupt bedauert das "Aus" für Gingko-Präparate
"Das Aus für Gingko-Präparate nehme ich mit Bedauern zur Kenntnis."
Mit diesen Worten kommentierte Gesundheitsminister Herbert Haupt die
Entscheidung der Fachleute der Selbstverwaltung aus dem Hauptverband der
Sozialversicherungsträger, Gingkopräparate aus dem Heilmittelverzeichnis zu
streichen. Er selbst habe die Argumente der Arbeitsgemeinschaft ProCerebro, die
ihn vor wenigen Wochen um Unterstützung gebeten habe, durchaus ernst genommen.
Nun müsse er aber die Entscheidung der Selbstverwaltung akzeptieren, was ihm
alles andere als leicht falle. "Den Patienten wird damit sicherlich kein
guter Dienst erwiesen", so der Gesundheitsminister.

Pharmig: Haider-Äußerungen "unhaltbar und
unqualifiziert"
Die Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, stellt zu den heutigen
Aussagen von Landeshauptmann Haider gegenüber der APA fest, dass diese Äußerungen
unhaltbar und unqualifiziert seien.
Zum Einen sind, so die Pharmig, die Arzneimittelpreise in Österreich nach
wie vor knapp unter dem europäischen Durchschnitt angesiedelt. Das beweisen
zahlreiche Studien, die mittlerweile auch LH Haider bekannt sein sollten.
Zum Anderen wehrt sich die Pharmig namens der Pharmaindustrie entschieden
gegen die Unterstellung der Korruption in jeder Form. Sie fordert LH Haider
dringend auf, diese Äußerungen zurück zu nehmen.

Nach Bleivergiftung: IKS warnt vor Internet-Arznei
30 Prozent der getesteten Medikamente hatten zuviel
Quellsilber
In Genf erlitt eine Person eine Bleivergiftung, die sich auch durch eine
schwere Blutarmut zeigte. Die Genfer Gesundheitsbehörde entdeckten einen ungewöhnlich
hohen Gehalt an Blei (4,2 Prozent) in einem nach tibetischer Methode
hergestellten Arzneimittel. Die Interkantonale Kontrollstelle für Heilmittel (IKS)
http://www.iks.ch rät vom Kauf
solcher Medikamenten im Internet ab.
Aufgrund weiteren Analysen von ähnlichen Produkten wurde festgestellt, dass
30 Prozent der getesteten Medikamenten die Grenzwerte für Quecksilber überschritten.
Die höchsten Werte erreichten das 250-fache der wöchentlich tolerierten Dosis.
Die Pillen aus den jeweiligen Pflanzen sind in der Schweiz über indische
Therapeuten erhältlich oder auch oftmals unbekannter Herkunft.
Angesichts der Risiken für die Gesundheit verpflichten die IKS Personen,
welche ähnliche Arzneimittel eingenommen haben und sogar ungewohnte Symptome
feststellen, ihren Arzt zu kontaktieren. Weiter soll von dem Kauf von
Arzneimittel aus dem Internet oder anderen unsicheren Quellen abgesehen werden.
Denn im Gegensatz zu den Internet-Arznei-Händlern würden die Apotheken und
Drogerien regelmässig kontrolliert.

US-Pharma: Österreichisches Gesundheitssystem benötigt
Reform
Schlechte öffentliche Meinung behindert Forschung und
Produktion
Die in Österreich ansässigen US-amerikanischen Pharmaunternehmen sehen die
hohen österreichischen Gesundheitsstandards ohne eine grundlegende Systemreform
gefährdet. "Noch höhere Geldmittel müssen für die weitere Forschung
investiert werden, um die neuen Erkenntnisse in der Gentechnologie und
Biotechnologie sinnvoll anwenden und einsetzen zu können", ist eine
Kernaussage der Befragung der US-Unternehmen. Die Ergebnisse wurden heute,
Dienstag, in einer Studie in der amerikanischen Botschaft vorgestellt http://www.usembassy-vienna.at
.
Das österreichische Gesundheitssystem sei vorbildlich, die Öffentlichkeit müsse
aber über den höheren Finanzierungsbedarf aufgeklärt werden. Österreich habe
zwar einige "sehr anerkannte Forschungs- und Produktionsstätten",
insgesamt jedoch einen sehr bescheidenen Anteil sowohl an Forschung als auch an
Produktion in Europa. Einerseits biete das Land sehr attraktive Bedingungen wie
Stabilität, qualifizierte Forscher, zentrale Lage in Europa sowie finanzielle Fördermittel.
Andererseits kritisieren die hier tätigen US-Firmen vor allem die ablehnende öffentliche
Meinung und die fehlende politische Unterstützung gegenüber der Gentechnik
sowie Biotechnologie. Dies bedinge restriktive gesetzliche Bestimmungen seitens
der Behörden. In diesem Zusammenhang wird die Schaffung eines positiveren
Forschungsklimas gefordert. Laut Studie decken die über 50 in Österreich tätigen
amerikanischen Pharmafirmen 30 Prozent der Inlandsnachfrage ab.
Die Studie merkt an, dass nur 19 von 230 in Österreich tätige
Pharmaunternehmen in der Forschung und Entwicklung tätig sind. Der österreichische
Anteil an allen in Europa produzierten Arzneimitteln betrage nur 1,2 Prozent.
Die pharmazeutische Industrie sei in den USA mit einer Forschungsquote von 21
Prozent des Umsatzes der forschungsintensivste Industriezweig, in Österreich
mit einem Anteil von 5,4 Prozent jedoch hinter der Medien- und Telekombranche an
zweiter Stelle. Der F&E-Aufwand sei in der US-Pharmabranche in den letzten
20 Jahren um mehr als das Zehnfache explodiert. Nur eine von 5.000 in
vorklinischen Studien untersuchten Substanzen werde schließlich zugelassen, die
Entwicklungsphase betrage 12 bis 15 Jahre. Die durchschnittlichen
Entwicklungskosten für ein neues Arzneimittel würden sich auf über 500 Mio.
Euro belaufen.
Ebenfalls scharf kritisieren die US-Pharmakonzerne die "intransparente
und bisweilen nicht nachvollziehbare" Preispolitik des Hauptverbandes der
österreichischen Sozialversicherungsträger. Die österreichischen Arbeitnehmer
würden zwar einen 17,5-prozentigen Anteil des Bruttonationalproduktes an
Sozialversicherungsbeiträgen bezahlen, die Gesundheitsausgaben jedoch bei 8,3
Prozent des BIP liegen. Österreich sei bei den Pro-Kopf-Arzneimittelausgaben
der Sozialversicherung mit rund 1.900 Schilling deutlich unter dem europäischen
Schnitt von 2.400 Schilling. Die Mehrwertssteuer, der Apothekenaufschlag und der
Großhandelsaufschlag für Arzneimittel befinde sich im europäischen
Spitzenfeld, während die Fabriksabgabepreise im Vergleich eher am unteren Ende
lägen.

Rote Blutkörperchen transportieren Medikamente
Ultraschall ermöglicht gezielte Freisetzung
In Zukunft sollen die Blutzellen eines Patienten Medikamente gezielt
beispielsweise zu einem Tumors transportieren können. Der Wissenschaftler Tony
McHale von der University of Ulster http://www.ulst.ac.uk
hat ein Verfahren entwickelt, dass durch den Einsatz von Ultraschall mit
toxischen Substanzen imprägnierte rote Blutkörperchen direkt im kranken Gewebe
aufplatzen lässt. Wirkstoffe entfalten durch die Steuerung über den
Ultraschall ihre Wirkung genau an der gewünschten Position. New Scientist http://www.newscientist.com
Gemeinsam mit Lee Russell und anderen hat McHale mit Gendel Ltd., http://www.gendel.net
ein Unternehmen zur Vermarktung der Technologie gegründet. Entscheidend sei
laut Russell die Möglichkeit der gezielten Freisetzung von Substanzen gewesen.
McHale hat herausgefunden, dass ein elektrisches Feld rote Blutzellen
dahingehend sensibilisieren kann, dass sie bei der Bestrahlung mit Ultraschall
aufbrechen. Derzeit arbeitet das Unternehmen an der Entwicklung einer
automatisierten Vorrichtung, die rund 20 Milliliter roter Blutkörperchen fassen
kann. Das Blut wird in der Folge sensibilisiert und mit Medikamenten aufgeladen.
Nach zwei oder drei Stunden kann das behandelte Blut wieder injiziert werden.
Je nach Dosierung des Ultraschallimpulses kann das Medikament vollständig
oder auf Einzeldosen verteilt freigesetzt werden. Gendel hat das Verfahren bis
jetzt erfolgreich an Mäusen und Schweinen getestet. Dafür wurden die roten
Blutkörperchen mit Proteinen versehen, die mit fluoreszierenden Substanzen
markiert waren. Das Unternehmen hofft, dieses Verfahren in Zukunft für die
Behandlung von Krebs und kardiovaskulären Erkrankungen einsetzen zu können.

Pharmaindustrie 2005: US-Marktanteil beträgt 60 Prozent
Zehn Mrd. Dollar Jahresumsatz für Spanien prognostiziert
Japan stagniert
Eine Studie des US-Instituts für medizinische Statistik (IMS Health) http://www.imshealth.com
prognostiziert den zehn weltweit führenden Pharmamärkten eine
durchschnittliche jährliche Wachstumsrate von rund neun Prozent bis zum Jahr
2005. Für die Länder Australien, Kanada, Belgien, Frankreich, Deutschland,
Italien, Spanien, Großbritannien, Japan und die USA wird ein Gesamtumsatz von
434 Mrd. Dollar erwartet. Im Jahr 2000 belief sich der Umsatz noch auf 281 Mrd.
Dollar.
Das größte Wachstum wird für den US-Pharmamarkt prognostiziert. Belief
sich der Jahresumsatz im Jahr 2000 noch auf 150 Mrd. Dollar, soll sich dieser
2005 auf rund 263 Mrd. Dollar erhöhen, was eine Wachstumsrate von 12 Prozent
bedeutet. Der Marktanteil der USA steigt der Studie zufolge auf 60 Prozent.
"Die USA bauen ihre Vorherrschaft aus und setzen damit einen Trend fort,
der bereits vor mehr als zehn Jahren begann", erklärte der IMS-Vize-Präsident
Graham Lewis. In den 90er Jahren waren die US- und die europäische
Pharmaindustrie noch vergleichbar. "Heute hat sich der US-Markt aufgrund
von neuen innovativen Therapien und steigendem Medikamentenkonsum im Vergleich
zu Europa verdoppelt", so Lewis. Dazu komme, dass einerseits der Markt in
Europa und Japan regulierter und fragmentierter ist und andererseits die
Dominanz der USA durch ihre Vorherrschaft in der Biotechnologie sowie
Investitionen in Forschung und Entwicklung zusätzlich angespornt wird.
Das größte Wachstum in Europa verbucht laut Studie die spanische
Pharmaindustrie. Im Jahr 2005 soll die jährliche Wachstumsrate bei zehn Prozent
liegen, der Jahresumsatz wird mit zehn Mrd. Dollar berechnet. Im gleichen
Zeitraum sollen die jährlichen Wachstumsraten der italienischen und britische
Pharmaindustrie bei rund acht Prozent liegen. Für beide Länder bedeutet dies
einen Jahresumsatz von schätzungsweise 16 Mrd. Dollar. Für die Bundesrepublik
Deutschland gehen die Prognosen von einem Jahresumsatz von 25 Mrd. Dollar aus.
Die gesamte Wachstumsrate in Deutschland wird bis zum Jahr 2005 mit 7,5 Prozent
pro Jahr prognostiziert.
In Japan stagniert die Pharmaindustrie seit Mitte der 90er Jahre. Die
Prognosen gehen von einem moderaten jährlichen Wachstum von rund 2,3 Prozent
bis zum Jahr 2005 aus. Der Jahresumsatz soll sich bis 2005 auf 66 Mrd. Dollar
belaufen. Der Marktanteil innerhalb der zehn Länder geht in den nächsten vier
Jahren von 20 Prozent im Jahr 2000 auf 15,1Prozent zurück. Als Gründe der
Stagnation werden Wirtschaftsbedingungen und Preispolitik genannt.
Die Pharmaprognosen der IMS Health, gegründet zum Zweck der
pharmazeutischen/medizinischen Datenerhebung, wurden auch für Lateinamerika,
Asien sowie Zentral- und Osteuropa erstellt. Das an der New Yorker Börse
notierte Institut wurde 1956 gegründet und hat Niederlassungen in mehr als 100
Ländern.

Winzige magnetgesteuerte Schraube für medizinische Einsätze
Japanische Entwicklung für gezielten Medikamententransport im
Körper
Kazushi Ishiyama und Kollegen von der Tohoku Universität http://www.tohoku.ac.jp/
haben einen simplen, lenkbaren Mini-Roboter entwickelt, der künftig zum
Medikamententransport menschliche Adern entlangschwimmen oder sich durch Gewebe
bohren und Tumore zerstören könnte. Das Gerät, eine Art "Schraube"
von der Größe eines Reiskorns, lässt sich durch ein äußeres Magnetfeld
steuern, berichtet das Fachblatt "Sensors and Actuators A" http://www.elsevier.com/inca/publications/store/5/0/4/1/0/3/.
Die zylindrischen Winzlinge bestehen aus einer Neodym-Eisen-Bor-Legierung und
messen nur nur acht Millimeter in der Länge und weniger als einen Millimeter im
Durchmesser. Mit Standard-Injektionsspritzen sollen sie sich unter die Haut
bringen lassen, so Ishiyama, und dann mit einem 3D-Magnetfeld-Erzeuger und
Regler in jede Richtung steuern. Zwei Prototypen hat das Team erstellt und
getestet: Typ eins soll sich im Blutstrom bewegen, Typ zwei durch festeres
Gewebe "bohren".
In einem Behälter mit Silikon-Öl erzeugte das Team zwischen zwei senkrecht
angebrachten Drahtspulen ein rotierendes Magnetfeld. Dies brachte die zylinderförmige
Schraube in Drehung, was wegen eines schräg um den Körper gewundenen Drahts zu
langsamer Vorwärtsbewegung führte. Je höher die Frequenz des Magnetfeldes,
desto schneller die Geschwindigkeit der "Schraube", berichtet das
Team. Der zweite Prototyp sieht einer normalen Holzschraube wesentlich ähnlicher.
In einem dicken, gewebeähnlichen Agar-Gel erreichte das Team damit eine
Geschwindigkeit von rund zwei Zentimetern pro Sekunde. Bis zu einer Höchstfrequenz
von 20 Hertz ließ sich die "Mini-Schraube" immer weiter
beschleunigen, bei höheren Frequenzen kam es zum Stillstand. Nach den Tests im
Gel "durchbohrte" die "Schraube" auch ein zwei Zentimeter
dickes Beefsteak binnen 20 Sekunden erfolgreich.
Ishiyamas neuestes Gerät besitzt sogar einen winzigen Metallspieß, der
mittels eines zweiten, unabhängigen Magnetfelds von 100 kHz gezielt erhitzt
werden kann. Damit ließe sich beispielsweise Krebsgewebe zerstören, berichtet
der Forscher, der diesen Prototyp im August auf den "Joint European
Magnetic Symposia" in Grenoble vorstellen will.

Mediterrane Heilpflanzen erscheinen in Datenbank
Auch Europa hat eine alte Tradition an Naturheilmitteln
Eine Datenbank für Heilpflanzen aus dem Mittelmeerraum Europas wird demnächst
im Internet unter http://www.sciencelettres.org
erscheinen. Die Datenbank mit dem Titel "Materia Medica Mediterranea"
wird von Alain Touwaide vom Department of History of Science von der Universität
von Oklahoma erstellt. Insgesamt hat der Forscher in 25 Jahren die Daten von
Hippokrates, Discorides und anderen Wissenschaftlern miteinbezogen. Das Projekt
wurde beim Kongress "Building Bridges with Traditional Knowledge" http://www.botany.hawaii.edu/traditionalknowledge
vorgestellt.
"Nach heutigen Forschungsergebnissen können wir davon ausgehen, dass
die Entwicklung von Medikamenten der Antike auch das westliche Bild der Medizin
wesentlich beeinflusst hat", so der Forscher. "Trotzdem haben moderne
Wissenschaftler vielfach keinen direkten Zugriff auf Erkenntnisse aus der
Vergangenheit. Die Gründe dafür liegen im Fehlen von Übersetzungen der alten
Schriften."
Die Materia Medica Mediterranea basiert im Wesentlichen auf den Schriften und
Sammlungen von Hippokrates (460 bis 375 v. Chr.), der Enzyklopädie von
Discorides aus dem 1. vorchristlichen Jahrhundert und arabischen Manuskripten
von Ibn al Baytar (ca. 1190 1248). "Auch in der damaligen Zeit wurden
die Beschreibungen von Heilpflanzen in den Schritten Feldforschung, mündlicher
Überlieferung und Katalogisierung durchgeführt", so Touwaide.
Die neue Datenbank soll insbesondere die Inhaltsstoffe der Pflanzen, die
Indikationen, die Nebenwirkungen und die verschiedenen Namen in lateinisch,
griechisch und arabisch auflisten. "Bei der Forschungsarbeit sind wir immer
wieder auf interessante Details gekommen", so der Wissenschaftler. Die
Griechische Enzyklopädie ging über Konstantinopel immer weiter nach Asien bis
nach Bagdad. "Schließlich kam im 14. Jahrhundert die antike Schrift in
weiter entwickelter Form als arabisches Pflanzenlehrbuch wieder in den
mediterranen Raum zurück", berichtet Touwaide

Aspirin für Diabetiker-Herzen
Nur jeder fünfte Diabetiker nimmt die empfohlene Menge
Nur ungefähr jeder fünfte Diabetiker nimmt regelmäßig Aspirin als
Vorbeugung einer Herzerkrankung zu sich. Einer internationalen Studie zufolge
ist das Risiko einer Herzerkrankung bei Diabetikern vier Mal größer, als bei
Nicht-Zuckerkranken, berichtet die Amerikanische Diabetes Vereinigung in ihrem
Magazin "Diabetes Care". http://diabetes-care.com
Ein Diabetes-2 Patient hat das gleiche Risiko eine Herzerkrankung zu
erleiden wie ein Nichtdiabetiker, der bereits eine Herzattacke hinter sich
hat. Obwohl die Risiken von Aspirin auch für Diabetiker bestehen bleiben,
insbesondere bei Gewichtsproblemen oder bei familiär vorbelasteten Patienten,
können alle davon profitieren. Nach der Studie nehmen nur 37 Prozent der
herzkranken Diabetiker regelmäßig Aspirin, obwohl die Diabetes-Vereinigung
schon vor mehreren Jahren dazu wiederholt geraten hat.
Die Untersuchungsleiterin Deborah Rolka meinte, dass die neuen Daten
sowohl für die Patienten als auch für die Ärzte von großer Wichtigkeit wären
und kommuniziert werden müssen. Eine Dosierung von 80 bis 325 Milligramm täglich
bringe im Übrigen genauso viel wie die hohe Dosierung von 500 bis 1.000
Milligramm täglich. Die Britische Medical Society hat in ihrem Journal auch
festgestellt, dass niedrige Dosen von Aspirin vorbeugend gegen EPH-Gestose,
einer Schwangerschaftsvergiftung, wirken.
