Erdbeben in Pakistan: Diakonie
beginnt mit Nothilfe
Lokale Partnerorganisationen verteilen Lebensmittel =
Nach dem verheerenden Erdbeben in der Grenzregion zwischen Indien und
Pakistan hat die Diakonie Katastrophenhilfe gemeinsam mit ihren lokalen
Partnern mit Nothilfe begonnen. An zunächst 950 Familien werden
Lebensmittelpakete verteilt. Die Hilfe soll so schnell wie möglich
ausgeweitet werden. Dafür ruft die Diakonie Katastrophenhilfe dringend zu
Spenden auf.
Im Rahmen der weltweiten Allianz von kirchlichen Hilfswerken Diakonie/ACT
(Action by Churches Together) ist vorgesehen, in den nächsten Tagen
insgesamt 10.000 Familien mit Lebensmitteln und anderen Hilfsgütern zu
unterstützen. Die Menschen brauchen dringend Trinkwasser, Decken und Zelte.
Das Erdbeben, das am Morgen des 8. Oktober mit einer Stärke von 7,6 auf
der Richterskala weite Teile Pakistans, Indiens und Afghanistans erschüttert
hatte, forderte nach offiziellen Angaben alleine in Pakistan 18.000
Todesopfer. Es wird jedoch befürchtet, dass die Zahl der Toten weitaus höher
liegt. Tausende Familien wurden obdachlos. Die Hilfe in der gebirgigen
Region wird zum Teil durch Erdrutsche erschwert, die die Zugangsstraßen zu
den betroffenen Dörfern blockieren.
Zur Unterstützung der Menschen in der Erdbebenregion bittet die Diakonie
Katastrophenhilfe um Spenden unter dem Kennwort "Pakistan Erdbeben".
Spendenkonto:
Diakonie Katastrophenhilfe:
PSK 23 13 300
Pakistan lockt
IT-Investoren
IT-Sektor für 16 Jahre von Steuern befreit
Pakistan will ähnlich wie Erzfeind Indien in
Zukunft stärker am Outsourcing-Boom mitverdienen und hat Maßnahmen
angekündigt, um milliardenschwere IT-Investitionen ins Land zu
holen, berichtet The News International Pakistan. IT und verwandte
Services hätten ein immenses Wachstumspotenzial in Pakistan, sagte
Ministerpräsident Shaukat Aziz im Rahmen der internationalen
Konferenz "Call Centre Investment Opportunities" am vergangenen
Wochenende in Karatschi.
Die IT-Branche könnte die dringend notwendigen Arbeitsmöglichkeiten
für die Jugend bieten sowie zum Exportwachstum beitragen, so Aziz.
Seine Regierung biete ein Umfeld, in dem das Auslagern von
Geschäftsprozessen (Business Process Outsourcing - BPO) im
Allgemeinen sowie das Call-Center-Geschäft im Besonderen florieren
könnten. Um die Investitionsbereitschaft anzukurbeln, hat Pakistan
laut dem IT-Minister der Provinz Sindh, Mustafa Kamal, den IT-Sektor
für die Dauer von 16 Jahren von Steuerabgaben befreit.
"Die Regierung hat eine dynamische Politik angenommen, um es den
Geschäftsleuten aus dem IT-Bereich zu erleichtern, neue Technologien
und Investitionen hervorzubringen", sagte Kamal. Laut Kamal hat der
Beratungsausschuss der Provinzregierung gerade dem Bau eines neuen
Call Centers in der Provinzhauptstadt Karatschi zugestimmt, das mit
einer Kapazität von 5.000 Plätzen rund 17.000 Menschen Arbeit geben
soll.
Nachbar und Dauerrivale Indien hat in den vergangenen Jahren enorm
vom Outsourcing-Boom profitieren können. Zuletzt hatte die indische
Outsourcing-Industrie laut New York Times einen Jahresumsatz von
rund 12,5 Mrd. Dollar. Insgesamt beschäftigt die Branche in Indien
bereits mehr als 800.000 Menschen (pte berichtete:
http://www.pte.at/pte.mc?pte=041106001 ). Nach einer Erhebung
der Beratungsgruppe neoIT sollen die Softwareexporte aus dem
Subkontinent im laufenden Jahr um bis zu 30 Prozent, die Einnahmen
aus Backoffice-Dienstleistungen sogar um 60 Prozent zulegen.
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Eine Mädchenschule für Nordpakistan
200 pakistanische Mädchen im Pflichtschulalter können schon im kommenden
Schuljahr eine neue Schule besuchen: In Danyor in Nordpakistan in der Nähe der
Stadt Gilgit wird im kommenden Frühjahr mit dem Bau einer sechsklassigen
Schule begonnen, die Bauzeit beträgt nur ein halbes Jahr.
Das besondere an diesem Schulprojekt, das den Namen "Mary Ward 2000" trägt,
ist die Finanzierung: Die Schülerinnen einer Klasse des Privatgymnasiums der
Englischen Fräulein in St.Pölten kamen auf die Idee, ihren pakistanischen
Kolleginnen einfach eine Schule zu schenken und sammelten dafür. Ein Betrag
von 30.000 Euro kam bisher zusammen - das reicht, um bei den pakistanischen
Preisverhältnissen ein einfaches Schulgebäude zu errichten. In dem neuen Haus
sollen nachmittags auch Mädchen und Burschen Englischunterricht erhalten.
Die Übergabe der Spendengelder zum Projekt "Mary Ward 2000" (dieser Titel
erinnert an die Gründerin des Ordens der Englischen Fräulein) erfolgt morgen,
Donnerstag, 17. Jänner, im Festsaal des Gymnasiums der Englischen Fräulein in
St.Pölten, die Festansprache hält Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll.
Pakistan: Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen erschweren Hilfe
"Keine Hilfsorganisation oder offizielle Stelle kann momentan sagen, ob und
wieviele afghanische Flüchtlinge täglich über die Grenze nach Pakistan
gelangen", berichtet die österreichische Caritasmitarbeiterin Gabriela
Sonnleitner aus Islamabad. Sonnleitner ist Sprecherin eines internationalen
Caritas- Teams, das seit Dienstag in Pakistan im Einsatz ist. Trotz der
gesperrten Grenze versuchen täglich Menschen die verzweifelte Flucht aus
Afghanistan. "Die Menschen verstecken sich, weil sie Angst haben,
zurückgeschickt zu werden." Die Caritas diskutiert gemeinsam mit den Behörden
und dem UNHCR mögliche Standorte für weitere Flüchtlingslager, falls es zu
einem amerikanischen Angriff kommen sollte. Dann ist laut UNHCR mit bis zu
zwei Millionen weiteren Flüchtlingen aus Afghanistan zu rechnen. "Die
Vorbereitungen für die Versorgung der zu erwartenden Flüchtlinge nach einem
Luftschlag der Amerikaner laufen jedenfalls auf Hochtouren."
Das Emergency Response Team (ERST) der Caritas evaluiert derzeit, wo Hilfe am
nötigsten gebraucht und am effizientesten eingesetzt werden kann. Gabriela
Sonnleitner berichtet, dass die Arbeit derzeit auch durch erhöhte
Sicherheitsmaßnahmen erschwert wird.
Aber selbst wenn keine neuen Flüchtlinge ins Land kommen, braucht Pakistan für
Hunderttausende von Flüchtlingen, die bereits vor dem 11. September im
Grenzgebiet Zuflucht gefunden haben, dringend Hilfe. Denn auch Teile Pakistans
sind von der Dürre betroffen und die lokale Bevölkerung lebt selbst in Armut.
Die bestehenden Lager sind schlecht ausgerüstet. In manchen Camps werden die
Menschen nur schlecht versorgt, haben kaum genug zu essen, es mangelt an
sauberem Wasser und sanitären Anlagen. "Der Winter steht vor der Tür, Menschen
hausen unter Zeltplanen, die weder vor Nässe noch Kälte Schutz bieten."
Die österreichische Caritas bittet daher dringend um Spenden für die
Flüchtlinge aus Afghanistan. PSK 7.700.004, Kennwort:
Flüchtlinge Afghanistan