Todesfälle in den
Städten steigen mit den Ozonwerten
Verringerung um zehn ppb kann Tausende
Menschenleben retten
Kurzfristige Anstiege in der Ozonimmission führen
in Städten zu höheren Sterberaten. Zu diesem Ergebnis ist die größte
je zu diesem Thema durchgeführte Studie der Yale University
http://www.yale.edu/forestry gekommen. Diese Untersuchung könnte
einen wichtigen Einfluss auf zukünftige Entscheidungen in Hinblick
auf die Ozonstandards haben. Die US Environmental Protection Agency
überprüft derzeit ihre Standards für die maximalen täglichen
Ozonwerte. Bodennahes Ozon wird zum Großteil durch den Menschen
verursacht. Die Ozon-Gesamtmenge hat sich seit 1900 verdoppelt. Das
Gas entsteht, wenn Sonnenlicht mit den Abgasen von Fahrzeugen und
Kraftwerken interagiert. Bei hohen Lufttemperaturen kommt es zu
einem Anstieg der Ozonbelastung. Die Ergebnisse der Studie wurden im
Journal of the American Medical Association
http://jama.ama-assn.org veröffentlicht.
Das Team um Michelle Bell analysierte die Todesstatistiken aus 95
US-Städten und konnte damit rund 40 Prozent der Verschmutzung für
einen Zeitraum von 14 Jahren abdecken. Es zeigte sich, dass die
Wahrscheinlichkeit an einem bestimmten Tag zu sterben um 0,52
Prozent steigt, wenn die Ozonwerte in der vorherigen Woche um zehn
Teile pro Milliarde (ppb) anstiegen. Diese Zahl war mit 0,64 Prozent
leicht erhöht, wenn nur Todesfälle aufgrund von kardiovaskulär und
respiratorisch bedingten Problemen berücksichtigt wurden. Bell
erklärte gegenüber NewScientist, dass eine Verringerung der
Ozonwerte um zehn ppb in den USA das Leben von 4.000 Menschen retten
würde. Die Vorteile könnten sogar noch größer sein, wenn man den
gesamten Einfluss von Ozon auf die Sterblichkeit berücksichtigte.
Die Auswirkungen eines lebenslangen Kontaktes mit Ozon seien dabei
nämlich noch nicht eingerechnet, so Bell.
Untersuchungen zu den negativen gesundheitlichen Auswirkungen von
Ozon führten 1997 zu einer Verringerung der in den Vereinigten
Staaten erlaubten Werte von 120 ppb für die am stärksten belastete
Stunde eines Tages auf 80 ppb über einen Zeitraum von acht Stunden.
Diese Werte könnten nochmals gesenkt werden. Die aktuelle Studie
zeigte, dass ein Ansteigen des Ozon um zehn ppb, auch wenn es
unterhalb der derzeitigen Höchstwerte lag, das Todesrisiko am
folgenden Tag noch immer um 0,15 Prozent erhöhte. Frühere Studien
haben nachgewiesen, dass Ozon eine Entzündung der Lunge verursacht
und sowohl die Anzahl der Krankenhausaufenthalte als auch der
Asthmaanfälle erhöht. Hinsichtlich der Auswirkungen des Ozons auf
das Todesrisiko lagen jedoch uneinheitliche Ergebnisse vor. Dafür
macht Bell eine Vielzahl von Untersuchungsmethoden und eine
eingeschränkte Anzahl von Standorten verantwortlich. |
"Ozonkiller" kreist noch über Europa
Anders
als Annahme: Spuren von Methylchloroform in der Atmosphäre
Bislang ist
man davon ausgegangen, dass sich das ozonschädigende Lösungsmittel
Methylchloroform (MCF) aus der Atmosphäre über Europa nahezu verschwunden ist.
Ein europäisches Forscherteam konnte nun bei Messungen vom Flugzeug aus,
Spuren von MCF über Zentraleuropa nachweisen. Das Team um Maarten Krol von der
Universität von Utrecht glaubt, dass die Emissionen des "Ozonkillers" von
"schlafenden" Quellen wie z.B. vergrabenem Müll stammen. Dass sich europäische
Staaten am Protokoll von Montreal vorbei mogeln wollten, glauben die
Wissenschaftler nicht. 1996 einigten sich die Industriestaaten in einem
Zusatzprotokoll darauf, die Produktion von MCF auslaufen zu lassen, berichtet
das Fachblatt Nature
http://www.nature.com .
"Die MCF-Konzentration ist im Vergleich zu jener in den frühen 90er-Jahren
klein und für eine Ozon-Schädigung relativ unbedeutend", schreiben die
Forscher. Seit Mitte der 90er-Jahre wurden die MCF-Konzentrationen über Europa
geschätzt, zum Teil durch Messungen der Atmosphären-Konzentration durch die
MCF-Messstelle Mace Head im Westen Irlands, zum Teil durch Daten der
industriellen MCF-Produktion und –Verwendung. Die Schätzungen ließen vermuten,
dass die Substanz beinahe vollständig aus der Atmosphäre über Europa
verschwunden war.
Ein Forschungsflug über Deutschland, die Alpen und Zentraleuropa im August
2002 stellte höhere Konzentrationen als gedacht fest. Die Auswertung der Daten
brachte nicht nur Hinweise auf MCF in der Atmosphäre, Computersimulationen des
während des Flugs vorherrschenden Luftströmungen bestimmten auch die
wahrscheinliche Lage der Emissionsquellen. Diese liegen größtenteils in Süd-
und Zentraleuropa. Die Simulationen lassen darauf schließen, dass
routinemäßige Luftkontrollen von Mace Head ungeahntes Methylchloroform
übergingen, das die atmosphärische Strömung MCF nicht in den Westen Irlands
befördert.
Miniozonlöcher über Nordeuropa entdeckt
Stürme der Nordatlantischen Zirkulation reißen Löcher in
Schutzschicht
Klimatologen aus den USA und Norwegen haben über Nordeuropa Miniozonlöcher
entdeckt. Die Löcher in der atmosphärischen Schutzschicht werden durch Stürme
über dem Atlantik gerissen und verschwinden nach kurzer Zeit wieder, berichten
Yvan Orsolini und Varavut Limpasuvan im Fachblatt Geophysical Research Letters
(Ausg. 20, S. 4099)
http://www.agu.org/grl . Die Ozonschicht schützt vor der gefährlichen
ultravioletten Strahlung der Sonne.
Die Stürme wirbeln die Atmosphäre durcheinander und transportieren dabei
ozonarme Luft in die betreffenden Schichten der Atmosphäre, erklären die
Wissenschaftler das Phänomen. Hauptursache dieser Wirbel sei die so genannte
Nordatlantische Zirkulation, ein wichtiger "Wettermacher" für Europa, der für
den Luftaustausch zwischen Nordamerika und Europa sorgt. Skandinavien und
Nordeuropa sind durch diese Zirkulation einer erhöhten ultravioletten
Strahlung ausgesetzt als gewöhnlich, wie die Klimatologen im Fachblatt Nature
http://www.nature.com
schreiben.
Die Miniozonlöcher unterscheiden sich somit in der Entstehung von
Ozonlöchern im Bereich der Pole. Hier werden chemische Reaktionen und somit
reduziertes Ozon in höheren Atmosphären unter anderem durch
Chlorfluorkohlenwasserstoffe von Menschenhand mitverursacht. Die
Nordatlantischen Miniozonlöcher unterliegen natürlichen Prozessen, bei denen
Ozon in der Atmosphäre ständig neu gebildet und zerstört wird. Die "Dicke" der
Ozonschicht weltweit hängt davon ab, wie ozonreiche und ozonarme Luft gemischt
werden. Um den Einfluss der Stürme auf die Löcher nachzuvollziehen, verglichen
Orsolini und Limpasuvan Satelliten-Ozonmessungen von 20 Jahren mit den
Messungen der Dauer und Stärke der Nordatlantischen Zirkulation.
Ozonloch kleiner als im Vorjahr
Vier "umweltfreundliche" Chemikalien stehen dem Aus
Das Ozonloch über der Antarktis ist in diesem Jahr um etwa zehn Prozent
kleiner als im Jahr 2000. Während es im Vorjahr so groß wie bei keiner Messung
zuvor war, seien jetzt zum ersten Mal Anzeichen für eine Trendwende zu
erkennen, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA
http://www.nasa.gov in
Washington mit. Im Schnitt sei das Ozonloch in den vergangenen Jahren sowohl
in seiner Größenausdehnung als auch den niedrigen Ozon-Konzentrationen
allerdings "in etwa gleich ausgefallen", schränkten die Forscher ein. Nach wie
vor erstrecke es sich mit etwa 26 Mio. Quadratkilometern über eine Fläche von
der Größe Nordamerikas, wie pte berichtete (http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=010919024).
Erst in mehr als 50 Jahren rechnen Forscher mit Werten, wie sie vor 1980
gemessen wurden.
Die Konzentration der vom Menschen produzierten Ozon-schädigenden
Chlorverbindungen in der Atmosphäre hat nach NASA-Angaben ihren Höhepunkt
überschritten. "Jetzt beginnt eine ganz langsame Abnahme", sagte Samuel
Oltmans, Wissenschaftler der mit der NASA kooperierenden nationalen Behörde
für Ozeane und Atmosphäre (NOAA)
http://www.noaa.gov . Das in diesem Jahr festgestellte Ozonloch sei kein
Grund zur Beunruhigung und bewege sich im Rahmen des Erwarteten.
In der ganz allmählichen Trendwende in der Atmosphäre sehen die
Wissenschaftler erste Erfolge der Ozon-Klimaschutzpolitik, die 1987 mit dem
Montreal-Protokoll begonnen hat. Darin verpflichteten sich die Staaten, den
Ausstoß von Ozon-schädigenden Substanzen zu reduzieren. Die Abmachung
beinhaltet 96 spezifische Chemikalien, die unter besonderer Beobachtung
stehen. Jedes Jahr produzieren die chemischen Industrien Tausende neue
Chemikalien, die anschließend auf den Markt kommen. Es bestehe durchaus ein
Risiko, dass diese Substanzen eine Gefahr für die Ozonschicht darstellen, so
das Umweltschutzprogramm der UN (UNEP)
http://www.unep.org .
Experten zufolge werden jährlich mehr als 10.000 Tonnen dieser Chemikalien
unter dem Deckmantel "umweltfreundlich" vermarktet. Bis zum Jahr 2010 könnte
sich der Wert auf 50.000 Tonnen steigern. Vom 16. bis 19 Oktober widmen sich
Delegierte aus rund 130 Ländern einer Bestärkung des Montreal-Protokolls. Als
Konsequenz des Meetings stehen möglicherweise vier Chemikalien vor dem Aus.
Dazu zählen das Lösungsmittel und PVC-Nebenprodukt Hexachlorbutadien,
Halon-1202, 6-bromo-2-methoxyl-naphtalen und n-Propyl-Bromid.
Durch die Ausdünnung der Ozonschicht kann die ultraviolette Strahlung der
Sonne ungehindert auf die Erde einfallen. Dies trägt mitunter zur vermehrten
Bildung von Hautkrebs und der Augenkrankheit Grauer Star bei. Die dadurch
drastisch sinkenden Ozonkonzentrationen werden als "Ozonloch" bezeichnet. Zum
Ozonloch werden Gebiete gerechnet, in denen die Ozonkonzentration unter den
Wert von 220 Dobsoneinheiten fällt. Normal ist ein Wert von 275. Am 28.
September dieses Jahres lag der Niedrigstwert über dem Südpol und der
Antarktis bei 100, im vergangenen Jahr waren es 98. Der niedrigste je
gemessene Wert von 88 Dobsoneinheiten stammt aus dem Jahr 1993.
Langsame Elektronen zerstören Ozon
Innsbrucker Forscher entdecken Vernichtungsprozess des
Moleküls
Ein Forschungsteam des Instituts für Ionenphysik der Uni Innsbruck
http://www.uibk.ac.at/c/c7/c722 hat mit der Entwicklung von Methoden und
Geräten zur Untersuchung der Wechselwirkung von Elektronen mit Atomen,
Molekülen und Clustern, einen nach eigenen Angaben prinzipiell neuen
Vernichtungsprozess für Ozon entdeckt. "Wir haben bewiesen, dass sich langsame
thermische Elektronen an Ozon lagern. Dies mit großer Häufigkeit und mit dem
für die Atmosphäre negativen Effekt, dass dabei das Ozon zerstört wird",
erklärte Tilmann Märk vom Institut für Ionenphysik. Da in der Ionosphäre sehr
viele dieser langsamen Elektronen vorhanden sind, müssen laut Märk die
zahlreichen Ozonmodelle neu gerechnet und Simulationen neu erarbeitet werden.
Die Forschungen, die in Kooperation mit dem University College in London
betrieben wurden, erhielten Unterstützungen vom Wissenschaftsfonds FWF
http://www.fwf.ac.at .
Zusätzlich konnte Märk in Zusammenarbeit mit der Universität Jerusalem das
Geheimnis der Bindungsenergie des Fußballmoleküls C60 klären. C60 zeichnet
sich durch eine besondere Stabilität aus. "Wir haben das Molekül mit
Elektronen beschossen und damit versucht, ein C2-Molekül aus dem ionisierten
Molekül-Cluster herauszubrechen", so der Institutsvorstand. Die Forscher
wollten wissen, welche Energie für diesen Fragmentierungsprozess notwendig
ist.
"Dies ist im Umkehrschluss auch jene Energie, mit welcher dieser Teil an
den Rest des Moleküls gebunden ist", erklärte Märk. Nachdem es gelungen war,
das C2-Molekül aus dem C60 herauszubrechen, konnte das Maß für die Stabilität,
die genaue Bindungsenergie, festgestellt werden. Die Bindungsenergie ist mit
zehn Elektronenvolt (eV) wesentlich höher als die Ionisierungsenergie mit rund
7,6 eV. Dies unterscheidet das C60-Molekül wesentlich von anderen Molekülen.
Rekord-Ozonloch über Antarktis absehbar
Größe entspricht drei Mal der Fläche Nordamerikas
In wenigen Tagen beginnt auf der südlichen Halbkugel der Frühling. Forscher
des NASA Goddard Space Flight Centers
http://www.gsfc.nasa.gov
rechnen damit, dass das heurige Ozonloch so groß sein wird wie jenes im
vergangenen Jahr. Dieses erreichte Rekordausmaße, mit einer Fläche drei Mal so
groß wie die USA. Die UV-Strahlung des Ozonlochs reichte weit in bewohnte
Gebiete Chiles und Argentiniens.
"Dieses Jahr wird das Ozonloch mindestens genauso groß zu sein. Die Fläche
wird mit Sicherheit 25 Mio. Quadratkilometer überschreiten", erklärte Paul
Newman. Im Vergleich dazu ist der nordamerikanische Kontinent 21,5 Mio.
Quadratkilometer groß. Gleichzeitig warnt der Forscher allerdings vor
verfrühten Prognosen für dieses Jahr, da die Entstehung des Ozonlochs nicht
ausschließlich von Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) abhängt. Einen
wesentlichen Einfluss hat laut Newman auch das Wetter. So beeinflusst u.a. die
Lufttemperatur die Geschwindigkeit, mit der das Ozonloch zerstört wird. Bei
sehr niedrigen Temperaturen entstehen in der oberen Atmosphärenschicht so
genannte "polare stratosphärische Wolken". In den Wolken enthaltene
Eiskristalle bilden eine Oberfläche für schädliche chemische Reaktionen, die
die Ozonschicht zerstören.
Daneben spielen Windverhältnisse eine tragende Rolle. Während der
Wintermonate bewegen sich über der Antarktis schnell zirkulierende Winde, die
auch als "Antarktische Wirbel" bezeichnet werden. Der Luftwirbel trennt die
Antarktis vom Rest der Atmosphäre. Warme ozonbeladene Luft kann nicht mehr aus
den Tropen hereinströmen, die Luft wird kälter und die Eiskristall-Bildung
steigt. "Aufgrund der großen Einflussnahme des Wetters, ist die Größe des
Ozonlochs praktisch unvorhersagbar", so Richard McPeters, Entwickler des
Satelliten TOMS (Total Ozone Mapping Spectrometer). Jedes Jahr gebe es eine
neue Überraschung.
Dennoch rechnen die Forscher mit einer Abnahme des Ozonlochs in den
nächsten Jahren. Grund dafür sind sinkende FCKW-Konzentrationen. Aufgrund der
langen Halbwertszeit der Substanzen werde das Ozonloch allerdings noch lange
nicht verschwinden. "Erst im Jahr 2050 wird der Wert jenen von 1979 erreicht
haben. Kommenden Freitag will die NASA einen neuen Satelliten ins All
schicken. QuickTOMS wurde innerhalb von zwei Jahren gebaut und soll neben dem
antarktischen Ozonloch auch das wachsende Ozonloch über dem Nordpol
inspizieren.
Künstliche Photosynthese reduziert Treibhausgase
Australische Forscher planen die Entwicklung von
Kunstpflanzen
Australische Wissenschaftler wollen durch eine revolutionäre Technik
den Treibhauseffekt bekämpfen. Kunstpflanzen sollen sich von Kohlendioxid
ernähren und zugleich als Nahrungsmittel oder alternativer Treibstoff wie
Methan dienen. Forscher des Bereichs Telecommunications and Industrial Physics
der australischen Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation
(CSIRO) http://www.csiro.au
arbeiten dazu an der Entwicklung einer künstlicher Photosynthese.
"In der Natur nehmen Blätter Kohlendioxid aus der Luft auf und verwandeln
es zu Zucker und anderen Kohlenstoffverbindungen", erklärt die Leiterin des so
genannten Artificial Photosynthesis Projects, Vijoleta Braach-Maksvytis. Mit
einem Mix verschiedener Materialien anstatt von Chlorophyll soll dieser
Vorgang nun künstlich nachgebildet werden. Die Forscher versuchen dazu das
Enzym Rubisco, das etwa 50 Prozent der Proteine eines Blattes ausmacht, im
Labor herzustellen. "Wir analysieren die Protein-Struktur von Blättern und
versuchen sie in einer vereinfachten Form nachzubauen", erklärt Tony Collings
von CSIRO. Rubisco hat in der Natur bei der Photosynthese eine wichtige
Funktion.
Künstliches Rubisco soll in Zukunft nach dem Willen der Forscher noch
effektiver arbeiten als sein natürliches Ebenbild. Auf künstlichen Membranen
angebracht könnte es Treibhausgase in großen Stil wirksam reduzieren. Bis
dahin ist aber noch viel Forschungsarbeit notwendig. Die Wissenschaftler
schätzen, dass 20 bis 50 Jahre vergehen könnten, bis sich die künstliche
Photosynthese in der Praxis anwenden lässt.
Starke Sonnenstürme können Ozonschicht der Erde zerstören
Vernichtung des Ozons ist teilweise auch ein natürlicher
Prozess
Wissenschaftler des Goddard Space Flight Center
http://www.gsfc.nasa.gov
der NASA haben jetzt weitere Beweise dafür gefunden, dass starke Sonnenstürme
die Ozonschicht der Erde schädigen. Wie die Forscher in der Fachzeitschrift "Geophysical
Research Letters" berichten, senden Sonnenexlosionen elektrisch geladene
Teilchen in die Erdatmosphäre, wo sie Stickstoff- und Wassermoleküle spalten.
Die so gebildeten Stick- und Wasserstoffoxide greifen Ozon an und zerstören
es.
Charles Jackman vom Laboratory for Atmospheres des Goddard Space Flight
Center und sein Team hatten mithilfe von Satellitendaten eine Reihe von
riesigen Sonnenexplosionen untersucht, die im Juli 2000 auftraten. Der
gewaltige Sonnensturm - der drittgrößte der letzten 30 Jahre - bombardierte
die Erde mit Protonen, die zur Entstehung von Stick- und Wasserstoffoxiden in
den hohen Schichten der Atmosphäre führten. Die Stickoxide zerstörten in der
oberen Stratosphäre der Erde bis zu neun Prozent des Ozons. Winde blasen die
Stickoxide in die Stratosphäre, wo sie sich wochen- bis monatelang halten
können, so die Forscher. Die Wasserstoffoxide vernichteten in der mittleren
Mesosphäre bis zu 70 Prozent des Ozons. Die Zerstörung dauerte nur während des
Protonenstroms an.
Da sich 80 Prozent des für Menschen wichtigen Ozons in der mittleren und
unteren Stratosphäre befinden und nur wenige Prozent in der Mesosphäre und
oberen Stratosphäre, sind die Auswirkungen auf die Erde laut Jackman aber
minimal.
Interessant sei das Geschehen für die Forschung: "Die Sonnenstürme helfen
uns bei der Überprüfung unserer Modelle. Bevor wir die Gefährdung der
Ozonschicht durch menschliche Einwirkung beurteilen können, müssen wir zuerst
die Wirkung der natürlichen Ozonzerstörung kennen", so Jackman.
Weiterer Schritt zum Schutz der Ozonschicht
Änderungen des Montrealer Protokolls stehen vor der
Ratifizierung
Die Bundesregierung http://www.bundesregierung.de
hat am Mittwoch die Ratifizierung von Änderungen des Montrealer Protokolls
zum Schutz der Ozonschicht auf den Weg gebracht. Das 1987 geschlossene
Protokoll regelt den Umgang mit Stoffen, die die Ozonschicht schädigen. Es
sollte den weltweiten Ausstieg aus Produktion und Verwendung der
Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) einleiten. Bei den Änderungen handelt es
sich um weitere Produktions- und Handelsbeschränkungen.
Die Änderungen des Montrealer Protokolls waren im Dezember 1999 in Peking
von der elften Vertragsstaatenkonferenz beschlossen worden. Künftig dürfen
die Industrieländer keinen H-FCKW-Handel mit Ländern, die nicht
Vertragsstaat des Montrealer Protokolls sind, betreiben und müssen ab 2004
die Herstellung von H-FCKW (FCKW-Ersatzstoff) einfrieren. Für die
Entwicklungsländer ist vereinbart, 2005 zu 50 Prozent aus Halon (Feuerlöschmittel)
auszusteigen, ab 2010 ganz auf FCKW zu verzichten und die Herstellung von
H-FCKW im Jahr 2016 einzustellen.
Erstmals wird im Montrealer Protokoll auch der Stoff Bromchlormethan
geregelt, der als Lösungsmittel in industriellen Prozessen, aber auch als
Feuerlöschmittel eingesetzt wird. Die Änderungen des Protokolls sind in der
EU aufgrund einer Verordnung bereits zum 1. Oktober 2000 in Kraft getreten. In
den Industrieländern wurde die FCKW-Produktion 1996 eingestellt, in der EU
bereits 1995. Die Entwicklungsländer mussten die Herstellung von FCKW im
letzten Jahr einfrieren. Um ihnen den FCKW-Ausstieg zu erleichtern, wurde der
"Multilaterale Fonds" eingerichtet. Für 2000 bis 2002 stellen die
Industrieländer 475,7 Mio. Dollar zur Verfügung. Deutschland hat in diesem
Jahr den Vorsitz im höchsten Gremium des Fonds.
Die Änderungen des Montrealer Protokolls müssen noch vom Bundestag und
Bundesrat gebilligt werden. Damit die Änderungen international wirksam werden
können, ist die Ratifikation von mindestens 20 Staaten erforderlich.
Das schützende Ozon in der Atmosphäre der Erde
zerfällt immer mehr. Für diesen Sommer sagen Umweltphysiker auch für
die nördliche Halbkugel einen ausgiebigen Schwund der Ozonschicht
voraus. Das bedeutet: Die ultravioletten Strahlen der Sonne treffen
die Menschen immer häufiger ungebremst und ungefiltert. Um die Haut
vor rapider Alterung und einer später drohenden Krebskrankheit zu
bewahren, müssen wir daher heute bereits in jungen Jahren beginnen,
sie u. a. durch vorbeugende Vitamin E-Pflege zu schützen. So lautet
die aktuelle Empfehlung des amerikanischen Molekular- und
Zellbiologen Professor Dr. Lester Packer.
Die Studiengruppe Professor Packers an der berühmten Berkeley
Universität im sonnigen Kalifornien erforscht seit Jahren die
wichtige Rolle des Vitamins E für die Gesundheit der Haut. Professor
Packer über die neuesten Erkenntnisse seines Teams: "Wir haben
neuartige Methoden entwickelt, mit denen wir das Verhalten von
Vitamin E und anderen Radikalfängern in der Hornschicht der
menschlichen Haut untersuchen können. Das ermöglicht uns heute, die
Schutz-Wirkung von Vitamin E auf die Hautzellen gesunder
Versuchspersonen gegen schädigende Umwelteinflüsse genau zu
verfolgen."
Während sonnenhungrige Bewohner nördlicher Länder die
wohltuende
Urlaubssonne genießen, spielt sich in ihrer Haut ein faszinierendes
Geschehen ab. Die ultravioletten Strahlen setzen dort die Produktion
so genannter freier Radikale in Gang, was durch umweltbelastende
Auto- und Industrieabgase sowie bodennahes Ozon noch verstärkt wird.
Diese aggressiven Substanzen werden zwar in gewissen Mengen zur
Bekämpfung von Krankheitserregern gebraucht. Schießen sie jedoch
über, d. h., wenn es zu einer Kettenreaktion kommt, ist das von
Übel: Sie greifen durch die so genannte Peroxidati-
on die Zellmembrane an, zersetzen deren natürliches Gerüst aus
Lipiden und Proteinen (Fette und Eiweiß), schädigen die Enzyme und
ziehen sogar die so genannte Zell-DNS, den Träger der
Erbinformationen, in Mitleidenschaft, was letztendlich einer
Zerstörung der Zelle gleich kommt. Bei einer schlechten Vitamin
E-Versorgung der Haut ist das in der Zellmembran natürlicherweise
vorhandene Schutz-Vitamin E (zusammen mit dem anderen Schutzvitamin
C) schnell verbraucht. Die Folge: Der Schutzmechanismus der Haut kann
nicht aufrechterhalten werden. Sie altert schneller.
"Hoch dosiertes Vitamin E, wie es z. B. die
Optolind-Hautforschung
verwendet, stoppt diese Gefahr", betont Professor Packer. "Wird
dieses wichtigste fettlösliche Antioxidans in einer kosmetischen
Zubereitung in ausreichender Dosierung aufgetragen, steigt der
Vitamin-E-Spiegel der Haut innerhalb von 24 Stunden auf das Zehn- bis
Zwölffache an. Das bietet einen starken Schutz gegen Freie Radikale
und ermöglicht die Regenerierung der Haut."
Aufgrund des globalen Ozonproblems in den oberen Schichten der
Atmosphäre wird es nach Ansicht Professor Packers immer dringlicher,
die Haut im Sommer mit einem hochwertigen Sonnenschutz vor den
gefährlichen UV-Strahlen zu schützen und mit einer ausreichend hoch
dosierten Vitamin-E-Zubereitung zu pflegen. Professor Packer: "Nur
wer mit der präventiven Hautpflege bereits in jungen Jahren beginnt,
kann der vorzeitigen Hautalterung und noch wesentlich ernsteren
Konsequenzen einen Riegel vorschieben."