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Biodiversität und Klimawandel in der Ostsee
Neue Erkenntnisse über Belastbarkeit von Lebensgemeinschaften

Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für Limnologie in Plön http://www.mpil-ploen.mpg.de und des Leibniz-Instituts für Meereswissenschaften in Kiel haben gezeigt, dass genetische Vielfalt die Widerstandsfähigkeit von Lebensgemeinschaften gegenüber globaler Erwärmung erhöhen kann. Die Forscher hatten die Untersuchungen in der Ostsee durchgeführt, berichten sie in der jüngsten Ausgabe des Fachmagazins Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS http://www.pnas.org .

Zu den zentralen Fragen beim Klimawandel und der damit verbundenen Häufung von Extremereignissen wie Hitzewellen, Stürmen und Überflutungen zählen die Reaktionen der Populationen und Lebensgemeinschaften auf diese klimatischen Extreme. Bei ihren Experimenten in Seegraswiesen der Ostsee profitierten die Forscher von der ungewöhnlichen Hitzewelle im Sommer 2003, die zu großflächigem Absterben vieler Lebewesen im Flachwasser geführt hatte. Allerdings konnten die Experten feststellen, dass sich genetisch vielfältige Wiesenabschnitte deutlich schneller erholten als genetisch gleichförmigere. Am Ende des Sommers wiesen diese mehr Biomasse und eine höhere Pflanzendichte auf. Völlig unerwartet waren für die Wissenschaftler auch die Auswirkungen auf die Nahrungskette. In den vielfältigen Flächen waren nämlich, trotz der nahe an der Letalgrenze liegenden Wassertemperaturen, auch mehr Muscheln, Krebse und Schnecken zu finden.

In früheren Forschungsberichten haben Wissenschaftler festgestellt, dass die Artenvielfalt für die Produktivität und Stabilität von Ökosystemen eine wichtige Rolle spielt. Unbekannt war allerdings, wie Lebensgemeinschaften, die nur von wenigen Pflanzenarten dominiert werden, darauf reagieren. Die Seegraswiesen bestehen nämlich in der Regel nur aus ein oder zwei Arten und bilden trotzdem eine der produktivsten Pflanzengemeinschaften auf der Erde. Sie sind Grundlage für marine Lebensgemeinschaften, indem sie Nährstoffe umsetzen, Lebensraum für Fische und Wirbellose bieten und die Küstenerosion einschränken. Die wenigen Arten in einer solchen Population verfügen allerdings über eine enorme Vielfalt an so genannten Genotypen, das sind Individuen mit unterschiedlicher genetischer Ausstattung, berichtet die Max-Planck-Gesellschaft http://www.mpg.de .


 

Lebewesen in elf Kilometern Tiefe entdeckt
Japanisches Team findet Mikroben im Sediment des Marianengrabens

Forscher der Japan Agency for Marine-Earth Science and Technology haben im Marianengraben im Sediment Lebewesen gefunden. Die mikroskopisch kleinen Organismen leben dort unter Drücken von mehr als 1.000 Atmosphären. Die Lebewesen wurden vom ferngesteuerten unbemannten U-Boot Kaiko an die Oberfläche gebracht, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com .

Das Forscherteam um Hiroshi Kitazato hat zahlreiche Bakterien und 432 lebende Foraminiferen gefunden. Foraminiferen sind tierische Einzeller, die sich nur sexuell vermehren und von denen mehr als 80.000 Arten bekannt sind. Ihre besondere Bedeutung liegt darin, dass die leeren Schalen in unvorstellbar großen Mengen in Meeressedimenten erhalten sind, oft sogar gesteinsbildend wirkten. " Foraminiferen sind neben den Bakterien die wohl häufigsten Meeresbewohner", so Alan Hughes vom Southampton Oceanography Centre, der diese Lebewesen genau untersucht hat. Viele der Einzeller haben ein Gerüst aus Kalziumkarbonat. Das trifft allerdings auf die Tiefsee-Foraminiferen nicht zu.

Die meisten der gefundenen Foraminiferen in der Tiefsee waren allerdings ohne harte Schale. Die Experten vermuten, dass dies damit zu tun hat, dass in der Tiefsee wenig Kalziumkarbonat zur Verfügung steht. Daher können die Lebewesen auch keine harte Schale entwickeln. Hughes erklärt, dass mit der Tiefe die Zahl an Lebewesen mit einer harten Kalkschale abnimmt. "Unter einer gewissen Tiefe finden sich dann nur noch weiche Foraminiferen ", do der Experte.

Die japanischen Wissenschaftler spekulieren damit, dass nur weiche Foraminiferen den großen Drücken der Tiefsee standhalten können. Geologen haben festgestellt, dass sich der Marianengraben in den vergangenen sechs bis neun Mio. Jahren gebildet hat. Während dieser Zeit bildeten sich weniger hartschalige Spezies, da diese durch den hohen Druck praktisch zermalmt worden wären.


 

Ostsee zunehmend vergiftet
WWF warnt vor Fischgenuss aus dem Baltischen Meer

Die Umweltorganisation WWF http://www.wwf.de warnt in einer heute, Dienstag, veröffentlichten Studie vor der starken Verschmutzung der Ostsee durch Chemikalien. Nach dem aktuellen Report: "Clean Baltic within REACH" reicherten sich zwischen den späten 1980er und den frühen 90er Jahren jährlich durchschnittlich 31 Kilogramm Polychlorierte Biphenyle (PCB) in den Ostseefischen an. Die schwedischen Gesundheitsbehörden empfehlen Frauen im gebärfähigen Alter deshalb, ihren Konsum von Ostseehering und Ostseelachs einzuschränken.

In Fischen wie beispielsweise Lachs und Kabeljau wurden auch neuere Substanzen wie Bromierte Flammschutzmittel, darunter Polybromierte Diphenylether (PBDE), Weichmacher und Duftstoffe in bedenklichen Mengen gefunden. Einzelne Fischproben aus der Ostsee enthielten bis zu 50 Mal mehr des Flammschutzmittels PBDE als Vergleichsproben aus dem Atlantik. Die Umweltschutzorganisation hat außerdem festgestellt, dass einige Fischarten wie beispielsweise Meerforelle, Kabeljau und Steinbutt unter Fortpflanzungsstörungen leiden, die mit Chemikalien in Verbindung gebracht werden. Schwer belastet sind aber auch Seehunde und Seeadler: Die Mengen an Polybromierten Biphenylen und PBDE sind in diesen Tieren der Ostsee zwei- bis fünfmal höher als in der Nordsee oder Arktis.

Andere schädliche Chemikalien, wie beispielsweise Perfluorierte Verbindungen, die als krebserregend und schädlich für die Fortpflanzung eingeschätzt werden, wurden laut der Studie kürzlich in Ostseeschweinswalen, Fischen und Vögeln gefunden. Wegen des langsamen Wasseraustauschs mit der Nordsee und der teilweise extrem niedrigen Temperaturen der Ostsee werden die Chemikalien hier noch langsamer abgebaut als in anderen Meeren. Die ohnehin geringe Artenvielfalt der Ostsee wird durch die Chemikalien noch zusätzlich gefährdet.

Die Umweltorganisation ruft nach einer grundlegenden Reform der EU-Chemikaliengesetzgebung, die derzeit unter dem Begriff REACH in Diskussion steht. (pte berichtete http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=050114003 und http://www.pressetext.at/pte.mc?pte=041203028 )


 

CO2-Gehalt nähert sich historischem Höchststand
Ozeane passen sich nur langsam an Veränderungen an

Durch die Verbrennung von Kohle, Erdöl und -gas ist der CO2-Gehalt heute höher als er vor 430.000 Jahren war, warnt Daniel P. Schrag von der Harvard University http://www.harvard.edu . Wenn es keine Verringerung des CO2-Ausstoßes gebe, werde er bald so hoch sein wie seit 30 Mio. Jahren nicht mehr. CO2 sei zwar nicht der einzige Grund für die globale Klimaveränderung, doch es sei der Hauptgrund. Die CO2-Emmission zu reduzieren sei ein notwendiger Schritt um einer katastrophalen Zukunft zu entgehen. Viele Länder haben sich ehrgeizige Ziele gesetzt um ihre Treibhaus-Gase zu reduzieren. Doch seien nachhaltige und effektive Maßnahmen nicht möglich ohne die Beteiligung der USA. Auch Entwicklungsländer wären so nicht an einer Teilnahme zu bewegen.

Aufgrund der langen Anpassungszeit von Ozeanen und Gletschern werde man die katastrophalen Auswirkungen der Klimaveränderungen nicht mehr aufhalten können wenn sie einmal eintreten. Kein Wissenschaftler wisse genau welcher CO2-Level sicher sei, um eine Katastrophe aufzuhalten. Doch sicher sei, dass die Erde sich auch dann weiter erwärme, wenn sich der CO2-Ausstoß heute stabilisiere. "Die Ozeane und die Eismassen passen sich nur allmählich über Jahrzehnte und Jahrhunderte an ihre neuen atmosphärischen Bedingungen an", so Schrag.

"Es ist natürlich gut, dass viele Länder das Problem zusammen angehen wollen. Doch ich fürchte, dass das Kyoto-Protokoll unsere größte Herausforderung nicht angeht, nämlich Energie aus Kohle zu gewinnen, ohne CO2 in die Atmosphäre zu entlassen", so Schrag. Kohle verursacht am meisten CO2. Außerdem ist es der billigste Energie-Lieferant. Auch mit der Expansion von erneuerbaren Energiequellen werde Kohle die Haupt-Energiequelle bleiben, vor allem in den Ländern mit dem höchsten Energiebedarf. Es sei also nicht die Frage ob China, Indien und die USA ihre riesigen Kohle-Vorkommen nutzen, sondern wie sie diese nutzen.

Alternativen gäbe es, sagt Schrag. So zum Beispiel eine Kohle-Vergasungstechnik, die einen konzentrierten CO2-Ausfluß produziert, der einfacher einzufangen und unterirdisch zu lagern sei. Ein Szenario wären für Schrag bilaterale Vereinbarungen zwischen den USA und China, dass die USA amerikanische Energie-Unternehmen, die in China CO2-frei produzieren, finanziell unterstützt. Als Gegenleistung sollte China seinen schnell wachsenden Energie-Markt öffnen. Doch welche Strategie auch immer vereinbart werden sollte, die Zeit zu handeln sei jetzt, warnt Schrag.


 

Gesang eines einsamen Wals gibt Rätsel auf
Einzigartige Frequenzlage keiner bekannten Spezies zuordenbar

Ein einsamer Wal mit einer einzigartigen Stimme wandert seit zwölf Jahren durch den Pazifischen Ozean. Die Meeresbiologin Mary Ann Daher von der Woods Hole Oceanographic Institution http://www.whoi.edu/ in Massachusetts und ihre Kollegen analysierten Unterwassersignale, die von der US-Navy aufgenommen worden waren, um die Bewegung von Walen im Nordpazifik zu beobachten.

Bei ihren Analysen stießen die Wissenschaftler auf die Signale eines einsamen Wales, der den Ozean jeden Herbst und Winter seit 1992 durchquerte und auf einer Frequenz von 52 Hertz sang. Seine Geräusche passen zu keiner der bekannten Spezies, obwohl sie ganz klar zum Bartenwal gehören, eine Gruppe, die Blau-, Finn- und Buckelwale umfasst.

Blauwale singen typischerweise bei Frequenzen zwischen 15 und 20 Hertz. Manchmal verwenden sie auch höhere Frequenzen, aber nicht 52 Hertz, so Daher. Finnwale erzeugen Geräusche um die 20 Hertz, während Buckelwale viel höhere Frequenzen verwenden. Die Spuren des einsamen Wales passen nicht zu den Wanderungsmustern jeglicher anderer Spezies.

Im Laufe der Jahre sind die Rufe um eine Spur tiefer geworden, möglicherweise eine Alterserscheinung, doch sie sind nach wie vor eindeutig erkennbar. Daher bezweifelt, dass der Wal zu einer neuen Spezies gehört, obwohl nirgendwo ein ähnliches Signal gefunden wurde, trotz aufmerksamer Beobachtung.


 

Geschenktipp für Weihnachten:
Freude schenken und Delfine schützen mit einer Delfin-Patenschaft

 
Sie heißen „Shine“, „Munja“ oder „Der Spaßmacher“ und leben in den Gewässern vor Peru, Kroatien und bei La Gomera (Kanarische Inseln). Diese Delfine werden einander nie begegnen und teilen doch ein Schicksal: Ohne die Hilfe mitfühlender Menschen werden sie und ihre Artgenossen nicht überleben. Für die bedrohten Tiere bietet die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) Delfin-Patenschaften an.
 
Mit einer solchen Patenschaft kann man sich direkt für den Schutz der Delfine einsetzen und zudem noch mit einem außergewöhnlichen Weihnachtsgeschenk seine Liebsten überraschen. Alle Paten erhalten eine Urkunde, ein Foto "ihres" Delfins sowie Hintergrundinformationen zum jeweiligen Schutzprojekt. Mit den Einnahmen finanziert die GRD Delfinschutzprojekte in Peru, Kroatien und La Gomera.
 
Während das Leben des Delfinbabys „Shine“ und seiner Familie in Peru durch illegale Jagd und Dynamitfischerei gefährdet ist, kämpfen „Munja“ und seine Artgenossen als letzte Überlebende der einst so zahlreichen Adria-Tümmler gegen den Beifang-Tod im Fischernetz. „Der Spaßmacher“ dagegen, ein Fleckendelfin, muss sich bei La Gomera vor aufdringlichen Whale-Watching-Booten und Schnellfähren in Acht nehmen.
 
Individuell identifizierte Delfine wie „Shine“ oder „Munja“ erhielten ihre Namen aufgrund des charakteristischen Aussehens ihrer Rückenfinne. Die bei La Gomera vorkommenden Delfinarten wurden nach ihrem artspezifischen Verhalten benannt. Die GRD sucht Paten für derzeit 25 individuell bekannte Große Tümmler aus Peru und Kroatien sowie für 6 Delfinarten aus La Gomera.
 
Eine Patenschaft kostet 50 Euro im Jahr und kann auch Online abgeschlossen werden unter:
http://www.delphinschutz.org/menu-paten.htm
 


 

Plastikdreck im Pazifik
Mülldeponie im offenen Meer erreicht Größe von Mitteleuropa

Ein treibender Müll-Teppich aus Tonnen von Plastik treibt zwischen Kalifornien und Hawaii im Pazifischen Ozean. Meeresbiologen berichten, dass die schwimmende Deponie mittlerweile die Größe Mitteleuropas erreicht hat, berichtet das Magazin Geo http://www.geo.de in seiner jüngsten Ausgabe. Die Katastrophe an der treibenden Menge Dreck ist die Konzentration von Giften und Chemikalien, die, so Forscher, auch in den menschlichen Nahrungskreislauf kommen. Globale Meeresströmungen haben den Unrat in den Nord-Pazifik gebracht.

Die Umweltorganisation Algalita Marine Research Foundation http://www.algalita.org hatte über die Umweltkatastrophe bereits im Jänner 2004 auf CBS-News http://www.cbsnews.com berichtet. Charles Moore, Kapitän auf dem gleichnamigen Forschungsschiff Alagalita hatte mehr als 1.600 Kilometer vom Festland Kaliforniens entfernt die riesige Menge Plastikabfall, geschätzte drei Mio. Tonnen, gefunden. Er kreist wie ein gigantischer Strudel im Kreis. Das Gebiet, in dem die Kunststoffabfälle, die nach Angaben von Moore aus allen Teilen der Welt stammen, schwimmen heißt North Pacific Gyre. "Manche der Abfallteile stammen noch aus den 50-er Jahren. Damals wurde Plastik erstmals in großen Mengen hergestellt", erklärt Moore. Sechsmal soviel Plastikmüll wie tierisches Plankton schwimmt im Wasser, meinen die Wissenschaftler von der Umweltorganisation.

Die meisten Plastikmaterialien werden nach Angaben der amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration NOAA mindestens 15 Jahre in dem Strudel weiter vor sich hintreiben. Bis das Plastik endgültig in seine Einzelteile zerfällt, aufgeweicht durch UV-Strahlung und Oxidation, könnten nach Schätzungen sogar 500 Jahre vergehen, schreibt Geo. Für einige Tiere wie etwa Quallen bieten die Kunststoffteile neue Nahrung. Für die meisten Lebewesen ist der treibende Kunststoffdreck aber eine gefährliche Falle: Tiere wie Schildkröten und Albatrosse, die die Kunststoffteile für Nahrungsmittel halten, verenden qualvoll daran.


 

Satelliten-Überwachung soll Delfine retten
Dramatische Aktion zum Erhalt zweier seltener Meeressäuger

Mit drastischen Mitteln wollen die Umweltbehörden in Neuseeland zwei vom Aussterben bedrohte Delfine schützen: Satellitenmarkierungen sollen den Meeressäugern Schutz geben. Umweltorganisationen laufen Protest, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk heute, Dienstag.

Das Schutzsystem wird derzeit vom neuseeländischen Department of Conservation (DOC) http://www.doc.govt.nz an drei Hector-Delfinen ausprobiert. Diese Delfin-Spezies ist mit rund 7.000 Tieren massiv vom Aussterben bedroht. Noch schlimmer sieht es nach Angaben der Umweltschützer mit den Maui-Delfinen aus. Deren Bestand wird auf knapp 150 Tiere geschätzt. "Unser Wille etwas gegen das Aussterben der beiden Delfinarten zu unternehmen, wird dadurch gebremst, dass wir über die Lebensgewohnheiten der beiden Arten fast nichts wissen", erklärt Rob McCallum vom DOC. Lokale Umweltaktivisten laufen gegen die Idee Delfine mit den elektronischen Etiketten zu versehen jedenfalls Sturm.

Erste Erfolge hat das Schutzprogramm Netzfischerei in der Zone zwischen Ufer bis vier Kilometer vor der Nordküste Neuseelands zu verbieten, aber gebracht, denn die Situation, dass tote Delfine angeschwemmt wurden, hat sich nicht wiederholt. Umgekehrt hatte das DOC berichtet, Delfine in weitaus größerer Entfernung, nämlich bis zu 15 Kilometer vor der Küste, gesichtet zu haben. Auch außerhalb der Schutzzone im Süden der Nordinsel wurden vereinzelt Tiere gesichtet. Genau aus diesen Gründen will das DOC die Delfine mit Satelliten beobachten, um festzustellen wie und vor allem wo die Tiere die meiste Zeit verbringen.

Das Equipment, das den Delfinen auf der Rückenflosse angebracht wird, entspricht etwa der Größe von zwei Streichholzschachteln und wiegt 50 Gramm. Der Sender kann nur dann Daten senden, wenn sich die Tiere an der Wasseroberfläche befinden. Da die kleinen Delfine nicht besonders lang und tief tauchen, können nach Angaben der Forscher genügend Daten gesammelt werden. Ann Ruply, Sales-Manager von Wildlife-Computers, dem Hersteller der Sender, findet, dass Delfine für dieses Equipment ideal geeignet sind. Die Delfin-Expertin Liz Slooten, Zoologin an der Otago Universität, widerspricht Ruply. "Andere Datenerhebungen, die weniger traumatisierend für die sensiblen Tiere sind, eignen sich mindestens ebenso gut", meint Slooten. Akustische Signale oder Beobachtungen aus der Luft stören das Leben der Delfine weniger, findet die Meeresbiologin.
 


 

Meeressäuger - Neuer Lärm-Angriff bedroht Delphine und Wale

   Wädenswil (OTS) - Katastrophale Schockwellen-Attacke geplant: Im Golf von Mexiko setzen Forscher das Leben von über 10'000 Walen und Delphinen aufs Spiel. Dies mit dem Ziel, durch seismische Extremtests einen Untersee-Krater zu erforschen.

   "Sie wollen eine Katastrophe aus ältester Vergangenheit erforschen. Doch sie sind drauf und dran, damit ganz aktuell eine echte Katastrophe heraufzubeschwören." Sigrid Lüber äussert sich "fassungslos" über ein geplantes Experiment, das US-Wissenschafter im Golf von Mexiko durchführen wollen. Die Präsidentin von ASMS OceanCare, der Schweizerischen Arbeitsgruppe zum Schutz der Meeressäuger, spricht von Forschern der University of Cambridge und der University of Texas.

   Diese wollen im Bereich des gewaltigen Chicxulub-Kraters nordöstlich der Halbinsel Yucatan seismische Tests durchführen. Bereits ist die "Maurice Ewing", ein amerikanisches Spezialschiff für derartige Tests, mit prominenten Wissenschaftern unterwegs zum Untersuchungsgebiet. Die Forscher wollen den gewaltigen Untersee-Krater genauer unter die Lupe nehmen. Sie glauben, dass er vom  Kometeneinschlag vor rund 65 Millionen Jahren herrühren könnte, der die Dinosaurier zum Aussterben brachte.

   Zur seismischen Erfassung des Kraters muss die "Maurice Ewing" mittels Explosionen extrem starke und laute Schockwellen im Wasser aussenden. An der Quelle werden Schallwellen mit einer Lautstärke bis zu 255 Dezibel erzeugt, noch weit lauter als der äusserst schädliche Lärm von militärischen Sonartests. "Ein fast unvorstellbarer Krach", rechnet Sigrid Lüber vor: "Der wissenschaftlich gesetzte Lärmbelastungsgrenzwert für Fische liegt bei 150 Dezibel. Doch die Dezibel-Skala ist logarithmisch. Bereits 160 Dezibel sind zehnmal lauter als der Grenzwert von 150."

   Daher befürchten Biologen und Schutzorganisationen eine Katastrophe für die Wale, Delphine und alle anderen andere Meeresbewohner vor Yucatan. "Solch extreme Schockwellen können tödlich wirken", warnt Sigrid Lüber: Sie zerstören das hochempfindliche Gehörsystem von Meeressäugern und anderen Tieren, das für deren Orientierung, Kommunikation und Beutefang aber überlebenswichtig ist. Für die Meerestiere in der betroffenen Untersuchungszone gibt es kein Entrinnen.

   Über 10'000 Meeressäuger werden von der Lärm-Attacke akut betroffen sein, darunter 16 Wal- und 9 Delphinarten. Diese Zahlen basieren nicht auf Schätzungen von Umweltschützern, sondern sind Grundlage des offiziellen Antrags der Wissenschafter zur Bewilligung der seismischen Tests. Dabei haben die Schockwellen der "Maurice Ewing" bei Tests erwiesenermassen bereits in der Vergangenheit mehrmals zu gehäuften Todesfällen und Massenstrandungen von Meeressäugern geführt.

   Noch ist keine definitive behördliche Bewilligung für den Lärm-Angriff ausgestellt. Und mittlerweile haben sich weltweit über 100 Tierschutzorganisationen den Protesten gegen diese Tests angeschlossen. Sigrid Lüber hofft daher, dass dieses " sinnlose, hochgefährliche Spiel mit dem Feuer", in letzter Minute abgewendet werden kann. "Bei allem Respekt vor der Wissenschaft: Es ist absolut anmassend und unethisch, das Leben bedrohter Tierarten leichtsinnig aufs Spiel zu setzen, nur um herauszufinden, wie vor 65 Millionen Jahren die Dinosaurier vielleicht ausstarben."

    Über ASMS OceanCare:

   ASMS OceanCare setzt sich seit 1989 für den Schutz der Meeressäuger und der Ozeane ein. Jagd, Überfischung und Zerstörung der Ökosysteme bedrohen auf vielfältige Weise die Zukunft dieser Tiere - und auch unsere. Mit konstruktiven Massnahmen wie Petitionen, Informationskampagnen, Symposien bis hin zu Aktivitäten auf der politischen Ebene im In- und Ausland hat sich ASMS OceanCare weltweit Respekt und Anerkennung verschafft. An der Internationalen Walfangkonferenz (IWC) ist sie die einzige Schweizer Lobby für die Tiere. Bei all ihren Aktivitäten strebt ASMS OceanCare eine kooperative und lösungsorientierte Zusammenarbeit an, denn was uns alle angeht, können wir nur gemeinsam lösen. Weitere Informationen finden unter: www.oceancare.org.
 


 

Leben in der Gesteinskruste unter dem Ozean
Wissenschaftler entdecken Mikroben im Basalt des Meeresbodens

Amerikanische Forscher haben in einem 300 Meter tiefen Bohrloch im Basaltgestein am Meeresboden Leben entdeckt. Das berichtet das Wissenschaftsmagazin Science http://www.sciencemag.org in seiner jüngsten Ausgabe. Die Forscher fanden winzige bis zu sechs Kilometer lange Kanäle, die sie als Gänge von Einzellern deuteten.

Das Forschungsteam von James Cowan http:/www.soest.hawaii.edu von der Universität von Hawaii in Honolulu hat in einem Bohrloch am pazifischen Juan de Fuca-Rücken in 250 Metern Tiefe im Sediment des 3,5 Mio. Jahre alten Basaltbodens Spuren von Mineralien und organischen Lebewesen gefunden. Die Mikroben, die 50 Meter tief im Inneren des Basalts leben, weisen ähnliche Fähigkeiten auf wie andere bisher gefundene extromophile Lebewesen. Sie reduzieren Stickstoff- und Schwefelverbindungen, um auf diese Weise Energie für den Stoffwechsel zu bekommen. Die gefundenen Gensequenzen weisen daraufhin, dass es sich bei den Lebewesen um Bakterien und Archaea handelt.

Die Wissenschaftler räumen aber ein, dass die Entdeckung der neuen Lebewesen nicht ganz eindeutig geklärt ist. Da die Bohrer nicht direkt Flüssigkeiten aus dem Bohrloch entnehmen können und die Bohrgestänge nicht ganz sauber arbeiten, könnten die Ergebnisse verfälscht sein. Es sei nicht völlig auszuschließen, dass die gefundenen Organismen daher nicht direkt aus dem Bohrloch stammen.


 

Tiefe Meere verzeichnen Sauerstoffverlust
Klimasimulationsmodelle zeigen Reduktionen in Tiefen von 500 bis 2.500 Metern
 

Der Sauerstoff in den Tiefen der südlichen Meere ist langsam erschöpft. Das behaupten Forscher des australischen CSIRO-Forschungsinsituts http://www.csiro.au . "Die Klimasimulationsmodelle sagen eine Sauerstoffreduktion in Tiefen von 500 bis 2.500 Metern des Süd-Ozeans voraus", erklärte CSIRO-Forscher Richard Matear. Zwei weitere Expeditionen hätten Sauerstoff-Veränderungen beobachtet, die diese Prognosen unterstützten.
 

"Interpretiert man diese Ergebnisse, heißt das, dass weniger sauerstoffreiches Wasser in den Ozean gelangt. Das wiederum stärkt die Glaubwürdigkeit von Klimawandel-Modellen", führte Matear weiter aus. Südliche Meere gelten bei Ozeanographen als die "Lungen" der Weltmeere. 55 Prozent des Wassers, das für die Erneuerung der tiefen Ozeane zuständig ist, stammt aus südlichen Meeren. Dieser Bereich gilt daher als wichtige Region für die Überwachung von Veränderungen. Bisher wurden Untersuchungen, inwieweit dort auftretende Veränderungen das marine Leben beeinflussen, vernachlässigt. Ende 2001 sammelte das Schiff Aurora Australis Ozeanproben, um Klimasimulations- Trends zu bestätigen.

Wissenschaftliche Beobachtungen zur Bestimmung der Meereszustände basieren auf Temperatur-, Nährstoff-, und Sauerstoffmessungen sowie der Bestimmung des Salzgehalts. Das Team um Matear verwendete die Daten chemischer Analysen, die während ozeanographischer Forschungsreisen südlich von Australien ermittelt wurden. Die Wissenschaftler verglichen die Daten, ermittelt während Expeditionen des Forschungsschiffes Eltanin 1968, und der World Ocean Circulation Forschungsreise 1995.
 

"Klimamodelle prognostizieren, dass steigende Treibhausgase in der Atmosphäre das Klima verändern werden. Beobachtungen, die diese Vorhersage unterstützen, sind aber limitiert", erklärte Matear. Neben der Temperatur und dem Salzgehalt in Ozeanen konnte gezeigt werden, dass auch der Sauerstoffgehalt ein wertvoller Indikator für Klimawandel-Modelle ist.


 


 

Meeressäuger vor der Apokalypse
Katastrophenzeit für Wale, Robben und Seehunde
 

Den Meeressäugern steht ein Jahrhundert der Katastrophen bevor. Globale Umweltverschmutzung und Klimaerwärmung setzen Robben, Seehunden, Walrossen und Walen stark zu. Das kommende Jahrhundert wird zur Ausrottung einiger Arten führen, zeigen sich Forscher der Universität von Calgary und dem der britischen St. Andrews Universität in der jüngsten Ausgabe des Journal of Mammology überzeugt. http://www.mammalsociety.org/pubjom
 

"Alle Lebewesen benötigen ein Mindestmaß an natürlichen Ressourcen. Wenn diese unterschritten werden, dann ist die Existenz der Art gefährdet", so John Anderson vom Department of Biological Sciences der Universität von Calgary http://www.ucalgary.ca/SC/BI . Einerseits nehme die Verschmutzung der Meere durch die Bevölkerungszunahme in den Küstenregionen stark zu, andererseits werden die zur Aufzucht von Robben notwendigen Eisschollen durch die Erwärmung der Meere immer kleiner. Darüber hinaus habe die Klimaerwärmung auch noch negative Auswirkungen auf die Verbreitung und die Verfügbarkeit von Nahrungsquellen für die Säugetiere.
 

Weitere Informationen: http://apt.allenpress.com/aptonline/?request=get-abstract&issn=0022-2372&volume=082&issue=03&page=0623


 


 

Schwarzes Meer verfällt
Überfischung, unverarbeitete Abwässer und Klärschlamm belasten Wassersystem
 

Der Zustand des Schwarzen Meeres hat sich aufgrund von Überfischung, hochgradiger Verschmutzung und den negativen Auswirkungen artfremder Spezies zusehends verschlechtert. Vor dem Verfall warnt nun eine Initiative des UN-Umweltprogrammes (UNEP), das Global International Waters Assessment (GIWA) http://www.giwa.net . Nicht nur das Schwarze Meer, sondern auch Umwelt, Bevölkerung sowie Tier- und Pflanzenwelt im Umfeld sind durch die Entladung unverarbeiteter Abwässer, kostaler Erosion und abgeladenem Schlamm und Schmutz der Häfen bedroht.
 

Aufgrund der zunehmenden Verschmutzung, die auch regionale Wassersysteme von Fabriken und Städten in Ungarn, Tschechien, Deutschland, Polen und Slowenien betreffen, wurden mehrere Initiativen gestartet. So sollen Überfischung und destruktive Fischerei-Praktiken gesenkt werden. Seit den letzten 20 Jahren ist der Fischbestand um ein Drittel zurückgegangen, so das GIWA-Team. Von 26 Spezies, die seit den 60-r Jahren kommerziell genutzt wurden, sind nur mehr sechs in einer vermarktbaren Quantität übrig. Die Schleppnetz-Fischerei habe zusätzlich dem marinen Bestand geschädigt.
 

Der Bericht über den schlechten Zustand des Schwarzen Meeres beinhaltet das nahegelegene Asowsche Meer sowie die einmündenden Flüsse Donau, Don und Dnieper. Ende des Jahres soll laut UNEP ein 100 Mio. Dollar-Projekt für das Schwarze Meer sowie zwei wesentliche Mündungsflüsse anlaufen. Das so genannte "Black Sea Basin Strategic Partnership" zur Regenerierung des Wassers bezieht Organisationen wie das UN-Entwicklungsprogramm, die Weltbank, die EU und die UNEP mit ein.
 

"Das Schwarze Meer ist eines von weltweit 66 Wasserprojekten, um den ökologischen Zustand zu erheben", erklärte der Geschäftsführer der UNEP, Klaus Töpfer. "Die Fertigstellung der Projekte ist für 2003 geplant", so der Projektleiter der GIWA, Dag Dagler. "Es war schon bekannt, dass das Schwarze Meer als Wassersystem mit weltweiter Bedeutung geschädigt ist. Die Ergebnisse zeigen aber erstmals die enormen Ausmaße und die Risiken für Millionen Menschen, deren Lebensunterhalt vom Schwarzen Meer abhängt", betonte Töpfer.


 


 

Mikroben am Meeresgrund ernähren sich von Gestein
Organismen für Kohlenstoff-Haushalt der Meere mitverantwortlich
 

Auch harte Steine können eine Energiequelle für Lebewesen sein. Amerikanische Geologen haben entdeckt, dass Mikroben Vulkangestein auf dem Grund der Meere zersetzen. Spuren der winzigen Steinbeißer fanden die Forscher fast überall am Meeresgrund. Offenbar sind die oberen 300 Meter der Ozeankruste geradezu "durchfressen", so das Fachmagazin Science http://www.sciencemag.org .
 

Die deutlichsten Spuren der neu entdeckten Lebewesen sind "Bohrlöcher", die sie in den glasartigen Ablagerungen am Rande von Meeresvulkanen hinterlassen. Die Mikroben fressen mikrometerfeine Tunnel in das Gestein hinein, so Hubert Staudigel vom kalifornischen Scripps-Institut http://www.scripps.edu . Die kleinen Tunnel dienen wahrscheinlich auch als Schutz vor Räubern.
 

Die Mikroben verändern nachhaltig das Vulkangestein. Sie stoßen chemische Prozesse an, die den Kohlenstoff-Haushalt der Meere bestimmen, erklären die Forscher. Dadurch seien die Mikroben ein wesentlicher Faktor für das Klima der Erde.

 

Schwarzer Rauch, der nicht vernebelt. Einblicke in die Laboratorien im
Untergrund der Ozeane

89. Workshop der Dahlem Konferenzen über hydrothermale Systeme in der
Tiefsee



Unter einer Oase stellt man sich nicht gerade die Umgebung einer großen,
chemischen Fabrik vor, aus deren hundert bis zweihundert Schornsteinen
heißer Rauch und giftige Gase aufsteigen - und doch sind es gerade diese
Orte tief am Meeresboden, wo plötzlich ein reichhaltiges Ökosystem
mitten in einer sonst toten, kalten Ödnis gedeiht. Hier, an den
Dehnungszentren der Tiefsee, gibt es extrem heiße Tiefseequellen oder
hydrothermale Schlote, aus denen wie schwarzer Rauch ein etwa 350°C
heißer, stark schwefelwasserstoffhaltiger Sud quillt. Er ist die
Lebensgrundlage für Bakterien, Muschelbänke, für Krebse, Seeanemone und
Fische und gleichzeitig der Ursprung für riesige Erzlagerstätten am
Meeresboden. Darüber hinaus bildet er den Schlüssel zum Verständnis
derjenigen Prozesse, die die Triebkraft hydrothermaler Systeme sind. Wie
in einem gigantischen unterirdischen Laboratorium laufen dort, bis zu
2000 Meter unter dem Meeresgrund, komplexe physikalischen und chemischen
Reaktionen ab. Sie lassen sich zwar nicht direkt beobachten, aber aus
der Zusammensetzung der austretenden Lösungen und den sich bildenden
Mineralen rekonstruieren: Beispielsweise enthalten Sie in flacheren
Tiefseeregionen weniger Schwermetalle, als in tieferen Gegenden, ein
Indiz dafür, dass sich dort unterschiedliche Prozesse abspielen.
Welche Vorgänge im einzelnen in der ozeanischen Kruste ablaufen und wie
sie sich insgesamt beschreiben lassen, aber auch welche Bedingungen und
Grenzen für die Entwicklung mariner Ökosysteme gelten, sind Themen des
89. Workshop der Dahlem Konferenzen der Freien Universität Berlin. Vom
14. bis 19. Oktober 2001 werden dort 40 weltweit führende
Wissenschaftler eine Bestandaufnahme offener Fragen zu den ozeanischen
Hydrothermalquellen machen. In interdisziplinären Diskussionen wollen
sie Forschungsstrategien herausarbeiten, die zu einem umfassenden
Verständnis der dort zusammenspielenden physikalischen, geologischen,
chemischen und biologischen Prozesse führen.
In einem einfachen Bild entstehen Hydrothermalsysteme dort, wo die
ozeanischen Platten auseinanderdriften und durch Druckentlastung der
Erdmantel aufschmilzt. Ein bis zwei Kilometer unter dem Meeresgrund
können sich dann Kammern mit rund 1150°C heißem Magma bilden. Durch
Spalten in die Kruste einströmendes Meerwasser heizt sich auf, laugt das
umliegende Kieselsäuregestein sowie Kupfer, Eisen, Zink, Blei und Gold
aus dem Gestein heraus und schießt wieder zum Meeresboden hoch. Durch
Siedevorgänge im Untergrunde und Reaktionen mit dem kalten Wasser fallen
viele der gelösten Bestandteile aus. Sie bilden die Schornsteine und
Erzhügel auf dem Meeresgrund. Mit Leistungen von einem Megawatt pro
Schornstein sind sie zugleich kleine Energiezentren: Hydrothermalfelder
mit 500 Schornsteinen entsprechen einem 500 Megawatt Kraftwerk. Die
hydrothermalen Aktivitäten wirken sich nicht nur lokal aus. Ihren
Einfluss auf den gesamten Ozean und den geologischen Kreislauf zu
bestimmen, ist ebenfalls Ziel des Workshops.
Gabriele André

Ort der Veranstaltung: Clubhaus der FU, Goethestr. 49, 14163 Berlin,
U-Bahnhof Krumme Lanke, Linie 1


 


 

Photopigmente in Meeresbakterien weitverbreitet
Stoffwechsel für Energie aus Licht hat Einfluss auf Kohlenstoff- und Energiezyklen der Ozeane

 Mikrobiologen um Ed DeLong und Oded Béjà vom kalifornischen Monterey Bay Aquarium Research Institute (MBARI) http://www.mbari.org/ haben die unerwartete Bedeutung eines Farbpigment in Meeresmikroben entschlüsselt. Das so genannte Proteorhodopsin, mit dessen Hilfe Meeresbakterien Licht zu Zellenergie umwandeln, ist in den Weltmeeren weitverbreitet und optimal an verschiedene Tiefen angepasst, berichtet das Fachmagazin Nature http://www.nature.com/.

Erst im vergangenen Jahr hatte das Team das Pigment in Mikroben entdeckt, seine Funktion für die Bakterien war unklar geblieben. Die aktuellen Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass marine Bakterien mit Hilfe des Pigmentes Energie aus Licht erzeugen können, und dass das Pigment in vielen Variationen in all jenen Wassertiefen vorkommt, in die noch Licht vordringt. DeLongs Team hatte Proben von Meeresbakterien in der kalifornischen Monterey Bay, vor Hawaii und in der Antarktis auf aktive Photopigmente untersucht. Mit Hilfe so genannter Laserblitz-Spektroskopie beobachteten sie vor Ort chemische Aktivität in den Bakterien, die sie durch Lichtblitze aktiviert hatten. Die Untersuchung ergab nicht nur Ergebnisse, die mit denen von Laborstudien zu Proteorhodopsin und Bacteriorhodopsin vergleichbar sind. Sie zeigte zudem, dass die Mikroben und aktive Photopigmente in den oberen Schichten der Ozeane im Überfluss vorkommen, berichten die Forscher.

Genetische Varianten der photoaktiven Mikroben besitzen in unterschiedlichen Meeresgefilden unterschiedliche Versionen des Proteorhodopsins, konnte das Team nachweisen. Es scheint, als seien die Pigmente auf die jeweils typischen Wellenlängen im vorhandenen Licht "abgestimmt", so dass sie das Licht ihrer natürlichen Umgebung optimal ausnutzen. Zudem ziehen die Forscher den Schluss, dass die Photopigmente nicht nur eine wichtige Rolle für die Bakterien spielen: Die beherbergenden Mikroben scheinen auch die Kohlenstoff- und Energiezyklen der Ozeane deutlich zu beeinflussen.



 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:23
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