Gibt es bald zwei Amselarten?
Die Amsel ist einer der ersten Frühlingsboten in der Stadt. Ihre
Artgenossen im Wald brüten allerdings erst etwa drei Wochen später.
Wissenschaftler vermuten jetzt, dass neben veränderten Umweltbedingungen
auch genetische Unterschiede zum unterschiedlichen Brutbeginn beitragen.
Möglicherweise ist dies der Beginn einer Entwicklung, in der aus Stadt- und
Waldamseln zwei verschiedene Vogelarten werden. Das berichtet das Entdecker-
und Reportagemagazin NATIONAL GEOGRAPHIC DEUTSCHLAND in seiner
Februar-Ausgabe (EVT 24.1.2005).

Tauben orientieren
sich mittels Magnetfeldern
Schnabel enthält Partikel aus Eisenoxid
Tauben fühlen das Magnetfeld der Erde. Eine
Untersuchung zeigt, dass ihre eindrucksvollen Navigationsfähigkeiten
auf kleinen magnetischen Partikeln in ihren Schnäbeln beruhen.
Früher haben einige Experten vermutet, dass sich die Vögel anhand
von Duftsignalen in der Atmosphäre orientieren. Die neuesten
Erkenntnisse lassen jedoch auf magnetische Signale schließen. Das
berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature
http://www.nature.com .
Die Schnäbel der Tiere enthalten kleinste Partikel eines Eisenoxids,
des so genannten Magnetits, erklärt Cordula Mora, die die Studie der
Universität Auckland
http://www.auckland.ac.nz/ leitete. Die Partikel seien
allerdings so klein, dass sie noch nie jemand unter dem Mikroskop
gesehen hat. Moras Ansatz bestand darin, den Tauben die
Unterscheidung magnetischer Felder zu lernen, indem sie sie in einen
hölzernen Tunnel freiließ, der eine Fütterungsplattform an jedem
Ende und außen herum Drahtspulen hatte. Die Tauben wurden so
trainiert, dass sie sich ans eine Ende des Tunnels bewegten, wenn
mithilfe der Spulen ein Magnetfeld generiert wurde, beziehungsweise
an das andere Ende, wenn es ausgeschalten wurde.
Die Fähigkeiten der Tauben wurden beeinträchtigt, wenn die Forscher
einen Magneten an die obere Hälfte des Schnabels anbrachten oder den
Schnabel anästhesierten. Das deutet darauf hin, dass ihre Fähigkeit
auf dem Vorhandensein eines magnetisch sensitiven Materials beruht.
Als nächstes wollten die Wissenschaftler herausfinden, wie die
magnetischen Signale zum Gehirn der Vögel übertragen werden. Als sie
den Sehzweig des Hirnnervs abtrennten, waren die Vögel nicht mehr in
der Lage, zwischen einem natürlichen und einem gestörten Magnetfeld
zu unterscheiden. Wenn die Forscher statt dessen den Riechfaden
abtrennten, zeigte sich keine Beeinträchtigung ihrer Leistung. Somit
konnte der Geruchssinn als Orientierungsmaßstab ausgeschlossen
werden.
Diese Ergebnisse passen gut zu früheren Studien zum
Navigationssystem der Regenbogenforelle. Beide Spezies scheinen über
ein System zu verfügen, bei dem Signale von Magnetit-Partikeln über
die Nase ins Gehirn transportiert werden. Laut Mora ist das nicht so
überraschend, weil das Vorkommen eisenhältiger Materialien in Tieren
durchaus gewöhnlich ist. Warum noch niemand diese Partikel gesehen
hat, erklärt die Forscherin mit ihrer winzigen Größe und der
Tatsache, dass viele biologische Materialien, wie Blut, Eisen
enthalten. "Eine große Rezeptorstruktur wie fürs Auge ist nicht
notwendig, weil das magnetische Feld alles durchdringt", so Mora,
die das Aufspüren besagter Partikel mit der Suche nach der Nadel im
Heuhaufen vergleicht. |

Taiwanesischer
Gesundheitsminister warnt vor Vogelgrippe
Epidemie kann auch für Europa gefährlich werden
8. Oktober 2004 - Der taiwanesische
Gesundheitsminister Chien-Jen Chen hat im Rahmen des European Health
Forum Gastein
http://www.ehfg.org vor einem neuerlichen Ausbruch einer
Vogelgrippe-Epidemie gewarnt. Der Minister nimmt in seiner Warnung
Bezug auf neuerliche Ausbrüche in den Staaten Vietnam, Thailand,
China und Indonesien.
Die Nachricht, dass in Thailand der erste Fall von
Mensch-zu-Mensch-Übertragung vermutet wird, lässt Schlimmeres
befürchten: Sollte sich der Verdacht bestätigen und eine Übertragung
des Vogelgrippe-Virus von Mensch zu Mensch möglich sein, so würde
dies schwere Folgen weltweit haben. "Die Krankheit würde sich rasant
und exponentiell ausbreiten. Eine infizierte Person könnte die
Krankheit auf mehrere Personen gleichzeitig übertragen. Hier liegt
ein Vergleich mit SARS nahe, der Virus könnte sich weltweit
vermehren. Von Asien bis hin in die USA und nach Europa", warnt
Chen. Das Risiko gebe es bereits jetzt. Potenzielle Risikofaktoren
sind Zugvögel sowie Lebend-Geflügel-Importe aus Asien. Würde ein
Mensch gleichzeitig mit einem herkömmlichen Grippevirus und dem
Geflügelpest-Virus infiziert werden, könnte es zur Neubildung eines
Grippevirus kommen, der die gesamte Menschheit treffen könnte.
Taiwan sei bis dato sehr erfolgreich im Kampf gegen die Vogelgrippe,
es konnte noch kein Fall des H5N1 Virus nachgewiesen werden. Dennoch
besteht erhöhte Alarmbereitschaft. Die Geflügelpest wird durch ein
Influenza-Virus hervorgerufen und in seltenen Fällen von Geflügel
auf Menschen übertragen. Die Infektion erfolgt über direkten
Kontakt, das Einatmen von Kotstaub sowie den Verzehr von ungekochtem
Hühnerfleisch bzw. Eiern, erklärte der Minister, der selbst
studierter Mediziner ist und seit vielen Jahren als Professor an
nationalen und internationalen Universitäten lehrt.
Auf die Frage über das Gesundheitsmodell der Traditionellen
Chinesischen Medizin (TCM) in Taiwan erklärte Chen, dass die lokale
Gesundheitsreform diese forciere. Die Patienten bekommen die Kosten
für die Behandlungen zurückerstattet. "Damit fließt ein Prozent der
gesamten staatlichen Gesundheitsausgaben in die Förderung der TCM",
erklärte Cheng gegenüber pte. Viele Spitäler bieten diese
traditionellen Methoden an und werden auch bei weiteren Forschungen
diesbezüglich unterstützt. Ziel sei es, die moderne westliche
Medizin und die traditionelle chinesische Medizin miteinander zu
ergänzen. Denn viele Krankheitsbilder sind mit der alten,
fernöstlichen Methode ideal behandelbar.
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Indischer Vogel als
schlimmster Bioinvasor
Elf pazifische Inselstaaten versuchen Mynah-Vögel
auszurotten
In insgesamt elf verschiedenen Inselnationen des
Südpazifik ist der ursprünglich aus Indien stammende Mynah-Vogel
heimisch geworden. Jetzt versuchen Umweltgruppen den Vogel auszurotten,
denn nach Angaben von Ökologen ist diese Art eine der schlimmsten
Bioinvasoren des Jahrhunderts, berichtet das Pacific Magazine
http://www.pacificmagazine..com in seiner aktuellen Ausgabe.
Der Vogel wurde von den Briten zu Beginn des 20. Jahrhunderts nach
Fidschi geholt, um die Zuckerrohrfelder vor Insektenfraß zu schützen und
hat sich perfekt an die neuen Lebensbedingungen angepasst. Knapp nach
der Einführung der Tiere in Fidschi wurde er auch auf anderen Inseln als
Insektenvertilger eingesetzt und schaffte es aus eigener Kraft sich
mühelos auf weitere Inseln fortzubewegen.. So gelang es mehreren Tieren
an Bord eines Bootes von Fidschi bis Kiribati zu reisen. Dabei verfügt
der Vogel, der lokale heimische Arten völlig zurückdrängt, über jene
Eigenschaften, die ein "erfolgreicher Bioinvasor" braucht: Die Mynahs
sind intelligent, Nahrungsgeneralisten - sie fressen sowohl Insekten,
als auch Beeren, Obst, Gemüse, Eier und sogar andere kleinere Vögel -
und sie sind aggressiv, wie die Ornithologin Liz Dovey vom South Pacific
Regional Environment Programm SPREP
http://www.sprep.org in Apia/Samoa erklärt.
In der Region Südpazifik leben heute 24 Prozent der vom Aussterben
bedrohten Vogelarten. Das ist im Hinblick auf die knapp 0,4 Prozent der
Gesamtlandfläche der Erde eine große Zahl. Fast alle der bereits
ausgestorbenen Vogel-Spezies seit 1800 lebten auf Inseln, viele davon im
Pazifik. Die große Gefahr durch Arten wie die Mynahs besteht darin, dass
sie durch ihre aggressive Art lokale Spezies bei der Brutpflege stören.
Die Mynahs bauen in ihrem Territorium zahlreiche große Nester, wovon nur
eines tatsächlich genutzt wird - auch eine Taktik, die die Dominanz der
Tiere zeigt. Hinzu kommt noch die relativ lange Lebensdauer von bis zu
zwölf Jahren. Die meisten Kolonien der Mynahs finden sich in urbanen
Regionen, wo das Nahrungsangebot groß ist. Dabei ziehen die Vögel aber
auch immer wieder in die freie Wildbahn. "Das Endresultat ist nüchtern,
denn lokale Gartenarten werden quasi vollständig verdrängt", so Dovey.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Hauptinsel der Cook Islands Rarotonga.
Dort wurden die Mynahs vor knapp 80 Jahren eingeführt. Andere Spezies
sind seither fast völlig verschwunden. Bisher mangelt es an Erfahrung,
wie man gegen die Mynahs tatsächlich ankommt.
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Glaswände als Todesfallen für die Vögel.Appell an die Bauträger.
Der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) macht österreichische
Bauträger auf die tödliche Gefahr aufmerksam, die transparente Wände für
unsere heimischen Vögel darstellen. Diese jüngste Initiative zeigt, dass sich
der IBT nicht nur für die Abschaffung der Tierversuche einsetzt, sondern sich
auch in anderen Tierschutzbelangen engagiert, weil der Schutz der Tierwelt ein
umfassendes Anliegen ist.
Transparente Wände - z.B. als Glasfronten von Gebäuden oder als Lärm- und
Sichtschutzwände - stellen für viele unserer heimischen Vögel wie Spechte,
Meisen, Spatzen etc. eine tödliche Falle dar. Laut einer Studie der Wiener
Umweltanwaltschaft sind Glasscheiben - nach der Lebensraumzerstörung - der
zweithäufigste vom Menschen verursachte Todesgrund bei Vögeln.
"Diese alarmierenden Zahlen haben uns veranlasst, eine Informationskampagne zu
starten, die sich zunächst an die Bauträger (private, gemeinnützige,
Genossenschaften) wendet und auf diese für die Vogelwelt verheerende Situation
hinweist", so Gerda Matias, Präsidentin des IBTs und Initiatorin des
Tierschutz-Volksbegehrens. "Wir appellieren an die Bauträger, den stillen Tod
an der Glasscheibe nicht länger zu dulden bzw. gar zu fördern, und dass sie
schon bei der Planung ihrer Bauten auch auf die Vogelwelt Rücksicht nehmen und
auf keinem Fall solche Wände, die den sicheren Tod für zahlreiche Vögel
bedeuten, aufstellen", erläutert Gerda Matias die Aktion.
Dass dies nicht unbedingt auf Kosten der architektonischen Gestaltungsfreiheit
erfolgen muss, zeigt das neu errichtete und bald in Betrieb gehende Lentos
Museum in Linz. Hier ist es vorbildlich geglückt, moderne Architektur und die
Erfordernisse eines Museums nach Helligkeit und Transparenz im Einklang mit
dem Tierschutz zu verwirklichen. Wissend, dass Glaswände eine permanente
Todesfalle für die Vögel darstellen, wurde eigens ein besonderes Glas mit
einem speziellen Effekt entwickelt, das den Vogelaufprall verhindert.
Gerda Matias hofft, dass "wir fürs erste die Verantwortlichen (Bauträger, und
in der Folge auch die Architekten, Stadtplaner und Genehmigungsbehörden) für
dieses Thema sensibilisieren können, damit diese künftig die Herausforderung
annehmen und bei ihren Bauvorhaben auch den Schutz der heimischen Tierwelt
berücksichtigen."
Selbst vorhandene transparente Wände kann man nachträglich - mit gewissen
Mustern, etwa Streifen - bekleben. Sie können aber auch als Werbefläche
genützt werden. Wichtig ist allein, dass die Wände so blickdicht gemacht
werden, dass sie von den Vögeln als Hindernisse erkannt werden.
Der Internationale Bund der Tierversuchsgegner (IBT) ist ein seit 1968
bestehender gemeinnütziger unabhängiger Verein. Er setzt sich für die
Abschaffung aller Tierversuche ein und lehnt Tierversuche aus ethischen,
wissenschaftskritischen und verbraucherpolitischen Gründen ab.
Ein zentrale Forderung des IBTs ist, die Vergabe von öffentlichen Mittel an
Auflagen zu binden, die auch ethische Kriterien erfüllen. So sollen nur
Projekte ohne Tierversuche gefördert werden. "Denn nur auf diese Weise wird
ein spürbarer Fortschritt bei der Etablierung von tierversuchsfreien Methoden
erreichbar sein", ist Gerda Matias überzeugt.
Gerda Matias, Vorsitzende des IBT und Initiatorin des
Tierschutz-Volksbegehrens, vertritt in der Funktion als Präsidentin auch die
Anliegen der Bundeszentrale der Tierversuchsgegner (Dachverband der
Tierversuchsgegnergruppen in Österreich) und jüngst auch die des
Zentralverbandes der Tierschutzvereine Österreichs (Dachverband der
österreichischen Tierschutzvereine).

Radioaktivität kommt mit Seevögeln
Norwegische Forscher finden hohe Konzentrationen von verstrahltem Vogelmist
Wissenschaftler der Radiation Protection Agency in Tromsö haben nahe der Insel
Spitzbergen hohe Konzentrationen von Radioaktivität in Pflanzen und im
Vogelkot gefunden. Die Forscher warnen davor, dass die verstrahlten
Vogelabfälle auch in die Nahrungskette des Menschen gelangen könnten,
berichtet die aktuelle Ausgabe des Wissenschaftsmagazins New Scientist
http://www.newscientist.com .
Das radioaktive Material in den arktischen Gebieten, das über den Vogelkot,
dem Guano, an Land kommt, stammt aus der Kara-See östlich der Barents-See aus
radioaktivem Abfall und wahrscheinlich noch aus dem Kernkraftwerk Tschernobyl.
Nach Angaben der Forscher können auch natürliche Ursachen wie geologische
Prozesse dazu beitragen. Mark Dowdall von der norwegischen Radiation
Protection Agency hat im Feldversuch zwischen 2000 und 2002 am entlegenen
Kongsfjord in Spitzbergen Boden- und Pflanzenproben genommen und ausgewertet.
Zwei Vogelkolonien von Dreizehenmöwen, Papageientaucher (Foto) und
Eissturmvögeln haben zehnmal so hohe Konzentrationen an radioaktiven Isotopen
hinterlassen wie jene, die am anderen Ende der Insel gemessen wurden. Gefunden
wurden dabei das natürliche Radioisotop Uran-238, das gefährliche Radium-226,
und Cäsium-137, das in dieser Form nicht in der Natur vorkommt. Dowdall nimmt
an, dass diese Isotope aus Atomversuchen stammen, die vor Jahrzehnten
stattgefunden haben. Weitere Tests an der Vegetation haben ergeben, dass die
Pflanzen, die nahe der Vogelkolonie gedeihen, extrem hohe Konzentrationen an
Radioaktivität aufweisen. "Das bedeutet, dass die niedrigen
Radioaktivitäts-Werte in der arktischen Umwelt nicht niedrig bleiben, sondern
stärker konzentriert werden", so der Forscher.
Der Wissenschaftler nimmt an, dass die Vögel verstrahlte Fische und
Krustentiere als Nahrung aufnehmen und dann die radioaktiven Substanzen
ausscheiden. Der Vogelkot bringt in die ohnehin karge arktische Gegend
Nährstoffe, der für die Pflanzen den notwendigen Dünger darstellt. "Das ist
das große Problem, denn die Pflanzen sind Nahrung für viele höhere Tiere wie
etwa das indigene Rentier", so Dowdell. "Damit gelangen die radioaktiven
Substanzen in die Nahrungskette. Das ist ein sehr empfindliches Ökosystem",
erklärt der Wissenschaftler. Andere Umweltforscher zeigen sich von den
Ergebnissen des norwegischen Forschers sehr interessiert. "Ich denke, dass
nicht viele Forscher über den Weg dieses Problems nachgedacht haben", so Scott
Fowler vom International Atomic Energy Authority Marine Environmental
Laboratory in Monaco. Aber bereits 1999 wurde in Tauben, die nahe der
britischen Atomwiederaufbereitungsanlage Sellafield nisteten, die 40-fache
Menge des EU-Grenzwertes für Cäsium-137 gefunden.

Laubvögel: Kein Sex bei aggressivem Balzverhalten
Die richtige Mischung aus einfühlsamer aber intensiver
Werbung macht´s
Wissenschaftler der University of Maryland haben das Sexualverhalten von
Laubenvögeln (Ptilonorhynchus violaceus) unter die Lupe genommen und entdeckt,
dass Macho-Männchen bei der Damenwelt keine Chancen haben. Belohnt wird
"verständnisvolles", nicht zu aggressives Balzverhalten. Das Forscherteam um
Gerald Borgia und Gail Patricelli bewies den Erfolg des gemäßigten
Werbeverhaltens mit Hilfe eines Roboters, der in der Attrappe eines weiblichen
Laubenvogels steckte.
http://www.inform.umd.edu/CampusInfo/Departments/InstAdv/newsdesk/releases/2002/02002.html
Dieses Gerät namens fembot konnte wie das natürliche Vorbild den Kopf zur
Seite drehen, mit den Flügeln schlagen und sich in Balzstellung begeben. Die
grau-grüne "Roboter-Schönheit" wurde nach der Auswertung von
Laubvögel-Videoaufnahmen, wofür eigens 36 Beobachtungsstationen errichtet
wurden, konstruiert. Der Roboter animierte die Männchen, ihr Balzverhalten zu
verstärken. Es zeigte sich, dass insgesamt jene Männchen am erfolgreichsten
waren, die sich zwar durch rücksichtsvolles Verhalten, aber dennoch intensive
Balzintensität auszeichneten. Jene, die auf das Verhalten des Roboters
besonders einfühlsam reagierten, verschreckten auch in der Realität das
Laubvogel-Weibchen nur selten. Resümierend glauben die Forscher, dass der
Balzerfolg der Männchen sowohl von einem beeindruckenden Werben abhängt als
auch von der Fähigkeit, dieses gemäß der weiblichen Reaktion zu modifizieren.
Die Forschung basiert auf der Hypothese, dass es eine Art Verständigung
zwischen den Geschlechtern gibt. Denn das Werbe- und Kampfverhalten der
Männchen ist ähnlich. Sie plustern sich auf, spreizen die Flügel und stoßen
laute Summgeräusche aus. Da Weibchen aber zur Fortpflanzung naturgemäß einen
möglichst stattlichen Verehrer ergattern wollen, dürfen sie das männliche
Balzverhalten nicht als Drohgebärde missinterpretieren. Borgia studiert
bereits seit 22 Jahren das Balzverhalten der Laubvögel. "Wie bei Menschen hat
sich auch bei Laubvögeln die Intelligenz weiterentwickelt. Es scheint, als
werde die Intelligenz im Wettbewerb angetrieben, um vor dem anderen Geschlecht
zu prahlen", so zumindest die Annahme Borgias.

Vögel erkennen Rastplätze am Magnetfeld der Erde
Zwischenlandung als Vorbereitung für Wüstenflüge
Das Magnetfeld der Erde verrät Zugvögeln, wo sie eine Zwischenlandung
einlegen sollten. Nachtigallen erkennen auf diese Weise ihren Rastplatz in
Ägypten. Dort fressen sie sich ein Fettpolster an, bevor sie die Sahara
überqueren.
Schwedische Forscher um Thord Fransson von der Universität Stockholm
http://www.su.se/english
hatten Nachtigallen im Labor einem künstlichen Magnetfeld ausgesetzt, das dem
von Nordägypten ähnelt. In dieser Umgebung nahmen die Tiere innerhalb weniger
Tage um vier Gramm zu. In der aktuellen Ausgabe des Magazins Nature (Bd. 414,
S. 35) äußern die Wissenschaftler die Vermutung, dass die Vögel auf das
natürliche Magnetfeld in Ägypten ähnlich reagieren, um sich auf ihren
Wüstenflug vorzubereiten.
Gewöhnlich legen Zugvögel nur moderate Fettreserven an, da sie jederzeit
landen und Nahrung zu sich nehmen können. Während der Passage von Wüsten und
Meeren sind Zwischenstopps dagegen ausgeschlossen. Hier könnte das
Erdmagnetfeld selbst unerfahrenen Zugvögeln als Warnung dienen. "Wir können
allerdings nicht sagen, ob die Vögel das Magnetfeld einer bestimmten Gegend
erkennen oder nur einen bestimmten Breitengrad", schreiben die Forscher

Milben verraten Familiengeheimnisse der Vögel
Forscher können Verwandtschaftsbeziehungen von Vögeln neu
bestimmen
Federmilben geben Aufschluss über die Verwandtschaftsbeziehungen der von
ihnen besiedelten Vogelarten. Das hat ein internationales Forscherteam bei
Untersuchungen an der Universität Vechta http://www.uni-vechta.de
entdeckt. Anhand morphologischer Daten hatten sie zunächst am Computer die
Verwandtschaftsbeziehungen verschiedener Federmilbenarten analysiert und
"Stammbäume" erhalten, die die Entwicklungslinien der nur 0,5
Millimeter kleinen Spinnentiere widerspiegelten.
Die Befunde wurden mit den Familienverhältnissen der besiedelten
Vogelarten verglichen. Dabei besteht eine sehr ausgeprägte, artspezifische
Bindung der Milben zu "ihren" Vögeln beinahe jede Vogelart wird
von einer charakteristischen Milbenart bewohnt. Die Spinnentiere sind extrem
an das Leben auf den Vogelfedern angepasst. Sie ernähren sich vom Öl aus der
Bürzeldrüse und von den Bakterien, die sich im Gefieder entwickeln und die
Ölschicht zerfressen. Sie müssen sich zudem ohne große Probleme durch das
Gefieder bewegen und anklammern können, damit sie beim Tauchen oder Fliegen
nicht losgerissen werden. Die Übertragung der Federmilben erfolgt im Nest von
den Altvögeln auf die Jungen oder bei der Begattung.
Bei zahlreichen Großgruppen unter den Vögeln, etwa bei den Watvögeln -
die Strandläufer, Kampfläufer, Uferschnepfen, Große Brachvögel und
Bekassine -, sind die verwandtschaftlichen Beziehungen noch immer nicht mit
Sicherheit nachgewiesen. Mit Hilfe der Federmilben lassen sie sich nun jedoch
ganz neu bewerten. Zumal die Wissenschaftler für ihre Forschungen sogar
solches Material verwenden können, das verhältnismäßig alt ist. Noch auf
über 120 Jahre alten Vogelbälgen aus Museen der ganzen Welt finden sich
mumifizierte Milben. Selbst auf ausgestorbenen Vogelarten können sie entdeckt
werden.
Seit 1992 haben die Wissenschaftler mehr als 40 bislang unbekannte
Milbenarten gefunden. Jede neu beschriebene Art wird dabei durch ein
bestimmtes Individuum belegt (Holotypus), das die Grundlage für eine neue
Beschreibung nach den Regeln der Internationalen Nomenklaturkommission
darstellt und als Beleg sowie zu Vergleichszwecken in speziellen Sammlungen
aufbewahrt wird. Die von den Wissenschaftlern in Vechta entdeckten Milben
lagern in Museen in Hamburg, München, Posen, St. Petersburg, Michigan,
Washington und New York.
