Bewegungssehen im Alter
verbessert
Junge Menschen sehen Finessen schlechter
Im Gegensatz zur gängigen Meinung, dass mit dem Alter
das Sehen schlechter wird, kann das Gegenteil eintreten. Laut einer
Studie der McMaster Universität in Hamilton
http://www.mcmaster.ca ist es möglich, dass sich das Sehvermögen bei
älteren Menschen sogar verbessert. Ältere Menschen können kleine
Bewegungen in sonst gleichmäßigen Vorgängen erkennen. Dies geschieht
dank einer neurologischen Veränderung im Gehirn, berichtet Nature
http://www.nature.com
.
Zellen, die an der visuellen Weiterverarbeitung im menschlichen Gehirn
mitbeteiligt sind, unterdrücken sich gegenseitig in ihrer Aktivität.
Dies erlaubt dem Gehirn wichtige Dinge wahrzunehmen und banale Dinge zu
ignorieren. Werden Menschen älter, scheint diese hemmende Beeinflussung
der Zellen scheinbar nachzulassen. Um diesem Effekt auf die Schliche zu
kommen, haben kanadische Forscher junge (zwischen 18 und 31) und ältere
Menschen (60 und älter) getestet. Die Testpersonen saßen vor einem
Computerbildschirm, auf welchem sich schwarz-weiße Streifen in
vertikaler Richtung bewegten. Die Personen mussten angeben, in welche
Richtung die Streifen fließen. Frühere Studien hatten ergeben, dass
junge Menschen Probleme mit der Fließrichtung bekommen, wenn sich die
Anzahl der Streifen erhöht. Grund hierfür ist der hemmende Mechanismus.
Das Gehirn beginnt die monotonen Formen zu missachten.
Beim neuen Versuch wollten die Sehexperten herausfinden, ob die
abnehmende Wahrnehmung auch bei älteren Menschen eintritt. Zu ihrer
Verwunderung reagierten die älteren Menschen nicht gleich wie die
Jüngeren. Um die Fließrichtung zu bestimmen, benötigten sie im Schnitt
70 Millisekunden - egal, wie viele Streifen zu sehen waren. Dagegen
benötigten die Jüngeren bei einer großen Anzahl von Streifen 100
Millisekunden. "Das ist ein sonderbares Ergebnis. In vielen anderen
Fällen brauchen ältere Menschen mehr Zeit. Dies ist eine absolute
Ausnahme", so Patrick Bennett von der McMaster Universität. Dieser
Effekt rühre vom starken Schwarz-Weiß-Kontrast und nicht von der
wachsenden Anzahl der Streifen. Wären die Streifen in kontrastarmem Grau
gehalten, bräuchten alte und junge Menschen weniger Zeit, um die
Richtung zu bestimmen. "Wenn du ein Fußballspiel schaust, konzentrierst
du dich auf die Bewegungen der Spieler, die hoch und runter rennen.
Diese Beobachtung fällt älteren Menschen leichter", so Bennett. |

Deutsche Physiker
entwickelt Brille für Farbenblinde
Computergesteuerter Sehtest bestimmt
Farbfehlsichtigkeit
Der Göttinger Physiker Markus Gregor hat eine
Farbkorrekturbrille für Farbenblinde entwickelt. Mit dem Gerät können
wichtige Sehfehler korrigiert werden. Weltweit leiden etwa 180 Mio.
Menschen darunter, dass sie Farben nicht richtig erkennen und
unterscheiden können. Ursache dieser Farbfehlsichtigkeit ist ein
genetischer Defekt, der hauptsächlich bei Männern auftritt. Die Brille
könnte Abhilfe schaffen, berichtet die BioRegio Niedersachsen
http://www.bioregion.de .
Im Idealfall kann ein Mensch bis zu 10.000 Farbunterschiede erkennen.
Bei Farbenblinden sind zwar alle Farbrezeptoren im Auge vorhanden, aber
mindestens ein Rezeptor weicht in seiner Sensitivität ab. Dadurch ist
das Farbunterscheidungsvermögen in bestimmten Farbbereichen geringer.
"Ist der Rot-Rezeptor zu zehn Prozent eingeschränkt, wird eine rote
Verkehrsampel schon als grün wahrgenommen", so Gregor. Um die
Sehschwäche zu lindern, muss der Grad der Störung im gesamten sichtbaren
Farbbereich exakt bestimmt werden. "Ungenaue Messungen und nicht
individuell angepasste Sehhilfen waren die Hauptursachen dafür, warum
die bislang im Markt angebotenen Produkte den Betroffenen nicht den
erhofften Erfolg brachten", erklärt der Wissenschaftler.
Mit einem computergesteuerten Sehtest gelang dem Forscher der
Durchbruch. Mit diesem Verfahren kann der Grad der Farbfehlsichtigkeit
mit einer so hohen Präzision bestimmt werden, dass die Abweichung nur
noch im Prozentbereich liegt. Auf der Basis hat der Physiker eine
Farbkorrektursehhilfe, die mit einem speziellen mathematischen
Optimierungsverfahren berechnet und aus gängigen Filtermaterialien
kombiniert wurde, entwickelt. Erste Untersuchungen an 40 Probanden haben
den Erfolg bestätigt. Alle Patienten konnten die gängigen
Farbverwechslungsbereiche erstmals richtig unterscheiden.
Der Forscher arbeitet derzeit an der Serienreife des Produkts, in dem
von ihm gegründeten Unternehmen Optics Ing.enium
http://www.optics-ingenium.com . Das auf Life Sciences
spezialisierte Beratungsunternehmen BioRegioN hat für Optics Ing.enium
den Business Plan erstellt und unterstützt das junge Unternnehmen auch
bei der Suche nach Investoren. |

Gen verantwortlich für
Erblindung
Risiko für Sehfehler nimmt mit steigendem Alter zu
Wissenschaftler der Universität Leeds
http://www.leeds.ac.uk haben ein Gen entdeckt, das Erblindung
hervorrufen kann. Die Forscher hoffen, dass sie aufgrund der neuen
Erkenntnis das Augenlicht von Tausenden Betroffenen retten können. Durch
die Verbesserung des Verständnisses für die Gefäßentwicklung könnte der
Durchbruch auch Licht auf die Entstehung anderer Krankheiten wie die
Bildung von Tumoren oder Arthritis werfen.
Carmel Toomes, die an den aktuellen Forschungstätigkeiten teilgenommen
hat, sagte, die Arbeit könne zu einer frühen Diagnose von Krankheiten
führen, die den lichtempfindlichen Teil des Auges betreffen. "Die
Auswirkungen von Blindheit sind verheerend", so Toomes. "Die
Vorstellung, wie sich das Leben verändern würde, ist erschreckend, aber
für viele die Realität." Zudem würde in fortgeschrittenem Alter einer
von 50 einen signifikanten Sehfehler entwickeln, wobei das Risiko mit
zunehmendem Alter steigt.
Obwohl retinale Krankheiten meist nicht behandelbar sind und die Sicht
nicht wiedererlangt werden kann, kann der Sehverlust manchmal verhindert
werden, wenn er rechtzeitig diagnostiziert wird. Toomes bedient sich der
Genetik, um die Krankheit besser zu verstehen. Während es viele
verschiedene Ursachen für die unterschiedlichen Typen retinaler
Blindheit gibt, sind zellulare Prozesse oft gleichermaßen beteiligt.
Toomes Gruppe studierte seltene vererbte Formen retinaler Krankheiten,
um die verbreiteten Formen von Blindheit verstehen zu lernen, die durch
das Wachstum abnormaler Blutgefäße bei diabetischer Retinopathie und
altersbedingter makulärer Dystrophie bedingt werden. Die Forscher hoffen
neue Behandlungsansätze für diese Krankheiten zu entwickeln.
|

50.000 (!) Patienten bei NÖ-Augenärzten
bis Ende 2004
Durch die geplanten Entscheidungen unserer Bundesregierung drohen den
Österreicherinnen und Österreichern die Streichung der Zuschüsse auf Brillen und
Kontaktlinsen. "Dies bedeutet eine massive finanzielle Schlechterstellung und
auch nachhaltige gesundheitliche Gefahren." meinte heute Dr. Lothar Fiedler,
Präsident der NÖ Ärztekammer, anlässlich der aktuellen Diskussion über die im
Rahmen des Finanzausgleichs beschlossenen Einschränkungen im Gesundheitswesen.
Ärzte wissen aus ihrer täglichen Praxis am besten, wie viele Erkrankungen des
Auges erst durch den Wunsch des Patienten nach einer neuen Brille oder
Kontaktlinse erkannt werden. "Im Gesundheitsministerium ist man sich der
wichtigen medizinischen Rolle, die der Augenarzt in diesem System einnimmt,
offensichtlich nicht bewusst." meint dazu der Vorsitzende der Augenärzte
Niederösterreichs, Dr. Manfred Haydn aus Zwettl. "Man ignoriert, dass durch die
Untersuchung des Auges auch Erkrankungen wie Bluthochdruck und Diabetes erkannt
werden und dass oft erst bei einer Brillenanpassung schwere Augenerkrankungen
entdeckt werden." Die Ärztekammer spricht sich massiv gegen die geplanten
Schritte des Ministeriums einer Streichung der Zuschüsse auf Brillen und
Kontaktlinsen aus und fordert die verantwortlichen, auf einer derartigen
Regelung nicht die Zustimmung zu erteilen. Um die Nachhaltigkeit und Wichtigkeit
der augenärztlichen Vorsorgeuntersuchung auch entsprechend in der Öffentlichkeit
zu demonstrieren, haben Niederösterreichs Augenärzte daher beschlossen
"Sonder-Ordinationszeiten für unsere Patienten" einzurichten und - soweit es
möglich ist - noch vor Ablauf des Jahres 2004 einen Termin zu einer
Augenuntersuchung, Brillen- oder Kontaktlinsenanpassung zu gewähren.
Insgesamt werden die niederösterreichischen Augenärzte so in den kommenden
sechs Wochen noch mehr als 50.000 (!) Patienten in ihren Ordinationen versorgen.
Dr. Manfred Haydn: "Uns ist durchaus bewusst, dass einige Ordinationen durch
die wesentlich höheren Fallzahlen in NÖ als zB in Wien bereits heute ihre
Leistungsgrenze erreicht haben - und deshalb auch nicht in allen Ordinationen
derartige Maßnahmen umsetzbar sein werden. Die Mehrheit der Kolleginnen und
Kollegen wird die Sonder-Ordinationszeiten jedoch im Sinne und für unsere
Patienten ermöglichen."

Zusammenhang zwischen
starkem Computereinsatz und Glaukomen
Starke User sind männlich und jüngeren Alters
Wissenschafter der Toho University School of Medicine
http://www.med.toho-u.ac.jp haben nachgewiesen, dass starker
Computereinsatz und das Auftreten von Glaukomen vor allem bei
Kurzsichtigen zusammenhängen können. Ein Glaukom wird durch den erhöhten
Flüssigkeitsdruck innerhalb des Auges ausgelöst, der auf die Nerven im
hinteren Bereich Druck ausübt. Unbehandelt kann ein Glaukom zur
Erblindung führen. Die im Journal of Epidemiology and Community Health
http://jech.bmjjournals.com veröffentlichten Studienergebnisse
beruhen auf Daten von 10.000 japanischen Arbeitern. Die Autoren der
Studie und andere Experten empfehlen laut BBC weitere Untersuchungen, da
Kurzsichtige über ein erhöhtes Glaukomrisiko verfügen.
Das Team um Masayuki Tatemichi testete die Sehkraft von Arbeitern in
vier verschiedenen japanischen Unternehmen, die je mehr als 5.000
Mitarbeiter beschäftigten. Die Teilnehmer wurden ersucht, Fragebögen
über ihre Computernutzung, zuhause und bei der Arbeit, sowie über
etwaige Augenerkrankungen auszufüllen. In der Folge wurden die
Mitarbeiter je nach dem Ausmaß ihres Computereinsatzes in leichte,
mittlere oder starke Nutzer eingeteilt. Die Computernutzung selbst wurde
von weniger als fünf Jahren bis zu mehr als 20 Jahren in vier Blöcke von
fünf Jahren aufgeteilt. Die durchschnittlich vor dem Bildschirm
verbrachte Zeit wurde von weniger als eine Stunde bis zu mehr als acht
Stunden auf einmal ebenfalls in vier Blöcke aufgeteilt.
Jene Teilnehmer, die sich als starke Nutzer erwiesen, waren eher Männer
und jüngeren Alters. Insgesamt zeigte sich, dass 522 (5,1 Prozent) über
Anomalien des Blickfeldes verfügten. Starke Nutzer waren zusätzlich eher
weit- oder kurzsichtig. Rund ein Drittel dieser Arbeiter standen in
Glaukomverdacht. Die weitere Untersuchung zeigte, dass ein Zusammenhang
zwischen einem vermuteten Glaukom und Kurzsichtigkeit zu bestehen
schien. Die genauen Ursachen für diesen Zusammenhang sind derzeit nicht
bekannt. Die Forscher gehen jedoch davon aus, dass Kurzsichtige für
computerbedingte Augenkrankheiten anfälliger sein könnten. |

Computermodell sagt Augenverletzungen vorher
Einsatz bei Airbag-Produzenten und Autokonzernen
Ein Wissenschaftler der Virginia Tech
http://www.vt.edu hat ein
Computermodell entwickelt, das mit hoher Genauigkeit die Wahrscheinlichkeit von
Augenverletzungen vorhersagen soll. Laut dem Entwickler Joel Stitzel könnte das
Modell u.a. Airbag-Produzenten und Autokonzerne unterstützen. "Das Modell sagt
zum Beispiel die Wahrscheinlichkeit vorher, dass durch eine angenommene
Entfaltung des Airbags die Augen im Falle eines Kontakts verletzt werden",
erklärte Stitzel. Genaue Vorhersagen über die Wahrscheinlichkeit von
Verletzungen sollen zur Entwicklung besserer Airbags beitragen.
"Tatsächlich kann das Modell als Vorhersagetool für jede Art von
Augenverletzungen herangezogen werden", ergänzte der Leiter des Virginia Tech
Impact Biomechanics Laboratory
http://www.ibl.vt.edu Stefan Duma. Es erforscht eine ganze Bandbreite von
Objekten, die eine Verletzung auslösen können, neben Airbags sind dies u.a.
Brillen, Bälle und Plastikhaarbänder. "Also alle Gegenstände, die mit den Augen
in Kontakt treten können", ergänzte Duma.
Stiztel kann sich auch eine Adaption des Modells für die Vorhersage von
Verletzungen anderer Körperteile vorstellen. "Es könnte neben dem
Blutgefäßsystem in allen mit Flüssigkeit gefüllten Organen wie dem Herz, den
Nieren oder der Blase funktionieren", glaubt der Forscher.

Künstliche Hornhaut sorgt für Durchblick
Flexible Plastikkombination gut verträglich Erfolgsrate
liegt bei 80 Prozent
Forscher des Lions Eye Institutes in West-Australien
http://www.general.uwa.edu.au/u/lei haben eigenen Angaben zufolge die erste
flexible, künstliche Hornhaut entwickelt. Das Kunstgebilde besteht aus einer
weichen Plastik-Kombination und wird im Fall einer erkrankten oder geschädigten
Hornhaut (Cornea) implantiert. Wie die Forscher in der aktuellen Online-Ausgabe
von The Age
http://www.theage.com.au berichten, lag die Erfolgsrate bei bisher 41
Patienten bei 80 Prozent. Die Ergebnisse präsentierten die Forscher um Celia
Hicks kürzlich auf der Ophthalmology Konferenz in Sydney.
Die neue Methode soll besonders jenen Patienten helfen, deren Augen bisher
Hornhauttransplantate von Spendern abstießen. "Bestehende synthetische
Materialien sind starr. Dadurch erhöht sich das Risiko einer Augeninfektion", so
Hicks. Die künstliche Hornhaut mit dem Namen Chirila Kpro besitzt das Aussehen
von weichen Kontaktlinsen. Das Material ist biokompatibel, dadurch kann das
augeneigene Gewebe hineinwachsen und die Gefahr einer Abstoßung sinkt. "Die
Implantation erfolgt in einem Schritt und nicht wie bisher in mehreren
Abschnitten", erklärte die Augenexpertin. Wann die neue, künstliche Hornhaut auf
den Markt kommt, steht noch nicht fest.
Das Lions Eye Institut beschäftigt sich seit mehr als sieben Jahren mit der
Entwicklung einer synthetischen Cornea. Das Institut spricht von einem
Durchbruch bei der 200 Jahre langen Suche nach einer künstlichen Hornhaut. Die
Materialienliste reicht dabei von Glas, Teflon, Silicon bis zu menschlichen
Zähnen. Hornhaut-Blindheit betrifft weltweit rund zehn Mio. Menschen jährlich.
Im Jahr werden rund 100.000 Implantationen durchgeführt.

Künstliche Augenmuskeln statt Lesebrille
Implantat wird per Knopfdruck gesteuert und korrigiert
Brechungsfehler des Auges
Ein Band aus künstlichen Muskeln könnte künftig die exakte Fokussierung des
Auges übernehmen, wenn die Augenlinse im Alter an Flexibilität verliert.
Forscher der University of New Mexico
http://www.unm.edu entwickeln zurzeit eine Alternative zur Lesebrille für
Altersweitsichtige. Vision des Institutsleiters für künstliche Muskeln Mohsen
Shahinpoor ist ein Implantat rund um die Lederhaut des Auges, das per Knopfdruck
den Augapfel geringfügig zusammenschnürt und so den Brechungsfehler des Auges
korrigiert. Forscher hoffen bereits in drei bis fünf Jahren auf den Einsatz in
der Praxis.
Der implantierte Muskel namens "smart eye band" soll über einen Schalter
hinter dem Ohr gesteuert werden. Der Schalter aktiviert über ein elektronisches
Magnetfeld, das in den Kopf hinein reicht, den Muskel und reguliert die Länge
des Augapfels, um den Brennpunkt wieder auf die Netzhaut zu lenken. Der Muskel
besteht aus gebündelten und biokompatiblen Kunststoffstreifen, die mit feinsten
Golddrähten ummantelt sind. Abhängig von der induzierten Stärke, die reguliert
werden kann, entsteht ein elektrischer Impuls, der eine Negativ-Ladung aufbaut.
Positiv geladene Lithium-Ionen, die in den Kunststoffstreifen eingelagert sind,
werden von der Negativ-Ladung angezogen und ziehen am Kunststoffstreifen. Die
Folge ist eine minimale Zusammenschnürung des Augapfels.

Augenprobleme bei Cyberkids steigen
30 Prozent aller US-Kinder setzen sich Gefahr des "computer
vision Syndrome" aus
Jedes vierte "Cyberkid" in den USA leidet bereits am so genannten "computer
vision Syndrome" (CVS). Das ist das Ergebnis einer Studie der University of
California, Berkeley
http://www.berkeley.edu , die der Entwicklung von Augenproblemen bei Kindern
mit stundenlanger Computer-Nutzung nachging. Für die Studienleiterin Pia Hoenig
von der Binocular Vision Clinic lassen die Resultate den Schluss zu, dass langes
Computer-Starren Augenprobleme bei Kindern fördert. Betroffen davon seien rund
30 Prozent der 37 Mio. US-Kinder.
"Das Syndrom ist gekennzeichnet durch trockene Augen, ein verschwommenes
Sehvermögen, Kopfschmerzen und Lichtempfindlichkeit", erklärt Hoenig, "und
könnte auch den Beginn der Kurzsichtigkeit andeuten". Diese Korrelation habe die
Studie eindeutig bewiesen, auch wenn die Beweislage nicht schlüssig sei.
"Bewiesen ist aber, dass mehr als 70 Prozent der Erwachsenen, die am Computer
arbeiten, an dieser Krankheit leiden", ergänzt Hoenig. Das größte Risiko hätten
Personen, die zwei oder mehrere Stunden pro Tag den Rechner intensiv nutzen.
CVS betreffe vor allem jene Kinder, bei denen die ersten Gehversuche mit
ersten Computer-Erfahrungen einher gingen. Kinder seien empfindlicher als
Erwachsene und somit sei das Risiko, CVS zu entwickeln, höher. Die American
Optometric Association (AOA) nennt dafür mehrere Gründe: Kinder kennen keine
Selbsterfahrung und sitzen stundenlang ohne Pause vor dem Computer. Kinder
passen sich an und ignorieren Augenprobleme bzw. sind Computer-Arbeitsplätze
nicht kindgerecht, sondern an die Bedürfnisse von Erwachsenen angepasst.
Die AOA empfiehlt regelmäßige Augenuntersuchungen, die noch vor dem
Kindergartenalter durchgeführt werden sollten. Bezogen auf Computer-Arbeit
betonen die Forscher die Notwendigkeit vernünftiger Pausen und ein Augentraining
zur Milderung von CVS. Folgende zehn- bis 15-sekundenlange Übung soll wieder für
einen klaren Blick sorgen: Daumen und Mittelfinger seitlich an die Nasenwurzel
anlegen, Zeigefinger liegt zwischen den Augenbrauen. Alle drei Finger werden nun
mit leichtem Druck auf die Nasenwurzel aufeinander zu und wieder voneinander weg
bewegt. Danach den Zeigefinger über die Stirn bis zum Haaransatz und wieder in
Richtung Nasenspitze gleiten lassen.

Wirksame Behandlung von Netzhauterkrankungen
Behandlungsmethode des augenzentrum Prof. Zirm
wissenschaftlich bestätigt
Wirksamkeit langjähriger Behandlungsmethode des augenzentrum Prof. Zirm
wissenschaftlich bestätigt
Wirksame Behandlung von Netzhauterkrankungen
* Wirksamkeit von Antioxidantien bestätigt in Österreich angewandte Therapie
* Hoffnung nicht zu erblinden für Patienten mit zentraler
Netzhautdegeneration
* Reagieren Sozialversicherungsträger?
Eine bereits seit ca. zehn Jahren vom augenzentrum Prof. Zirm angewandte
Methode zur Behandlung degenerativer Augenerkrankungen wurde nun von dem
renommierten US National Eye-Institut (NIH) wissenschaftlich untersucht und in
ihrer Wirksamkeit bestätigt.
Die sogenannte Makuladegeneration zählt zu den häufigsten Ursachen für eine
praktische Erblindung. Vor allem ältere Menschen sind davon betroffen. Nach
heutigem Stand der Wissenschaft kann eine solche Netzhautdegeneration nicht
geheilt werden. Ich habe eine gute und eine schlechte Nachricht. Die Schlechte:
man kann gegen Ihre Erkrankung nichts machen. Die Gute: Sie werden nicht
erblinden." - Diese Antwort hören sehr viele Menschen, wenn sie mit einer
altersbedingten Makulaerkrankung zu ihrem Augenarzt gehen. Das augenzentrum
Prof. Zirm therapiert seine Patienten seit Jahren mit alternativen Methoden, vor
allem mit Antioxidantien. Die Wirksamkeit der vom augenzentrum Prof. Zirm
angewandten und bisher nicht wissenschaftlich gesicherten Therapie mit
Antioxidantien wurde nun in den USA durch eine Studie des renommierten National
Eye Institute bestätigt.
Seit zehn Jahren setzten die Ärzte der österreichischen Tagesklinik für
refraktive Chirurgie auf eine Therapie mit durchblutungsfördernden Präparaten,
Sauerstoff und vor allem Antioxidantien als Alternative zur Laserbehandlung.
Diese Methode erreicht auf sanftem Weg durchschnittlich wesentlich bessere
Ergebnisse als die kostenintensive Laserbehandlung", bestätigt Univ.-Prof. Dr.
Mathias Zirm, Gründer und medizinischer Leiter des augenzentrum Prof. Zirm. Die
Experten des NIH veröffentlichten ihre Studie, in der die Wirksamkeit der
Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration mit Antioxidantien
wissenschaftlich belegt wird. Sechs Jahre lang wurden 3640 Patienten
Antioxidantien verabreicht und das Fortschreiten der Krankheit beobachtet. Es
stellte sich heraus, dass sich die Netzhautdegeneration bei jenen Personen, die
regelmäßig mit Antioxidantien behandelt wurden, signifikant langsamer
verschlechterte, als bei jenen ohne entsprechende Therapie.
In 27 Prozent verbesserte sich sogar der Zustand. Diese Ergebnisse decken
sich mit jener Studie zur Qualitätssicherung, die am augenzentrum Prof. Zirm
durchgeführt wird und 1.300 Patienten aus Österreich und dem angrenzenden
Ausland erfasst. Prof. Zirm: Wir haben in den allermeisten Fällen nicht nur
eine Stabilisierung sondern auch eine Verbesserung des Leidens beobachten
können. Deshalb verordnen wir die Behandlung mit Antioxidantien,
gefäßerweiternden Mitteln und Sauerstoffkuren auch bei anderen Risikogruppen, z.
B. bei Störungen der Netzhaut wegen hoher Kurzsichtigkeit oder bei
fortgeschrittenem Grünen Star (Glaukom).
Ein Problem für viele Menschen ist, dass die meisten der von uns verordneten
Medikamente nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt werden. Dadurch entstehen
unerwartete finanzielle Belastungen. Wenn Medikamente nicht mehr nachgekauft
werden, besteht ein sehr hohes Risiko einer weiteren Verschlechterung des
Leidens."
Prof. Zirm erhält Unterstützung für seine Bemühungen durch die US-Studie, die
vom amerikanischen Gesundheitsministerium in Auftrag gegeben wurde. Die
Ergebnisse beweisen, dass statistisch signifikant die Antoxidantientherapie in
einem hohen Prozentsatz bei vielen dieser Netzhautdegenerationen erfolgreich
ist. Einziger Wermutstropfen: Es müssen diese Medikamente in einer entsprechend
hohen Dosierung verabreicht werden. Der Appell des augenzentrum Prof. Zirm an
die Krankenkassen ist, der Empfehlung des amerikanischen Gesundheitsministeriums
zu folgen und in gut dokumentierten Fällen die Behandlungskosten zu übernehmen.
Nicht zuletzt läßt eine einfache Kostenrechnung den Schluss zu, dass die
Ausgaben der öffentlichen Hand für einen erblindeten Menschen um ein Vielfaches
höher sind, als die Kosten des monatlichen Medikamentenbedarfs.

Japaner züchten künstliche Augen
Froschembryonen-Zellen wachsen in Kaulquappen
Wissenschaftler der University of Tokyo
http://www.u-tokyo.ac.jp
haben nach eigenen Angaben erstmals künstliche Augäpfel gezüchtet. Die Organe
wachsen aus Froschembryonen-Zellen, die Kaulquappen implantiert wurden. Für das
Team um den Biologen Makoto Asashima sind die künstlichen Augen die Basis für
neue Therapie-Formen gegen Augenkrankheiten und Blindheit, so ein Bericht der
japanischen Nachrichtenagentur Kyodo
http://home.kyodo.co.jp/all/news.jsp?news=technology&an= .
Für den Versuch verpflanzten die Wissenschaftler Stammzellen, die zuvor in
ein spezielles Medium getaucht wurden, in Kaulquappen, denen das linke Auge
entfernt worden war. Eine Woche später wiesen die Forscher nach, dass sich
dieser Stelle ein Auge entwickelte, das sich mit dem Sehnerv verbunden hatte. Es
gab nach Angaben der BBC
http://news.bbc.co.uk kein Anzeichen einer Abstoßung gegen das Organ.
Asashima behauptet, dass durch den ähnlichen Entwicklungsprozess von Organen
bei Fröschen und Menschen, die Transplantationserfolge Anlass zur Hoffnung
geben. Bisher wurden die Ergebnisse allerdings erst in einer nicht
wissenschaftlichen Fachzeitschrift publiziert. Andere Wissenschaftsteams müssen
die Experimente erst überprüfen.

Nachwachsende Nerven können Sehkraft zurückgeben
Erste Anwendungen beim Menschen in drei Jahren erwartet
Durchtrennte Sehnerven können nachwachsen und dabei Blinden einen Teil des
Sehvermögens zurückgeben. Das ergaben Tierversuche, die rund um den Leiter für
Experimentelle Ophthalmologie der Universitäts-Augenklinik Münster, Solon Thanos,
durchgeführt wurden
http://medweb.uni-muenster.de/institute/augenheilkunde/expopht . Über
Nerventransplantationen erhielten Ratten zehn und Affen 20 Prozent der Sehkraft
zurück. Mit diesen Versuchen wurde erstmals eine Aussage über die Funktion der
nachwachsenden Nerven gemacht. In zwei bis drei Jahren könnte eine erste
Anwendung am Menschen erfolgen, erklärte Thanos. "Dass Blinde wieder sehen oder
gar Querschnittsgelähmte wieder gehen, dürfte nun keine bloße biblische
Prophezeiung mehr sein, sondern möglicherweise schon in wenigen Jahren Realität
werden", heißt es in einer Pressemitteilung der Wilhelms-Universität Münster.
Als vor vier Jahren an der Uniklinik Münster das Ergebnis feststand, dass
durchtrennte Nerven im Gehirn nachwachsen können, stellte dies ein bisheriges
wissenschaftliches Dogma auf den Kopf. Seit einem vor Jahrzehnten gescheiterten
Versuch des spanischen Neurobiologen Ramon y Cajal war auf diesem Gebiet kaum
geforscht worden - bis Thanos einen durchtrennten Sehnerven durch ein Segment
aus dem Ischiasnerv überbrückte. Nach der mikrochirurgischen
Nerventransplantation begannen die durchtrennten Fasern des Sehnerves zu
wachsen. Sie verlängerten sich um 1,3 Millimeter pro Tag und wuchsen so immer
mehr in den "Bypass" aus dem Ischiasnervsegment hinein. Damit konnte gezeigt
werden, dass Zellen in Gehirn und Rückenmark generell in der Lage sind, sich zu
regenerieren.
Die Nerventransplantation sei gut geeignet gewesen, um die
Regenerationsfähigkeit der Nervenzellen nachzuweisen, als Behandlungsverfahren
habe er aber die Gentherapie im Auge, so Thanos. Molekularbiologische Arbeiten
sollen derzeit herausfinden, welches Gen der Zelle das Signal zum Nachwachsen
gibt. Ziel sei es, das betreffende Gen zu rekonstruieren und es über eine
Genfähre - zum Beispiel einen Virus - in die verletzte Nervenzelle zu schleusen.
Damit wäre ohne mikrochirurgischen Eingriff "auf elegante Art und Weise" eine
schonende und dennoch wirksame Behandlung der Unfallopfer möglich.
Da die Nervenzellen nach etwa drei Monaten unwiederbringlich verloren sind,
könnte eine Behandlung vorerst nur innerhalb dieses Zeitraumes nach der
Verletzung greifen. Mittels Stammzellen-Therapie hofft Thanos, durch den
programmierten Zelltod verschwundene Nervenzellen ersetzen zu können. Sollte
dies gelingen, wäre vielleicht auch Hoffnung für jene Menschen in Sicht, deren
Unfall länger zurückliegt, heißt es weiter. Der Forscher versucht gerade, eine
bundesweite Datei von Patienten mit schwerem Schädel-Hirn-Trauma aufzubauen.

Spinat im Auge gegen Erblindung
Protein des grünen Blattgemüses ersetzt defekte
Licht-Rezeptoren
US-Forscher haben entdeckt, dass Spinat nicht nur für die Muskeln, sondern
auch für die Augen gesund ist. Wissenschaftler des Oak Ridge National Laboratory
(ORNL) http://www.ornl.gov und
Augenspezialisten der University of Southern California (USC) haben
festgestellt, dass Proteine im Spinat Erblindeten die Sehkraft zumindest
teilweise zurückgeben können. Das Protein könnte defekte Licht-Rezeptoren in der
Netzhaut ersetzen. Aus den Ergebnisse könnten Patienten mit einer
altersbedingten Makula-Degeneration oder einer vererbten Augenkrankheit, der
Retinitis pigmentosa, Hoffnung schöpfen. Bei beiden Augenerkrankungen
verschlechtert sich die Sehkraft kontinuierlich. Die Erkrankungen gehören zu den
weltweit häufigsten Ursachen der Blindheit.
"Obwohl die neuronale Verknüpfung vom Auge zum Gehirn bei diesen Erkrankungen
intakt ist, fehlt in den Augen die Aktivität der Photorezeptoren", erklärte der
Chemiker Eli Greenbaum vom ORNL. Bei der Untersuchung des Proteins entdeckten
die Forscher, dass es in den Spinatblättern das Sonnenlicht mittels
Photosynthese in Energie umwandelt. Gemeinsam mit Augenspezialisten USC
erforschte sein Team die Funktion des Proteins Photosystem-I. Unterschiedliche
Untersuchungen lassen das Team vermuten, dass das Protein auch im Auge der
Lichterkennung dienen könnten.
Das Team um Mark Humayun vom USC Doheny Eye Institute hat nachgewiesen, dass
viele Patienten bei einer elektrischen Stimulierung des Netzhautgewebes
Bildmuster erkennen. Greenbaum zeigte, dass das Photosystem-I-Protein
Lichtenergie einfangen kann und eine elektrische Spannung in der Höhe eines
Volts erzeugt. "Was wir jetzt herausfinden müssen ist, ob diese Spannungen auch
Nervensignale auslösen können und dem Gehirn erlauben, die Bilder zu
interpretieren", sagte Greenbaum. Frühere Experimente haben bereits gezeigt,
dass sich Photosystem-I in künstlichen Fettkügelchen (Liposomen) einschließen
lässt und es somit auch innerhalb zellähnlicher Membranen seine Funktion
erfüllt. Liposomen könnten somit als Transportmittel dienen, um die Proteine in
Netzhautzellen zu überführen.

Arthritis-Medikament kann Erblinden verhindern
Infliximab bei Behcet-Krankheit rasch wirksam
Wissenschaftler der University of Athens
http://www.uoa.gr/uoauk/uoaindex.htm haben nachgewiesen, dass das
Antikörper-Präparat Infliximab bei der so genannten Behcet-Krankheit den Verlust
der Sehkraft verhindern kann. Bei dieser Krankheit handelt es sich um eine
chronische Erkrankung des Immunsystems, deren Ursache nicht bekannt ist.
Patienten erhalten Medikamente zur Unterdrückung der extremen Reaktionen ihres
Immunsystems. Trotzdem besteht laut BBC für rund 70 Prozent der Betroffenen
aufgrund wiederkehrender Augenentzündungen die Gefahr einer Erblindung. Im Test
zeigte sich innerhalb von 24 Stunden jetzt ein deutlicher Rückgang der
Entzündung. Nach 7 Tagen konnte eine vollständige Unterdrückung erreicht werden.
The Lancet
http://www.thelancet.com
An der Studie nahmen vier Männer und eine Frau im Alter von 21 bis 56 Jahren
teil, die alle einen Rückfall erlitten hatten. Der leitende Wissenschaftler
Petros Sfikakis erklärte, dass die rasche Wirksamkeit von Infliximab von
entscheidender Bedeutung sei, da diese Krankheit unbehandelt sehr schnell zu
langfristigen visuellen Beeinträchtigungen führen kann. Die Wirksamkeit des
Medikaments dürfte auf die Blockade von Chemikalien zurückzuführen sein, die im
Blut von Behcet-Patienten in höherer Konzentration vorkommen. Dazu gehören der
Tumor-Nekrose-Faktor (TNF) und lösbare TNF-Rezeptoren. Unter dem Markennamen
Remicade wird Infliximab normalerweise bei Arthritis, Schuppenflechte und
Darmerkrankungen eingesetzt.
Schätzungen gehen davon aus, dass in Großbritannien auf 50.000 Einwohner eine
Behcet-Erkrankung entfällt. Im Nahen Osten und Asien tritt sie wesentlich
häufiger auf. Betroffen sind vor allem Regionen, in denen früher ein intensiver
Seidenhandel betrieben wurde. Aus diesem Grund wird die Behcet-Krankheit
fallweise auch als so genannte Seidenstraßenkrankheit bezeichnet. Nähere
Informationen zur Behcet-Krankheit finden sich im Internet bei der Behcets
Syndrome Society
http://www.behcets.org.uk

Photorezeptor im Auge steuert die innere Uhr
Lichtreize bewirken Veränderung der Melatonin-Produktion
Ein bislang unbekannter Photorezeptor im Auge steuert die innere Uhr des
Menschen. Das haben Neurologen des Thomas Jefferson University Hospitals in
Philadelphia
http://www.jeffersonhospital.org/e3front.dll?durki=3858 entdeckt. In einer
Studie mit 72 gesunden Teilnehmern untersuchten die Forscher die Wirkung von
neun verschiedenen Wellenlängen des Lichts zwischen indigo und orange. Dabei
identifizierten sie ein fünftes Photopigment auf der Netzhaut. Wurde dieses
unterschiedlichen Lichtreizen ausgesetzt, reagierte die Zirbeldrüse im Gehirn
mit einer veränderten Produktion des "Schlafhormons" Melatonin.
"Dieser fünfte Photorezeptor scheint von den bekannten Rezeptoren, die das
optische Sehen ermöglichen, völlig unabhängig zu sein", so Dr. George Brainard,
Leiter der Untersuchungen. Bislang ging die Wissenschaft von nur vier Zelltypen
auf der menschlichen Netzhaut aus, die Lichtreize erfassen und das visuelle
System bilden. Die Zellen des ersten Typs, die so genannten Stäbchen,
ermöglichen die Unterscheidung von "hell" und "dunkel", die drei übrigen
Zellformen - die Zapfen - regulieren das Farbensehen.
Für ihre Untersuchungen brachten die Forscher um Mitternacht ihre Probanden
ins Labor - zu einem Zeitpunkt, da der Melatonin-Spiegel am höchsten ist. Die
Pupillen der Freiwilligen wurden erweitert und dann für zwei Stunden geblendet.
Anschließend nahmen die Mediziner Blutproben und setzten jede Person 90 Minuten
lang dem Licht in einer bestimmten Dosis und Wellenlänge aus. Im Anschluss daran
nahmen sie erneut Blutproben und stellten fest, dass blaues Licht den
Melatonin-Spiegel am stärksten beeinflusst.
"Das verspricht neue therapeutische Ansätze bei der Behandlung von
Depressionen oder zyklischen Störungen", sagt Brainard. Da Melatonin zeitlich
terminierte Abläufe im Organismus steuert - etwa Schlaf- und Wachphasen oder das
Einsetzen der Pubertät -, können mit Hilfe spezieller Lichttherapien aus dem
Gleichgewicht geratene Rhythmen wieder ins Lot gebracht werden. In einem
nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler untersuchen, ob und wie Licht auch
andere Körperfunktionen reguliert, beispielsweise Schwankungen der Temperatur
oder der Leistungsfähigkeit.

Cannabis-Augentropfen gegen grünen Star
Wirksubstanz hat bei direkter Anwendung keinen berauschenden
Effekt
Wissenschaftler der Universität Arizona (UA)
http://www.arizona.edu
wollen künftig mit Cannabis-Wirkstoffen gegen grünen Star vorgehen. Die
Substanzen aus den psychoaktiven Bestandteilen Haschisch und Marihuana senkten
den Augeninnendruck, führten aber - direkt ins Auge getropft - zu keiner
berauschenden Wirkung.
Tetrahydrocannabinol (THC), ein besonders aktiver Wirkstoff in Marihuana,
bindet an spezifische Rezeptoren im Körper und stimuliert diese. "Diese
Cannabinoid-Rezeptoren wurden nun auch im Auge entdeckt. Sie haben eine
Bedeutung für die Regulation des inneren Augendruckes", erklärte Robert
Noecker, Wissenschaftler der Abteilung für Augenheilkunde der Uni Arizona.
Binden sich Cannabinoide an bestimmte Augenregionen, die für diesen Druck
verantwortlich sind, werden diese Rezeptoren aktiviert.
Der hohe Augeninnendruck beim grünen Star (Glaukom) kann den optischen Nerv
schädigen und zu Blindheit führen. In den USA ist diese Erkrankung der
zweithäufigste Grund dafür. Um die Forschung auf diesem Gebiet zu forcieren,
wurde die Abteilung für Augenheilkunde der UA auf 14 Fakultäten ausgedehnt.
Die Forschungsausgaben beliefen sich im letzten Jahr auf drei Mio. Dollar.

Innsbrucker Augenchirurg operiert in Brasilien
Im Kampf gegen die Blindheit
In Entwicklungsländern ist der Graue Star die häufigste Erblindungsursache,
da es an Ärzten, Geräten und Geld mangelt, um eine das Sehvermögen rettende
Operation durchzuführen. Der Innsbrucker Augenfacharzt Dr. Albino Parisi ist
daher Ende Januar für ein Monat nach
Recife/Brasilien gereist, um dort kostenfrei rund 450 Menschen zu behandeln.
Unterstützt wird das soziale Engagement durch den Verein "Besser
Sehen", dessen Vertrauensarzt Dr. Parisi ist, das Augenzentrum Prof. Zirm
und den Lions Club Landeck-Schrofenstein. http://www.zirm.net
Während in Europa der Grauen Star durch eine Routineoperation behoben werden
kann, mangelt es in Entwicklungsländern an entsprechend ausgebildeten Ärzten
und moderner Infrastruktur. Die Folge ist, dass der Graue Star nach wie vor die
häufigste Ursache für eine praktische Erblindung darstellt. Das gilt auch für
weite Gebiete Brasiliens. Unterstützt durch den gemeinnützigen Verein
"Besser Sehen", das Augenzentrum Prof. Zirm und den Lions Club
Landeck-Schrofenstein hält sich der Innsbrucker Augenfacharzt und -chirurg
Albino Parisi deshalb im Januar 2001 für ein Monat nach Recife/Brasilien auf,
um in Kooperation mit der "Altino Ventura-Foundation" kostenfrei
Menschen zu operieren.
Die Wartelisten an der dortigen Augenklinik "Hope" sind lang. Vor
allem für die arme Landbevölkerung aus der Region Pernambuco stellt diese
Aktivität die einzige Chance dar, das Sehvermögen und damit Arbeitskraft und
Selbstständigkeit wiederzuerlangen. Ähnlich ist das Engagement des gemeinnützigen,
österreichischen Vereins "Besser Sehen". Mit Unterstützung der
Industrie und des Augenzentrum Prof. Zirm hilft "Besser Sehen" dort,
wo Menschen sich moderne medizinische Hilfe nicht leisten können. Für Dr.
Parisi bedeutet dies, am Krankenhaus "Hope" rund 15 Operationen am Tag
kostenfrei durchzuführen. Im Reisegepäck von Dr. Parisi befinden sich
Instrumente, die von Prof. Zirm entwickelt und für die Operationen in Brasilien
zur Verfügung gestellt werden.
Dr. Albino Parisi, geboren in Enna/Süditalien, hat sich schon sehr früh in
seiner Heimat sozial engagiert. Nach dem Studium der Medizin und der Ausbildung
zum Augenfacharzt kam er vor acht Jahren nach Innsbruck und arbeitet seitdem an
der Seite von Univ. Prof. Dr. Mathias Zirm, von dem er die für den
Brasilieneinsatz erforderlichen Operationstechniken erlernt hat.