Online-Broking bei Europäern immer beliebter
Deutsche verbringen über 60 Minuten im Monat bei
Finanzsites
Die Europäer regeln ihre Finanzen gern online. Wie eine Analyse des
Marktforschers Jupiter MMXI http://www.jupitermmxi.com
belegt, hat sich der Anteil der Europäer, die Wirtschafts-/Finanzwebsites
nutzen, innerhalb der letzten zwölf Monate in manchen Ländern sogar
verdoppelt. Im Mai haben über 20 Mio. Europäer Wirtschafts- und Finanzsites
von zu Hause aus genutzt. Die größten Zuwächse verzeichnete Frankreich.
Dort hat sich der Anteil der Surfer, die Wirtschafts- und Finanzangebote
genutzt haben, in einem Jahr von 18,5 Prozent auf 38,2 Prozent mehr als
verdoppelt.
Den größten Nutzeranteil von Sites zu Wirtschaft und Finanzen konnten die
nordischen Staaten verbuchen. Jeder zweite Norweger und fast jeder zweite Däne,
der das Internet von zu Hause aus nutzt, hat im Mai Wirtschafts- und
Finanzsites angesurft, berichtet Jupiter MMXI. In Großbritannien nutzten im
Mai 36 Prozent der User Wirtschafts- und Finanzseiten im Web, was einen
Anstieg um 28 Prozent bedeutet. In der Hitliste dieser Kategorie finden sich
auf den vorderen Plätzen in erster Linie Online-Auftritte von Banken wie
Lloydstsb.com, Egg.com, Barclays.co.uk, Nationwide.co.uk und Natwest.com.
Einige dieser Anbieter sind strategische Partnerschaften mit Portalen
eingegangen, um den Erfolg ihres Online-Angebots zu fördern. Lloydstsb.com
schloss eine Kooperation mit Lycos, Nationwide.co.uk mit Excite und
Natwest.com mit Yahoo.
In Deutschland ist die Reichweite von Wirtschafts- und Finanzseiten in den
letzten zwölf Monaten ngestiegen,jedoch nicht so stark wie in Frankreich oder
Großbritanien. Während im Mai vergangenen Jahres 30 Prozent aller deutschen
Online-User Wirtschafts- und Finanzangebote im Netz besuchten, waren es im Mai
dieses Jahres 35,7 Prozent. Dafür verbringen die Deutschen europaweit die längste
Zeit - über eine Stunde im Monat bei Finanzsites. Die Marktforscher führen
dies vor allem auf den Erfolg der deutschen Online- Broker zurück. Deutsche
Surfer verbringen relativ viel Zeit auf Webseiten wie Comdirect.de (60,8
Minuten im Durchschnitt), Consors.de (54,5) oder Diraba.de (93,8). Aber auch
die traditionellen Banken holen auf. Die Deutsche Bank 24 und das
Online-Angebot der Postbank stehen im Ranking der meistgenutzten Finanzsites
an vierter und fünfter Stelle.
Laut Patricia Lüer, Analystin bei Jupiter MMXI, regeln die Europäer ihre
Finanzen gern online. Die im Web erfolgreichsten Banken und Finanzanbieter benötigen
ein stets aktualisiertes Angebot, um Nutzer anzulocken und an sich zu binden.
In Zukunft allerdings wird sich der im Web kostenlos verfügbare Content
reduzieren, so Lüer. Finanzdienstleister werden das Bereitstellen
hochwertiger Inhalte, wie zum Beispiel ausführlicher Hintergrundinformationen
oder Aktienkurse in Echtzeit, in Rechnung stellen müssen, so die
Marktforscher.
VKI: Online-Brokerage kann teuer werden
Orderausführung problemlos -Unzureichende Handelszeiten
Wer in Österreich Online mit Wertpapieren handelt, muss mit teilweise
hohen Spesenunterschieden rechnen. Österreichs acht führende Online-Broker
wurden vom Testmagazin "Konsument" http://www.konsument.at
genau unter die Lupe genommen. Die Orderausführung funktionierte zwar
problemlos, doch wurden auch etliche Schwachstellen entdeckt. Diese reichten
von überhöhten Spesen über frühzeitigen virtuellen Ladenschluss bereits um
19.00 Uhr bis hin zu dürftigen Informationen auf den Homepages. Der Verein für
Konsumentenschutz (VKI) rät vor allem Laien, grundsätzlich ihre Finger vom
Online-Brokerage zu lassen.
Als Testpersonen fungierten Schüler einer Handelsakademie im Rahmen ihres
Maturaprojektes. Beim An- und Verkauf der Aktientitel gab es keine Probleme.
Ein Wermutstropfen war jedoch, dass die meisten Anbieter die Wertpapierorder
nicht realtime sondern zeitverzögert (von zwei bis hin zu unvorstellbar
langen 30 Minuten) durchführen. In dieser Zeit kann sich im Wertpapiergeschäft
viel ändern.
Augenfällige Unterschiede zeigten sich bei den Depotgebühren. Die günstigsten
gibt es laut Konsument bei volksbank-direkt http://www.volksbankdirekt.at
und den deutschen Anbietern comdirect http://www.comdirect.de
und ConSors http://www.consors.de
. Deutlich teurer sind dagegen easybank http://www.easybank.at
, CA-DiscountBroker http://www.creditanstalt.co.at/discount_top/0/content.shtml
und Erste s-nettrading http://www.ecetra.com
. S-nettrading sei nicht nur am teuersten, sondern biete im Gegensatz zu den
meisten übrigen Anbietern kaum nützliche Informations- und
Servicebestandteile auf der Homepage, so das Urteil der Schüler. Dieses Manko
müsste dringend ausgemerzt werden. Da beim Online-Kauf keine Beratung
stattfindet, ist der Kunde auf Kurs- und Chartanalysen sowie täglich
aktualisierte Berichte auf der Anbieter-Homepage angewiesen.