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Krebs-Speicheltest
verbessert
Forscher nicht zufrieden mit Genauigkeit
Krebserkrankungen sollen in Zukunft auch mit
nicht-invasiven Methoden rasch erkannt werden: Zielvorgabe war die
Entwicklung eines einfachen Speicheltests um festzustellen, ob ein
Patient an einer Krebserkrankung leidet oder nicht. Forschern der
UCLA University of California in Los Angeles
http://www.ucla.edu
ist es nun gelungen, zumindest einen großen Schritt weiter zu
kommen. Ein Testverfahren an 32 Krebspatienten war ziemlich
zielsicher, berichten die Forscher in der jüngsten Ausgabe des
Wissenschaftsmagazins Clinical Cancer Research
http://clincancerres.aacrjournals.org .
David Wong und sein Team vom Jonsson Comprehensive Cancer Center
haben anders als in vorangegangenen Testsystemen nicht nach
Proteinen gesucht, die von Krebszellen gebildet werden, sondern nach
dem genetischen Messenger für solche Proteine, der so genannten RNA.
Dazu wurden Patienten gesucht, die an Mund-, Zungen- und
Kehlkopfkrebs litten sowie eine gleiche Anzahl von gesunden
Probanden. Alle waren etwa gleich alt und vom selben Geschlecht. Mit
einer Trefferquote von neun von zehn lag das Testergebnis der
Speicheltests recht hoch.
Wong war allerdings nicht zufrieden. "Obwohl 91 Prozent der
Patienten erkannt wurden, blieb immer noch eine von zehn
Erkrankungen unerkannt", so der Forscher, der eine größere Studie
durchführen will, um die Trefferquote zu erhöhen. Eine weitere
Untersuchung mit mehr als 200 Mundkrebs-Patienten ist derzeit schon
in Planung. Auch Brustkrebs soll mit dieser Methode in Zukunft
diagnostiziert werden.
Dass besonders Krebserkrankungen des Mund- und Rachenraumes
frühzeitig erkannt werden, hat mehrere Gründe: Einerseits sind diese
Erkrankungen durch Alkohol- und Nikotinabusus im Steigen begriffen,
andererseits bedeutet eine Früherkennung wesentlich bessere
Heilungs- und damit Überlebenschancen. |

Verbesserter Test zur Erkennung von Blasenkrebs
Poteintest liefert innerhalb einer Stunde ein Ergebnis
Wissenschafter des M.D. Anderson Cancer Center
http://www.mdanderson.org haben einen schnelleren, billigeren und
zuverlässigeren Test zur Erkennung von Blasenkrebs entwickelt. Der Test, der
Ergebnisse innerhalb einer Stunde liefert, erkennt ein Protein im Urin, das
auf das Vorhandensein eines Tumors hinweist. Derzeit werden Labortests zur
Erkennung eingesetzt. Dabei stehen die Ergebnisse fallweise erst innerhalb
von einigen Tagen zur Verfügung. Die Forscher erklärten gegenüber dem
Journal of the American Medical Association,
http://jama.ama-assn.org dass der neu entwickelte Test Menschenleben
retten kann. Tests wurden laut BBC bisher mit 1.331 Personen durchgeführt.
Die Forscher luden Patienten zur Teilnahme an einer Testserie ein, die in
Verdacht standen an Blasenkrebs erkrankt zu sein. Ausgegangen wurde dabei
von Risikofaktoren wie Blut im Urin und Rauchen. Urinproben von allen
Patienten wurden gesammelt. Die Hälfte der Proben wurde für Tests nach dem
Protein NMP22 eingesetzt. Die restlichen Proben wurden für konventionelle
zytologische Tests verwendet, die nach abnormen Zellen im Urin suchen.
Zusätzlich wurde eine Blasenspiegelung durchgeführt. Es wird befürchtet,
dass Blutungen und Entzündungen dazu führen können, dass bei diesem
Verfahren Tumore verdeckt sein können und daher übersehen werden. Aus diesem
Grund können weitere Tests erforderlich werden.
Die Kombination einer Blasenspiegelung mit den NMP22-Tests erkannte 93,7
Prozent der Erkrankungen. Im Vergleich mit 88,6 Prozent, die durch die
Blasenspiegelung alleine diagnostiziert wurden. Wiederholte
Blasenspiegelungen ermöglichten die Erkennung der restlichen
Krebserkrankungen. Bei 79 Teilnehmern wurden Blasentumore festgestellt.
Insgesamt stellte der NMP22-Test bei 44 Personen eine Krebserkrankung fest.
Das entspricht 55 Prozent der Erkrankten. Der zytologische Test machte bei
12 der 76 Getesteten, 16 Prozent, eine Erkrankung erkennbar. Der leitende
Wissenschafter Barton Grossman erklärte, dass der neue Test viele Leben
retten könne. Er sprach sich für einen Einsatz in Kombination mit einer
Blasenspiegelung aus. "Keines der Verfahren ist 100 Prozent sicher. Daher
empfiehlt sich eine Kombination."

Immunzellen werden zu
Krebskillern
Forscher programmieren T-Zellen genetisch
Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität
Mainz
http://www.uni-mainz.de haben die Grundlage für die Entwicklung
einer neuartigen Immuntherapie bösartiger Tumorerkrankungen beim
Menschen geschaffen: Mithilfe von genetischer Programmierung werden
Immunzellen zu wirksamen "Krebs-Killern". Über die
Forschungsergebnisse berichten die Mediziner im Fachmagazin Immunity
http://www.immunity.com .
Gesunde Zellen, die sich in Krebszellen umbilden, erzeugen bzw.
präsentieren sich mit großen Mengen an Proteinen, die "Tumor- und
Leukämie-assoziierte Antigene" (TAA) genannt werden. Obwohl die
Immunzellen diese TAAs erkennen und identifizieren, war es bislang
schwierig, auf der Basis dieses Prozesses Immuntherapien für
Krebspatienten zu entwickeln. Denn viele gesunde Zellen produzieren
ebenfalls kleine Mengen von TAAs, die der menschliche Körper zu
einem gewissen Maß toleriert, was ihn insgesamt von einer heftigen
Immunabwehr abhält.
Dem Team des Hämatologen und Onkologen Matthias Theobald ist es nun
gelungen, die Immuntoleranz der TAAs im menschlichen Körper zu
umgehen. Die Forscher haben sich insbesondere auf das "p53 tumor
suppressor protein", das bei Tumorerkrankungen meist verändert ist,
konzentriert. P53 wird aber im Körper deswegen toleriert, da auch
normale Zellen geringe Mengen von natürlichem p53 erzeugen. Dem
Forscherteam ist es gelungen, Mäuse zu züchten, die genetisch so
verändert waren, dass deren gewöhnlichen CD8-T-Killerzellen die
Fähigkeit zur Entwicklung einer Immuntoleranz gegenüber dem
p53-Protein fehlte. Gleichzeitig erzeugten sie einen
"Immunzell-Rezeptor (T-Zellrezeptor)", der speziell das p53 mit
ungewöhnlich hoher Effizienz identifiziert. Die Gene für diesen
Rezeptor wurden dann auf die menschlichen Immunzellen übertragen und
führten zu neu ausgerichteten Immunzellen, die die Tumorzellen
aggressiv angriffen.
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Mehr als 4.400
klinische Krebsstudien online verfügbar
Freier Zugang zu Forschungsergebnissen der
Bereiche Hämatologie/Onkologie
Mehr als 4.400 randomisierte klinische und
kontrolliert klinische Studien speziell aus den Fachbereichen der
Hämato- und Onkologie sind ab sofort online verfügbar. Die in der
Datenbank
http://medsun1.zbmed.uni-koeln.de/webOPAC/chmgDe.html
enthaltenen Studien stammen aus dem Specialised Trials Register der
Cochrane Haematological Malignancies Group
http://www.chmg.de
, einem Studienregister, das größtenteils fachlich relevante
Studien aus Medline und Abstracts aus medizinischen
Fachzeitschriften beinhaltet, berichtet die Deutsche
Zentralbibliothek für Medizin (ZB MED)
http://www.zbmed.de
.
Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Informationsnetzes, in
dem wichtige Daten und Informationsquellen der beiden Fachgebiete
gesammelt, aufbereitet und Forschern und behandelnden Ärzten
weltweit zur Verfügung gestellt werden. Das Projekt, das einen
kostenfreien Zugang zu den Studien ermöglicht, wird von der
Deutschen-Forschungs-Gesellschaft DFG und dem Bundesministerium für
Bildung und Forschung BMBF gefördert.
Die Cochrane Collaboration, ein internationaler Zusammenschluss von
Ärzten, Gesundheitswissenschaftlern und Patientenverbänden, hat es
sich zur Aufgabe gemacht, systematische Übersichtsarbeiten, die so
genannten Cochrane Reviews, zu einer bestimmten Fragestellung auf
der Basis von randomisierten klinischen Studien nach festgelegten
Kriterien zusammenzustellen.
Die 1969 gegründete Deutsche Zentralbibliothek für Medizin ist die
größte medizinische Fachbibliothek Europas. Sie ist die zentrale
Fachbibliothek für Medizin, Gesundheitswesen, Ernährung, Umwelt und
Agrarwissenschaften für die Bundesrepublik Deutschland. Die
Zentralbibliothek für Medizin wird vom Bund und von den Ländern
gemeinsam finanziert und ist Mitglied der Wissenschaftsgemeinschaft
Gottfried Wilhelm Leibniz. Aufgabe der Bibliothek ist die
Beschaffung, Erschließung und Bereitstellung wissenschaftlicher
Literatur und elektronischer Medien zu den Fachgebieten. Die neue
Datenbank stellt einen ersten Baustein in der Entwicklung des
Projektes "Themenorientiertes Informationsnetz
Hämatologie/Onkologie" dar und soll zur Verbesserung der
Informationsversorgung auf diesen Teilgebieten der Medizin für die
Forschung und Krankenversorgung beitragen. |

Säure des Olivenöls
verringert Krebsrisiko
Werte des entscheidenden Gens Her-2/neu sinken
Wissenschafter der Northwestern University
http://www.northwestern.edu haben nachgewiesen, warum eine an
Olivenöl reiche Ernährung das Risiko einer Erkrankung an Brustkrebs
verringert. Entscheidend ist die Ölsäure. Labortests mit
Brustkrebszellen zeigten, dass diese Säure die Werte des Gens
Her-2/neu deutlich reduzierte, das für die Entstehung der Krankheit
verantwortlich gemacht wird. Die Ergebnisse der Studie wurden in den
Annals of Oncology
http://annonc.oupjournals.org veröffentlicht. Vertreter von
Cancer Research UK und Breakthrough Breast Cancer forderten laut BBC
eine genauere Erforschung.
Ölsäure verringerte die Werte von Her-2/neu, das bei mehr als einem
Fünftel der Brustkrebspatientinnen in großen Mengen nachgewiesen
wurde. Dieses Gen wird mit sehr aggressiven Tumoren und schlechten
Heilungschancen in Verbindung gebracht. Die Ölsäure unterdrückte
nicht nur die Aktivität des Gens, sie verbesserte auch die Wirkung
des Medikaments Herceptin. Der leitende Wissenschafter Javier
Menendez erklärte, dass diese Ergebnisse epidemiologischer Studien
bestätigten, die zeigten, dass die mediterrane Ernährung eine
deutlich schützende Wirkung gegen Krebs, Herzerkrankungen und
Alterung hat. Es sei denkbar, dass Olivenöl eine Resistenz gegen
Herceptin bei Patientinnen mit hohen Her-2/neu Werten verzögern oder
verhindern könne. Menendez betonte jedoch, dass Laborergebnisse
nicht immer direkt auf die klinische Praxis umgelegt werden können.
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Alkohol stimuliert
Tumorwachstum
Ethanol wirkt auf Wachstumsprotein von
Blutgefäßen
Zum ersten Mal haben Wissenschaftler anhand eines
Modells demonstriert, wie Alkohol das Tumorwachstum stimuliert. Die
Studie, die am 15. Januar im Magazin CANCER
http://www.interscience.wiley.com/cancer-newsroom publiziert
wird, kommt zu dem Ergebnis, dass Alkohol die Produktion eines
Wachstumsfaktors vorantreibt, der die Entwicklung von Blutgefäßen in
Tumoren stimuliert, und dass die chronische Zufuhr von Ethanol die
Tumorgröße steigert, ebenso wie die angiogenen Faktoren und den
Gefäßendothelwachstumsfaktor (VEGF).
Epidemiologische Beweise aus über 100 Jahren Forschung haben Alkohol
mit einem erhöhten Risiko für Krebse des Magens, der Speiseröhre,
der Leber, der Brust und des Dickdarms in Verbindung gebracht. Es
ist den Wissenschaftlern bislang aber nicht gelungen, ein adäquates
Modell zu entwickeln, um zu erklären, wie Ethanol oder das
Stoffwechselprodukt von Ethanol auf die Entstehung eines Krebses
wirken. Hypothesen zu diesem Thema sind im Überfluss vorhanden und
inkludieren so unterschiedliche Theorien wie die Karzinogenität von
Acetaldehyd, Ungleichgewicht der Ernährung, beeinträchtigter
Stoffwechsel, Aktivierung präkanzeröser Enzyme und die Unterdrückung
des Immunsystems.
Die aktuellen Daten haben gezeigt, dass Ethanol die zellulare
Produktion von VEGF, eines fürs Wachstum der Blutgefäße wichtigen
Proteins, speziell bei Tumoren, erhöht. Jian-Wei Gu vom Medical
Center der University of Mississippi
http://www.umc.edu/
untersuchte die möglichen Mechanismen zwischen
ethanol-induziertem Blutgefäßwachstum und VEGF anhand von
Hühnerembryos. Die Forscher setzten mit Fibrosarkomen geimpfte
Hühnerembryos für neun Tage entweder einer Salzlösung oder
physiologisch relevanten Niveaus von Ethanol aus. Im Vergleich mit
der Salzkontrollgruppe kam es bei den Ethanolembryos zu einem
Anstieg der Tumorgröße, der Dichte der Tumorblutgefäße, der
Infiltration der Blutgefäße mit Krebszellen und der VEGF-Niveaus.
Tumorgröße und intratumorale Gefäßgröße hatten sich mehr als
verdoppelt. Die Embryos, die dem Ethanol ausgesetzt waren, zeigten
eine achtmal so hohe Invasion der Blutgefäße mit Krebszellen. Die
Autoren der Studie sagten, ihre Erkenntnisse "unterstützten die
Hypothese, dass durch den Konsum alkoholhaltiger Getränke
zugeführtes Ethanol einen wichtigen Mechanismus bei der Entstehung
von Krebs darstellt." |

Anstieg von Krebs bei
Kindern
Überlebensraten haben zugenommen
Die Rate von Krebserkrankungen bei Kindern ist im
Laufe der vergangenen drei Dekaden leicht gestiegen. Die
International Agency for Research on Cancer
http://www.iarc.fr/
in Frankreich hat Daten aus 19 europäischen Ländern untersucht.
Die Forscher stellten fest, dass die Krebsraten zwischen den 1970er
und den 1990er Jahren für Kinder um ein Prozent und für Jugendliche
um 1,5 Prozent gestiegen sind.
Die Wissenschaftler sagten, es könne kein einzelner Faktor für
diesen Anstieg verantwortlich gemacht werden, die Gründe seien
wahrscheinlich hoch komplex. Sie vermuten, dass ein Kontakt mit
Infektionen und Veränderungen im Geburtsgewicht eine Rolle spielen,
ebenso wie die Mischung verschiedener Populationen. Der Anstieg
könne zum Teil auch durch eine bessere Diagnostizierung der
Krankheit und genauere Aufzeichnungen erklärt werden. Insgesamt
analysierten die Experten 113.000 Krebse bei Kindern und 18.000
Krebse bei Jugendlichen. Die Eintrittswahrscheinlichkeit war 140 pro
Mio. bei Kindern und 157 pro Mio. bei Heranwachsenden.
Die Zunahme betraf bei Kindern praktisch alle Tumortypen. Bei
Jugendlichen wurden die größten Veränderungen bei folgenden
Krebsarten festgestellt: Karzinome, die sich im Gewebe rund um
Organe entwickeln, wie der Haut, der Gebärmutter, der Lunge oder der
Brust; Lymphome, die sich im Lymphsystem entwickeln, wie das
Hodgkins-Syndrom; Weichteilsarkome, die im Muskel-, Fett- oder
Fasergewebe, Blutgefäßen oder anderem Gewebe beginnen.
Keimzelltumore, die sich in den Hoden oder Eierstöcken entwickeln;
Tumore des Zentralnervensystems.
Über drei Dekaden sind die Überlebensraten für fünf Jahre wesentlich
gestiegen, auf 75 Prozent für Kinder in Westeuropa und 64 Prozent
für Kinder in Osteuropa. Krebs ist aber nach wie vor bei Kindern
eine seltene Erkrankung. Die meisten Kinder mit Krebs leben in
Entwicklungsländern. Die meisten von ihnen sterben aufgrund
unzureichender medizinischer Versorgung. |

Blockade eines Enzyms
stoppt Krebserkrankung
Krebs kann sich ohne uPA nicht ausbreiten
Das Blockieren eines bestimmten Enzyms könnte
ausreichend sein, um die Ausbreitung von Krebs im Körper zu
kontrollieren. Zu diesem Ergebnis ist eine Studie der Kobenhavns
Universitet
http://www.ku.dk/english gekommen. Die Wissenschafter gehen
davon aus, dass diese Forschungsergebnisse zu neuen
Behandlungsansätzen führen und die Anzahl der notwendigen
Chemotherapien entscheidend reduzieren werden. Die Ausbreitung von
Krebs wurde bei sechs von sieben gentechnisch veränderten Mäusen
erfolgreich gestoppt. Diese Tiere wurden so gezüchtet, dass ihnen
das Enzym urokinase Plasminogen Activator (uPA) fehlte. Die
Ergebnisse der Studie wurden im International Journal of Cancer
http://www3.interscience.wiley.com/cgi-bin/jhome/29331
veröffentlicht.
Krebs kann sich ohne uPA nicht ausbreiten. Der Körper selbst braucht
es laut BBC für seine normale Funktion jedoch nicht. Diese These
wurde durch die aktuellen Forschungsergebnisse bestätigt, die
ergaben, dass die Mäuse in keiner Weise durch das Fehlen des Enzyms
litten. Der leitende Wissenschafter Morten Johnsen erklärte, dass es
möglich sein sollte, das Enzym zu blockieren und so die Ausbreitung
von Krebs ohne die derzeit üblichen starken Nebenwirkungen zu
kontrollieren. Der nächste Schritt sei die Entwicklung eines
entsprechenden Medikaments, das bei Mäusen wirkt. Erst dann sei an
Tests mit menschlichen Patienten zu denken.
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Krebsmittel aus
Meeresschwämmen
Biotechnologie vom Ozeanboden
Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts für
Chemische Ökologie und des Instituts für Molekulare Biotechnologie
haben in Meeresschwämmen chemische Abwehrstoffe entdeckt, die sich
als Krebsmedikamente der Zukunft eignen könnten. Bisher scheiterte
das Vorhaben an der geringen Menge an Wirkstoffen. Den deutschen
Forschern ist aber gelungen, auch in den Bakterien, die in Symbiose
mit den Schwämmen leben, die Wirkstoffe zu finden, berichtet die
Max-Planck-Gesellschaft
http://www.mpg.de
.
Sesshafte Meeresschwämme setzen, ähnlich wie Pflanzen, chemische
Abwehrstoffe zur Verteidigung gegen ihre Feinde ein. Diese
Substanzen besitzen nicht selten nützliche und therapeutische
Eigenschaften und gelten daher als wichtige Kandidaten für
zukünftige Arzneimittel. Eine Entwicklung bis zur Produktreife ist
aufgrund der geringen Mengen, die aus den Schwämmen gewonnen werden
können, noch immer ein großes Problem. Den Forschern um den Chemiker
Jörn Piel ist es nun gelungen, die marinen Wirkstoffe namens
Onnamide auch bei symbiotisch lebenden Bakterien des Steinschwammes
Theonella swinhoei zu finden. Die mit dieser Untersuchung
einhergehende Klonierung der dazugehörigen bakteriellen Gene
ermöglicht in Zukunft die Herstellung der bioaktiven Polyketide im
Großmaßstab, berichten die Wissenschaftler im Fachmagazin
Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS
http://www.pnas.org
.
In den Bakterien konnten die Wissenschaftler die chemischen
Abwehrstoffe Onnamid A und Theopederine entdecken. Onnamide gehören
zur Stoffgruppe der Polyketide, eine in marinen Wirbellosen wie etwa
Schwämme und Manteltiere besonders häufige und sonst nur aus
Mikroorganismen und Pflanzen bekannte Wirkstoffklasse. Sowohl die
Onnamide als auch die Theopederine sind stark zytotoxisch und kommen
als zukünftige Anti-Tumor-Wirkstoffe in Frage. Dafür sind allerdings
größere Mengen der Stoffe erforderlich. Eine Zucht der Lebewesen ist
bisher nur sehr beschränkt gelungen. Piels Team ist es auch
gelungen, einen Weg zu finden, die Wirkstoffe für weitere
Untersuchungen aufzubereiten, indem sie aus den nicht kultivierbaren
Bakterien diejenigen Gene, welche die Erbinformation für den
Stoffwechselweg der Onnamide tragen, klonierten.
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Krebswachstum im Darm
gestoppt
Medikament wird zuerst an Mäusen getestet
Wissenschafter der Vanderbilt University
http://www.mc.vanderbilt.edu haben ein Verfahren gefunden, wie sie
das Wachstum von Darmkrebs hemmen können. Die Entfernung eines
"Zellschalters" bei Mäusen stoppte das Wachstum von Läsionen im Darm,
die im Laufe der Zeit kanzerös werden können. Das Team hofft, dass ein
in Frankreich entwickeltes Medikament, das diesen Schalter blockiert,
auch beim Menschen wirksam ist. Geplant ist dieses Medikament zuerst an
Mäusen zu testen. Die Ergebnisse der Studie wurden in dem Fachmagazin
Cancer Cell
http://www.cancercell.org veröffentlicht.
Zellen verfügen über Rezeptoren, die ein- und ausgeschalten werden
können um verschiedene Vorgänge im menschlichen Körper zu kontrollieren.
Es wird angenommen, dass der Rezeptor PPARdelta für die Entstehung von
Läsionen des Darmgewebes wie Polypen verantwortlich ist. Darmpolypen
sind grundsätzlich harmlos. Sie können jedoch kanzerös werden und zur
Entstehung von Darmkrebs führen. Die hormonähnliche Substanz
Prostaglandin E2 (PGE2) wurde ebenfalls mit der Entstehung von Polypen
und Darmkrebs in Zusammenhang gebracht. Das Team um Raymond DuBois
untersuchte die Wechselbeziehungen zwischen diesen Rezeptoren und
Substanzen bei Mäusen.
Die Forscher züchteten Mäuse mit einer bestimmten genetischen Mutation,
die die Tiere anfällig für Darmpolypen machte. Kamen diese Mäuse mit
PGE2 in Kontakt, wiesen sie deutlich mehr Polypen als normal auf. Diese
Tiere wurden in der Folge mit Mäusen gekreuzt, denen ein Gen für
PPARdelta fehlte. Die Forscher gingen davon aus, dass der Nachwuchs
Polypen bekommen würde. Diese Polypen sollten jedoch keine PPARdelta
Rezeptoren enthalten. Wurden diese Tiere PGE2 ausgesetzt, entwickelten
sie eine normale Anzahl von Polypen. Damit sei nachgewiesen, dass
PPARdelta für PGE2 wichtig ist, um das Polypenwachstum und damit auch
das des Krebses zu fördern. Laut DuBois kann man sich jetzt auf die
entscheidenden Bereiche konzentrieren. |

Darmkrebs: Ärztekammer rät zur Vorsorgeuntersuchung
Früherkennung ist lebensrettend - 30 Prozent der Fälle
familiär bedingt
Die beste Methode sich vor einer Darmkrebserkrankung zu
schützen, ist die regelmäßige Untersuchung. Darmkrebs zählt zu den am besten
erforschten menschlichen Krebsarten. Bei frühzeitiger Diagnose sind mehr als
90 Prozent der Fälle heilbar. Zu diesem Ergebnis kommt der Wiener
Ärztekammerpräsident Walter Dorner
http://www.aekwien.at anlässlich einer Podiumsdiskussion im Rahmen des
Darmkrebstages im Wiener Rathaus.
"Die meisten Darmkrebsfälle betreffen Menschen ab dem 50. Lebensjahr, da sich
im höheren Alter die Wahrscheinlichkeit für bleibende Genmutationen erhöht,
die zu Darmkrebs führen können", erklärt Dorner. Aber auch jüngere Menschen
sind davon betroffen. "Ungefähr 90 Prozent der Darmkrebserkrankungen entstehen
aus zunächst gutartigen Darmpolypen", führt der Experte aus. Um die Erkrankung
so früh wie möglich zu erkennen, rät der Experte zu einer Vorsorgeuntersuchung
ab dem 40. Lebensjahr. "Menschen mit familiärem Risiko sollten aber schon sehr
viel früher an einem speziellen und intensiven Vorsorgeprogramm teilnehmen",
betonte der Ärztekammerpräsident. Nach Studien sind ungefähr 30 Prozent aller
Darmkrebsfälle familiär bedingt.
Zu den Untersuchungsmethoden meinte Dorner, dass der Okkultbluttest auf
verstecktes Blut im Stuhl Hinweise auf Polypen und Tumore im gesamten
Darmbereich gebe. Darmpolypen sind gutartige Wucherungen der Darmschleimhaut,
die sich im Laufe der Zeit zu bösartigem Darmkrebs entwickeln können
"Endgültige Klarheit gibt die Darmspiegelung, bei der der komplette End- und
Dickdarm auf Schleimhautveränderungen abgesucht werden kann", führt Dorner
aus. Diese Untersuchung sei die einzige Untersuchungsmethode, bei der auch
kleine Veränderungen der Darmschleimhaut erkannt werden können. Der Experte
rät zum Okkultbluttest ab dem 40. Lebensjahr, so wie er auch Bestandteil des
Vorsorgeprogramms der Krankenkasse ist.
Im Zusammenhang mit dem Thema Gesundenuntersuchung kritisiert der
Ärztekammerpräsident die Zahl der Vorsorgeuntersuchungen, die in Wien nach wie
vor unter zehn Prozent liegt. Diese Zahlen müssten deutlich erhöht werden.
"Die Erfahrungen aus speziellen Vorsorgeprogrammen aller Gesundheitspartner
wie beispielsweise das Mammografie-Vorsorgeprogramm der Gemeinde Wien, der
Wiener Gebietskrankenkasse und der Ärztekammer für Wien sind laut Dorner
"eindrucksvolle Beweise dafür, dass man mit gezielten Aktionen sehr wohl eine
Einstellungsänderung bei der Bevölkerung in punkto Vorsorge bewirken kann".

Leuchtmoleküle geben Krebswarnung
Fluoreszenz entlarvt Gefekte im Tumorwächter-Gen-p53
Der Wunsch
nach einer schnellen, einfachen und kostengünstigen Routinemethode zur
Früherkennung von Krebserkrankungen für bessere Heilungschancen ist hoch. Ein
von Heidelberger Forschern entwickeltes diagnostisches Verfahren könnte diese
Wünsche erfüllen. Verwendet wird ein fluoreszierendes Molekül, das Defekte im
Gen p53, das auch als "Wächter des Genoms" bezeichnet wird, entlarvt. Die
Ergebnisse werden in der kommenden Ausgabe des Fachblatts "Angewandte Chemie"
http://www.angewandte.org publiziert.
Das Gen p53 verhindert, dass aus einer gesunden Zelle eine Tumorzelle wird:
Wird das Erbgut beschädigt, "liest" die Zelle diese Gen vermehrt ab. Das
Genprodukt, das p52-Protein, hemmt die Zellteilung, bis der Schaden repariert
ist. Ist der Schaden irreparabel, stirbt die Zelle ab und ein unkontrolliertes
Wachstum entarteter Zellen wird verhindert. Hat p53 selbst einen Defekt, wird
es gefährlich, da es seine "Wächter-Funktion" nicht mehr erfüllen kann.
Nach Angaben von Markus Sauer vom Physikalisch-Chemischen Institut
http://www.pci.uni-heidelberg.de ist es bekannt, dass bei 60 bis 80
Prozent aller Tumore Mutationen im Gen p53 auftreten. Da dann die p53-Proteine
nach einer falschen "Anleitung" zusammen gebaut werden, reagiert das
Immunsystem mit der gerichteten Bildung von Autoantikörpern. Das Auftreten von
p53-Autoantikörpern im Blutserum deutet mit einer fast 100-prozentigen
Sicherheit auf eine Tumorerkrankung hin. Die Antikörper richten sich gegen
zwei bestimmte kurze Abschnitte an einem Ende des Proteins. Hier setzten die
Wissenschaftler an: Sie bauten die Sequenzen nach und versahen sie mit einem
Fluoreszenzfarbstoff. Beide so konstruierten Fluoreszenzsonden binden an die
p53-Autoantikörper.
Ist kein Antikörper in der Nähe, besitzen die Sonden eine Schleifenform, da
sich das Farbstoff-Ende an eine andere Stelle anheftet: Der Farbstoff leuchtet
in diesem Zustand nicht. Ist ein Antikörper vorhanden, binden sich die Sonden
an diesen. Die Schleifenstruktur wird aufgehoben. Der Farbstoff leuchtet bei
Laserlicht-Bestrahlung. Mit hochempfindlichen fluoreszenzmikroskopischen
Verfahren könne einzelne dieser "Leuchtmoleküle" in einem winzigen
Blutstropfen binnen Minuten nachgewiesen werden. Sauer erhofft sich durch das
neue Verfahren weniger falsch-positive Ergebnisse und neue diagnostische Wege
zur Früherkennung von Krebs und der Verlaufskontrolle von Tumortherapien.

Aussichtsreicher Prototyp für Krebstherapeutika entdeckt
Substanz LY83583 löst vorzeitige Zellalterung aus
Zellen, deren genetische Information (DNA) beschädigt wurde, werden durch
verschiedene Zellmechanismen an der Vermehrung gehindert. Es bilden sich keine
Tumore, die den Organismen schädigen. Die Zellen können sich durch den
programmierten Zelltod (Apoptose) selbst zerstören oder durch vorzeitige
Alterung (Seneszenz) ihre Zellteilungsaktivitäten einstellen. Forscher des
Max-Planck-Instituts für Biochemie
http://www.biochem.mpg.de
präsentieren jetzt eine Substanz, die Krebszellen quasi frühzeitig "altern"
lässt und damit ihre Zellteilung hemmt. Die Substanz LY83583 könnte eine neue
Form von Tumortherapeutika sein. Laut Forschern hätte diese gegenüber der
herkömmlichen Chemotherapie den Vorteil, dass sie die DNA gesunder Zellen des
Organismus nicht schädigt. Die Ergebnisse wurden im Journal of Clinical
Investigation http://www.jci.org
publiziert.
Dimitri Lodygin, Antje Menssen und Heiko Hermeking aus der Arbeitsgruppe
Molekulare Onkologie
http://www.biochem.mpg.de/hermeking konzentrierten sich bei der Suche nach
einer Substanz, die den Zustand der Seneszenz in Tumorzellen auslöst, ohne
dabei DNA-Schädigungen hervorzurufen, auf die Signalkette in alternden Zellen.
Die Forscher kultivierten menschliche Bindegewebszellen über einen Zeitraum
von etwa 75 Zellteilungszyklen, bis sie in den Zustand der Seneszenz
übergingen. Mit Hilfe so genannter Microarrays analysierten die Onkologen,
welche Gene in diesem Zustand aktiv oder gehemmt sind. Dabei fanden sie unter
den aktivierten Genen einige bereits bekannte Tumorsuppressor-Gene, also Gene,
die die Entstehung von Tumoren hemmen.
Parallel wurden Untersuchungen zur Seneszenz-spezifischen Genaktivität an
Prostata-Epithelzellen durchgeführt. Diese Ergebnisse wurden bereits in der
Zeitschrift Cancer Research veröffentlicht. Auch hier waren die
Wissenschaftler auf Tumorsuppressor-Gene und weitere, die Zellteilung
unterdrückende Gene gestoßen, die spezifisch im Zuge des Alterungsprozesses
aktiviert werden. Gene, die zellteilungsfördernd wirken, wurden dagegen
während der Seneszenz nur vermindert abgelesen. Einige dieser Gene enthalten
die Information zur Bildung von Enzymen.
Genau darin sehen die Forscher attraktive Zielstrukturen für neue
Krebstherapeutika: Sollte es möglich sein, genau diese Enzyme, die während der
Seneszenz vermindert gebildet werden, durch spezifische Wirkstoffe vollkommen
auszuschalten, könnte es unter Umständen gelingen, die vorzeitige Alterung in
Tumorzellen gezielt auszulösen. Zu den während der Seneszenz vermindert
gebildeten Enzymen gehört die Guanylat-Zyklase. Ein Hemmstoff für dieses Enzym
ist die Substanz LY83583 – und hinter ihr verbarg sich, wie Lodygin
herausfand, tatsächlich ein die Seneszenz auslösender Wirkstoff. Der Test an
Zellkulturen von verschiedenen Tumortypen zeigte: LY83583 hemmt nicht nur die
Zellteilung von Brust- und Dickdarmkrebszellen, sondern auch von Zellen des
gefürchteten, weil schnell zum Tode führenden malignen Melanoms (schwarzer
Hautkrebs). Darüber hinaus fanden die Krebsforscher, dass durch LY83583 in
Abwesenheit eines bestimmten Signalmoleküls, in den Tumorzellen keine
Seneszenz, sondern der programmierte Zelltod ausgelöst wird. Dieser Effekt
macht LY83583 zu einer attraktiven Ausgangssubstanz für die Entwicklung eines
tumorspezifischen Therapeutikums.

Injizierter Knochenzement lindert Schmerzen bei
Krebspatienten
Perkutane Vertebroplastie bei vorerst 23 Patienten
erfolgversprechend
Mediziner der Sunnybrook Regional Cancer Centre in Toronto (TSRCC)
http://www.sunnybrookandwomens.on.ca haben Krebspatienten erfolgreich eine
knochenzementartige Substanz gegen Schmerzen injiziert. Der lähmende Schmerz
wurde durch die Ausbreitung des Tumors auf die Wirbelsäule oder durch
Osteoporose ausgelöst. Bisher wurde die Behandlung bei 23 Patienten
durchgeführt.
Der Fachausdruck dafür heißt perkutane Vertebroplastie. Dabei wird
Knochenzement wird in den Wirbelkörper injiziert, der sich nach wenigen
Minuten verfestigt und zu einer inneren Stabilisierung der Fraktur führt.
"Einige Patienten berichteten von einer sofortigen Schmerzbesserung nach dem
Eingriff", erklärte der Neuroradiologe Gordon Cheung. Auch ihre Lebensqualität
habe sich verbessert und die schmerzbedingte Medikamenten-Einnahme konnte
verringert werden.
Dem semi-invasiven Eingriff gehen eine Computertomographie sowie eine
MRI-Untersuchung voran. Dadurch wird sichergestellt, dass der Schmerz vom
Tumor oder von einer Fraktur in einem Wirbelkörper stammt. Während der
Injektion einer Esslöffel-großen Menge des Zements erhält der Patient eine
Lokalanästhesie und kann noch am selben Tag das Krankenhaus verlassen.
Knochenschmerzen durch Metastasen sind die häufigste Schmerzform, für die
Krebspatienten eine Behandlung benötigen.
Die perkutane Vertebroplastie ist ein Verfahren, das zunehmend als
therapeutische Option für Patienten eingesetzt wird, denen durch konservative
Maßnahmen nicht geholfen werden kann. Das Verfahren wurde ursprünglich in den
80er Jahren in Frankreich zur Behandlung von Wirbelsäulentumoren und
-metastasen entwickelt. Es wurde in den letzten Jahren v. a. in den USA primär
zur Behandlung von osteoporotischen Wirbelsäulenfrakturen weiterentwickelt.

Darmkrebs-Vorsorge senkt Mortalitätsrisiko um die Hälfte
Krebsforscher ermutigen zur rechtzeitigen Untersuchung ab 50
Rund 5.000 Menschen erkranken in Österreich jährlich an Darmkrebs. Rund 50
Prozent davon sterben an den Folgen dieser Erkrankung. Mediziner meinen, dass
rechtzeitige Krebsvorsorge-Untersuchungen gerade bei dieser Krebsart viele
Menschenleben retten können. Das erklärten Mediziner der Österreichischen
Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH)
http://www.oeggh.at heute,
Mittwoch, bei der Pressekonferenz "Todesfalle Darmkrebs".
"Sowohl bei Frauen als auch bei Männern nimmt das Colon-Karzinom hinter dem
Brustkrebs bei der Frau und dem Lungenkrebs beim Mann Position zwei in der
Häufigkeit ein. Somit ist es die häufigste Krebsart, an der beide Geschlechter
erkranken können", so Christian Müller von der Uni-Klinik für
Gastroenterologie am AKH-Wien. Das Risiko in Österreich an Darmkrebs zu
erkranken liege bei ca. sechs Prozent, das Sterberisiko bei drei Prozent.
"Damit liegt unser Land aber leider im oberen Drittel der EU-Staaten, etwa
vergleichbar mit den Niederlanden und Deutschland", so der Mediziner. Deutlich
weniger Fälle gibt es in den Mittelmeerländern sowie in Schweden und Finnland.
Diese Zahlen legen nahe, dass im Bereich der Vorsorge zur Früherkennung klare
und deutliche und rasche Maßnahmen zu setzen wären. Dazu zähle, so Müller, das
Screening, das durch eine Kolonoskopie alle zehn Jahre ab dem 50. Lebensjahr
erforderlich sei.
"Dickdarmkrebs ist gut untersucht und es gibt wohldefinierte Vorstufen, so
genannte Polypen. Diese entwickeln sich langsam. Ihre Entwicklungszeit beträgt
fünf bis sieben Jahre", so Friedrich Renner vom Krankenhaus der Barmherzigen
Schwestern in Ried. Bei 90 Prozent aller Colon-Karzinome finden sich diese
Polypen als Vorform des Krebses. "In einem Pilotversuch des Krankenhauses
Oberpullendorf ist die Sinnhaftigkeit des Screenings zur Krebsfrüherkennung
belegt", so Karl Mach, Mediziner am Krankenhaus Oberpullendorf. 18.000
Menschen wurden dort in die Untersuchung miteinbezogen.
"Nur zehn Prozent der Dickdarm-Karzinome sind erblich bedingt, 90 Prozent
treten spontan auf. In den vergangenen Jahren sind auch zwei prominente
Österreicher dem Darmkrebs zum Opfer gefallen, Robert Hochner und Franz Josef
Hartlauer", so Brigitte Dragosic von Gesundheitszentrum Wien Süd der Wiener
Gebietskrankenkasse. "Das Problem Darmkrebs ist derart evident, dass am 23.
März im Vatikan, der Papst ist ebenso ein betroffener, eine große europaweite
Informationskampagne gestartet wird", erklärt Dragosic, die auch Präsidentin
des ÖGGH ist.

Zuckerketten in Zellhülle hemmen Tumorwachstum
Manipulation der Moleküle als bisher unbekannter Ansatzpunkt
für Krebsmittel
Zuckermoleküle an der Oberfläche von Krebszellen könnten so manipuliert
werden, dass das Tumorwachstum gestoppt wird. Mit zwei molekularen Scheren ist
es Wissenschaftlern des Massachusetts Institute of Technology in Cambridge
http://www.mit.edu gelungen,
Teilstücke der langen Zuckermolekül-Ketten abzuspalten, von denen die einen
hemmend, die anderen auf das Wachstum der Krebszellen aktivierend wirken. Die
Ergebnisse wurden im Fachmagazin Proceedings of the National Academy of
Sciences (PNAS) (Bd. 99, S. 568)
http://www.pnas.org veröffentlicht. Für die Forscher ist die Entdeckung
ein bisher unbekannter Ansatzpunkt für neue Krebsmittel, da bestehende
Behandlungen an anderen Strukturen der Zellhülle ansetzten.
Die Zellhülle besteht aus Proteinen sowie Ketten verschiedener
Zuckerbausteine. Die als Heparansulfatketten bezeichneten Strukturen spielen
durch ihre Zusammensetzung eine wesentliche Rolle für die Zellkommunikation,
indem Informationen nach außen und zwischen den Zellen ausgetauscht werden.
Dem Team um Ram Sasisekharan von der Abteilung für Bioengineering und
Environmental Health
http://web.mit.edu/beh ist es gelungen, mit einer neuen Methode und neuen
Instrumenten die Struktur sowie die Funktion der Heparansulfatketten
aufzuklären. Die Forscher nutzten die Enzyme Heparinase I und Heparinase III
als molekulare Scheren. Mit diesen spalteten sie verschiedene Fragmente von
Zuckerketten aus der Zellhülle ab und beobachteten anschließend den Einfluss
auf das Wachstum der Krebszellen.
Anschließend injizierten sie Mäusen mit Hauttumoren Heparinase I. Das
Tumorwachstum verstärkte sich. Das Enzym Heparinase III hingegegen hemmte das
Wachstum und die Bildung von Metastasen. Das gleiche Bild bot sich, wenn die
Tumorzellen zuerst außerhalb des Körpers mit den Enzymen behandelt und dann
die freigesetzten Zuckerketten injiziert wurden. "Die Zuckerhülle der
Tumorzellen enthält Sequenzen, die das Wachstum sowohl fördern als auch hemmen
können", erklärte Sasisekharan. Es könnte sein, dass der gesunde Körper das
Tumorwachstum hemmt, indem Enzyme hemmende Fragmente aus den Zuckerketten der
Zellhülle herausbrechen. Denkbar sei auch, dass Tumorzellen andere Enzyme
freisetzen, die das Wachstum beschleunigen.
Forscher hoffen auf die Entwicklung neuer gewebsspezifischer Krebsmittel,
da in Abhängigkeit des Gewebetyps der Zuckermantel von Tumorzellen anders
beschaffen ist. Dafür muss aber zuerst die Struktur der wachstumshemmenden
Heparansulfatfragmente im Detail geklärt werden.

Krebsimmuntherapie von igeneon: weiterer Schritt in
Richtung Marktreife
Krebsimpfstoff IGN101 geht in die zweite Klinische Phase
Nachdem die Phase I-Studie die hervorragende Verträglichkeit von IGN101
gezeigt und das immunologische Wirkprinzip bestätigt hat, soll der Impfstoff
nun an der Grazer Universitätsklinik auf seine immunologische Wirksamkeit in
Kombination mit einer Chemotherapie untersucht werden. IGN101 ist eines von
derzeit fünf Produkten von igeneon, die das Immunsystem von KrebspatientInnen
gezielt anregen sollen, gegen Krebszellen vorzugehen.
Bereits in frühen Stadien einer Krebserkrankung haben sich einzelne
Tumorzellen häufig bereits auf andere Organe ausgebreitet und können - oft
erst nach Jahren - das Entstehen und die Ausbreitung von Metastasen
verursachen. Diese sind die Hauptursache für die Sterblichkeit bei Krebs.
igeneon, Österreichs führendes Biotech-Unternehmen mit Schwerpunkt
Krebsimmuntherapie, setzt genau hier an: die Produkte von igeneon sollen die
Metastasenbildung verhindern bzw. verzögern und damit die Lebenserwartung von
KrebspatientInnen erhöhen. Derzeit hat igeneon fünf Produkte in Entwicklung,
drei davon weisen bereits klinischen Status auf und werden an
KrebspatientInnen getestet.
Der Krebsimpfstoff IGN101: mit einem Trick das Immunsystem aktivieren
Die meisten derzeit erprobten Ansätze für Krebsimpfungen bestehen aus
geimpften Krebszellen oder Teilstrukturen von Krebszellen (Tumorantigene). Der
Krebsimpfstoff IGN101 beruht auf einem völlig anderen Prinzip. Er ist kein
Bestandteil einer menschlichen Tumorzelle, sondern besteht aus einem den
Menschen fremden Protein, das jedoch einem Protein an der Oberfläche der
menschlichen Krebszelle ähnlich ist. Der Impfstoff wird nun vom menschlichen
Immunsystem als gefährlich - weil fremd - erkannt, wodurch es mit einer
starken Immunantwort reagiert. "Durch diesen Trick veranlassen wir das
Immunsystem, gegen eine körpereigene Struktur eine effiziente Immunantwort
aufzubauen oder zu verstärken," erklärt Dr. Hans Loibner, Gründer und
Vorstandsvorsitzender der igeneon AG.
IGN101 könnte sehr breit, d.h. für cirka 70% aller Krebsfälle (epitheliale
Krebsformen) - wie Lungenkrebs, Darmkrebs, Magenkrebs, Brustkrebs,
Prostatakrebs, Eierstockkrebs und andere - einsetzbar sein.
Erfolgreiche Phase I-Studie
In einer Phase I-Studie wird vorrangig die Verträglichkeit eines Präparates
(mögliche Nebenwirkungen) erhoben. Gleichzeitig wird aber auch bereits eine
mögliche Wirkung beobachtet. In einer Phase I-Studie in der Klinischen
Abteilung für Onkologie der Medizinischen Universitätsklinik in Graz wurden
2001 erstmals PatientInnen mit IGN101 behandelt. "Es hat sich gezeigt, dass
IGN101 hervorragend verträglich ist und das immunologische Wirkprinzip der
Auslösung einer Immunreaktion bei allen betroffenen PatientInnen in hohem Maße
erreicht werden konnte", erklärt Studienleiter Prof. Hellmut Samonigg, Leiter
der Klinischen Abteilung für Onkologie an der Universitätsklinik Graz.
Phase II-Studie angelaufen
Im Dezember 2001 wurde - ebenfalls in Graz - eine Phase II-Studie begonnen,
um zu evaluieren, inwiefern der Impfstoff seine immunologische Wirksamkeit
auch in direkter Kombination mit Chemotherapie entfalten kann. "Die nunmehr
angelaufene gleichzeitige Gabe von IGN101 mit einer Chemotherapie ist ein
entscheidender Schritt für die Weiterentwicklung des Impfprinzips bei
epithelialen Krebsformen. Die extrem gute Verträglichkeit des Impfstoffes, die
äußerst einfache Anwendung sowie die bereits bewiesene Anregung des
körpereigenen Immunsystems lässt auf einen wesentlichen Fortschritt in der
Behandlung von Krebserkrankungen hoffen," stellt Prof. Samonigg fest.
"Charakteristisch für igeneon ist die zielstrebige Entwicklung der Produkte,
insbesondere in klinischen Untersuchungen, um in möglichst kurzer Zeit
Marktreife erreichen zu können. Eine europäische Zulassung von IGN101 könnte
2004/2005 möglich werden," sagt Hans Loibner.

Genomvergleiche decken Krebs-Viren auf
Software-Programme erleichtern Suche nach fremden Erbgut in
menschlicher DNA
Unter Zuhilfenahme der Daten des menschlichen Genoms und einer speziellen
Software ist es Forschern des Dana Farber Cancer Instituts
http://www.dana-farber.org
gelungen, Krankheits-Gene aufzuspüren. Die Bostoner Tumorforscher fanden im
Erbgut (DNA) von Gebärmutterhals-Krebszellen zwei Gene, die von Viren dorthin
übertragen worden sein müssen. Das Virus gilt als Auslöser von Tumoren, so ein
Bericht in der aktuellen Online-Ausgabe des Fachblatts Nature
http://www.nature.com . Bei
der relativ jungen Methode werden DNA-Abschnitte aus kranken Zellen mit dem
normalen Erbmaterial aus der Genom-Datenbank verglichen. Ein Unterschied
bedeutet die Möglichkeit einer krankhaften Veränderung.
Das Team um Matthew Meyerson verglich 7.000 DNA-Sequenzen aus extrahierten
Gebärmutterhals-Krebszellen. Die in der menschlichen DNA eingefügten
Krankheits-Gene könnten bedeuten, dass das Virus für die Entstehung dieser
Krebsart verantwortlich ist. Der Pathologe Patrick Moore von der Columbia
State University in New York hält die Ergebnisse für vielversprechend. Es sei
zwar bekannt, dass viele Krebsarten und Autoimmunerkrankungen wie z.B.
Diabetes durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden, die Art des Erregers sei
aber größtenteils unbekannt. Die Vergleichsanalysen seien allerdings höchst
aufwendig.
Meyerson nächster geplanter Schritt ist die Anlegung großer
Gen-Bibliotheken von kranken Gewebetypen. Diese sollen Vergleichsanalysen
unterzogen werden. Die Entschlüsselung des menschlichen Genoms hat auch
zahlreiche andere Institute dazu veranlasst, Genom-Analysen an verschiedenen
krankhaften Zellen wie Tumoren durchzuführen. Der Datenscreen erfolgt nicht
mehr mittels Handarbeit, sondern durch spezielle Software-Programme.

Aggressive Bildwerbung auf Zigarettenpackungen schockiert
Kanadische Krebsgesellschaft testet Wirkung der
abschreckenden Gesundheitswarnungen
Werbung mit schockierenden Bildern auf Zigarettenpackungen scheint ihre
Wirkung zu zeigen. Dies geht aus einer Evaluierungsstudie der Canadian Cancer
Society hervor, die den Effekt der in Kanada neu auf Verpackungen
aufgebrachten Warnungen untersuchte. So sollen die Warnungen 44 Prozent der
Raucher zur Teilnahme an Anti-Raucherprogrammen veranlasst haben. Gemäß der
neuen EU-Richtlinie 2001/37/EC Artikel 5.3. sollen ähnliche Bildwarnungen ab
kommenden Jahr auch in Europa Einzug halten. Die Studie basiert auf der
Befragung von 2.031 erwachsenen Kanadiern, darunter 633 Raucher.
Die Bilder zeigen u.a. einen Lungentumor, das Gehirn nach einem
Schlaganfall sowie eine verbogene Zigarette, als Zeichen für den schädlichen
Einfluss der Glimmstengel auf die männliche Potenz
http://www.hc-sc.gc.ca/english/media/photos/tobacco_labelling/index.htm .
Der Direktor der Anti-Raucherorganisation Action on Smoking and Health (Ash)
http://www.ash.org.uk Clive
Bates glaubt, dass Bilder eine bessere Abschreckwirkung besitzen. Bei 58
Prozent der Raucher führten die Warnungen dazu, die gesundheitlichen
Auswirkungen des Rauchens zu überdenken. 27 Prozent reduzierten den
Zigarettenkonsum in den eigenen vier Wänden. 35 Prozent der Befragten gaben
an, durch die Warnungen mehr über die gesundheitlichen Auswirkungen des
Rauchens erfahren zu haben als ihnen bisher bekannt war.
62 Prozent der Raucher behaupten, dass durch die Bildwarnungen die
Verpackungen weniger attraktiv seien. Aufgrund der Bilder haben sich 21
Prozent der Raucher, die in Versuchung gerieten, eine Zigarette zu rauchen,
gegen diese entschieden. Dass es überhaupt seit Beginn 2001 Bildwerbungen auf
Zigarettenpackungen gibt, registrierten 90 Prozent der Raucher und 49 Prozent
der Nicht-Raucher. Seit dem 23. Dezember 2000 sind jene Zigaretten-Produzenten
mit einem Markanteil von mehr als zwei Prozent dazu angehalten, ihre Packungen
mit den Schockbildern zu versehen. Die verbleibenden Hersteller mussten im
Juni 2001 nachziehen.

Anti-Krebs-Gen beschleunigt Alterungsprozess
Gesteigerte Aktivität von Protein p53 reduziert
Mäuse-Lebenserwartung um 20 Prozent
Wissenschaftler des Baylor College of Medicine haben zumindest bei Mäusen
einen Zusammenhang zwischen der natürlichen Krebsabwehr und dem
Alterungsprozess festgestellt. Wie die Forscher in der aktuellen
Online-Ausgabe von Nature
http://www.nature.com berichten, schützt das Protein p53 zwar vor Krebs,
es verhindert vermutlich auch die Lebenserwartung.
Kommt es zu einer Schädigung des Erbguts (DNA), stoppt das Protein p53 den
Teilungszyklus der betroffenen Zellen oder löst den so genannten
programmierten Zelltod (Apoptose) aus. Das Team um den Forscher Lawrence
Donehower entdeckte, dass Mäuse, so genannte "knock-out"-Mäuse, denen das
p53-Gen fehlt, vermehrt Tumore entwickeln. Nach der Züchtung gentechnisch
veränderter Mäuse mit gesteigerter p53-Aktivität bildeten die Mäuse zwar
weniger Tumore, die Tiere alterten aber rascher. Die durchschnittliche
Lebenserwartung sank um rund 20 Prozent. Die Mäuse starben bereits nach 96
Wochen im Vergleich zur herkömmlichen Lebenserwartung von 118 Wochen.
Als Anzeichen einer frühzeitigen Alterung stellten die Forscher
Muskelschwund, brüchige Knochen und verzögerte Wundheilung fest. Donehower
vermutet, dass die erhöhte p53-Aktivität die Teilungsrate der Stammzellen
vermindert. Dadurch könnten Knochen, Gewebe und Haut nicht mehr genügend
erneuert werden.
Die Forscher gehen davon aus, dass p53 bei der Regulation der Alterung eine
Rolle spielt. Eine lange Lebenserwartung und der Schutz vor Krebs scheinen auf
einer Kippe zu stehen. Dies lässt vermuten, dass eine besonders hohe Aktivität
von p53 die Überlebenschancen in der Jugend und im Fortpflanzungsalter erhöht,
den Alterungsprozess aber beschleunigt und somit die Lebensspanne verkürzt.
Liegt die p53-Aktivität unter dem optimalen Wert, erhöht sich die
Wahrscheinlichkeit an Krebs zu erkranken. Auch dies senkt die Lebenserwartung.
Die Wissenschaftler schätzen, dass die höchste Lebenserwartung dann erreicht
werden sollte, wenn eine optimale Balance die Wahrscheinlichkeit der
Tumorentstehung möglichst gering hält, aber noch genügend Stammzellen für die
Erneuerung von Geweben übrig bleiben.

Pillenhormon senkt das Krebsrisiko
Ovarien-Karzinom möglicherweise durch Progestin verringert
Frauen, die Antibabypillen mit hohen Konzentrationen des Hormons
Progestin verwenden, erkranken deutlich seltener an Eierstockkrebs. Das fand
die Medizinerin Joellen M. Schildkraut von der Duke-Universtät in Durham/North
Carolina heraus.
http://www.dukenews.duke.edu/Med/ovarian02.htm Die Ergebnisse der
Forschungsstudie werden in der Januar-Ausgabe des "Journal of the National
Cancer Institute"
http://jnci.oupjournals.org veröffentlicht.
Bereits frühere Studien haben auf den Zusammenhang zwischen der
Antibabypille und dem Risiko von Eierstockkrebs hingedeutet. Die
Wissenschaftler wiesen in ihrer Studie an 390 Frauen nun nach, dass die
schützende Wirkung von der Konzentration des Hormons Progestin, der
synthetischen Form des Sexualhormons Progesteron, abhängt. Allerdings ist die
Wirkung der verschiedenen oralen Kontrazeptiva sehr unterschiedlich: Frauen,
die Pillen mit geringem Progestin- und hohen Östrogenkonzentrationen
einnahmen, haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko an Eierstockkrebs zu
erkranken, als jene, die hohe Konzentrationen beider Hormone bekamen. Bei
Frauen, die keine Antibabypille einnehmen sei das Risiko sogar dreimal so
hoch, so die Studie.
Schildkraut warnt jedoch vor einem verfrühten Triumph: Progestin könne zwar
Eierstockkrebs verhindern, eine vermehrte Einnahme von Hormonen könne aber die
Bildung anderer Krebsarten wie zum Beispiel Brustkrebs möglicherweise sogar
fördern. Außerdem lag das Durchschnittsalter der Probandinnen bei 44 Jahren,
während das Durchschnittsalter bei Eierstockkrebs 59 Jahre beträgt.

Protein-Chip testet auf zehn Krebsarten
Chinesisches Biotech-Unternehmen entwickelt Test für
Tumor-Früherkennung
Das chinesische Biotech-Unternehmen HealthDigit
http://www.health-digit.com
hat einen Test entwickelt, der nach eigenen Angaben zehn Krebsarten im
Anfangsstadium erkennen kann. Der Proteinchip soll innerhalb von nur zwei
Stunden die ersten Ergebnisse liefern. Nötig sei dafür ausschließlich ein
Tropfen Blut des Patienten. Das Blut wird auf Proteine getestet, die in der
frühen Krebsphase auftreten, noch bevor sich erste Symptome zeigen.
Der Protein-Chip ist nach Unternehmens-Angaben für Tumore in Organen wie
Leber, Lunge, Prostata, Magen und Darm geeignet. "Herkömmliche Methoden zur
Krebserkennung wie Scans und Biopsien sind für gewöhnlich nur im mittleren und
Endstadium nützlich", erklärte Geschäftsführer Hu Gengxi. Der Protein-Chip
verwende zur Gewährleistung der Genauigkeit für jede Krebsform verschiedene
Marker, so der Geschäftsführer von HealthDigit, das im Oktober 2000 mit der
Unterstützung privater Investoren gegründet wurde.
Bei den Proteinen auf den Chips handelt es sich um Antikörper, die jene für
Krebs typische Proteine im Blut erkennen. Mit einer weiteren Technik wird
anschließend die Art des Proteins geklärt und die Krebsart festgestellt. Die
Entwicklung des Chips dauerte ein Jahr sowie sechs Monate für die staatliche
Genehmigung. Dem Patienten kostet der Protein-Chip rund 82 Euro.

Behandlungsaussichten bei Rückenmarktumoren
Mikrochirurgie unter intraoperativer neurophysiologischer
Überwachung der Funktion des Rückenmarks
Rückenmarktumore führen zu Lähmungserscheinungen, Gefühlsstörungen,
Schwierigkeiten der Harnblasen- und Darmentleerung und zu Schmerzen. Da
Rückenmarktumore bleibende, schwere Ausfälle verursachen können, müssen sie
möglichst frühzeitig erkannt und operativ mit dem Operationsmikroskop entfernt
werden. Dank neurophysiologischer Überwachung des Rückenmarkes während der
Operation
(intraoperatives Monitoring) können zusätzliche Schädigungen des
Rückenmarks so weitgehend vermieden werden.
Das Rückenmark besteht aus Nervensträngen, die aus dem Gehirn stammen und
die Nervenwege zu Haut, Muskeln, Blase und Mastdarm bilden. Nervenstränge
übertragen fortwährend Informationen aus der Aussenwelt und aus dem Inneren
des Körpers ins Gehirn. Sie leiten zugleich Impulse aus dem Gehirn in alle
Muskeln und in alle andere Organe des Körpers. Das Rückenmark verlängert das
Gehirn entlang des Kanals der Wirbelsäule bis zum unteren Bereich der
Brustwirbelsäule. Es ist etwa so breit und dick wie ein Daumen und ein sehr
zartes und zugleich kompaktes Organ, von dem jeder Quadratmillimeter eine
wichtige Funktion hat.
Rückenmarkgeschwulste
Geschwulste (Tumore), die das Rückenmark schädigen, entwickeln sich
meistens aus der Innenfläche der Hirnhaut (Meningeom) oder aus der dünnen
bindegewebigen Schicht, welche die Nerven umhüllt (Neurinom). Dabei handelt es
sich oft um langsam wachsende Geschwulste, welche zwischen Rückenmark und
Hirnhaut innerhalb des knöchernen Spinalkanals liegen. Diese werden als
intradurale extramedulläre Geschwulste bezeichnet. Da die knöchernen Wände des
Spinalkanals nicht nachgeben, wird das Rückenmark zuerst verlagert, dann
eingeklemmt. Daher die Hauptbeschwerden: Schwäche der Arme und Beine,
Gefühlsstörungen, Schwierigkeiten der Harnblasen- und Darmentleerung,
Schmerzen dort, wo der Tumor wächst und entlang der eingeklemmten Nerven.
Wächst der Tumor im Lendenbereich, so werden nicht das Rückenmark das weiter
oben aufhört sondern die Nerven der Beine, der Blase und des Mastdarms
verlagert und funktionsunfähig gemacht.
Die seltenen intramedullären Tumore wachsen meistens sehr langsam innerhalb
des Rückenmarkes. Sie verursachen etwa die selben Beschwerden wie die
extramedullären, sind aber schwieriger zu entfernen.
Diagnose und Behandlung der Rückenmarkgeschwulste
Die Diagnose des Rückenmarktumors kann in der Regel mit einem
Kernspintomogramm gestellt werden. Bald nach seinem Nachweis sollte der Tumor
entfernt werden. Die Geschwulste, selbst wenn gutartig, wachsen sonst weiter.
Je grösser sie sind, desto schwieriger und risikoreicher ist ihre Freilegung
und Entfernung. Die Operation wird mit dem Operationsmikroskop meistens von
der Rückenseite durchgeführt. Nach Eröffnung des Spinalkanals wird der Tumor
unter elektrophysiologischer Überwachung der Funktion des Rückenmarkes
entfernt. Die elektrophysiologische Überwachung verringert das Risiko einer
bleibenden Schädigung des Rückenmarkes. Tumore erhöhter Konsistenz werden vor
ihrer Entfernung mit einem besonderen Gerät zertrümmert und verkleinert.
Aussichten der Operation
Extramedulläre Tumore, vor allem, wenn sie noch nicht allzu gross geworden
sind, können meist vollständig, ohne oder nur mit vorübergehenden zusätzlichen
Ausfällen entfernt werden. Intramedulläre Tumore, welche im Rückenmark liegen,
sind wegen des viel grösseren Verletzungsrisikos des Rückenmarks schwieriger
zu entfernen. So gelingt es nicht immer, den Tumor vollständig zu entfernen.
Nur ausnahmsweise ist eine Nachbestrahlung erforderlich. Bei allen Eingriffen
hängt die Nachbehandlung im wesentlichen von den neurologischen Ausfällen
(Lähmungen, Schwierigkeiten mit Blasen- und Darmentleerung usw.) ab.
Gegebenenfalls ist eine ausgiebige postoperative Rehabilitation erforderlich.
