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Die Zeit der schwarzen Vögel: Neugründen oder aufgeben

"Presse"-Leitartikel von Rainer Nowak

Würde es die Wiener VP nicht geben, Journalisten müssten sie erfinden. Intrigen, Grabenkämpfe und der zielsichere Tiefflug von kleinen Gemeinheiten vulgo Hackeln gehören zum Alltag der Wiener Kleinpartei. Heute, Montag, ist es wieder so weit, die langen Messer wurden gewetzt. Beim Landesparteivorstand kommen die Funktionäre ihrer dringlichsten Aufgabe nach: dem internen Streit. Heute geht es um die Frage, ob Johannes Hahn als Spitzenkandidat für die kommende Gemeinderatswahl auf den Schild gehoben werden soll. Eine reine Formsache meinen er und seine Anhänger, sei er doch von den einflussreichen Bezirkchefs als neuer starker Mann bereits absegnet worden. "Starker Mann" bedeutet bei der Wiener VP, dass Hahn den geschäftsführenden Parteichef spielen darf, während Staatssekretär Alfred Finz den Seniorchef gibt. Zwischen beiden herrscht Eiszeit, die unterschiedlichen Aussagen, ob die Kür Hahns nun auf der Tagesordnung des Vorstands steht oder nicht, spricht Bände. Und dann gibt es da noch den Nationalratsabgeordneten Ferry Maier, einst VP-Generalsekretär unter Erhard Busek (!) und Bezirkschef der Floridsdorfer VP, den so mancher Hahn-Kritiker gerne an der Spitze sähe, der selbst jedoch jede Ambition dementiert. Ginge es um eine ganz normale VP-Stadtpartei, könnte man sich die beiden Herren Hahn und Maier als Frontmänner durchaus  vorstellen: Ersterer recht sympathisch und - für seine Partei - halbwegs urban, zweiterer ein knallharter Profi, der in der Partei mit Sicherheit aufräumen würde. Doch es geht eben nicht um eine normale Partei, sondern um eine chronisch kranke. Seit Erhard Busek und seinen bunten Vögeln konnte die Partei bei Wahlen keinen Erfolg mehr einfahren. Und noch weit wichtiger: Die Wiener VP kann seit Busek inhaltlich nichts vorgeben, geschweige denn thematisch das Wiener Stadtleben prägen, wie dies Busek und seinem Mastermind Jörg Mauthe gelang. Deren politische Ernte fuhr in Wien eine ganz andere Partei ein: den Grünen gelang es, die Hainburg-Kinder der  Busek-wählenden Wiener Bürger einzusammeln. Freilich scheiterte auch Busek: Er schaffte es nicht, die Clique der altgedienten Funktionäre zu entmachten, die zwar keine Wahlen gewinnen, aber im Gemeinderat und in den Bünden ihr kleines Reich verteidigen. Großteils bestimmen die gleichen alten Herren das Geschick der ÖVP wie vor 20 Jahren. Und die selben. Dies zu ändern wäre wohl die vordringlichste Aufgabe eines Neuen. Die ÖVP muss die Städte zurückgewinnen, tönte einst Wolfgang Schüssel. Davon ist er in Wien noch meilenweit entfernt. Auch wenn er nicht gerade wie derzeit mit personellen Problemen in seiner Regierung zu kämpfen hatte, in die Niederungen der Wiener VP ließ er sich nie herab. Doch nun muss sich Schüssel dem Problemkind Wiener VP annehmen:
Sollte die Partei bei der Gemeinderatswahl 2005 oder 2006 - fast in jedem Fall vor der nächsten Nationalratswahl - eine Niederlage einstecken und hinter die Grünen fallen, könnte die dadurch entstehende Sogwirkung Schüssel den Wahlsieg im Bund kosten. Immer wieder wird kolportiert, Schüssel wolle ein erfahrenes Regierungsmitglied gegen den Medien-Monopolisten Michael Häupl ins Rennen schicken. Das alleine wird aber nicht reichen, Regierungsmitglied Finz hat sich zuletzt nicht gerade mit Ruhm bekleckert, und so dick ist Schüssels Personaldecke nicht, wie man bei Strassers Nachbesetzung sieht.

Als letzten Ausweg könnte er natürlich Günther Platter nach Wien schicken. Erstens kommen Tiroler in Wien angeblich gut an, und zweitens übernimmt der jeden Job, den ihm Schüssel umhängt. Aber im Ernst: Schüssel muss nicht nur ein paar Köpfe austauschen, sondern am besten die gesamte Partei neu gründen. Sonst hat er Wien endgültig verloren. Die schwarzen Vögel kreisen schon.
 


 

Junge ÖVP Wien startet Jugendbeteiligung via Web

Im heurigen Jahr 2003 startet die Junge ÖVP Wien eine umfassende Programmdiskussion und eine Ideenbörse für Wien. "Wir wollen die Jugendlichen selbst die Zukunft ihrer Heimatstadt in die Hand nehmen lassen", kündigt Markus Kroiher, Landesobmann der Jungen ÖVP Wien heute, Freitag, an. ****

"Wir wollen allen Wiener Jugendlichen die Möglichkeit geben, an diesem Projekt für die Zukunft Wiens mitzuarbeiten. Sie sollen selbst schildern, wie sie sich ihren 'Lebensraum Stadt' vorstellen, wie für sie ein modernes, lebenswertes Wien aussieht", so Kroiher. "Daher werden wir uns bei der Diskussion unseres neuen Programms nicht auf Funktionärszirkel und Mitgliedertreffen beschränken, sondern vor allem via Internet eine offene Plattform für Ideen und Diskussionen bieten." Die Junge ÖVP Wien möchte sich hier als Sprachrohr für die Wiener Jugend anbieten. "Gerade in Zeiten einer absoluten Mehrheit in der Stadtregierung ist es für Jugendliche oft schwer, sich Gehör zu verschaffen, eigenen Ideen zum Durchbruch zu verhelfen. Hier wollen wir nicht nur die Plattform für Ideen bieten, sondern die Ergebnisse auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen und uns für ihre Umsetzung engagieren!"

Als Mittel zur Durchsetzung guter Ideen soll ebenfalls das Internet dienen. Die Junge ÖVP Wien will hier in Pilotprojekten neue Formen der Bürgerbeteiligung via Web zum Einsatz bringen. "Unterschriftenlisten via Internet, Mail-Aktionen - wie wir sie erfolgreich gegen die SP-Stauaktion auf der Rossauer Lände angewendet haben - oder Abstimmungen im Web: So wollen wir einerseits den Wiener Jugendlichen Gehör verschaffen, sie andererseits aber auch durch Einsatz moderner Medien für Politik interessieren", so Kroiher abschließend.


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:21
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