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Erde droht weiterer Verlust der Artenvielfalt
Wissenschaftler weisen zusätzlich neun Öko-Krisengebiete aus

Die Zahl der bedrohten Biodiversitäts-Hotspots ist erneut um neun Gebiete gestiegen. Zu diesem Schluss kommen mehr als 400 Ökologen, die über einen Zeitraum von vier Jahren eine weitere Studienanalyse über die Artenvielfalt auf der Erde durchgeführt haben, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com . Seit 2000 sind weitere Gebiete durch menschliches Zutun unter extremen Druck geraten.

Ein Hotspot ist ein Gebiet mit mindestens 1.500 einzigartigen oder endemischen Spezies (sowohl Pflanzen als auch Tiere), von denen 70 Prozent durch Rodung oder invasive Arten verloren gingen. Die Forscher haben im Jahr 2000 insgesamt 34 solcher Hotspots weltweit ausgemacht. In diesen leben drei Viertel aller bedrohten Säugetiere, Vögel und Amphibien. Etwa die Hälfte aller Pflanzenarten und 42 Prozent der Land-Wirbeltiere leben nur in diesen Regionen.

Anlässlich der Präsentation der Studie der Umweltorganisation World Conservation International http://www.conservation.org wurde auch die Online-Database http://www.biodiversityhotspots.org/xp/Hotspots vorgestellt. Darin enthalten sind sämtliche Regionen, die bedroht sind. Darüber hinaus wurde ein Buch zum Thema veröffentlicht. "Die größte Konzentration der Biodiversität befindet sich in Staaten, die sich eine Unterschutzstellung am wenigsten leisten können", so Thomas Brooks, Direktor der World Conservation International. Zu den neu ausgewiesenen bedrohten Regionen zählen etwa die ost-melanesischen Inseln, die Region Himalaya und die Wüsten am Horn von Afrika.

Die Wüsten am Horn von Afrika sind Lebensraum für zahlreiche sehr seltene Pflanzen. "Die Zahl der dort lebenden Spezies ist weitaus höher als Forscher dies bisher annahmen", so Brooks. Das 930.000 Quadratkilometer große äthiopische Hochland beherbergt mehr als 2.500 endemische Pflanzen. Zu den lokalen Pflanzen gehören auch Spezies, deren Produkte seit Jahrtausenden verwendet werden wie etwa Weihrauch, Myrrhe und Zinnober. Die Region ist durch unkontrollierte Jagd und andere menschliche Aktivitäten bedroht.
 


 

Polareis schmilzt deutlich schneller
Britische Forscher: 13.000 Quadratkilometer Verlust in 50 Jahren

Alarmierende Befunde über das Abschmelzen der antarktischen Eisdecke haben Forscher der British Antarctic Survey (BAS) http://www.antarctica.ac.uk geliefert: Demnach sind in den vergangenen 50 Jahren mehr als 13.000 Quadratkilometer Meer-Eisfläche verschwunden, berichtet BBC-Online.

Die BAS-Forscher haben anlässlich der Climate Change Conference http://www.stabilisation2005.com , die derzeit in Exeter stattfindet, vor den Folgen gewarnt. Wenn das Meer-Eis abgeschmolzen ist oder stark zurückgeht, kann es die Gletscher nicht mehr zurückhalten. Ein Resultat dieser Bewegung ist, dass die Gletscher bis zu sechs Mal schneller in den Ozean fließen als sonst. BAS-Forscher haben das Schmelzen des Meer-Eises in der Arctic Peninsula festgestellt. Die zweite Region des Kontinents, die offensichtlich stark betroffen ist, ist die westliche Antarktis, wo wärmeres Meerwasser das Eis von unten her quasi erodiert.

Die Polarforscher gehen davon aus, dass die Gefahr des Ansteigens des Meeresspiegels von den meisten unterschätzt wird. Dass der globale Meeresspiegel durch das Schmilzen der Polareisdecke ansteigen wird, daran besteht nach Angaben der Experten kein Zweifel. Fraglich bleibt nur, um wie viel.


 

Davos: Staatsoberhäupter kriegen Ökobilanz
Wissenschaftler präsentieren globales Ranking der saubersten Länder

Staatsoberhäupter und Regierungsbeamte erhalten beim World Econonmic Forum in Davos ein Ranking über die Ökobilanz von 146 Nationen. Ausgewiesen sind dabei der Grad an Nachhaltigkeit der jeweiligen Länder. An der Spitze der Liste steht Finnland, gefolgt von Norwegen, Uruguay, Schweden und Island. An letzter Stelle steht Nord-Korea, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature http://www.nature.com .

Experten der beiden US-Universitäten Yale und Columbia haben 21 Indikatoren für die Nachhaltigkeit aufgelistet. Dazu zählen etwa Treibhausgas-Emissionen, Wasserqualität und Müllentsorgung. Die Auflistung entspricht sozusagen dem durchschnittlichen Wert eines Landes. Finnland steht auch wegen seines Wohlstandes und der geringen Bevölkerungsdichte an der Spitze. Eine hohe Punkteanzahl bedeute insbesondere, dass es ein echtes Potenzial gebe, die Umwelt in den kommenden Jahrzehnten erfolgreich zu schützen, so Alex de Sherbinin von der Columbia University, der an der Erstellung des Index mitgearbeitet hat. Indikatoren dafür sind etwa die Reinhaltung von Trinkwasserreserven, die Verhinderung von Luftverschmutzung und der Erhalt der Biodiversität, ergänzt der Co-Autor Marc Levy.

Dass die Auflistung kein Freibrief für Selbstgefälligkeit ist, ergänzen die Forscher. So liege beispielsweise Brasilien an elfter Stelle. Dennoch ist die Artenvielfalt dieses Landes durch massive Abholzung der Regenwälder bedroht. Nicht alle EU-Länder nehmen Plätze in den vorderen Rängen ein. Österreich, das an zehnter Stelle rangiert, zählt zu den besten. Deutschland liegt an 33. Stelle, Griechenland an 67. Die hintersten Plätze nehmen Taiwan, Turkmenistan, Irak und Usbekistan ein.

"Politische Probleme und Druck auf die Umwelt gehen häufig miteinander einher", so Levy. Zentralistisch geführte, undemokratische Systeme haben in der Regel Probleme auch Umweltfragen erfolgreich zu bewältigen. Es scheitere oft daran, dass Anliegen der Bevölkerung von Politikern nicht wahrgenommen werden. Es sei nicht Sinn und Zweck des Rankings, Politiker oder Wirtschaftsvertreter bloß zu stellen, erklärt Levy. Das schlechte Abschneiden Großbritanniens wird Premierminister Tony Blair dennoch extrem stören. Blair hatte nämlich die USA wegen der Nicht-Ratifizierung des Kyoto-Protokolls heftig kritisiert. Die USA nehmen im Ranking allerdings Platz 45 ein, während Großbritannien nur an 66. Stelle liegt. Dieses Ergebnis wird sicherlich Kopfschütteln hervorrufen.

Weitere Informationen: http://www.yale.edu/esi/ESI2005_Main_Report.pdf


 

Umweltorganisation kritisiert Siedlungspolitik in Tsunami-Regionen
Nachhaltiges Management von Küsten-Ökosystemen wesentlich

Falsche Siedlungspolitik ist ein Mitgrund dafür, dass die Opferzahl der verheerenden Flutwellen in Süd- und Südostasien dermaßen hoch ist. Tourismusanlagen, Shrimpfarmen und Städtebau haben dazu geführt, dass die Schutzwälder Mangroven gerodet wurden. Die Menschen sind immer näher an die Küstenlinien gezogen. Die World Conservation Union IUCN http://www.iucn.org fordert daher, bei zukünftigen Bebauungsplänen mehr Wert auf ökologische Richtlinien zu setzen.

Besonderen Schutz bilden die Stelzwurzelbäume der Küstenmangrovenwälder. Diese wertvollen Ökosysteme, die zudem auch noch Lebensgrundlage und Unterschlupf für viele Tiere bilden, zählen zu den gefährdeten Küstenlandschaften, die in vielen Regionen vollständig gerodet wurden. Mangroven sind eine wirksame Barriere gegen Wirbelstürme und gegen drohende Bodenerosion und sie filtern Schadstoffe, die ansonsten direkt ins Meer laufen würden aus. 40 Prozent aller auf der Erde vorkommenden Mangrovenwälder befinden sich in Asien. Der größte Verlust wurde ebenfalls von diesem Kontinent berichtet. Zumeist wurden dort, wo Mangroven waren, Shrimpfarmen oder touristische Anlagen errichtet. Vor allem in den vom Tsunami betroffenen Ländern Thailand, Indonesien, Indien und Sri Lanka ist es in den vergangenen Jahrzehnten zu massiven Rodungen gekommen.

Für eine tatsächliche Schadensbilanz in Bezug auf die Ökologie der betroffenen Länder sei es aber noch zu früh, meinen die Umweltexperten. Fest steht allerdings jetzt schon, dass die Gewalt des Tsunami schwerste Schäden an den Ökosystemen hinterlassen hat. Die Folgen für die Bewohner der Region werden noch sehr lange spürbar bleiben. Allein in Thailand wurden zwölf Nationalparks schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Schäden an den Korallenriffen vor den Küsten dürften nach ersten vorsichtigen Schätzungen ebenso gewaltig sein. Die Region Thailand-Indonesien-Malaysia-Phillippinen-Nordaustralien zählt zu den artenreichsten Gewässern der Erde. In keiner anderen Region finden sich mehr Arten von Meereslebewesen. Nach Angaben des IUCN sind auch Korallenriffe auf den Malediven und vor der ostafrikanischen Küste zum Teil erheblich geschädigt worden.

Am Beispiel Sri Lankas wird die mangelhafte Besiedlungspolitik seit der Kolonialzeit besonders deutlich. Die einstige Hauptstadt der Insel, Kandy, befindet sich im sicheren Landesinneren. Der Großteil der anderen Städte und Siedlungen ist erst im Laufe der vergangenen Jahrzehnte immer näher zum Meer gerückt. Auch in Sri Lanka habe sich nach Angaben der IUCN aber deutlich gezeigt, dass Regionen mit gesünderen Ökosystemen weit weniger zerstört wurden.
 


 

Mega-Smogfront aus China als Umweltbedrohung
Braune Wolken sorgen für bodennahes Ozon über Indischen Ozean

Gigantische Smogwolken über Südasien und dem Indischen Ozean weiten sich zu einem interkontinantalen Problem aus. Zu diesem Schluss kamen NASA-Wissenschaftler http://www.nasa.gov/centers/ames/home/index.html beim diesjährigen Treffen der American Geophysical Union in San Franzisko. Die Forscher haben über die Ursache und die weiteren Auswirkungen dieser "braunen Wolke", die neben Partikeln auch gefährliches Ozon enthält, diskutiert, berichtet das Ames Research Center.

"Die Rolle des Ozons ist mannigfaltig", so Robert Chatfield, Forscher am Ames Research Center. Einerseits schützt Ozon in höheren atmosphärischen Lagen davor, dass ultraviolette Strahlung von der Sonne die Erde verbrennt. Bodennahes Ozon ist dagegen aggressiv und chemisch sehr reaktiv. Es greift also viele andere Stoffe an und kann deshalb Menschen, Pflanzen und Materialien schädigen. "Ozon ist aber auch ein gewichtiges und gewaltiges Treibhausgas", so Chatfield. Gerade diese Tatsache macht den NASA-Forschern Kopfzerbrechen, denn die dicken braunen Wolken breiten sich über Kontinente hinweg aus und haben damit auch tausende Kilometer weiter negative Auswirkungen auf die Gesundheit der Menschen.

"Wir haben sowohl in den braunen Wolken als auch in natürlichen Prozessen entdeckt, dass sie ungesunde Ozonwerte in der Troposhäre, also jener Region der Erde in der wir leben, schaffen", erklärt Chatfield. Die Forscher haben nämlich entdeckt, dass Ozon in der Lage ist von der Schutzhülle der Stratosphäre in Bodennähe zu wandern. Mit Hilfe des modernen Aura-Satelliten ist es den Wissenschaftlern gelungen, genaue Messdaten über die braunen Wolken zu liefern. Weitere Untersuchungen mit Wetterballonen haben zusätzliche Informationen geliefert. Bisher steht jedenfalls fest, dass bodennahes Ozon über dem Indischen Ozean aus den intensiv bewirtschafteten Regionen Südasiens stammt. Unklar sind allerdings immer noch die Auswirkungen dieser gewaltigen dicken Wolken.


 

WWF kündigt vehementen Widerstand zum Donauausbau an!

Als Antwort auf Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukackas Plänen zur Vertiefung der Donau kündigt der WWF Österreich vehementen rechtlichen Widerstand für den Fall an, dass das BMVIT daran festhält, die Donau auf 2,80 Meter Tiefe auszubauen. Seit 1989 und der Aktion "Natur freikaufen" ist die Naturschutzorganisation Grundbesitzerin der ca. 420 Hektar großen Regelsbrunner Au. Daraus ergibt sich bei den anstehenden rechtlichen Verfahren eine starke Parteienstellung für den WWF. "Wir werden mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, dieses maximale Ausbauszenario zu verhindern, auch im Namen der 120.000 UnterstützerInnen, die damals den Freikauf ermöglicht haben," so Ulrich Eichelmann vom WWF. Die von Staatssekretär Kukacka heute besonders betonte "adaptive Vorgangsweise", also die schrittweise Umsetzung der Pläne, ändert nichts am Ziel des Totalausbaus des BMVIT. "Letztlich droht ein durchgehender monotonisierter Kanal mitten im Nationalpark."

Seit 1989 ist der WWF Grundbesitzer im Nationalpark (Regelsbrunner Au). Damit einher gehen auch juristische Rechte im Zuge von Verfahren. Das flussbauliche Gesamtkonzept mit der derzeitigen Vorgabe, die Donau auf 2,80 Meter Tiefe auszubauen, würde auch die Regelsbrunner Au beeinträchtigen. Deshalb wird der WWF in den anstehenden Verfahren zur Umweltverträglichkeits-Erklärung (UVE) seine Position als Anrainer vehement wahrnehmen. "Bundesminister Gorbach und Staatssekretär Kukacka müssen sich überlegen, ob sie ein Projekt forcieren wollen, das vielleicht niemals kommt oder zumindest enorm verzögert werden wird. Oder ob sie ein Projekt einreichen, das sich auf eine breite Akzeptanz stützen kann und entsprechend rasch realisiert werden kann", so Ulrich Eichelmann. Weiters gibt der WWF zu bedenken, dass von der Entscheidung in Österreich nicht nur die Zukunft des Nationalparks abhängt, sondern auch die anderer wertvoller Augebiete, wie etwa in Ungarn, Kroatien oder Bulgarien.

Tiefenpläne unnötig, teuer und unökologisch Für die angestrebten 2,80 Meter Tiefe gibt es keinerlei internationale Erfordernis. "In den Leitlinien der EU zu den Transeuropäischen Netzwerken (TEN) steht nichts über anzustrebende Tiefen", so Eichelmann. Auch die verkehrstechnische Sinnhaftigkeit dieser Vertiefung über die international akkordierte Tiefe hinaus (2,50 Meter) ist äußerst zweifelhaft, wie einige Experten bisher feststellten. "Die angestrebten 2,80 Meter entbehren jeder internationalen Notwendigkeit, wären verkehrstechnisch sinnlos und ökologisch desaströs", so Eichelmann. "Außerdem würden sie den ÖsterrreicherInnen zusätzliche Kosten verursachen, weil durch die zusätzliche Tiefe ein deutlicher Mehraufwand ensteht."
 


 

Erneute Konflikte um Kyoto-Protokoll
USA und Australien weigern sich - Argentinien warnt vor Klimakrise

Armen Ländern muss mehr geholfen werden, damit sie den Gefahren durch die Klimaveränderung nicht so sehr ausgesetzt sind. Zu diesem Schluss kommen Klimaexperten bei der UN-Konferenz gegen globale Erwärmung, die derzeit in Buenos Aires stattfindet. Am Rande der Konferenz zeichnen sich erneut Konflikte auf, da sich sowohl die USA als auch Australien weiterhin gegen eine Ratifizierung des Protokolls wehren. Das Protokoll wird nämlich Anfang Februar 2005 rechtswirksam.

Wie der argentinische Umweltminister Gines Gonzalez Garcia in seiner Eröffnungsrede betonte, müssten Entwicklungsländer besonders vor den Folgen der globalen Erwärmung geschützt werden. Argumente wie das Protokoll treffe die US-Industrie unfair, weisen Umweltschützer seit Jahren zurück. Die US-Regierung gehe einen eigenen Weg in der Reduktion von Treibhausgasen, heißt es von offizieller Seite. Präsident Bush ist der Ansicht, dass es zu teuer sei, die CO2-Emissionen im Zeitraum von 2008 bis 2012 um 5,2 Prozent gegenüber 1990 zu mindern. Außerdem argumentiert die US-Regierung schließe das Protokoll Maßnahmen von Entwicklungsländern fälschlicherweise aus.

Ähnlich argumentiert auch der australische Umweltminister Ian Campbell, der sich an der Tatsache stößt, dass große Umweltsünder wie die USA, China und Indonesien das Protokoll nicht ratifizieren und dass Entwicklungsländer keinen Beitrag dazu leisten würden. Die UN-Umweltorganisation UNEP http://www.unep.org hat im Vorfeld bereits damit argumentiert, dass die CO2-Senkung des Kyoto-Protokolls nicht ausreichend sei. Daher unterzeichne Australien das Protokoll nicht. Nötig wären nämlich Reduktionen von 50 bis 60 Prozent, meint Campbell. "Down Under" ist einer der größten Pro-Kopf-Erzeuger von CO2 und sein Reichtum basiert auf den großen Mengen natürlicher Ressourcen.

In Buenos Aires haben sich indessen etwa 6.000 Delegierte aus mehr als 150 Ländern eingefunden, um über die Folgen der Klimaerwärmung zu diskutieren. Im Zentrum der Stadt hat die Umweltorganisation Greenpeace ein großes Modell der Arche Noah mit mehr als 30 Metern Länge errichtet. Die Konferenz geht am 17. Dezember zu Ende.
 


 

Industrie negiert Chemiegefahren
Experten kritisieren Ignoranz gegen wissenschaftliche Beweise

Klare wissenschaftliche Beweise über die Gefährlichkeit von chemischen Substanzen werden von der chemischen Industrie in Europa hartnäckig verneint. Zu diesem Schluss kommt ein hochrangiger WHO-Mitarbeiter. Nicht nur die Tatsachen an sich würden von der Industrie angezweifelt, sondern auch die wissenschaftlichen erbrachten Beweise würden verneint, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk .

Zur Sicherheit der Bevölkerung vor chemischen Substanzen, wurde von der EU-Kommission im Oktober 2003 das REACH-(Registration, Evaluation and Authorisation of Chemicals) Programm http://europa.eu.int/comm/environment/chemicals/reach.htm eingeführt. Dieses Programm soll eine sichere Produktion, Vertrieb und Handhabung gefährlicher Substanzen regeln. "Die Durchsetzung dieses Programms macht auch auf Seiten der chemischen Industrie Änderung erforderlich", so Roberto Bertollini, Chef des Special Health and Environment Programme der WHO-Europa. Der Experte wirft dem European Chemistry Industry Council (CEFIC) eine sehr verzerrte Ansicht zu wissenschaftlicher Literatur über Chemie und Kindergesundheit im speziellen vor. "Um die Wirkungen von Chemikalien zu verstehen, muss man sie in einem weiteren Kontext betrachten", fordert der Fachmann. Es sei unverantwortlich eine Korrelation zwischen Abgasen und Asthma zu leugnen. Das gleiche gelte für Gifte wie Blei oder Quecksilber. Deren Gefahrenpotenzial dieser ist in wissenschaftlichen Arbeiten ausführlich dokumentiert.

Der Forscher besteht darauf zu erwähnen, dass nicht alle Chemikalien zu Gesundheitsschäden führen, aber unter gewissen Umständen stehen gewisse Stoffe zweifellos in Verbindung mit Erkrankungen bei Kindern. "Die Industrie leugnet vehement, dass es eine Verbindung zwischen chemischen Verbindungen und Krankheiten gibt, selbst wenn dies wissenschaftlich bewiesen ist", so Bertollini. Dies sei etwa bei Atemwegserkrankungen verursacht durch Abgas-Partikel der Fall.

Seit Jahren versuchen Umweltorganisationen auch den Kampf gegen die PVC-Industrie zu gewinnen. Doch die Lobby des Industriezweiges ist sehr stark. Während der gesamten Produktlebenslinie wirft PVC schwerwiegende ökologische Probleme auf. Es beginnt bei der Herstellung mit dem krebserzeugenden Ausgangstoff Vinylchlorid, Organochlorverbindungen und Schwermetallen, geht weiter mit Emissionen beim Gebrauch von PVC-Produkten und endet mit dem bisher ungelösten Entsorgungsproblem. So wurden in Laboruntersuchungen mehr als 150 flüchtige organische Substanzen gefunden, die etwa aus PVC-Bodenbelägen ausgasen, darunter Alkane/Alkene, aromatische Kohlenwasserstoffe, Alkylphenole, Alkohole, Aldehyde, Ketone, Carbonsäuren und Ester. Erhöhte Konzentrationen dieser Stoffe in der Raumluft können Befindlichkeitsstörungen bis hin zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen hervorrufen. Im Brandfall entstehen aus PVC-Produkten insbesondere Kohlenmonoxid, Chlorwasserstoff sowie Dioxine und Furane.
 


 

Höchst dotierter Umweltjournalistenpreis Österreichs vergeben
Ökosoziales Forum, oekonews und Mostviertler Basar als Gewinner

Der Hans-Kronberger-Umweltjournalistenpreis ist gestern, Donnerstag, zum achten Mal vergeben worden. Die diesjährigen Preisträger sind Ernst Scheiber vom Ökosozialen Forum, oekonews.at und Wolfgang Strohmayer vom Mostviertel Basar. Der jährliche Preis für die beste Umweltberichterstattung ist mit 11.000 Euro der höchst dotierte private österreichische Journalistenpreis. Gestiftet wird er vom ehemaligen ORF-Redakteur und ehemaligen EU-Abgeordneten Hans Kronberger http://www.kronberger.net .

Das Ökosoziale Forum http://www.oekosoziales-forum.at mit Chefredakteur Ernst Scheiber ist Herausgeber zahlreicher Publikationen zu den Themen nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, umfassende Landentwicklung und Dorferneuerung sowie eine ökologisch orientierte Energiepolitik. Seit 1990 erscheint vier bis sechs Mal jährlich die Zeitschrift "Ökoenergie", im deutschsprachigen Raum die auflagenstärkste Zeitung für erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Das Hauptargument der Jury war, dass Scheiber seit Jahren unverdrossen und erfolgreich für CO2-neutrale und umweltfreundliche Biomasse als Energieträger kämpft.

oekonews.at http://www.oekonews.at ist die erste und bisher einzige Online-Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit. Gemeinsames Ziel des Teams, bestehend aus dem Herausgeber Lukas Pawek, Chefredakteurin Doris Holler-Bruckner, Chef vom Dienst Robert Willfurth und Sprecher Martin Litschauer ist Unabhängigkeit und aktuelle Berichterstattung. Wolfgang Strohmayer vom Mostviertel Basar erhielt den Umweltjournalistenpreis stellvertretend für alle Regionalzeitungen, die sich unermüdlich und mit vollem Einsatz für eine saubere Umwelt engagieren. "Verändern setzt Wissen und Motivation voraus. Deswegen ist der Umweltjournalismus in unserer Zeit ökologischer Bedrohung das vielleicht wichtigste journalistische Genre überhaupt", so Hans Kronberger.

Die prominente Jury des Umweltjournalistenpreises besteht aus Freda Meissner Blau, der Grande Dame der Umweltbewegung, Hermann Scheer, Mitglied des Bundestages und Träger des Alternativen Nobelpreises, Stefan Schleicher von der Universität Graz und Peter Weish von der österreichischen Akademie der Wissenschaften.
 


 

Vier Mio. Polarbewohner müssen sich umstellen
Erwärmung wird zu großen Veränderungen führen

Mehr als vier Mio. indigene Bewohner arktischer Regionen werden sich auf rapide und große Veränderungen einstellen müssen. Zu diesem Schluss kommt eine soeben veröffentlichte Studie. Vier Jahre lang haben Forscher die klimatischen Veränderungen der nordpolaren Region untersucht. Trauriges Ergebnis: Die Region erwärmt sich doppelt so schnell wie der Rest der Erde, berichtet BBC-Online http://news.bbc.co.uk .

Vertreter verschiedener Volksgruppen wie etwa die finnischen Samen sind sich bereits bewusst darüber, dass ihr Leben in Zukunft anders aussehen wird. "Das Erste, um das wir alle Industrienationen bitten, sind Maßnahmen zur Verlangsamung der globalen Erwärmung", so Geir Tommy Pedersen vom Saami Council. Sein Volk stelle sich jedoch darauf ein, dass es zu massiven Veränderungen der Lebensgewohnheiten kommen werde. "Allerdings bitten wir auch darum, dass wir sämtliche Ressourcen dafür zur Verfügung bekommen", erklärt Pedersen. Das Arctic Climate Impact Assessment ACIA wird die indigenen Bewohner der Region über die Politik der Zukunft aufklären. "Wir müssen unsere Leute davon in Kenntnis setzen, was auf sie zukommt", so Rodion Sulyandziga von der russischen Association of Indigenous Peoples of the North.

Das Assessment wurde von mehr als 300 Forschern vom Arctic Council http://www.arctic-council.org , dem zwischenstaatlichen Forum von acht Staaten und sechs indigenen Völkern, ins Leben gerufen. Die Ergebnisse der Studie sind im Rahmen einer Konferenz in Reykjavik präsentiert worden. Nach Angaben der Autoren werden die Veränderungen der klimatischen Bedingungen alle in der Arktis lebenden Menschen betreffen.


 

Smog über dem Himalaya
NASA-Satelliten machen Bilder

Die tiefer liegenden Gebiete von Ostchina und Nordindien werden von Industrienebel bedeckt. Wie groß das Ausmaß der Luftverschmutzung ist, zeigen Bilder der NASA-Satelliten Aqua http://www.aqua.nasa.gov/ und Terra http://eos-am.gsfc.nasa.gov/ . Produziert wird der Smog vermutlich durch die Kohlenheizkraftwerke des Landes, den Kaminen in Privathäusern und den Autoabgasen der nahe gelegenen Städte Peking und Tianjin, so das Wisschenschaftsmagazin Scientist.

Aqua, der seine Bilder nachmittags schoss, hat die Aufnahmen am 17. November von Ostchina gemacht. Grauer Nebel schwebt über der Küstenebene um den Yellow River und strömt hinaus über das Gelbe Meer. "Diese Art von Nebel ist in diesem Teil von China normal,", bemerkt Jon Ransom, Wissenschaftler des Projekts Terra im NASA Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland. Terra, der seine Bilder morgens schoss, machte seine Aufnahmen am 15. November in Nordindien - sie zeigen Nebel entlang der Vorberge des Himalaya. Der Nebel erstreckt sich von der Südküste des Bengal bis zur Mündung des Ganges. Aber er klärt sich über dem Tibetanischen Plateau zum Norden des Himalaya hinauf.

"Der Himalaya funktioniert eindeutig wie eine Barriere," so Random. Der Himalaya bewirke, dass der Smog und die Verschmutzung in dieser bestimmten Region bleiben. Grund hierfür seien die Berge, an denen der Rauch und andere Schmutzstoffe zurückprallten. Die beiden Satelliten Terra und Aqua wurden in den Jahren 1999 und 2002 gelauncht. Sie sind ein Teil eines NASA-Programms, welches zum Ziel hat, die Erde als ein System zu verstehen. Die Satelliten benutzen ein Instrument mit dem Namen" the Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer" (MODIS).


 

Todesstoß für Ökostrom
Regierung will Stromförderung von 125 auf 17 Mio. Euro jährlich kürzen

Die österreichische Bundesregierung hat heute, Donnerstag, beschlossen die Ökostrom-Förderung von 125 auf 17 Mio. Euro zu kürzen. Die beiden Bundesminister Martin Bartenstein und Josef Pröll sowie der FPÖ-Energiesprecher Max Hofmann präsentierten die Einigung über die Förderungskürzung.

"Eine Kürzung um 86 Prozent für die Ökostromförderung bedeutet das Aus für den raschen Ökostrom-Ausbau der vergangenen beiden Jahre", warnt Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer. http://www.greenpeace.at "Als Katastrophe" bezeichnet der ehemalige EU-Abgeordnete und Energiespezialist Hans Kronberger http://www.kronberger.net die Einigung der beiden Minister. "Damit", so Kronberger, "wird Österreich vom Spitzenreiter zum Schlusslicht in Bereich der erneuerbaren Energieträger. Da haben wir jahrelang für den Durchbruch von sauberer Stromproduktion im Europaparlament gekämpft und nun ruinieren der industriehörige Minister Bartenstein und der Umfaller Pröll alles mit einem Schlag."

Kronberger wirft den beiden Ministern auch vor, dass das von ihnen forcierte Ausschreibemodell, in dem die kostengünstigste Anlage mit einem Fixpreis gefördert wird und nicht der abgenommene Strom, sich europaweit als Flop herausgestellt habe. In einem einzigen EU-Land, nämlich in Irland, werde dies noch praktiziert. "Pröll und Bartenstein handeln völlig unverantwortlich, wenn sie angesichts des hohen Öl-, Gas- und Kohlepreises das Flämmchen der erneuerbaren Energieträger auspusten. Das ist ein Weg in die Energiesteinzeit", erklärt Kronberger, der auch als Vizepräsident von Eurosolar International tätig ist.

Die Umweltorganisation Greenpeace befürchtet als Folge dieser Entscheidung den massiven Anstieg von Atomstrom-Importen und CO2-Emissionen. "Jetzt wird der zurückgestutzte Ökostrom nicht einmal mehr den Stromverbrauchsanstieg pro Jahr abdecken können, der in den vergangenen Jahren zwei bis drei Prozent betrug", meint Mayer. Heftige Kritik kommt auch vom Umweltdachverband http://www.umweltdachverband.at . "Dass ein Energie- und ehemaliger Umweltminister einen solchen Gesetzesentwurf absegnet, ist eine Katastrophe. Damit wird die von der Bundesregierung erstellte Klima- und Nachhaltigkeitsstrategie und geltendes EU-Recht ad absurdum geführt", so Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes. Auch Heilingbrunner sieht im vorgelegten Entwurf einen Affront im Jahr des Klimaschutzes 2004 und damit ein defacto Aus für eine erfolgreiche Weiterentwicklung der Ökostrombranche. "Damit wird nicht nur eine Vorzeigewirtschaftsbranche schwer getroffen, sondern auch wesentliche Eckpunkte der österreichischen Klima- und Energiepolitik", so Heilingbrunner..

"Weiters soll wider besseren Wissens ein in ganz Europa bereits erfolgloses Ausschreibemodell für die Windkraft eingeführt werden und durch die Deckelung der Ökostromabgaben die Abnahmepflicht fallen. Alles in allem aus Sicht des Umweltdachverbandes ein weitgehend abzulehnender Entwurf", kritisiert Heilingbrunner. Abschließend richtet Heilingbrunner einen Appell an die Parlamentarier aller Fraktionen diesen Gesetzesentwurf abzulehnen. "Die für das neue Ökostromgesetz erforderliche 2/3-Mehrheit darf für dieses Klimakillergesetz nicht hergegeben werden", so der Umweltexperte.


 

GLOBAL 2000 kritisiert: Chaos um Pestizidzulassungen

Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert das Chaos im Landwirtschaftsministerium um Pestizidzulassungen. Mit der am 6. Februar 2004 in Kraft getretenen "Gleichstellungsverordnung mit Holland" sind mit einem Schlag alle in Holland erlaubten Pestizide auch in Österreich zugelassen. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit wurde bereits 2002 der österreichische Pestizid-Markt für alle deutschen Pestizide geöffnet. "Damit lässt der vielzitierte Feinkostladen Österreich endgültig seine Rollläden herunter. Mit diesem Gesetz, das als Geschenk an Österreichs Bauern gedacht war, hat der ehemalige Landwirtschaftsminister Molterer der heimischen Landwirtschaft in Wahrheit ein Kukucksei gelegt", kritisiert GLOBAL 2000-Pestizidexperte Helmut Burtscher. Denn während bisher jedes Pestizid vor seiner Zulassung in Österreich einer humantoxikologischen und ökotoxikologischen Überprüfung standhalten musste, werden mit der neuen Verordnung all diese Sicherheitsstandards über Bord geworfen. "Damit wird zum einen die Lebensmittelkontrolle ausgehebelt und zum anderen eine völlige Verwirrung um die gesetzlichen Höchstwerte geschaffen", so Burtscher. Chaos und Erstaunen löst die Tatsache aus, dass ab jetzt gleichzeitig zwei oder sogar drei gesetzliche Höchstwerte für ein und das selbe Pestizid gelten, nämlich neben dem österreichischen auch der holländische oder deutsche. Der strengere österreichische Höchstwert für beispielsweise Cyromazin von 0,01 mg/kg gilt fortan nur mehr für ausländische Tomaten. Österreichische Tomaten dürfen zukünftig die 100-fache Menge enthalten, denn für sie gilt zukünftig der holländische Höchstwert von 1 mg/kg. Für den Konsumenten bedeutet dies, dass er zukünftig beim Kauf österreichischer Produkte damit rechnen muss, holländische und deutsche Pestizide mitzukaufen, die in diesen Mengen in importierten Produkten verboten wären.

Was die Neuregelung für ein Produkt bedeuten kann, zeigt folgendes Beispiel: Bisher waren für österreichische Tomaten 15 verschiedene Pestizidwirkstoffe zugelassen. Seit Anfang Februar sind auf einen Schlag genau 51 chemische Wirkstoffe erlaubt. "Dass sich unter den neuen Wirkstoffen auch Pestizide wie das Hormongift Cyhexatin finden, welches 1992 in Österreich gemeinsam mit DDT verboten wurde, scheint den für das Gesetz verantwortlichen ehemaligen Landwirtschaftsminister Molterer nicht interessiert zu haben", empört sich Burtscher. Das chaotische Gesetz hat eine effektive Kontrolle des Pestizideinsatzes in Österreich unmöglich gemacht. "Der jetzige Landwirtschaftsminister Pröll muss das absurde Molterer-Gesetz sofort rückgängig machen und das Chaos beseitigen. Sonst ist er als Landwirtschafts- und als Umweltminister unglaubwürdig", so Burtscher abschließend.


 


 

Österreich: Treibhausgas-Emissionen 2001 wieder gestiegen
Anstieg um 4,8 Prozent durch längere Heizperiode

Im Jahr 2001 sind die Treibhausgasemissionen um 4,8 Prozent angestiegen. Laut dem Umweltministerium http://www.lebensministerium.at ist dieser Anstieg insbesondere auf eine wetterbedingt längere Heizperiode sowie energiemarktbedingte Ursachen zurückzuführen. Da 2001 die Wintermonate deutlich kälter als im besonders warmen Jahr 2000 waren, ist ein unmittelbarer Vergleich der beiden Jahre daher nur eingeschränkt möglich, schreibt das Ministerium.

Sektorial sind bei den privaten Haushalten sowie im Dienstleistungssektor die CO2-Emissionen um rund zehn Prozent gestiegen. Dies wird damit begründet, dass im Jahr 2001 die Heizgradtage um mehr als 13 Prozent gegenüber 2000 gestiegen sind. Die CO2-Emissionen aus Kraft- und Heizwerken sind von 2000 auf 2001 um etwa 17,5 Prozent bzw. um zwei Mio. Tonnen gestiegen. Neben der witterungsbedingten höheren Fernwärmeerzeugung waren vor allem Stromverbrauchszuwächse für diese Entwicklung ausschlaggebend.

Die CO2-Emissionen aus der Kohleverfeuerung in Kraftwerken sind gegenüber 2000 um 0,9 Mio. Tonnen gestiegen. Der Einsatz von Erdgas für die Stromproduktion ging dagegen in den letzten Jahren auf Grund der ungünstigen Preissituation zurück. Ein markanter Anstieg der CO2-Emissionen war mit plus acht Prozent auch im Verkehr zu verzeichnen. Im Jahr 2001 wurden in Österreich gegenüber dem Jahr 2000 etwa 0,4 Mio. Tonnen mehr an Diesel verkauft. Dies entspricht einem Plus von etwa 1,3 Mio. Tonnen Kohlendioxid. Verursacher des Anstiegs sind der weiter wachsende Schwerverkehr sowie die zunehmenden Preisdifferenzen bei Treibstoffen zwischen Österreich und dem benachbarten Ausland. Diese führen zu einem erhöhten Tanktourismus nach Österreich, was sich den Angaben des Ministeriums zufolge ebenfalls negativ in der österreichischen Treibhausgasbilanz niederschlägt.

In der Industrie entwickelten sich die CO2-Emissionen unterschiedlich. Während auf Grund der guten Stahlkonjunktur die Prozessemissionen der Eisen- und Stahlindustrie um 7,6 Prozent gestiegen sind, konnten die Treibhausgasemissionen durch Energieverbrauch im gesamten produzierenden Sektor um 14,3 Prozent verringert werden. Dies resultierte in einem Minus an Treibhausgasemissionen der Industrie insgesamt um 3,5 Prozent. Eine geringfügige Verringerung der Treibhausgasemissionen gab es in den Sektoren Landwirtschaft (Methan und Lachgas) sowie Abfallwirtschaft (Methan). Das Ministerium geht auch bei den anderen Mitgliedstaaten mit vergleichbaren Anstiegen der Treibhausgasemissionen im Jahr 2001 gegenüber 2000 aus.


 

Schneealgen absorbieren Treibhausgase
Rote Mikroorganismen reagieren wie höhere Pflanzenblätter

Australische Forscher haben in den Rocky Mountains rote Algen entdeckt, die große Teile des Treibhausgases CO2 schlucken können. Die Einzeller namens Chlamydomonas nivalis färben den Schnee rötlich ein und kommen auch in Europa vor, schreibt das Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS http://www.pnas.org . Nach Ansicht der Forscher sind die Einzeller tatsächlich in der Lage signifikante Mengen CO2 zu binden.

William E. Williams von der Australian National University in Canberra http://www.anu.edu.au hat C. nivalis im Snowy Range der Rocky Mountains untersucht. Die Forscher haben mithilfe von Plexiglasbehältern, die sie über den Schnee legten, den Gasaustausch mit Photosynthese-Sensoren gemessen. Dabei konnten sie feststellen, dass das Bakterium CO2 absorbierte, wenn es von der Sonne bestrahlt wurde. Die Wissenschaftler konnten auch feststellen, dass C. nivalis bei rotem Licht CO2 stärker absorbierte als bei weißem, blauem oder grünen Licht. Die Forscher vermuten, dass dies mit der Färbung der Einzeller selbst zu tun hat. Die Schneealgen reagieren auf Licht ebenso wie Blätter höherer Pflanzen. Nach ersten wissenschaftlichen Erkenntnissen können die Einzeller fünf Gramm CO2 pro Quadratmeter jährlich absorbieren. Damit sind die Sommerschneefelder im Hochgebirge erstaunlich produktiv. Bisher waren die Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die Schneefelder zur Treibhausbildung eher beitragen.
 


 

Feuchtbiotope als Chemikalienfilter
US-Forscher entdecken natürliche Selen-Entgiftung in Teichen

Forscher der Universität von Berkeley http://www.berkeley.edu in Kalifornien haben entdeckt, dass Feuchtbiotope Selen aus dem Boden ziehen und damit das Erdreich entgiften. In einer zweijährigen Studie konnten die Wissenschaftler zeigen, dass im San Joaquin Valley in Kalifornien fast 70 Prozent der Selenkonzentration durch künstlich angelegte Teiche entfernt werden konnten. Einige der Pflanzen konnten das Selen zu einem ungiftigen Gas umformen, berichtet die Universität.

Durch den Feldversuch wurde weniger Selen im Sediment oder in umliegenden Pflanzen gefunden. Die Studie der Forscher von Berkeley folgt einem Feldversuch der Chevron-Ölraffinerie, die in Richmond, Kalifornien, gezeigt hatte, dass Teiche bis zu 89 Prozent der Selenbelastung auffangen konnten, die aus der Raffinerie tagtäglich freigegeben wird. So konnte der Eintrag in die San Francisco Bay Area verhindert werden. "Wir haben uns überlegt, ob auch das Selen aus der Landwirtschaft durch die künstlichen Teiche entschärft werden kann, wenn das Experiment bei der Raffinerie so erfolgreich war", meinte Norman Terry, Pflanzenbiologe an der Universität in Berkeley. "Feuchtbiotope wirken tatsächlich wie biochemische Filter", so der Forscher. Dabei arbeite alles wie ein eingespieltes Orchester in einem Konzert. Das ausgedehnte Wurzelwerk der Pflanzen bindet das Selen. Die Pflanzen sorgen auch dafür, dass Mikroorganismen dort leben, diese sorgen wiederum dafür, dass Selen in ein ungiftiges Gas verwandelt wird. "Wir sehen, dass die effektivsten Filter für Giftstoffe in der Natur selbst vorkommen", so Terry.

Das Projekt der Universität von Berkeley ist ein Teil eines Forschungsauftrages, der sich mit den Risiken und Umweltproblemen im Central Valley, dem Hauptanbaugebiet für Obst und Gemüse im Bundesstaat Kalifornien, beschäftigt. Auch die Universitäten von Davis und Riverside sind mit der Erforschung der Umweltrisiken beauftragt. Die toxischen Wirkungen von Selen sorgten 1983 für Schlagzeilen: damals wurden im Kesterton National Wildlife Refuge nahe des San Joaquin Valley hohe Anteile von verseuchtem Wasser gefunden, das aus der Landwirtschaft stammte.


 

Pflanzliche "Staubsauger" säubern verseuchte Böden
Arabidopsis halleri wegen Schwermetall-Toleranz im Visier deutscher Forscher
 

Die Düngung von Ackerflächen mit industriellem Klärschlamm führt dazu, dass sich die natürlicherweise eher selten vorkommenden toxischen Metallverbindungen immer mehr in den oberen Bodenschichten anreichern. Dort bleiben sie, weil sie nicht abbaubar sind oder werden von Pflanzen aufgenommen und gelangen so in die menschliche Nahrungskette. Stephan Clemens vom Institut für Pflanzenbiochemie in Halle http://www.ipb-halle.de/index2.htm forscht an "pflanzlichen" Staubsaugern (so genannten Metallhyerakkumulierern), die Schwermetalle von Natur aus besser tolerieren als andere. Als vielversprechend erweist sich die eng mit der genetischen Modellpflanze Arabidopsis thaliana verwandte Arabidopsis halleri.
 

Im Gegensatz zur äußerst gut erforschten Thaliana toleriert und speichert die Halleri Cadmium sowie Zink. Beim Aktivitätsvergleich mehrerer Gene fanden die Wissenschaftler, dass in der metalltoleranten Halleri etwa 20 Gene stärker angeschaltet werden als in Thaliana. Dies bedeutet: Innerhalb der Pflanzenzellen werden bestimmte Eiweiße, die für die Metalltoleranz offenbar bedeutsam sind, in viel größerer Menge produziert. Einige dieser Gene tragen z.B. die Information von Eiweißen, die an der Herstellung bestimmter Metalltransporter beteiligt sind.
 

Sind die Funktionen der Gene zur Gänze geklärt, ist es prinzipiell möglich, schnell wachsende Pflanzen gentechnisch so zu verändern, dass sie besonders viel der toxischen Schwermetalle in ihren Blättern speichern. Diese Pflanzen könnten auf verseuchten Böden ausgesät und nach der Wachstumsphase einfach abgeerntet werden - mit ihnen ein Großteil der giftigen Stoffe. Nach dem Verbrennen der abgeernteten Pflanzen könnte man die Schwermetalle in hochkomprimierter Form deponieren. Bislang löst man dieses Problem auf eine andere Art: der verseuchte Boden wird rund einen Meter tief abgetragen und im Ganzen eingelagert. Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler die Funktion weiterer der stärker aktivierten DNA-Abschnitte der Halleri klären.
 


 

Neues Seminarheft der Umweltberatung

An die 60 Kurse, Seminare und Schulungen sind im neuen Seminarheft der Umweltberatung übersichtlich zusammengefasst. "Mit diesen Veranstaltungen wollen wir lebendiges und praxisorientiertes Wissen vermitteln. Kenntnisse, die helfen, das tägliche Leben und das persönliche Umfeld ökologischer und lebenswerter zu gestalten", beschreibt Umwelt-Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka das neue Seminarangebot. "Niederösterreich ist stolz darauf, dass ‚die umweltberatung‘ bereits seit 15 Jahren als wichtige Bildungsorganisation im Land arbeitet. Jährlich werden rund 100 Bildungsveranstaltungen für verschiedene Zielgruppen organisiert, das Angebot wird ständig erweitert und an die gesellschaftlichen Veränderungen angepaßt", so Sobotka weiter.

41 Seiten mit fast 60 Veranstaltungen zu den verschiedensten Themen machen Lust auf Umweltschutz im Alltag und bieten das fachliche Know-how: Von "Bio-Kochkursen für Singles" über Vorträge zum Thema "Bioweckerl oder Milchschnitte - Gesunde Ernährung" über "Ökotipps zum Waschen und Reinigen" und "Feng Shui im Garten" bis zum mehrtägigen Hausbauseminar "Bauen mit der Sonne - der Weg zum Öko-Solarhaus" reicht die Angebotspalette.

Bestellungen: "die umweltberatung", e-mail niederoesterreich@umweltberatung.at, Telefon 02742/718 29.


 


 

Sonnenlicht reinigt Wasser
Photokatalysator
 

Einen Photokatalysator, der Sonnenlicht nutzt, um verschmutztes Wasser zu reinigen, haben Wissenschaftler der Universität des Saarlandes in Saarbrücken http://www.uni-saarland.de/ entwickelt. Sie hatten verschiedene Metall-Oxide entdeckt, die in Verbindung mit anderen metallischen Stoffen Sonnenlicht absorbieren und mit Hilfe dieser Energie den Luftsauerstoff mit den organischen Substanzen im Wasser reagieren lassen. Die Verunreinigungen werden dadurch in Kohlendioxid umgewandelt, ganz so, als wären sie verbrannt worden.
 

In einigen aufwändigen Verfahren wird mittels Ozon oder ultraviolettem Licht verschmutztes Wasser von organischen Substanzen gereinigt - etwa von Bakterien aus dem Abwasser oder krebserregenden PCBs. Eine vielversprechende Alternative könnte der Photokatalysator Titaniumdioxid werden. Wird er ultraviolettem Licht ausgesetzt, oxidiert er die organischen Stoffe im Wasser. Allerdings liegen nur drei Prozent des Sonnenlichts im ultravioletten Bereich, so dass die Methode bei der alleinigen Verwendung von Sonnenlicht nicht effektiv ist.
 

Bei ihren Experimenten gelang es den Saarbrücker Forschern, die Wirksamkeit der Methode signifikant zu erhöhen, indem sie dem Titaniumdioxid Wolfram- und Zinnoxid hinzufügen. Diese teilen einige der Eigenschaften, die Titaniumdioxid zu einem Photokatalysator machen, zeigen allein jedoch keine Wirkung. Die Experimente wurden im Fachmagazin "Nature" http://www.nature.com veröffentlicht.


 


 

Umweltschützer protestieren gegen CD-Schwemme von AOL
Aktivisten sammeln eine Millionen Zugangs-CDs
 

Mit einer spektakulären Protestaktion wollen amerikanische Umweltschützer auf die Ressourcenverschwendung durch den Online-Dienst AOL http://www.aol.com hinweisen. Die Initiative plane, eine Mio. der von AOL landesweit gratis verteilten Zugangs-CDs zu sammeln und anschließend auf dem Gelände des AOL-Hauptquartiers aufzuschütten, berichtete der Informationsdienst "The Register".
 

Obwohl die Aktion derzeit nur mühsam anlaufe, seien die Initiatoren sicher, die gewünschte Zahl von einer Mio. Werbe-CDs sammeln zu können. Unabhängig davon fordern die Aktivisten auf ihrer Webseite http://www.nomoreaolcds.com dazu auf, unverlangt zugesandte AOL-CDs auf Kosten von AOL an den Absender zurückzuschicken. In einer Mitteilung auf ihrer Internetseite versichern die Protestinitiatoren zugleich, dass sie nichts gegen AOL hätten, jedoch der Verschwendung von Rohstoffen durch die unsinnige CD-Verbreitung Einhalt gebieten wollten.


 

Verbrennung von Kohle erhöht die Quecksilberwerte im Boden
Bau weiterer Kohlekraftwerke in den USA könnte Emissionen hochtreiben
 

 Wissenschaftler des Rensselaer Polytechnic Institute http://www.rpi.edu haben auf dem Grund des Central Park Lake in New York große Mengen an giftigen Quecksilber-Ablagerungen entdeckt. Die gemessenen Quecksilber-Werte waren bis zu zehnmal höher als in Industriegebieten. Die Forscher führen die Verunreinigung auf die Verbrennung von Kohle zurück, bei der Quecksilber freigesetzt wird. Es kann sich in Böden ablagern und Wasser und Luft verschmutzen.
 

"Die Quecksilber-Ablagerung im Boden ist die höchste, die ich jemals festgestellt habe" sagt Richard Bopp, Umweltexperte und Professor am Rensselaer Polytechnic Institute. Bopp und seine Kollegen hatten Sedimente untersucht, die bis 1860 zurückdatiert werden konnten. In dieser Zeit verfeuerten Industrieunternehmen und private Haushalte in New York riesige Kohlenmengen. Die höchsten Werte fand Bopp in Ablagerungen von Anfang des 20. Jahrhunderts, als die Kohlenutzung in der Stadt ihren Höhepunkt erreicht hatte.
 

Die Forschungsergebnisse werfen ein negatives Licht auf Pläne, wegen der kalifornischen Energiekrise weitere Kohlekraftwerke in den USA zu bauen. Der Ausstoß gesundheitsschädlicher Emissionen wird sich dann bis zum Jahr 2010 voraussichtlich um zehn bis 30 Prozent erhöhen, bemängelt die Umweltbehörde Environmental Protection Agency (EPA) http://www.epa.gov. Bereits heute gelangt aus den Kohlekraftwerken der USA pro Jahr rund 52 Tonnen Quecksilber in die Luft.
 


 

Pflanzen reinigen Böden von Schwermetallen
US-Forscher finden Pflanzengen, dass für die Aufnahme der Metalle verantwortlich ist
 

 Pflanzengenetiker der Purdue University http://www.purdue.edu in West Lafayette identifizierten nun die Gene, die für die Aufnahme von Metallen beim Pflanzenwachstum verantwortlich sind. Böden, die mit Schwermetallen versucht sind, könnten so in Zukunft durch den Anbau von speziellen Grüngewächsen gereinigt werden. Wie sie in dem Fachblatt Proceedings of the National Academy of Science http://www.pnas.org berichten, soll eine Bodensanierung mit diesen Genpflanzen deutlich einfacher und günstiger ausfallen als mit den bisherigen Reinigungsmethoden.
 

 

"Nun versuchen wir, diese Gene in das Erbgut bestimmter Pflanzen einzubauen, um diese zum Speichern von Metallen anzuregen", sagt David E. Salt, Professor für Pflanzenphysiologie. Sie entdeckten die Gene bei der Wildpflanze Thlaspi goesingense, die in den österreichischen Alpen vorkommt. Diese Pflanze speichert das im Boden enthaltene Metall Nickel in hohlförmigen Zellen, den Vakuolen. "Diese Pflanze speichert bis zu ein Prozent Nickel im Verhältnis zu ihrer Biomasse", hebt Salt heraus. Da es insgesamt rund 350 Arten gibt, die Metalle wie Zink, Kupfer, Cadmium oder Mangan beim Wachstum aufnehmen, hoffen die Forscher, für jede Art der Bodenverseuchung spezielle Reinigungspflanzen entwickeln zu können.
 

Den Grund für diese herausragende Eigenschaft liegt vermutlich darin, dass sich die Pflanzen durch die hohe Metallkonzentration vor der Fressgier der Insekten schützen wollen. "Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Käfer und wollen Blätter mit einem Prozent Nickel fressen. Das wird nicht zu gut schmecken", so Salt. Auch radioaktive Substanzen könnten mit diesen Pflanzen aus den Böden gefiltert werden. Lässt man solche Pflanzen fünf bis zehn Jahre wachsen, könnten die Böden gesäubert sein. Im Vergleich zu den bisher angewendeten Verfahren wäre diese so genannte Bioremediation sehr viel günstiger und einfacher einzusetzen. Auch für eine ausgewogene Ernährung könnten solche genveränderten Pflanzen sinnvoll sein. Denn der menschliche Körper braucht eine gewisse Menge an Spurenelementen wie Selen oder Eisen, die er so aus rein pflanzlicher Nahrung gewinnen könnte.
 


 

Zerkleinertes Holz filtert Umweltgifte aus Wasser
Methode soll Gewässer vor verschmutztem Regenwasser schützen
 

Zerschnitzeltes Espenholz filtert Umweltgifte aus verschmutztem Wasser. Das haben Wissenschaftler der University of Rhode Island http://www.uri.edu/ festgestellt.
 

Die Forscher untersuchten, wie Regenwasser von Öl, Benzin, Ruß und anderen Verschmutzungen befreit werden kann, ehe es in die Flüsse strömt und die Umweltgifte in den Gewässern ablagert. Vor allem bei heftigen Regenschauern werden solche toxischen Stoffe von den Straßen gespült. Die Wissenschaftler wollen mit ihrer Methode die Effektivität von Wasseraufbereitungsanlagen wie jener in Providence steigern: 1999 waren dort im Zuge einer Highway-Verlegung drei Auffangbecken für Regenwasser gebaut worden, um die Verschmutzungen aus dem Wasser zu filtern, ehe es von der Autobahn in die Narragansett Bucht fließt.
 

Starker Regen spült jedoch mehr und schneller Schadstoffe in diese Auffangbecken. Das hat zur Folge, dass die Stoffe nicht genügen Zeit haben, sich vollständig am Boden der Becken abzusetzen. In dem Wissen, dass sich Verschmutzungen leicht an organischem Material festsetzen, pumpten die Forscher im Laborversuch mit Pyren verseuchtes Wasser durch Holzstückchen. Pyren gehört zu einer Gruppe von Kohlenwasserstoffen, die bei unvollständiger Verbrennung von organischem Material freigesetzt werden. Bei dem Versuch wurden 97 Prozent der Chemikalie aus dem Wasser herausgefiltert.
 

Weitere Tests sollen jetzt Aufschluss darüber liefern, ob unterschiedliche Holzarten auch verschiedene Filtereigenschaften besitzen. Besonderes Interesse gilt dabei der Kiefer - in der Region ist es das billigste Holz. Nach Abschluss der Laborversuche planen die Wissenschaftler, im nächsten Jahr mit der Feldforschung in der Wiederaufbereitungsanlage in Providence zu beginnen.
 


 

Forscher untersuchen Schadstoffabbau im Ackerboden
Lysimeter erlauben Experimente unter realitätsnahen Bedingungen

Dem Verbleib von Pflanzenschutzmitteln und Industriealtlasten im Boden spüren Jülicher Forscher http://www.fz-juelich.de nach. Mit Hilfe von so genannten Lysimetern (Edelstahlzylinder) wollen sie feststellen, unter welchen Bedingungen Schadstoffe zu harmlosen Verbindungen abgebaut werden oder aber ungefiltert ins Grundwasser gelangen.

Für ihre Forschungen trieben die Wissenschaftler mit Hilfe von Winden die 2,50 Meter hohen Lysimeter in Ackerböden und konnten so naturidentische "Erdquerschnitte" mit ins Labor nehmen. Die Felder im Miniatur-Format sollen jetzt bepflanzt, gedüngt und mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden. Die Jülicher Forscher interessiert vor allem, was aus dem Lysimeter unten wieder herausfließt, denn eben diese Stoffe gelangen in der Praxis möglicherweise ins Grundwasser. Pro Jahr werden in Deutschland etwa 30.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft eingesetzt.

Das Hauptaugenmerk der Untersuchungen liegt auf dem Zusammenspiel von Wasserkreislauf und Bodenstruktur beim Transport von Schadstoffen. Dafür müssen die Bedingungen im Miniacker so realitätsnah wie möglich gestaltet werden. Von so genannten "Kapillarkräften" im Boden hängt es beispielsweise ab, wie schnell Flüssigkeiten durch das Erdreich wandern. Deshalb legen die Forscher an die siebartige Bodenplatte des Lysimeters eine Saugspannung an, die der im natürlichen Ackerboden entspricht.

Um zu verfolgen, wie sich der Wassergehalt des Bodens verändert, wenn Feuchtigkeit an der Oberfläche oder über den Pflanzen verdunstet, stellen die Wissenschaftler die Lysimeter auf empfindliche Waagen. Diese können Gewichtsänderungen von bis zu 100 Gramm pro Quadratmeter nachweisen. Im befüllten Zustand sind die Zylinder selbst zwölf Tonnen schwer. Letztlich wird nicht einmal die Umgebungstemperatur der Lysimeter dem Zufall überlassen. Die Forscher haben eine Standleitung zu einem zehn Kilometer entfernten Versuchsfeld aufgebaut, von dem aus sie ständig die Temperatur aus anderthalb Metern Bodentiefe abfragen. Online werden die Daten an die Klimasteuerung der Lysimeter-Anlage weitergeleitet. So herrscht im Labor immer die gleiche Temperatur wie im Ackerboden.

 


Mikrobe frisst Umweltgift
Organismen bauen Benzol aus sauerstofffreier Umgebung ab

Wissenschaftler der Southern Illinois University Carbondale (SIUC) http://www.siu.edu haben zwei Mikroorganismen isoliert, die toxisches Benzol, den Hauptbestandteil von Benzin und Petroleum-basierten Brennstoffen, fressen. Die Organismen sind bekannt als die in der Fachsprache bezeichneten Dechloromonas-Stämme RCB und JJ. Sie oxidieren Benzol unter Ausschluss von Sauerstoff zu Kohlendioxid.

Obwohl sich Benzol in der Atmosphäre leicht abbaut, gestaltet sich die Entfernung aus der sauertofffreien Umgebung als äußerst schwierig. "In kontaminierten Gebieten sind die Sauerstoffkonzentrationen sehr niedrig. Ohne Sauerstoff geht der biologische Abbau von Benzol im Schneckentempo vor sich", erklärte der Mikrobiologe John Coates von der SIUC. Diese Organismen könnten den Prozess beschleunigen und Vorgänge, die bisher 70 Tage benötigten auf rund sieben Tage reduzieren. Die Mikroben sind überall anzutreffen und fanden sich in Coates Proben sowohl in der Nähe der Universität als etwa auch in der Antarktis.

Hauptverursacher von ausgetretenem Benzol sind ausgelaufenes Öl und lecke unterirdische Tanklager. Benzol führt nicht nur zur Verschmutzung von Grundwasser, es lagert sich auch im Boden und Sedimenten ab. Beim Menschen kann es langfristig zu Krebs führen.


 


Sibiriens Eisboden wird zu Schlamm
WWF warnt vor Auswirkungen des Klimawandels

Unter dem Einfluss des weltweiten Klimawandels taut der flächendeckend gefrorene Permafrost-Boden in grossen Teilen Sibiriens auf. Das geht aus einer Studie der Russischen Akademie der Wissenschaften http://www.ras.ru hervor, die der World Wide Fund http://www.panda.org beim zehnten "Arctic Council" der Arktis-Anrainerstaaten im finnischen Rovaniemi vorgestellt hat. Die Studie wurde für die Arctic Climate Impact Assessment (ACIA) Konferenz in St. Petersburg angefertigt. http://www.panda.org/news/press/news.cfm?id=2376

Laut Studie hat sich der Wasserstand der großen Ströme Sibiriens wie Jennissej oder Lena im Lauf der letzten Jahre deutlich erhöht, obwohl in den Einzugsgebieten der Flüsse weniger Regen und Schnee gefallen ist. Deshalb müssen die zusätzlichen Wassermassen aus dem Boden der Tundra stammen, folgern die Forscher. Da Permafrostboden ein gefrorenes Gemisch aus Erde und Steinen ist, sei zu befürchten, dass sich die getauten Teile des Bodens in gewaltige Schlammwüsten verwandeln, warnt Peter Prokosch vom WWF Arktis-Programm. Der Lebensraum würde dadurch komplett verändert, menschliche Siedlungen müssten aufgegeben werden.

Die erhöhte Menge an Süßwasser aus den vielen großen Flüssen Sibiriens könne laut WWF auch die Salzkonzentration im arktischen Meer zur Folge haben. Dadurch könnten neue Meeresströmungen entstehen, die dann ihrerseits zur Klimaveränderung beitrügen. Das bekannteste Beispiel für die klimatischen Auswirkungen veränderter Meeresströmungen ist der Golfstrom. Käme er zum Stehen, droht in Nordeuropa eine neue Eiszeit anzubrechen. Der WWF fordert die Arktis-Anrainerstaaten auf, beim UN-Klimagipfel im Juli in Bonn, Stellung für eine schnelle Umsetzung des Kyoto-Protokolls zu beziehen.



Traditionelles Wissen hilft bei Ökokatastrophen
Indigene Völker haben in Notlagen besseres Management

Eingeborene haben in tropischen Gebieten über viele Jahrhunderte hinweg optimierte Systeme zur Bewältigung von Ökokatastrophen gefunden. Ihre Methoden sind besser für die Umwelt als die der Industriestaaten. Zu diesem Ergebnis sind schwedische Forscher um Johan Colding vom Institut für Systemökolgie gekommen. Die Forscher haben ihre Arbeit beim Kongress "Building bridges with Traditional Knowledge" http://www.botany.hawaii.edu/traditionalknowledge , der derzeit in Honolulu stattfindet, präsentiert.

"Bei Katastrophen ist zunächst einmal die Ursache zu unterscheiden. Einerseits handelt es sich um biotische Katastrophen, die durch Invasionen fremder Tiere wie Insekten oder Schädlinge verursacht wurden, andererseits handelt es sich um abiotische Ursachen wie Buschfeuer oder Wirbelstürme. In beiden Fällen haben Eingeborene im Laufe von Jahrhunderten geeignete Mittel gefunden, die Zerstörung rasch wieder zu beseitigen und das Leben neu zu organisieren", so Colding. Die Wiederherstellung sei auch für ein wirtschaftliches Handeln immens wichtig. "Wenn die Situation außer Kontrolle gerät, kostet das sehr viel Geld."

Die schwedischen Forscher haben in verschiedenen Untersuchungen in tropischen Gebieten untersucht, wie die lokale Bevölkerung auf solche Katastrophen reagiert. Anhand von Küstensiedlungen im Südseestaat Samoa, die häufig Wirbelstürmen ausgesetzt waren und Siedlungen im Bramaputra-Delta in Bangladesch, die alle zehn bis 20 Jahre von Überschwemmungen heimgesucht werden, erkannten die Wissenschaftler, dass das Katastrophenmanagement der lokalen Bevölkerung besser funktionierte als konventionelles Ressourcenmanagement. Die konventionellen Methoden waren häufig durch eine rasche Wiederaufnahme des normalen Ursprungs gekennzeichnet, was aber nach einiger Zeit zu noch größeren Katastrophen führte. "Manche Wälder wie die der gemäßigten Klimazonen brennen in regelmäßigen Abständen. Eine Brandverhinderung führt dort nach einigen Jahren zu extremen Brandkatastrophen", so Colding.



 

Sonnenblumen reinigen verseuchte Böden schneller
Blumen binden abgelagerte Schwermetalle effektiv
 

Sonnenblumen sollen nach Meinung jugoslawischer Forscher mit Uran verseuchte Äcker reinigen. Zwar nehmen auch Mais und Soja das Schwermetall auf, doch Sonnenblumen wachsen schneller und reichern in ihrem Gewebe besonders viel Uran an. Dadurch säubern sie Böden zwei bis drei Mal schneller als Mais und Soja. Das berichtete der Forscher Ljubinko Jovanovic von der Universität Belgrad http://www.bg.ac.yu auf dem Treffen der Gesellschaft für experimentelle Biologie in Canterbury.
 

Das Forscherteam vom jugoslawischen Zentrum für Pestizid- und Umweltforschung experimentiert mit Pflanzen und Bakterien, um Äcker von Schwermetallen wie Quecksilber, Blei oder Uran zu reinigen. "Bei solchen Versuchen geht es zunächst darum, die giftigen Metalle aus der Nahrungskette zu entfernen", so Phil Whit vom Internationalen Gartenforschungs-Institut im Wellesburne. Wichtig ist aber auch daran zu denken, wie die Pflanzen entsorgt werden. Einen Vorteil gebe es bei dieser Art der Wiederaufbereitung: In Pflanzen sind die Metalle weniger giftig und einfacher zu handhaben als in der Umwelt.
 


 

Haie vom Aussterben bedroht
Jagd nach Haifischflossen lässt viele Arten rapide schrumpfen

Die amerikanische Naturschutzorganisation WildAid http://www.wildaid.org warnt davor, dass viele Haie massiv vom Aussterben bedroht sind. Grund für die Befürchtung ist das "Shark-Finning", die Jagd nach Haifischflossen, die rund 100 Mio. Tieren im Jahr das Leben kostet. Die meisten Flossen landen in Luxusrestaurants Asiens, wo für eine Portion Haifischflossensuppe bis zu 150 Dollar verlangt werden.

WildAid klagt darüber, dass auch in sogenannten Marine Parks, also besonders geschützten Meeresparks und Naturreservaten, viele Haie illegalen Fischern zum Opfer fallen. Besonders grausam ist dabei die Tatsache, dass den Tieren bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten und die schwer verwundeten Tiere anschließend wieder ins Wasser geworfen werden. Ellicer Cruz, Direktor des Galapagos National Park Service, beklagt, dass auch auf den Galapagos-Inseln das illegale Hai-Fischen in den vergangenen Jahren stark zugenommen habe. "Das ist ein profitables Geschäft und hat zur Bildung einer regelrechten Mafia geführt, daher ist es sehr schwer, diese Machenschaften zu stoppen. Außerdem könnte das zur Korruption der gesamten Institution führen."

Nach Aussagen der WildAid Organisation erinnert das Abschlachten der Haie sehr an die Jagd nach Elfenbein. Haie hätten ein schlechte Presse gehabt und der Slogan "Nur ein toter Hai ist ein guter Hai" habe sich durchgesetzt. Haie spielen aber gerade in der wichtigen Nahrungskette des gesamten Meeres eine wichtige Rolle. Inzwischen stehen zwar einige der Tiere in einigen Ländern unter Schutz. Das Thema sei so wichtig, dass es auch bei der Konferenz der internationalen Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) http://www.fao.org, die vom 26. bis 28. Februar in Rom stattfindet, diskutiert werden müsse.

WildAid-Direktor Peter Knights argumentiert auch damit, dass ein einzelner lebender Hai als Devisenbringer für den Tauch-Tourismus tausende Dollars bringen könne. Das müsse jedoch erst in die Köpfe der Menschen. Das sollte geschehen, bevor die letzten Haie ihre Runden ziehen, so der Umweltschützer. Wissenschaftlich ist nicht nachgewiesen, dass Haifischflossen irgendwelchen positiven medizinischen Effekte auf die Gesundheit des Mannes haben, vielmehr ist es ein Prestige zu besonderen Anlässen Haifischflossen als besondere Spezialität anzubieten.

Weitere Informationen: http://www.wildaid.org/Sharks/index.html

 


 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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Stand der letzten Bearbeitung:
 13.02.2007 03:34:21
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