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Erde droht weiterer
Verlust der Artenvielfalt
Wissenschaftler weisen zusätzlich neun
Öko-Krisengebiete aus
Die Zahl der bedrohten Biodiversitäts-Hotspots ist
erneut um neun Gebiete gestiegen. Zu diesem Schluss kommen mehr als
400 Ökologen, die über einen Zeitraum von vier Jahren eine weitere
Studienanalyse über die Artenvielfalt auf der Erde durchgeführt
haben, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature
http://www.nature.com . Seit 2000 sind weitere Gebiete durch
menschliches Zutun unter extremen Druck geraten.
Ein Hotspot ist ein Gebiet mit mindestens 1.500 einzigartigen oder
endemischen Spezies (sowohl Pflanzen als auch Tiere), von denen 70
Prozent durch Rodung oder invasive Arten verloren gingen. Die
Forscher haben im Jahr 2000 insgesamt 34 solcher Hotspots weltweit
ausgemacht. In diesen leben drei Viertel aller bedrohten Säugetiere,
Vögel und Amphibien. Etwa die Hälfte aller Pflanzenarten und 42
Prozent der Land-Wirbeltiere leben nur in diesen Regionen.
Anlässlich der Präsentation der Studie der Umweltorganisation World
Conservation International
http://www.conservation.org wurde auch die Online-Database
http://www.biodiversityhotspots.org/xp/Hotspots vorgestellt.
Darin enthalten sind sämtliche Regionen, die bedroht sind. Darüber
hinaus wurde ein Buch zum Thema veröffentlicht. "Die größte
Konzentration der Biodiversität befindet sich in Staaten, die sich
eine Unterschutzstellung am wenigsten leisten können", so Thomas
Brooks, Direktor der World Conservation International. Zu den neu
ausgewiesenen bedrohten Regionen zählen etwa die ost-melanesischen
Inseln, die Region Himalaya und die Wüsten am Horn von Afrika.
Die Wüsten am Horn von Afrika sind Lebensraum für zahlreiche sehr
seltene Pflanzen. "Die Zahl der dort lebenden Spezies ist weitaus
höher als Forscher dies bisher annahmen", so Brooks. Das 930.000
Quadratkilometer große äthiopische Hochland beherbergt mehr als
2.500 endemische Pflanzen. Zu den lokalen Pflanzen gehören auch
Spezies, deren Produkte seit Jahrtausenden verwendet werden wie etwa
Weihrauch, Myrrhe und Zinnober. Die Region ist durch unkontrollierte
Jagd und andere menschliche Aktivitäten bedroht.
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Polareis schmilzt
deutlich schneller
Britische Forscher: 13.000 Quadratkilometer
Verlust in 50 Jahren
Alarmierende Befunde über das Abschmelzen der
antarktischen Eisdecke haben Forscher der British Antarctic Survey
(BAS)
http://www.antarctica.ac.uk geliefert: Demnach sind in den
vergangenen 50 Jahren mehr als 13.000 Quadratkilometer
Meer-Eisfläche verschwunden, berichtet BBC-Online.
Die BAS-Forscher haben anlässlich der Climate Change Conference
http://www.stabilisation2005.com , die derzeit in Exeter
stattfindet, vor den Folgen gewarnt. Wenn das Meer-Eis abgeschmolzen
ist oder stark zurückgeht, kann es die Gletscher nicht mehr
zurückhalten. Ein Resultat dieser Bewegung ist, dass die Gletscher
bis zu sechs Mal schneller in den Ozean fließen als sonst.
BAS-Forscher haben das Schmelzen des Meer-Eises in der Arctic
Peninsula festgestellt. Die zweite Region des Kontinents, die
offensichtlich stark betroffen ist, ist die westliche Antarktis, wo
wärmeres Meerwasser das Eis von unten her quasi erodiert.
Die Polarforscher gehen davon aus, dass die Gefahr des Ansteigens
des Meeresspiegels von den meisten unterschätzt wird. Dass der
globale Meeresspiegel durch das Schmilzen der Polareisdecke
ansteigen wird, daran besteht nach Angaben der Experten kein
Zweifel. Fraglich bleibt nur, um wie viel. |

Davos:
Staatsoberhäupter kriegen Ökobilanz
Wissenschaftler präsentieren globales Ranking der
saubersten Länder
Staatsoberhäupter und Regierungsbeamte erhalten
beim World Econonmic Forum in Davos ein Ranking über die Ökobilanz
von 146 Nationen. Ausgewiesen sind dabei der Grad an Nachhaltigkeit
der jeweiligen Länder. An der Spitze der Liste steht Finnland,
gefolgt von Norwegen, Uruguay, Schweden und Island. An letzter
Stelle steht Nord-Korea, berichtet das Wissenschaftsmagazin Nature
http://www.nature.com .
Experten der beiden US-Universitäten Yale und Columbia haben 21
Indikatoren für die Nachhaltigkeit aufgelistet. Dazu zählen etwa
Treibhausgas-Emissionen, Wasserqualität und Müllentsorgung. Die
Auflistung entspricht sozusagen dem durchschnittlichen Wert eines
Landes. Finnland steht auch wegen seines Wohlstandes und der
geringen Bevölkerungsdichte an der Spitze. Eine hohe Punkteanzahl
bedeute insbesondere, dass es ein echtes Potenzial gebe, die Umwelt
in den kommenden Jahrzehnten erfolgreich zu schützen, so Alex de
Sherbinin von der Columbia University, der an der Erstellung des
Index mitgearbeitet hat. Indikatoren dafür sind etwa die Reinhaltung
von Trinkwasserreserven, die Verhinderung von Luftverschmutzung und
der Erhalt der Biodiversität, ergänzt der Co-Autor Marc Levy.
Dass die Auflistung kein Freibrief für Selbstgefälligkeit ist,
ergänzen die Forscher. So liege beispielsweise Brasilien an elfter
Stelle. Dennoch ist die Artenvielfalt dieses Landes durch massive
Abholzung der Regenwälder bedroht. Nicht alle EU-Länder nehmen
Plätze in den vorderen Rängen ein. Österreich, das an zehnter Stelle
rangiert, zählt zu den besten. Deutschland liegt an 33. Stelle,
Griechenland an 67. Die hintersten Plätze nehmen Taiwan,
Turkmenistan, Irak und Usbekistan ein.
"Politische Probleme und Druck auf die Umwelt gehen häufig
miteinander einher", so Levy. Zentralistisch geführte,
undemokratische Systeme haben in der Regel Probleme auch
Umweltfragen erfolgreich zu bewältigen. Es scheitere oft daran, dass
Anliegen der Bevölkerung von Politikern nicht wahrgenommen werden.
Es sei nicht Sinn und Zweck des Rankings, Politiker oder
Wirtschaftsvertreter bloß zu stellen, erklärt Levy. Das schlechte
Abschneiden Großbritanniens wird Premierminister Tony Blair dennoch
extrem stören. Blair hatte nämlich die USA wegen der
Nicht-Ratifizierung des Kyoto-Protokolls heftig kritisiert. Die USA
nehmen im Ranking allerdings Platz 45 ein, während Großbritannien
nur an 66. Stelle liegt. Dieses Ergebnis wird sicherlich
Kopfschütteln hervorrufen.
Weitere Informationen:
http://www.yale.edu/esi/ESI2005_Main_Report.pdf
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Umweltorganisation
kritisiert Siedlungspolitik in Tsunami-Regionen
Nachhaltiges Management von Küsten-Ökosystemen
wesentlich
Falsche Siedlungspolitik ist ein Mitgrund dafür,
dass die Opferzahl der verheerenden Flutwellen in Süd- und
Südostasien dermaßen hoch ist. Tourismusanlagen, Shrimpfarmen und
Städtebau haben dazu geführt, dass die Schutzwälder Mangroven
gerodet wurden. Die Menschen sind immer näher an die Küstenlinien
gezogen. Die World Conservation Union IUCN
http://www.iucn.org
fordert daher, bei zukünftigen Bebauungsplänen mehr Wert auf
ökologische Richtlinien zu setzen.
Besonderen Schutz bilden die Stelzwurzelbäume der
Küstenmangrovenwälder. Diese wertvollen Ökosysteme, die zudem auch
noch Lebensgrundlage und Unterschlupf für viele Tiere bilden, zählen
zu den gefährdeten Küstenlandschaften, die in vielen Regionen
vollständig gerodet wurden. Mangroven sind eine wirksame Barriere
gegen Wirbelstürme und gegen drohende Bodenerosion und sie filtern
Schadstoffe, die ansonsten direkt ins Meer laufen würden aus. 40
Prozent aller auf der Erde vorkommenden Mangrovenwälder befinden
sich in Asien. Der größte Verlust wurde ebenfalls von diesem
Kontinent berichtet. Zumeist wurden dort, wo Mangroven waren,
Shrimpfarmen oder touristische Anlagen errichtet. Vor allem in den
vom Tsunami betroffenen Ländern Thailand, Indonesien, Indien und Sri
Lanka ist es in den vergangenen Jahrzehnten zu massiven Rodungen
gekommen.
Für eine tatsächliche Schadensbilanz in Bezug auf die Ökologie der
betroffenen Länder sei es aber noch zu früh, meinen die
Umweltexperten. Fest steht allerdings jetzt schon, dass die Gewalt
des Tsunami schwerste Schäden an den Ökosystemen hinterlassen hat.
Die Folgen für die Bewohner der Region werden noch sehr lange
spürbar bleiben. Allein in Thailand wurden zwölf Nationalparks
schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die Schäden an den Korallenriffen
vor den Küsten dürften nach ersten vorsichtigen Schätzungen ebenso
gewaltig sein. Die Region
Thailand-Indonesien-Malaysia-Phillippinen-Nordaustralien zählt zu
den artenreichsten Gewässern der Erde. In keiner anderen Region
finden sich mehr Arten von Meereslebewesen. Nach Angaben des IUCN
sind auch Korallenriffe auf den Malediven und vor der
ostafrikanischen Küste zum Teil erheblich geschädigt worden.
Am Beispiel Sri Lankas wird die mangelhafte Besiedlungspolitik seit
der Kolonialzeit besonders deutlich. Die einstige Hauptstadt der
Insel, Kandy, befindet sich im sicheren Landesinneren. Der Großteil
der anderen Städte und Siedlungen ist erst im Laufe der vergangenen
Jahrzehnte immer näher zum Meer gerückt. Auch in Sri Lanka habe sich
nach Angaben der IUCN aber deutlich gezeigt, dass Regionen mit
gesünderen Ökosystemen weit weniger zerstört wurden.
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Mega-Smogfront aus
China als Umweltbedrohung
Braune Wolken sorgen für bodennahes Ozon über
Indischen Ozean
Gigantische Smogwolken über Südasien und dem
Indischen Ozean weiten sich zu einem interkontinantalen Problem aus.
Zu diesem Schluss kamen NASA-Wissenschaftler
http://www.nasa.gov/centers/ames/home/index.html beim
diesjährigen Treffen der American Geophysical Union in San
Franzisko. Die Forscher haben über die Ursache und die weiteren
Auswirkungen dieser "braunen Wolke", die neben Partikeln auch
gefährliches Ozon enthält, diskutiert, berichtet das Ames Research
Center.
"Die Rolle des Ozons ist mannigfaltig", so Robert Chatfield,
Forscher am Ames Research Center. Einerseits schützt Ozon in höheren
atmosphärischen Lagen davor, dass ultraviolette Strahlung von der
Sonne die Erde verbrennt. Bodennahes Ozon ist dagegen aggressiv und
chemisch sehr reaktiv. Es greift also viele andere Stoffe an und
kann deshalb Menschen, Pflanzen und Materialien schädigen. "Ozon ist
aber auch ein gewichtiges und gewaltiges Treibhausgas", so Chatfield.
Gerade diese Tatsache macht den NASA-Forschern Kopfzerbrechen, denn
die dicken braunen Wolken breiten sich über Kontinente hinweg aus
und haben damit auch tausende Kilometer weiter negative Auswirkungen
auf die Gesundheit der Menschen.
"Wir haben sowohl in den braunen Wolken als auch in natürlichen
Prozessen entdeckt, dass sie ungesunde Ozonwerte in der Troposhäre,
also jener Region der Erde in der wir leben, schaffen", erklärt
Chatfield. Die Forscher haben nämlich entdeckt, dass Ozon in der
Lage ist von der Schutzhülle der Stratosphäre in Bodennähe zu
wandern. Mit Hilfe des modernen Aura-Satelliten ist es den
Wissenschaftlern gelungen, genaue Messdaten über die braunen Wolken
zu liefern. Weitere Untersuchungen mit Wetterballonen haben
zusätzliche Informationen geliefert. Bisher steht jedenfalls fest,
dass bodennahes Ozon über dem Indischen Ozean aus den intensiv
bewirtschafteten Regionen Südasiens stammt. Unklar sind allerdings
immer noch die Auswirkungen dieser gewaltigen dicken Wolken.
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WWF kündigt vehementen Widerstand zum
Donauausbau an!
Als Antwort auf Verkehrsstaatssekretär Helmut Kukackas Plänen zur
Vertiefung der Donau kündigt der WWF Österreich vehementen rechtlichen
Widerstand für den Fall an, dass das BMVIT daran festhält, die Donau auf
2,80 Meter Tiefe auszubauen. Seit 1989 und der Aktion "Natur freikaufen" ist
die Naturschutzorganisation Grundbesitzerin der ca. 420 Hektar großen
Regelsbrunner Au. Daraus ergibt sich bei den anstehenden rechtlichen
Verfahren eine starke Parteienstellung für den WWF. "Wir werden mit allen
uns zur Verfügung stehenden Mitteln versuchen, dieses maximale
Ausbauszenario zu verhindern, auch im Namen der 120.000 UnterstützerInnen,
die damals den Freikauf ermöglicht haben," so Ulrich Eichelmann vom WWF. Die
von Staatssekretär Kukacka heute besonders betonte "adaptive Vorgangsweise",
also die schrittweise Umsetzung der Pläne, ändert nichts am Ziel des
Totalausbaus des BMVIT. "Letztlich droht ein durchgehender monotonisierter
Kanal mitten im Nationalpark."
Seit 1989 ist der WWF Grundbesitzer im Nationalpark (Regelsbrunner Au).
Damit einher gehen auch juristische Rechte im Zuge von Verfahren. Das
flussbauliche Gesamtkonzept mit der derzeitigen Vorgabe, die Donau auf 2,80
Meter Tiefe auszubauen, würde auch die Regelsbrunner Au beeinträchtigen.
Deshalb wird der WWF in den anstehenden Verfahren zur
Umweltverträglichkeits-Erklärung (UVE) seine Position als Anrainer vehement
wahrnehmen. "Bundesminister Gorbach und Staatssekretär Kukacka müssen sich
überlegen, ob sie ein Projekt forcieren wollen, das vielleicht niemals kommt
oder zumindest enorm verzögert werden wird. Oder ob sie ein Projekt
einreichen, das sich auf eine breite Akzeptanz stützen kann und entsprechend
rasch realisiert werden kann", so Ulrich Eichelmann. Weiters gibt der WWF zu
bedenken, dass von der Entscheidung in Österreich nicht nur die Zukunft des
Nationalparks abhängt, sondern auch die anderer wertvoller Augebiete, wie
etwa in Ungarn, Kroatien oder Bulgarien.
Tiefenpläne unnötig, teuer und unökologisch Für die angestrebten 2,80 Meter
Tiefe gibt es keinerlei internationale Erfordernis. "In den Leitlinien der
EU zu den Transeuropäischen Netzwerken (TEN) steht nichts über anzustrebende
Tiefen", so Eichelmann. Auch die verkehrstechnische Sinnhaftigkeit dieser
Vertiefung über die international akkordierte Tiefe hinaus (2,50 Meter) ist
äußerst zweifelhaft, wie einige Experten bisher feststellten. "Die
angestrebten 2,80 Meter entbehren jeder internationalen Notwendigkeit, wären
verkehrstechnisch sinnlos und ökologisch desaströs", so Eichelmann.
"Außerdem würden sie den ÖsterrreicherInnen zusätzliche Kosten verursachen,
weil durch die zusätzliche Tiefe ein deutlicher Mehraufwand ensteht."

Erneute Konflikte um
Kyoto-Protokoll
USA und Australien weigern sich - Argentinien
warnt vor Klimakrise
Armen Ländern muss mehr geholfen werden, damit sie
den Gefahren durch die Klimaveränderung nicht so sehr ausgesetzt
sind. Zu diesem Schluss kommen Klimaexperten bei der UN-Konferenz
gegen globale Erwärmung, die derzeit in Buenos Aires stattfindet. Am
Rande der Konferenz zeichnen sich erneut Konflikte auf, da sich
sowohl die USA als auch Australien weiterhin gegen eine
Ratifizierung des Protokolls wehren. Das Protokoll wird nämlich
Anfang Februar 2005 rechtswirksam.
Wie der argentinische Umweltminister Gines Gonzalez Garcia in seiner
Eröffnungsrede betonte, müssten Entwicklungsländer besonders vor den
Folgen der globalen Erwärmung geschützt werden. Argumente wie das
Protokoll treffe die US-Industrie unfair, weisen Umweltschützer seit
Jahren zurück. Die US-Regierung gehe einen eigenen Weg in der
Reduktion von Treibhausgasen, heißt es von offizieller Seite.
Präsident Bush ist der Ansicht, dass es zu teuer sei, die
CO2-Emissionen im Zeitraum von 2008 bis 2012 um 5,2 Prozent
gegenüber 1990 zu mindern. Außerdem argumentiert die US-Regierung
schließe das Protokoll Maßnahmen von Entwicklungsländern
fälschlicherweise aus.
Ähnlich argumentiert auch der australische Umweltminister Ian
Campbell, der sich an der Tatsache stößt, dass große Umweltsünder
wie die USA, China und Indonesien das Protokoll nicht ratifizieren
und dass Entwicklungsländer keinen Beitrag dazu leisten würden. Die
UN-Umweltorganisation UNEP
http://www.unep.org
hat im Vorfeld bereits damit argumentiert, dass die CO2-Senkung
des Kyoto-Protokolls nicht ausreichend sei. Daher unterzeichne
Australien das Protokoll nicht. Nötig wären nämlich Reduktionen von
50 bis 60 Prozent, meint Campbell. "Down Under" ist einer der
größten Pro-Kopf-Erzeuger von CO2 und sein Reichtum basiert auf den
großen Mengen natürlicher Ressourcen.
In Buenos Aires haben sich indessen etwa 6.000 Delegierte aus mehr
als 150 Ländern eingefunden, um über die Folgen der Klimaerwärmung
zu diskutieren. Im Zentrum der Stadt hat die Umweltorganisation
Greenpeace ein großes Modell der Arche Noah mit mehr als 30 Metern
Länge errichtet. Die Konferenz geht am 17. Dezember zu Ende.
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Industrie negiert
Chemiegefahren
Experten kritisieren Ignoranz gegen
wissenschaftliche Beweise
Klare wissenschaftliche Beweise über die
Gefährlichkeit von chemischen Substanzen werden von der chemischen
Industrie in Europa hartnäckig verneint. Zu diesem Schluss kommt ein
hochrangiger WHO-Mitarbeiter. Nicht nur die Tatsachen an sich würden
von der Industrie angezweifelt, sondern auch die wissenschaftlichen
erbrachten Beweise würden verneint, berichtet BBC-Online
http://news.bbc.co.uk .
Zur Sicherheit der Bevölkerung vor chemischen Substanzen, wurde von
der EU-Kommission im Oktober 2003 das REACH-(Registration,
Evaluation and Authorisation of Chemicals) Programm
http://europa.eu.int/comm/environment/chemicals/reach.htm
eingeführt. Dieses Programm soll eine sichere Produktion, Vertrieb
und Handhabung gefährlicher Substanzen regeln. "Die Durchsetzung
dieses Programms macht auch auf Seiten der chemischen Industrie
Änderung erforderlich", so Roberto Bertollini, Chef des Special
Health and Environment Programme der WHO-Europa. Der Experte wirft
dem European Chemistry Industry Council (CEFIC) eine sehr verzerrte
Ansicht zu wissenschaftlicher Literatur über Chemie und
Kindergesundheit im speziellen vor. "Um die Wirkungen von
Chemikalien zu verstehen, muss man sie in einem weiteren Kontext
betrachten", fordert der Fachmann. Es sei unverantwortlich eine
Korrelation zwischen Abgasen und Asthma zu leugnen. Das gleiche
gelte für Gifte wie Blei oder Quecksilber. Deren Gefahrenpotenzial
dieser ist in wissenschaftlichen Arbeiten ausführlich dokumentiert.
Der Forscher besteht darauf zu erwähnen, dass nicht alle Chemikalien
zu Gesundheitsschäden führen, aber unter gewissen Umständen stehen
gewisse Stoffe zweifellos in Verbindung mit Erkrankungen bei
Kindern. "Die Industrie leugnet vehement, dass es eine Verbindung
zwischen chemischen Verbindungen und Krankheiten gibt, selbst wenn
dies wissenschaftlich bewiesen ist", so Bertollini. Dies sei etwa
bei Atemwegserkrankungen verursacht durch Abgas-Partikel der Fall.
Seit Jahren versuchen Umweltorganisationen auch den Kampf gegen die
PVC-Industrie zu gewinnen. Doch die Lobby des Industriezweiges ist
sehr stark. Während der gesamten Produktlebenslinie wirft PVC
schwerwiegende ökologische Probleme auf. Es beginnt bei der
Herstellung mit dem krebserzeugenden Ausgangstoff Vinylchlorid,
Organochlorverbindungen und Schwermetallen, geht weiter mit
Emissionen beim Gebrauch von PVC-Produkten und endet mit dem bisher
ungelösten Entsorgungsproblem. So wurden in Laboruntersuchungen mehr
als 150 flüchtige organische Substanzen gefunden, die etwa aus
PVC-Bodenbelägen ausgasen, darunter Alkane/Alkene, aromatische
Kohlenwasserstoffe, Alkylphenole, Alkohole, Aldehyde, Ketone,
Carbonsäuren und Ester. Erhöhte Konzentrationen dieser Stoffe in der
Raumluft können Befindlichkeitsstörungen bis hin zu gesundheitlichen
Beeinträchtigungen hervorrufen. Im Brandfall entstehen aus
PVC-Produkten insbesondere Kohlenmonoxid, Chlorwasserstoff sowie
Dioxine und Furane.
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Höchst dotierter
Umweltjournalistenpreis Österreichs vergeben
Ökosoziales Forum, oekonews und Mostviertler
Basar als Gewinner
Der Hans-Kronberger-Umweltjournalistenpreis ist
gestern, Donnerstag, zum achten Mal vergeben worden. Die
diesjährigen Preisträger sind Ernst Scheiber vom Ökosozialen Forum,
oekonews.at und Wolfgang Strohmayer vom Mostviertel Basar. Der
jährliche Preis für die beste Umweltberichterstattung ist mit 11.000
Euro der höchst dotierte private österreichische Journalistenpreis.
Gestiftet wird er vom ehemaligen ORF-Redakteur und ehemaligen
EU-Abgeordneten Hans Kronberger
http://www.kronberger.net .
Das Ökosoziale Forum
http://www.oekosoziales-forum.at mit Chefredakteur Ernst
Scheiber ist Herausgeber zahlreicher Publikationen zu den Themen
nachhaltige Land- und Forstwirtschaft, umfassende Landentwicklung
und Dorferneuerung sowie eine ökologisch orientierte Energiepolitik.
Seit 1990 erscheint vier bis sechs Mal jährlich die Zeitschrift
"Ökoenergie", im deutschsprachigen Raum die auflagenstärkste Zeitung
für erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Das Hauptargument der
Jury war, dass Scheiber seit Jahren unverdrossen und erfolgreich für
CO2-neutrale und umweltfreundliche Biomasse als Energieträger
kämpft.
oekonews.at
http://www.oekonews.at ist die erste und bisher einzige
Online-Tageszeitung für Erneuerbare Energie und Nachhaltigkeit.
Gemeinsames Ziel des Teams, bestehend aus dem Herausgeber Lukas
Pawek, Chefredakteurin Doris Holler-Bruckner, Chef vom Dienst Robert
Willfurth und Sprecher Martin Litschauer ist Unabhängigkeit und
aktuelle Berichterstattung. Wolfgang Strohmayer vom Mostviertel
Basar erhielt den Umweltjournalistenpreis stellvertretend für alle
Regionalzeitungen, die sich unermüdlich und mit vollem Einsatz für
eine saubere Umwelt engagieren. "Verändern setzt Wissen und
Motivation voraus. Deswegen ist der Umweltjournalismus in unserer
Zeit ökologischer Bedrohung das vielleicht wichtigste
journalistische Genre überhaupt", so Hans Kronberger.
Die prominente Jury des Umweltjournalistenpreises besteht aus Freda
Meissner Blau, der Grande Dame der Umweltbewegung, Hermann Scheer,
Mitglied des Bundestages und Träger des Alternativen Nobelpreises,
Stefan Schleicher von der Universität Graz und Peter Weish von der
österreichischen Akademie der Wissenschaften.
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Vier Mio.
Polarbewohner müssen sich umstellen
Erwärmung wird zu großen Veränderungen führen
Mehr als vier Mio. indigene Bewohner arktischer
Regionen werden sich auf rapide und große Veränderungen einstellen
müssen. Zu diesem Schluss kommt eine soeben veröffentlichte Studie.
Vier Jahre lang haben Forscher die klimatischen Veränderungen der
nordpolaren Region untersucht. Trauriges Ergebnis: Die Region
erwärmt sich doppelt so schnell wie der Rest der Erde, berichtet
BBC-Online
http://news.bbc.co.uk .
Vertreter verschiedener Volksgruppen wie etwa die finnischen Samen
sind sich bereits bewusst darüber, dass ihr Leben in Zukunft anders
aussehen wird. "Das Erste, um das wir alle Industrienationen bitten,
sind Maßnahmen zur Verlangsamung der globalen Erwärmung", so Geir
Tommy Pedersen vom Saami Council. Sein Volk stelle sich jedoch
darauf ein, dass es zu massiven Veränderungen der Lebensgewohnheiten
kommen werde. "Allerdings bitten wir auch darum, dass wir sämtliche
Ressourcen dafür zur Verfügung bekommen", erklärt Pedersen. Das
Arctic Climate Impact Assessment ACIA wird die indigenen Bewohner
der Region über die Politik der Zukunft aufklären. "Wir müssen
unsere Leute davon in Kenntnis setzen, was auf sie zukommt", so
Rodion Sulyandziga von der russischen Association of Indigenous
Peoples of the North.
Das Assessment wurde von mehr als 300 Forschern vom Arctic Council
http://www.arctic-council.org , dem zwischenstaatlichen Forum
von acht Staaten und sechs indigenen Völkern, ins Leben gerufen. Die
Ergebnisse der Studie sind im Rahmen einer Konferenz in Reykjavik
präsentiert worden. Nach Angaben der Autoren werden die
Veränderungen der klimatischen Bedingungen alle in der Arktis
lebenden Menschen betreffen. |

Smog über dem Himalaya
NASA-Satelliten machen Bilder
Die tiefer liegenden Gebiete von Ostchina und
Nordindien werden von Industrienebel bedeckt. Wie groß das Ausmaß
der Luftverschmutzung ist, zeigen Bilder der NASA-Satelliten Aqua
http://www.aqua.nasa.gov/ und Terra
http://eos-am.gsfc.nasa.gov/ . Produziert wird der Smog
vermutlich durch die Kohlenheizkraftwerke des Landes, den Kaminen in
Privathäusern und den Autoabgasen der nahe gelegenen Städte Peking
und Tianjin, so das Wisschenschaftsmagazin Scientist.
Aqua, der seine Bilder nachmittags schoss, hat die Aufnahmen am 17.
November von Ostchina gemacht. Grauer Nebel schwebt über der
Küstenebene um den Yellow River und strömt hinaus über das Gelbe
Meer. "Diese Art von Nebel ist in diesem Teil von China normal,",
bemerkt Jon Ransom, Wissenschaftler des Projekts Terra im NASA
Goddard Space Flight Center in Greenbelt, Maryland. Terra, der seine
Bilder morgens schoss, machte seine Aufnahmen am 15. November in
Nordindien - sie zeigen Nebel entlang der Vorberge des Himalaya. Der
Nebel erstreckt sich von der Südküste des Bengal bis zur Mündung des
Ganges. Aber er klärt sich über dem Tibetanischen Plateau zum Norden
des Himalaya hinauf.
"Der Himalaya funktioniert eindeutig wie eine Barriere," so Random.
Der Himalaya bewirke, dass der Smog und die Verschmutzung in dieser
bestimmten Region bleiben. Grund hierfür seien die Berge, an denen
der Rauch und andere Schmutzstoffe zurückprallten. Die beiden
Satelliten Terra und Aqua wurden in den Jahren 1999 und 2002
gelauncht. Sie sind ein Teil eines NASA-Programms, welches zum Ziel
hat, die Erde als ein System zu verstehen. Die Satelliten benutzen
ein Instrument mit dem Namen" the Moderate Resolution Imaging
Spectroradiometer" (MODIS). |

Todesstoß für Ökostrom
Regierung will Stromförderung von 125 auf 17 Mio.
Euro jährlich kürzen
Die österreichische Bundesregierung hat heute,
Donnerstag, beschlossen die Ökostrom-Förderung von 125 auf 17 Mio. Euro
zu kürzen. Die beiden Bundesminister Martin Bartenstein und Josef Pröll
sowie der FPÖ-Energiesprecher Max Hofmann präsentierten die Einigung
über die Förderungskürzung.
"Eine Kürzung um 86 Prozent für die Ökostromförderung bedeutet das Aus
für den raschen Ökostrom-Ausbau der vergangenen beiden Jahre", warnt
Greenpeace-Energieexperte Erwin Mayer.
http://www.greenpeace.at "Als Katastrophe" bezeichnet der ehemalige
EU-Abgeordnete und Energiespezialist Hans Kronberger
http://www.kronberger.net die Einigung der beiden Minister. "Damit",
so Kronberger, "wird Österreich vom Spitzenreiter zum Schlusslicht in
Bereich der erneuerbaren Energieträger. Da haben wir jahrelang für den
Durchbruch von sauberer Stromproduktion im Europaparlament gekämpft und
nun ruinieren der industriehörige Minister Bartenstein und der Umfaller
Pröll alles mit einem Schlag."
Kronberger wirft den beiden Ministern auch vor, dass das von ihnen
forcierte Ausschreibemodell, in dem die kostengünstigste Anlage mit
einem Fixpreis gefördert wird und nicht der abgenommene Strom, sich
europaweit als Flop herausgestellt habe. In einem einzigen EU-Land,
nämlich in Irland, werde dies noch praktiziert. "Pröll und Bartenstein
handeln völlig unverantwortlich, wenn sie angesichts des hohen Öl-, Gas-
und Kohlepreises das Flämmchen der erneuerbaren Energieträger auspusten.
Das ist ein Weg in die Energiesteinzeit", erklärt Kronberger, der auch
als Vizepräsident von Eurosolar International tätig ist.
Die Umweltorganisation Greenpeace befürchtet als Folge dieser
Entscheidung den massiven Anstieg von Atomstrom-Importen und
CO2-Emissionen. "Jetzt wird der zurückgestutzte Ökostrom nicht einmal
mehr den Stromverbrauchsanstieg pro Jahr abdecken können, der in den
vergangenen Jahren zwei bis drei Prozent betrug", meint Mayer. Heftige
Kritik kommt auch vom Umweltdachverband
http://www.umweltdachverband.at . "Dass ein Energie- und ehemaliger
Umweltminister einen solchen Gesetzesentwurf absegnet, ist eine
Katastrophe. Damit wird die von der Bundesregierung erstellte Klima- und
Nachhaltigkeitsstrategie und geltendes EU-Recht ad absurdum geführt", so
Gerhard Heilingbrunner, Präsident des Umweltdachverbandes. Auch
Heilingbrunner sieht im vorgelegten Entwurf einen Affront im Jahr des
Klimaschutzes 2004 und damit ein defacto Aus für eine erfolgreiche
Weiterentwicklung der Ökostrombranche. "Damit wird nicht nur eine
Vorzeigewirtschaftsbranche schwer getroffen, sondern auch wesentliche
Eckpunkte der österreichischen Klima- und Energiepolitik", so
Heilingbrunner..
"Weiters soll wider besseren Wissens ein in ganz Europa bereits
erfolgloses Ausschreibemodell für die Windkraft eingeführt werden und
durch die Deckelung der Ökostromabgaben die Abnahmepflicht fallen. Alles
in allem aus Sicht des Umweltdachverbandes ein weitgehend abzulehnender
Entwurf", kritisiert Heilingbrunner. Abschließend richtet Heilingbrunner
einen Appell an die Parlamentarier aller Fraktionen diesen
Gesetzesentwurf abzulehnen. "Die für das neue Ökostromgesetz
erforderliche 2/3-Mehrheit darf für dieses Klimakillergesetz nicht
hergegeben werden", so der Umweltexperte. |

GLOBAL 2000 kritisiert: Chaos um
Pestizidzulassungen
Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 kritisiert das Chaos im
Landwirtschaftsministerium um Pestizidzulassungen. Mit der am 6. Februar 2004
in Kraft getretenen "Gleichstellungsverordnung mit Holland" sind mit einem
Schlag alle in Holland erlaubten Pestizide auch in Österreich zugelassen.
Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit wurde bereits 2002 der
österreichische Pestizid-Markt für alle deutschen Pestizide geöffnet. "Damit
lässt der vielzitierte Feinkostladen Österreich endgültig seine Rollläden
herunter. Mit diesem Gesetz, das als Geschenk an Österreichs Bauern gedacht
war, hat der ehemalige Landwirtschaftsminister Molterer der heimischen
Landwirtschaft in Wahrheit ein Kukucksei gelegt", kritisiert GLOBAL
2000-Pestizidexperte Helmut Burtscher. Denn während bisher jedes Pestizid vor
seiner Zulassung in Österreich einer humantoxikologischen und
ökotoxikologischen Überprüfung standhalten musste, werden mit der neuen
Verordnung all diese Sicherheitsstandards über Bord geworfen. "Damit wird zum
einen die Lebensmittelkontrolle ausgehebelt und zum anderen eine völlige
Verwirrung um die gesetzlichen Höchstwerte geschaffen", so Burtscher. Chaos
und Erstaunen löst die Tatsache aus, dass ab jetzt gleichzeitig zwei oder
sogar drei gesetzliche Höchstwerte für ein und das selbe Pestizid gelten,
nämlich neben dem österreichischen auch der holländische oder deutsche. Der
strengere österreichische Höchstwert für beispielsweise Cyromazin von 0,01
mg/kg gilt fortan nur mehr für ausländische Tomaten. Österreichische Tomaten
dürfen zukünftig die 100-fache Menge enthalten, denn für sie gilt zukünftig
der holländische Höchstwert von 1 mg/kg. Für den Konsumenten bedeutet dies,
dass er zukünftig beim Kauf österreichischer Produkte damit rechnen muss,
holländische und deutsche Pestizide mitzukaufen, die in diesen Mengen in
importierten Produkten verboten wären.
Was die Neuregelung für ein Produkt bedeuten kann, zeigt folgendes Beispiel:
Bisher waren für österreichische Tomaten 15 verschiedene Pestizidwirkstoffe
zugelassen. Seit Anfang Februar sind auf einen Schlag genau 51 chemische
Wirkstoffe erlaubt. "Dass sich unter den neuen Wirkstoffen auch Pestizide wie
das Hormongift Cyhexatin finden, welches 1992 in Österreich gemeinsam mit DDT
verboten wurde, scheint den für das Gesetz verantwortlichen ehemaligen
Landwirtschaftsminister Molterer nicht interessiert zu haben", empört sich
Burtscher. Das chaotische Gesetz hat eine effektive Kontrolle des
Pestizideinsatzes in Österreich unmöglich gemacht. "Der jetzige
Landwirtschaftsminister Pröll muss das absurde Molterer-Gesetz sofort
rückgängig machen und das Chaos beseitigen. Sonst ist er als Landwirtschafts-
und als Umweltminister unglaubwürdig", so Burtscher abschließend.

Österreich: Treibhausgas-Emissionen 2001 wieder gestiegen
Anstieg
um 4,8 Prozent durch längere Heizperiode
Im Jahr 2001
sind die Treibhausgasemissionen um 4,8 Prozent angestiegen. Laut dem
Umweltministerium
http://www.lebensministerium.at ist dieser Anstieg insbesondere auf eine
wetterbedingt längere Heizperiode sowie energiemarktbedingte Ursachen
zurückzuführen. Da 2001 die Wintermonate deutlich kälter als im besonders
warmen Jahr 2000 waren, ist ein unmittelbarer Vergleich der beiden Jahre daher
nur eingeschränkt möglich, schreibt das Ministerium.
Sektorial sind bei den privaten Haushalten sowie im Dienstleistungssektor die
CO2-Emissionen um rund zehn Prozent gestiegen. Dies wird damit begründet, dass
im Jahr 2001 die Heizgradtage um mehr als 13 Prozent gegenüber 2000 gestiegen
sind. Die CO2-Emissionen aus Kraft- und Heizwerken sind von 2000 auf 2001 um
etwa 17,5 Prozent bzw. um zwei Mio. Tonnen gestiegen. Neben der
witterungsbedingten höheren Fernwärmeerzeugung waren vor allem
Stromverbrauchszuwächse für diese Entwicklung ausschlaggebend.
Die CO2-Emissionen aus der Kohleverfeuerung in Kraftwerken sind gegenüber 2000
um 0,9 Mio. Tonnen gestiegen. Der Einsatz von Erdgas für die Stromproduktion
ging dagegen in den letzten Jahren auf Grund der ungünstigen Preissituation
zurück. Ein markanter Anstieg der CO2-Emissionen war mit plus acht Prozent
auch im Verkehr zu verzeichnen. Im Jahr 2001 wurden in Österreich gegenüber
dem Jahr 2000 etwa 0,4 Mio. Tonnen mehr an Diesel verkauft. Dies entspricht
einem Plus von etwa 1,3 Mio. Tonnen Kohlendioxid. Verursacher des Anstiegs
sind der weiter wachsende Schwerverkehr sowie die zunehmenden Preisdifferenzen
bei Treibstoffen zwischen Österreich und dem benachbarten Ausland. Diese
führen zu einem erhöhten Tanktourismus nach Österreich, was sich den Angaben
des Ministeriums zufolge ebenfalls negativ in der österreichischen
Treibhausgasbilanz niederschlägt.
In der Industrie entwickelten sich die CO2-Emissionen unterschiedlich. Während
auf Grund der guten Stahlkonjunktur die Prozessemissionen der Eisen- und
Stahlindustrie um 7,6 Prozent gestiegen sind, konnten die
Treibhausgasemissionen durch Energieverbrauch im gesamten produzierenden
Sektor um 14,3 Prozent verringert werden. Dies resultierte in einem Minus an
Treibhausgasemissionen der Industrie insgesamt um 3,5 Prozent. Eine
geringfügige Verringerung der Treibhausgasemissionen gab es in den Sektoren
Landwirtschaft (Methan und Lachgas) sowie Abfallwirtschaft (Methan). Das
Ministerium geht auch bei den anderen Mitgliedstaaten mit vergleichbaren
Anstiegen der Treibhausgasemissionen im Jahr 2001 gegenüber 2000 aus.

Schneealgen absorbieren Treibhausgase
Rote
Mikroorganismen reagieren wie höhere Pflanzenblätter
Australische
Forscher haben in den Rocky Mountains rote Algen entdeckt, die große Teile des
Treibhausgases CO2 schlucken können. Die Einzeller namens Chlamydomonas
nivalis färben den Schnee rötlich ein und kommen auch in Europa vor, schreibt
das Wissenschaftsmagazin Proceedings of the National Academy of Sciences PNAS
http://www.pnas.org . Nach
Ansicht der Forscher sind die Einzeller tatsächlich in der Lage signifikante
Mengen CO2 zu binden.
William E. Williams von der Australian National University in Canberra
http://www.anu.edu.au
hat C. nivalis im Snowy Range der Rocky Mountains untersucht. Die Forscher
haben mithilfe von Plexiglasbehältern, die sie über den Schnee legten, den
Gasaustausch mit Photosynthese-Sensoren gemessen. Dabei konnten sie
feststellen, dass das Bakterium CO2 absorbierte, wenn es von der Sonne
bestrahlt wurde. Die Wissenschaftler konnten auch feststellen, dass C. nivalis
bei rotem Licht CO2 stärker absorbierte als bei weißem, blauem oder grünen
Licht. Die Forscher vermuten, dass dies mit der Färbung der Einzeller selbst
zu tun hat. Die Schneealgen reagieren auf Licht ebenso wie Blätter höherer
Pflanzen. Nach ersten wissenschaftlichen Erkenntnissen können die Einzeller
fünf Gramm CO2 pro Quadratmeter jährlich absorbieren. Damit sind die
Sommerschneefelder im Hochgebirge erstaunlich produktiv. Bisher waren die
Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die Schneefelder zur Treibhausbildung
eher beitragen.

Feuchtbiotope als Chemikalienfilter
US-Forscher entdecken natürliche Selen-Entgiftung in Teichen
Forscher der
Universität von Berkeley
http://www.berkeley.edu in Kalifornien haben entdeckt, dass Feuchtbiotope
Selen aus dem Boden ziehen und damit das Erdreich entgiften. In einer
zweijährigen Studie konnten die Wissenschaftler zeigen, dass im San Joaquin
Valley in Kalifornien fast 70 Prozent der Selenkonzentration durch künstlich
angelegte Teiche entfernt werden konnten. Einige der Pflanzen konnten das
Selen zu einem ungiftigen Gas umformen, berichtet die Universität.
Durch den Feldversuch wurde weniger Selen im Sediment oder in umliegenden
Pflanzen gefunden. Die Studie der Forscher von Berkeley folgt einem
Feldversuch der Chevron-Ölraffinerie, die in Richmond, Kalifornien, gezeigt
hatte, dass Teiche bis zu 89 Prozent der Selenbelastung auffangen konnten, die
aus der Raffinerie tagtäglich freigegeben wird. So konnte der Eintrag in die
San Francisco Bay Area verhindert werden. "Wir haben uns überlegt, ob auch das
Selen aus der Landwirtschaft durch die künstlichen Teiche entschärft werden
kann, wenn das Experiment bei der Raffinerie so erfolgreich war", meinte
Norman Terry, Pflanzenbiologe an der Universität in Berkeley. "Feuchtbiotope
wirken tatsächlich wie biochemische Filter", so der Forscher. Dabei arbeite
alles wie ein eingespieltes Orchester in einem Konzert. Das ausgedehnte
Wurzelwerk der Pflanzen bindet das Selen. Die Pflanzen sorgen auch dafür, dass
Mikroorganismen dort leben, diese sorgen wiederum dafür, dass Selen in ein
ungiftiges Gas verwandelt wird. "Wir sehen, dass die effektivsten Filter für
Giftstoffe in der Natur selbst vorkommen", so Terry.
Das Projekt der Universität von Berkeley ist ein Teil eines
Forschungsauftrages, der sich mit den Risiken und Umweltproblemen im Central
Valley, dem Hauptanbaugebiet für Obst und Gemüse im Bundesstaat Kalifornien,
beschäftigt. Auch die Universitäten von Davis und Riverside sind mit der
Erforschung der Umweltrisiken beauftragt. Die toxischen Wirkungen von Selen
sorgten 1983 für Schlagzeilen: damals wurden im Kesterton National Wildlife
Refuge nahe des San Joaquin Valley hohe Anteile von verseuchtem Wasser
gefunden, das aus der Landwirtschaft stammte.

Pflanzliche "Staubsauger" säubern verseuchte Böden
Arabidopsis halleri wegen Schwermetall-Toleranz im Visier
deutscher Forscher
Die Düngung von Ackerflächen mit industriellem Klärschlamm führt dazu, dass
sich die natürlicherweise eher selten vorkommenden toxischen
Metallverbindungen immer mehr in den oberen Bodenschichten anreichern. Dort
bleiben sie, weil sie nicht abbaubar sind oder werden von Pflanzen aufgenommen
und gelangen so in die menschliche Nahrungskette. Stephan Clemens vom Institut
für Pflanzenbiochemie in Halle
http://www.ipb-halle.de/index2.htm forscht an "pflanzlichen" Staubsaugern
(so genannten Metallhyerakkumulierern), die Schwermetalle von Natur aus besser
tolerieren als andere. Als vielversprechend erweist sich die eng mit der
genetischen Modellpflanze Arabidopsis thaliana verwandte Arabidopsis halleri.
Im Gegensatz zur äußerst gut erforschten Thaliana toleriert und speichert
die Halleri Cadmium sowie Zink. Beim Aktivitätsvergleich mehrerer Gene fanden
die Wissenschaftler, dass in der metalltoleranten Halleri etwa 20 Gene stärker
angeschaltet werden als in Thaliana. Dies bedeutet: Innerhalb der
Pflanzenzellen werden bestimmte Eiweiße, die für die Metalltoleranz offenbar
bedeutsam sind, in viel größerer Menge produziert. Einige dieser Gene tragen
z.B. die Information von Eiweißen, die an der Herstellung bestimmter
Metalltransporter beteiligt sind.
Sind die Funktionen der Gene zur Gänze geklärt, ist es prinzipiell möglich,
schnell wachsende Pflanzen gentechnisch so zu verändern, dass sie besonders
viel der toxischen Schwermetalle in ihren Blättern speichern. Diese Pflanzen
könnten auf verseuchten Böden ausgesät und nach der Wachstumsphase einfach
abgeerntet werden - mit ihnen ein Großteil der giftigen Stoffe. Nach dem
Verbrennen der abgeernteten Pflanzen könnte man die Schwermetalle in
hochkomprimierter Form deponieren. Bislang löst man dieses Problem auf eine
andere Art: der verseuchte Boden wird rund einen Meter tief abgetragen und im
Ganzen eingelagert. Im nächsten Schritt wollen die Wissenschaftler die
Funktion weiterer der stärker aktivierten DNA-Abschnitte der Halleri klären.

Neues Seminarheft der Umweltberatung
An die 60 Kurse, Seminare und Schulungen sind im neuen Seminarheft der
Umweltberatung übersichtlich zusammengefasst. "Mit diesen Veranstaltungen
wollen wir lebendiges und praxisorientiertes Wissen vermitteln. Kenntnisse,
die helfen, das tägliche Leben und das persönliche Umfeld ökologischer und
lebenswerter zu gestalten", beschreibt Umwelt-Landesrat Mag. Wolfgang Sobotka
das neue Seminarangebot. "Niederösterreich ist stolz darauf, dass die
umweltberatung bereits seit 15 Jahren als wichtige Bildungsorganisation im
Land arbeitet. Jährlich werden rund 100 Bildungsveranstaltungen für
verschiedene Zielgruppen organisiert, das Angebot wird ständig erweitert und
an die gesellschaftlichen Veränderungen angepaßt", so Sobotka weiter.
41 Seiten mit fast 60 Veranstaltungen zu den verschiedensten Themen machen
Lust auf Umweltschutz im Alltag und bieten das fachliche Know-how: Von
"Bio-Kochkursen für Singles" über Vorträge zum Thema "Bioweckerl oder
Milchschnitte - Gesunde Ernährung" über "Ökotipps zum Waschen und Reinigen"
und "Feng Shui im Garten" bis zum mehrtägigen Hausbauseminar "Bauen mit der
Sonne - der Weg zum Öko-Solarhaus" reicht die Angebotspalette.
Bestellungen: "die umweltberatung", e-mail niederoesterreich@umweltberatung.at,
Telefon 02742/718 29.

Sonnenlicht reinigt Wasser
Photokatalysator
Einen Photokatalysator, der Sonnenlicht nutzt, um verschmutztes Wasser zu
reinigen, haben Wissenschaftler der Universität des Saarlandes in Saarbrücken
http://www.uni-saarland.de/
entwickelt. Sie hatten verschiedene Metall-Oxide entdeckt, die in Verbindung
mit anderen metallischen Stoffen Sonnenlicht absorbieren und mit Hilfe dieser
Energie den Luftsauerstoff mit den organischen Substanzen im Wasser reagieren
lassen. Die Verunreinigungen werden dadurch in Kohlendioxid umgewandelt, ganz
so, als wären sie verbrannt worden.
In einigen aufwändigen Verfahren wird mittels Ozon oder ultraviolettem
Licht verschmutztes Wasser von organischen Substanzen gereinigt - etwa von
Bakterien aus dem Abwasser oder krebserregenden PCBs. Eine vielversprechende
Alternative könnte der Photokatalysator Titaniumdioxid werden. Wird er
ultraviolettem Licht ausgesetzt, oxidiert er die organischen Stoffe im Wasser.
Allerdings liegen nur drei Prozent des Sonnenlichts im ultravioletten Bereich,
so dass die Methode bei der alleinigen Verwendung von Sonnenlicht nicht
effektiv ist.
Bei ihren Experimenten gelang es den Saarbrücker Forschern, die Wirksamkeit
der Methode signifikant zu erhöhen, indem sie dem Titaniumdioxid Wolfram- und
Zinnoxid hinzufügen. Diese teilen einige der Eigenschaften, die Titaniumdioxid
zu einem Photokatalysator machen, zeigen allein jedoch keine Wirkung. Die
Experimente wurden im Fachmagazin "Nature"
http://www.nature.com
veröffentlicht.

Umweltschützer protestieren gegen CD-Schwemme von AOL
Aktivisten sammeln eine Millionen Zugangs-CDs
Mit einer spektakulären Protestaktion wollen amerikanische Umweltschützer
auf die Ressourcenverschwendung durch den Online-Dienst AOL
http://www.aol.com hinweisen.
Die Initiative plane, eine Mio. der von AOL landesweit gratis verteilten
Zugangs-CDs zu sammeln und anschließend auf dem Gelände des AOL-Hauptquartiers
aufzuschütten, berichtete der Informationsdienst "The Register".
Obwohl die Aktion derzeit nur mühsam anlaufe, seien die Initiatoren sicher,
die gewünschte Zahl von einer Mio. Werbe-CDs sammeln zu können. Unabhängig
davon fordern die Aktivisten auf ihrer Webseite
http://www.nomoreaolcds.com
dazu auf, unverlangt zugesandte AOL-CDs auf Kosten von AOL an den Absender
zurückzuschicken. In einer Mitteilung auf ihrer Internetseite versichern die
Protestinitiatoren zugleich, dass sie nichts gegen AOL hätten, jedoch der
Verschwendung von Rohstoffen durch die unsinnige CD-Verbreitung Einhalt
gebieten wollten.

Verbrennung von Kohle erhöht die Quecksilberwerte im
Boden
Bau weiterer Kohlekraftwerke in den USA könnte Emissionen
hochtreiben
Wissenschaftler des Rensselaer Polytechnic Institute
http://www.rpi.edu haben auf dem
Grund des Central Park Lake in New York große Mengen an giftigen
Quecksilber-Ablagerungen entdeckt. Die gemessenen Quecksilber-Werte waren bis
zu zehnmal höher als in Industriegebieten. Die Forscher führen die
Verunreinigung auf die Verbrennung von Kohle zurück, bei der Quecksilber
freigesetzt wird. Es kann sich in Böden ablagern und Wasser und Luft
verschmutzen.
"Die Quecksilber-Ablagerung im Boden ist die höchste, die ich jemals
festgestellt habe" sagt Richard Bopp, Umweltexperte und Professor am
Rensselaer Polytechnic Institute. Bopp und seine Kollegen hatten Sedimente
untersucht, die bis 1860 zurückdatiert werden konnten. In dieser Zeit
verfeuerten Industrieunternehmen und private Haushalte in New York riesige
Kohlenmengen. Die höchsten Werte fand Bopp in Ablagerungen von Anfang des 20.
Jahrhunderts, als die Kohlenutzung in der Stadt ihren Höhepunkt erreicht
hatte.
Die Forschungsergebnisse werfen ein negatives Licht auf Pläne, wegen der
kalifornischen Energiekrise weitere Kohlekraftwerke in den USA zu bauen. Der
Ausstoß gesundheitsschädlicher Emissionen wird sich dann bis zum Jahr 2010
voraussichtlich um zehn bis 30 Prozent erhöhen, bemängelt die Umweltbehörde
Environmental Protection Agency (EPA)
http://www.epa.gov. Bereits
heute gelangt aus den Kohlekraftwerken der USA pro Jahr rund 52 Tonnen
Quecksilber in die Luft.

Pflanzen reinigen Böden von Schwermetallen
US-Forscher finden Pflanzengen, dass für die Aufnahme der
Metalle verantwortlich ist
Pflanzengenetiker der Purdue University
http://www.purdue.edu in West
Lafayette identifizierten nun die Gene, die für die Aufnahme von Metallen beim
Pflanzenwachstum verantwortlich sind. Böden, die mit Schwermetallen versucht
sind, könnten so in Zukunft durch den Anbau von speziellen Grüngewächsen
gereinigt werden. Wie sie in dem Fachblatt Proceedings of the National Academy
of Science http://www.pnas.org
berichten, soll eine Bodensanierung mit diesen Genpflanzen deutlich einfacher
und günstiger ausfallen als mit den bisherigen Reinigungsmethoden.
"Nun versuchen wir, diese Gene in das Erbgut bestimmter Pflanzen
einzubauen, um diese zum Speichern von Metallen anzuregen", sagt David E.
Salt, Professor für Pflanzenphysiologie. Sie entdeckten die Gene bei der
Wildpflanze Thlaspi goesingense, die in den österreichischen Alpen vorkommt.
Diese Pflanze speichert das im Boden enthaltene Metall Nickel in hohlförmigen
Zellen, den Vakuolen. "Diese Pflanze speichert bis zu ein Prozent Nickel im
Verhältnis zu ihrer Biomasse", hebt Salt heraus. Da es insgesamt rund 350
Arten gibt, die Metalle wie Zink, Kupfer, Cadmium oder Mangan beim Wachstum
aufnehmen, hoffen die Forscher, für jede Art der Bodenverseuchung spezielle
Reinigungspflanzen entwickeln zu können.
Den Grund für diese herausragende Eigenschaft liegt vermutlich darin, dass
sich die Pflanzen durch die hohe Metallkonzentration vor der Fressgier der
Insekten schützen wollen. "Stellen Sie sich vor, Sie sind ein Käfer und wollen
Blätter mit einem Prozent Nickel fressen. Das wird nicht zu gut schmecken", so
Salt. Auch radioaktive Substanzen könnten mit diesen Pflanzen aus den Böden
gefiltert werden. Lässt man solche Pflanzen fünf bis zehn Jahre wachsen,
könnten die Böden gesäubert sein. Im Vergleich zu den bisher angewendeten
Verfahren wäre diese so genannte Bioremediation sehr viel günstiger und
einfacher einzusetzen. Auch für eine ausgewogene Ernährung könnten solche
genveränderten Pflanzen sinnvoll sein. Denn der menschliche Körper braucht
eine gewisse Menge an Spurenelementen wie Selen oder Eisen, die er so aus rein
pflanzlicher Nahrung gewinnen könnte.

Zerkleinertes Holz filtert Umweltgifte aus Wasser
Methode soll Gewässer vor verschmutztem Regenwasser schützen
Zerschnitzeltes Espenholz filtert Umweltgifte aus verschmutztem Wasser. Das
haben Wissenschaftler der University of Rhode Island
http://www.uri.edu/
festgestellt.
Die Forscher untersuchten, wie Regenwasser von Öl, Benzin, Ruß und anderen
Verschmutzungen befreit werden kann, ehe es in die Flüsse strömt und die
Umweltgifte in den Gewässern ablagert. Vor allem bei heftigen Regenschauern
werden solche toxischen Stoffe von den Straßen gespült. Die Wissenschaftler
wollen mit ihrer Methode die Effektivität von Wasseraufbereitungsanlagen wie
jener in Providence steigern: 1999 waren dort im Zuge einer Highway-Verlegung
drei Auffangbecken für Regenwasser gebaut worden, um die Verschmutzungen aus
dem Wasser zu filtern, ehe es von der Autobahn in die Narragansett Bucht
fließt.
Starker Regen spült jedoch mehr und schneller Schadstoffe in diese
Auffangbecken. Das hat zur Folge, dass die Stoffe nicht genügen Zeit haben,
sich vollständig am Boden der Becken abzusetzen. In dem Wissen, dass sich
Verschmutzungen leicht an organischem Material festsetzen, pumpten die
Forscher im Laborversuch mit Pyren verseuchtes Wasser durch Holzstückchen.
Pyren gehört zu einer Gruppe von Kohlenwasserstoffen, die bei unvollständiger
Verbrennung von organischem Material freigesetzt werden. Bei dem Versuch
wurden 97 Prozent der Chemikalie aus dem Wasser herausgefiltert.
Weitere Tests sollen jetzt Aufschluss darüber liefern, ob unterschiedliche
Holzarten auch verschiedene Filtereigenschaften besitzen. Besonderes Interesse
gilt dabei der Kiefer - in der Region ist es das billigste Holz. Nach
Abschluss der Laborversuche planen die Wissenschaftler, im nächsten Jahr mit
der Feldforschung in der Wiederaufbereitungsanlage in Providence zu beginnen.

Forscher untersuchen Schadstoffabbau im Ackerboden
Lysimeter erlauben Experimente unter realitätsnahen
Bedingungen
Dem Verbleib von Pflanzenschutzmitteln und Industriealtlasten im Boden spüren
Jülicher Forscher http://www.fz-juelich.de
nach. Mit Hilfe von so genannten Lysimetern (Edelstahlzylinder) wollen sie
feststellen, unter welchen Bedingungen Schadstoffe zu harmlosen Verbindungen
abgebaut werden oder aber ungefiltert ins Grundwasser gelangen.
Für ihre Forschungen trieben die Wissenschaftler mit Hilfe von Winden die
2,50 Meter hohen Lysimeter in Ackerböden und konnten so naturidentische
"Erdquerschnitte" mit ins Labor nehmen. Die Felder im
Miniatur-Format sollen jetzt bepflanzt, gedüngt und mit Pflanzenschutzmitteln
behandelt werden. Die Jülicher Forscher interessiert vor allem, was aus dem
Lysimeter unten wieder herausfließt, denn eben diese Stoffe gelangen in der
Praxis möglicherweise ins Grundwasser. Pro Jahr werden in Deutschland etwa
30.000 Tonnen Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft eingesetzt.
Das Hauptaugenmerk der Untersuchungen liegt auf dem Zusammenspiel von
Wasserkreislauf und Bodenstruktur beim Transport von Schadstoffen. Dafür müssen
die Bedingungen im Miniacker so realitätsnah wie möglich gestaltet werden.
Von so genannten "Kapillarkräften" im Boden hängt es
beispielsweise ab, wie schnell Flüssigkeiten durch das Erdreich wandern.
Deshalb legen die Forscher an die siebartige Bodenplatte des Lysimeters eine
Saugspannung an, die der im natürlichen Ackerboden entspricht.
Um zu verfolgen, wie sich der Wassergehalt des Bodens verändert, wenn
Feuchtigkeit an der Oberfläche oder über den Pflanzen verdunstet, stellen
die Wissenschaftler die Lysimeter auf empfindliche Waagen. Diese können
Gewichtsänderungen von bis zu 100 Gramm pro Quadratmeter nachweisen. Im befüllten
Zustand sind die Zylinder selbst zwölf Tonnen schwer. Letztlich wird nicht
einmal die Umgebungstemperatur der Lysimeter dem Zufall überlassen. Die
Forscher haben eine Standleitung zu einem zehn Kilometer entfernten
Versuchsfeld aufgebaut, von dem aus sie ständig die Temperatur aus anderthalb
Metern Bodentiefe abfragen. Online werden die Daten an die Klimasteuerung der
Lysimeter-Anlage weitergeleitet. So herrscht im Labor immer die gleiche
Temperatur wie im Ackerboden.

Mikrobe frisst Umweltgift
Organismen bauen Benzol aus sauerstofffreier Umgebung ab
Wissenschaftler der Southern Illinois University Carbondale (SIUC) http://www.siu.edu
haben zwei Mikroorganismen isoliert, die toxisches Benzol, den
Hauptbestandteil von Benzin und Petroleum-basierten Brennstoffen, fressen. Die
Organismen sind bekannt als die in der Fachsprache bezeichneten
Dechloromonas-Stämme RCB und JJ. Sie oxidieren Benzol unter Ausschluss von
Sauerstoff zu Kohlendioxid.
Obwohl sich Benzol in der Atmosphäre leicht abbaut, gestaltet sich die
Entfernung aus der sauertofffreien Umgebung als äußerst schwierig. "In
kontaminierten Gebieten sind die Sauerstoffkonzentrationen sehr niedrig. Ohne
Sauerstoff geht der biologische Abbau von Benzol im Schneckentempo vor
sich", erklärte der Mikrobiologe John Coates von der SIUC. Diese
Organismen könnten den Prozess beschleunigen und Vorgänge, die bisher 70
Tage benötigten auf rund sieben Tage reduzieren. Die Mikroben sind überall
anzutreffen und fanden sich in Coates Proben sowohl in der Nähe der Universität
als etwa auch in der Antarktis.
Hauptverursacher von ausgetretenem Benzol sind ausgelaufenes Öl und lecke
unterirdische Tanklager. Benzol führt nicht nur zur Verschmutzung von
Grundwasser, es lagert sich auch im Boden und Sedimenten ab. Beim Menschen
kann es langfristig zu Krebs führen.

Sibiriens Eisboden wird zu Schlamm
WWF warnt vor Auswirkungen des Klimawandels
Unter dem Einfluss des weltweiten Klimawandels taut der flächendeckend
gefrorene Permafrost-Boden in grossen Teilen Sibiriens auf. Das geht aus einer
Studie der Russischen Akademie der Wissenschaften http://www.ras.ru
hervor, die der World Wide Fund http://www.panda.org
beim zehnten "Arctic Council" der Arktis-Anrainerstaaten im
finnischen Rovaniemi vorgestellt hat. Die Studie wurde für die Arctic Climate
Impact Assessment (ACIA) Konferenz in St. Petersburg angefertigt. http://www.panda.org/news/press/news.cfm?id=2376
Laut Studie hat sich der Wasserstand der großen Ströme Sibiriens wie
Jennissej oder Lena im Lauf der letzten Jahre deutlich erhöht, obwohl in den
Einzugsgebieten der Flüsse weniger Regen und Schnee gefallen ist. Deshalb müssen
die zusätzlichen Wassermassen aus dem Boden der Tundra stammen, folgern die
Forscher. Da Permafrostboden ein gefrorenes Gemisch aus Erde und Steinen ist,
sei zu befürchten, dass sich die getauten Teile des Bodens in gewaltige
Schlammwüsten verwandeln, warnt Peter Prokosch vom WWF Arktis-Programm. Der
Lebensraum würde dadurch komplett verändert, menschliche Siedlungen müssten
aufgegeben werden.
Die erhöhte Menge an Süßwasser aus den vielen großen Flüssen Sibiriens
könne laut WWF auch die Salzkonzentration im arktischen Meer zur Folge haben.
Dadurch könnten neue Meeresströmungen entstehen, die dann ihrerseits zur
Klimaveränderung beitrügen. Das bekannteste Beispiel für die klimatischen
Auswirkungen veränderter Meeresströmungen ist der Golfstrom. Käme er zum
Stehen, droht in Nordeuropa eine neue Eiszeit anzubrechen. Der WWF fordert die
Arktis-Anrainerstaaten auf, beim UN-Klimagipfel im Juli in Bonn, Stellung für
eine schnelle Umsetzung des Kyoto-Protokolls zu beziehen.

Traditionelles Wissen hilft bei Ökokatastrophen
Indigene Völker haben in Notlagen besseres Management
Eingeborene haben in tropischen Gebieten über viele Jahrhunderte hinweg
optimierte Systeme zur Bewältigung von Ökokatastrophen gefunden. Ihre
Methoden sind besser für die Umwelt als die der Industriestaaten. Zu diesem
Ergebnis sind schwedische Forscher um Johan Colding vom Institut für Systemökolgie
gekommen. Die Forscher haben ihre Arbeit beim Kongress "Building bridges
with Traditional Knowledge" http://www.botany.hawaii.edu/traditionalknowledge
, der derzeit in Honolulu stattfindet, präsentiert.
"Bei Katastrophen ist zunächst einmal die Ursache zu unterscheiden.
Einerseits handelt es sich um biotische Katastrophen, die durch Invasionen
fremder Tiere wie Insekten oder Schädlinge verursacht wurden, andererseits
handelt es sich um abiotische Ursachen wie Buschfeuer oder Wirbelstürme. In
beiden Fällen haben Eingeborene im Laufe von Jahrhunderten geeignete Mittel
gefunden, die Zerstörung rasch wieder zu beseitigen und das Leben neu zu
organisieren", so Colding. Die Wiederherstellung sei auch für ein
wirtschaftliches Handeln immens wichtig. "Wenn die Situation außer
Kontrolle gerät, kostet das sehr viel Geld."
Die schwedischen Forscher haben in verschiedenen Untersuchungen in
tropischen Gebieten untersucht, wie die lokale Bevölkerung auf solche
Katastrophen reagiert. Anhand von Küstensiedlungen im Südseestaat Samoa, die
häufig Wirbelstürmen ausgesetzt waren und Siedlungen im Bramaputra-Delta in
Bangladesch, die alle zehn bis 20 Jahre von Überschwemmungen heimgesucht
werden, erkannten die Wissenschaftler, dass das Katastrophenmanagement der
lokalen Bevölkerung besser funktionierte als konventionelles
Ressourcenmanagement. Die konventionellen Methoden waren häufig durch eine
rasche Wiederaufnahme des normalen Ursprungs gekennzeichnet, was aber nach
einiger Zeit zu noch größeren Katastrophen führte. "Manche Wälder wie
die der gemäßigten Klimazonen brennen in regelmäßigen Abständen. Eine
Brandverhinderung führt dort nach einigen Jahren zu extremen
Brandkatastrophen", so Colding.

Sonnenblumen reinigen verseuchte Böden schneller
Blumen binden abgelagerte Schwermetalle effektiv
Sonnenblumen sollen nach Meinung jugoslawischer Forscher mit Uran
verseuchte Äcker reinigen. Zwar nehmen auch Mais und Soja das Schwermetall
auf, doch Sonnenblumen wachsen schneller und reichern in ihrem Gewebe
besonders viel Uran an. Dadurch säubern sie Böden zwei bis drei Mal schneller
als Mais und Soja. Das berichtete der Forscher Ljubinko Jovanovic von der
Universität Belgrad
http://www.bg.ac.yu auf dem Treffen der Gesellschaft für experimentelle
Biologie in Canterbury.
Das Forscherteam vom jugoslawischen Zentrum für Pestizid- und
Umweltforschung experimentiert mit Pflanzen und Bakterien, um Äcker von
Schwermetallen wie Quecksilber, Blei oder Uran zu reinigen. "Bei solchen
Versuchen geht es zunächst darum, die giftigen Metalle aus der Nahrungskette
zu entfernen", so Phil Whit vom Internationalen Gartenforschungs-Institut im
Wellesburne. Wichtig ist aber auch daran zu denken, wie die Pflanzen entsorgt
werden. Einen Vorteil gebe es bei dieser Art der Wiederaufbereitung: In
Pflanzen sind die Metalle weniger giftig und einfacher zu handhaben als in der
Umwelt.

Haie vom Aussterben bedroht
Jagd nach Haifischflossen lässt viele Arten rapide schrumpfen
Die amerikanische Naturschutzorganisation WildAid http://www.wildaid.org
warnt davor, dass viele Haie massiv vom Aussterben bedroht sind. Grund für
die Befürchtung ist das "Shark-Finning", die Jagd nach
Haifischflossen, die rund 100 Mio. Tieren im Jahr das Leben kostet. Die
meisten Flossen landen in Luxusrestaurants Asiens, wo für eine Portion
Haifischflossensuppe bis zu 150 Dollar verlangt werden.
WildAid klagt darüber, dass auch in sogenannten Marine Parks, also
besonders geschützten Meeresparks und Naturreservaten, viele Haie illegalen
Fischern zum Opfer fallen. Besonders grausam ist dabei die Tatsache, dass den
Tieren bei lebendigem Leib die Flossen abgeschnitten und die schwer
verwundeten Tiere anschließend wieder ins Wasser geworfen werden. Ellicer
Cruz, Direktor des Galapagos National Park Service, beklagt, dass auch auf den
Galapagos-Inseln das illegale Hai-Fischen in den vergangenen Jahren stark
zugenommen habe. "Das ist ein profitables Geschäft und hat zur Bildung
einer regelrechten Mafia geführt, daher ist es sehr schwer, diese
Machenschaften zu stoppen. Außerdem könnte das zur Korruption der gesamten
Institution führen."
Nach Aussagen der WildAid Organisation erinnert das Abschlachten der
Haie sehr an die Jagd nach Elfenbein. Haie hätten ein schlechte Presse gehabt
und der Slogan "Nur ein toter Hai ist ein guter Hai" habe sich
durchgesetzt. Haie spielen aber gerade in der wichtigen Nahrungskette des
gesamten Meeres eine wichtige Rolle. Inzwischen stehen zwar einige der Tiere
in einigen Ländern unter Schutz. Das Thema sei so wichtig, dass es auch bei
der Konferenz der internationalen Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation
(FAO) http://www.fao.org, die
vom 26. bis 28. Februar in Rom stattfindet, diskutiert werden müsse.
WildAid-Direktor Peter Knights argumentiert auch damit, dass ein
einzelner lebender Hai als Devisenbringer für den Tauch-Tourismus tausende
Dollars bringen könne. Das müsse jedoch erst in die Köpfe der Menschen. Das
sollte geschehen, bevor die letzten Haie ihre Runden ziehen, so der Umweltschützer.
Wissenschaftlich ist nicht nachgewiesen, dass Haifischflossen irgendwelchen
positiven medizinischen Effekte auf die Gesundheit des Mannes haben, vielmehr
ist es ein Prestige zu besonderen Anlässen Haifischflossen als besondere
Spezialität anzubieten.
Weitere Informationen: http://www.wildaid.org/Sharks/index.html
