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Forscher dem Vergessen auf der Spur
Max-Planck-Wissenschaftler beschreiben neuronale Plastizität

Zwei Forschungsteams des Max-Planck-Instituts für Neurobiologie sind dem Vergessen auf die Spur gekommen. Sie haben festgestellt, dass morphologische Veränderungen von Nervenzellen und dabei vor allem die Ausbildung dornenartiger Strukturen offensichtlich mit funktionalen Änderungen in der neuronalen Plastizität einhergehen. Den Forschern ist es nun gelungen, die Bedingungen zu identifizieren, unter denen Nervenzellen diese zusätzlichen Dornen wieder zurückbilden. Dieser Prozess könnte eine Grundlage für das Löschen bestimmter Gedächtnisinhalte, also das Vergessen sein, berichtet die Max-Planck-Gesellschaft http://www.mpg.de .

Ein zweites Forscherteam um Tobias Bonhoeffer konnte in einer Studie zeigen, wie die Eingänge von Nervenzellen sich gegenseitig beeinflussen und miteinander um die Weiterleitung von Information konkurrieren. Die Grundlage für das Lern- und Erinnerungsvermögen des Gehirns ist die flexible Vernetzung der über 100 Mrd. Nervenzellen. Den Forschern ist schon lange klar, dass die Verschaltung der Nervenzellen untereinander nicht statisch ist, sondern an eine sich ständig ändernde Umwelt angepasst wird. Über zehn bis 100.000 Dornen, spezifische mikroskopische Auswüchse auf ihren Eingangsstrukturen, steht jede Nervenzelle mit anderen Nervenzellen in Kontakt. Die Kontaktstellen, die auch Synapsen genannt werden, können auf- und abgebaut sowie in ihrer Intensität verstärkt oder abgeschwächt werden. Diese Anpassungsfähigkeit des zentralen Nervensystems wird Plastizität genannt.

Bonhoeffer hatte bereits vor einigen Jahren mit seinem Team entdeckt, dass Nervenzellen nach intensiver elektrischer Reizung, die im Experiment eine erhöhte Aktivität der Zellen simuliert, ihre Gestalt verändern und dabei dornenartige Strukturen bilden. Die Forscher nehmen an, dass diese Dornen als Prozessoren am Aufbau weiterer Synapsen zu den benachbarten Nervenzellen beteiligt sind. Bei hoher Reizfrequenz werden an den beteiligten Synapsen auf der Senderseite verstärkt Botenstoffe ausgeschüttet und auf Empfängerseite verstärkt die entsprechenden Rezeptoren eingebaut. Dadurch wird eine bessere Informationsübertragung möglich. Für den entgegengesetzten Effekt, die Verkleinerung oder das völlige Verschwinden der Dornen, fehlte bisher jeder Nachweis. Nun konnte das Forschungsteam die Rückbildung der Dornen im Zuge einer Stimulation mit niedriger Reizfrequenz beobachten.

In einer zweiten Studie, die mit Richard Morris vom Centre for Neuroscience der Universität Edinburgh durchgeführt wurde, konnten die Experten zeigen, dass Synapsen, die durch intensive Reizung verstärkt wurden, miteinander in einen Wettstreit um Botenstoffe treten.
 


 

Immunsystem und Narkolepsie hängen zusammen
Fehlfunktion des Immunsystems spielt wichtige Rolle

Wissenschafter des Flinders Medical Centre http://www.flinders.sa.gov.au haben nachgewiesen, dass eine Fehlfunktion des Immunsystems bei Narkolepsie fallweise eine Rolle spielen kann. Menschen mit Narkolepsie schlafen überall ohne Vorwarnung einfach ein. Ein Zusammenhang mit Hormonen und der Aktivität des Nervensystems wurde bereits hergestellt. Tests zeigten jetzt, dass Antikörper von Narkoleptikern die Krankheit bei Mäusen auslösten. Die Ergebnisse der Studie wurden in The Lancet http://www.thelancet.com veröffentlicht.

Die Forscher verursachten narkolepsieähnliche Symptome in den Muskeln von Mäusen, indem sie den Tieren Antikörper aus dem Blut von neun Patienten injizierten. Mäuse, denen Antikörper von neun gesunden Personen verabreicht wurden, wiesen in der Folge keine vergleichbaren Symptome auf. Das Immunsystem produziert Antikörper, um Infektionen und andere Eindringlinge abzuwehren. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass bei manchen Patienten das Immunsystem Antikörper produziert, die Schäden am Gewebe des Gehirns verursachen und Narkolepsiesymptome auslösen. Der leitende Wissenschafter Tom Gordon erklärte laut BBC, dass jetzt direkte Beweise für die Autoimmunhypothese bei Narkolepsie vorlägen. Die Identifizierung des Ziels des Antikörpers und seiner Langzeitwirkungen könnte neue Wege für die Diagnose und Behandlung dieser Krankheit eröffnen.


 

NeuroCheck - Gehirn auf dem Prüfstand

 

[Pressefoto anzeigen]
 
Schlüssel verlegt? Termin übersehen? Name vergessen? Die Gehirn-Leistung verändert sich mit den Jahren, aber muss das gleich so aussehen? "Da macht sich manch Einer Sorgen, doch von Demenz sind die meisten weit entfernt", weiß Dr. Dietrich Baumgart vom Essener Vorsorge-Institut Preventicum. "Fakt ist aber: Viele Führungskräfte und engagierte Geschäftsleute pflegen einen Lebensstil, der sich nicht immer förderlich auf die Gehirnleistung auswirkt. Doch gerade sie sind auf einen klaren Kopf angewiesen."

Wie es um die Grauen Zellen bestellt ist, und was das eigene Gehirn aufbaut, das können Interessierte jetzt beim Preventicum-Institut erfahren und überprüfen lassen. Die Essener haben den NeuroCheck in ihr Vorsorge-Programm aufgenommen, weil viele Präventions-Patienten genau hier ihr Interesse immer wieder geäußert haben.

Neben neurologischen Tests wird beim NeuroCheck das komplette Organ mit dem Magnet-Resonanz-Tomographen gescannt und auf minimale Beeinträchtigungen durchleuchtet. Diese entstehen u.a. durch Stress und erhöhten Blutdruck, Alkohol und Zigaretten. "Das Gehirn hat viele Gegenspieler, die sich beeinträchtigend auf die Denkfähigkeit auswirken," so der begleitende Radiologe Dr. Thomas Egelhof. "Wir können an den Bildern ganz genau herausarbeiten, welche Belastungen vorliegen und bereits kleinste Veränderungen frühzeitig erkennen. So können wir gemeinsam mit den Untersuchten konstruktive, gehirnfördernde Strategien für den Alltag entwickeln."

Zudem werden beim NeuroCheck einzelne Hirnfunktionen unter die Lupe genommen. Dazu hat Dr. Hans Wilhelm, Neuropsychologe am Universitätsklinikum Essen vielschichtige Tests in langjährigen Studien erforscht und zusammengestellt. Im Gegensatz zu herkömmlichen Methoden fokussiert er das Zentrale Nervensystem: "Wer seine kognitive Leistungsfähigkeit wirklich kennen lernen möchte, der erhält bei uns einen präzisen Überblick. NeuroCheck ist eine Kombination aus Gehirnleistung und morphologischen Veränderungen im Kopf. Diese Veränderungen sind mit dem Älterwerden völlig normal. Sie bewirken aber, dass die Leistungsfähigkeit sich verlagert und dabei neue Stärken oder Schwächen entstehen." Dr. Wilhelm untersucht seine Patienten u.a. auf Fähigkeiten im Bereich Wahrnehmung und Aufmerksamkeit, Lernen und Gedächtnis. Hinzukommen räumliche Konstruktion und Entscheidungsfähigkeit. "Dabei entdecke ich bei fast allen Untersuchten ganz spezielle Fähigkeiten und Stärken, die so noch nicht bei Ihnen festgestellt wurden."

Albrecht K., 42, Direktor bei einem internationalen Pharmakonzern hat den NeuroCheck gemacht: "Ich war immer wieder besorgt um meine Gedächtnisleistung, da ich im Berufsstress manchmal vergesslich bin. Natürlich war ich sehr erleichtert, als ich erfahren habe, dass bei mir keinerlei Einschränkungen und erst recht keine Anzeichen für Alzheimer vorliegen. Auch weiß ich jetzt, wie ich für die Zukunft meine Grauen Zellen schützen und auf Trab halten kann."
 
 


 

Erfolgreiche Behandlung von Gehirnvirus mit Neuroleptika
Serotonin-Rezeptor-Hemmer verhindern tödliche Infektion

Ein Medikament, das zur Behandlung von Schizophrenie eingesetzt wird, kann Gehirnzellen vor einem Virus schützen, das eine fatale Nervensystemerkrankung verursacht. Bei der Krankheit handelt es sich um progressive multifokale Leukoenzephalopathie (PML). Sie betrifft Menschen mit einem geschwächten Immunsystem, wie Aids-Patienten oder Patienten mit einer Organtransplantation. Eine Studie der Brown Universität http://www.brown.edu/ in Kooperation mit der Case Western Reserve Universität http://www.cwru.edu/ ist zu dem Schluss gekommen, dass das Neuroleptikum Clozapine höchst wirkungsvoll ohne jegliche Nebenwirkungen eine Infektion vermeidet. Das berichtet die BBC http://news.bbc.co.uk .

PML wird durch ein Virus ausgelöst, das die Gliozyten zerstört, die die fettige Schutzhülle produzieren, die die Nervenzellen umgibt. Die meisten Menschen tragen das Virus in sich. Aber ein gesundes Immunsystem unterdrückt den Ausbruch der Krankheit. Die Symptome von PML sind Demenz, Verlust der Sehkraft, Beeinträchtigungen von Bewegung und Sprache, Lähmung und Koma. Die Krankheit verläuft immer tödlich. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass sich das Virus an einen Rezeptor an der Oberfläche der Gliozyten anhängt. Der Rezeptor ermöglicht dem Virus, in die Zellen einzudringen. Normalerweise verbindet es sich mit Serotonin, einer vom Gehirn produzierten Chemikalie, die eine wichtige Rolle bei Depression und Angst spielt. So wollten die Forscher ermitteln, ob Serotonin-Rezeptor-Hemmer wirkungsvoll sind.

Die Forscherteams konzentrierten sich auf ein spezielles Protein innerhalb der Zellen, das Clathrin, das daran beteiligt ist, Substanzen in die Zellen zu befördern. Dann untersuchten sie verschiedene Medikamente, um herauszufinden, welches die Tätigkeit des Proteins wirkungsvoll blockiert. Chloprozamine, ein Medikament, das psychotische Symptome wie Halluzinationen und Wahnvorstellungen kontrolliert, erwies sich als effektiv. Aber es kann ernstzunehmende Nebenwirkungen verursachen wie niedrigen Blutdruck, Gliederversteifungen und Zittern. Deshalb testeten die Wissenschaftler weitere Präparate. Drei weitere, allen voran das Antipsychotikum Clozapine, verhinderten eine Infektion in menschlichen Gliazellen ohne Nebenwirkungen. Walter Atwoold von der Brown Universität bezeichnet dieses Ergebnis als vielversprechend. Die Generika könnten vielen Menschen helfen.


 

Hoffnung für Huntington-Patienten
Mäusestammzellen bauen Gehirnzellen wieder auf
 

Die britische Firma ReNeuron http://www.reneuron.com hat erste Erfolge in der Entwicklung einer Behandlungsmethode für Chorea Huntington Patienten erzielt. Transplantate von Mäusestammzellen in das menschliche Gehirn könnten den Koordinationsverlust und die mit der Krankheit assoziierte Hirnleistungsschwäche reduzieren. Die Firma hofft auf erste klinische Versuche in den USA Anfang 2003, berichtet "New Scientist" http://www.newscientist.com
 

Chorea Huntington wird durch einen genetischen Erbdefekt ausgelöst. Die Krankheit führt zur Zerstörung von Gehirnzellen im Striatum. ReNeuron hat in ersten Versuchen Mäusestammzellen in Affen transplantiert. Die Zellen übernahmen dort Aufgaben der Gehirnzellen und bauten Funktionen wieder auf. ReNeuron versucht zusätzlich eine Reihe von menschlichen Stammzellen für die Verwendung in diesen Transplantationsexperimenten herzustellen. Die Zellen sind aber noch instabil. Mit den Versuchen Mäusestammzellen in Menschen zu transplantieren könnte hingegen schon im Herbst 2002 begonnen werden. Ausständig ist noch die Antragsbewilligung durch die US Food and Drug Administration (FDA). ReNeuron plant die Versuchsreihe in den USA durchzuführen, da dort die Gesetze für Xenotransplantation - Transplantation von Zellen einer Spezies in eine andere – weniger streng als in Großbritannien sind. Bedenken liegen darin, dass Viren von der Mäusezelle auf den Menschen übertragen werden könnten. Der wissenschaftliche Leiter von ReNeuron, John Sinden, meinte: "Die möglichen Erfolge zählen mehr als die Risiken. Für jemanden, der an einer sehr schweren Krankheit leidet, die keine Chance auf Besserung zulässt ist es einen Versuch wert. Vor allem wenn man weiß, dass es funktioniert."
 

Eine zweite Forschungsgruppe in Paris arbeitet daran, fötale Stammzellen zu transplantieren. Die Schwierigkeit ist, dass für Forschungszwecke nur wenige embryonale Stammzellen zur Verfügung stehen. Eine Sprecherin der britischen Huntington´s Disease Association http://www.hda.org.uk sagte: " Offensichtlich sind wir noch in einem sehr frühen Stadium. Solange noch keine beweiskräftigen Resultate erzielt werden, können wir den Versuchen noch nicht positiv entgegensehen."
 


 

Selbstheilung geschädigter Hirnteile nachgewiesen
Vorläuferzellen wandeln sich bei Ratten zu Neuronen um – Klinische Tests am Menschen erst in Jahren
 

Forscher der University of Michigan http://www.med.umich.edu haben bei Ratten nachgewiesen, dass nach einem Schlaganfall Vorläufer von Nervenzellen in das geschädigte Hirngewebe einwandern und sich dort in Neuronen umwandeln. Bisher gingen Wissenschafter davon aus, dass eine Regeneration von Nervengewebe im voll entwickelten Gehirn unmöglich ist. Die Ergebnisse präsentierte der Neurologe Jack Parent auf der Jahrestagung der American Association for the Advancement of Science http://www.aaas.org/meetings .
 

"Die Ergebnisse zeigen, dass eine Hirnverletzung eindeutig die Vermehrung von Neuroblasten auslöst", erklärte Parent. Unter Neuroblasten versteht man teilungsfähige Vorläuferzellen, die aus Stammzellen entstehen und sich in Neuronen umwandeln können. Im Rattenversuch konnte Parent mit einer speziellen Markierungstechnik, die schnell teilende Zellen erkennt, nachweisen, dass experimentell erzeugte Hirnschädigungen Neuroblasten zur Vermehrung anregten. Diese wanderten in Form langer Zellketten in den verletzten Teil des Gehirns. Obwohl die meisten wieder abstarben, wandelten sich einige in Nervenzellen um, die für den entsprechenden Gehirnbereich typisch sind. Neuroblasten wurden unabhängig, ob es sich um eine Verletzung durch einen Hirnschlag oder einen längeren epileptischen Anfall handelte, zum Wachstum angeregt. Es muss laut Parent ein gemeinsames Signal geben, dass die Zellen aktiviert. "Ob es sich dabei um einen Wachstumsfaktor oder einen Botenstoff im Gehirn handelt ist noch unklar", so der Neurologe und Epilepsie-Forscher.
 

Ein besseres Verständnis über die Stimulierung dieses Selbstheilungsprozesses könnte zu neuen Therapien bei Hirnverletzungen führen, die z.B. durch einen Schlaganfall oder neurodegenerative Erkrankungen ausgelöst werden. Parent räumt aber ein, dass eine vollständige Regeneration von Nervengewebe nicht möglich ist. "Kann auch nur die Hälfte des Hirnschadens repariert werden, könnte dies die Lebensqualität eines Schlaganfall-Patienten deutlich verbessern". Bevor die Stimulierung von Neuroblasten beim Menschen beginnen kann seien noch viele Jahre Forschungsarbeit auf molekularer Ebene und im Tierversuch notwendig. Denn dass die Einwanderung von Neuroblasten in verletzte Hirnregionen nicht auch zu Fehlfunktionen der daraus entstehenden Nervenzellen führen kann, ist derzeit noch nicht auszuschließen.
 


 

Genetischer Einfluss auf Gehirnstruktur sichtbar gemacht
Menge der grauen Substanz durch Gene der Eltern bestimmt
 

Wissenschaftler der University of California http://www.ucla.edu haben die ersten Bilder erstellt, die zeigen, wie die Gene eines Menschen seine Gehirnstruktur und Intelligenz beeinflussen. Die in Nature Neuroscience http://www.nature.com/neuro präsentierten Ergebnisse liefern Erkenntnisse darüber, wie Eltern Charaktereigenschaften und kognitive Fähigkeiten an ihre Kinder vererben. Zusätzlich liefern die Darstellungen Informationen über innerhalb der Familie vorkommende Erkrankungen des Gehirns. Das Team um Paul Thompson fand heraus, dass die Menge grauer Substanz im stirnseitigen Bereich des Gehirns durch die genetische Veranlagung der Eltern bestimmt wird, die ihrerseits in engem Zusammenhang mit den kognitiven Fähigkeiten eines Menschen steht. Eine Auswahl der Bilder findet sich im Internet unter http://www.loni.ucla.edu/~thompson/MEDIA/NN/IMAGES/
 

Jene Gehirnregionen, die die Sprech- und Lesefähigkeit kontrollieren, sind bei eineiigen Zwillingen praktisch identisch. Geschwister weisen nur 60 Prozent der normalerweise auftretenden Unterschiede zwischen Gehirnen auf. Diese große strukturelle Ähnlichkeit hilft zu erklären, warum Krankheiten wie Schizophrenie und einige Formen von Demenz in der Familie liegen können. Die Wissenschaftler scannten mittels bildgebender Kernspintomographie die Gehirne von 20 eineiigen Zwillingen und 20 gleichgeschlechtlichen zweeiigen Zwillingen. Mit einem superschnellen Computer schuf das Team in der Folge farbkodierte Bilder, die zeigen, welche Bereiche des Gehirns durch die genetische Veranlagung bestimmt werden und welche in Bezug auf Umweltfaktoren wie Lernen und Stress anpassungsfähiger sind.
 

Bei der Erstellung der Landkarte der genetischen Einflüsse auf das Gehirn wurde das UCLA-Team von Wissenschaftlern des National Public Health Institute of Finland und der Universitäten Helsinki und Oulu unterstützt. Sie ermittelten alle zwischen 1940 und 1957 in Finnland geborenen gleichgeschlechtlichen Zwillinge. Viele der 9.500 Paare hatten bereits Gehirnscans und kognitive Tests absolviert. Die genetische Ähnlichkeit wurden durch die Analyse von 78 verschiedenen genetischen Markern bestätigt. Diese DNA-Teile stimmen bei eineiigen Zwillingen vollständig überein, bei zweieiigen zur Hälfte. Neue Forschungsergebnisse haben gezeigt, dass viele kognitive Fähigkeiten überraschend erblich bedingt sind. So wurden starke genetische Einflüsse auf die verbalen und räumlichen Fähigkeiten, Reaktionszeiten und sogar auf Persönlichkeitseigenschaften wie die Reaktion auf Stress festgestellt. Details: Eurekalert http://www.eurekalert.org/pub_releases/2001-11/uoc--utm110201.php
 


 

Hirnchemie macht Männer aggressiv
Nervenbotenstoff Serotonin für Angriffslust von männlichen Ratten verantwortlich
 

Die Aggressivität der Männer soll eine biologische Ursache haben. Tierversuche legen zumindest nahe, dass Unterschiede in der Hirnchemie Männer aggressiver machen als Frauen. Dies berichteten US-Forscher auf dem Kongress "Genom und Hormone: Ein integrativer Ansatz zu Geschlechtsunterschieden in der Physiologie" http://www.the-aps.org/publications/journals/tphys/pitts_prog_abs.html der Amerikanischen Physiologischen Gesellschaft (APS) in Pittsburgh.
 

Die Biologen um Jonathan Toot von der Universität Akron http://www.uakron.edu untersuchten die Hirnchemie von aggressiven Ratten. Sie setzten dazu in Rattengruppen fremde Tiere. Diese wurden in der Regel ausschließlich von Männchen angegriffen. Die Forscher fanden, dass die Männchen um so angriffslustiger waren je weniger sie vom Nervenbotenstoff Serotonin im Gehirn hatten. Ein Mangel an Serotonin steigere offenbar das aggressive Verhalten, erklärten die Biologen. Dazu passe auch, dass Weibchen in der Regel mehr Serotonin im Gehirn haben als Männchen.
 

Schuld am tiefen Serotonin-Wert ist den Forschern zufolge das Y-Chromosom. Das Geschlechtschromosom, das nur bei Männern vorkommt, drossle den Gehalt des Botenstoffs.


 

Gehirn-Scans identifizieren gesehene Objekte
Genauigkeit liegt bei 96 Prozent
 

Wissenschaftler des National Institute of Mental Health (NIMH) http://www.nimh.nih.gov haben nachgewiesen, dass durch das Muster der Gehirnaktivität vorausgesagt werden kann, welches Objekt eine Person gerade sieht. Diese "Landschaften" starker, mittlerer und schwacher Antworten sind für jede Objektkategorie wie Gesicht, Haus, Schuh oder Sessel in einer bestimmten Gehirnregion verschieden. Diese Muster könnten einen Schlüssel für die Entzifferung des Gehirncodes für das Erkennen von Gesichtern und Objekten liefern, berichtet das Fachmagazin Science http://www.sciencemag.org in seiner aktuellen Ausgabe.
 

Die Wissenschaftler untersuchten die Reaktionsmuster mittels funktioneller Kernspinresonanztomografie (fMRI), während die sechs Teilnehmer der Studie Bilder von Gesichtern, Katzen und fünf Kategorien künstlicher Objekte wie Häuser, Sessel, Scheren, Schuhe und Flaschen ansahen. Zur Kontrolle wurden zusätzlich unsinnige Bilder gezeigt. Insgesamt konnten die Muster der fMRI-Antworten die Kategorie mit einer Genauigkeit von 96 Prozent voraussagen. Bei Gesichtern, Häusern und unsinnigen Bildern lag die Erfolgsrate bei 100 Prozent. Wurden die Bereiche maximaler Aktivierung ausgeschlossen, verringerte sich die Genauigkeit auf 94 Prozent.
 

Der leitende Wisssenschaftler James Haxby erklärte, dass bildgebende Verfahren nicht nur zeigen könnten, wo die Verschlüsselung stattfindet, sondern auch wie das Gehirn komplexe Informationen kodiert. Das Team des NIMH Laboratory of Brain and Cognition konzentrierte sich auf die funktionale Architektur des so genannten ventralen temporalen Lappens der Sehrinde. Es stellte sich heraus, dass anders als in früheren Studien angenommen, auch in den "spezialisierten" Regionen, wie zum Beispiel der "Ort-Region", ausgeprägte Reaktionsmuster auf andere Objekte wie Schuhe, Katzen oder Sessel festgestellt werden können. Die Wissenschaftler bezeichneten dieses Modell als "Object Form Tomography".
 

Frühere Studien hatten gezeigt, dass jene Gehirnregionen, die am meisten auf eine bestimmte Objektkategorie reagieren, bei verschiedenen Menschen einheitlich sind. Jetzt wurde nachgewiesen, dass das gesamte Reaktionsmuster bei einer Person für eine Objektkategorie gleich ist. Zusätzlich stellte sich heraus, dass auch die schwachen Reaktionen Informationen über die Eigenschaften einer Kategorie transportieren. Auch wenn die Bereiche maximaler Aktivierung bei der Analyse nicht berücksichtigt werden, kann aus der charakteristischen Anordnung der schwächeren Reaktionen auf eine Kategorie geschlossen werden. Details: http://www.nimh.nih.gov/events/prhaxby.cfm
 


 

Mathematische Fähigkeiten hängen mit grauer Substanz zusammen
Verantwortlicher Bereich im Gehirn identifiziert
 

Ein Team um die Wissenschaftlerin Elizabeth Isaacs vom Institute of Child Health http://www.ich.ucl.ac.uk hat jenen Bereich des Gehirns isoliert, der entscheidet, wie gut Kinder in Mathematik sind. Kinder, die schlechtere mathematische Fähigkeiten haben, sollen laut Studie über eine geringere Menge grauer Substanz in der linken Gehirnhälfte verfügen, berichtet das Fachjournal Brain. http://brain.oupjournals.org/cgi/content/abstract/124/9/1701 Zur so genannten grauen Substanz gehören Bereiche des Gehirns, die vorwiegend aus Nervenzellenkörpern und Gliazellen bestehen.
 

Das Team untersuchte 80 Kinder, die frühzeitig geboren worden waren. Mittels Gehirnscans wurden anatomische Abweichungen im linken Partiallappen analysiert. Dabei zeigten sich Unterschiede in der grauen Substanz zwischen Kindern mit unterschiedlichen mathematischen Fähigkeiten. Laut Isaacs bedeuteten diese Ergebnisse nicht, dass alle Kinder mit Schwierigkeiten beim Rechnen über die gleiche Anomalie im Partiallappen verfügten. Weitere Studien mit bildgebenden Verfahren und mehr Teilnehmern seien notwendig. "Die Diagnose bei einzelnen Kindern und Heilverfahren könnte ein interessanter Forschungsbereich werden."


 


 

Nervenzellen mit Siliconchip vernetzt
Neuronen kommunizierten mit Transistoren wie Schaltstellen im Gehirn
 

Wissenschaftler des Max Planck Instituts für Biochemie www.biochem.mpg.de haben nach eigenen Angaben erstmals multiple Gehirnzellen mit einem Siliconchip verbunden. Zur Herstellung des halblebendigen Schaltkreises fixierten die Biochemiker Nervenzellen der Schnecke auf einen kleinen Transistorchip. Anschließend demonstrierte das Team um Biophysiker Peter Fromherz, wie die Zellen intern und mit dem Chip kommunizierten, so ein Bericht von ct.now http://www.ctnow.com . Die Forscher hoffen, dass, wenn auch in ferner Zukunft, künstliche Retinas oder prothetische Gliedmaßen auf Nervenzellenbasis möglich werden.
 

Mittels Mikropipetten hoben die Forscher Zellen des Schneckengehirns auf einen Silikonchip, der mit einer klebstoffartigen Schicht überzogen war. "Die Nervenzellen von Schnecken sind größer als die des Menschen oder der Ratten und damit einfacher zu handhaben", erklärte Peter Fromherz. Jede Zelle wurde über einem Feldeffekt-Transistor, einer Vorrichtung, die die Stromspannung verstärkt, und einem Stimulator, der die Zelle aktiviert, positioniert. Dieser Vorgang wurde mit rund 20 Zellen wiederholt. Damit die Zellen auf den Transistoren nicht wie im Gehirn wandern, konstruierten die Forscher kleine "Lattenzäune" aus Kunststoff.
 

Durch die Verbindung von Neuronen und Siliconchips ist Forschern die Simulation von Nervenzellen, die elektronische Signale übermitteln, gelungen. Die Signale wurden sowohl von jenem Transistor erkannt, auf dem das Neuron positioniert war, als auch von jenem, der sich neben dem nächstfolgenden Neuron befand, registriert. Damit konnte die Funktion von Synapsen nachgeahmt werden, die elektronische Signale von einer Zelle zur anderen weiterleiten.
 


 

Forscher lassen verletzte Nervenfasern zusammenwachsen
Verfahren zum internationalen Patent angemeldet
 

Hoffnung für Querschnittsgelähmte: Wissenschaftlern der Universität Düsseldorf http://www.uni-duesseldorf.de ist es im Tierversuch gelungen, verletzten Faserbahnen im Zentralnervensystem und im Rückenmark die Regeneration zu ermöglichen.
 

Wird eine Nervenfaser (Axon) durchtrennt, führt das normalerweise unweigerlich zum Untergang des abgetrennten Nervensegments. Dafür sind kollagenhaltige Basalmembranen verantwortlich, die sich in dem verletzten Gewebe - der Läsionsnarbe - ausbilden und damit eine undurchdringliche Barriere für nachwachsende Nervenfasern aufbauen. Sobald die Axone auf eine solche Basalmembran auftreffen, stellen sie ihr Regenerationswachstum ein.
 

Im Tierversuch gelang es den Düsseldorfer Medizinern jedoch, pharmakologisch die Biosynthese der Kollagene und die Vermehrung der Fibroblasten im Hirn und im Rückenmark von Ratten zu hemmen und so die Bildung der Basalmembranen zu unterdrücken. Damit war der Weg für die nachwachsenden Axone frei, und zahlreiche Nervenfasern konnten den Läsionsbereich überwinden. Hatten die Wissenschaftler bei ihren Studien motorische Faserbahnen im Rückenmark der Ratten durchtrennt, wuchsen die verletzten Axone im Verlauf der Behandlung innerhalb von drei Wochen um etwa 1,5 Zentimeter.
 

Das so genannte RTP (Regeneration-Promoting-Treatment) -Verfahren haben die Forscher bereits zum internationalen Patent angemeldet. In Verhaltensstudien wird derzeit geprüft, in wie weit sich die Funktionen des verletzten Rückenmarks durch die Therapie wiederherstellen lassen.
 


 

Gehirn kann sich selbst regenerieren
Nach Verletzungen bilden sich stelbstständig neue Vernetzungen
 

Wissenschaftler der Universität Bochum http://www.ruhr-uni-bochum.de haben herausgefunden, dass die Zellen in unmittelbarer Nachbarschaft geschädigter Hirnareale die Funktionen der zerstörten Bereiche übernehmen können. Allerdings erhält das menschliche Denkorgan nur für kurze Zeit nach einer Verletzung oder einem Schlaganfall die Regenerationsfähigkeit jugendlicher Zellen zurück. Dieses "Zeitfenster" wollen die Forscher nun für neue Therapien nutzen.
 

Die "Selbstreparatur" des Gehirns machten die Neurologen mit dem so genannten "optical imaging" sichtbar: Wird das Gehirn beleuchtet, reflektieren aktive und inaktive Hirnbereiche das Licht unterschiedlich. Mit Hilfe eines speziellen Computerprogramms können diese Reflexionen ausgewertet und die veränderten Reaktionen erfasst werden. Bei ihren Studien entdeckten die Forscher, dass die an die zerstörten Hirnbereiche angrenzenden Areale die verloren gegangenen Funktionen teilweise kompensierten (neuronale Plastizität). Das erwachsene Gehirn hatte die Fähigkeiten eines jugendlichen Gehirns wiedergewonnen – die Nervenzellen verstärkten nicht nur alte Synapsen ("Verschaltungen"), sie bildeten sogar neue aus.
 

Verantwortlich dafür sind die Gene. Die Bochumer Wissenschaftler stellten fest, dass nach einer Schädigung im Nervensystem vermehrt bestimmte Wachstumsfaktoren gebildet werden, die neue Verknüpfungen von Nervenzellen entstehen lassen. Dabei werden Gene aktiviert, die schon einmal kurz nach der Geburt wirksam waren, im erwachsenen Gehirn aber ruhen.
 


 

Englische Forscher entdecken neue neurogenerative Erkrankung
Bei Neuorferritinopathy fehlt Demenz
 

Wissenschaftler des Institute of Human Genetics der University of Newcastle http://www.ncl.ac.uk/ihg haben eine neue neurogenerative Erkrankung entdeckt, die seit 200 Jahren in Zweigen einer kumbrischen Familie vorgekommen ist. Vier Generationen glaubten, nachdem die Bewegungen ihrer Gliedmaßen immer schwerer kontrollierbar wurden, dass sie über ein vererbtes Parkinson- oder Chorea Huntington-Risiko verfügten. Die so genannte Neuorferritinopathy wird laut BBC jedoch durch eine Zunahme von Eisen im Gehirn verursacht und unterscheidet sich von den beiden anderen Krankheiten durch das Fehlen einer Demenz. Nature Genetics http://www.nature.com/ng
 

Alle Betroffenen hatten große Probleme bei der Kontrolle ihrer Gliedmaßen, waren jedoch geistig absolut unbeeinträchtigt und zeigen auch sonst keine der Verfallserscheinungen, die normalerweise mit Parkinson oder Chorea Huntington einhergehen. Das Team von John Burn studierte die betroffene Familie bereits seit 15 Jahren. Erst die Obduktion einer Frau, die aus Verzweiflung über ihre Erkrankung Selbstmord beging, ermöglichte den Wissenschaftlern den entscheidenden Durchbruch. Es stellte sich heraus, dass ein Fehler in der Ferritin-Leichtkette verantwortlich ist. Ferritin speichert Eisen in den Zellen und verhindert so eine Schädigung. Ist dieser Mechanismus gestört, kommt es zu Ansammlungen von Eisen und Ferritin, die ihrerseits für die Probleme in der Koordination der Körperbewegungen verantwortlich sind.
 

Die Entdeckung von Neuorferritinopathy soll neue Erkenntnisse über die Ursachen von Parkinson und Chorea Huntington ermöglichen. Obwohl die neue Krankheit bis jetzt auf die Mitglieder einer Familie beschränkt war, brachte ein Test mit 100 Patienten ähnlicher Hirnleistungsstörungen Hinweise auf weitere sechs Familien. Bis jetzt waren alle Fälle auf den Norden Englands begrenzt. Da alle betroffenen Familien mit Fletcher Christian, dem Führer der Meuterei auf der Bounty, verwandt sind, könnte sich die Krankheit über Seefahrerfamilien weiter ausgebreitet haben.
 

Nähere Informationen zu Fletcher Christian finden sich im Internet unter http://www.lareau.org/christia.html
 


 

Magnetresonanz gibt exaktes Bild der Gehirnaktivität
Hohe Sauerstoffkonzentrationen zeigen Neuronenfeuer an
 

Wissenschaftlern des Max-Planck-Instituts für Biologische Kybernetik http://www.kyb.tuebingen.mpg.de ist es gelungen, das Verhältnis zwischen der Aktivierung einzelner Neuronen des Gehirns und magnetresonanztomographischen Bildern zu klären. Wie das Team um Axel Öltermann im Wissenschaftsmagazin "Nature" http://www.nature.com schreibt, stelle dieser Schritt einen Quantensprung in der Interpretation der Magnetresonanztomographie (fMRI) dar. Bisher wusste man nicht genau, welche neuronalen Aktivitäten die Magnetresonanzmessungen widerspiegeln. http://www.nature.com/cgi-taf/DynaPage.taf?file=/nature/journal/v412/n6843/full/412150a0_fs.html
 

Magnetresonanztomographiebilder zeichnen die Sauerstoffkonzentrationen im Blut des Gehirns auf und werden genutzt, um aktive Bereiche des menschlichen Gehirns auf nicht-invasivem Weg zu bestimmen. Die tatsächliche Aktivität bestimmter Neuronengruppen beim Menschen kann damit jedoch nicht bestimmt werden. Ein entsprechender invasiver Eingriff mittels feiner Elektroden verbietet sich beim Menschen. Die Interpretation, dass Kernspintomographiebilder Aufschluss über Neuronenaktivitäten geben, ist nun durch die Tübinger Experimente an Affen erstmals bestätigt worden.
 

Die Tübinger Gruppe ermittelte lokalisierbare Feldpotenziale einzelner Nervenzellen im visuellen Cortex der Affen und verglich sie mit den durch die Kernspintomographie bestimmbaren räumlich-zeitlich hohen Sauerstoff-Konzentrationen des Blutes. Dabei konnten sie zweifelsfrei nachweisen, dass mit dem Bild der Sauerstoffkonzentrationen im Blut Veränderungen der Neuronenaktivität verbunden sind. Darüber hinaus stellten sie fest, dass mit der Magnetresonanztomographie auch Eingangssignale aus anderen Hirnarealen und ihre lokale Verarbeitung erfasst werden können. Schlechte Auskünfte liefere das Verfahren aber bei Ausgangssignale zu anderen Hirnarealen.
 


 

Zwilling beeinflusst Hirnentwicklung von Mädchen
Kontakt mit Testosteron führt zu "männlicherem" Gehirn
 

 Wissenschaftler der Utrecht University http://www.uu.nl haben nachgewiesen, dass die Entwicklung des Gehirns eines Zwillingsmädchens teilweise durch das Geschlecht des zweites Kindes beeinflusst wird. Mädchen mit einem Zwillingsbruder sollen daher laut der BBC leicht "männlichere" Hirne entwickeln als solche mit einer Zwillingsschwester. Zurückzuführen sei dieses Phänomen auf den verstärkten Kontakt mit dem männlichen Hormon Testosteron. New Scientist http://www.newscientist.com
 

Bei diesem Ansatz wird davon ausgegangen, dass der Kontakt mit Sexualhormonen vor der Geburt die Entwicklung des Gehirns beeinflusst. Männliche Gehirne tendieren beim Hören von Wörtern zu einer dominanten Hirnhälfte. Frauen nehmen Wörter ausgeglichener mit beiden Gehirnhälften wahr. Das Team um Celina Cohen testete 67 Mädchen mit Zwillingsbrüdern und 54 Mädchen mit nichteineiigen Zwillingsschwestern. Über Kopfhörer wurden den Zehnjährigen gleichzeitig in jedes Ohr verschiedene Nummern eingespielt. Jedes Ohr steht dabei in enger Verbindung mit der gegenüberliegenden Hirnhälfte.
 

Die Teilnehmerinnen mit Zwillingsschwestern erinnerten sich in der Folge gleichmäßig verteilt an Zahlen von beiden Seiten. Mädchen mit Zwillingsbrüdern waren in ihren Antworten einseitiger. Was darauf hinweist, dass eine Hirnhälfte beim Hören aktiver war. Da der festgestellte Unterschied nicht besonders groß ist, plant Cohen weitere Tests zu Sprachbeherrschung, räumlichem Denkvermögen und Ballwerfen.


 

Erbgut für gestörte Abläufe im Gehirn verantwortlich
Studie untersucht genetische Ursachen von Legasthenie
 

Inwieweit die Legasthenie (Schreib- und Leseschwäche) vom Zusammenspiel der Gene und der visuellen und sprachlichen Informationsabläufe im Gehirn abhängig ist, wollen Wissenschaftler der Universitäten Würzburg http://www.uni-wuerzburg.de , Bonn http://www.uni-bonn.de und Marburg http://www.uni-marburg.de in einer Studie herausfinden. "Damit wird erstmals der Versuch unternommen, die Symptome der Legasthenie nicht nur auf der Verhaltensebene zu untersuchen", erläutert Dr. Andreas Warnke von der Würzburger Universität. "Auch die durch eine psychische Störung hervorgerufenen Besonderheiten der Informationsabläufe im Gehirn sollen aufgeschlüsselt werden und ihre möglichen genetischen Ursachen preisgeben."
 

Molekulargenetische Studien haben wiederholt gezeigt, dass auf den Chromosomen 1 und 2 sowie 6 und 15 Gene liegen, die die Entwicklung jener Hirnfunktionen mitbestimmen, die dem Menschen das Erlernen des Lesens und Schreibens mit den Buchstaben des Alphabets ermöglichen. Etwa 40 Prozent der Geschwister und 40 Prozent der Eltern von Legasthenikern leiden ebenfalls unter Lese-Rechtschreibstörungen. Eineiige Zwillinge sind in hohem Prozentsatz gemeinsam betroffen, zweieiige Zwillinge seltener.
 

Die Entstehung der Legasthenie wird bisher auf Störungen der sprachlichen und visuellen Informationsverarbeitung im Gehirn zurückgeführt. Bei der sprachlichen Informationsverarbeitung spielt die so genannte phonologische Bewusstheit eine entscheidende Rolle. Sie befähigt den Menschen, Sprachlaute in Schriftsprache wahrzunehmen und beispielsweise zu erkennen, dass im Wort "Sonne" die Laute S, O, N und E vorkommen, dass sich die Worte Maus und Haus reimen oder dass die Worte Maus und Mond jeweils mit einem M beginnen.
 

Die phonologische Bewusstheit ist auch dann erforderlich, wenn die akustisch erlernte mündliche Sprache in die Buchstabenfolge eines Wortes "übersetzt" werden soll (Diktat). Diese phonologische Bewusstheit soll nun bei Schülern mit Legasthenie mit Hilfe von so genannten psychometrischen und neurophysiologischen Verfahren sehr genau gemessen werden. Die Wissenschaftler können so auch die visuelle Informationsverarbeitung ermitteln, etwa die Wahrnehmung von Mustern unterschiedlicher Kontraststärke oder von Bewegungen.
 

Vier von 100 Kindern sind trotz normaler oder überdurchschnittlicher Intelligenz nicht in der Lage, das Lesen und Schreiben ausreichend zu erlernen. Die Störung entsteht unabhängig von körperlicher, psychischer und neurologischer Gesundheit und kann auch durch gute familiäre und schulische Förderung nicht ausgeglichen werden. Die schulische und berufliche Laufbahn der Betroffenen wird schwerwiegend beeinträchtigt: Tägliche Misserfolge trotz aller Lernbemühungen führen bei den Kindern rasch zu Lernunlust, zu Schul- und Versagensängsten. Vereinzelt sind Depressionen und soziale Auffälligkeiten zu beobachten. Die Studie wird mit 1,2 Mio. Mark von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.
 


 

Gehirne von Heranwachsenden arbeiten unterschiedlich
Neue Behandlungsansätze nach Gehirnverletzungen denkbar

Forscher der State University of New York http://www.smbs.buffalo.edu haben einen Unterschied in der Arbeitsweise des Gehirns von heranwachsenden Jungen und Mädchen nachgewiesen. Sie nutzen für die Erkennung von Gesichtern und die Identifizierung von Gesichtsausdrücken verschiedene Gehirnbereiche. Jungen lösen derartige Aufgaben eher mit der rechten Hirnhälfte, Mädchen eher mit der linken. Diese Ergebnisse legen nahe, dass die Gehirne der beiden Geschlechter vor dem Erwachsensein unterschiedlich organisiert sind. Nach Gehirnverletzungen könnten daher auch verschiedene Behandlungsmethoden sinnvoll sein. Neuropsychology http://www.apa.org/journals/neu.html

Das Team um D. Erik Everhart untersuchte 17 Jungen und 18 Mädchen im Alter von acht und elf Jahren. Beide Gruppen mussten zwei verschiedene Arten von Aufgaben lösen. Für die Überprüfung der Erkennung von Gesichtern waren bestimmte Gesichter in einer Reihe wechselnder Bilder zu identifizieren. Mittels eines elektroenzephalografischen Messgerätes (EEG) wurde in der Folge die Aktivität der Gehirnwellen in der rechten und der linken Hirnhälfte untersucht. Bei der Erkennung des Gesichtsausdrucks zählten Richtigkeit und Geschwindigkeit der Antworten. Jungen und Mädchen lösten die Aufgaben gleich gut. Sie scheinen allerdings verschiedene, sich fallweise überlappende Gehirnbereiche für die Verarbeitung der Informationen einzusetzen.
Eurekalert http://www.eurekalert.org/pub_releases/2001-07/aaft-pba062801.php



 

Implantat fördert Wachstum von verletzen Nerven
Traxon bei Verletzungen der Wirbelsäule vielversprechend
 

Ein elektrisches Implantat soll das Wiederwachsen von Nerven bei Verletzungen der Wirbelsäule fördern. Das Gerät namens Traxon hat bei Versuchen mit Hunden eine Wiederherstellung der Beweglichkeit der unteren Gliedmaßen und der Kontrolle über die Blase ermöglicht. Wie die BBC berichtet, stehen die ersten Tests am Menschen im Beaumont Hospital http://www.beaumont.ie kurz vor dem Beginn.
 

Das von Dynamed Systems entwickelte Traxon basiert darauf, dass Nerven durch elektrischen Strom zu einem verstärkten und gesteuerten Wachstum angeregt werden können. Nach einer Verletzung der Wirbelsäule durch einen Unfall versuchen die Nerven wieder zu wachsen. Dieses Wachstum geschieht jedoch planlos und nicht zielgerichtet. Aus diesem Grund werden nur wenige der zerstörten Verbindungen wieder hergestellt. Bei der Behandlung werden zwei Elektroden nahe der Verletzung eingesetzt. Kabel führen zu einem handtellergroßen Batterienpaket, das im weichen Gewebe des Unterleibes untergebracht ist. Für die Dauer von bis zu einem Jahr entsteht so ein kleines elektrisches Feld.
 

Der leitende Neurochirurg Ciaran Bolger zeigte sich zuversichtlich, dass zumindest die bei den Tieren erzielten Erfolge auch beim Menschen möglich sein sollten. "Die Technologie ist dem eines Herzschrittmachers ähnlich, abgesehen davon, dass permanent ein kleines elektrisches Feld hergestellt wird." Über den Ausgang der Tests könne derzeit nichts gesagt werden. "Wenn ein vom Nacken abwärts Gelähmter wenigstens seine Blasenfunktion wieder erlangt, ist das bereits ein großer Fortschritt."
 


 

Weiße Hirnsubstanz wächst länger als vermutet
Volumenzunahme bis ins fünfte Lebensjahrzehnt nachgewiesen
 

Forscher der University of Arkansas haben jüngst mit einem weitverbreiteten Irrtum aufräumen können. Im Fachmagazin "Archives of General Psychiatry" schreibt das Team um den Psychiater George Bartzokis, dass sich die weiße Hirnsubstanz auch nach der Pubertät noch weiter ausdehnt. Bisher nahm die Fachwelt an, dass sich das Gehirn nach dem 20. Lebensjahr nicht mehr entwickle und das Volumen des ausgewachsenen Gehirn fortan linear sinke. http://archpsyc.ama-assn.org/issues/v58n5/abs/yoa20287.html
 

Das Forscherteam will jedoch mit Hilfe der Magnet-Resonanz-Tomografie herausgefunden haben, dass die als weiße Substanz bezeichneten markhaltigen Nervenfasern mindestens doppelt so lange wachsen und sich regenerieren. An der Untersuchung nahmen 70 gesunde Männer zwischen 19 und 76 Jahren teil. Mit speziellen Puls-Sequenzen wurde der Kontrast zwischen grauer und weißer Hirnsubstanz maximiert, die Volumen ermittelt und ins Verhältnis gesetzt.
 

Im Stirnbereich des Gehirns zeigte sich, dass die grauen Zellen kontinuierlich abbauen, während der Umfang der weißen Hirnmasse offenbar bis in das Lebensalter der späten 40er zunimmt. Diese Erkenntnisse könnten nach Ansicht der Forscher zu neuen Ansätzen in der Behandlung von Alzheimer führen.
 

Das Gewebe des Zentralen Nervensystem unterteilt sich in zwei Farben. Größere Mengen von nah beieinander liegenden Nervenzellkörpern, wie sie vor allem in der Hirnrinde vermehrt zu finden sind, erscheinen grau. Sie werden graue Substanz genannt. Als weiße Substanz bezeichnet man dagegen die weiß erscheinenden Bereiche der Gehirnbahnen.
 


 

Musiker haben mehr graue Gehirnsubstanz
Musizieren im Kindesalter fördert höhere geistige Leistungen
 

 Musiker, die bereits seit Kindesalter ein Instrument spielen, haben in wichtigen Gehirnregionen mehr graue Substanz als Nicht-Musiker. Dieses Forschungsergebnis präsentierte der deutsche Neurologe Gottfried Schlaug heute, Mittwoch, auf dem 53. Treffen der American Academy of Neurology in Philadelphia http://www.aan.com . Hirnforscher betrachten die graue Gehirnsubstanz als den Sitz höherer geistiger Leistungen.
 

Gemeinsam mit Christian Gaser untersuchte der Studienleiter die Gehirne von 15 männlichen professionelle Musiker und 15 Nichtmusikern. "Musiker sind dafür ideale Testpersonen, da sie bereits im frühen Alter mit dem Training beginnen", erklärte Schlaug. Mit Hilfe der Kernspintomographie und bildgebenden Verfahren wurden die anatomischen Aufnahmen verglichen. "In Hirnregionen, die Körperbewegungen wahrnehmen und steuern, zeigten die Bilder der Musiker deutlich mehr graue Substanz", so der Neurologe weiter. Auch die Kleinhirne, die ebenfalls für Bewegungen und höhere geistige Leistungen zuständig sind, hatten bei Berufsmusikern mehr graue Zellen.
 

Laut Schlaug zeigen die Ergebnisse ein nutzungsabhängiges Gehirnwachstum beziehungsweise eine strukturelle Plastizität der grauen Masse aufgrund dieser geistigen Anforderungen in der kritischen Gehirnreifungsperiode. "Eine alternative Erklärung ist, dass Musiker bereits mit mehr grauer Substanz geboren sind und sie diese zur Musik brachte", so der Forscher. Im nächsten Schritt will Schlaug jene Gehirnregionen identifizieren, die unterschiedlich sind und feststellen, ob Übung und Erfahrung jene Differenzen verursachen.
 


 

Rechter Frontallappen für Selbstwahrnehmung entscheidend
Verletzungen führen zu Veränderungen der Persönlichkeit
 

 Wissenschaftler der University of California http://www.ucsf.edu haben mit dem rechten Frontallappen jene Gehirnregion identifiziert, die für die Selbstwahrnehmung des Menschen entscheidend ist. Eine Verletzung in diesem Bereich kann zu weitreichenden Veränderungen der Persönlichkeit führen. Der Neurologe Bruce L. Miller präsentierte die Ergebnisse dieser Studie auf dem von 5. bis 11. Mai stattfindenden 53rd Annual Meeting der American Academy of Neurology http://www.aan.com
 

Ausschlaggebend für die Erforschung der Anatomie des Selbst war die Beobachtung, dass einige Patienten mit frontotemporaler Demenz dramatische Veränderungen durchmachten. Von den Änderungen betroffen waren politische und religiöse Überzeugungen, Kleidungsstil und Ernährung. So verwandelte sich eine dynamische und modebewusste Grundstücksmaklerin in eine Person, die kaum Wert auf ihr Aussehen legte und andere nach den Preisen ihrer Kleider befragte. http://www.eurekalert.com/releases/aan-rdm042701.html
 

Für die Studie wurden 72 Patienten mit frontotemporaler Demenz untersucht. Einer seltenen Demenzform, die häufig genetisch bedingt ist und an der meist Menschen zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr erkranken. Für die Identifizierung der Betroffenen wurde eine Veränderung des Selbst mit einer Neubewertung der politischen, sozialen oder religiösen Werte und des Kleidungsstils definiert. Mit Aufnahmen von Kernspinresonanztomografie (MRI) und Single-Photon-Emissionscomputertomografie (SPECT) wurden in der Folge jene Gehirnregionen identifiziert, die am stärksten in Mitleidenschaft gezogen waren.
 

Sieben Patienten litten unter dramatischen Persönlichkeitsveränderungen. Sechs von ihnen zeigten schwerste Anomalien im rechten Frontallappen. Beim siebenten Patienten war der linke Frontallappen am stärksten betroffen. Von den 65 Patienten ohne deutliche Persönlichkeitsveränderung, war nur in einem Fall eine Schädigung des rechten Frontallappens vorhanden. Laut Miller zeigten diese Ergebnisse, dass die normale Funktion dieser Gehirnregion für die Aufrechterhaltung der Selbstwahrnehmung entscheidend sei. "Eine biologische Störung kann nicht nur große Auswirkungen auf das Verhalten haben, sondern auch etablierte Muster der Selbstreflexion und des Bewusstseins zusammenbrechen lassen."
 


 

Schizophrenie-Gen entdeckt
Mutation für besondere Form der Erkrankung verantwortlich
 

Wissenschaftlern der Julius-Maximilians-Universität http://www.uni-wuerzburg.de ist die Identifizierung eines Gens, das an der Entstehung einer besonderen Form von Schizophrenie beteiligt ist, gelungen. Das Gen liegt auf Chromosom 22 und führt bei einer Mutation zu einer so genannten katatonischen Schizophrenie, wie BBC http://news.bbc.co.uk berichtet. Dabei fallen die Erkrankten in einen halluzinations-artigen Zustand mit völlig gestörten Körperbewegungen. Dieser Form der Schizophrenie ist erblich bedingt.
 

Das Gen WKL 1 produziert ein Eiweiß, das jenen, die an der Reizweiterleitung im Gehirn beteiligt sind, ähnelt. Bisher war die Ursache noch weitgehend unbekannt. "Die Schizophrenie ist eine komplexe Erkrankung mit komplexen Ursachen", erläutert Klaus-Peter Lesch, Leitender Oberarzt an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Würzburg. Rund ein Prozent der Weltbevölkerung leide an Schizophrenie, so Lesch weiter.
 

An der Entstehung der Krankheit seien eine Reihe von Genen beteiligt. Bisher wurde nur eine Genfamilie entdeckt, so der Studienautor. Nur bei einem Teil der Erkrankten spielten genetische Mutationen eine Rolle. "Daher dürfen durch diese Erkenntnisse keine verfrühten Erwartungen für eine rasche Therapie geknüpft werden", erklärte Majorie Wallace vom Verband für geistige Gesundheit SANE.
 


 

Gehirn lernt Sprache in kleinen Schritten
Forscher: Sprachreisen bald überflüssig
 

Wer eine neue Sprache lernen will, sollte das am besten von zu Hause aus tun und sie in kleinen "Häppchen" zu sich nehmen, statt komplett in die fremde Kultur "einzutauchen". Wie die Psychologen Alan Kersten und Julie Earles von der Florida Atlantic University http://www.fau.edu kürzlich entdeckten, können sich Erwachsene beim Erlernen einer künstlichen Sprache mehr merken, wenn sie anstatt ganzer Sätze zuerst nur einzelne Wörter hören. Die Forscher glauben, dass so auch Kinder eine Sprache schneller erlernen. Sie vermuten, dass es Kindern leichter als Erwachsenen fällt, Sprachen zu erlernen, da ihre geringere geistige Leistungsfähigkeit sie zwingt, gesprochene Sätze in kleine Fragmente aufzuteilen.
 

Die beiden Forscher versuchten bei ihren Studien, Studenten die künstliche Sprache vom fiktiven Planeten "Betruzi" beizubringen. Dabei handelt sich dabei um eine Sprache, die nur aus sechs Wörtern besteht. Sie beschreibt das Aussehen der Bewohner, die Art der Fortbewegung und deren Richtung beschreibt. Die Studenten wurden befragt, welche von zwei angebotenen Sätzen das neue Szenarium am besten beschreibt. Obwohl sie zuvor nur wenige Sprachbeispiele gehört hatten, konnten die Personen, die zuvor immer nur ein Wort gehört hatten, die Sprache besser mit den Animationen in Übereinstimmung bringen als diejenigen, die während des gesamten Tests den vollständigen Satz vernommen hatten.
 

David Plaut, Psychologe und Computerwissenschaftler von der Carnegie Mellon University http://www.cmu.edu/ in Pittsburgh stellte dagegen fest, dass ‚intelligente' Computernetzwerke eine Sprache besser begreifen, wenn sie ihnen von Beginn an in ihrer ganzen Komplexität gezeigt wird. Kinder werden in eine komplexe Sprache hinein geboren und haben dennoch scheinbar kein Problem, mehrere Sprachen gleichzeitig aufzunehmen, bewertete Plaut.
 

Der Psychologe Gary Marcus von der New York University http://www.nyu.edu erklärte in diesem Zusammenhang, dass junge Gastarbeiter neue Sprachen mit Leichtigkeit aufnehmen, auch wenn sie keine Kinder mehr seien. Die geringen Unterschiede in den Gedächtnisleistungen eines Zwölfjährigen, der eine neue Sprache bald perfekt beherrscht, und seines 15-jährigen Bruders, der sie nie vollständig erlernt, reichten als Erklärung der Vorgänge nicht aus, so Marcus. Wolfgang Klein vom Max-Planck-Institut für Psyholinguistk in Nijmegen, Niederlande http://www.mpi.nl/world/index.html vermutet dagegen, dass Erwachsene deshalb Mühe haben, neue Sprachen zu erlernen, da ihre Lernfähigkeit im Allgemeinen schlechter ist und sie oft weniger Motivation aufbringen als junge Menschen.


 

Enzym Beta-Sekretase bei Alzheimer entscheidend
Blockierung soll Plaquebildung verhindern

Wissenschaftler der Johns Hopkins University http://www.hopkinsmedicine.org haben nachgewiesen, dass ein spezielles Enzym im Gehirn wesentlich für die Bildung von Plaque, einem der Kennzeichen von Alzheimer, ist. Das Verständnis der Schlüsselposition der Enzym Beta-Sekretase bedeute einen wesentlichen Forschungserfolg. Die Blockierung dieses Enzyms biete eine naheliegendes und sicheres Ziel für eine Behandlung. Nature Neuroscience http://www.nature.com/neuro

Die entscheidenden Amyloidplaquen sammeln und umgeben Gehirnzellen. Während alternde Gehirne gesunder Menschen verstreute Amyloidplaquen aufweisen, sind die Gehirne von Alzheimer-Patienten voll von ihnen. Der leitende Wissenschaftler Philip Wong erklärte, dass die Blockierung der Beta-Sekretase bei Alzheimergefährdeten den gleichen Effekt haben könnte wie jene Impfstoffe, die bei Labortieren die Plaquebildung bereits verhinderten. "Während Forschungsergebnisse den Plaqueaufau mit Alzheimer beim Menschen nicht direkt in Verbindung bringen, führt die Blockierung der Plaque bei diesen Tieren zu einer Verringerung der Krankheitszeichen." http://www.eurekalert.com/releases/jhmi-eik022301.html

1999 klonten fünf Forscherteams Gene für verschiedene Formen der Beta-Sekretase. Die aktuelle Studie zeigt erstmals, dass eine Form der Enzyme, BACE1, der Schlüssel zur Produktion jener Moleküle ist, die später zu Plaque werden. Laut Wong suchten Wissenschaftler bereits nach Präparaten, die die Beta-Sekretase blockieren. Sollte dieser Behandlungsansatz erfolgreich sein, könnten Ärzte in Zukunft Alzheimer-Patienten einen Cocktail verschiedener Enzymblocker oder von Blockern gemeinsam mit Impfstoffen geben.



Personalisierter E-Newsletter für Psychiater und Neurologen
antwerpes ag launcht www.zinapse.de

Die auf dem Neuen Markt notierte antwerpes ag http://www.antwerpes.de hat im Auftrag von Aventis Pharma Deutschland http://www.aventis.de einen web-basierten Newsletter mit interaktiven Funktionen entwickelt. Der für Neurologen und Psychiater konzipierte "zinapse"-Letter behandelt aktuelle Themen aus Forschung, Klinik und Praxis. Das Acrobat Reader 4.0-Dokument ist plattformunabhängig und erlaubt es, Kommentare einzugeben und Links sowohl innerhalb des Textes als auch zu Websites einzubauen.

"Der Trend geht zum interaktiven Newsletter, der sich an die Kommunikationsbedürfnisse des Users anpasst, und nicht umgekehrt, wie es jetzt häufig noch der Fall ist. So kommen wir dem One-to-One Marketing einen großen Schritt näher", sagte Frank Antwerpes von der Aktiengesellschaft. Antwerpes plant, noch weitere transaktionsorientierte Web-Anwendungen über die interaktiven Funktionen des PDF-Newsletter zu verankern.

Zinapse ist kostenlos unter http://www.zinapse.de erhältlich und erscheint im Zweimonatsrhythmus. Startschuss des Mailings an die Fachärzte ist der 15. Dezember.

Der Aufgabenbereich der Antwerpes AG umfasst unter anderem die Entwicklung von Internetauftritten, die Entwicklung von E-Commerce-Systemen und Online-Shops. Zu ihren Kernbereichen zählt die Programmierung komplexer Web-Applikationen, die Anbindung an das Warenwirtschaftssystem (z.B. SAP), WAP-Anwendungen, Web-Marketing, Online-Advertising und Domain-Registrierung.



 
Joerg W. Baur [REGIO-PRESS] 91801237



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 13.02.2007 03:34:19
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