Bertelsmann-Tochter
veröffentlicht "Al-Kaida Reader"
US-Diskussion über Gewinn aus den Texten
Die Bertelsmann-Tochter Doubleday
http://www.randomhouse.com/doubleday plant die Veröffentlichung
von Texten von Osama Bin Laden und Ayman Al-Zawahiri, der Nummer
zwei der Al-Kaida, in englischer Sprache. Die Veröffentlichung der
bisher nur in arabischer Sprache vorliegenden Texte unter dem Titel
"Al-Kaida Reader" veranlasst das Wall Street Journal (WSJ) zur
Debatte über den Gewinn derartiger Publikationen. Die Texte der
Terroristenanführer seien mit Hitlers "Mein Kampf", dem
"Kommunistischen Manifest" von Marx und Engels sowie mit den
antisemitischen "The Turner Diaries", die der Oklahoma-City-Bomber
Timothy McVeigh gelesen hat, vergleichbar.
"Wir glauben fest daran, dass wir Amerika einen großen Dienst
erweisen, wenn wir die innersten Gedanken unseres größten Feindes
veröffentlichen", sagte Stephen Rubin, Präsident und Herausgeber der
Doubleday Broadway Publishing Group. Das Buch enthält laut WSJ Texte
von Bin Laden, die in Ägypten veröffentlicht wurden, sowie Texte von
Al-Zawahiri, die in Jordanien herausgegeben wurden. Auf die Texte
ist der Verlag interessanterweise jedoch in der Library of Congress
in Washington DC gestossen, wo sie von Raymond Ibrahim entdeckt
wurden. Ibrahim arbeitet in der Bibliothek als Fachmann für
Nahost-Studien und wird die Texte für Doubleday ins Englische
übersetzen. Wie die Texte nach Washington gelangt sind, ist dem
Verlag nicht bekannt, so das WSJ.
Das WSJ stellt die Frage, ob es einem Unternehmen erlaubt sein
sollte, aus derartigem Material Gewinne zu lukrieren. So gehen die
Gewinne des Verlagshauses Hougthon Mifflin aus dem Verkauf von
Hitlers "Mein Kampf" an einen Fonds, der Organisationen zur
Bekämpfung von faschistischem Gedankengut fördert. Wie die Gewinne
aus dem "Al-Kaida Reader" verwendet werden, sei bei Doubleday bisher
noch nicht geklärt. Das Buch soll im nächsten Jahr in den US-Handel
kommen. |