http://www.musicbiz.de
Frische Töne beim Schweizer Musikportal "music.ch"
Grösster Relaunch seit Start vor sieben Jahren
Nach einer Neugestaltung und Erweiterung präsentiert sich das grösste
Schweizer Musikportal "music.ch"
http://www.music.ch in neuem Kleid.
Als "Yahoo der Schweizer Musikszene" hatte "Music.ch" vor sieben Jahren das
"Swiss Music Directory" gestartet. Mittlerweile befinden sich 7000 Einträge in
der Datenbank. Zu diesem Kernangebot kommen News, Reviews, Events, ein
Music-Shop, eine Community mit den Rubriken "Markt", "Forum" und "Wettbewerbe".
Unter Services können Bands und Künstler auch ihr eigenes Web-Account
einrichten.
Im Juli erzielte "Music.ch" erstmals über eine Million Seitenabrufe. Rund 30.000
Besucherinnen und Besucher nutzen das Angebot monatlich, die Tendenz ist laut
Angaben der Macher steigend. Allerdings sei man noch auf Sponsorsuche, denn die
Baisse im Markt sei auch an "Music.ch" nicht spurlos vorüber gegangen.

Webreport: Sag mir, wo die Stars sind!
Musiker und ihre virtuellen Auftritte
Musik liegt in der Luft - was bisher galt, ist im Zeitalter von Bits und
Bytes Schnee von gestern. Längst haben Takt und Töne den virtuellen Horizont
erobert und beglücken auf immer zahlreicher werdenden Homepages den
lauschenden User. Ob an 70er Jahre-Orgel erinnernde Midi-Files, ob Web-Radios,
akustische Werbebanner oder mächtige Musik-Plattformen - im Web spielt die
Musik! Klar, dass auch immer mehr Stars und Sternchen die Zeichen der Zeit
erkannt haben und das Internet zu ihrer Bühne umfunktionieren.
The Show must go on! Nicht nur Popgrößen wie Sting oder Madonna werben in
eigener Sache unter den Bildschirmversessenen für ihr Produkt, der
deutschsprachige Raum hat sich mittlerweile zur Musiker-Plattform Nummer zwei
gemausert. Die Ärzte rocken genauso unbeschwert im Web wie Nicole oder die
Wildecker Herzbuben. Nur vielleicht mit dem Unterschied, was dem einen ein möglichst
unkonventioneller Auftritt, ist dem anderen die biedere Fortführung seiner
"wirklichen" Präsenz.
Was alle jedoch eint, ist der Hang, möglichst viele Informationen über
Alben, Singles und Tourneen zu verbreiten. Garniert mit einem oppulenten
Merchandising-Angebot, steht dann der angeblich perfekten Vermarktung nichts
mehr im Weg. Höchstens die immer noch unbefriedigende telekommunikative
Infrastruktur. Auf User mit einem analogen Modem sind nämlich die wenigsten
Stars vorbereitet. Immer umfangreicher werden ihre Auftritte. Was im
wirklichen Bühnenleben in immer aufwendigeren Shows gipfelt, scheint im Netz
die logische Fortsetzung zu finden. So sind Flash-basierte Musiker-Homepages
Standard, Seitengrößen von 400 kb keine Seltenheit. Gut, wenn da einige
Webmaster auch eine "Light"-Version für Web-Puristen anbieten, die
Java, Plug-Ins und Flash mangels Übertragungsgeschwindigkeit die kalte
Schulter zeigen.
Vorbildlich rocken in dieser Hinsicht "Die Ärzte" im Web. Unter http://www.bademeister.com
gibt's Punk, gute Laune und Infos pur. Die HTML-Seiten bieten genauso viel
Entertainment wie die aufwendig programmierte Flash-Variante. Hier jedoch
drehen Farin, Bela und Rodrigo dann die Regler voll auf. Kurze Filme zwischen
den Seitenwechseln, eine Hintergrundmusik, deren unerbittlich wiederkehrender
Loop nur Hardcor-Ärzte-Fans vor dem akustischen Gau schützt und Online-Games
dürften für ein Endlos-Grinsen bei den Usern sorgen. Die selbsternannte
"Beste Band der Welt" setzt - zumindest programmiertechnisch - Maßstäbe
und verwöhnt zudem mit den "Besten Bildschirmschonern der Welt".
Nicht ganz so abgedreht, dennoch auf der Höhe der musikiaklisch-virtuellen
Zeit präsentieren sich die Fantastischen Vier http://www.diefantastischenvier.de
. Und damit bei den Besuchern ihrer mit künstlerischem Touch versehenen
Homepage auch keiner vom rechten Weg abkommt, gibt es auf der Startseite den
Hinweis aus einem ihrer Songs: "...komm und gib mir deine Hand, die Reise
führt in ein unbekanntes Land.. " Bei den f4 sollen die Sinne
angesprochen werden. Pure Vermarktung ist out, die Kölner verstehen das Web
als das, was es eigentlich sein sollte: interaktives Medium. Und so können
die User ihren Kommentar zu Konzerten und Alben abgeben, eine Tauschbörse
schafft eine wiederkehrende Community. Die Seiten beeindrucken insgesamt durch
einen ruhigen Aufbau. Spätestens bei den Fotos erkennt auch der größte
Kulturbanause, dass die Fantastischen Vier keine Proleten-Combo sind.
Bei den Prinzen http://195.254.24.18/index.htm
sind sich die Kritiker dagegen bis heute nicht einig, wo die musikalische
Messlatte angelegt werden soll. Band aus spätpubertierenden Nervensägen oder
irregeleitete Thomaner-Chorknaben. Mit dem Blümchenimage erster Veröffentlichungen
hat ihre Webseite jedenfalls nichts mehr zu tun. Der Slogan "Gefangen im
Netz" macht neugierig und läßt den Finger zögern, den "weiter"-Button
zu drücken. Allein das Flas-Intro macht einen Besuch der Seiten wert. Auch
bei den Vokalakrobaten steht Interaktion ganz oben. Ob Gästebuch, Chat,
Newsletter oder SMS-Benachrichtigungsservice - ran an den Hörer lautet die
Devise. Eine übersichtliche Discographie, deren Titel sich fast sämtlichst
anhören lassen, runden eine Prinzenuntypische Homepage ab.
Erwartungsgemäß bieder kommt Blondie der Nation - Nicole - daher http://www.nicole-4-u.de
. Eigentlich fehlt nur noch ein wenig Heidekraut, um das Bild der Homepage
eines deutschen Schlagerstars zu vervollständigen. Passend zur Haarfarbe
jedenfalls schimmern die Seiten golden in die verklärten Augen surfender
Schlagergroupies. Die Navigation ist nicht merhr ganz zeitgemäß - komplett
in Java programmiert. Leider wird keine Alternative angeboten, Browserabstürze
gibt es also als "nette" Zugabe. Dafür entschädigt eine
umfangreiche Discographie und ein ausführlicher künstlerischer Lebenslauf. Läßt
man dazu noch den Real-Player "Ein bisschen Frieden.." abspielen,
steht einem webbasierten Nicole-Themenabend eigentlich nichts mehr im Weg.
Es sei denn, man verirrt sich auf die Homepage von Guildo Horn http://www.guildo-horn.com
. Ob auf den Seiten des Meisters die konservative Schlagergemeinde in ein
gemeinschaftliches Koma fällt, kann hier nicht beantwortet werden. Ein Blick
in die seelischen Tiefen von Horn und seiner Band den "Orthopädischen
Strümpfen" lohnt auf jeden Fall. Die Seiten sind technisch und
inhaltlich kein Hit, wahrscheinlich muss sich ein Retter der Menschlichkeit
aber auch nicht mit solchen Lappalien abgeben. Je größer der Kultstatus,
desto mehr verirren sich sowieso auf entsprechende Homepages. Suchmaschinen
wie Google http://www.google.de
sei Dank.
Fazit: Die Websites von Stars werden immer zahlreicher und professioneller.
Wer nicht drin ist, ist schnell draußen. Denn immer mehr User wollen sich über
ihren Star informieren und suchen auf virtuellem Weg Kontakt zu ihrem Idol.
Doch leicht kann es passieren, dass der Fan den Überblick verliert und sich
auf alte Tugenden besinnt - soll heißen, die heimische Showbühne verlässt
und sich in das Gedränge eines echten Konzertes begibt. Denn nur dort kann es
auch passieren, dass Madonna ihren Cowboyhut in die Menge wirft oder ein Anton
aus Tirol Hausfrau Stefanie B. die Hand drückt...
