MKS-Virus überlebte Ritt auf Saharasand
Britische Epidemie durch Staubwolken übertragen
Die zu Jahresbeginn wütende Maul- und Klauenseuchen (MKS) Epidemie in
Großbritannien könnte von infiziertem Saharasand aus Nordafrika ausgelöst
worden sein. Das behauptet Dale Griffin von US Geological Survey
http://www.usgs.gov gegenüber
dem Observer
http://www.observer.co.uk . Stürme wehen regelmäßig Saharasand in hohe
atmosphärische Schichten und so nach Europa und über den Atlantik nach
Amerika.
Die britische MKS Epidemie kostete Mrd. Pfund und führte zur Schlachtung
von Mio. von Rindern. Dale Griffin verbindet aufgrund von Satellitenbildern
den Ausbruch der Seuche, am 20 Februar 2001, mit einer massiven Staubwolke die
einige Tage zuvor, am 13. Februar 2001, in Großbritannien ankam. Die
Inkubationszeit der Seuche beträgt sieben Tage.
Die Idee, dass Mikroorganismen auf atmosphärischen Staubwolken "reiten",
ist nicht neu. Allerdings war man bisher davon ausgegangen, dass die
verstärkte UV-Strahlung in höheren Schichten die Organismen abtöten. Griffin
geht nun davon aus, dass einige Bakterien durch den Schutz der Staubpartikel
und Fäkalien in der Wolke die Reise überleben. Griffin und sein Team haben
mehrere dieser Staubwolken untersucht und dabei eine Vielzahl an
Krankheitserregern entdeckt, die fähig waren Kulturen zu bilden. "Nur
lebendige Organismen können Kulturen bilden. Das zeigt uns, dass wir es mit
Mikroben zu tun haben, die auch nach ihrer Reise noch infektiös sind", warnt
Griffin im Gespräch mit dem Observer.
Eugene Shinn, ebenfalls von US Geological Survey, unterstützt die Theorie
von Griffin. Shinn bringt das Phänomen in Zusammenhang mit der Zerstörung
karibischer Korallenriffe durch den Pilz Fungus Aspergillus sydowii. Weiters
vermuten die Wissenschaftler Zusammenhänge mit Asthmafällen und Allergien in
der Karibik und Nordamerika.
